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Blog am Bein

Writer's block

Kürz­lich wohn­te ich einer Dis­kus­si­on bei, bei der es um die (zuge­ge­be­ner­ma­ßen sehr neben­säch­li­che) Fra­ge ging, ob es eigent­lich „der Blog“ oder „das Blog“ hei­ße. Mein Stand­punkt war, dass ich zwar „das Blog“ sagen wür­de, aber beim bes­ten Wil­len nicht wüss­te, war­um. Viel­leicht, um Ver­wechs­lun­gen mit „der Block“ (damn you, Aus­laut­ver­här­tung!) zu ver­mei­den. Aber wozu hat man Ger­ma­nis­tik und Anglis­tik stu­diert und sei­ne B.A.-Arbeit über die Ver­än­de­run­gen in der Inter­net­spra­che geschrie­ben?

Bevor wir uns dem kon­kre­ten Fall nähern, müs­sen wir zwei grund­sätz­li­che Pro­ble­me erwäh­nen: Ers­tens gibt es im Deut­schen Unter­schie­de zwi­schen gram­ma­ti­schem (Genus) und bio­lo­gi­schem (Sexus) Geschlecht, die dazu füh­ren, dass sprach­lich alle Hun­de männ­lich, alle Kat­zen weib­lich und alle Mäd­chen säch­lich sind. 1 Da die Arti­kel (bestimm­te wie unbe­stimm­te) vom gram­ma­ti­schen Geschlecht abhän­gen, muss man zu jedem Wort auch sei­nen Genus dazu­ler­nen. Dar­aus folgt auch, dass man zwei­tens für jedes Fremd- oder Lehn­wort ein gram­ma­ti­sches Geschlecht fest­le­gen muss. So sagt man „das Trot­toir“ (im Fran­zö­si­schen ein Mas­ku­li­num), „die Toi­let­te“ (im Fran­zö­si­schen auch Femi­ni­num) und „der Cap­puc­ci­no“ (im Ita­lie­ni­schen eben­falls Mas­ku­li­num).

Ver­su­chen wir, die Kur­ve Rich­tung „Blog“ zu krat­zen, und nähern uns der Welt von Com­pu­tern (mask.) und Inter­net (neu­tr.): So sagt man in Deutsch­land „die E‑Mail“, was sich damit erklä­ren lie­ße, dass die deut­sche Über­set­zung („E‑Post“) eben­falls femi­nin ist. 2 In Öster­reich und der Schweiz heißt es aber „das E‑Mail“, womit wir den Salat end­gül­tig hät­ten.

Neh­men wir der Ein­fach­heit hal­ber trotz­dem mal für einen Moment an, die deut­sche Über­set­zung bestim­me allei­ne den Arti­kel. „Blog“ ist die Kurz­form von „Web­log“, was sich wie­der­um auf „log“ bezieht, wozu das „Oxford Eng­lish Dic­tion­a­ry“ Fol­gen­des zu berich­ten weiß:

log /​lɒg/​ n.¹ ME. [Ori­gin unknown] I 1 A bul­ky mass of wood; esp. an unhewn por­ti­on of a fel­led tree, or a length cut off for use as fire­wood. ME. b Sur­fing. A lar­ge or hea­vy surf­board. M20. 2 a A hea­vy pie­ce of wood, fas­ten­ed to the leg of a per­son or an ani­mal to impe­de move­ment. L16. b Mil. Hist. A form of punish­ment wher­eby a hea­vy weight was chai­ned to an offender‘s leg to be drag­ged or car­ri­ed around as the per­son moved. M19. 3 A pie­ce of quar­ried sla­te befo­re it is split into lay­ers. E18. 4 In pl. A jail, a lock-up. Aus­tral. slang. L19.

[…]

II 5 An appa­ra­tus for ascer­tai­ning the speed of a ship, con­sis­ting of a float atta­ched to a line wound on a reel. Also, any other appa­ra­tus for the same pur­po­se. L16. 6 a A book con­tai­ning a detail­ed dai­ly record of a ship‘s voya­ge; a log­book. E19. b A sys­te­ma­tic record of things done, found, expe­ri­en­ced, etc., as (a)a record of dis­co­veries or varia­ti­ons at suc­ces­si­ve depths in dril­ling a well; a graph or chart dis­play­ing this infor­ma­ti­on; (b) a record with details of jour­neys kept by a lor­ry dri­ver; (c) a record of what is broad­cast by a radio or tele­vi­si­on sta­ti­on; (d) Com­pu­ting a sequen­ti­al file of tran­sac­tions on a data­ba­se. E20. c A list or sum­ma­ry of claims for a wage increase etc. Freq. more ful­ly log of claims. Aus­tral. E20.

(The New Shorter Oxford Eng­lish Dic­tion­a­ry on his­to­ri­cal prin­ci­ples; Edi­ted by Les­lie Brown; Oxford, 1993.)

Wäre ich gezwun­gen, die­sem Ein­trag eine ein­zi­ge deut­sche Voka­bel zuzu­ord­nen, wür­de ich mich wohl für „Klotz“ ent­schei­den. 3 Er deckt den Bereich I kom­plett ab und passt im Bereich II zumin­dest noch zur Num­mer 5. Außer­dem ist er ähn­lich schön laut­ma­le­risch.

Wer­fen wir auch noch einen (wenig auf­schluss­rei­chen) Blick ins mit­tel­eng­li­sche Wör­ter­buch („ME“ = „Midd­le Eng­lish“):

loglog(ge n. (1); lok n. (2); lough.

log(ge n. (1) [Cp. ML log­gum.] (a) An uns­haped pie­ce of wood, sta­ve, stick; (b) as sur­na­me.

(Midd­le Eng­lish Dic­tion­a­ry; Sher­man M. Kuhn, Edi­tor & John Rei­dy, Asso­cia­te Edi­tor; Ann Arbor, 1968.)

Das eng­li­sche Wort „web­log“ könn­te also mit eini­ger Berech­ti­gung als „Netz­klotz“ über­setzt wer­den, womit es ein Mas­ku­li­num wäre. Der Duden, über des­sen Rol­le man auch erst ein­mal strei­ten müss­te, lässt übri­gens „das“ und „der“ zu:

1. Blog, das, auch: der; -s, -s [engl. blog, gek. aus: weblog, →Weblog] (EDV Jargon): Weblog. ...

Ich bevor­zu­ge wie gesagt „das Blog“ 4 und fin­de „der Blog“ etwas merk­wür­dig, aber merk­wür­dig fin­de ich ja auch regio­nal­sprach­li­che Vari­an­ten wie „ein­ge­schal­ten“ statt „ein­ge­schal­tet“ oder „ich bin gestan­den“ statt „ich habe gestan­den“ und das macht sie ja auch nicht falsch.

Spra­che ist – da wie­der­ho­le ich mich ger­ne – etwas Leben­di­ges und die Mehr­heit hat immer Recht. Soll­te sich also „der Blog“ durch­set­zen, wür­de das zwar ver­mehrt zu Ver­wech­se­lun­gen von „der Blog“ und „der Block“ füh­ren, aber man müss­te es akzep­tie­ren, wenn man nicht gegen Wind­müh­len kämp­fen will.

Zu den Blog-nahen Sprach­ver­än­de­run­gen zäh­len auch „Blog“ als Syn­onym für „Blog­ein­trag“ (Mat­thi­as Matus­sek ver­öf­fent­licht ja regel­mä­ßig „neue Blogs“) und „Blog­ger“ als Bezeich­nung für Blog­le­ser und ‑kom­men­ta­to­ren. Das sind natür­lich schon erheb­li­che Bedeu­tungs­ver­schie­bun­gen bzw. ‑erwei­te­run­gen, aber sowas ist bei jun­gen The­men­ge­bie­ten Blogs völ­lig nor­mal.

Viel ent­schei­den­der als die Fra­ge, ob es „der Blog“ oder „das Blog“ heißt, ist doch die, was drin­steht wer mir die vier Stun­den Lebens­zeit ersetzt, die ich in der Uni-Biblio­thek ver­plem­pert habe.

  1. Beson­ders das mit den Mäd­chen ist ein unge­klär­tes Pro­blem, dem des­sen sich Sprach- und Gen­der­wis­sen­schaf­ten drin­gend anneh­men soll­ten.[]
  2. Schlimm wird’s bei einem Wort wie „blog­ger“, das für weib­li­che wie männ­li­che Per­so­nen steht, für Deut­sche aber nach einer männ­li­chen Endung aus­schaut. Spä­tes­tens bei „girl­fri­end“ emp­fiehlt es sich, auf fremd­sprach­li­che Voka­beln zu ver­zich­ten und ein­fach den deut­schen Begriff „Freun­din“ zu ver­wen­den.[]
  3. Der Spie­gel­fech­ter hat­te bei einer ähn­li­chen Dis­kus­si­on auf freitag.de ange­führt, das eng­li­sche Wort „log“ stam­me vom alt­is­län­di­schen und alt­nor­we­gi­schen „lag“ ab, was „umge­fal­le­ner Baum­stamm“ hei­ße – ich will nicht aus­schlie­ßen, dass er da tat­säch­lich mehr wuss­te als das Oxford Dic­tion­a­ry, hal­te die­se Infor­ma­ti­on aber auch eher für Bonus­wis­sen, das uns bei der kon­kre­ten Fra­ge­stel­lung nicht wei­ter­hilft.[]
  4. Weil ich es sinn­voll fin­de, wenn sach­li­che Din­ge auch sach­li­che Arti­kel haben.[]
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Digital

Inzwischen, mittlerweile, neu

Auf der Plattform „Facebook” richteten Schweizer sogar ein Hass-Forum ein. Name: „Ich könnte Peer Steinbrück pausenlos die Fresse polieren.” Das Forum hatte gestern bereits 4147 Mitglieder!

[Bild.de, 20. März 2009]

Die „Bild“-Zeitung berichtet, dass es auf der Internetplattform „Facebook“ mittlerweile eine Gruppe mit dem Titel „Ich könnte Peer Steinbrück pausenlos die Fresse polieren“ gibt. Sie soll mehr als 4000 Mitglieder haben.

[„Welt Online“, 20. März 2009]

Kuno Hämisegger, Cheflobbyist der Schweizerischen Bankiervereinigung ruft zum Beitritt in eine neue Facebook-Gruppe auf.

[blick.ch, 22. März 2009]

Dafür hagelt es jetzt harte Kritik aus dem kleinen Nachbarland. Wie groß die Empörung über Steinbrück in der Schweiz inzwischen ist, zeigt eine Gruppe in der Internet-Community Facebook mit dem Namen "Ich könnte Peer Steinbrück pausenlos die Fresse polieren!"

[express.de, 22. März 2009]

Wie groß die Aufregung um Steinbrücks umstrittene Äußerungen zur Schweiz ist, zeigt eine Gruppe auf der Internet-Plattform Facebook. Knapp 14 000 Mitglieder unterstützen das Gruppenmotto: "Ich könnte Peer Steinbrück pausenlos die Fresse polieren!"

[suedkurier.de, 22. März 2009]

Fra­ge: Wann wur­de die Face­book-Grup­pe „Ich könn­te Peer Stein­brück pau­sen­los die Fres­se polie­ren!“ gegrün­det?

Ant­wort: Irgend­wann vor 11:42 Uhr am 29. Okto­ber 2008 – da wur­de näm­lich der ältes­te Kom­men­tar in der Grup­pe abge­ge­ben:

M*** (Switzerland) wrote
at 11:42 on 29 October 2008
gfrüüret doch mau aui dütschä guethabä uf schwiizerbankä i, mau luege wisech das uf di dütschi wirtschaft uswürkt.. oder mit sine wort: «den Geschäftsverkehr belasten».....

Aber das Alter von Face­book-Grup­pen ist erfah­rungs­ge­mäß ein biss­chen schwe­rer zu bestim­men.

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Musik

The Smashing Pumpkin

Als die Smas­hing Pump­kins vor zwei Jah­ren zurück­ka­men (nach­dem sie sich im Jahr 2000 mit einer gro­ßen Tour von der Welt ver­ab­schie­det hat­ten), waren sie nur noch zur Hälf­te die Smas­hing Pump­kins: Neben Mas­ter­mind Bil­ly Cor­gan war ledig­lich Drum­mer Jim­my Cham­ber­lin aus dem Ori­gi­nal-Line-Up dabei. Gitar­rist James Iha war irgend­wo auf der Stre­cke geblie­ben und weder D’ar­cy Wretz­ky noch Melis­sa Auf der Maur (die man auch nur mit viel Mühe als Ori­gi­nal-Mit­glied wer­ten könn­te, weil sie nur bei der Abschieds­tour dabei war) stand am Bass. Um ehr­lich zu sein bin ich zu faul, die Namen ihrer Nach­fol­ger nach­zu­schla­gen.

Wie NME.com berich­tet, ist jetzt auch Cham­ber­lin aus­ge­stie­gen. Aus­ge­rech­net Cham­ber­lin, der Cor­gan immer die Treue gehal­ten hat­te. Der nach erfolg­rei­chem Ent­zug und der damit ver­bun­de­nen Pau­se 1999 in die Band zurück­ge­kehrt war, der auch bei Cor­gans geschei­ter­ter Super­group Zwan am Schlag­zeug saß und auf Cor­gans völ­lig desas­trö­sem Solo­al­bum bei einem Song zu hören war.

Die Smas­hing Pump­kins sind jetzt nur noch Bil­ly Cor­gan und Gäs­te, wobei man­cher behaup­ten wür­de, dass dies schon immer oder zumin­dest lan­ge so war.

Die eigent­li­che Fra­ge lau­tet natür­lich: Wen inter­es­siert das? Das Come­back-Album „Zeit­geist“ war nicht wirk­lich schlecht, hat­te dem Gesamt­werk der Band aber nichts hin­zu­zu­fü­gen. Da war die letzt­jäh­ri­ge Akus­tik-EP „Ame­ri­can Gothic“ schon inter­es­san­ter, konn­te aber letzt­lich auch nicht mit den alten Sachen mit­hal­ten.

Immer­hin: Der Sän­ger ist noch dabei. Das unter­schei­det die Pump­kins von den kran­ken Wie­der­ge­bur­ten von Queen, den Doors oder der (glück­li­cher­wei­se ver­wor­fe­nen) Idee von Led Zep­pe­lin, ohne den (noch leben­den) Robert Plant auf Tour zu gehen.

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Musik

You say party! We say Dinslaken!

Downtown Dinslaken

Wäh­rend Dins­la­kens größ­ter Sohn gera­de auf Sylt weilt, um sich dort zu ver­mäh­len (alles unter Vor­be­halt, es stand in „Bild“), wur­den die Kili­ans – wie ich erst jetzt fest­stell­te – schon vor mehr als einem Jahr wie­der aus dem Wiki­pe­dia-Arti­kel zur Stadt ent­fernt.

Es wird ihnen egal sein, denn in zwei Wochen wer­den die Kili­ans das (mut­maß­lich) größ­te Kon­zert spie­len, das die Stadt ohne Din­ge mit dem Eti­kett „Das muss man unbe­dingt gese­hen haben“ je erlebt hat.

Oder wie es der GHvC-News­let­ter noch eine Spur kryp­ti­scher aus­drückt:

Am 03.04. spie­len die Kili­ans (das ist klin­go­nisch für: „die coo­len Typen, die in der Schu­le rau­chen und sich dabei über Cunt, äh Kant unter­hal­ten!“) umsonst und drau­ßen auf dem Red Bull Bus!

Man kann nur auf Regen hof­fen, denn sonst könn­te das ein Ereig­nis von
epo­cha­ler Grö­ße wer­den für eine Kul­tur und Ästhe­tik lie­ben­de Stadt wie
Dins­la­ken:

19:30 Uhr Dins­la­ken, Hans-Böck­ler-Platz! Und danach gehen wir alle zusam­men in die KuKa zur After­show, wo uns das Kili­ans DJ Team zeigt, dass ihm auch die Plat­ten­tel­ler nicht fremd sind.

Am glei­chen Tag erscheint die Sin­gle „Said & Done“. Zufäl­le gibts, Wahn­sinn…

Wer immer schon mal nach Dins­la­ken woll­te, dazu aber bis­her (berech­tig­ter­wei­se) kei­nen Grund hat­te, soll­te die Gele­gen­heit nut­zen. Eine Cof­fee-And-TV-Dele­ga­ti­on wird eben­falls vor Ort sein und Bericht erstat­ten.

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Kultur Musik

Turm und Jungfrau sind aus dem Spiel

Ein iPod und eine CD-Sammlung (Ausschnitt).

Der Vir­gin Mega­s­to­re in San Fran­cis­co (Ecke Mar­ket und Stock­ton Street) macht dicht. Die Men­schen wer­den ihre Kiss-Hem­den, AC/DC-Unter­ho­sen und Jonas-Brot­hers-Regen­schir­me in Zukunft woan­ders angu­cken (denn wer kauft sowas schon?) müs­sen.

cnet.com illus­triert die­sen Vor­gang mit einem Foto, dem man hohe Sym­bol­kraft unter­stel­len könn­te: Genau gegen­über vom Vir­gin Mega­s­to­re ver­kauft der Apple Store sei­ne iPods – und Down­loads machen inzwi­schen ein Drit­tel der ver­kauf­ten Musik in den USA aus.

Ich will das alles nicht klein­re­den. Seit ich mei­nen iPod habe, habe ich auch mehr aktu­el­le Alben in Form von Down­loads gekauft als auf CD. Nur Musik von Künst­lern, deren Gesamt­werk ich im Regal ste­hen habe, muss wei­ter­hin auch phy­sisch erwor­ben wer­den – was bei Star­sail­or z.B. hieß, dass ich für die Hül­le und das Book­let acht Euro Auf­preis gezahlt habe, was selbst unter Fan-Aspek­ten eini­ger­ma­ßen bescheu­ert ist.

Was ich aber am Bei­spiel San Fran­cis­co beson­ders fas­zi­nie­rend fin­de: Zwei­ein­halb Jah­re, nach­dem Tower Records plei­te ging und sein Filia­len an der Ecke Columbus/​Bay Street schlie­ßen muss­te, zieht sich die zwei­te gro­ße Enter­tain­ment-Ket­te zurück. Es blei­ben Best Buy (eine Art ame­ri­ka­ni­scher Media Markt außer­halb der Innen­städ­te) und die „alter­na­ti­ven“ Klein-Ket­ten wie Ras­pu­tin und Amoe­ba (s.a. Rei­se­tipps für San Fran­cis­co: Geschäf­te). Die sind natür­lich viel zu groß und dann doch zu gut orga­ni­siert, um noch als „David“ durch­zu­ge­hen (ande­rer­seits: ver­gli­chen mit Vir­gin …), aber doch schei­nen sie gewon­nen zu haben.

Die Fra­ge bleibt, wie lan­ge es über­haupt noch Plat­ten­lä­den geben wird.

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Politik

Nazi und Indianer

Weder Deut­sche noch Schwei­zer sind bekannt für ihren Humor. Das macht ein Auf­ein­an­der­tref­fen der bei­den Völ­ker meist zu einem gequäl­ten, drö­gen Ereig­nis.

Über­haupt kei­ne Wit­ze ver­ste­hen die Schwei­zer, wenn es ums Geld geht. Nach­dem die Schweiz aus Angst vor einer „schwar­zen Lis­te“ der OECD ange­kün­digt hat­te, in Zukunft stär­ker mit aus­län­di­schen Finanz­be­hör­den zu koope­rie­ren, ließ sich der deut­sche Finanz­mi­nis­ter Peer Stein­brück zu einem aben­teu­er­li­chen klei­nen Ver­gleich hin­rei­ßen:

Stein­brück hat­te am letz­ten Sams­tag am Ran­de des Tref­fens der Finanz­mi­nis­ter der G‑20 in Lon­don die Dro­hung mit einer schwar­zen Lis­te gegen­über der Schweiz mit der «sieb­ten Kaval­le­rie vor Yuma» ver­gli­chen, die man auch aus­rei­ten las­sen kön­ne. «Aber die muss man nicht unbe­dingt aus­rei­ten. Die India­ner müs­sen nur wis­sen, dass es sie gibt», hat­te Stein­brück in einer vom Schwei­zer Fern­se­hen (SF) auf­ge­zeich­ne­ten Stel­lung­nah­me gesagt.

In der Schweiz woll­te man aber nicht mit India­nern ver­gli­chen wer­den und bestell­te den deut­schen Bot­schaf­ter ein.

Das offi­zi­el­le Pro­to­koll der schwei­zer Bun­des­ver­samm­lung notiert für ges­tern dann fol­gen­de Aus­füh­run­gen des Abge­ord­ne­ten Tho­mas Mül­ler aus der christ­lich-demo­kra­ti­sche Frak­ti­on CEg:

Wenn die deut­sche Poli­tik in Schwie­rig­kei­ten steckt, und das tut sie im Moment, dann braucht sie Geld und Sün­den­bö­cke. Peer Stein­brück, das darf man in aller Offen­heit sagen, defi­niert das Bild des häss­li­chen Deut­schen neu. Er erin­nert mich an jene Gene­ra­ti­on von Deut­schen, die vor sech­zig Jah­ren mit Leder­man­tel, Stie­fel und Arm­bin­de durch die Gas­sen gegan­gen sind. (Teil­wei­ser Bei­fall, Unru­he)

Damit wäre zumin­dest geklärt, wie gut der Geschichts­un­ter­richt an schwei­zer Schu­len ist – denn vor sech­zig Jah­ren dürf­te der Anteil der Deut­schen, die mit Leder­man­tel, Stie­fel und Arm­bin­de durch die Gas­sen gin­gen, eher über­schau­bar gewe­sen sein.

Rats­prä­si­den­tin Chia­ra Simo­ne­schi-Cor­te­si wies Mül­ler spä­ter zurecht, über­sah das his­to­ri­sche Detail aber eben­falls:

Herr Natio­nal­rat Mül­ler Tho­mas hat in sei­nem Votum von heu­te Mor­gen gesagt, dass ihn der deut­sche Finanz­mi­nis­ter Stein­brück an die Gene­ra­ti­on von Deut­schen erin­ne­re, die vor sech­zig Jah­ren mit Leder­man­tel, Stie­fel und Arm­bin­de durch die Gas­sen gegan­gen sei­en. Hät­te ich die­se Aus­sa­ge in die­sem Moment rich­tig wahr­ge­nom­men, hät­te ich Herrn Mül­ler zurecht­ge­wie­sen. Sei­ne Aus­sa­ge ist depla­ziert und belei­di­gend. Ich habe es Herrn Mül­ler per­sön­lich gesagt. Ich ent­schul­di­ge mich als Rats­prä­si­den­tin dafür. (Teil­wei­ser Bei­fall)

Herr Mül­ler darf sich damit als Erfin­der der Kate­go­rie „Ver­klei­de­te-Grün­der­vä­ter-der-Bun­des­re­pu­blik-Ver­gleich“ füh­len. Der Ein­fach­heit hal­ber hef­ten wir es hier im Blog aber trotz­dem bei den Nazi-Ver­glei­chen ab.

[Mit Dank auch an Hans Mar­tin U. für den Hin­weis!]

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Unterwegs

New York, New York

Die Freiheitsstatue vor New York

Unse­re Autorin Anni­ka fliegt in Kür­ze nach New York City. Wie schon im Janu­ar mit San Fran­cis­co habe ich auch dies­mal wie­der einen klei­nen Rei­se­füh­rer zusam­men­ge­stellt – aber weil ich nur vier Tage in New York war, gibt es dies­mal nicht drei Tei­le, son­dern nur einen, in dem dafür so ziem­lich alles abge­klap­pert wird, was man in vier Tagen machen kann. Nur der obli­ga­to­ri­sche Aus­flug auf einen der noch ste­hen­den Wol­ken­krat­zer fehlt hier – die waren mir ein­fach zu teu­er.

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Rundfunk

Mit dem Zweiten sieht man alles

Es ist ja nicht so, dass ein öffent­lich-recht­li­cher Fern­seh­sen­der irgend­wel­che Gewalt­ver­bre­chen bräuch­te, um die eige­nen, nied­ri­gen Qua­li­täts­stan­dards unter Beweis zu stel­len. Im Zwei­fels­fall tut’s auch ein Fuß­ball­spiel.

Der Kapi­tän des 1. FC Köln Ümit Özat, der im August 2008 wäh­rend eines Bun­des­li­ga­spiels einen Herz­still­stand erlit­ten hat­te, hat ges­tern sein Kar­rie­re­en­de bekannt­ge­ge­ben.

In der Redak­ti­on des „Aktu­el­len Sport­stu­di­os“ dach­te man sich wohl, dass vie­le Zuschau­er das im letz­ten Som­mer nicht rich­tig mit­be­kom­men hät­ten oder sich nicht vor­stel­len könn­ten, wie das so aus­sieht, wenn ein Fuß­bal­ler auf dem Spiel­feld einen Herz­still­stand hat. Des­we­gen hielt man es für eine gute Idee und im Zwei­fels­fall für sei­ne jour­na­lis­ti­sche Pflicht, vor dem Bericht über das Rhein-Der­by rhei­ni­sche Der­by zwi­schen Köln und Mön­chen­glad­bach (4:2 für die Borus­sia, aber man muss sich für die eige­nen Mit-Fans schä­men) noch ein­mal kurz zu zei­gen, wie das damals war: Özat mit ver­dreh­ten Augen zuckend auf dem Boden; Özat, der auf einer Tra­ge vom Spiel­feld getra­gen wird; Köl­ner Spie­ler und Funk­tio­nä­re, die fas­sungs­los zu wei­nen anfan­gen.

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Digital

Hitler würde „Half-Life“ spielen

Ich habe län­ger über­legt, ob ich das Fol­gen­de auf­schrei­ben soll. Schließ­lich ist „Don Alphon­so“ der „Edel-Troll“ der deutsch­spra­chi­gen Blogo­sphä­re. Ein Mann, des­sen Tex­te ich in der Regel aus Sor­ge um mei­ne Gesund­heit igno­rie­re.

Ande­rer­seits ist dies hier das Fach­blog für Nazi-Ver­glei­che, also muss ich wohl ran:

Die­ser „Don Alphon­so“ hat, nach­dem ihm die vie­len, vie­len, teils (mut­maß­lich) unflä­ti­gen Kom­men­ta­re auf einen sei­ner Tex­te zu bunt wur­den, Fol­gen­des geschrie­ben:

Ich habe das freund­li­cher gesagt, als ich es mei­ne, denn in mei­nen Augen sind die­se expli­zit Sucht­kran­ken argu­men­ta­tiv auf dem glei­chen Niveau wie die Alt­na­zis bei uns in den Käf­fern.

Mit den „expli­zit Sucht­kran­ken“ meint er übri­gens Men­schen, die Com­pu­ter spie­len. Ob Alt­na­zis jetzt auch sucht­krank sei­en müs­sen oder nur Com­pu­ter­spie­ler gleich­zei­tig krank und wie Nazis sind, lässt sich sei­nem Text nicht ent­neh­men. Wohl aber, dass der Ver­gleich kein ein­ma­li­ger Aus­rut­scher war, denn ein paar Zei­len spä­ter wütet er:

Nun sind die­se Art Gamer eine ganz beson­de­re Grup­pe Mensch, die, ähn­lich wie die Gefolg­schaft von Neo­co­na­zi­sei­ten und extre­mis­ti­sche Isla­mis­ten, kei­ne Haf­tung in der Rea­li­tät mehr haben.

Fas­zi­nie­rend, wie man eine ohne­hin schon emo­tio­na­le Debat­te (in der ich Com­pu­ter­spie­le weder für „schul­dig“ noch für kom­plett „unschul­dig“ hal­te) mit ein biss­chen Arro­ganz, Dumm­heit und Schaum vor dem Mund noch ein wenig unsach­li­cher gestal­ten kann.

Dabei ist die ursprüng­li­che Kern­fra­ge, war­um Men­schen, die anspruchs­vol­le Lite­ra­tur lesen, so sel­ten Amok lau­fen, gar nicht mal unspan­nend. Ich hät­te sogar einen Erklä­rungs­ver­such: Aus den sel­ben Grün­den, war­um so weni­ge Klas­sik- und Schla­ger-Hörer Amok lau­fen – sie sind schlicht­weg älter.

Die wenigs­ten Jugend­li­chen haben ein Inter­es­se dar­an, sich mit jahr­hun­der­te­al­ter Lite­ra­tur, Kunst und Musik zu beschäf­ti­gen. Zum einen, weil ihnen das alles in der Schu­le madig gemacht wur­de, zum ande­ren, weil die­se Din­ge wenig mit ihrer Lebens­si­tua­ti­on zu tun haben. Wenn man älter und ruhi­ger wird, beschäf­tigt man sich viel­leicht irgend­wann auch mit der soge­nann­ten Hoch­kul­tur. Aber dann ist man (in der Regel) über die gefähr­li­che Pha­se im Leben hin­aus. Der Zusam­men­hang besteht also weni­ger zwi­schen Medi­en­kon­sum und Ver­hal­ten, son­dern zwi­schen Alter (wel­ches den Medi­en­kon­sum bedingt) und Ver­hal­ten. Über­spitzt gesagt: Wenn wir etwas ver­bie­ten müss­ten, dann die Puber­tät.

Davon ab könn­te man auch noch das Fass mit den „Lei­den des jun­gen Wert­hers“ und den angeb­li­chen Nach­ah­mungs­tä­tern auf­ma­chen, aber ein Goe­the-Spe­zia­list hat mir glaub­haft ver­si­chert, dass es kei­nen ein­zi­gen beleg­ten Fall eines Wert­her-Selbst­mords gibt.

[via Nerd­core]

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Leben Gesellschaft

Homegrown Terror

Vor­hin hat­te ich noch zwei Absät­ze über mei­ne Schu­le und die Fol­ge von Amok­läu­fen geschrie­ben.

Was ich nicht ahnen konn­te: Zu die­sem Zeit­punkt war das Theo­dor-Heuss-Gym­na­si­um in Dins­la­ken in hel­ler Auf­re­gung. Im Inter­net (aha!) hat­te jemand mit einem Amok­lauf gedroht – „Wahr­schein­lich ein Nach­ah­mungs­tä­ter“, wie die „Rhei­ni­sche Post“ berich­tet.

Wäh­rend sich bei derwesten.de Kom­men­ta­re besorg­ter Eltern sam­meln, habe ich mei­nen Bru­der Jus­tus, der in die­sem Jahr am THG sein Abitur macht, gebe­ten, mir sei­ne Ein­drü­cke vom Vor­mit­tag zu schil­dern:

Als ich heut mor­gen zur Schu­le lief, war ich spät dran. Von weit weg habe ich zwei Poli­zei­au­tos gese­hen. Erst dach­te ich, die Poli­zei wür­de wie­der armen Schü­lern Geld für das Fah­ren auf der fal­schen Stra­ßen­sei­te abneh­men, aber als ich dann noch 2 Mann­schafts­wa­gen sah dach­te ich mir, es muss was grö­ße­res sein.

Die ers­ten bei­den Stun­den ver­lie­fen nor­mal, nach der 1. gro­ßen Pau­se blie­ben jedoch alle Schü­ler auf dem Schul­hof, da fiel erst auf, dass sich kein Leh­rer auf dem Schul­hof befand. Die­se haben in der Zwi­schen­zeit, im Leh­rer­zim­mer ein­ge­schlos­sen, einen Crash­kurs in Sachen Amok­ver­hal­ten bekom­men. In der Situa­ti­on hat man sich gefragt: „Wenn alle Leh­rer und Poli­zis­ten im Leh­rer­zim­mer sind, wer passt dann hier auf, falls wirk­lich einer Amok lau­fen soll­te?“

Eine hal­be Stun­de spä­ter ging der Unter­richt wei­ter und unser Leh­rer hat uns mit­ge­teilt, dass in einem Chat im Inter­net ein Schü­ler des THGs eine Amok­war­nung geschrie­ben hat. Als Vor­sichts­maß­nah­me sol­len die Türen abge­schlos­sen wer­den und bei einem bestimm­ten Code­wort durch die Laut­spre­cher soll­ten Tische umge­wor­fen wer­den und die Schü­ler sich flach auf den Boden legen.

In der Frei­stun­de danach wur­de bekannt, dass der User­na­me irgend­was mit Mar­cus wäre und jeder Mar­cus der Schu­le ver­hört wur­de. Bei man­chen soll die Poli­zei sogar zuhau­se gewe­sen sein. Als ich mit einem Freund den Schul­hof ver­las­sen woll­te, wur­de uns mit­ge­teilt, dass wir beim Wie­der­be­tre­ten des Schul­hofs unse­ren Aus­weis vor­zei­gen müs­sen. All­ge­mei­ner Unter­richts­schluss war um 13.15 Uhr, damit die Poli­zis­ten Fei­er­abend machen kön­nen. Nächs­ten Mon­tag und Diens­tag soll die Schu­le eben­falls über­wacht wer­den.

Alles in allem waren 2 Motor­rad­po­li­zis­ten im Stadt­park, 2 Mann­schafts­wa­gen, 4 Strei­fen­wa­gen und auch noch ein Zivil­fahr­zeug rund ums Schul­ge­län­de posi­tio­niert.

Wir hat­ten nicht wirk­lich Angst. Eher kamen Scher­ze von allen Sei­ten zu den Mar­kusen unse­rer Schu­le. Kei­ner ist wirk­lich davon aus­ge­gan­gen das was pas­sie­ren wür­de, bis auf ein paar jun­ge Leh­re­rin­nen.

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Der Amok­lauf von Erfurt fand am 26. April 2002 statt, unse­rem aller­letz­ten Schul­tag. 1 Ich habe daher nie erfah­ren, wie Schu­len auf sol­che Vor­fäl­le reagie­ren. Wäh­rend einer unse­rer Abi-Klau­su­ren wur­de zwar 200 Meter wei­ter eine Welt­kriegs­bom­be ent­schärft, aber ansons­ten waren wir nur Nor­ma­li­tät gewöhnt.

Ich bin mir sicher, dass mei­ne Schul­zeit anders aus­ge­se­hen hät­te, wenn das alles nicht nach uns pas­siert wäre. Wir waren die Nerds, wir haben „Half Life“ gespielt, Metal oder Punk­rock gehört (auch Pop, aber wen hät­te das inter­es­siert) und gera­de ich hat­te den Ruf, ein biss­chen wahn­sin­nig zu sein. 2 Wir waren also komisch – wie alle Teen­ager. Und wir wären poten­ti­ell ver­däch­tig gewe­sen.

Die Muschel­schub­s­er­in hat einen sehr lesens­wer­ten Text dar­über geschrie­ben, wie das so war, als Teen­ager in einer Klein­stadt auf­zu­wach­sen.

Schon damals – in Zei­ten ohne Inter­net, Han­dys und Bal­ler­spie­len – hat nie­mand gemerkt, was wir wirk­lich tun, was uns wirk­lich bedrückt, wie aus­ge­schlos­sen wir uns gefühlt haben, wie sehr uns die Gesell­schaft ins Gesicht gespuckt hat, dass sie mit uns nicht viel anfan­gen kann. Wir alle hat­ten damals einen star­ken Trieb, der sich manch­mal in Aggres­si­vi­tät geäu­ßert hat. Und obwohl wir uns aus­ge­schlos­sen fühl­ten und es gewis­ser­ma­ßen auch waren, wur­den die meis­ten von uns in letz­ter Kon­se­quenz immer auf­ge­fan­gen, unter­stützt, behü­tet. Genau des­halb waren wir trotz allem durch­schnitt­li­che Jugend­li­che, nicht auf­fäl­li­ger als ande­re. Und genau des­halb sind wir heu­te ver­mut­lich alle ganz nor­ma­le Men­schen.

Eini­ges davon ken­ne ich aus eige­ner Erfah­rung, ande­res kann ich zumin­dest gut nach­voll­zie­hen. Und ich glau­be, das kann jeder, der mal jung und nicht Mit­glied der Jun­gen Uni­on war.

Auch John­ny Haeus­ler hat sich bei Spree­blick Gedan­ken dar­über gemacht, wie das eigent­lich so ist, als Jugend­li­cher in Deutsch­land. Wer sich für einen inter­es­siert und wie die Medi­en reagie­ren, wenn dann mal wie­der was pas­siert ist:

Wie laut muss man als Jugend­li­cher eigent­lich sein, um gehört zu wer­den?
Noch lau­ter als eine Beret­ta?

Und weil’s grad zum The­ma Kin­der passt, will ich Ihnen auch noch einen Ein­trag aus dem F.A.Z.-Fernsehblog ans Herz legen.

Dar­in geht es unter ande­rem um eine Mut­ter, die das Fol­gen­de in eine Fern­seh­ka­me­ra sag­te:

Ich ver­steh die Welt nicht mehr. Mei­ne Toch­ter war in der zehn­ten Klas­se, die hat das alles live mit­er­lebt. Die sitzt jetzt zuhau­se, zit­tert und weint. Sie sind aus dem Fens­ter gesprun­gen, sie und ihre Freun­din.

Der Fra­ge, war­um sie es in die­sem Moment für klü­ger hielt, die Welt­öf­fent­lich­keit dar­über zu infor­mie­ren, statt bei ihrer Toch­ter zu sein, möch­te ich mich ger­ne anschlie­ßen.

Auf eine Fra­ge mehr oder weni­ger kommt’s ja auch nicht mehr an.

  1. Am ande­ren Dins­la­ke­ner Gym­na­si­um waren die Abitu­ri­en­ten an die­sem Mor­gen – wenn ich das rich­tig im Kopf habe – mit Was­ser­pis­to­len durch die Klas­sen­räu­me gezo­gen, um ihren letz­ten Schul­tag zu fei­ern.[]
  2. Der Ruf war nicht ganz unbe­grün­det.[]
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Nicht zynisch werden

Ich habe heu­te zwei Tex­te für mein Blog bei freitag.de geschrie­ben: Einen ges­tern begon­ne­nen über die Nicht­exis­tenz des Musik­fern­se­hens in Deutsch­land und einen aktu­el­len über die media­le Unsterb­lich­keit von Mör­dern.

Bizar­rer­wei­se tref­fen sich bei­de Inhal­te jetzt auf der ande­ren Sei­te wie­der, denn MTV und Viva haben sich (wie schon am 11. Sep­tem­ber 2001) ent­schlos­sen, ihr Trash-Pro­gramm aus­zu­set­zen und bis auf wei­te­res Musik­vi­de­os zu sen­den, die der Stim­mung ange­mes­sen sind.

Es fällt schwer, da nicht zynisch zu wer­den.