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Gesellschaft Digital

“Sie übergibt sich!”

Natürlich kann man es bescheuert finden, dass Onlinemedien wie “Spiegel Online” oder n-tv.de gestern die Push-Funktion ihrer Smartphone-Apps benutzten, um ihre Leser darüber zu informieren, dass der Herzog und die Herzogin vom Cambridge (auch bekannt als “Prince William und Herzogin Kate”) Nachwuchs erwarten. Aber, mein Gott: Die Eurokrise scheint nie enden zu wollen, im Nahen Osten hat sich die Lage gerade erst wieder ein bisschen beruhigt und in zweieinhalb Wochen geht die Welt unter — da kann die Nachricht von der nahenden Geburt eines Menschen, noch dazu in der Adventszeit, doch für einen Moment mal ein wärmendes Licht in die kalte Dunkelheit werfen.

Der Wahnsinn ist ohnehin woanders zuhause. Nicht bei der “Sun”, die mit “Kate Expectations” einen Überschriften-Volltreffer landete, nicht in “Bild”, wo Alexander von Schönburg über Zeugungsort und -zeitpunkt spekulierte, vermutlich nicht einmal im Sat.1-Frühstücksfernsehen, obwohl ich das aus panischer Angst vor Sibylle Weischenberg gar nicht erst eingeschaltet habe.

Es dürfte in jedem Fall schwer werden, den Artikel zu über…, unter… Es dürfte schwer werden, irgendetwas zu finden, was mit dem Artikel von Helmut-Maria Glogger auf “Focus Online” vergleichbar wäre. Und da möchte ich Trips auf synthetischen Drogen durchaus mit einrechnen.

Schon der erste Absatz ist Poesie:

“Die Welt interessiert sich nur für meinen Bauch”, lächelt Catherine, Duchesse of Cambridge, Ehefrau von Prinz William. Und verweigert bei ihrem Besuch bei der Unicef in Kopenhagen die gereichte Erdnusspaste – worauf ihr Sprecher verkündet: “Die Herzogin ist nicht allergisch auf Erdnüsse.”

Auf diesen Zwischenfall, der medial durchaus großzügig ventiliert wurde, wird der Text im Folgenden nicht mehr eingehen. Schade, hatte die Herzogin (oder “Duchess”, wenn’s schon Englisch sein soll) ihrem Mann laut Berichten doch einen “wissenden Blick” zugeworfen und hatten Ärzte und Gesundheitsexperten schwangere Frauen doch schon “lange gedrängt”, sich von Erdnüssen und ihren Nebenprodukten fern zu halten, “um Allergien zu vermeiden”. Allerdings ist die Episode inzwischen auch schon 13 Monate her, sie steht also – nach allem was wir über die menschliche Schwangerschaft wissen – in keinem direkten Zusammenhang zur gestrigen Bekanntmachung.

Einen ganzen Absatz verwendet Glogger darauf, vorgeblich kenntnisreich zu beschreiben, wo sich Herzogin Kate nicht übergibt: Nicht im Cottage auf der “kargen Insel Anglesey vor der Küste von Wales”, nicht im “Nottingham Cottage”, “dem als ‘Nott Cott’ bekannten Gartengebäude beim Kensington Palace” mit diversen Räumen, die Glogger natürlich aufzählt — nicht ohne zu erwähnen, dass Williams Mutter Diana “bis zu ihrem Tod” im Haupthaus (also, welch Zufall, auch nicht im Cottage!) leben durfte. Und zwar “in den Apartments 8 und 9”!

Dann klärt Glogger endlich auf, wo sich die Herzogin denn stattdessen übergebe — und seine Detailbesessenheit nimmt Ausmaße an, die man sonst nur aus den Landschaftsbeschreibungen von Mittelerde kennt:

Catherine liegt seit Montag mit “sehr heftiger Übelkeit” im privaten “King Edward VII’s Hospital” an der Londoner Beaumont Street. Das unter der Telefon-Nummer +44 (0) 20 7486 4411 erreichbar ist – ein Durchstellen zu den Gynäkologen Dr. Alfred Cutner, Dr. Arvind Vashist oder Dr. Jonathan Dowler ist allerdings leider nicht möglich.

Man hätte hier erwähnen können, dass es ja auch bei “Dr. House” mal einen Dr. Kutner gegeben habe, der allerdings nicht mit “C” geschrieben wurde, mit Vornamen Lawrence und nicht Alfred hieß und auch nicht Gynäkologe, sondern Diagnosespezialist war, aber Glogger entscheidet sich gegen die an dieser Stelle schon nicht mehr völlig abwegig erscheinende Abzweigung und fährt fort:

Dass das Hospital, in dem die “leicht” schwangere Catherine aufgepäppelt wird, ausgerechnet den Namen des britischen “Bordellkönigs” Edward VII. trägt? Ein gutes Omen? Gute Frage!

Sich selbst zur eigenen rhetorischen Frage zu beglückwünschen, ist doch sicher eine außergewöhnliche stilistische Spielerei, oder? Ich bin froh, dass ich das anspreche!

Glogger ist auch froh, dass er das Thema so elegant auf Edward VII. hat bringen können, denn wie die Autorenzeile erklärt, erscheint 2013 sein Buch “Der Bordellkönig: Edward VII.” und deswegen dürfen Sie einmal raten, worüber er in den nächsten Absätzen referiert (kleiner Tipp: eine “kupferrote Badewanne” und ein “‘Liebesstuhl’ für die Ménage-à-trois” kommen auch drin vor).

“Cloud Atlas”-gleich verwebt Glogger nun die verschiedenen Epochen miteinander:

Am Totenbett des Monarchen stand Alice Keppel. Genau: die Urgroßmutter von Camilla. Die der Ehefrau des heutigen Thronfolger Charles folgenden Satz vererbte: “Erst der Hofknicks – dann ab ins Bett!”

Herzogin Kate, Verzeihung: Catherine sei anders, fährt Glogger fort:

Catherine ist anders, kein Prince-Groupie, mit ihren 30 Jahren eine Frau, die selbst als allein erziehende Mutter ihren Weg gehen kann! Catherine hat einen Master of Arts, hat Aussicht auf ein Drittel der Millionen abwerfenden Scherzartikel-Firma ihrer Mutter, die von Festgeschirr, Ballonen, Deko-Schlangen bis Kleidung und Kuchen alles anbietet.

Mit “Prince-Groupie” bezieht sich Glogger natürlich nicht auf den Popstar der 1980er Jahre, mit “Scherzartikel” mutmaßlich auch nicht auf seinen eigenen Text, den er auf Seite 2 mit Begriffen wie “virgo intacta” (“Jungfrau”) und “pied-à-terre” (“800 000 Pfund”, sonst nicht näher erklärt) würzt.

Und mit weiterem Detailwissen:

Eine Schwangerschaft, die in Bucklebury von Briefträger Ryan Naylor ebenfalls wie von Dorfmetzger Martin Fidler, auf den Bänken und Stühlen in Johns Pub in Bucklebury heute, morgen und übermorgen garantiert kräftig begossen wird.

Sollte Glogger für diese Namensnennungen extra nach Bucklebury gefahren sein, so wäre dies zumindest nicht nötig gewesen. Aber vielleicht hat er dort die Glaskugel gefunden, in die er nun schaut:

Kates jüngere Schwester Pippa wird den neuen Status ihrer Schwester nutzen – um vielleicht doch noch einen reichen Erben zu freien. Catherines Bruder James wird künftig – selbst stockbesoffen – auf das Tragen von Frauenkleidern verzichten.

Gloggers Zukunftsvisionen sind erstaunlich klar, nur erklären sie an dieser Stelle auch nichts mehr.

Er ist nämlich inzwischen dazu übergegangen, zu erklären, dass mit Catherine “wieder eine ‘normale’ Schwangere ins Leben der Windsors” komme. Und das sei ja nicht immer so gewesen, denn “schwanger zu werden von einem Windsor war selbst für angetraute Damen nicht einfach”. (Die Formulierung “selbst für angetraute Damen” ergibt angesichts der Tatsache, dass Glogger vorher noch groß über die Entsorgung von “Bastards” doziert hatte, auch nicht wirklich Sinn, aber: hey!)

Glogger referiert also, dass Queen Mum und ihr Mann “auf den Rat ihres Arztes Dr. Lane Phillips” eingewilligt habe, es mit künstlicher Befruchtung zu versuchen, was zum “Ergebnis”, Königin Elizabeth II, geführt habe.

Dann wird es vollends speziell:

Erinnern wir uns an den Abend des 6. Februar 1981.

Oookay …

Der königliche Gynäkologe berichtet Königin Elisabeth II., dass Lady Diana Spencer zwar noch “virgo intacta” ist, aber keine Kaiserin Soraya ist – also sehr wohl fähig zu einer Schwangerschaft. Worauf Prinz Charles via Sekretär das Kindermädchen der St-Saviour-Kirche im Stadtteil Pimlico in sein Zwei-Zimmer-Quartier im dritten Stock des Buckingham-Palasts rufen lässt. Diana findet mit ihrem Mini Metro die Privateinfahrt zum Buckingham-Palast nicht. Ein Torwächter hilft ihr.

Yeah. Whatever …

Laut der Fachbibel “Burke’s Peerage and Gentry” sind William und Catherine angeblich Cousins siebzehnten Grades. Eine Inzest-Gefahr, gepaart mit dem Gen der Bluterkrankheit, ist allerdings nicht gegeben.

Will you please stop it?

Die Gefahr, dass das Kind von Catherine und William ein “typisch britischer König” wird, ist gering. Obwohl sich in der Geschichte des Königshauses viele finden: debile Säufer, schwachsinnige Stotterer, Laller, ungewaschene Prinzessinen, homosexuelle Opium-Raucher, nervös Zuckende, Sado-Masochisten, Mörder, Frauen, die eher Männer, Männer, die eher Frauen waren – Fuß-Fetischisten, Flagellanten und medizinisch erklärte Wahnsinnige.

Zombies! Aliens! Vampire! Dinosaurier!

Nachdem Glogger den Leser noch darüber informiert hat, dass Prince Charles “seiner Frau Diana gerade mal 17 gemeinsame Nächte zugestand” (ob er, Glogger, mit seinem Notizblock auf dem – sicherlich staubfreien – Boden unter dem königlichen Bett dabei war, lässt er leider offen), kommt er zum Schluss.

Also ganz zum Anfang zurück:

Eine künftige Königin ist schwanger! Sie übergibt sich! Und ein künftiger König ist dabei. Das hat es in der über 1000-jährigen Geschichte der britischen Monrachie (sic!) noch nie gegeben!

Einen solchen Artikel sicherlich auch nicht!

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Digital

Understanding In A Car Crash

Warnung!

In diesem Eintrag werden Seiten verlinkt, auf denen brutale und verstörende Fotos bzw. Videos zu sehen sind. Wenn Sie empfindlich auf solche Darstellungen reagieren oder es Ihnen reicht, sich vorzustellen, wie die Opfer eines Verkehrsunfalls aussehen, dann klicken Sie bitte auf keinen dieser Links!

Da hat man sich den Mund fusselig diskutiert nach dem Amoklauf von Winnenden, hat an journalistische Ethik oder einfach nur an den gesunden Menschenverstand appelliert, wenn es um Gewaltdarstellungen in den Medien ging. Gerade letzte Woche hatte ich mich und mögliche mitlesende Journalisten mal wieder gefragt (da dürften Sie jetzt drauf klicken, das ist nur ein Coffee-And-TV-Artikel), ob man eigentlich alle Quellen nutzen müsste, die einem so zur Verfügung stehen, um ein schreckliches Ereignis aufzubereiten.

Aber letztlich braucht es wohl einfach nur genug Blut und in den Gehirnen der Online-Redakteure reißen die letzten Synapsen ab.

Im niederländischen Apeldoorn ist bei der Parade zum heutigen Königinnentag gegen 12 Uhr Mittags ein Auto in die Menschenmenge gefahren und erst vor einem Denkmal zum Stehen gekommen. Im Moment geht man von vier Toten und mindestens 20 Verletzten aus.

Weil sich zumindest Teile dieses Unfalls in der direkten Nähe des königlichen Busses abspielten, wurden diese Bilder live im Fernsehen übertragen. Dass grausame Dinge on air passieren, gehört zu den Risiken einer Live-Übertragung. Die Frage ist, wie man in den nächsten Momenten damit umgeht.

Die Sender des niederländischen RTL haben Videos ins Internet gestellt, auf denen Menschen über die Straße geschleudert werden. Zuschauer schreien entsetzt (und gut hörbar) auf, später sieht man Polizisten bei verzweifelten Wiederbelebungsversuchen. Ich weiß nicht, was davon live über den Sender ging und was “nur” aufgenommen wurde — ich bin mir nur ziemlich sicher, dass die Betrachtung dieser brutalen Bilder keine zwingende Voraussetzung für ein Verständnis des Vorgangs “Auto rast in Menschenmenge” darstellt.

In den niederländischen Fernsehsendern sind die Bilder des Vorfalls immer wieder zu sehen — auf manchen nur die letzten Meter, bevor das Auto in die Umzäunung des Denkmals kracht, auf den Sendern der RTL-Gruppe auch noch mal ein paar Menschen, die getroffen werden. Reporter der Privatsender stehen vor dem Auto-Wrack, während im Bildhintergrund die abgedeckten Leichen liegen, die Öffentlich-Rechtlichen haben ihre Reporter inzwischen vor dem Königspalast abgestellt.

Aber die niederländischen Medien, die eh sehr viel liberaler sind im Umgang mit expliziten Darstellungen, sollen uns hier nur am Rande und unter exotischen Aspekten interessieren. Wir haben ja unsere eigenen Medien, allen voran die im Internet.

Trash-Portale wie “Spiegel Online”, Bild.de, focus.de und stern.de, aber auch FAZ.net zeigen Bildergalerien, in denen man sich unter anderem darüber informieren kann, wie eigentlich schwere Kopfverletzungen oder Mund-zu-Mund-Beatmungen aussehen.

tagesschau.de zeigt als Aufmacherbild eine Totale (wie man sie auch in der “Netzeitung” und der Klickstrecke von “RP Online” findet) mit mehreren Verletzen, während im Fernsehbeitrag hauptsächlich entsetzte Augenzeugen (darunter ein weinendes Kind) zu sehen sind.

Spekulationen schießen (natürlich) ins Kraut und Bild.de brauchte nur wenige Zentimeter, um aus einer Frage …

Schock für Beatrix am Königinnentag in Holland: War es ein Anschlag? Autofahrer raste in Menschenmenge - vier Tote und fünf Schwerverletzte

… eine Tatsache zu machen:

Anschlag auf Königin Beatrix: Der Bus mit der königlichen Familie – nur wenige Meter trennen ihn von der Stelle, an der der Suzuki in das Denkmal gerast ist. In der Mitte zu erkennen...

Beim Westen war vermutlich eher sprachliches Unvermögen als Zynismus Schuld an einer Bildunterschrift wie dieser:

Begeistert warten die Zuschauer im holländischen Apeldoorn auf den Besuch der Königsfamilie, als ein Auto in die Menschenmenge rast.

(Unnötig zu erwähnen, dass das Foto natürlich keine begeisterten Wartenden zeigt, sondern in Bewegung befindliche Unfallopfer. Der Bildausschnitt wurde übrigens später noch verändert, so dass nun weniger von den Körpern und mehr vom Auto zu sehen ist.)

Von allen großen Portalen, die mir spontan einfielen, kommt nur sueddeutsche.de ohne allzu brutale Fotos und/oder Bildergalerien aus. Allerdings erhielt meine zaghafte Erleichterung einen Dämpfer, als ich in den Kommentaren zum Artikel erst Kritik an (offenbar vorher dort gezeigten) Bildern fand und dann das hier las:

 30.04.2009  14:29:35 Moderator (sueddeutsche.de): Liebe user, obwohl das von uns zunächst gezeigte Bild aus dokumentarischen Gründen auch in anderen Publikationen zu sehen war, haben wir uns aus Pietätsgründen dazu entschieden ein anderes Bild zu verwenden. Mit freundlichen Grüßen, Ihr Moderator

Die obligatorische Gegenprobe beim Online-Auftritt des “Guardian” ergab: Ein zertrümmertes Auto sagt auch viel aus.

Mit besonderem Dank an unsere Niederlande-Korrespondentin Leonie.

Nachtrag, 23:55 Uhr: Zu früh gelobt: Der “Guardian” hat mit einer Bildergalerie und einem Video nachgelegt, wo Bilder zu sehen sind, die meines Erachtens auch nicht nötig wären.

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Politik Print

Unter Grünen: Obama on the rocks

Für jeden Obama-Verweis hier auf dem Grünenparteitag sollen wir einen Kiwilikör trinken, hat Kunar in den Kommentaren geschrieben. Bisher hält sich das in den Reden in Grenzen, aber diese Journalisten fordern uns einiges ab:

Grünen-Parteitag: Ein bisschen Obama

Grünen-Vorsitz - Cem Özdemir: Auf Barack Obamas Spuren

Heute kann er einen Sieg einfahren, der auch kein leichter war. Erstmals in der deutschen Geschichte würde das Kind einer türkischen Zuwandererfamilie eine Bundestagspartei führen. Und ganz ergriffen ziehen einige Grüne ernsthaft Parallelen zur Biografie des kommenden US-Präsidenten Barack Obama, weil der seine Kinderzeit auch außerhalb des Landes verbrachte, das er künftig regiert.

Cem Özdemir: Der Bonsai-Obama

Cem Özdemir soll Parteichef der Grünen werden: Ein Hauch von Obama

Und zum Schluss noch ein richtig knackiger Slogan von welt.de:

Parteien: Der Grüne Cem Özdemir ist kein Barack Obama

Beachten Sie für alle Parteitags-Beiträge bitte die Vorbemerkungen.

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Print Digital

The Playboy Mention

Mal was ganz anderes: Welchen Nachrichtenwert hat es eigentlich, wenn sich eine leidlich bekannte Blondine für ein Herrenmagazin auszieht und ein bisschen über sich plaudert?

Schöne Referendarin aus ARD-Hit "Die Stein": Ivonne Schönherr entblättert sich
(“RP Online”)

 Sexy Schauspielerin: Ivonne mag es verführerisch
(Express.de)

TV-Star Ivonne Schönherr im Playboy: "Beim Sex brauche ich Gefühl"
(Bild.de)

Bildergalerie: Ivonne Schönherr - Die Schauspielerin zieht sich für den Playboy aus
(welt.de)

"Eigentlich bin ich total schüchtern" MÜNCHEN – Ivonne Schönherr lässt die Hüllen fallen. Die Schauspielerin mit dem Schlafzimmerblick räkelt sich für den Playboy.
(blick.ch)

Im Oktober: TV-Star Ivonne Schönherr als sexy Playboy-Girl
(oe24.at)

Sexy Referendarin: "Die Stein"-Star Ivonne Schönherr im Playboy Oktober 2008
(de.msn.com)

Ivonne Schönherr im Playboy
(freenet.de)

Gute Gründe, über das Thema zu berichten, hat auch Bunte.de – immerhin erscheint der “Playboy” im gleichen Verlag:

Ivonne Schönherr stand nicht so auf Mathe & Physik

Ebenfalls zu Hubert Burda Media gehört “Focus Online”. Auf deren Seite gibt es gleich mehrere Links zu playboy.de: einmal als Anzeige …

Anzeige: Playboy - Alles, was Männern Spaß macht. Special - Das Playmate des Monates. Playboy-Abo - Jetzt ein Geschenk sichern.

… und einmal als “Surftipp im Web”:

Surftipp im Web: Mehr schöne Frauen: Hier geht es zum Playboy

Die Fragen, wo die Unterschiede zwischen den beiden Links lägen und ob das keine unzulässige Vermengung von Werbung und redaktionellem Inhalt sei, konnte man mir bei “Focus Online” auf die Schnelle nicht beantworten.

Auf die Spitze getrieben wird die Crosspromotion innerhalb des Unternehmens allerdings von diesem Artikel bei cinema.de, den ich hier der Einfachheit halber mal in voller Länge, sowie inklusive aller Links und Bilder wiedergeben möchte:

Playboy: Ein Model in der Sauna. Die Schwäbin Alena Gerber arbeitet als Model in München. Abgelichtet wurde sie als Wiesn-Playmate im Wellness-Bereich eines Hotels in Südtirol. Die 19-Jährige wurde vor Jahren beim Einkaufen von einem Model-Scout angesprochen - wohl nicht zuletzt wegen ihrer Traummaße von 91-60-89. Sie mag schnelle Autos und Sushi und verreist gerne mit dem Motorrad. Mehr über das Playmate erfahren Sie hier. Auf dem Titel ist die Schauspielerin Ivonne Schönherr zu sehen.

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Digital

The news of FHM

Welchen Nachrichtenwert hat es eigentlich, wenn sich leidlich bekannte Blondinen für ein Herrenmagazin ausziehen und dieses Magazin dazu eine kurze Pressemitteilung raushaut?

Wie’s scheint einen ziemlich hohen:

Aufnahmen für ein Männermagazin: Sarah Connor in erotischen Posen
(“RP Online”)


Sarah Connor: "Ich liebe meine Brüste"
(“Focus Online”)

Popsängerin Sarah Connor: "Ich liebe meine Brüste und meinen Körper"
(Bild.de)


Hier Beginnt der Inhalt: Die schüchterne "Anna" - ganz sexy in der FHM
(“tz online”)

Sexy Foto:
Jeanette Biedermann gar nicht bieder, Mann
(express.de)

Jeanette Biedermann - Sexy vs Schüchtern!
(viva.tv)

Prominente:
Jeanette Biedermann zeigt, dass sie nicht schüchtern ist
(“Der Westen”)

Fotoshooting: Jeanette Biedermann zeigt sich gar nicht bieder
(“Berliner Morgenpost”)

Die schöne Jeanette Biedermann: Warum muss diese Frau nach der Liebe suchen?
(“RP Online”)

Sie findet ihren Körper schön: Jeanette Biedermann räkelt sich in Dessous
(“RP Online”)

Jasmin Schornberg: So schön kann Kanufahren sein
(“RP Online”)

PS: Und für die Biedermann-Namenswitze gehört Ihr gehauen!

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Literatur Politik

Licht aus, Spott an

Wie kann man heutzutage in Deutschland eigentlich noch wirklich provozieren? In Zeiten, in denen schon jeder und alles mit irgendwelchen Nazi-Sachen verglichen wurde, muss man sich was neues einfallen lassen: den Kohl-Vergleich.

Erfunden hat ihn Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse in der “Leipziger Volkszeitung”. Zumindest zitiert diese ihn wie folgt:

Müntefering geht, weil ihm Privates in einer entscheidenden Lebensphase wichtiger als alles andere ist. Ein Einschnitt?

Es ist eine unpolitische Entscheidung, dass Franz Müntefering seine Frau in der letzten Phase ihres Lebens direkt begleiten will. Seine Frau im Dunkeln in Ludwigshafen sitzen zu lassen, wie es Helmut Kohl gemacht hat, ist kein Ideal. Ohne dass das vergleichbar wäre. Die Politik ist nicht das Allerwichtigste. Man sollte sich in solchen Phasen das Recht nehmen, auch einmal still zu halten. Es ist nicht so, dass man ein Schwächling ist, wenn man nicht immer sofort in diesen unmenschlichen Entscheidungsdruck verfällt.

Zitat: lvz-online.de

Zur Erinnerung: Hannelore Kohl, die Frau von Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl, litt schon während dessen Amtszeit an einer schweren Lichtallergie, die sie zuletzt dazu zwang, in einem völlig abgedunkelten Haus zu leben, und nahm sich im Juli 2001 das Leben (vgl. dazu auch dieses geschmackvolle “Spiegel”-Titelbild).

So, wie Thierse von der “Leipziger Volkszeitung” zitiert wird, wäre das natürlich eine etwas unglückliche, vielleicht auch schlichtweg geschmacklose Äußerung. Thierse sah seine Ausführungen zunächst einmal als “falsch und verkürzt” wiedergegeben und schrieb dem Altkanzler einen persönlichen Brief, in dem er bedauerte, dass “ein falscher Eindruck entstanden sei”. (Man beachte dabei den alten PR-Trick und bedauere nicht seine Äußerungen, sondern den Eindruck, der durch sie entstanden sein könnte.)

Unterdessen schrien Politiker aller Parteien schon Zeter und Mordio und versuchten, die Nummer zu einem Riesenskandal hochzujubeln, in dessen Windschatten die heutige Diätenerhöhung medial untergehen könnte.

Wer verstehen will, wie Politik und Medien heutzutage funktionieren, muss nur diesen Artikel bei n-tv.de lesen:

“Die Äußerungen von Herrn Thierse sind für mich menschlich zutiefst unverständlich. Sie grenzen für mich an Niedertracht”, sagte Merkel der “Bild”.

[…]

Unions-Fraktionschef Volker Kauder (CDU) sprach von einem “Tiefpunkt im Umgang” unter Kollegen. CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer sagte, ein Bedauern reiche “hinten und vorne nicht”. “Das ist des Deutschen Bundestags nicht würdig. FDP-Chef Guido Westerwelle hat recht, wenn er sagt, er kann sich durch einen solchen Vizepräsidenten nicht repräsentiert fühlen.” Westerwelle sprach im “Kölner Stadt-Anzeiger” von “unterirdischen” Äußerungen.

Sie sehen schon: Die reden alle übereinander und mit der Presse, aber in keinem Fall miteinander – und das Volk sitzt daneben wie das Kind geschiedener Eltern, die nur noch über ihre Anwälte miteinander kommunizieren.

Im “Bild”-Artikel kommen noch ein paar weitere Hochkaräter zu Wort:

Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) empört: „Schäbig und geschmacklos!“ Junge-Union-Chef Philipp Mißfelder: „Parteichef Kurt Beck muss Thierse sofort zur Ordnung rufen.“

Und weil die Luft langsam dünn wurde, schaltete Thierse einen Gang höher und entschuldigte sich heute morgen per Brief “in aller Form” bei Helmut Kohl. Richtiger noch: Er bat um Entschuldigung, was ja heutzutage auch eine sprachliche Seltenheit ist.

Wie reagiert eigentlich Kohl auf den Brief seines alten Freundes und das ganze Theater drum herum? Mit der ihm üblichen staatsmännischen Größe und Gelassenheit:

“Ich nehme diese Entschuldigung an. Zum Vorgang selbst will ich sonst nichts sagen.”

Ich weiß schon, warum der Mann auf ewig “mein” Kanzler bleiben wird.

Nachtrag 17. November: Gerade erst festgestellt, dass diese erste öffentliche Erwähnung des Namens Helmut Kohl seit Monaten zufälligerweise mit der Präsentation des dritten Bands von Kohls Autobiografie zusammenfiel …

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Print Digital

Vor-“Bild”

Vor zwei Monaten hatte ich mal in einem Nebensatz fallen lassen, dass sich “Bild” und “Rheinische Post” nicht mehr groß inhaltlich unterscheiden, seit die “RP” einen Chefredakteur (Sven Gösmann) und einen Online-Chef (Oliver Eckert) hat, die beide zuvor bei “Bild” aktiv waren. Ich hatte mich längst damit abgefunden, dass die “RP” die etwas kleinformatigere, dickere (und teurere) Rheinland-Ausgabe von “Bild” ist. Jetzt musste ich aber feststellen: Vergiss die “Rheinische Post”, sie sind überall!

Heute steht in “Bild” und bei “Bild.de”:

Brötchen-Millionär Heiner Kamps spricht in BILD: Darum ging ich nicht zu Gülcans Hochzeit

Der Artikel ist übrigens einigermaßen amüsant. Welcher Sohn möchte von seinem Vater drei Tage nach der (ersten) Hochzeit nicht einen Satz wie diesen hören lesen?

„Aber ich denke, dass Sebastian durch diese Erfahrungen schlauer geworden ist. Das wird er bestimmt nicht wieder machen.“

Darum soll es aber gar nicht gehen. Auch nicht um den grundsätzlichen Nachrichtenwert dieser Meldung (Stichwort “Sommerloch”). Aber vielleicht darum:

Gülcan-Hochzeit: Jetzt spricht Heiner Kamps

Der Artikel bei “RP Online” ist eigentlich nur eine leicht gekürzte Version des “Bild”-Artikels mit ein bisschen mehr indirekter Rede. Damit ist man aber nicht alleine: Die Zitate von Heiner Kamps gingen über die Agenturen und tauchten anschließend bei “die-news.de”, “Focus Online”, “europolitan.de” und (natürlich) “Spiegel Online” auf. Und auch die nächste “Bild”-Meldung tickert gerade munter durchs Land:

Ex-Terroristin Mohnhaupt will Namen ändern

Es ist ja schon mal eine Weiterentwicklung, dass “Bild” inzwischen “Ex-Terroristin” schreibt. Die Meldung dazu ist übrigens denkbar unspektakulär und geht so (ungekürzt):

Karlsruhe – Die im März nach 24 Jahren Haft auf Bewährung entlassene Ex-RAF-Terroristin Brigitte Mohnhaupt (58, Foto) will eine neue Identität:

Nach BILD-Informationen aus Justizkreisen hat sie eine Namensänderung beantragt.

Mohnhaupt, die von der Bewährungshilfeorganisation „Neustart“ betreut wird, lebt im Süden Deutschlands.

Und soll dort eine Anstellung in einer Autoteilefabrik erhalten haben. (koc)

Und was macht “RP Online”?

Nach Entlassung aus der Haft: Neue Identität für Ex-Terroristin Mohnhaupt?

Immerhin: Hier wird das vermeintliche “Bild”-Fakt in der Überschrift hinterfragt. Was sagt der Text?

Hamburg (RPO). Im März wurde die ehemalige RAF-Terroristin Brigitte Mohnhaupt nach 24 Jahren aus der Haft entlassen. Einem Medienbericht zufolge hat sie nun eine Namensänderung beantragt, um ein neues Leben beginnen zu können.

Mohnhaupt, die von der Bewährungshilfeorganisation “Neustart” betreut werde, lebe im süddeutschen Raum und habe dort eine Anstellung in einer Autoteilefabrik erhalten, berichtet die “Bild”-Zeitung.

“Schreibe wörtliche in indirekte Rede um”, hieß die Aufgabenstellung in Deutsch-Klassenarbeiten der achten Klasse. Heute nennt man das wohl “Qualitätsjournalismus”

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Film Politik

Die Trennung von Staat und Irrsinn

Es gibt Situationen, in denen gibt es kein “richtig” und kein “falsch”. Man steht als Unbeteiligter davor, guckt sie sich an und ist froh, dass man nicht gezwungen ist, eine Position einzunehmen. Aber man kann sich so seine Gedanken machen.

Hier ist so ein Situation: Tom Cruise will/soll/wird in “Valkyrie”, dem neuen Film von Bryan Singer, Claus Schenk Graf von Stauffenberg spielen, einen der Drahtzieher des gescheiterten Attentats auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944. Cruise ist aber Mitglied bei Scientology und deshalb sind verschiedenste Personen dagegen, dass Cruise an Originalschauplätzen drehen darf bzw. Stauffenberg überhaupt spielen soll.

Uff! Da muss man sich schon eine ganze Menge Gedanken machen, um diese Situation einigermaßen zu entwirren. Gehen wir also der Reihe nach vor:

Scientology ist eine höchst umstrittene Organisation, die je nach Sichtweise als “Kirche”, “Sekte” oder “Wirtschaftsunternehmen” bezeichnet wird. Als Einführung in die Lehren von L. Ron Hubbard sei jedem dieser erhellende Ausschnitt aus der “South Park”-Folge “Trapped In The Closet” empfohlen (“This is what Scientologists actually believe”) – wobei Religionskritiker sicherlich sagen würden, die dort vorgestellte Geschichte sei auch nicht bedeutend alberner als die Erschaffung der Welt in sechs Tagen und die Entstehung der Frau aus einer Rippe des Mannes. Scientologys Methoden sind sicherlich höchst beunruhigend und eigentlich kann man die Institution nur als Gehirnwäscheverein bezeichnen. Andererseits ist nach Artikel 4 des Grundgesetzes die “ungestörte Religionsausübung” gewährleistet – und wie sollte bei einer Trennung von Staat und Kirche der Staat bestimmen können, was eine “echte” Religion ist und was nicht?

Das führt unweigerlich auch zu der Frage, ob es eine Trennung zwischen dem Schauspieler und Produzenten Tom Cruise und dem Scientologen Tom Cruise gibt. Schon 1996 rief die Junge Union zu einem Boykott von “Mission: Impossible” auf, was insofern schon eine gelungene Aktion war, als dadurch erstmalig die Methoden und Lehren von Scientology in den Focus einer breiteren Öffentlichkeit in Deutschland gelangten. Allein: “Mission: Impossible” hatte natürlich außer seinem Hauptdarsteller und Produzenten nicht viel mit Scientology zu tun – im Gegensatz zu “Battlefield Earth”, das auf einem Roman von L. Ron Hubbard basierte, den ebenfalls berühmten Scientologen John Travolta in der Hauptrolle hatte und als einer der schlechtesten Filme aller Zeiten gilt. Für “Valkyrie” steht unter Regisseur Bryan Singer (“X-Men”, “Die üblichen Verdächtigen”, …) indes wenig bis gar keine Verzerrung des Stoffs zu befürchten (und mal ehrlich: Wie sollte man Hubbards Science-Fiction-Welten in eine Deutschland-Anno-’44-Geschichte packen?).

Die Sektenexpertin der CDU/CSU-Fraktion, Antje Blumenthal, teilte mit, dass das Bundesverteidgungsministerium, das heute im Berliner Bendlerblock residiert, in dem Stauffenberg sein Attentat plante und wo er auch hingerichtet wurde, einen Dreh am Originalschauplatz mit der Begründung ablehne, eine Drehgenehmigung für “einen ranghohen Scientologen in einem Bundesgebäude” käme einer bundespolitischen Anerkennung gleich – und das, bevor auch nur der Antrag auf eine Drehgenehmigung vorlag. Allein dieser “Dienstweg” sollte mindestens für skeptische Blicke und Stirnrunzeln sorgen.

In der “Süddeutschen Zeitung” gab es gestern einen sehr interessanten Kommentar von Andrian Kreye und die “FAZ” druckte einen länglichen Text des deutschen Oscar-Preisträgers Florian Henckel von Donnersmarck, in dem dieser über Stauffenberg, Cruise und die “deutsche Verbotsgeilheit” philosophiert. Mitunter schießt er dabei ein wenig übers Ziel hinaus, beweist damit aber auch, dass er mit seinem Pathos und Liberalismus (sowie natürlich mit seinem beachtlichen Ehrgeiz) in den USA wirklich besser aufgehoben zu sein scheint als in Deutschland. Donnersmarck argumentiert, dass man die größten und wichtigsten Geschichten nur dann einem großen Publikum erzählen könne (und wer sollte etwas dagegen haben, Stauffenbergs Geschichte in die Welt zu tragen?), wenn man sie mit großen Stars verfilme – ein Standpunkt, für den er postwendend von Peter Steinbach, dem Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, eine drübergebraten bekam.

Im Kern hat der streitbare Donnersmarck aber sicher nicht unrecht: Mit dem ihr eigenen Fingerspitzengefühl hat es die deutsche Politik geschafft, das Thema Widerstand an den Rand zu drängen und durch das Thema Scientology zu ersetzen. Es sind sicher beides wichtige Themen, aber die Wichtigtuer aller Parteien hätten sich kaum einen ungeeigneteren Hintergrund aussuchen können, um das staatliche Verhältnis zu Religion und Kunst zu diskutieren.

Auch ich halte Scientology für gefährlich und wünsche mir (gerade angesichts der aktuellen Deutschland-Offensive) Aufklärung über deren Machenschaften und meinetwegen auch Beobachtung durch den Verfassungsschutz. Ich sehe mir aber trotzdem Filme an, in denen Tom Cruise mitspielt (es gibt da ja hin und wieder auch mal gute mit ihm) – wohlwissend, dass ein Teil des Geldes, das er als Produzent damit verdient, an Scientology gehen wird. Ich kann Cruise als Person (spätestens seit seinem Auftritt bei Oprah Winfrey) kein bisschen ernst nehmen, ich halte ihn aber für einen ziemlich guten Schauspieler und er ist zweifellos einer der größten Stars unserer Zeit. Pete Doherty ist ja auch nur die Parodie eines Rock’n’Rollers und trotzdem ein guter Musiker.

Was können wir also aus der ganzen Chose lernen? Deutschen Politikern ist es egal, vor welchem Hintergrund sie sich profilieren können, solange sie dadurch in die Presse kommen. Auch die größten Filmstars der Welt können sich nicht darauf verlassen, überall reinzukommen. Schauspieler können noch so gut spielen, sie bleiben auch immer sie selbst. Florian Henckel von Donnersmarck wollte sich als Zehnjähriger im Garten von Marion Yorcks Dahlemer Villa das Hemd ausziehen. Und: Es gibt Situationen, in denen es weder “richtig” noch “falsch” gibt, und bei denen man froh sein kann, dass man nicht gezwungen ist, eine klare Position einzunehmen.