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Shut Up And Klick

Ich bin mit den bau­li­chen Vor­aus­set­zun­gen der Redak­ti­ons­räu­me von „RP Online“ nicht ver­traut, aber …

Wäre es viel­leicht mög­lich, dort noch irgend­wo eine Dusche auf­zu­stel­len, damit sich die männ­li­chen Mit­ar­bei­ter zwi­schen­durch mal kalt abbrau­sen kön­nen?

Endlich mal wieder ein Auftritt von einer unserer Lieblingssängerinnen: Rihanna begeisterte die Massen bei einem Konzert im Vorfeld des Super Bowl im Ford Amphitheatre in Tampa in Florida. Und die Schöne von Barbados blieb sich treu, wieder sahen wir sie in einem ungewöhnlichem Outfit.

Fangen wir mal unten an: Bis zur Mitte des Oberschenkels möchte man doch sicher davon ausgehen, dass Rihanna sich als Hauptdarstellerin für den nächsten Terminator-Film zu bewerben gedenkt. Dann wird es ungefähr 30, 40 Zentimeter sexy.

Der Oberkörper steckt in einem schwarzen Jäckchen mit vielen Bändern und Schnüren und dann noch die scharfen Lederhandschuhe.

So scharf Rihanna ja mal wieder aussah, schauen Sie sich mal die zwei Tänzerinnen an. Die tragen doch irgendwelche ollen Klamotten aus den 80er-Jahren auf. Naja, man darf der Chefin ja auch nicht die Show stehlen.

Falls Sie die wei­te­ren … Ergüs­se lesen wol­len: Deutsch­lands erfolg­reichs­tes Regio­nal­zei­tungs­por­tal hält eine 30-teil­i­ge Bil­der­ga­le­reie bereit.

Vie­les davon kommt einem aller­dings bekannt vor, zum Bei­spiel aus die­ser Gale­rie („Rihan­na sieht ein­fach immer gut aus“), die­ser („Der makel­lo­se Kör­per ist Rihan­na extrem wich­tig“), die­ser („Denn eigent­lich ist sie doch so schön“) oder die­ser („Rihan­na hat eine vol­le Ober­wei­te, die sie ger­ne zur Schau trägt“).

Nur auf die­ses legen­dä­re Bild hat „RP Online“ dies­mal ver­zich­tet:

...und der Popo (s. Pfeil) im kurzen Kleidchen werden stolz präsentiert.

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Musik

Get The Patina Started

Im Mai 2006, kei­ne vier Mona­te, nach­dem ich ihm die Kili­ans-Demo in die Hand gedrückt hat­te, tra­fen Thees Uhl­mann und ich in der Bochu­mer Zeche erneut auf­ein­an­der. Thees war Juror beim Nach­wuchs­band­wett­be­werb einer gro­ßen Braue­rei, ich war Zuschau­er und dies­mal völ­lig unschul­dig. Es spiel­ten drei oder vier oder fünf Bands und ich kann mich noch an zwei erin­nern: die eine spiel­te Ska und hat­te ihren gan­zen Fan­club mit­ge­bracht, die ande­re spiel­te Akus­tik­rock und hat­te den Vater eines Band­mit­glieds als Per­cus­sio­nis­ten dabei.

Letz­te­re Band hieß Black Rust und kam aus Ahlen. 1 Sie gewann die Publi­kums­ab­stim­mung, ich erschwatz­te mir am Merch-Stand eine Demo-CD für den Radio­ein­satz 2 und die Band spiel­te ein paar Wochen spä­ter – histo­ry does repeat – als Sup­port für Tom­te. Das Area-4-Fes­ti­val, für das man bei dem Nach­wuchs­wett­be­werb einen Auf­tritt gewin­nen konn­te, fand nie statt.

Danach spiel­ten Black Rust noch beim Hald­ern Pop 2007 (wo ich sie ver­pass­te) und fort­an hör­te ich nichts mehr von ihnen. Um so über­rasch­ter war ich, als ich im letz­ten Dezem­ber plötz­lich hör­te, dass die Band bald ihr offi­zi­el­les Debüt­al­bum ver­öf­fent­li­chen wür­de – pro­du­ziert von nie­mand gerin­ge­rem als dem Sophia-Mas­ter­mind Robin Pro­per-Shepp­ard.

Okay, von den Ein­flüs­sen des Düs­ter­pop-Man­nes hört man auf „Medi­ci­ne & Meta­phors“, das am heu­ti­gen Frei­tag erschien, auf Anhieb nicht ganz so viel, aber sowas spricht ja eher für die Band und ihre eige­nen Qua­li­tä­ten. Black Rust spie­len Folk­rock im wei­tes­ten Sin­ne, der mal nach Coun­ting Crows, mal nach Goo Goo Dolls und mal an die Wall­flowers erin­nert. Musik ame­ri­ka­ni­scher Prä­gung also, die man sich wun­der­bar als Unter­ma­lung irgend­wel­cher roman­ti­scher Komö­di­en und höher­wer­ti­ger TV-Seri­en vor­stel­len kann.

„Emp­ty Park. Emp­ty Street.“ erin­nert stark, aber nicht zu sehr, an Ryan Adams und sei­ne alte Band Whis­key­town; „Silent Lament“ hat eher was von Dami­en Rice, weil es einer­seits sehr redu­ziert mit einem Kla­vier und der ange­neh­men Stim­me von Jonas Kün­ne daher­kommt, ande­rer­seits Dank eines Streich­in­stru­ments 3 eine enor­me Opu­lenz ent­wi­ckelt.

Ob es gleich 13 Songs und fast 57 Minu­ten Spiel­zeit vol­ler Akus­tik­gi­tar­ren, Kon­tra­bäs­se und Man­do­li­nen sein muss­ten, ist aller­dings eine berech­tig­te Fra­ge. Schlecht oder stö­rend ist dabei kein ein­zi­ges Lied, aber es zieht sich halt etwas, bis das Album schließ­lich mit dem Über­song „Mar­le­ne (6:54 Minu­ten, inkl. Wie­der-Fade-In) sei­nen krö­nen­den Abschluss fin­det.

Man ist ver­sucht zu schrei­ben, dass Black Rust „erfri­schend un-deutsch“ klän­gen, aber dafür müss­te man erst­mal sagen, wel­che eng­lisch­spra­chi­ge Band aus Deutsch­land eigent­lich „deutsch“ klingt. Jetzt von Rea­m­onn mit ihrem iri­schen Sän­ger mal ab.

Black Rust - Medicine & Metaphors (Albumcover)
Black Rust – Medi­ci­ne & Meta­phors

VÖ: 30. Janu­ar 2009
Label: Stran­ge Ways
Ver­trieb: Indi­go

  1. Ich wer­de mich hüten, irgend­was über klei­ne Städ­te zu schrei­ben, aus denen Bands kom­men.[]
  2. Mir fällt in die­sem Moment ein, dass ich die CD nie zur Abhör­sit­zung bei CT das radio mit­ge­nom­men habe. Ich bin ger­ne bereit, die zehn Euro nach­träg­lich zu bezah­len, weil die­ses Ver­hal­ten unent­schuld­bar ist – aber auch uner­heb­lich für den wei­te­ren Ver­lauf der Geschich­te.[]
  3. Da merkt man mei­ne sehr begrenz­te Kom­pe­tenz im Bezug auf Musik­in­stru­men­te, die nicht in mei­nem Kel­ler ste­hen.[]
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Digital

Change

Ach­tung: Noch mal erhöh­te Selbst­re­fe­ren­tia­li­tät!

Vie­len Dank für die vie­len Kom­men­ta­re, E‑Mails und sons­ti­gen Nach­rich­ten, die Sie mir in mei­ner klei­nen Sinn­kri­se haben zukom­men las­sen.

Mir war durch­aus klar, dass das nach extrem ekli­gem fishing for com­pli­ments aus­se­hen könn­te und wür­de, aber eigent­lich ging es mir pri­mär um den Arti­kel von Paul Carr und dar­um, anders wahr­ge­nom­men zu wer­den als man wahr­ge­nom­men wer­den will. (Anders wahr­ge­nom­men als man ist wird man eh.)

Mir ist auch klar, dass man auf schö­ne, klei­ne Video­clips und Link­tipps meis­tens nicht kom­men­tiert, ein­fach, weil es nichts zu sagen gibt. Eini­ge Leu­te haben heu­te zum ers­ten Mal hier kom­men­tiert und das freut mich sehr, denn die­ses klei­ne Blog soll ja auch eine Begeg­nungs­stät­te … Oh, Ver­zei­hung, der Pfle­ger kommt und sagt, ich sol­le mei­ne Tablet­ten neh­men.

Jeden­falls klan­gen im Gro­ßen und Gan­zen zwei Sachen an:

1. Oba­ma nervt lang­sam
Ja, das geht mir ähn­lich. Ich habe lang­sam Angst, dass das hier ein Fach­blog für Oba­ma-Ver­wei­se wird. Um das abzu­wen­den, habe ich ein­fach ein Fach­blog für Oba­ma-Ver­wei­se auf­ge­macht: noyoucant.wordpress.com.

Es beinhal­tet alle bis­he­ri­gen Ein­trä­ge (die hier auch erhal­ten blei­ben) und bereits einen neu­en Bei­trag.

2. War­um „Sie“?
Nun, ich war der Mei­nung, dass es höf­li­cher wäre. Ich bin mitt­ler­wei­le in einem Alter, wo man nicht mehr zusam­men­zuckt, son­dern sich freut, wenn man von Schü­lern gesiezt wird.

Aber hier ist Web 2.0, da gel­ten ande­re Regeln und Berufs­ju­gend­li­che wie Die­ter Gor­ny sind weit weg.

Des­we­gen stel­le ich ger­ne die Fra­ge, die auch „Bild“ (wer sonst?) schon gestellt hat:

Wol­len wir uns alle duzen?

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Digital Gesellschaft

You don’t know me at all

Ach­tung: Erhöh­te Selbst­re­fe­ren­tia­li­tät!

Ich weiß weder, wer Micha­el Arring­ton, noch, was Tech­crunch ist. 1 Aber dass er bei dem/​der/​dem DLD in Mün­chen 2 ange­spuckt wur­de, das habe sogar ich mit­be­kom­men.

Jeder Mensch weiß, dass man sowas nicht macht, und der­je­ni­ge, der es getan hat, wird sich hof­fent­lich eine ordent­li­che Ohr­fei­ge von sei­ner Mama ein­han­deln, wenn sie dahin­ter kommt. Ande­rer­seits hat er ver­mut­lich sowie­so genug Pro­ble­me.

Paul Carr, von dem ich eben­falls nicht weiß, wer er ist und was er sonst so schreibt, hat für den Online-Auf­tritt des „Guar­di­an“ einen sehr lesens­wer­ten Arti­kel geschrie­ben, in dem er sei­ne eige­nen Erfah­run­gen auf dem/​der/​dem DLD und bei ähn­li­chen Ereig­nis­sen beschreibt. Wie die Leu­te auf ihn zukom­men und ihn für irgend­wel­che Gehäs­sig­kei­ten loben, die er mal geschrie­ben oder get­wit­tert hat, und ihn fra­gen, ob er die­se Ver­an­stal­tung und jene Per­son mor­gen auch wie­der öffent­lich schlach­ten wür­de.

Und obwohl mir die­se Welt – wie oben oft genug ange­merkt – fremd ist, kamen mir Carrs Schil­de­run­gen selt­sam ver­traut vor.

Wenn ich hier mal etwas vor­stel­le, was mir wirk­lich gefällt, fal­len die Reak­tio­nen beschei­den aus: ein Kom­men­tar oder gar kei­ner. Wenn ich mich ein biss­chen über Sym­bol­fo­tos von dpa lus­tig mache, gibt’s deut­lich mehr.

Natür­lich habe ich in den letz­ten drei Wochen jede Men­ge schwach­sin­ni­ger Oba­ma-Anbie­de­run­gen auf­ge­schrie­ben. Zum einen, weil ich ein­mal damit ange­fan­gen hat­te und ich alle Bei­spie­le auf die eine oder ande­re Art bemer­kens­wert fand, zum ande­ren, weil unse­re Leser mich mit Ein­sen­dun­gen über­häuft haben. Als ich die Post­kar­te in mei­nem Brief­kas­ten fand, war ich glei­cher­ma­ßen belus­tigt von der idio­ti­schen Kar­te und gerührt von der Ges­te, dass ein mir unbe­kann­ter Mensch mir sowas ein­fach wei­ter­ge­lei­tet hat.

Ich habe schon ernst­haft über­legt, ob ich über Blog-Bei­trä­ge wie die zum dpa-Sym­bol­bild oder den gan­zen Oba­mas viel­leicht „Ach­tung, irrele­vant!“ schrei­ben soll­te, damit ja nie­mand glaubt, dahin­ter ste­cke mehr als mein schlich­ter Wunsch, das kurz auf­zu­schrei­ben.

Wir haben Cof­fee And TV vor fast zwei Jah­ren als Grup­pen­blog gestar­tet, 3 in dem es um alles gehen soll­te, was uns inter­es­siert. Ich woll­te Musik, Fil­me und Bücher, die mir gefal­len, mit mög­li­chen Lesern tei­len und vor Sachen war­nen, die mir per­sön­lich nicht so gefal­len. Dass das The­ma Medi­en immer mehr Platz ein­nahm, lag dar­an, dass ich mich immer stär­ker damit beschäf­tigt habe und mir vie­le Din­ge auf­ge­fal­len sind, die mich mit­un­ter empört haben 4 oder die ich erwäh­nens­wert fand, weil sie lus­tig, merk­wür­dig oder auch ein­fach nur gut waren. Dass es mehr Platz braucht, wenn man über bizar­re Stil­le-Post-Spiel­chen und Unge­reimt­hei­ten bei der Recher­che schreibt, als wenn man eben einen guten Text emp­feh­len will, 5 liegt wohl in der Natur der Sache.

Natür­lich ist es etwas hin­der­lich, dass hier im Blog kur­ze Quatsch-Bei­trä­ge und län­ge­re Gedan­ken­gän­ge, die mir wich­tig sind, völ­lig gleich­be­rech­tigt über­ein­an­der ste­hen. Hier gibt es kei­ne Auf­ma­cher und kei­ne „Kurz notiert“-Spalte und das mag ich eigent­lich auch. Ich ver­traue dar­auf, dass die Leser mer­ken, was mir wich­tig ist und was nicht, und ich bin mir sicher, dass das bei den meis­ten auch ganz gut gelingt.

Als ich am Mon­tag die Mel­dung der „Ber­li­ner Zei­tung“ zum Atom­müll­la­ger Asse ver­link­te und mit dem spon­ta­nen Gedan­ken, der mir beim Hören der Mel­dung gekom­men war, anrei­cher­te, dach­te ich, dass die dras­ti­schen Wor­te, die ich hier im Blog sonst nie benut­ze, für sich spre­chen und mei­ner Resi­gna­ti­on gegen­über unse­rer Bun­des­re­gie­rung Aus­druck ver­lei­hen wür­den. Statt­des­sen erfuhr ich aus den Kom­men­ta­ren, 6 dass die­ses Blog „von sinn­lo­ser Pole­mik, Hoch­nä­sig­keit, pseu­do-poli­ti­schen Anma­ßun­gen und Klug­schei­ße­rei“ lebe.

Da frag­te ich mich schon: Mache ich auf Sie wirk­lich den Ein­druck eines arro­gan­ten, bla­sier­ten Men­schen, der nie weiß, wor­über er schreibt und sowie­so nur aus­tei­len will?

Falls ja, wür­de ich näm­lich sofort auf­hö­ren mit die­sem Blog.

  1. Und Sie sind bit­te so anstän­dig und schrei­ben jetzt nicht alle „Das ist doch … !“[]
  2. Da weiß ich auch nicht so ganz, was das ist aber das ist auch uner­heb­lich.[]
  3. Und es ist immer noch eines, auch wenn die Autoren weni­ger gewor­den sind und ich am häu­figs­ten schrei­be.[]
  4. Wobei ich von nie­man­dem erwar­te, dass er mei­ne Empö­rung tei­len muss.[]
  5. Beach­ten Sie dazu die Rubrik „Lese­tipps“ in der rech­ten Spal­te die­ses Blogs.[]
  6. Natür­lich von einem anony­men Kom­men­ta­tor.[]
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Digital

„Something more substantial“

Mans­field Fra­zier, ein schwar­zer Jour­na­list aus Cleve­land, warnt in einem Arti­kel bei The Dai­ly Beast vor einer zu star­ken Ver­ein­nah­mung des neu­en US-Prä­si­den­ten.

Eigent­lich bezieht er sich dabei auf den Oba­ma-Hype in der black com­mu­ni­ty, wo man bereits Stra­ßen und Schu­len nach Barack Oba­ma benannt hat:

When Oba­ma asked us to get invol­ved, I think he was asking us to do some­thing more sub­stan­ti­al, like going into the schools and hel­ping by tuto­ring, not just taking the easy, cheap, and hol­low shot of naming a school after him.

Er macht sich aber auch Sor­gen, dass Oba­ma noch wei­ter aus­ge­schlach­tet wer­den könn­te:

Let’s just pray that whites don’t catch the Oba­ma fever at the cor­po­ra­te level. Things could get real ugly then in the mar­ket­place: Oba­ma fries at Mickey D’s.

Offen­bar haben die Euro­pä­er den Ame­ri­ka­nern da aus­nahms­wei­se mal was vor­aus.

Hier sind die Neu­zu­gän­ge seit 1:32 Uhr heu­te Nacht:

Holländer taufen Apfelsorte "Obama"

[Aus den „West­fä­li­schen Nach­rich­ten“, ent­deckt von Johan­nes]

WÜRZBURG Provinz auf Weltniveau? Yes WÜ can! Info- und Gesprächsabend zur umstrittenen Werbekampagne der Würzburg AG. Kritik hat es reichlich gehagelt an "Würzburg – Provinz auf Weltniveau". Dieter Schneider, in dessen Agentur der im September 2008 vorgestellte Werbespruch entstand, hält diesen nach wie vor für einen "Hammer-Slogan". [...] Dass für die Vermarktung von Würzburg was gehen muss, war bei der Gesprächsrunde herauszuhören. Dieter Schneider verabschiedete die Teilnehmer so optimistisch wie trendgerecht mit "Yes WÜ can".

[Aus der „Main­post“, ent­deckt von Björn]

Yes we did - The Obama Party

[Wer­be­pla­kat für eine Par­ty in den Ham­bur­ger Docks, ein­ge­sandt von Mar­ti­na]

Um noch mal Mans­field Fra­zier zu zitie­ren:

By making Oba­ma some­thing less than sel­dom seen, we’re at risk of des­troy­ing his cool mys­tique. We’re in dan­ger of tri­via­li­zing his brand by acting like a pack of mad papa­raz­zi.

[Das Tor zur Höl­le]

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Ja, Ihr könnt mich mal (26 & 27)

Die Wahl zum neu­en Bochu­mer Stu­die­ren­den­par­la­ment setzt unge­ahn­te Ener­gien frei und lässt einen bereits mit Sor­ge auf den Bun­des­tags­wahl­kampf im Herbst bli­cken.

Letz­te Woche hat­ten wir den RCDS, die­se Woche das hier:

Der schwarze Ritter ist unbesiegbar. Der erste Schwarze im AStA. Yes, we can

(Wobei die Lis­te „Der schwar­ze Rit­ter ist unbe­sieg­bar“ sowie­so gewis­se Pro­ble­me hat, ernst genom­men zu wer­den. Aber das ist wohl gewünscht.)

Ges­tern fand ich dann in mei­nem Brief­kas­ten eine Post­kar­te, die mir ein anony­mer Leser freund­li­cher­wei­se wei­ter­ge­lei­tet hat­te:

Yes ... we can! Ja, das schaffen wir. Obama hat es vorgemacht und sein Ziel konsequent verfolgt! Geradlinig, klug und ausdauernd. Sie können das auch! PaX eröffnet Ihnen Zugang zu umsatzstarken Kundensegmenten. Mit einem überzeugenden Kraft-Paket, das Ihnen Impulse bietet, die Krise besser zu meistern. PaX macht stark. Umdenken - handeln - gewinnen.

Der Preis in der Kate­go­rie „Abwe­gigs­ter Oba­ma-Ver­weis unter Ein­be­zie­hung von sowohl Uncle Sam als auch der Welt­wirt­schafts­kri­se“ geht damit an PaX, eine Fir­ma, die – obwohl man bei dem Wer­be­text ande­res ver­mu­ten könn­te – Fens­ter und Türen her­stellt.

Ande­rer­seits: Der wah­re Erfin­der des Slo­gans „Yes we can!“ stammt ja bekannt­lich auch aus dem Bau­ge­wer­be

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Politik

Bailout Boy

Die Steu­er­zah­ler müs­sen die Mil­li­ar­den-Kos­ten für das ein­sturz­ge­fähr­de­te Atom­müll­la­ger im nie­der­säch­si­schen Asse über­neh­men. „Die Kos­ten für den Wei­ter­be­trieb und die Still­le­gung trägt der Bund“, heißt es in einem Koali­ti­ons­an­trag zur Novel­le des Atom­ge­set­zes, der der Ber­li­ner Zei­tung vor­liegt. Damit weicht die Koali­ti­on vom Grund­satz im Atom­ge­setz ab, dass die Ver­ur­sa­cher von Atom­müll für den Betrieb und die Still­le­gung von End­la­gern auf­kom­men.

So berich­tet heu­te die „Ber­li­ner Zei­tung“.

Mir fällt zu die­ser Bun­des­re­gie­rung nichts mehr ein. Außer viel­leicht das, was ich heu­te mor­gen (neben eini­gen Brot­kru­men) mei­nem Radio ent­ge­gen­ge­brüllt habe, als ich die Mel­dung hör­te: „Fickt Euch!“

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Rundfunk Digital

Welcome To The Jungle

Zu den Klän­gen von Bloc Par­tys „I Still Remem­ber“ ende­te ges­tern die vier­te Staf­fel von „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“, einer Sen­dung, die ich für gelun­ge­ne Unter­hal­tung hal­te, wie ich im ver­gan­ge­nen Jahr schon ein­mal auf­ge­schrie­ben habe.

Für das FAZ-Fern­seh­blog hat Ste­fan Nig­ge­mei­er ein Inter­view mit dem Men­schen geführt, der beim Dschun­gel­camp für die Musik­aus­wahl zustän­dig ist. Die oft sehr poin­tier­te Zusam­men­stel­lung der Titel ist inso­fern sehr bewun­derns­wert, als für die Ver­to­nung von TV-Sen­dun­gen sonst nur fünf CDs zur Ver­fü­gung ste­hen: „Moon Safa­ri“ von Air, das Best Of von Mas­si­ve Attack, der „Fight Club“-Soundtrack und die jeweils aktu­el­len Alben von Sigur Rós und Cold­play. Am Tag der Ver­öf­fent­li­chung des Inter­views erklang zum Bei­spiel nur Momen­te, nach­dem sich Giu­lia Sie­gel beklagt hat­te, dass die Medi­ka­men­te gegen ihre Rücken­schmer­zen über­haupt nicht anschla­gen wür­den, „The Drugs Don’t Work“ von The Ver­ve, was zwar ziem­lich nahe­lie­gend, aber irgend­wie doch toll war.

Lesen Sie das Inter­view hier und erfah­ren Sie unter ande­rem, wie die Kili­ans in den Dschun­gel kamen.

Und wo wir grad beim Fern­seh­blog und im Dschun­gel sind, soll­ten Sie die­ses Inter­view mit Dirk Bach gleich auch noch lesen.

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Print Digital

Das Stillleben von dpa

Man muss sich das bei der Deut­schen Pres­se-Agen­tur (dpa) ver­mut­lich so vor­stel­len: Da kommt eine Poli­zei­mel­dung rein, die von einer neu­en rie­si­gen Ope­ra­ti­on (man kennt das) gegen Kin­der­por­no­gra­phie berich­tet.

Dar­in:

Die auf­ge­fun­de­nen Beweis­mit­tel – Spei­cher des Han­dy und schrift­li­che Auf­zeich-nun­gen – wie­sen aus, dass der Mann kin­der­por­no­gra­phi­sche Schrif­ten in Form von Bil­dern und Video­se­quen­zen nicht nur emp­fan­gen hat und besitzt, son­dern sol­che auch umfang­reich ver­brei­tet hat. In sei­ner Beschul­dig­ten­ver­neh­mung war der 33jährige gestän­dig. Als Tat­mit­tel benutz­te der Mann aus­schließ­lich ein Han­dy. Die Datei­en wur­den per „MMS“ (mul­ti­me­dia mes­sa­ging ser­vice) ver-sandt.

In die­sem Moment ruft der CvD: „Wir brau­chen drin­gend ein Sym­bol­fo­to, wenn die Mel­dung raus­geht! Mach, mach, mach!“

Und so nimmt irgend­je­mand (der Bild­chef, ein Prak­ti­kant, die Putz­frau) eine Digi­tal­ka­me­ra zur Hand und sucht sich auf den Schreib­ti­schen der Kol­le­gen zusam­men, was er braucht: ein Han­dy, einen Lap­top, einen CD-Roh­ling und einen Foli­en­stift.

Zwei Minu­ten spä­ter geht ein Bild über die Ticker, das nur wenig spä­ter in den Online-Auf­trit­ten der Zei­tun­gen auf­taucht:

Stillleben mit Laptop, Handy und CD-Rohling (Künstler unbekannt)

(gefun­den bei taz.de, aber auch beim „Naum­bur­ger Tage­blatt“)

Für alle Mit­ar­bei­ter in der dpa-Zen­tra­le bleibt zu hof­fen, dass der Roh­ling mit der Auf­schrift „Kin­der­por­no­gra­phie“ ordent­lich geschred­dert wur­de, bevor er ent­sorgt wur­de.

Das gewähl­te Tele­fon, das Sie­mens S56, kann übri­gens offen­bar MMS anzei­gen, auch wenn es nicht so aus­sieht.

„Spie­gel Online“ und „RP Online“ war das Bild trotz­dem zu doof und so ent­schied man sich dort für fol­gen­de Alter­na­ti­ven:

Stillleben mit Blackberry (Künstler unbekannt)

Mann mit Samsung-Handy (Künstler unbekannt)

Inter­es­sant ist der aktu­el­le Fall mit dem MMS-Ver­sand vor allem vor dem Hin­ter­grund, dass Bun­des­fa­mi­li­en­mi­nis­te­rin Ursu­la von der Ley­en gera­de eine Sper­re kin­der­por­no­gra­phi­scher Web­sei­ten durch­ge­boxt hat. Denn hier zeigt sich, dass ihr völ­lig ahnungs­lo­ses Vor­ge­hen in etwa so viel bringt wie ein Kor­ken, wenn das Klo über­läuft.

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Kultur

Zelt am See

Mit dem Ruhr­ge­biet und der Kul­tur ist das so eine Sache: natür­lich gibt es hier wel­che, aber jeder ver­steht etwas ande­res dar­un­ter. Man wäre ger­ne mehr als man ist (oder zumin­dest anders), wes­we­gen es zwi­schen Duis­burg und Dort­mund eini­ge hun­dert mit­tel­gu­te, aber sat­te (weil tot­sub­ven­tio­nier­te) Thea­ter, Orches­ter und Kul­tur­zen­tren gibt. Dafür kei­ne Love­pa­ra­de, denn wenn man eines im Ruhr­ge­biet noch mehr liebt als Sub­ven­tio­nen und Kom­pe­tenz­ge­ran­gel, dann die Mög­lich­keit, sich auf einer mög­lichst gro­ßen Büh­ne völ­lig zu bla­mie­ren. 1

Das kom­men­de Jahr, in dem das Ruhr­ge­biet „Kul­tur­haup­stadt Euro­pas“ genannt wer­den darf, wird sicher ein völ­li­ges Desas­ter, und eine Gegend, in der man Don­ners­tag­abends um Vier­tel nach Zehn eine hal­be Stun­de auf einen Zug war­ten muss, 2 der einen in die Nach­bar­stadt bringt, ist vie­les, aber sicher kei­ne inter­na­tio­nal kon­kur­renz­fä­hi­ge „Metro­pol­re­gi­on“.

Bei die­sen Vor­aus­set­zun­gen freue ich mich immer, wenn jemand ankommt und ohne Sub­ven­tio­nen sein eige­nes Ding durch­zieht – es muss ja nicht immer Hoch­kul­tur sein. So gese­hen ist das „Zelt­fes­ti­val Ruhr“, das im ver­gan­ge­nen Jahr erst­ma­lig statt­fand, eine Berei­che­rung für die unüber­sicht­li­che und oft­mals ver­fein­de­te Kul­tur­land­schaft im Ruhr­ge­biet.

Ich war in der Pre­mie­ren­sai­son lei­der nie vor Ort am Kem­n­ader See, 3 aber es heißt, die Mischung aus Ver­an­stal­tun­gen, Gas­tro­no­mie und Kunst­hand­werk­markt sei recht schön gewe­sen. In die­sem Jahr soll natür­lich alles noch schö­ner und grö­ßer wer­den, wie die Ver­an­stal­ter auf der heu­ti­gen Pres­se­kon­fe­renz ankün­dig­ten.

Veranstalter, Sponsoren und ein Kulturdezernent

Bei beleg­ten Bröt­chen und Kaf­fee erfuhr die ver­sam­mel­te Lokal­pres­se, 4 was man sich für die­ses Jahr so alles aus­ge­dacht hat: Das Pro­gramm soll deut­lich aus­ge­wei­tet wer­den, es gibt ein drit­tes Ver­an­stal­tungs­zelt und Koope­ra­tio­nen mit loka­len Ver­an­stal­tern.

Auf der Lis­te der bereits bekannt­ge­ge­be­nen Künst­ler fin­den sich neben Götz Als­mann, Sil­ber­mond, Max Raa­be und Die­ter Tho­mas Kuhn mit Hagen Rether, Hea­ther Nova, Polar­kreis 18, Jochen Malms­hei­mer und den frisch wie­der­ver­ein­ten Selig auch eini­ge Pro­gramm­punk­te, die auch mich inter­es­sie­ren wür­den.

Und dann ist da noch ein Ter­min, den man bei einem regio­na­len Kul­tur­fes­ti­val eigent­lich nicht erwar­tet hät­te: eine spo­ken word per­for­mance von Hen­ry Roll­ins.

Alle Ter­mi­ne und wei­ter Infos gibt es dem­nächst unter zeltfestivalruhr.de

  1. Bochums Ober­bür­ger­meis­te­rin Otti­lie Scholz ließ sich kürz­lich zitie­ren: „Wir in Bochum sind nicht pro­vin­zi­ell!“ Son­dern nur doof und unfä­hig, oder was?[]
  2. Been the­re, done that.[]
  3. Der Nah­ver­kehr, s.o.[]
  4. Da merkt man den Unter­schied zwi­schen Bochum und Dins­la­ken dann doch: in Dins­la­ken waren wir immer zu zweit bei sol­chen Pres­se­kon­fe­ren­zen, heu­te waren es min­des­tens zwan­zig Jour­na­lis­ten.[]
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Ja, Ihr könnt mich mal (19–25)

Ich bin medi­zi­nisch nicht sehr bewan­dert, von daher weiß ich nicht, ob es ana­log zum Blind­darm-Durch­bruch auch einen Hirn-Durch­bruch gibt. Zumin­dest gibt es eine Art Damm­bruch (dies­mal nicht medi­zi­ni­scher, son­dern was­ser­bau­lich-meta­pho­ri­sche Natur), was die Ver­wen­dung von dum­men, kran­ken, nahe­lie­gen­den, anstren­gen­den und mehr­fach gebro­che­nen (auch nicht medi­zi­nisch, son­dern iro­nisch) Oba­ma-Anspie­lun­gen angeht.

Hier eine klei­ne Aus­wahl der aktu­ells­ten Kann­tas­tro­phen-Mel­dun­gen:

Change iT - Yes we can!

[HP-Anzei­ge, ein­ge­sandt von Ste­fan N.]

Japanische Obama-Puppe

[Japa­ni­sche Oba­ma-Pup­pe, ent­deckt von wes­tern­world]

 Yes, we camp! Gundis macht die Transen-Trösterin

[Der „Express“ über das RTL-Dschun­gel­camp, ent­deckt von mx]

Yes we can! Mit 3 Euro Budget Weltklasse aussehen

[Vom Cover der aktu­el­len „Instyle“, ent­deckt von Luzi]

Die Arbeiten am neuen Tocotronic-Album haben nun offiziell begonnen und wir müssen nun wieder in den Probenraum. Wir verabschieden uns mit einem herzlichen "Yes, we can!" Eure Tocotronic

[Iro­nie schützt vor Lis­te nicht: der aktu­el­le Toco­tro­nic-News­let­ter]

Liebe Leser! Mit Barack Obama wird alles besser! Was? Ihr könnt den Namen nach den letzten Tagen nicht mehr lesen? Würdet Ihr da lieber George W. Bush stehen sehen? Na also. Und vor allem: Was der neue US-Präsident nun 2009 schon alles bewegt hat! 
Er hat eine fliegerische Meisterleistung bei einer Notwasserung auf dem
Hudson River vollbracht! Er hat das neue Animal-Collective-Album veröffentlicht! Er hat den dunkelblauen Hintergrund von der angeblich besten deutschen Musik-Webseite verbannt! Er hat Lukas Podolski nach Köln zurückgeholt! Er hat Kate Winslet zwei Golden Globes verliehen! Und er hat Barack Obama zum Präsidenten vereidigt! Danke, Barack!
Vor allem aber hat Barack Obama http://www.plattentests.de/ gleich fünf 8/10-Neuveröffentlichungen beschert: das "Album der Woche" von unserem Lieblingsmannsweib Antony und seinen Johnsons. "Vom Feuer der Gaben" von Klez.E, die sich endgültig als deutsche Radiohead positionieren. Außerdem grandiosen HipHop von Dälek, famosen Indie von The Phantom Band und deutschen Tiefsee-Rock von Nihiling. Danke, Barack! Barack Obama hat auch das Amazon-Suchfeld auf http://www.plattentests.de/ erfunden. [...]

[… und so wei­ter und so fort: plattentests.de dreht im News­let­ter völ­lig frei]

No, we can’t: Neue Regierung trifft auf alte Technik

[macnotes.de, unse­re Kol­le­gin Kath­rin]

Und weil unse­re Bun­des­re­gie­rung doch so ger­ne Din­ge ver­bie­tet, for­de­re ich jetzt eine gesetz­li­che Rege­lung gegen die­sen Irr­sinn!

Wobei wir da ver­mut­lich bes­ser gleich Ange­la Mer­kel durch Barack Oba­ma ers…*AU!*

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Was unternehmen für Unternehmen

Anschreiben der Jungen Presse NRW und Broschüre zum Wettbewerb "Enterprize"

Die „Initia­ti­ve Neue Sozia­le Markt­wirt­schaft“ (INSM) ist eine Lob­by­or­ga­ni­sa­ti­on, die vom Arbeit­ge­ber­ver­band Gesamt­me­tall betrie­ben wird. Ihr Name ist ziem­lich irre­füh­rend, denn ihre Posi­tio­nen las­sen sich gut unter dem Rubrum „Wirt­schafts­li­be­ra­lis­mus“ zusam­men­fas­sen: So tritt sie für eine Redu­zie­rung des Sozi­al­staats ein, for­dert „fle­xi­ble­re“ Löh­ne, „mehr Effi­zi­enz und mehr Tem­po“ in der Bil­dungs­po­li­tik und Steu­er­sen­kun­gen.

Bis hier­hin könn­te man noch von einem ganz nor­ma­len Inter­es­sen­ver­band spre­chen, der die Inter­es­sen sei­ner Mit­glie­der (eben der Arbeit­ge­ber) ver­tritt. Aber auch vie­le Poli­ti­ker gehö­ren zum „Bera­ter­kreis“ oder zum För­der­ver­ein der INSM, der von der INSM ent­wor­fe­ne Slo­gan „Sozi­al ist, was Arbeit schafft“ war auch schon Wahl­kampf­mot­to von CDU/​CSU und FDP. Es kann durch­aus schon mal vor­kom­men, dass in einer Fern­seh­talk­show die Hälf­te der Gäs­te die­sem Ver­ein nahe­ste­hen und sei­ne Posi­tio­nen ver­tre­ten. Der Zuschau­er erfährt von alle­dem nichts.

Das Pro­blem sind ja nicht pri­mär Orga­ni­sa­tio­nen, die bestimm­te Posi­tio­nen ver­tre­ten und PR-Fach­leu­te zur Ver­brei­tung ein­set­zen – das Pro­blem sind die Medi­en, die die­se Posi­tio­nen nicht kri­tisch hin­ter­fra­gen, ihre Leser und Zuschau­er nicht über die Hin­ter­grün­de auf­klä­ren oder gleich gemein­sa­me Sache mit sol­chen Orga­ni­sa­tio­nen machen. Und das gelingt der INSM meis­ter­haft: laut Wiki­pe­dia gab es bis­her „Medi­en­part­ner­schaf­ten“ mit der „Finan­cial Times Deutsch­land“, „Wirt­schafts­wo­che“, der „Frank­fur­ter All­ge­mei­nen Sonn­tags­zei­tung“, „Focus“, „Han­dels­blatt“ und der „Ful­da­er Zei­tung“. Mit der „FAS“ zeich­net die INSM ein­mal im Jahr den „Refor­mer des Jah­res“ aus, im Jahr 2003 gab es sogar den „Blo­ckie­rer des Jah­res“ – zufäl­li­ger­wei­se den Chef der IG Metall, Jür­gen Peters. (Noch mal zum Mit­schrei­ben: der Arbeit­ge­ber­ver­band Gesamt­me­tall ver­leiht über Ban­de einen Schmäh­preis an den Arbeit­nehm­er­füh­rer der Metall­in­dus­trie und die Pres­se schreibt das völ­lig kri­tik­los auf.)

Vor mehr als drei Jah­ren berich­te­te der „Frei­tag“ (für des­sen neu­en Inter­net­auf­tritt ich arbei­te) in einem mitt­ler­wei­le zum Klas­si­ker avan­cier­ten Arti­kel, wie die INSM kri­ti­sche Jour­na­lis­ten in Miss­kre­dit zu brin­gen ver­sucht, und auch die­ser etwa gleich alte Bei­trag von „Zapp“ (Tran­skript hier) lie­fert einen ganz guten Über­blick über die Arbeit der „Initia­ti­ve“. Es gibt also genü­gend Grün­de, die­sem Ver­ein kri­tisch gegen­über zu ste­hen.

Ent­spre­chend … äh: „über­rascht“ war ich, als ich von der Jun­gen Pres­se NRW, bei der ich seit knapp fünf Jah­ren Mit­glied bin, Unter­la­gen zu einem „Wett­be­werb für jun­ge Redak­teu­re“ geschickt bekam, der von der INSM und dem Jugend­me­di­en­zen­trum Deutsch­land ver­an­stal­tet wird.

In der Bro­schü­re wird der Wett­be­werb „Enter­pri­ze“ wie folgt beschrie­ben:

Hast Du schon mal in Dei­nen Schulbüchern das Kapi­tel über Unter­neh­mer­tum gefun­den? Wir auch nicht! In den meis­ten deut­schen Schulbüchern kom­men Unter­neh­men prak­tisch nicht vor. Dabei spie­len sie in unse­rem All­tag eine wich­ti­ge Rol­le: Vor allem den klei­nen und mit­tel­stän­di­schen Unter­neh­men ist es zu ver­dan­ken, dass die Arbeits­lo­sig­keit zuletzt so stark gesun­ken ist. Daher ist es wich­tig, sich näher mit der Bedeu­tung von Unter­neh­men und deren Arbeit zu beschäf­ti­gen.

Hier setzt der Wett­be­werb des Jugend­me­di­en­zen­trums Deutsch­land e.V. und der Initia­ti­ve Neue Sozia­le Markt­wirt­schaft (INSM) an. Ziel ist es, Dich als jun­gen Redak­teur für die Arbeit von Unter­neh­men zu inter­es­sie­ren. Tag für Tag ent­wi­ckeln sie neue Pro­duk­te, bie­ten inno­va­ti­ve Dienst­leis­tun­gen an und schaf­fen dabei viel­leicht auch Dei­nen zukünftigen Arbeits­platz. Was genau sie tun, sollst Du her­aus­fin­den! Was treibt die Unter­neh­mer an? Was ärgert sie, was freut sie?

Ja, was ärgert die­se inno­va­ti­ven Unter­neh­mer, die die Arbeits­lo­sig­keit so toll gesenkt haben?

Mög­li­che Ant­wor­ten bekommt man viel­leicht, wenn man die „mög­li­chen Leit­fra­gen“ aus der Bro­schü­re stellt:

  • Beschrei­be das Unter­neh­men (Grö­ße, Bran­che, Pro­dukt etc.).
  • Schil­de­re die Existenzgründung (Moti­va­ti­on des Unter­neh­mers, Idee, Ver­lauf der Gründung, För­de­rung etc.).
  • Stel­le dar, wie das Unter­neh­men sei­ne Wett­be­werbs­fä­hig­keit in der Zukunft sichern möch­te (Aus-/Fort­bil­dung, Kon­zen­tra­ti­on auf Markt­ni­schen etc.).
  • Erklä­re, was dem Unter­neh­mer an sei­ner Selbst­stän­dig­keit gefällt und was nicht.
  • Fra­ge, wel­che wirt­schafts­po­li­ti­sche Ver­än­de­rung dem Unter­neh­men am meis­ten hel­fen würde.

Für alle, die nicht nach­fra­gen wol­len, um wel­che „wirt­schafts­po­li­ti­schen Ver­än­de­run­gen“ es sich han­deln könn­te: Ich hät­te da so eine Idee

Es soll an die­ser Stel­le nicht ver­schwie­gen wer­den, dass die Bro­schü­re der Ziel­grup­pe („bun­des­weit für Schü­ler­zei­tungs­re­dak­teu­re aus­ge­schrie­ben“) kei­nes­wegs ver­schweigt, wer die­sen Wett­be­werb aus­rich­tet. Ob die Infor­ma­tio­nen aller­dings wirk­lich hilf­reich sind, steht auf einem ande­ren Blatt (das dem Info­ma­te­ri­al nicht bei­liegt):

Die Initia­ti­ve Neue Sozia­le Markt­wirt­schaft ist eine überparteiliche Bewe­gung von Bürgern, Unter­neh­men und Ver­bän­den für markt­wirt­schaft­li­che Refor­men. Getra­gen wird sie von den Arbeit­ge­ber­ver­bän­den der Metall- und Elek­tro-Indus­trie.

Nun weiß ich nicht, ob ich da viel­leicht etwas über­emp­find­lich bin, aber ich hal­te es für grenz­wer­tig, wenn ein Jour­na­lis­ten­ver­band gemein­sam mit einer Lob­by-Grup­pe einen Schreib­wett­be­werb ver­an­stal­tet – erst recht, wenn sich dar­an jun­ge Schrei­ber betei­li­gen sol­len. Vie­le von ihnen wer­den sich gar nicht groß mit dem Co-Aus­rich­ter befas­sen (was man ihnen – anders als ihren gro­ßen Kol­le­gen – auch nicht wirk­lich vor­wer­fen kann), den Namen INSM aber als etwas dif­fus Posi­ti­ves in ihrem Unter­be­wusst­sein abspei­chern. Und das ist ja Sinn und Zweck der Akti­on.

Ich habe bei der Jun­gen Pres­se und beim Jugend­me­di­en­zen­trum (die übri­gens bei­de unter der sel­ben Esse­ner Adres­se zu errei­chen sind) nach­ge­fragt, ob man dort mei­ne Bauch­schmer­zen teilt.

Felix Winnands, Vor­sit­zen­der der Jun­gen Pres­se NRW, schrieb mir, man sei dort „auf die Zusam­men­ar­beit mit Part­nern ange­wie­sen“, um die Leis­tun­gen und Ver­an­stal­tun­gen finan­zie­ren zu kön­nen.

Zum kon­kre­ten Fall schrieb er:

Sicher ist die INSM nicht unum­strit­ten, dies trifft jedoch auch auf ande­re Part­ner der Jun­ge Pres­se zu. Aus die­sem Grund regen wir zu unab­hän­gi­ger Bericht­erstat­tung an und las­sen natür­lich auch kri­ti­sche Bei­trä­ge zu unse­ren Part­nern zu (beim VISA Nach­wuchs­jour­na­lis­ten­preis „Eine bar­geld­lo­se Welt“ haben in der Aus­wahl der unab­hän­gi­gen Jury auch kri­ti­sche Bei­trä­ge gewon­nen und dar­auf legen wir erhöh­ten Wert).

Zu die­sen „nicht unum­strit­te­nen“ Part­nern gehört auch die GEMA, die letz­tes Jahr beim von der Jun­gen Pres­se ver­an­stal­te­ten Jugend­me­di­en­event eini­ge „GEMA-Scouts“ unter die Teil­neh­mer gemischt hat­te. Till Achin­ger, der wie ich Refe­rent beim Jugend­me­di­en­event war, hat­te damals recht aus­führ­lich dar­über gebloggt.

Das Jugend­me­di­en­zen­trum, das den Wett­be­werb gemein­sam mit der INSM aus­rich­tet und dem ich eben­falls die Mög­lich­keit einer Stel­lung­nah­me geben woll­te, hat auch nach mehr als einer Woche nicht auf mei­ne E‑Mail reagiert. Genau­so wenig wie das Jury-Mit­glied Ralf-Die­ter Bru­now­sky, Vor­sit­zen­der der Köl­ner Jour­na­lis­ten­schu­le für Poli­tik und Wirt­schaft.