Klickbefehl (14)
Von Lukas am Donnerstag, 4. September 2008 12:38
Kategorie: Digital Ist Besser
Da mögen Fans noch so sehr darauf schwören, die “Lindenstraße” sei heute ja eine ganze andere als vor 20 Jahren. Humorvoll, selbstironisch und dergleichen. In Wahrheit ist die Kleinbürger-Soap immer noch ein Panoptikum der Piefigkeit. Wie fast alle Soaps sind ihre Kulissen vollgestellt mit uninspirierten Charakteren und zugeschüttet mit grauenhaften Dialogzeilen der Sorte: “Ah, meine Umweltplakette, endlich!”
Markus Brauck rechnet im “Spiegel” mit der “Lindenstraße” ab. Dazu gibt es eine Bildergalerie, die dem Wort “Graustufen” eine ganz neue Bedeutung zukommen lässt. (Bitte markieren Sie sich diesen Tag im Kalender: ich empfehle eine Bildergalerie bei “Spiegel Online”!)
Das ist die wohl ungewöhnlichste Meldung des Tages: Die ARD kauft RTL die Serie “Die Anwälte” ab – also die Serie, die RTL Anfang des Jahres nach nur einer Folge, die mit 10,8 Prozent Marktanteil die Erwartungen nicht erfüllen konnte. aus dem Programm genommen hat. Fortan diente die Serie als Musterbeispiel für fehlendes Vertrauen der Sender in die eigenen Produktionen.
DWDL.de berichtet über das überraschende Comeback einer Serie, die (also deren erste Folge) ich eigentlich ganz gut fand und deren Absetzung mein Verhältnis zu RTL nachhaltig gestört hat.
Einfacher wäre zu sagen: Ich mag ihn. Ich freue mich, dass ich neben dem Mitglied der „Achse des Guten“ auch schon drei Mal dort als Gastautor auftreten durfte und dass wir nun gemeinsam ein Netzwerk Gegenrecherche starten.
Timo Rieg erläutert in der “Spiegelkritik” die Hintergründe zu einem sehr, sehr merkwürdigen “Spiegel Online”-Artikel über einen der angeblich ganz wenigen deutschen TV-Blogger.
Warum diese Geschichte nur mit äußerster Vorsicht zu genießen ist (wenn überhaupt), erzähle ich Ihnen später steht hier.
Einen Vorschlag zur Güte hatte Broder abgelehnt. Er werde sich keinen “Maulkorb” verpassen lassen, “weil sonst Antisemiten entscheiden dürften, was Antisemitismus ist”. Nun befanden die Richter, Broders Vorwurf habe die Grenze zur Schmähkritik überschritten, weil “im konkreten Kontext der Äußerung die Diffamierung der Klägerin, nicht die Auseinandersetzung in der Sache im Vordergrund” gestanden hätte.
Henryk M. Broder stand mal wieder vor Gericht und die “taz” versucht zu erklären, was los war.
Patrick Bahners hatte vor einigen Wochen in der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” ebenfalls über den Prozess geschrieben und Broders Lebenswerk damals beeindruckend zusammengefasst:
Seine preisgekrönte publizistische Strategie der verbalen Aggression nutzt den Spielraum der Meinungsfreiheit, um ihn einzuschränken: Kritiker Israels sollen eingeschüchtert werden.
Weitere Linktipps können Sie übrigens seit Neuestem dem delicious-Account von Coffee And TV entnehmen. Und falls ich endlich rauskriege, wie ich den dazugehörigen Feed hier in die Sidebar eingebaut kriege, wird das alles viel praktischer und übersichtlicher.
Donnerstag, 4. September 2008 14:27
Und den Spiegelkritik-Artikel selbst findest du nicht sehr, sehr merkwürdig? Siehe auch meinen dortigen ersten Kommentar.
Donnerstag, 4. September 2008 14:41
Dass Timo Rieg und David Harnasch einen unterschiedlichen Geschmack und Humor haben, ist die eine Sache. Manches tut im Artikel der “Spiegelkritik” nichts zur Sache.
Im Kern geht es aber darum, dass bei “Spiegel Online” offenbar freie Mitarbeiter die Blogs ihrer Kumpels hochjubeln dürfen. Und das finde ich merkwürdig (auch wenn es vermutlich im Journalismus eher die Regel als eine Ausnahme ist).
Donnerstag, 4. September 2008 18:00
jetzt haste mich aber neugierig gemacht… wann ist denn “später”? *nerv*
Donnerstag, 4. September 2008 20:06
@iolanthe: Jetzt.
@Heiko: Ich muss da Abbitte leisten: Nach näherer Recherche finde ich den “Spiegelkritik”-Artikel in der Tat merkwürdig.
Donnerstag, 4. September 2008 23:44
Die Anwälte, ohne Werbung, mehr als eine Folge lang? Wow!
Freitag, 5. September 2008 0:28
Ich glaub’s auch erst, wenn ich’s komplett gesehen habe.
Samstag, 13. September 2008 15:42
Spät gesehen…
Ein Geständnis: Ich schaue fast kein Fernsehen mehr. Das soll heißen, daß ich kaum noch die per Funkwellen oder Kabel verbreiteten deutschen Sender einschalte. Mein Fernsehen kommt von Silberscheibe oder aus dem Internet. Zu einem guten Teil liegt …