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Musik

Listenpanik 02/​08

Bei der letz­ten Lis­ten­pa­nik hat­te ich mich beklagt, dass im Janu­ar so weni­ge Plat­ten erschie­nen sei­en. Nun, das war im Febru­ar schon deut­lich anders: Obwohl es bekannt­lich der kür­zes­te Monat ist, war die Aus­wahl an guten bis sen­sa­tio­nel­len Alben plötz­lich rie­sen­groß. Ich habe kurz dar­über nach­ge­dacht, die Top-Five-Rege­lung über den Hau­fen zu wer­fen und ein­fach alle guten Plat­ten auf­zu­schrei­ben, aber Top Five ist Top Five. Für die Jah­res­end­lis­te ist es eh uner­heb­lich, ob ein Album in den Monats­lis­ten auf­ge­taucht ist.

Eben­falls in der letz­ten Lis­ten­pa­nik hat­te ich ver­kün­det, „wenn nichts mehr dazwi­schen kommt“ wer­de „Lucky“ von Nada Surf im Febru­ar die Bes­ten­lis­te der Alben anfüh­ren. Wie Sie in zwei Zei­len erfah­ren wer­den, ist etwas bzw. jemand dazwi­schen­ge­kom­men:

Alben
1. Goldf­rapp – Seventh Tree
Jawoll, sie haben es sich ver­dient: Goldf­rapp, das Duo aus Ali­son Goldf­rapp und Will Gre­go­ry, machen auf ihrem vier­ten Album Musik, die so sehr auf den Punkt ist, dass man sie ein­fach lie­ben muss. Per­fekt aus­ge­pen­delt zwi­schen Folk und Elek­tro­nik, zwi­schen Kath­le­en Edwards und Imo­gen Heap. Erin­nern Sie sich an die unend­li­che Leich­tig­keit, die Ihnen ent­ge­gen ström­te, als Sie zum ers­ten Mal „Moon Safa­ri“ von Air gehört haben? Hier ist sie wie­der, zehn Jah­re spä­ter.

2. Nada Surf – Lucky
Viel falsch gemacht haben Nada Surf in ihrer bis­he­ri­gen Kar­rie­re nicht, auf ihrem fünf­ten Album machen sie fast alles rich­tig. Nach „See The­se Bones“ und „Who­se Aut­ho­ri­ty“ weiß man gar nicht mehr, wohin mit der eige­nen Eupho­rie, und das sind erst die ers­ten bei­den Stü­cke auf der Plat­te. „Lucky“ ist zeit­lo­ser Indie Rock, der in ers­ter Linie hap­py macht.

3. Joe Jack­son – Rain
Ist doch irgend­wie klar, dass ich Joe Jack­son groß­ar­tig fin­den muss: Immer­hin spielt er Kla­vier und hat einen bri­ti­schen Akzent. Nicht klar? Okay: Er hat ziem­lich offen­sicht­lich Ben Folds beein­flusst, so tol­le Musik zu machen – und das war sel­ten so offen­sicht­lich wie auf „Rain“, wo Jack­son so sehr nach Folds klingt (also irgend­wie anders­rum, aber Sie ver­ste­hen) wie lan­ge nicht mehr. Sehr ele­gan­ter Pia­no­pop, der mal zum Pia­no­rock wird, mal zum Jazz, und im tief­trau­ri­gen „Solo (So Low)“ sei­nen … äh: Höhe­punkt fin­det. Oder doch in der Destiny’s‑Child-Anleihe in „Good Bad Boy“?

4. Niels Fre­vert – Du kannst mich an der Ecke raus­las­sen
Für sei­ne alte Band Natio­nal­ga­le­rie bin ich zu jung und auch sonst muss ich zuge­ben, bis heu­te wenig von Niels Fre­vert gehört zu haben. Aber sein drit­tes Solo­al­bum „Du kannst mich an der Ecke raus­las­sen“ gefällt mir, unter ande­rem weil es auf erstaun­li­che Wei­se „undeutsch“ klingt. Die Arran­ge­ments erin­nern an Dami­en Rice und José Gon­za­les und die Stim­mung ist ein biss­chen so wie auf Tom Liwas Meis­ter­werk „St. Amour“. Den dezent swin­gen­den Titel­song soll­te man test­wei­se mal Roger-Cice­ro-Fan­in­nen vor­spie­len, zu The­ra­pie­zwe­cken.

5. Tegan And Sara – The Con
„Kana­da“, „Zwil­lin­ge“, „Indie Pop“ – „Bin­go!“
Nur ein gutes hal­bes Jahr nach sei­nem Release ist das fünf­te Album der Schwes­tern jetzt auch in Deutsch­land erschie­nen. Musik und Tex­te sind eine wun­der­ba­re Mischung aus nied­lich und gemein und man hofft, dass die­ser kana­di­sche Indie Pop (von Zwil­lin­gen!) end­lich mal die Charts und Radio­sta­tio­nen erobert.

Songs
1. Goldf­rapp – A&E
Ich lie­be es, wenn man beim aller­ers­ten Hören eines Songs, noch bevor die­ser zu Ende ist, denkt: „Was für ein tol­les, tol­les Lied! Ich möch­te es mir ins Herz täto­wie­ren las­sen!“ So war es bei „A&E“, von dem ich beim aller­ers­ten Hören gar nicht wuss­te, dass es auch die ers­te Sin­gle aus „Seventh Tree“ ist. Natür­lich völ­lig zu Recht.

2. R.E.M. – Super­na­tu­ral Super­se­rious
Klar: Außer „Shi­ny Hap­py Peo­p­le“ haben R.E.M. noch nie irgend­was falsch gemacht. Gera­de die Vor­ab-Sin­gles waren ja auch bei den letz­ten bei­den Alben („Imi­ta­ti­on Of Life“, „Lea­ving New York“) immer Über­songs, aber so ein ganz klei­nes biss­chen erstaunt ist man dann viel­leicht doch, dass R.E.M. wie­der rich­tig rocken (obwohl sie das ja mit den neu­en Songs auf ihrem Best Of von 2003 auch getan hat­ten) und „Super­na­tu­ral Super­se­rious“ zwei Durch­gän­ge län­ger braucht, bis man sich in den Song ver­liebt hat. Aber dann ist alles ganz wun­der­bar und irgend­wann ver­steht man auch nicht mehr „Gise­la“, son­dern „It’s a lie“.

3. Danko Jones – Take Me Home
Der unwahr­schein­lichs­te Song des Monats auf einem ziem­lich unwahr­schein­li­chen Danko-Jones-Album: Die Kana­di­er spie­len ein Bei­na­he-Cover von John Den­vers „Coun­try Roads“, ori­gi­nal mit Akus­tik­gi­tar­re, Mit­klat­sch­rhyth­mus und Chö­ren im Refrain. Das geht ent­we­der gar nicht oder ist das heim­li­che High­light der Plat­te. Ich ent­schei­de mich für letz­te­res, nicht zuletzt wegen der Text­zei­le „Take me home to whe­re my records are“. Dem­nächst dann ver­mut­lich auf WDR 2.

4. Panic At The Dis­co – Nine In The After­noon
Na, das macht doch schon mal Lau­ne auf das Zweit­werk der Band, die auf Ihrem Debüt noch Panic! At The Dis­co hieß. Ein biss­chen grad­li­ni­ger als die meis­ten Songs auf „A Fever You Can’t Sweat Out“ ist „Nine In The After­noon“ ja schon gewor­den, aber das soll uns nicht stö­ren, denn es ist ein­fach ein fei­ner Song.

5. One­Re­pu­blic – Stop And Sta­re
Schon klar: „Apo­lo­gi­ze“ ging sehr schnell gar nicht mehr. Die­ser Kas­tra­ten­ge­sang, der omni­prä­sen­te Tim­ba­land und dann auch noch Til Schwei­ger im (deut­schen) Video – das konn­te nicht mal mehr Nora Tschirner (eben­falls im deut­schen Video) aus­glei­chen. „Stop And Sta­re“ zwingt zur nähe­ren Beschäf­ti­gung mit One­Re­pu­blic, denn die­se Sor­te Col­lege Rock (oder wie auch immer man die­sen Sound in den Nuller Jah­ren nennt) mag ich sehr ger­ne. Sowohl The Fray als auch Orson las­sen grü­ßen.

EP
Smas­hing Pump­kins – Ame­ri­can Gothic
Wer mit „Zeit­geist“, dem Come­back-Album der Smas­hing Pump­kins, nicht klar kam, weil es „irgend­wie nichts Neu­es“ zu bie­ten hat­te, der wird auch mit der EP „Ame­ri­can Gothic“ sei­ne Pro­ble­me haben, denn auch die könn­te schon zehn Jah­re alt sein. Sehr genau sogar, denn der Ver­zicht auf elek­tri­sche Gitar­ren sorgt für vier der­art melan­cho­li­sche Songs, wie sie Bil­ly Cor­gan seit „Ado­re“ nicht mehr geglückt sind. Natür­lich braucht man streng genom­men gar kei­ne Nach­fol­ger von „To Shei­la“, „Per­fect“ oder „Tear“, aber sobald Bil­ly Cor­gan bei „The Rose March“ anfängt, mit sich selbst im Duett zu sin­gen, setzt wie­der die­se Gän­se­haut ein, für die man die Pump­kins immer geliebt hat. Und wer nicht will, der hat schon.

Eben­falls gehört und für gut befun­den: Danko Jones – Never Too Loud, Home Of The Lame – Sing What You Know, k.d. lang – Waters­hed, Vam­pi­re Weekend – Vam­pi­re Weekend, Chris Wal­la – Field Manu­al

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Musik

Everybody in the house of love

Lei­der habe ich heu­te Abend schon eine Ver­ab­re­dung mit der Hoch­kul­tur, sonst könn­te ich mir in mei­ner Hei­mat­stadt doch glatt das Come­back des Jah­res anse­hen. In einem mir unbe­kann­ten Bochu­mer Tanz­schup­pen wird die Band auf der Büh­ne ste­hen, die in mei­ner Musik­so­zia­li­sa­ti­on den Zeit­raum zwi­schen der Mün­che­ner Frei­heit und den New Radi­cals bestimmt hat: East 17.

Mit­te der Neun­zi­ger bestimm­te die Fra­ge „Oasis oder Blur?“ die bri­ti­sche Musik­sze­ne. Die ande­re zen­tra­le Fra­ge für die etwas jün­ge­ren und/​oder ahnungs­lo­se­ren lau­te­te: „Take That oder East 17?“. Und wäh­rend es heut­zu­ta­ge völ­lig okay ist, Take That gut gefun­den zu haben (ihr Come­back-Album muss man ja gar lie­ben), „gehen“ East 17 rück­bli­ckend „gar nicht“ – sagen zumin­dest alle.

Ich moch­te die Band damals und die Erin­ne­rung an die­se Zeit lässt es auch heu­te noch nicht zu, ihre Musik schei­ße zu fin­den. Ich war im Besitz einer die­ser aus der „Bra­vo“ zusam­men­ge­klaub­ten und hin­ge­schlu­der­ten (heu­te wür­de man die Wiki­pe­dia neh­men) Band­bio­gra­phien und wäh­rend ich lan­ge Jah­re dach­te, „Post­cards From Hea­ven“ der Light­house Fami­ly wäre mein ers­tes selbst­ge­kauf­tes Album gewe­sen, muss ich die­se Infor­ma­ti­on nach wei­te­rer Inau­gen­schein­nah­me mei­ner CD-Samm­lung kor­ri­gie­ren: es war „Up All Night“ von East 17.

Ich habe East 17, die schließlch nur noch E‑17 hie­ßen (was sie, wie der Ken­ner weiß, natür­lich schon getan hat­ten, bevor sie East 17 hie­ßen) und nur noch zu dritt waren, irgend­wann aus den Augen ver­lo­ren. Von 1996 bis 1998 war mein Inter­es­se an Kino­fil­men und deren Scores grö­ßer als das an Pop­mu­sik. Was ich noch mit­be­kam war, dass das Trio noch ein Album ver­öf­fent­lich­te und sich dann auf­lös­te. Sän­ger Bri­an Har­vey war vor eini­gen Jah­ren Kan­di­dat bei „I’m a Cele­bri­ty … Get Me Out of Here!“ und schaff­te es, von sei­nem eige­nen Mer­ce­des über­fah­ren zu wer­den, wäh­rend er am Steu­er saß. In einem Plat­ten­la­den hat­te ich neu­lich ein Best Of der Band in der Hand, das etli­che Jahr jün­ger war als ihr Best Of bei mir im Regal, aber die glei­chen Songs ent­hielt.

Heu­te Abend ste­hen East 17 also als East 17, aber wei­ter­hin ohne Tony Mor­ti­mer, den coo­len Rap­per, auf der Büh­ne des „Rombach’s“ in Bochum. Ich bin ganz froh, dass ich was ande­res vor­ha­be.

PS: East 17s größ­ter Hit war natür­lich „Stay Ano­ther Day“, den ich auch heu­te noch kom­plett mit­sin­gen kann. Ein wenig kre­di­bi­ler ist das natür­lich bei der Cover­ver­si­on von Maps, die man sich hier her­un­ter­la­den kann.

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Musik

What’s new to you?

Män­ner tun ja manch­mal merk­wür­di­ge Din­ge. Frau­en hei­ra­ten, zum Bei­spiel, oder acht­ein­halb Stun­den unter­wegs sein für 75 Minu­ten Kon­zert. Ich habe ges­tern letz­te­res gemacht und mir die Ste­reo­pho­nics ange­se­hen.

Erst muss man nach Köln fah­ren, was ja für sich genom­men schon schlimm genug ist, und dann steht man auch noch inmit­ten von ange­trun­ke­nen Bri­ten und alten Leu­ten, die aus­se­hen, als hät­ten sie eigent­lich zu Bryan Adams gehen wol­len, und wird mit dem Gesamt­werk der über­aus schreck­li­chen Band Live beschallt. Das aller­dings war, wie sich bald her­aus­stel­len soll­te, eine gute Vor­be­rei­tung auf die Vor­band Hero. Die ver­ein­ten näm­lich auf beein­dru­cken­de Wei­se so ziem­lich alles, was ich an Bands wie Sta­tus Quo, Bush, Simp­le Minds und INXS nicht aus­ste­hen kann, und hat­ten einen Sän­ger der aus­sah wie der von Right Said Fred. Danach lie­fen zum Glück die größ­ten Hits von The Clash.

Nach schier end­lo­sem und wie­der­hol­tem Gitar­ren­stim­men auf der Büh­ne (das ist so nicht Rock’n’Roll) gin­gen die Ste­reo­pho­nics nebst Zusatz­gi­tar­rist und ‑key­boar­der um Punkt 22:00 Uhr auf die Büh­ne. Da ich noch den letz­ten Zug nach Bochum erwi­schen muss­te, wuss­te ich schon, dass ich nicht das gan­ze Kon­zert wür­de sehen kön­nen. Das war aber erst mal egal, als die ers­ten Tak­te von „Bank Holi­day Mon­day“ erklan­gen und die Band los­leg­te wie ein Hau­fen jun­ger Hun­de.

Die Set­list war eine aus­ge­wo­ge­ne Zusam­men­stel­lung aus nahe­zu allen Schaf­fens­pe­ri­oden der Band, nur „You Got­ta Go The­re To Come Back“ blieb kom­plett außen vor. Am meis­ten gefei­ert wur­den die ganz neu­en Songs von „Pull The Pin“ und die Hits der ers­ten bei­den Alben – „Super­man“, „Devil“ und „Door­man“ von „Lan­guage. Sex. Vio­lence. Other?“ lie­fen irgend­wie ins Lee­re. Lei­der gab es nach dem furio­sen Auf­takt immer wie­der Hän­ger, „Pick A Part That’s New“ droh­te gar völ­lig aus­ein­an­der zu fal­len, so erschre­ckend lahm­ar­schig geriet der Refrain. „Traf­fic“ stand ähn­lich auf der Kip­pe, aber „Mr. Wri­ter“ und mein Pho­nics-Lieb­ling „Just Loo­king“ waren dafür makel­los.

Die Band war bes­tens gelaunt (ich glau­be, ich habe Kel­ly Jones vor­her noch nie lachen gese­hen) und ließ sich das auch nicht vom bis­wei­len etwas leb­lo­sen Publi­kum kaputt machen. Mit­sin­gen tut man in Deutsch­land halt nur bei Pur, kett­car und Oasis und groß Bewe­gen ging in der gut gefüll­ten und auf Sau­na­tem­pe­ra­tu­ren auf­ge­heiz­ten Live Music Hall auch nicht so gut. Zwi­schen „It Means Not­hing“, der ers­ten Sin­gle aus „Pull The Pin“, und dem Klas­si­ker „Local Boy In The Pho­to­graph“, der das regu­lä­re Set abschloss, gab es mit „My Own Worst Ene­my“ einen neu­en Song, der auch fürs nächs­te Album wie­der Mut macht: Die Ste­reo­pho­nics haben eben auf jedem Album eine Hand­voll wirk­lich guter Songs, wie es eine Kon­zert­be­su­che­rin auf dem Weg nach drau­ßen prä­zi­se zusam­men­fass­te.

Wegen des oben beschrie­be­nen Zeit­drucks (Kon­zer­te um 21:00 Uhr soll­ten unter der Woche ver­bo­ten wer­den), muss­te ich die Hal­le lei­der vor den Zuga­ben ver­las­sen. Wenn sich die Band an den Set­lis­ten der ande­ren Deutsch­land-Kon­zer­te ori­en­tiert hat, habe ich „Roll Up And Shi­ne“ und lei­der auch „Dako­ta“ ver­passt. Letz­te­res konn­te ich aber dank You­Tube heu­te früh noch nach­ho­len.

Mein ers­tes Ste­reo­pho­nics-Kon­zert seit sechs­ein­halb Jah­ren war ein biss­chen wie ein Tref­fen mit alten Freun­den: Man erin­nert sich gemein­sam an die schö­nen Zei­ten, als man noch jung war und durch die Gegend hüpf­te, hört inter­es­siert, was die ande­ren jetzt so machen, denkt sich zwi­schen­durch „Ich soll­te sowas nicht mehr machen“ und geht dann doch mit einem woh­li­gen Gefühl nach hau­se.

Set­list:

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Musik Digital

Sex sells anything

Amazon.de meint der­zeit, preis­wer­te CDs unter der Über­schrift „Sex-Sym­bo­le“ ver­kau­fen zu müs­sen.

Da fin­den sich dann nahe­lie­gen­de Kan­di­da­tin­nen wie Nel­ly Fur­ta­do, Suga­ba­bes, Rihan­na, Shaki­ra, Vanes­sa Para­dis oder Nata­lie Imbru­glia; bedingt nach­voll­zieh­ba­res wie Avril Lavi­gne, Chris­ti­na Agui­lera, Kylie Mino­gue, Ashan­ti, Rob­bie Wil­liams oder Ronan Kea­ting; bereits Ver­stor­be­ne wie Elvis Pres­ley und Aali­yah; in Wür­de Geal­ter­te (Bri­git­te Bar­dot, Jane Bir­kin, Leo­nard Cohen, Bob Dylan, Tom Jones, Euryth­mics) und nur Geal­ter­te (Kim Wil­de, Tom­my Lee, Bil­ly Idol, Aer­o­s­mith, Skid Row, Rod Ste­wart, Tina Tur­ner). Es gibt Unver­meid­li­ches wie Brit­ney Spears und Madon­na, spe­cial inte­rests wie Shania Twa­in, Loo­na, Michel­le, Eva­ne­s­cence und Roger Cice­ro – und es gibt von mir hoch ver­ehr­te Künst­ler, die ich in die­sem Kon­text nun wirk­lich nicht erwar­tet hät­te: The Clash und Ben Folds.

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Musik

Ella, ella, eeh

Im Früh­jahr 2007 erschien „Umbrel­la“, die ers­te Sin­gle aus dem drit­ten Album von Rihan­na. Das zuvor semi-pro­mi­nen­te R’n’B-Stern­chen wur­de über Nacht zum Super­star und „Umbrel­la“ der Hit des Jah­res, der es auch auf mei­ne Bes­ten­lis­te schaff­te.

Bereits im Sep­tem­ber berich­te­te NPR über die damals schon zahl­rei­chen Cover­ver­sio­nen des Songs und frag­te:

Can It Be Too Soon to Cover a Pop Song?

Seit­dem dürf­te eine knap­pe hal­be Mil­li­on wei­te­rer Neu­in­ter­pre­ta­tio­nen hin­zu­ge­kom­men sein, von denen ich Ihnen nun eini­ge vor­stel­len möch­te:

Tegan And Sara
Die kana­di­schen Indie-Pop-Zwil­lin­ge haben sich eini­ge Male live durch den Song gekämpft. Nicht immer ganz text­si­cher, aber immer sehr schön.

Man­dy Moo­re
Nach­dem sie schon „Some­day We’ll Know“ der New Radi­cals nicht kaputt gekriegt hat, hat Pop­s­tern­chen Man­dy Moo­re „Umbrel­la“ also in eine Bal­la­de ver­wan­delt. Klappt auch.

Marié Dig­by
Mein Favo­rit unter den Cover­ver­sio­nen: laid back und mit einem eige­nen Ansatz.

Lil­la­sys­ter
Die Tat­sa­che, dass nicht mal eine skan­di­na­vi­sche Proll­me­tal­band das Lied kaputt kriegt, spricht doch deut­lich für des­sen Qua­li­tät.

Vanil­la Sky
Die knuf­fi­gen Italo-Punk­ro­cker, die schon ein spek­ta­ku­lä­res Cover von Vanes­sa Carl­tons „A Thousand Miles“ auf­ge­nom­men hat­ten, covern nicht nur den Song, son­dern gleich noch das Video. Ich mag vor allem, wie das Lied im Refrain rich­tig los­düst. Den Durch­bruch wer­den sie damit aber wie­der nicht schaf­fen.

Plain White T’s
Noch eine Punk­rock-Kapel­le: Nach ihrer (wirk­lich sehr schö­nen) Bal­la­de „Hey The­re Deli­lah“ droht der Band der Ruf des one hit won­ders. Viel­leicht soll­ten sie die­se Akus­tik­ver­si­on zu einer Sin­gle aus­bau­en …

Biffy Cly­ro
Eigent­lich klingt der Alter­na­ti­ve Rock der drei Schot­ten ja ganz anders, aber in der „Live Lounge“ von BBC Radio 1, wo der Song mit­ge­schnit­ten wur­de, hat man ja schon alles an abwe­gi­gen Cover­ver­sio­nen erlebt.

Keith Urban & Car­rie Under­wood
Die Ver­si­on ist unin­spi­riert as hell, aber die Stim­men haben doch einen gewis­sen Reiz.

Manic Street Pre­a­chers
Sogar die wali­si­schen Kom­mu­nis­ten-Rocker lie­ßen sich nicht davon abhal­ten, „Umbrel­la“ für eine NME-Com­pi­la­ti­on zu covern. Immer­hin haben sie als eine der ganz weni­gen den gran­dio­sen Beat (bei dem es sich übri­gens um „Vin­ta­ge Funk Kit 03“ aus Gara­ge Band han­delt) zumin­dest ansatz­wei­se bei­be­hal­ten.

Rihan­na & Kla­xons
Na, das war doch mal was bei den Brit Awards am Mitt­woch: Rihan­na singt den Song halt immer noch am Bes­ten, wäh­rend Kla­xons im Hin­ter­grund „Gol­den Skans“ und „It’s Not Over Yet“ spie­len. So haucht man dem Song auch nach fast einem Jahr noch mal neu­es Leben ein.

[via Oli­ver­Ding in den Kom­men­ta­ren und „Visi­ons News­flash“]

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Musik Digital

Als wäre man selbst dabeigewesen

Am Mon­tag ist zoomer.de, das neue töf­te Nach­rich­ten­por­tal für Men­schen, die sich von Ulrich Wickert duzen las­sen wol­len, gestar­tet (Cof­fee And TV berich­te­te). Da der Start von derwesten.de gelehrt hat, dass sich am ers­ten Tag und nach Inau­gen­schein­nah­me des Lay­outs nichts ver­läss­li­ches über die Qua­li­tät eines neu­es Web­an­ge­bots sagen lässt, habe ich es vor­ge­zo­gen, mich mit Äuße­run­gen zurück­zu­hal­ten, bis es auf der inhalt­li­chen Sei­te etwas blog­gen­s­wer­tes gibt. Also bis jetzt.

In Lon­don wur­den am Mitt­woch­abend die Brit Awards ver­lie­hen (den qua­li­ta­ti­ven Unter­schied zum Echo kön­nen Sie schon dar­an able­sen, dass auf der offi­zi­el­len Web­site der Brit Awards die Preis­trä­ger sofort auf­ge­lis­tet waren). zoomer.de ent­schied sich, die wich­tigs­ten Gewin­ner in einer Bil­der­ga­le­rie vor­zu­stel­len. Nun sind Bil­der­ga­le­rien natür­lich Geschmacks­sa­che und nicht so meins, aber wenn man ein paar schö­ne atmo­sphä­ri­sche Bil­der von der Preis­ver­lei­hung hat: war­um nicht?

Wegen Java­script kann ich die ein­zel­nen Bil­der (jedes ein Klick) lei­der nicht direkt ver­lin­ken, aber wir kön­nen die neun Sei­ten trotz­dem kurz durch­ge­hen:

Bild 1: Kanye West

Bes­ter inter­na­tio­na­ler Künst­ler wur­de bei den Brit Awards Kanye West. Viel­leicht hebt der Sieg sei­ne Stim­mung. Sei­ne Mut­ter ist vor ein paar Wochen an den Fol­gen einer Schön­heits-OP gestor­ben.

„vor ein paar Wochen“ ist natür­lich ein dehn­ba­rer Begriff, starb Dr. Don­da West doch bereits im Novem­ber. Das aller­dings ist längst noch nicht so lan­ge her wie der Anlass, bei dem das beglei­ten­de dpa-Foto ent­stan­den ist – denn das war beim „Live Earth“-Kon­zert am 7. Juli 2007.

Bild 2: Kylie Mino­gue
Nun könn­te es natür­lich sein, dass Kylie Mino­gue bei den Brit Awards ein­fach wie­der die glei­che Live-Show gebo­ten hat wie bei der Ver­lei­hung der „Gol­de­nen Kame­ra“ und ich des­halb die Fotos ver­wechs­le (bei den Echos hat­te sie ja eine ande­re Fri­sur). Hat sie aber offen­bar nicht.

Bild 3: Foo Figh­ters
Über den mini­mal ver­un­glück­ten Album­ti­tel kann ich hin­weg­se­hen, ich muss „Echo­es, Silence, Pati­ence & Grace“ ja auch immer erst nach­gu­cken. Das sind natür­lich auch die Foo Figh­ters – aber das in ihrer Hand ist ziem­lich sicher kein Brit Award.

Bild 4: Paul McCart­ney
Wenn Mac­ca sich nicht wäh­rend des Auf­tritts umge­zo­gen hat, ist auch die­ses ddp-Bild aus dem Archiv.

Bild 5: Take That
Ich fin­de auf die Schnel­le nichts, was das Gegen­teil beweist, also könn­ten wir davon aus­ge­hen, dass das Bild tat­säch­lich Take That bei den Brit Awards zeigt, wenn – ja, wenn Take That dort gar nicht auf­ge­tre­ten wären.

Bild 6: Arc­tic Mon­keys
Tat­sa­che: Das Bild mit der lus­ti­gen Ver­klei­dung ist vom Mitt­woch.

Bild 7: Mark Ron­son
That’s easy: Das in sei­ner Hand ist ein Gram­my.

Bild 8: Kate Nash

Bild­nach­weis: Pro­mo

Na, jetzt wis­sen wenigs­tens alle, wie Kate Nash aus­sieht, wenn sie gera­de nicht den Preis als bes­te bri­ti­sche Künst­le­rin erhält.

Bild 9: Mika
Ach, viel­leicht ist das ja das glei­che Hemd. Ist letzt­lich auch egal fürs

Fazit
Von den neun Fotos der Foto­stre­cke „Brit Awards“ stam­men min­des­tens sie­ben aus dem Archiv, die Mini­mal­tex­te neben den Bil­dern füh­ren noch nicht mal alle Gewin­ner auf (ande­rer­seits: Wel­cher deut­sche Leser kennt schon Ade­le?) und über den Auf­tritt des Abends (Rihan­na! Kla­xons! Zusammen!!!!1) fehlt jedes Wort. Dafür brauch ich kein neu­es Por­tal, für der­ar­ti­gen Qua­li­täts­jour­na­lis­mus habe ich „Spie­gel Online“ und sueddeutsche.de …

Ver­söhn­li­cher Abschluss
Wenn Sie guten Musik­jour­na­lis­mus wol­len, lesen Sie Kele­fa San­nehs „New York Times“-Arti­kel über den New Yor­ker Auf­tritt von Tokio Hotel. Der ist wirk­lich toll und die zwei Bil­der auf der Sei­te sind auch noch hun­dert­mal bes­ser als der Archiv-Krem­pel bei zoomer.de.

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Musik Leben

In Bochum riecht der Frühling nach Bratwurstbude

Ich habe heu­te (also ges­tern) Früh­jahrs­putz gemacht. Mein Zim­mer hat­te in ohren­be­täu­ben­der Laut­stär­ke, schril­ler Stimm­la­ge und in den häss­lichs­ten Dia­lek­ten der mir bekann­ten Spra­chen danach geschrien. Durch eine geschick­te, mir immer noch nicht voll­stän­dig ver­ständ­li­che Umschich­tung ist es mir gelun­gen, die Bücher so im Regal zu ver­tei­len, dass die aller­meis­ten von ihnen auf­recht ste­hen – die seit andert­halb Jah­ren vor­herr­schen­de Sta­pe­lung war schon lan­ge nicht mehr halt­bar gewe­sen. Außer­dem habe ich die DVD-Samm­lung aus dem Bücher­re­gal unter den DVD-Play­er ver­frach­tet und die dort lagern­den Bücher lie­ber ins Regal gestellt.

Neben­bei habe ich den Kühl­schrank unse­rer WG abge­taut. Dies hat­te man (ich) zuletzt vor zwei Jah­ren gemacht und wenn mir jemand erzäh­len will, das ewi­ge Eis bil­de sich rapi­de zurück, dann soll die­ser jemand mal einen Blick in unse­re Bade­wan­ne wer­fen, wo die letz­ten Eis­schol­len gera­de Rich­tung Abfluss trei­ben. Noch­mal wer­de ich die­se Arbeit in die­ser Küche hof­fent­lich nicht machen müs­sen – der Kühl­schrank mei­ner dann Ex-Mit­be­woh­ner wird also nach mei­nen Berech­nun­gen im Sep­tem­ber 2011 von einem Eis­pan­zer auf­ge­sprengt wer­den. Haus­halts­tipp am Ran­de: Wenn man das Eis­wür­fel­fach vor der Wie­der­in­be­trieb­nah­me mit Spü­li ein­reibt, soll das angeb­lich einer schnel­len Eis­bil­dung ent­ge­gen­wir­ken.

Die­se Haus­ar­bei­ten ver­rich­te­te ich bei geöff­ne­tem Fens­ter. Auch wenn es heu­te nicht so warm war wie ges­tern 1, lag ein Hauch von Früh­ling in der Luft. In Bochum riecht der Früh­ling übri­gens, wie ich ges­tern bei einer klei­nen Foto­sa­fa­ri fest­stel­len durf­te, nach Brat­wurst­bu­de. Eben­falls ver­rich­te­te ich die Arbei­ten zum Klang ver­schie­de­ner Pop­mu­si­ken. Zwar hat­te mich WDR 5 am Mor­gen in der Küche noch recht pas­send mit einer Repor­ta­ge über Haus­halts­ge­rä­te für Män­ner und Frau­en unter­hal­ten, aber für den work­out woll­te ich lie­ber auf Bekann­tes zurück­grei­fen, des­sen Text ich ein­fach selbst wei­ter sin­gen könn­te, wenn der Staub­sauger mal wie­der die PC-Boxen über­tön­te.

Dabei fiel mir zum wie­der­hol­ten Male auf, wie vie­le CDs sich in mei­nem Regal befin­den, die ich sel­ten bis nie gehört habe. Beson­ders das Jahr als Musik­chef von CT das radio hat sich erheb­lich auf mei­ne Samm­lung aus­ge­wirkt: Da kamen jede Woche etwa 10 Kilo­gramm Ton­trä­ger 2 in der Redak­ti­on an, die unter den Musik­re­dak­teu­ren auf­ge­teilt wer­den woll­ten. Das sen­der­ei­ge­ne Archiv war kurz nach dem Erschei­nen des Strokes-Debüts an sei­ne Gren­zen gesto­ßen.

In die­se CDs wur­de jeweils kurz rein­ge­hört 3, dann durf­te der Redak­teur mit dem ent­spre­chen­den Schwer­punkt sie ein­ste­cken und damit machen, was er woll­te: In der eige­nen Sen­dung spie­len, eine Rezen­si­on drü­ber schrei­ben, sie auf einem manns­ho­hen Sta­pel auf (bes­ser noch: neben) dem eige­nen Schreib­tisch ein­stau­ben las­sen. Ich habe wirk­lich vie­le CDs gespielt, aber eben meist genau ein Lied, in das ich kurz vor der Sen­dung rein­ge­hört hat­te. Bei vie­len Künst­lern hät­te ich schon am Tag dar­auf nicht mehr sagen kön­nen, wie sie geklun­gen hat­ten. Dann wan­der­ten die CDs ins Regal, wo sie sich mit den Andenken an eine fünf­jäh­ri­ge Rezen­sen­ten­tä­tig­keit für „Plat­ten­tests Online“ und den selbst gekauf­ten Ton­trä­gern erst auf drei, dann auf vier, dann auf fünf „Ben­nos“ ver­teil­ten. 4

Ver­kau­fen darf man die Pro­mo-CDs nicht, dann kom­men die Plat­ten­fir­men vor­bei und hacken einem die Fin­ger ab (oder schlim­me­res). Das will aber natür­lich eh nie­mand, denn am Aus­maß der Plat­ten­samm­lung eines Man­nes erkennt man sei­ne Unlust, die Wän­de mit etwas ande­rem als CD-Rega­len (und Kon­zert­pla­ka­ten und Set­lis­ten) ver­schö­nern zu wol­len. 5 So kommt es, dass ich Dut­zen­de CDs im Regal habe, von denen ich nicht weiß, wie sie klin­gen. Sogar sol­che, die ich im 2nd-Hand-Laden oder auf dem Ramsch­tisch bei „Saturn“ selbst gekauft habe, weil ich dach­te, die­se oder jene CD müss­te man doch mal unbe­dingt im Regal haben („We Can’t Dance“ von Gene­sis wäre um ein Haar die ers­te CD gewor­den, die ich mir dop­pelt gekauft hät­te 6). Und genau sol­che CDs habe ich heu­te und in den letz­ten Tagen ein­mal ver­stärkt ein­ge­legt und mich gefreut, was ich doch für tol­le Musik im Regal ste­hen habe.

  1. Was mir ange­denk der Zwi­schen­la­ge­rung diver­ser Lebens­mit­tel auf dem Bal­kon ziem­lich ent­ge­gen kam.[]
  2. Was extrem wenig ist, ver­gli­chen zum Bei­spiel mit dem, was man als A&R eines Plat­ten­la­bels täg­lich von der Post­stel­le abho­len muss.[]
  3. Außer in die, die in Folie ein­ge­schweißt waren.[]
  4. Die drei Ben­nos waren noch inklu­si­ve Sin­gles gewe­sen, inzwi­schen war­ten Sin­gles und EPs in einer unrühm­li­chen Kis­te auf den nächs­ten Umzug.[]
  5. Man muss nur dar­auf ach­ten, dass einem sol­che Sachen wie Nickel­back, Within Tempt­a­ti­on oder Revol­ver­held gar nicht erst ins Haus kom­men.[]
  6. Also ver­se­hent­lich dop­pelt gekauft. Absicht­lich dop­pelt gekauft zwecks Spe­cial Edi­ti­on oder Neu­auf­la­ge habe ich schon ein paar.[]
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Musik Rundfunk

Liveblog: Echo 2008

20:00 Uhr
Lukas:
Hal­li­hal­lo und herz­lich Will­kom­men im schöns­ten Beton­bun­ker öst­lich des Ber­li­ner ICCs. Weil mir mein Arzt davon abge­ra­ten hat, deut­sche Preis­ver­lei­hun­gen ohne see­li­schen Bei­stand anzu­se­hen, habe ich mir ein biss­chen Ver­stär­kung geholt und wer­de wäh­rend des Abends auch noch die ein oder ande­re Live­schal­te ver­su­chen. Zunächst aber begrü­ße ich mei­ne char­man­te Co-Blog­ge­rin Kath­rin. Hal­lo Kath­rin!
Kath­rin: Hal­lo Lukas!

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Musik Leben

Mein Tag als Paparazzo

Bevor es rich­tig los­geht mit den Echos, möch­te ich Ihnen ger­ne noch mei­ne per­sön­li­che Echo-Geschich­te erzäh­len. Die geht so:

Im Febru­ar 2003 weil­te ich zwecks Ber­li­na­le und Stadt­be­gut­ach­tung eine Woche in Ber­lin. In die­se Zeit fie­len aber nicht nur die Film­fest­spie­le, son­dern (so wie die­ses Jahr auch wie­der) die Echo­ver­lei­hung und eine gro­ße Demons­tra­ti­on gegen den damals unmit­tel­bar bevor­ste­hen­den Irak­krieg.

Aus der für gewöhn­lich gut infor­mier­ten Ber­li­ner Lokal­pres­se erfuhr ich, dass Rob­bie Wil­liams, damals so ziem­lich der größ­te Pop­star im Uni­ver­sum, in town erwar­tet und im „Four Sea­sons“ näch­ti­gen wer­de. Da ich nichts bes­se­res zu tun hat­te, such­te ich das Hotel auf und fand mich zwi­schen etwa einem Dut­zend Fans und genau­so vie­len Medi­en­ver­tre­tern in der Eises­käl­te wie­der. Unschlüs­sig, auf wel­che Sei­te ich mich schla­gen soll­te, pack­te ich erst mal mei­ne sehr neue Nikon F65 aus, denn ich dach­te mir „bes­ser als einen Pro­mi zu sehen ist, ihn zu foto­gra­fie­ren“. Da kam Spike Lee vor­bei und ging unbe­hel­ligt ins Hotel.

Weil ich mit der Kame­ra in der Hand für einen Fan anschei­nend zu gut aus­ge­stat­tet war, glaub­ten die war­ten­den Papa­raz­zi in mir einen jun­gen Kol­le­gen erkannt zu haben und lie­ßen mich an ihren Gesprä­chen teil­ha­ben: Grö­ne­mey­er sei schon in der Stadt, er wer­de nach der Ver­lei­hung auf der gehei­men Par­ty im leer­ste­hen­den Palast der Repu­blik erwar­tet, Wowe­reit wer­de angeb­lich auch dort sein. Dann klin­gel­ten Mobil­te­le­fo­ne: die Foto­gra­fen erfuh­ren, dass Rob­bie Wil­liams gera­de den Ber­li­ner Flug­ha­fen ver­las­sen habe, bei mir woll­te mei­ne Mut­ter wis­sen, wie es mir gin­ge. Ich erzähl­te ihr, wo ich sei und dass gera­de in die­sem Moment Tho­mas Hein­ze an mir vor­bei­ge­he. „Tho­mas Hein­ze oder Kai Wie­sin­ger?“, frag­te mei­ne Mut­ter über­ra­schen­der­wei­se nicht, obwohl sie das sonst immer tut, wenn das Gespräch auf einen der bei­den Schau­spie­ler kommt. Es war aber Tho­mas Hein­ze, der sich gera­de frag­te, ob er das jetzt gut fin­den sol­le, dass er so unbe­hel­ligt über die Stra­ße gehen konn­te, oder ob er nicht doch lie­ber wenigs­tens um ein Auto­gramm gebe­ten wor­den wäre.

Eine ZDF-Mode­ra­to­rin pos­tier­te sich mit der Hotel­fas­sa­de im Rücken vor einer ZDF-Kame­ra, in die sie etwa fünf­mal den glei­chen Auf­sa­ger sprach, bis sie damit zufrie­den war. Oli­ver Stone kam vor­bei, gab zwei Fans, die extra sei­net­we­gen aus Spa­ni­en ange­reist waren, bereit­wil­lig Auto­gram­me und ver­schwand im Hotel. Das ZDF-Team film­te die Papa­raz­zi, die das ZDF-Team foto­gra­fier­ten. Irgend­wann hieß es, Wil­liams sei durch die Tief­ga­ra­ge ins Hotel gelangt: der Fan-Andrang am Ein­gang sei ein­fach zu klein gewe­sen und wie wür­de das denn aus­se­hen, wenn jetzt Bil­der um die Welt gin­gen, auf denen der größ­te leben­de Pop­star von einem Dut­zend Fans in Ber­lin emp­fan­gen wer­de?

Ich pack­te mei­ne Kame­ra ein und fuhr zum Inter­na­tio­na­len Con­gress­cen­trum, wo die Echo­ver­lei­hung statt­fand. Hier waren schon deut­lich mehr Fans, die Mousse T., Ralph Sie­gel und den Prin­zen zuju­bel­ten. Je frü­her man bei sol­chen Events vor­ge­fah­ren wird, des­to bedeu­tungs­lo­ser ist man. Ich pos­tier­te mich mit mei­ner Kame­ra, für die ich natür­lich kein Tele­ob­jek­tiv hat­te, am Ran­de der Absper­rung und guck­te, wer da wohl noch so kom­men möge. Avril Lavi­gne kam vor­bei und ich dach­te, dass die aber wirk­lich klein sei. Dann bog ein Müll­au­to ums Eck und hielt auf den blau­en Tep­pich zu. Ord­ner war­fen sich schon bei­na­he vor den oran­ge­far­be­nen Brum­mi und zwan­gen ihn zur Umkehr. Der Fah­rer hat­te sich in der Ein­fahrt geirrt.

Schließ­lich kamen noch Klaus Wowe­reit, Her­bert Grö­ne­mey­er und Rob­bie Wil­liams – alle mit gebüh­ren­dem Abstand zuein­an­der und emp­fan­gen von einem immer fre­ne­ti­scher wer­den­den Publi­kum. „Rob­bie ist auch nicht sehr groß“, dach­te ich und mach­te Fotos, auf denen hin­ter­her ein sehr klei­ner, aber auch sehr ver­wa­ckel­ter Rob­bie Wil­liams zu erah­nen war. Wäh­rend im ICC die Preis­ver­lei­hung begann, fuhr ich zurück zum Ber­li­na­le-Palast, wo gera­de die Pre­mie­re von „Gangs Of New York“ als Abschluss­ver­an­stal­tung lief. Ein­zel­ne Leu­te ver­lie­ßen das Kino bereits und wur­den ohne Anse­hen der Per­son von den war­ten­den Pas­san­ten mit fre­ne­ti­schem Jubel bedacht. Neben zahl­rei­chen Unbe­kann­ten kamen auch Mar­ti­na Gedeck und Jana Pal­las­ke vor­bei, Die­ter Koss­lick lüpf­te im Vor­bei­ge­hen sei­nen Hut. Dann pack­te ich mei­ne Kame­ra ein und rann­te in den Schau­spie­ler und Regis­seur Sebas­ti­an Schip­per, wor­auf­hin ich ihm ein Bier aus­ge­ben woll­te. Aber das ist eine ande­re Geschich­te.

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Musik

Burn & Fade

Nach­dem es in den letz­ten Jah­ren erstaun­lich ruhig zuging, hat sich end­lich mal wie­der eine mei­ner Lieb­lings­bands getrennt. Die­ses Mal: Vega4.

Das konn­te ja auch nicht gut gehen: Schon im Jahr 2001 behäng­te die Musik­pres­se das Quar­tett mit Vor­schuss­lor­bee­ren, die Ver­öf­fent­li­chung der ers­ten EP „Bet­ter Life“ wur­de eini­ger­ma­ßen groß ange­gan­gen. Inter­es­siert hat die Musik zwi­schen U2, Embrace und den frü­hen Radio­head dann aber die wenigs­ten. Mich schon: „Satel­li­tes“ fiel in die extrem prä­gen­de Zeit zwi­schen Abitur und Zivil­dienst, „Radio Song“ war eines die­ser Lie­der, bei denen man schon beim ers­ten Hören weiß, dass sie einen lan­ge beglei­ten wer­den. Dann war lan­ge Stil­le.

2006 kamen Vega4 dann plötz­lich wie­der. Auf ihrer MySpace-Sei­te, wo sie jetzt ihre Auf­lö­sung ver­kün­det haben, stand damals der neue Song „You And Me“. Jack­ni­fe Lee, einer der bes­ten Pro­du­zen­ten die­ser Tage, hat­te der Band den grad­li­ni­gen Rock bei­gebracht und als das Album „You And Others“ end­lich in Eng­land erschien, muss­te ich es natür­lich sofort als Import haben. Es war ein gutes Album, das sich eigent­lich ähn­lich gut hät­te ver­kau­fen müs­sen wie das sehr ähn­li­che „Eyes Open“ von Snow Pat­rol. Aber irgend­wie klapp­te es nicht, trotz des Ein­sat­zes von „Life Is Beau­tiful“ bei „Grey’s Ana­to­my“. Die Band kam auf Tour und spiel­te vor 120 Leu­ten mit einer Inbrunst, als wür­den sie gera­de ein Sta­di­on rocken.

Wie auch immer die eigent­li­chen Beweg­grün­de aus­ge­se­hen haben mögen (die Band hält sich in ihrem … nun ja: pathe­ti­schen State­ment mit Andeu­tun­gen zurück), irgend­wie schie­nen Vega4 immer zur fal­schen Zeit am fal­schen Ort zu sein. Und mal ehr­lich – im Nach­hin­ein spra­chen die Song­ti­tel doch schon immer Bän­de: So Long Fore­ver, Drif­ting Away Vio­lent­ly, Love Breaks Down, The Love You Had, Burn & Fade, Not­hing Ever Comes Wit­hout A Pri­ce, Tearing Me Apart, Let Go, If This Is It, Boo­me­rang, Time Of Our Lives …

Was bleibt, sind wie­der mal die Songs und Erin­ne­run­gen. Und neu­er­dings auch die You­Tube-Vide­os von den Kon­zer­ten, auf denen man war:

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Musik Digital

Hörhilfen fürs Wochenende

Heu­te war ein his­to­ri­scher Tag: Ich habe zum ers­ten Mal in mei­nem Leben einen Pod­cast unter­wegs gehört. Dabei han­del­te es sich um die zwei aktu­ells­ten Epi­so­den von „All Songs Con­side­red“, der über­aus emp­feh­lens­wer­ten Musik­sen­dung auf NPR. In den Sen­dun­gen, die man sich hier und hier noch ein­mal anhö­ren kann (am Bes­ten soll­te man natür­lich gleich den gan­zen Pod­cast abon­nie­ren), wur­den fast aus­schließ­lich Bands und Künst­ler gespielt, die Hörer als „ihre“ Band vor­ge­stellt hat­ten. Also nicht im Sin­ne von „das ist die Band, in der ich Mit­glied bin“, son­dern „ich lie­be die­se Band über alles und kann nicht ver­ste­hen, wie­so sie sonst kei­ner kennt“.

So habe ich wäh­rend einer ent­spann­ten Zug­fahrt in die tief­stehen­de Nach­mit­tags­son­ne neue Musik von Blan­che, Thrift Store Cow­boys, Neu­tral Milk Hotel und How I Beca­me The Bomb ken­nen­ge­lernt. Bands, mit denen ich mich näher befas­sen soll­te.

Die Akti­on ist übri­gens noch nicht abge­schlos­sen, im Blog zur Sen­dung kann man wei­ter eige­ne Vor­schlä­ge ein­rei­chen. Bevor ich dort Hotel Lights vor­schla­ge, soll­te ich die Band aber viel­leicht mal end­lich hier im Blog vor­stel­len.

Und wem das alles zu vie­le unbe­kann­te Bands sind: R.E.M. haben seit Mitt­woch ihre neue Sin­gle „Super­na­tu­ral Super­se­rious“ online. Wie ange­kün­digt klingt die Band wie­der rocki­ger und es gibt nach „Sym­pa­thy For The Devil“ end­lich mal wie­der einen Song einer inter­na­tio­nal respek­tier­ten Band, in dem der weib­li­che Vor­na­me „Gise­la“ vor­kommt.

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Musik

Listenpanik 01/​08

Mit die­sen Lis­ten ist das ja so eine Sache: Die Jah­res­lis­ten woll­te ich schon am 2. Janu­ar wie­der umwer­fen und um wenigs­tens zwei Künst­ler (M.I.A. und Band Of Hor­ses) ergän­zen. Trotz­dem ver­su­che ich mich auch in die­sem Jahr wie­der an einer monat­li­chen Rück­schau auf die musi­ka­li­schen Ver­öf­fent­li­chun­gen. Der Janu­ar wirft dabei erschre­ckend weni­ge neue Alben ab, was aber auch ganz gut ist, denn ich höre eh die meis­te Zeit den ers­ten gro­ßen Favo­ri­ten auf das Album des Jah­res 2008:

Alben
1. Slut – StillNo1
Nach ihrem ordent­li­chen, ins­ge­samt aber eher unspek­ta­ku­lä­ren letz­ten Album „All We Need Is Silence“ betä­tig­ten sich Slut als Thea­ter­ka­pel­le für die „Drei­gro­schen­oper“ und nah­men eine ordent­li­che Por­ti­on Kurt Weill mit ins Stu­dio, wo sie ihr sechs­tes Album auf­nah­men. „StillNo1“ steht in einer Linie zu ihrem Opus Magnum „Look­book“, ist dann aber doch ganz anders gewor­den: Slut klin­gen plötz­lich nach Sigur Rós, Peter Gabri­el den Shout Out Louds und Dres­den Dolls und wären Beat­les-Ver­glei­che nicht ver­bo­ten, dräng­ten sich auch noch gewis­se Par­al­le­len zu „Sgt. Pep­per“ auf. So klingt eine Band, die zwi­schen Melan­cho­lie und Eupho­rie ganz bei sich ist, und die des­halb mal eben ein Meis­ter­werk aus dem Ärmel schüt­teln kann. Und über das … eigen­wil­li­ge Plat­ten­co­ver schwei­gen wir uns ein­fach mal aus.

2. Cat Power – Juke­box
Wenn Musi­ker Cover-Alben ver­öf­fent­li­chen, muss man immer ein biss­chen Angst haben, ihnen sei­en die Ideen aus­ge­gan­gen. Bei Cat Power ist das nicht der Fall. Dass sie sen­sa­tio­nel­le Cover­ver­sio­nen voll­brin­gen kann, wis­sen wir spä­tes­tens seit ihrer Inter­pre­ta­ti­on von „(I Can’t Get No) Satis­fac­tion“. Auf „Juke­box“ spielt sie nun eige­ne und ander­erleuts Lie­der neu ein. Von „New York“ (ja, dem Frank-Sina­tra-Ever­green) bleibt außer dem Text nicht mehr viel übrig und auch die Songs von Hank Wil­liams, Bil­lie Holi­day, Bob Dylan und Joni Mit­chell klin­gen über­ra­schend anders, aber toll.

3. Get Well Soon – Rest Now, Wea­ry Head
Der Hype der Stun­de, die deut­sche Band des Monats. Da ich Hypes has­se und mir die Natio­na­li­tät von Leu­ten grund­sätz­lich egal ist, zählt die Musik: Eine char­man­te Mischung aus orches­tra­lem Pop, melan­cho­li­schen Folk­lo­re-Ein­flüs­sen und ver­hal­te­ner Elek­tro­nik. Das erin­nert mal an Bei­rut, mal an Pulp oder The Divi­ne Come­dy und immer wie­der auch an die neue Slut-Plat­te. Lei­der sind eini­ge Stü­cke zu ver­spielt und eklek­tisch gera­ten und die Stim­me von Kon­stan­tin Grop­per ist nicht so meins. Bei man­chen Songs wie der Sin­gle „If This Hat Is Miss­ing I Have Gone Hun­ting“ berei­tet sie mir gar kör­per­li­che Schmer­zen. Auch ein wenig kom­pak­ter hät­te das Album (14 Songs in 60 Minu­ten) sein kön­nen, aber für ein Debüt ist es schon ganz ordent­lich und das „Born Slippy“-Cover ist in der Tat fan­tas­tisch gera­ten.

4. The Magne­tic Fields – Dis­tor­ti­on
Ist es eigent­lich noch „Pop“, wenn man sei­ne Pop­songs so auf­nimmt, dass sie klin­gen, als höre man die Beach Boys über Tele­fon? Mit einem zwi­schen­ge­schal­te­ten Effekt­pe­dal? Live über­tra­gen aus einem unbe­to­nier­ten Erd­loch? Egal, wie man’s nennt: Das neue Album der Magne­tic Fields trägt sei­nen Titel durch­aus zu Recht und auch als War­nung. Man muss sowas mögen, um es gran­di­os zu fin­den, aber das gilt ja für alles.

5. The Hoo­siers – The Trick To Life
„Worried About Ray“ ist und bleibt ein char­man­ter Pop­song, das Album kann aber noch mehr als Indie-Dis­co. In den ruhi­gen Momen­ten klopft gar Jeff Buck­ley an. Nicht alles ist kom­plett aus­ge­reift und mei­ner Mei­nung nach könn­te jetzt mal wirk­lich Schluss mit die­ser Wel­le sein, aber bit­te: „The Trick To Life“ ist ein okayes Album für Men­schen, die gera­de erst anfan­gen, Plat­ten zu sam­meln.

Songs
1. Slut – Wed­nes­day
Ein Kla­vier, die immer wie­der berüh­ren­de Stim­me von Chris Neu­bur­ger, eine Akus­tik­gi­tar­re, ein paar Strei­cher und Stör­ge­räu­sche – mehr braucht es nicht, um Gän­se­haut zu buch­sta­bie­ren und die viel­leicht unwahr­schein­lichs­te (Promo-)Single der letz­ten Mona­te zu wer­den.

2. Nada Surf – Who­se Aut­ho­ri­ty
Jetzt müss­te ich über­le­gen, ob Nada Surf je einen Song gemacht haben, der nicht wenigs­tens okay war, son­dern wirk­lich schlecht. Mir fie­le so spon­tan kei­ner ein. „Who­se Aut­ho­ri­ty“ gehört aber eh zum obe­ren Drit­tel der Nada-Surf-Lie­der und er wird mit jedem Hören bes­ser. So eupho­risch klingt ein sich lang­sam ankün­di­gen­der Früh­ling und wenn nichts mehr dazwi­schen kommt, wird das dazu­ge­hö­ri­ge Album „Lucky“ hier im Febru­ar die Bes­ten­lis­te anfüh­ren.

3. Fet­tes Brot – Bet­ti­na (Zieh dir bit­te etwas an)
Fet­tes Brot klau­en sich Ver­satz­stü­cke aus 15 Jah­ren deut­schem Hip-Hop zusam­men und bau­en dar­aus einen Track, der einen sicher in einem hal­ben Jahr tie­risch ner­ven wird. Im Moment ist er aber die bes­te Bro­te-Sin­gle seit „Schwu­le Mäd­chen“, von dem er musi­ka­lisch auch gar nicht so weit ent­fernt ist. Der Text ist natür­lich Gesell­schafts­kri­tik in Rein­form.

4. Gre­gor Meyle – Nie­mand
Damit hät­te ich auch nicht gerech­net, dass mal ein Cas­ting­show-Teil­neh­mer auf mei­ner Lis­te lan­den wür­de. Aber „SSDSDSSWEMUGABRTLAD“ war ja kei­ne her­kömm­li­che Cas­ting­show und Gre­gor Meyle ist jemand ganz ande­res als ver­dammt, ich hab die gan­zen Namen ver­ges­sen und bin zu faul, sie nach­zu­goo­geln. „Nie­mand“ ist ein sehr guter Song, auch wenn das Video so typisch deutsch gera­ten ist.

5. Nick Cave & The Bad Seeds – Dig, Laza­rus, Dig!!!
So rich­tig Zugang habe ich zu Nick Cave nie gefun­den. Ein­zel­ne Songs fin­de ich sehr gut, aber zur tie­fer­ge­hen­den Aus­ein­an­der­set­zung mit sei­nem Werk fehl­te mir immer die Muße. Jetzt gibt es eine neue Sin­gle, die ordent­lich rockt und auf eine ange­neh­me Art über­dreht ist.