Kategorien
Film Print Gesellschaft

Komplexe Verhältnisse

Nächs­te Woche läuft „Der Baa­der Mein­hof Kom­plex“ (nur echt ohne Bin­de­stri­che) in den deut­schen Kinos an. Auch wenn mich das The­ma RAF seit vie­len Jah­ren inter­es­siert, weiß ich nicht, ob ich mir den Film anse­hen soll: die Hand­lung ist hin­läng­lich bekannt und außer­dem muss man den Film ja gar nicht sel­ber sehen – es schreibt je eh jeder drü­ber.

Beson­ders „Bild“ ist an vor­ders­ter Front mit dabei: schon seit Mona­ten schreibt das Blatt über jedes klei­ne biss­chen Infor­ma­ti­on, in den letz­ten Tagen dann mit immer stär­ke­rer Fre­quenz. Der Sohn von Hanns Mar­tin Schley­er hat sich den Film bereits für „Bild“ ange­se­hen, die Toch­ter von Ulri­ke Mein­hof eben­falls.

Bet­ti­na Röhl ist für „Bild“ eine wich­ti­ge Kron­zeu­gin, denn:

Bettina Röhl (Ihre Mutter war Ulrike Meinhof) über den RAF-Film  Martina Gedeck ist eine Fehlbesetzung!

Sie war also dabei. Genau­so wie „Bild“, möch­te man ein­wen­den, denn das Mas­sen­blatt des Axel-Sprin­ger-Ver­lags ist natür­lich untrenn­bar mit ’68 und allen sei­nen Fol­gen ver­bun­den.

Und da kommt ganz schnell so etwas wie Nost­al­gie auf, wenn Bild.de im tra­di­tio­nel­len Duk­tus fragt:

Kommt die Baa­der-Mein­hof-Ban­de zu Oscar-Ehren?

Auch beein­dru­ckend doof ist die­se Fra­ge:

Moritz Bleibtreu, Martina Gedeck, Johanna Wokalek: Dürfen sympathische Stars Terroristen spielen?

Da schließt sich doch gleich die Fra­ge­stel­lung an, wie unsym­pa­thisch Stars sein müs­sen, damit sie nach Ansicht von Bild.de Ter­ro­ris­ten spie­len dür­fen. Müss­te ich Til Schwei­ger und Iris Ber­ben im Kino ertra­gen, damit mir Andre­as Baa­der und Ulri­ke Mein­hof nicht sym­pa­thisch erschei­nen?

Ein beson­de­rer Trep­pen­witz der Geschich­te ist es aller­dings, wenn Bild.de ein Foto von den Dreh­ar­bei­ten erklärt, bei denen gera­de die Kra­wal­le des 2. Juni 1967 nach­ge­stellt wer­den. Die ganz Alten wer­den sich erin­nern: an die­sem Tag war der Schah von Per­si­en auf Staats­be­such in Ber­lin, bei den Demons­tra­tio­nen gegen ihn kam es zu bei­der­sei­ti­gen Gewalt­es­ka­la­tio­nen, in deren Fol­ge der Stu­dent Ben­no Ohnes­org durch eine Poli­zei­ku­gel getö­tet wur­de.

„Bild“ beschrieb das damals so:

Ein jun­ger Mann ist ges­tern in Ber­lin gestor­ben. Er wur­de Opfer von Kra­wal­len, die poli­ti­sche Halb­star­ke insze­nier­ten.

31 Jah­re nach der „Todes­nacht von Stamm­heim“ kommt jetzt die zwei­te Gene­ra­ti­on zum Ein­satz: Nach­fah­ren von Tätern und Opfern erzäh­len „Bild“-Redakteuren, die damals allen­falls Schul­auf­sät­ze geschrie­ben haben, was sie von der fil­mi­schen Auf­be­rei­tung der Ereig­nis­se hal­ten.

Allein: Bet­ti­na Röhl ist eine ähn­lich zuver­läs­si­ge Zeit­zeu­gin wie „Bild“ selbst. Die Frau („Röhl muss es wis­sen, immer­hin ist Ulri­ke Mein­hof ihre Mut­ter!“) hat sich in den letz­ten Jah­ren in den Medi­en als eine Mischung aus Eva Her­man und Hen­ryk M. Bro­der (nur nicht ganz so sym­pa­thisch) prä­sen­tiert, die gegen ihre Eltern­ge­nera­ti­on und das Gen­der Main­strea­ming zu Fel­de zieht und in allem und jedem wahl­wei­se Geschichts­klit­te­rung oder Per­sön­lich­keits­rechts­ver­let­zun­gen sieht. Das ist ihr gutes Recht, aber es macht sie im dop­pel­ten Sin­ne befan­gen.

Frau Röhl kann sich natür­lich zu dem Film äußern, wie sie mag. Sie kann es sogar in „Bild“ tun, wenn sie das für eine gute oder wit­zi­ge Idee hält. Es bleibt aber eine irgend­wie merk­wür­di­ge Akti­on, die ande­rer­seits auch zeigt, wie viel sich in den letz­ten 40 Jah­ren geän­dert hat: „Bild“ macht mun­ter Pro­mo­ti­on für einen Film über die „Baa­der-Mein­hof-Ban­de“ und ist auch längst nicht mehr das Feind­bild, das sie damals war. Letzt­lich haben alle gewon­nen: die Ter­ro­ris­ten kom­men, wie jeder gro­ße Böse­wicht irgend­wann, zu Lein­wand­eh­ren und „Bild“ ist in der Mit­te der Gesell­schaft. Wir Spät­ge­bo­re­nen bli­cken erstaunt auf rie­si­ge Demons­tra­ti­ons­zü­ge, die „Ent­eig­net Sprin­ger!“ skan­die­ren, und las­sen uns vom Feuil­le­ton­chef der „Zeit“ Cha­rak­ter­lo­sig­keit vor­wer­fen. Für tat­säch­li­che Dis­kur­se sind wir sowie­so unge­eig­net.

Bernd Eichin­ger, der alte Geis­ter­bahn­be­trei­ber, ent­wi­ckelt sich der­weil lang­sam zum Gui­do Knopp des Kinos, der nach Hit­ler jetzt den zwei­ten deut­schen Dämon des 20. Jahr­hun­derts auf die Lein­wand bringt. Sein Sta­si-Film ist sicher schon in Vor­be­rei­tung.

Kategorien
Print Digital

Blame it on the Internet

Dass die „Süd­deut­sche Zei­tung“ ein eher gespal­te­nes Ver­hält­nis zum Inter­net hat, ist ja schon län­ger bekannt. Inso­fern über­rascht es wenig, dass vor­ges­tern ein Arti­kel erschien, der die­sen gan­zen Inter­net­kram und vor allem Goog­le mal wie­der als den Unter­gang von Abend­land, Welt­wirt­schaft und Qua­li­täts­jour­na­lis­mus beschrieb.

Schon die Dach­zei­le (die Über­schrift über der Über­schrift) macht klar, wer hier der Böse ist:

Google-News: Automatischer Absturz. Der Computer als Journalist: Google News meldete vergangene Woche den Konkurs einer amerikanischen Airline - obwohl die Nachricht sechs Jahre alt war. Die Folgen waren verheerend. Von Thomas Schuler

Durch eine Ver­ket­tung von meh­re­ren unglück­li­chen Umstän­den hat­te ein Suchskript in der ver­gan­ge­nen Woche einen sechs Jah­re alten, aber unda­tier­ten Arti­kel des „Chi­ca­go Tri­bu­ne“ über den Kon­kurs von United Air­lines im Archiv des „South Flo­ri­da Sun-Sen­ti­nel“ ent­deckt, für neu gehal­ten und ins Archiv von „Goog­le News“ ein­sor­tiert.

Das ist schon aus rein jour­na­lis­ti­schen Aspek­ten doof – Arti­kel ohne Datum soll­ten ein­fach nicht sein. Wenn es sich auch noch um eine Mel­dung aus dem Wirt­schafts­be­reich han­delt, wo tra­di­tio­nell unvor­stell­ba­re Geld­be­trä­ge ver­scho­ben wer­den auf­grund von Zuckun­gen im klei­nen Zeh irgend­wel­cher Vor­stands­vor­sit­zen­der und von den Schat­ten, die abge­nag­te Hüh­ner­kno­chen in einer Voll­mond­nacht wer­fen, kön­nen die Fol­gen ver­hee­rend sein: Der Bör­sen­kurs von United Air­lines brach zwi­schen­zeit­lich um 75% ein. Wir kön­nen uns also dar­auf eini­gen: Sowas soll­te nicht pas­sie­ren.

Erstaun­lich ist aber – neben der Tat­sa­che, dass unse­re Welt­wirt­schaft offen­bar von leicht­gläu­bi­gen Idio­ten abhän­gig ist – wie die „Süd­deut­sche Zei­tung“ über den Vor­gang berich­tet:

Denn je öfter die Betei­lig­ten – ein Finanz­dienst­leis­ter aus Miami und die Medi­en­un­ter­neh­men Tri­bu­ne, Bloom­berg und Goog­le – in den Tagen danach Unter­su­chun­gen ankün­dig­ten, sich in Details wider­spra­chen, gegen­sei­tig Schuld zuwie­sen und Ant­wor­ten auf die Fra­ge such­ten, wie es zu der Falsch­mel­dung kom­men konn­te, des­to deut­li­cher wur­de, dass dies kei­ne der übli­chen Dis­kus­sio­nen um gefälsch­te Mel­dun­gen oder mensch­li­ches Ver­sa­gen ist. Es gibt ein neu­es Pro­blem: Jour­na­lis­mus ohne Jour­na­lis­ten. Kann das gut gehen?

Ja, Jour­na­lis­mus ohne Jour­na­lis­ten. Ob das gut geht?

Bei der „Süd­deut­schen Zei­tung“ offen­bar bes­tens, denn nur weni­ge Absät­ze spä­ter erklärt Autor Tho­mas Schul­er, wie es genau zu den Fol­gen die­ses tech­ni­schen Feh­lers kam:

Den gan­zen Sonn­tag über sei die Geschich­te so oft abge­ru­fen wor­den, dass sie wei­ter unter „most view­ed“ gelis­tet blieb. Dort ent­deck­te sie ein Mit­ar­bei­ter einer Invest­ment­dienst­leis­ters, der am Mon­tag für den Finanz­dienst Bloom­berg einen News­let­ter über in Kon­kurs gegan­ge­ne Fir­men ver­fass­te. Dass United seit 2006 wie­der zah­lungs­fä­hig ist, stand natür­lich nicht in dem Bericht. Bloom­berg ver­brei­te­te den News­let­ter. So kam es zum Absturz der Aktie.

Da hat also irgend­ein Mensch, der für einen Finanz­dienst (laut „New York Times“ han­delt es sich um Inco­me Secu­ri­ty Advi­sors) News­let­ter ver­fas­sen soll, bei „Goog­le News“ ein biss­chen rum­ge­klickt, eine unda­tier­te Mel­dung gefun­den und sie ohne eine wei­te­re Sekun­de der Recher­che (ich mei­ne: wir reden hier über United Air­lines – wenn die plei­te wären, stün­de das sicher noch irgend­wo anders) in sei­nen News­let­ter auf­ge­nom­men. Das klingt für mich irgend­wie schwer nach mensch­li­chem Ver­sa­gen.

Und wenn stimmt, was die „Los Ange­les Times“ schreibt, hat der Mit­ar­bei­ter an jenem Tag zum ers­ten Mal den Inter­net­auf­tritt einer Zei­tung besucht:

The repor­ter […] thought it was fresh becau­se of the date and becau­se the Goog­le search found the sto­ry on a cur­rent Sun-Sen­ti­nel page, which included an item on Hur­ri­ca­ne Ike.

Das Pro­blem des Jour­na­lis­mus liegt also eine Eta­ge höher: Wo kom­men wir hin, wenn wir den gan­zen Agen­tu­ren und „Goog­le News“ nicht mehr blind ver­trau­en kön­nen? Wenn wir jede bun­te Mel­dung, mit der wir unse­re Zei­tun­gen und Web­sei­ten fül­len, noch mal über­prü­fen oder wenigs­tens auf Plau­si­bi­li­tät über­prü­fen müs­sen? Oder völ­lig über­ra­schen­de Mel­dun­gen über den Kon­kurs einer der welt­größ­ten Flug­li­ni­en?

Kategorien
Print Digital

Kai Diekmann aß neben mir einen Hotdog

Wäh­rend Tau­sen­de auf der OMD auf IHN war­te­ten, traf ich, der BILD­blog-Autor, Kai Diek­mann ALLEIN – neben einer Wand aus Äpfeln!

Kai Diekmann

10.37 Uhr. Ich ste­he inmit­ten von Hun­der­ten Mes­se­be­su­chern am Ein­lass der Online-Mar­ke­ting-Düs­sel­dorf. „Das dau­ert ein biss­chen“, sagt ein wich­tig aus­se­hen­der Typ im Anzug (mit Knopf im Ohr). Oh nein! Ich will doch zu den „Scree­nings“, wo ER auf dem Podi­um sitzt.

11.11 Uhr. Ich bin drin. ER ist es wirk­lich! ER sitzt auf dem Podi­um und erzählt, dass Bild.de zukünf­tig mehr Bewegt­bild anbie­ten will. Zu die­sem Zweck sol­len beson­ders preis­güns­ti­ge Video­ka­me­ras ange­bo­ten wer­den, um mehr „user gene­ra­ted con­tent“ zu ermög­li­chen.

11.20 Uhr. Jetzt steht ER weni­ge Meter neben mir. ER (1,80 m) ist viel grö­ßer, als ich ihn mir vor­ge­stellt habe. ER trägt ein schwar­zes Cordsak­ko – genau wie ich!

11.29 Uhr. Ich gehe IHM und sei­nem Assis­ten­ten seit eini­gen Minu­ten hin­ter­her und hal­te mit mei­ner Video­ka­me­ra drauf.
Plötz­lich lächelt ER und winkt direkt in die Lin­se. Was für ein höf­li­cher Mann!

11.32 Uhr. ER erreicht den Stand des Axel-Sprin­ger-Ver­lags. Die Leu­te um ihn her­um begrü­ßen IHN freund­lich und unter­hal­ten sich mit ihm.

11.38 Uhr. Eine jun­ge Frau bie­tet IHM Hot­dogs an. ER greift beherzt zu und schafft es bei­na­he, die Wurst im Bröt­chen wür­de­voll zu ver­spei­sen. ER ist so wich­tig, dass er nicht mal genug Zeit zum Essen hat – stän­dig muss er mit vol­lem Mund wei­ter­spre­chen. Ich neh­me alles auf Video auf.

11.56 Uhr. ER geht wei­ter. Die meis­ten Besu­cher der Mar­ke­ting-Mes­se erken­nen ihn gar nicht oder gehen ein­fach wei­ter. Doch ich ken­ne IHN und fol­ge ihm auf Schritt und Tritt.

12.00 Uhr. ER schaut mich an, dann kommt er auf mich zu. Sein Hän­de­druck ist männ­lich-fest, aber sei­ne Hän­de sind ange­nehm weich.
„Wenn ich irgend­was für Sie tun kann, müs­sen Sie Bescheid sagen“, sagt ER zu MIR. Ich fra­ge ihn, was er von der Kri­tik des Deut­schen Jour­na­lis­ten­ver­bands an sei­nen Leser­re­por­ter-Plä­nen sagt. Er ant­wor­tet aus­führ­lich und aus­ge­spro­chen höf­lich.

12.04 Uhr. ER muss wei­ter. Zum Abschied gibt er mir noch ein­mal die Hand und sagt: „Es ist mir ein Ver­gnü­gen“.
Dann geht er wei­ter und ich den­ke: WAS FÜR EIN MANN!

Was ich eigent­lich sagen woll­te: mein Video­in­ter­view mit Kai Diek­mann fin­den Sie jetzt drü­ben im BILD­blog.

Kategorien
Print Digital

The Playboy Mention

Mal was ganz ande­res: Wel­chen Nach­rich­ten­wert hat es eigent­lich, wenn sich eine leid­lich bekann­te Blon­di­ne für ein Her­ren­ma­ga­zin aus­zieht und ein biss­chen über sich plau­dert?

Schöne Referendarin aus ARD-Hit "Die Stein": Ivonne Schönherr entblättert sich
(„RP Online“)

 Sexy Schauspielerin: Ivonne mag es verführerisch
(Express.de)

TV-Star Ivonne Schönherr im Playboy: "Beim Sex brauche ich Gefühl"
(Bild.de)

Bildergalerie: Ivonne Schönherr - Die Schauspielerin zieht sich für den Playboy aus
(welt.de)

"Eigentlich bin ich total schüchtern" MÜNCHEN – Ivonne Schönherr lässt die Hüllen fallen. Die Schauspielerin mit dem Schlafzimmerblick räkelt sich für den Playboy.
(blick.ch)

Im Oktober: TV-Star Ivonne Schönherr als sexy Playboy-Girl
(oe24.at)

Sexy Referendarin: "Die Stein"-Star Ivonne Schönherr im Playboy Oktober 2008
(de.msn.com)

Ivonne Schönherr im Playboy
(freenet.de)

Gute Grün­de, über das The­ma zu berich­ten, hat auch Bunte.de – immer­hin erscheint der „Play­boy“ im glei­chen Ver­lag:

Ivonne Schönherr stand nicht so auf Mathe & Physik

Eben­falls zu Hubert Bur­da Media gehört „Focus Online“. Auf deren Sei­te gibt es gleich meh­re­re Links zu playboy.de: ein­mal als Anzei­ge …

Anzeige: Playboy - Alles, was Männern Spaß macht. Special - Das Playmate des Monates. Playboy-Abo - Jetzt ein Geschenk sichern.

… und ein­mal als „Surf­tipp im Web“:

Surftipp im Web: Mehr schöne Frauen: Hier geht es zum Playboy

Die Fra­gen, wo die Unter­schie­de zwi­schen den bei­den Links lägen und ob das kei­ne unzu­läs­si­ge Ver­men­gung von Wer­bung und redak­tio­nel­lem Inhalt sei, konn­te man mir bei „Focus Online“ auf die Schnel­le nicht beant­wor­ten.

Auf die Spit­ze getrie­ben wird die Cross­pro­mo­ti­on inner­halb des Unter­neh­mens aller­dings von die­sem Arti­kel bei cinema.de, den ich hier der Ein­fach­heit hal­ber mal in vol­ler Län­ge, sowie inklu­si­ve aller Links und Bil­der wie­der­ge­ben möch­te:

Playboy: Ein Model in der Sauna. Die Schwäbin Alena Gerber arbeitet als Model in München. Abgelichtet wurde sie als Wiesn-Playmate im Wellness-Bereich eines Hotels in Südtirol. Die 19-Jährige wurde vor Jahren beim Einkaufen von einem Model-Scout angesprochen - wohl nicht zuletzt wegen ihrer Traummaße von 91-60-89. Sie mag schnelle Autos und Sushi und verreist gerne mit dem Motorrad. Mehr über das Playmate erfahren Sie hier. Auf dem Titel ist die Schauspielerin Ivonne Schönherr zu sehen.

Kategorien
Print

Give Facts A Chance

Ich weiß nicht, war­um sich Jour­na­lis­ten die­ser Tage so auf­fal­lend schwer damit tun, sich kor­rekt dar­an zu erin­nern, wann und wo John Len­non erschos­sen wur­de (8. Dezem­ber 1980 vor dem Dako­ta Buil­ding in Man­hat­tan, steht auch in der Wiki­pe­dia).

Ich weiß nur, dass es so ist:

1980 war bekanntlich John Lennon in New York vor dem Chelsea Hotel von David Chapman erschossen worden.
(„Frank­fur­ter All­ge­mei­ne Sonn­tags­zei­tung“, 7. Sep­tem­ber 2008)

John Lennon ist schon seit 26 Jahren tot, aber die Friedensmission der beiden lebt im Werk Yoko Onos weiter.
(„Welt am Sonn­tag“, 7. Sep­tem­ber 2008)

Nach dem Attentat auf John von 1969 fotografiert sie seine blutbespritzte Brille und macht draus ein Platten-Cover.
(„Bild“, 11. Sep­tem­ber 2008)

Mit Dank u.a. an BILD­blog-Hin­weis­ge­ber Wil­helm E.

Kategorien
Musik Print Digital

Tower Records

Preis­fra­ge: Was ist das?

a) Ein Plat­ten­co­ver von Wil­co.
b) Ein Foto der Mari­na City in Chi­ca­go, IL.
c) Ein Teil einer Bil­der­ga­le­rie bei „RP Online“.
d) Irgend­was mit Elf­ter Sep­tem­ber.

Sie brau­chen gar nicht lan­ge zu grü­beln oder jeman­den anru­fen: Alle vier Ant­wor­ten sind rich­tig.

Aus gege­be­nem kalen­da­ri­schen Anlass haben sich „Rhei­ni­sche Post“ und „RP Online“ des The­mas „Pop­mu­sik seit dem 11. Sep­tem­ber“ ange­nom­men. Autor Sebas­ti­an Peters beginnt bei Enyas Kata­stro­phen­be­gleit­mu­sik „Only Time“, erwähnt Songs („Let’s Roll“ von Neil Young) und Alben („The Rising“ von Bruce Springsteen), die unter den Ein­drü­cken der Ter­ror­an­schlä­ge ent­stan­den sind, und führt dann aus, dass der Pop poli­ti­scher gewor­den sei:

Die lin­ke Pop­kul­tur von Radio­head bis zu den Dixie Chicks wie­der­um hol­te zum Rund­um­schlag gegen Prä­si­dent Bush aus. Und neu­er­dings üben sich Stars von Kid Rock bis Madon­na im Plä­doy­er für Oba­ma und gegen die Repu­bli­ka­ner. Ohne Zwei­fel ist Pop­mu­sik in Ame­ri­ka nach dem 11. Sep­tem­ber poli­ti­scher gewor­den.

Nun pas­sen Radio­head und „Pop­mu­sik in Ame­ri­ka“ nicht unbe­dingt sooo gut zusam­men – noch weni­ger ver­ständ­lich ist aller­dings, wann sich Kid Rock „für Oba­ma“ aus­ge­spro­chen haben soll. Das letz­te, was der Proll­ro­cker zum The­ma Poli­tik gesagt hat, war eigent­lich die Auf­for­de­rung, dass Pro­mi­nen­te im Bezug auf Wahl­emp­feh­lun­gen die Klap­pe hal­ten soll­ten.

Peters schreibt über Pop, der „seit dem 11. Sep­tem­ber auch in Deutsch­land wie­der poli­tisch aufgeladen„sei, und belegt das wie folgt:

Auch die Sport­freun­de Stil­ler sind Stell­ver­tre­ter die­ser x‑ten „Neu­en Deut­schen Wel­le“. Ihr Lied „54, 74, 90, 2006“ sagt laut Ja zur Hei­mat, Sol­che Posi­tio­nen waren zuvor exklu­siv dem Schla­ger vor­be­hal­ten, plötz­lich lan­den sie in der Pop-Mit­te.

Jene Sport­freun­de Stil­ler, die im Jahr 2000 eine Sin­gle namens „Hei­mat­lied“ ver­öf­fent­licht haben?

Noch merk­wür­di­ger als der Text ist aber – immer­hin reden wir hier von „RP Online“ – die dazu­ge­hö­ri­ge Bil­der­ga­le­rie, in der acht Plat­ten­co­ver abge­bil­det und not­dürf­tig mit Titel und Inter­pret ver­se­hen sind (und das manch­mal auch noch feh­ler­haft).

Dort fin­det man:

  • den Sam­pler „Ame­ri­ca: A Tri­bu­te To Heroes“
  • Bruce Springsteens „The Rising“
  • „Are You Pas­sio­na­te?“ von Neil Young
  • „Riot Act“ von Pearl Jam (ver­mut­lich wegen des Songs „Bu$hleaguer“)
  • „Gold“ von Ryan Adams (ver­mut­lich, weil das Video zur Sin­gle „New York, New York“ am 7. Sep­tem­ber 2001 gedreht wur­de und das noch intak­te World Trade Cen­ter zeigt)
  • den Sam­pler „Love Songs From New York“ (kei­ne Ahnung, was das sein soll, Goog­le kennt’s nicht)
  • „Kid A“ von Radio­head
  • das oben gezeig­te „Yan­kee Hotel Fox­t­rot“ von Wil­co.

Zu mög­li­chen Par­al­le­len von „Kid A“ und den Ereig­nis­sen vom 11. Sep­tem­ber gibt es eine recht span­nen­de Abhand­lung von Chuck Klos­ter­man in sei­nem Buch „Kil­ling Yours­elf To Live“, aber das wird kaum der Grund sein, wes­halb die­ses, im Okto­ber 2000 erschie­ne­ne Album in der Bil­der­ga­le­rie auf­taucht. Immer­hin wer­den Radio­head ja im Text erwähnt, ganz anders als Wil­co.

Für deren Auf­tau­chen suche ich noch nach der rich­ti­gen Erklä­rung:

a) Weil „Yan­kee Hotel Fox­t­rot“ ursprüng­lich am 11. Sep­tem­ber 2001 ver­öf­fent­licht wer­den soll­te, was sich wegen eines Label­wech­sels aber bis April 2002 ver­zö­ger­te.
b) Weil sich auf dem Album ein Song namens „Ashes Of Ame­ri­can Flags“ befin­det, der sich aber (s. das geplan­te Ver­öf­fent­li­chungs­da­tum) nicht auf den 11. Sep­tem­ber bezieht.
c) Weil das Cover die Zwil­lings­tür­me eines Hoch­hau­ses zeigt, das – im Gegen­satz zum World Trade Cen­ter – auch heu­te noch steht.
d) Wie­so Erklä­rung? Da steht’s doch: „RP Online“.

Kategorien
Digital

Licensed To Il

Nur weni­ge Tage, nach­dem sich jeder Feld‑, Wald- und Wie­sen­jour­na­list mal an Wort­spie­len der Mar­ke „Beck ist weg“, „Mün­te vor dem Come-Beck“, „Beck to the roots“ oder „Dolch­stoß mit dem Beck-Mes­ser“ ver­su­chen durf­te, schlägt schon wie­der die gro­ße Stun­de der Über­schrif­ten-mit-Namens­wit­zen-Tex­ter:

Nordkorea: Is Kim Jong ill?

[via Null­sum­men­spiel]

Kategorien
Print Digital

Lokalredaktionsrunde

Sven Gös­mann, Chef­re­dak­teur der „Rhei­ni­schen Post“, erklärt im Inter­view mit dem Düs­sel­dorf Blog, war­um sei­ne Zei­tung gera­de neue Lokal­re­dak­tio­nen auf­ge­macht hat (was sonst eher sel­ten pas­siert), und erklärt ganz neben­bei das Erfolgs­ge­heim­nis des „mit Abstand erfolg­reichs­ten natio­na­len Online­por­tals einer deut­schen Regio­nal­zei­tung“ (gemeint ist „RP Online“):

Nur BILD, Süd­deut­sche und FAZ lie­gen mit ihren Online-Auf­trit­ten vor rp-online. Wie wol­len Sie sich online behaup­ten bzw. Ihre Posi­ti­on noch ver­bes­sern und die Zahl der Page Impres­si­ons (PI’s) von der­zeit 51 Mio. monat­lich stei­gern?

Sven Gös­mann: Durch gute Inhal­te, eine kon­ti­nu­ier­li­che tech­ni­sche und jour­na­lis­ti­sche Ent­wick­lung, eine intel­li­gen­te Bewer­bung des Auf­tritts in der Zei­tung (wie auf den neu­en Lokal­sei­ten). Online ist kein Kon­kur­rent der Zei­tung, son­dern bei­de Kanä­le ergän­zen sich.

In wel­che Rich­tung die kon­ti­nu­ier­li­che Ent­wick­lung gehen soll, hat er frei­lich nicht gesagt.

[via Medi­en­le­se]

Kategorien
Digital

The news of FHM

Wel­chen Nach­rich­ten­wert hat es eigent­lich, wenn sich leid­lich bekann­te Blon­di­nen für ein Her­ren­ma­ga­zin aus­zie­hen und die­ses Maga­zin dazu eine kur­ze Pres­se­mit­tei­lung raus­haut?

Wie’s scheint einen ziem­lich hohen:

Aufnahmen für ein Männermagazin: Sarah Connor in erotischen Posen
(„RP Online“)


Sarah Connor: "Ich liebe meine Brüste"
(„Focus Online“)

Popsängerin Sarah Connor: "Ich liebe meine Brüste und meinen Körper"
(Bild.de)


Hier Beginnt der Inhalt: Die schüchterne "Anna" - ganz sexy in der FHM
(„tz online“)

Sexy Foto:
Jeanette Biedermann gar nicht bieder, Mann
(express.de)

Jeanette Biedermann - Sexy vs Schüchtern!
(viva.tv)

Prominente:
Jeanette Biedermann zeigt, dass sie nicht schüchtern ist
(„Der Wes­ten“)

Fotoshooting: Jeanette Biedermann zeigt sich gar nicht bieder
(„Ber­li­ner Mor­gen­post“)

Die schöne Jeanette Biedermann: Warum muss diese Frau nach der Liebe suchen?
(„RP Online“)

Sie findet ihren Körper schön: Jeanette Biedermann räkelt sich in Dessous
(„RP Online“)

Jasmin Schornberg: So schön kann Kanufahren sein
(„RP Online“)

PS: Und für die Bie­der­mann-Namens­wit­ze gehört Ihr gehau­en!

Kategorien
Rundfunk Politik

„Outrageous double standards“

Falls Sie eine lus­ti­ge Fern­seh­sen­dung über Poli­ti­ker oder Medi­en machen wol­len: Sie müs­sen sich gar kei­ne Fri­su­ren­wit­ze aus­den­ken oder tau­send Mal irgend­ein alber­nes Video abspie­len. Es reicht völ­lig, wenn Sie ein gut sor­tier­tes Archiv haben:

Hier kli­cken, um den Inhalt von www.comedycentral.com anzu­zei­gen.

[Direkt­link]

Die Fra­ge ist nur, ob das am Ende eigent­lich noch zum Lachen ist.

Und wenn Sie jetzt sagen: „Ja, so sind­se halt, die Amis, aber so beklopp­te Leu­te haben wir hier ja nicht“, dann sage ich: „Na ja. So sicher wäre ich mir da nicht …“

Kategorien
Digital Fernsehen

Trau, schau wem

Mit man­chen Geschich­ten ist es wie mit alten Pull­overn: Man zieht an einem losen Faden und am Ende hat man das gan­ze Teil auf­ge­rib­belt.

Am Diens­tag wur­de David Har­nasch das sel­te­ne Glück zuteil, als Blog­ger wohl­wol­lend von „Spie­gel Online“ por­trä­tiert wor­den zu sein. Er betreibt seit ver­gan­ge­nem Novem­ber das Blog „Bild­schirm­ar­bei­ter“, in dem er das aktu­el­le TV-Pro­gramm kri­ti­siert und par­odiert. Mir war das Blog bis vor weni­gen Stun­den gänz­lich unbe­kannt, sei­ne tech­no­ra­ti aut­ho­ri­ty (die frei­lich nichts über die Qua­li­tät aus­sagt) lag vor dem SpOn-Arti­kel bei 42.

Har­nasch nimmt sich span­nen­den The­men an, wie in sei­nem aktu­ells­ten Bei­trag vom 6. August. Was „Fron­tal 21“ da gemacht hat, ist wirk­lich min­des­tens sehr merk­wür­dig, Har­naschs Bei­trag fin­de ich per­sön­lich aber weder span­nend noch lus­tig (falls die Ver­klei­dung lus­tig sein soll­te), sein anfäng­li­ches ÖR-Bas­hing nur pein­lich. Aber das ist letzt­lich Geschmacks­sa­che – vie­le Leu­te wer­den ja auch unse­re Vide­os nicht lus­tig fin­den.

Jan-Phil­ipp Hein, der das gro­ße „Bildschirmarbeiter“-Porträt geschrie­ben hat, folgt dar­in einer Prä­mis­se, die er in der Ein­lei­tung vor­stellt:

Fern­se­hen spielt online fast kei­ne Rol­le. Weni­ge Blog­ger arbei­ten sich am ehe­ma­li­gen Leit­me­di­um ab – einer aber mit viel Witz und exzes­si­vem Auf­wand. Ansons­ten gilt TV online viel­leicht ein­fach nicht mehr als kri­tik­wür­dig.

Ich sehe das anders. Da wäre ja zum Bei­spiel der „Fall Bank­ho­fer“, in dem sich der WDR wegen des „Anscheins auf Schleich­wer­bung“ von dem sym­pa­thi­schen „Gesund­heits­exper­ten“ trenn­te, nach­dem zwei Blogs die Geschich­te ange­sto­ßen hat­ten.

Zuge­ge­ben: neben dem Fern­seh­le­xi­kon, Ste­fan Nig­ge­mei­er (bei dem man aber auch ganz froh ist, wenn er nicht jedes Mal genannt wird, wenn der Begriff „Blog­ger“ fällt), medienpiraten.tv und dem Wort­vo­gel, der sich des The­mas immer mal wie­der von der Macher-Sei­te annimmt, fal­len mir auch nicht mehr soooo vie­le Fern­seh-Blogs ein. „Fast kei­ne Rol­le“ sieht für mich aber trotz­dem anders aus.

In der „Spie­gel­Kri­tik“ stol­per­te ich dann über die­sen Ein­trag zu Heins Arti­kel, den ich auch in mei­nen aktu­el­len „Klick­be­fehl“ auf­nahm: Timo Rieg schrieb da, Hein und Har­nasch sei­en ein­an­der durch die „Ach­se des Guten“ ver­bun­den – Har­nasch ist Autor jenes „publi­zis­ti­schen Netz­werks“, das sich ger­ne mit dem Unter­gang des Abend­lan­des und dem angeb­li­chen „Kli­ma­schwin­del“ befasst, und für das Hein schon drei­mal als Gast­au­tor gear­bei­tet habe. Außer­dem betrie­ben sie gemein­sam das „Netz­werk Gegen­re­cher­che“, schreibt Rieg.

Gefäl­lig­keits­jour­na­lis­mus unter alten Kum­pels bei „Spie­gel Online“? Ein ziem­li­ches Ding, wenn dem so wäre.

Allein: So wie’s aus­sieht, ist dem nicht so. Jan-Phil­ipp Hein erklär­te mir gegen­über, dass er David Har­nasch „vor zwei, drei Wochen“ erst­ma­lig kon­tak­tiert habe – um eben genau jenes Por­trät über ihn für „Spie­gel Online“ zu schrei­ben. Über die „Ach­se des Guten“ hät­ten die bei­den bis­her kei­ner­lei Kon­takt gehabt und was dort an Gast­bei­trä­gen von Hein ver­öf­fent­licht wur­de, sei­en alle jeweils Zweit­ver­wer­tun­gen aus ande­ren Medi­en gewe­sen.

Über „Bild­schirm­ar­bei­ter“ habe er geschrie­ben, weil er das Blog „ori­gi­nell“ fin­de, sagt Hein, und mit dem „Netz­werk Gegen­re­cher­che“ habe der Kol­le­ge Har­nasch nur inso­fern zu tun, als der ein­mal dar­auf ver­linkt habe.

Und – hier kom­men wir auf den Pull­over-Satz vom Anfang zurück, der Sie dort sicher­lich ziem­lich ver­wirrt hat – statt über mög­li­che Mau­sche­lei­en bei „Spie­gel Online“ zu schrei­ben, saß ich plötz­lich an einem Arti­kel, der sich mit der haar­sträu­ben­den Recher­che (bzw. Nicht-Recher­che) bei „Spie­gel­Kri­tik“ aus­ein­an­der­set­zen muss. Jan-Phil­ipp Hein nann­te den dor­ti­gen Arti­kel, in dem sich Timo Rieg auch noch als Mit­glied des „Netz­werks Recher­che“ zu erken­nen gibt, „bedenk­lich“ und „unmög­lich“ und auch bei „Spie­gel Online“ war man dar­über alles ande­re als glück­lich.

Timo Rieg erklär­te mir auf Nach­fra­ge, er wol­le sei­nen Arti­kel in der „Spie­gel­Kri­tik“ als „Rezen­si­on einer Rezen­si­on“ ver­stan­den wis­sen.

PS: Was man aber wohl ruhi­gen Gewis­sens als kon­tra­pro­duk­tiv bewer­ten kann, ist die Tat­sa­che, dass David Har­nasch weni­ge Tage vor der Ver­öf­fent­li­chung sei­nes Por­träts bei „Spie­gel Online“ einen Blog-Ein­trag mit fol­gen­den Wor­ten begann:

Auch wenn ich momen­tan guten Grun­des wegen nicht über SPON läs­tern soll­te, […]

Kategorien
Fernsehen Digital

Klickbefehl (14)

Da mögen Fans noch so sehr dar­auf schwö­ren, die „Lin­den­stra­ße“ sei heu­te ja eine gan­ze ande­re als vor 20 Jah­ren. Humor­voll, selbst­iro­nisch und der­glei­chen. In Wahr­heit ist die Klein­bür­ger-Soap immer noch ein Pan­op­ti­kum der Pie­fig­keit. Wie fast alle Soaps sind ihre Kulis­sen voll­ge­stellt mit unin­spi­rier­ten Cha­rak­te­ren und zuge­schüt­tet mit grau­en­haf­ten Dia­log­zei­len der Sor­te: „Ah, mei­ne Umwelt­pla­ket­te, end­lich!“

Mar­kus Brauck rech­net im „Spie­gel“ mit der „Lin­den­stra­ße“ ab. Dazu gibt es eine Bil­der­ga­le­rie, die dem Wort „Grau­stu­fen“ eine ganz neue Bedeu­tung zukom­men lässt. (Bit­te mar­kie­ren Sie sich die­sen Tag im Kalen­der: ich emp­feh­le eine Bil­der­ga­le­rie bei „Spie­gel Online“!)

* * *

Das ist die wohl unge­wöhn­lichs­te Mel­dung des Tages: Die ARD kauft RTL die Serie „Die Anwäl­te“ ab – also die Serie, die RTL Anfang des Jah­res nach nur einer Fol­ge, die mit 10,8 Pro­zent Markt­an­teil die Erwar­tun­gen nicht erfül­len konn­te. aus dem Pro­gramm genom­men hat. Fort­an dien­te die Serie als Mus­ter­bei­spiel für feh­len­des Ver­trau­en der Sen­der in die eige­nen Pro­duk­tio­nen.

DWDL.de berich­tet über das über­ra­schen­de Come­back einer Serie, die (also deren ers­te Fol­ge) ich eigent­lich ganz gut fand und deren Abset­zung mein Ver­hält­nis zu RTL nach­hal­tig gestört hat.

* * *

Ein­fa­cher wäre zu sagen: Ich mag ihn. Ich freue mich, dass ich neben dem Mit­glied der „Ach­se des Guten“ auch schon drei Mal dort als Gast­au­tor auf­tre­ten durf­te und dass wir nun gemein­sam ein Netz­werk Gegen­re­cher­che star­ten.

Timo Rieg erläu­tert in der „Spie­gel­kri­tik“ die Hin­ter­grün­de zu einem sehr, sehr merk­wür­di­gen „Spie­gel Online“-Artikel über einen der angeb­lich ganz weni­gen deut­schen TV-Blog­ger.

War­um die­se Geschich­te nur mit äußers­ter Vor­sicht zu genie­ßen ist (wenn über­haupt), erzäh­le ich Ihnen spä­ter steht hier.

* * *

Einen Vor­schlag zur Güte hat­te Bro­der abge­lehnt. Er wer­de sich kei­nen „Maul­korb“ ver­pas­sen las­sen, „weil sonst Anti­se­mi­ten ent­schei­den dürf­ten, was Anti­se­mi­tis­mus ist“. Nun befan­den die Rich­ter, Bro­ders Vor­wurf habe die Gren­ze zur Schmäh­kri­tik über­schrit­ten, weil „im kon­kre­ten Kon­text der Äuße­rung die Dif­fa­mie­rung der Klä­ge­rin, nicht die Aus­ein­an­der­set­zung in der Sache im Vor­der­grund“ gestan­den hät­te.

Hen­ryk M. Bro­der stand mal wie­der vor Gericht und die „taz“ ver­sucht zu erklä­ren, was los war.

Patrick Bah­ners hat­te vor eini­gen Wochen in der „Frank­fur­ter All­ge­mei­nen Zei­tung“ eben­falls über den Pro­zess geschrie­ben und Bro­ders Lebens­werk damals beein­dru­ckend zusam­men­ge­fasst:

Sei­ne preis­ge­krön­te publi­zis­ti­sche Stra­te­gie der ver­ba­len Aggres­si­on nutzt den Spiel­raum der Mei­nungs­frei­heit, um ihn ein­zu­schrän­ken: Kri­ti­ker Isra­els sol­len ein­ge­schüch­tert wer­den.

* * *

Wei­te­re Link­tipps kön­nen Sie übri­gens seit Neu­es­tem dem deli­cious-Account von Cof­fee And TV ent­neh­men. Und falls ich end­lich raus­krie­ge, wie ich den dazu­ge­hö­ri­gen Feed hier in die Side­bar ein­ge­baut krie­ge, wird das alles viel prak­ti­scher und über­sicht­li­cher.