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Musik

Burn & Fade

Nach­dem es in den letz­ten Jah­ren erstaun­lich ruhig zuging, hat sich end­lich mal wie­der eine mei­ner Lieb­lings­bands getrennt. Die­ses Mal: Vega4.

Das konn­te ja auch nicht gut gehen: Schon im Jahr 2001 behäng­te die Musik­pres­se das Quar­tett mit Vor­schuss­lor­bee­ren, die Ver­öf­fent­li­chung der ers­ten EP „Bet­ter Life“ wur­de eini­ger­ma­ßen groß ange­gan­gen. Inter­es­siert hat die Musik zwi­schen U2, Embrace und den frü­hen Radio­head dann aber die wenigs­ten. Mich schon: „Satel­li­tes“ fiel in die extrem prä­gen­de Zeit zwi­schen Abitur und Zivil­dienst, „Radio Song“ war eines die­ser Lie­der, bei denen man schon beim ers­ten Hören weiß, dass sie einen lan­ge beglei­ten wer­den. Dann war lan­ge Stil­le.

2006 kamen Vega4 dann plötz­lich wie­der. Auf ihrer MySpace-Sei­te, wo sie jetzt ihre Auf­lö­sung ver­kün­det haben, stand damals der neue Song „You And Me“. Jack­ni­fe Lee, einer der bes­ten Pro­du­zen­ten die­ser Tage, hat­te der Band den grad­li­ni­gen Rock bei­gebracht und als das Album „You And Others“ end­lich in Eng­land erschien, muss­te ich es natür­lich sofort als Import haben. Es war ein gutes Album, das sich eigent­lich ähn­lich gut hät­te ver­kau­fen müs­sen wie das sehr ähn­li­che „Eyes Open“ von Snow Pat­rol. Aber irgend­wie klapp­te es nicht, trotz des Ein­sat­zes von „Life Is Beau­tiful“ bei „Grey’s Ana­to­my“. Die Band kam auf Tour und spiel­te vor 120 Leu­ten mit einer Inbrunst, als wür­den sie gera­de ein Sta­di­on rocken.

Wie auch immer die eigent­li­chen Beweg­grün­de aus­ge­se­hen haben mögen (die Band hält sich in ihrem … nun ja: pathe­ti­schen State­ment mit Andeu­tun­gen zurück), irgend­wie schie­nen Vega4 immer zur fal­schen Zeit am fal­schen Ort zu sein. Und mal ehr­lich – im Nach­hin­ein spra­chen die Song­ti­tel doch schon immer Bän­de: So Long Fore­ver, Drif­ting Away Vio­lent­ly, Love Breaks Down, The Love You Had, Burn & Fade, Not­hing Ever Comes Wit­hout A Pri­ce, Tearing Me Apart, Let Go, If This Is It, Boo­me­rang, Time Of Our Lives …

Was bleibt, sind wie­der mal die Songs und Erin­ne­run­gen. Und neu­er­dings auch die You­Tube-Vide­os von den Kon­zer­ten, auf denen man war:

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[„Radio Song“, Direkt­link]

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Digital Leben

Skandal-Nudeln

Irgend­was ist schief gelau­fen mit der Syn­onym-Daten­bank, auf die der Über­schrif­ten-Gene­ra­tor von „Spie­gel Online“ zugreift. Irgend­je­mand muss am Ein­trag zu Pete Doh­erty her­um­ma­ni­pu­liert haben, denn um den geht es heu­te gar nicht, obwohl die Über­schrift genau dar­auf hin­deu­tet:

Harry Potters Freundin von Skandalrocker verzaubert

Es geht viel mehr um John­ny Bor­rell von der eher öden Band Razor­light, den kein „Spie­gel Online“-Leser ken­nen dürf­te und der mit der Jung­schau­spie­le­rin Emma Wat­son, die der Ziel­grup­pe von Deutsch­lands erfolg­reichs­ter Nach­rich­ten­sei­te eben­so unbe­kannt sein dürf­te, um die Häu­ser gezo­gen ist:

Zwi­schen der 17-jäh­ri­gen Dar­stel­le­rin der Har­ry-Pot­ter-Freun­din Her­mi­ne und dem in bri­ti­schen Medi­en als „Skan­dal­ro­cker“ bezeich­ne­ten Bor­rell soll es nach einem Bericht der Zei­tung „Dai­ly Mail“ gewal­tig „knis­tern“.

Die Goog­le-Suche nach „scan­dal rocker“ bringt sat­te 55 Ergeb­nis­se, von denen sich fast alle auf Pete Doh­erty (oder Court­ney Love) bezie­hen, aber kein ein­zi­ges auf Bor­rell. Die „Dai­ly Mail“, auf die sich „Spie­gel Online“ und dpa als Quel­le beru­fen, schreibt vom „bad boy rocker“ (und ern­tet dafür den Leser­kom­men­tar „Oh come on – Jon­nie Bor­rell is hard­ly a a ‚bad boy rocker‚“), „Sky Show­biz“ spricht vom „rocker pal“ und „rocker fel­la“, die „Sun“ ver­wen­det den Begriff „ex-jun­kie rocker“ (und offen­bart ein sehr eige­nes Ver­ständ­nis von Rea­li­tät und Fik­ti­on: „Emma, who has dated rising rug­by star TOM DUCKER, 16, and mar­ries Ron (RUPERT GRINT) in the final Pot­ter book, was with Bor­rell at two Lon­don bas­hes.“) und bei „Fema­le First“ ist Bor­rell schlicht ein „rocker“.

Der „Skan­dal­ro­cker“ stammt offen­bar von dpa, die angeb­li­che Ver­wen­dung des Begriffs in den bri­ti­schen Medi­en oder des­sen Fehl­über­set­zung geht aber wohl auf das Kon­to von „Spie­gel Online“.

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Digital

Programmhinweis

Am Frei­tag wird das ver­lie­hen, was die Deut­sche Pho­no-Aka­de­mie immer wie­der „einen der wich­tigs­ten Musik­prei­se der Welt“ nennt: der Echo. Es wird wie­der eine krampf­haft locke­re Nabel­schau mit diver­sen gro­ßen und klei­nen Pein­lich­kei­ten wer­den, dafür sor­gen schon die bekann­ten Musik­jour­na­lis­ten Oli­ver Gei­ßen und Nazan Eckes, die durch den Abend füh­ren wer­den. Und da geteil­tes Leid hal­bes Leid ist, wer­den wir, also Sie und ich, die­sen Abend gemein­sam ver­brin­gen – wenn Sie wol­len:

Live­blog Echo 2008
am Frei­tag, 15. Febru­ar 2008
ab 20:00 Uhr
bei coffeeandtv.de

Die Nomi­nier­ten (in Gott­sei­dank nur 24 Kate­go­rien, wir sind ja nicht bei den Gram­mies) ent­neh­men Sie bit­te die­ser Sei­te. Ich habe das Ver­fah­ren, nach dem die Nomi­nier­ten und Preis­trä­ger bestimmt wer­den, bis heu­te nicht ver­stan­den und ken­ne auch wie­der maxi­mal die Hälf­te, was aber die denk­bar bes­ten Vor­aus­set­zun­gen für einen Abend vol­ler Über­ra­schun­gen sein dürf­ten.

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Uncategorized

So’n Bart

Der Gewin­ner des dies­jäh­ri­gen Wolf­gang-Thier­se-Loo­ka­li­ke-Wett­be­werbs ist …

Wolfgang Thierse
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Digital

Feieralarm

Cof­fee And TV fei­ert heu­te sei­nen ers­ten Geburts­tag und wie es zu solch gro­ßen Ereig­nis­sen üblich ist, soll auch hier eine Nabel­schau der Extra­klas­se statt­fin­den.

Lesen Sie noch ein­mal nach, wie es war, als wir den Start mit einem Feu­er­werk der guten Lau­ne fei­er­ten oder sehen Sie sich das Ereig­nis auf Video an.

Kli­cken Sie sich auch noch ein­mal durch die Ein­trä­ge der ers­ten Wochen, als das Kon­zept „Grup­pen­blog“ irgend­wie noch bes­ser funk­tio­niert hat. Und erfreu­en Sie sich an den popu­lärs­ten Bei­trä­gen über irra­tio­na­le Ängs­te, den Kon­flikt von Spra­che und Jus­tiz, nack­te Jung­schau­spie­le­rin­nen, Eva Her­man, die Musik­in­dus­trie und Nazis. Oder lesen Sie den Text, in dem die meis­te jour­na­lis­ti­sche Arbeit steckt. Nen­nen Sie uns Ihren Lieb­lings­text auf Cof­fee And TV! Erzäh­len Sie, wie Sie zu die­sem Blog gefun­den haben! Boh­ren Sie sich ein Loch ins Knie und schüt­ten Sie Mag­gi rein!

Und wo ich grad vor sechs Zei­len „Grup­pen­blog“ geschrie­ben hab: Sagen Sie „Hal­lo!“ zu unse­rem neu­en Mit­ar­bei­ter Mar­kus Steidl!

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Unterwegs

Buchstaben über der Stadt

Ich habe Radio­sen­dun­gen und Fil­me dar­über gemacht, habe mein Blog und das von ande­ren Leu­ten voll­ge­schrie­ben. Ver­mut­lich gibt es nur noch eine jour­na­lis­ti­sche Form, in der ich mich noch nicht über Dins­la­ken geäu­ßert habe: die Bil­der­ga­le­rie.

Dinslaken (Schriftzug)

Und genau das soll heu­te anders wer­den, denn ich habe das Wochen­en­de bei den Eltern mal genutzt, um Ihnen Dins­la­ken von allen Sei­ten zu zei­gen. Danach wer­den Sie ver­ste­hen, war­um ich Marl so schön fand.

Bevor wir los­le­gen, soll­ten Sie das gigan­ti­sche Stadt­por­trät auf der offi­zi­el­len Web­site der Stadt lesen und sich fol­gen­den Satz immer vor Augen hal­ten:

Spek­ta­ku­lä­res, Gigan­ti­sches oder Din­ge mit dem Eti­kett „Das muss man unbe­dingt gese­hen haben“ sucht der Besu­cher ver­geb­lich.

Und obwohl damit eigent­lich alles gesagt ist, geht es jetzt erst los:

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Musik Digital

Hörhilfen fürs Wochenende

Heu­te war ein his­to­ri­scher Tag: Ich habe zum ers­ten Mal in mei­nem Leben einen Pod­cast unter­wegs gehört. Dabei han­del­te es sich um die zwei aktu­ells­ten Epi­so­den von „All Songs Con­side­red“, der über­aus emp­feh­lens­wer­ten Musik­sen­dung auf NPR. In den Sen­dun­gen, die man sich hier und hier noch ein­mal anhö­ren kann (am Bes­ten soll­te man natür­lich gleich den gan­zen Pod­cast abon­nie­ren), wur­den fast aus­schließ­lich Bands und Künst­ler gespielt, die Hörer als „ihre“ Band vor­ge­stellt hat­ten. Also nicht im Sin­ne von „das ist die Band, in der ich Mit­glied bin“, son­dern „ich lie­be die­se Band über alles und kann nicht ver­ste­hen, wie­so sie sonst kei­ner kennt“.

So habe ich wäh­rend einer ent­spann­ten Zug­fahrt in die tief­stehen­de Nach­mit­tags­son­ne neue Musik von Blan­che, Thrift Store Cow­boys, Neu­tral Milk Hotel und How I Beca­me The Bomb ken­nen­ge­lernt. Bands, mit denen ich mich näher befas­sen soll­te.

Die Akti­on ist übri­gens noch nicht abge­schlos­sen, im Blog zur Sen­dung kann man wei­ter eige­ne Vor­schlä­ge ein­rei­chen. Bevor ich dort Hotel Lights vor­schla­ge, soll­te ich die Band aber viel­leicht mal end­lich hier im Blog vor­stel­len.

Und wem das alles zu vie­le unbe­kann­te Bands sind: R.E.M. haben seit Mitt­woch ihre neue Sin­gle „Super­na­tu­ral Super­se­rious“ online. Wie ange­kün­digt klingt die Band wie­der rocki­ger und es gibt nach „Sym­pa­thy For The Devil“ end­lich mal wie­der einen Song einer inter­na­tio­nal respek­tier­ten Band, in dem der weib­li­che Vor­na­me „Gise­la“ vor­kommt.

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Musik

Listenpanik 01/​08

Mit die­sen Lis­ten ist das ja so eine Sache: Die Jah­res­lis­ten woll­te ich schon am 2. Janu­ar wie­der umwer­fen und um wenigs­tens zwei Künst­ler (M.I.A. und Band Of Hor­ses) ergän­zen. Trotz­dem ver­su­che ich mich auch in die­sem Jahr wie­der an einer monat­li­chen Rück­schau auf die musi­ka­li­schen Ver­öf­fent­li­chun­gen. Der Janu­ar wirft dabei erschre­ckend weni­ge neue Alben ab, was aber auch ganz gut ist, denn ich höre eh die meis­te Zeit den ers­ten gro­ßen Favo­ri­ten auf das Album des Jah­res 2008:

Alben
1. Slut – StillNo1
Nach ihrem ordent­li­chen, ins­ge­samt aber eher unspek­ta­ku­lä­ren letz­ten Album „All We Need Is Silence“ betä­tig­ten sich Slut als Thea­ter­ka­pel­le für die „Drei­gro­schen­oper“ und nah­men eine ordent­li­che Por­ti­on Kurt Weill mit ins Stu­dio, wo sie ihr sechs­tes Album auf­nah­men. „StillNo1“ steht in einer Linie zu ihrem Opus Magnum „Look­book“, ist dann aber doch ganz anders gewor­den: Slut klin­gen plötz­lich nach Sigur Rós, Peter Gabri­el den Shout Out Louds und Dres­den Dolls und wären Beat­les-Ver­glei­che nicht ver­bo­ten, dräng­ten sich auch noch gewis­se Par­al­le­len zu „Sgt. Pep­per“ auf. So klingt eine Band, die zwi­schen Melan­cho­lie und Eupho­rie ganz bei sich ist, und die des­halb mal eben ein Meis­ter­werk aus dem Ärmel schüt­teln kann. Und über das … eigen­wil­li­ge Plat­ten­co­ver schwei­gen wir uns ein­fach mal aus.

2. Cat Power – Juke­box
Wenn Musi­ker Cover-Alben ver­öf­fent­li­chen, muss man immer ein biss­chen Angst haben, ihnen sei­en die Ideen aus­ge­gan­gen. Bei Cat Power ist das nicht der Fall. Dass sie sen­sa­tio­nel­le Cover­ver­sio­nen voll­brin­gen kann, wis­sen wir spä­tes­tens seit ihrer Inter­pre­ta­ti­on von „(I Can’t Get No) Satis­fac­tion“. Auf „Juke­box“ spielt sie nun eige­ne und ander­erleuts Lie­der neu ein. Von „New York“ (ja, dem Frank-Sina­tra-Ever­green) bleibt außer dem Text nicht mehr viel übrig und auch die Songs von Hank Wil­liams, Bil­lie Holi­day, Bob Dylan und Joni Mit­chell klin­gen über­ra­schend anders, aber toll.

3. Get Well Soon – Rest Now, Wea­ry Head
Der Hype der Stun­de, die deut­sche Band des Monats. Da ich Hypes has­se und mir die Natio­na­li­tät von Leu­ten grund­sätz­lich egal ist, zählt die Musik: Eine char­man­te Mischung aus orches­tra­lem Pop, melan­cho­li­schen Folk­lo­re-Ein­flüs­sen und ver­hal­te­ner Elek­tro­nik. Das erin­nert mal an Bei­rut, mal an Pulp oder The Divi­ne Come­dy und immer wie­der auch an die neue Slut-Plat­te. Lei­der sind eini­ge Stü­cke zu ver­spielt und eklek­tisch gera­ten und die Stim­me von Kon­stan­tin Grop­per ist nicht so meins. Bei man­chen Songs wie der Sin­gle „If This Hat Is Miss­ing I Have Gone Hun­ting“ berei­tet sie mir gar kör­per­li­che Schmer­zen. Auch ein wenig kom­pak­ter hät­te das Album (14 Songs in 60 Minu­ten) sein kön­nen, aber für ein Debüt ist es schon ganz ordent­lich und das „Born Slippy“-Cover ist in der Tat fan­tas­tisch gera­ten.

4. The Magne­tic Fields – Dis­tor­ti­on
Ist es eigent­lich noch „Pop“, wenn man sei­ne Pop­songs so auf­nimmt, dass sie klin­gen, als höre man die Beach Boys über Tele­fon? Mit einem zwi­schen­ge­schal­te­ten Effekt­pe­dal? Live über­tra­gen aus einem unbe­to­nier­ten Erd­loch? Egal, wie man’s nennt: Das neue Album der Magne­tic Fields trägt sei­nen Titel durch­aus zu Recht und auch als War­nung. Man muss sowas mögen, um es gran­di­os zu fin­den, aber das gilt ja für alles.

5. The Hoo­siers – The Trick To Life
„Worried About Ray“ ist und bleibt ein char­man­ter Pop­song, das Album kann aber noch mehr als Indie-Dis­co. In den ruhi­gen Momen­ten klopft gar Jeff Buck­ley an. Nicht alles ist kom­plett aus­ge­reift und mei­ner Mei­nung nach könn­te jetzt mal wirk­lich Schluss mit die­ser Wel­le sein, aber bit­te: „The Trick To Life“ ist ein okayes Album für Men­schen, die gera­de erst anfan­gen, Plat­ten zu sam­meln.

Songs
1. Slut – Wed­nes­day
Ein Kla­vier, die immer wie­der berüh­ren­de Stim­me von Chris Neu­bur­ger, eine Akus­tik­gi­tar­re, ein paar Strei­cher und Stör­ge­räu­sche – mehr braucht es nicht, um Gän­se­haut zu buch­sta­bie­ren und die viel­leicht unwahr­schein­lichs­te (Promo-)Single der letz­ten Mona­te zu wer­den.

2. Nada Surf – Who­se Aut­ho­ri­ty
Jetzt müss­te ich über­le­gen, ob Nada Surf je einen Song gemacht haben, der nicht wenigs­tens okay war, son­dern wirk­lich schlecht. Mir fie­le so spon­tan kei­ner ein. „Who­se Aut­ho­ri­ty“ gehört aber eh zum obe­ren Drit­tel der Nada-Surf-Lie­der und er wird mit jedem Hören bes­ser. So eupho­risch klingt ein sich lang­sam ankün­di­gen­der Früh­ling und wenn nichts mehr dazwi­schen kommt, wird das dazu­ge­hö­ri­ge Album „Lucky“ hier im Febru­ar die Bes­ten­lis­te anfüh­ren.

3. Fet­tes Brot – Bet­ti­na (Zieh dir bit­te etwas an)
Fet­tes Brot klau­en sich Ver­satz­stü­cke aus 15 Jah­ren deut­schem Hip-Hop zusam­men und bau­en dar­aus einen Track, der einen sicher in einem hal­ben Jahr tie­risch ner­ven wird. Im Moment ist er aber die bes­te Bro­te-Sin­gle seit „Schwu­le Mäd­chen“, von dem er musi­ka­lisch auch gar nicht so weit ent­fernt ist. Der Text ist natür­lich Gesell­schafts­kri­tik in Rein­form.

4. Gre­gor Meyle – Nie­mand
Damit hät­te ich auch nicht gerech­net, dass mal ein Cas­ting­show-Teil­neh­mer auf mei­ner Lis­te lan­den wür­de. Aber „SSDSDSSWEMUGABRTLAD“ war ja kei­ne her­kömm­li­che Cas­ting­show und Gre­gor Meyle ist jemand ganz ande­res als ver­dammt, ich hab die gan­zen Namen ver­ges­sen und bin zu faul, sie nach­zu­goo­geln. „Nie­mand“ ist ein sehr guter Song, auch wenn das Video so typisch deutsch gera­ten ist.

5. Nick Cave & The Bad Seeds – Dig, Laza­rus, Dig!!!
So rich­tig Zugang habe ich zu Nick Cave nie gefun­den. Ein­zel­ne Songs fin­de ich sehr gut, aber zur tie­fer­ge­hen­den Aus­ein­an­der­set­zung mit sei­nem Werk fehl­te mir immer die Muße. Jetzt gibt es eine neue Sin­gle, die ordent­lich rockt und auf eine ange­neh­me Art über­dreht ist.

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Digital

Für das Leben

Gera­de bei „Spie­gel Online“ gele­sen: Wäh­rend man­che Leh­rer mit erschüt­tern­der Kon­se­quenz und eben­sol­cher Erfolg­lo­sig­keit gegen das Leh­rer-Bewer­tungs­por­tal spickmich.de kla­gen, mel­den sich ande­re ein­fach als Schü­ler dort an und polie­ren die Bewer­tung ihrer Kol­le­gen. Ich bin mir nicht ganz sicher, wel­ches Ver­hal­ten ich kin­di­scher fin­den soll.

Wäh­rend eini­ge mei­ne Uni-Dozen­ten am Ende jedes Semes­ters anony­me Umfra­gen zur Qua­li­tät ihrer Lehr­ver­an­stal­tun­gen durch­füh­ren (inzwi­schen sogar online), bezeich­ne­te Peter Sil­ber­na­gel vom Phi­lo­lo­gen­ver­band die anony­men Bewer­tun­gen bei spickmich.de im letz­ten Som­mer als „eine Form von Feig­heit“. Bei allem Respekt vor dem Leh­rer­be­ruf und grund­sätz­li­cher Ableh­nung von Ver­all­ge­mei­ne­run­gen: Mir fie­len allei­ne aus mei­ner Schul­lauf­bahn zehn Leh­rer ein, die auf eine un-anony­me, also offe­ne Kri­tik an ihrem Unter­richt mit deut­lich ver­än­der­ter Beno­tung des ent­spre­chen­den Schü­lers reagiert hät­ten oder haben.

Die pau­scha­li­sier­te Kri­tik am Berufs­stand Leh­rer hat, so berech­tigt sie in vie­len Ein­zel­fäl­len auch sein mag, vie­le Leh­rer in eine Posi­ti­on gedrängt, in der sie jede Äuße­rung von Kri­tik als unge­recht­fer­tigt und sich selbst als feh­ler­frei anse­hen. Dies sind häu­fig genug die Kol­le­gen, die schon ein biss­chen zu lan­ge im Dienst sind, deren Pen­sio­nie­rung aber auch noch in wei­te­rer Fer­ne liegt. Die „alten Hasen“, die fast alle zeit­gleich mit mei­nem Abitur in Pen­si­on gin­gen, waren hin­ge­gen deut­lich offe­ner für Rück­mel­dun­gen (was viel­leicht dar­an lie­gen kann, dass vie­le von ihnen in den spä­ten 1960er Jah­ren an den Uni­ver­si­tä­ten waren) oder lie­fer­ten gleich kaum Anlass zu Kri­tik. Jun­ge Leh­rer gab es zu unse­rer Schul­zeit kei­ne, aber sie sol­len recht enga­giert sein, habe ich gehört.

Ich wür­de kein Leh­rer sein wol­len. Die Fra­ge habe ich gleich bei mei­ner Ein­schrei­bung ver­neint und seit­dem noch maxi­mal zehn Sekun­den dar­über nach­ge­dacht. Ers­tens bin ich unter­ir­disch schlecht im Erklä­ren, zwei­tens hät­te ich wenig Bock auf ner­ven­de Schü­ler und drit­tens erscheint mir die stän­di­ge Wie­der­ho­lung ähn­li­cher Inhal­te unter immer neu­en Vor­zei­chen dann auch nicht so span­nend. Ent­spre­chend hoch ist mein grund­sätz­li­cher Respekt vor dem Beruf des Leh­rers. Ich habe eini­ge sehr gute Leh­rer erlebt, denen ich viel zu ver­dan­ken habe, aber auch eini­ge sehr, sehr schlech­te. Wenn man sich die Lis­te mei­ner Deutsch- und Eng­lisch­leh­rer so ansieht, geht es wohl als mit­tel­schwe­res Wun­der durch, dass ich mich ernst­haft für ein Ger­ma­nis­tik- und Anglis­tik­stu­di­um ent­schie­den habe. Nahe­lie­gend wären Geschich­te und Erd­kun­de (das es aber in der Form lei­der nicht als Stu­di­en­fach gibt) gewe­sen.

Wir hät­ten uns damals gefreut, wenn wir unse­re Leh­rer auf einer Platt­form wie spickmich.de hät­ten bewer­ten kön­nen und wenn die­se sich die Bewer­tun­gen auch ange­se­hen und zu Her­zen genom­men hät­ten. Ich den­ke, dass Schü­ler durch­aus in der Lage sind, die Qua­li­tät des Unter­richts und das Ver­hal­ten eines Leh­rers gut zu beur­tei­len. Wenn ich mir die Leh­rer­be­wer­tun­gen für mein altes Gym­na­si­um bei spickmich.de so anse­he (bzw. den Teil der Leh­rer, die ich noch ken­ne), so zeigt sich mir ein rea­lis­ti­sches Bild. Und was spricht dage­gen, die Arbeit von Men­schen, die jeden Tag ande­re beur­tei­len sol­len, deren letz­te eige­ne Beur­tei­lung aber in den letz­ten Tagen ihres Stu­di­ums statt­fand, mit schlich­ten Zah­len­wer­ten zu beur­tei­len? Das ist kei­ne „Feig­heit“, son­dern Kon­se­quenz.

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Unterwegs Kultur

Hoffentlich ist es Beton

Ruhr-Uni Bochum

Wenn Men­schen ver­rei­sen, geben sie viel Geld aus um weit weg zu kom­men, dort­hin, wo’s schön ist. Wenn sie dann wie­der heim­keh­ren, den­ken sie „Ach, schreck­lich, wie das hier aus­sieht“, und die gan­ze Erho­lung ist weg. War­um fah­ren sie also nicht in die nähe­re Umge­bung, gucken sich dort die Tage­bau­ge­bie­te, Fuß­gän­ger­zo­nen und Gefäng­nis­se an und sind ganz ent­zückt, wenn sie end­lich wie­der zuhau­se sein dür­fen?

Ich war also am Diens­tag in Marl. Die Innen­stadt wur­de in den 1960er Jah­ren am Reiß­brett ent­wor­fen und war damals sicher visio­när: ein Ein­kaufs­zen­trum ame­ri­ka­ni­scher Bau­art, davon aus­ge­hend ver­schie­de­ne Wohn-Hoch­häu­ser, ein klar struk­tu­rier­tes, dabei aber luf­ti­ges Rat­haus, ein künst­li­cher See. Wenn man in der Däm­me­rung durch den Nie­sel­re­gen schlurft (wie Ste­fan am Mon­tag), wirkt die­ser Ort wie der post-apo­ka­lyp­ti­sche Schau­platz einer Archi­tek­tur­schau längst ver­gan­ge­ner Epo­chen, aber man ahnt, wie begeis­tert die Macher von ihren Ideen waren, wie durch­dacht und modern die­se Stadt ein­mal gewe­sen sein muss. Nur leben wol­len die Leu­te so nicht und ohne Anzü­ge und Pet­ti­coats wir­ken sie dort auch selt­sam deplat­ziert.

Es ist das Schick­sal min­des­tens einer Gene­ra­ti­on deut­scher Archi­tek­ten und Stadt­pla­ner, dass ihre heh­ren Plä­ne und Kon­zep­te kolos­sal geschei­tert sind. Wie oft höre ich, die Ruhr-Uni Bochum sei ja „so häss­lich“, dabei sieht sie kaum anders aus als die Uni­ver­si­täts­neu­bau­ten in Düs­sel­dorf, Dort­mund, Duis­burg, Essen, Bie­le­feld oder Pader­born. Genau genom­men ist die Ruhr-Uni sogar von einer viel höhe­ren Qua­li­tät: klar struk­tu­riert, ohne Schnör­kel und anhei­meln­de Gemüt­lich­keit, nur gebaut, um mög­lichst vie­len Arbei­ter­kin­dern die Mög­lich­keit eines Hoch­schul­stu­di­ums zu bie­ten. Ein Blick in die hell erleuch­te­ten Zim­mer des Nach­bar­hau­ses bringt häss­li­che­res zu Tage.

Christuskirche DinslakenIn Dins­la­ken wur­de im ver­gan­ge­nen Jahr die evan­ge­li­sche Chris­tus­kir­che abge­ris­sen, weil sie zu nah an den ande­ren Kir­chen lag und ihr Erhalt zu teu­er war. Der Beton­bau aus den spä­ten 1960er Jah­ren war immer unbe­liebt gewe­sen: groß, kalt, mit der Aus­strah­lung einer Mehr­zweck­turn­hal­le. Selbst unter Auf­brin­gung von christ­li­cher Nächs­ten­lie­be und kul­tu­rel­lem Ver­ständ­nis war die Kir­che häss­lich – und doch war zum Bei­spiel die Idee, bei der Gestal­tung der „Fens­ter“, die eher klei­ne far­bi­ge Licht­lö­cher in Beton­ele­men­ten waren, völ­lig auf Moti­ve zu ver­zich­ten, eine kon­se­quen­te bau­li­che Umset­zung des Pro­tes­tan­tis­mus gewe­sen. Den Vor­schlag, ein­fach die klas­si­zis­ti­sche Schwes­ter­kir­che abzu­rei­ßen, hät­te nie jemand zu äußern gewagt – mal davon ab, dass die­se natür­lich unter Denk­mal­schutz steht und gera­de frisch restau­riert war.

Und so wird zur Zeit in wei­ten Tei­len Deutsch­lands eine gan­ze Epo­che der Archi­tek­tur­ge­schich­te aus den Stadt­bil­dern ent­fernt: die der Nach­kriegs­ar­chi­tek­tur. Natür­lich hat­te damals kaum jemand ahnen kön­nen, wie schreck­lich nack­ter Beton im Lau­fe der Zeit aus­se­hen wür­de, aber die­se Archi­tek­tur war nicht nur unglaub­lich funk­tio­nal, sie hat­te dabei auch nicht sel­ten tol­le Details und die Kunst am Bau. Die­se Gebäu­de, die ja weiß­gott nicht alle häss­lich sind, gehö­ren zur deut­schen Geschich­te wie römi­sche Sied­lun­gen, Barock­schlös­ser, faschis­ti­sche Protz­bau­ten und das Bau­haus. Ihr Ver­schwin­den aus den Stadt­bil­dern ver­zerrt die Geschich­te und endet in einem Revi­sio­nis­mus, der sich zum Bei­spiel in den Bestre­bun­gen zeigt, das Ber­li­ner Stadt­schloss wie­der auf­zu­bau­en – oder auf die Spit­ze getrie­ben in den Braun­schwei­ger Schlos­s­ar­ka­den.

AT&T Switching Center, New York

Pathe­tisch gespro­chen ste­hen Marl und all die Städ­te, die so ähn­lich kon­zi­piert wur­den, für eine geschei­ter­te Uto­pie. Sie sind beton­ge­wor­de­ne Sozi­al­de­mo­kra­tie. Die Men­schen woll­ten nicht in Eta­gen­woh­nun­gen mit­ten in der Stadt woh­nen und auf rie­si­ge Beton­flä­che gucken, sie woll­ten in die Vor­städ­te, wo sie bizar­rer­wei­se nun Häu­ser bewoh­nen, die sich unter­ein­an­der glei­chen wie damals die Woh­nun­gen im Hoch­haus. Die Ber­li­ner Gro­pi­us­stadt und Köln-Chor­wei­ler sind in einer Dimen­si­on geschei­tert, wie sie nur in der Archi­tek­tur mög­lich ist, die Stutt­gar­ter Wei­ßen­hof­sied­lung und die Ber­li­ner Wohn­ma­schi­ne hin­ge­gen gel­ten immer noch als Vor­zei­ge­ob­jek­te. Wor­an das nun wie­der liegt, kann ich mir auch nicht erklä­ren. Viel­leicht ist Bra­sí­lia auch nicht des­halb so schön, weil es von Oscar Nie­mey­er ent­wor­fen wur­de, son­dern weil dort so häu­fig die Son­ne scheint.

Eines der merk­wür­digs­ten Neu­bau­pro­jek­te, das ich aus der Nähe mit­be­kom­men habe, ist die Neue Mit­te Ober­hau­sen, ein künst­li­ches Stadt­zen­trum mit­ten in einem frü­he­ren Indus­trie­ge­biet. Das gan­ze Are­al wirkt ein biss­chen unna­tür­li­cher als Dis­ney­land, wird aber mit gro­ßer Begeis­te­rung ange­nom­men. Wohn­häu­ser gibt es kei­ne, aber das rie­si­ge Ein­kaufs­zen­trum „Cen­trO“ mit ange­schlos­se­ner Gas­tro­no­mie-Pro­me­na­de. Die see­len­lo­se Belie­big­keit eines inter­na­tio­na­len Flug­ha­fens scheint den Besu­chern nichts aus­zu­ma­chen, aber selbst wenn: auf dem Gelän­de gibt es einen Irish Pub, der das Kon­zept Irish Pub skla­visch und bis zur Über­trei­bung ein­hält. Jun­ge Men­schen kön­nen sich in einem völ­lig künst­li­chen, aber rea­lis­ti­schen Gebäu­de betrin­ken, das jün­ger ist als sie selbst, aber nach jahr­hun­der­te­al­ter Tra­di­ti­on aus­sieht.

Und mit der Fra­ge, ob fal­sche Gemüt­lich­keit wirk­lich ech­ter Käl­te vor­zu­zie­hen ist, möch­te ich Sie in die Nacht ent­las­sen. Aller­dings nicht, ohne vor­her auf restmodern.de hin­ge­wie­sen zu haben, wo man sich einen schö­nen Über­blick über die Nach­kriegs­ar­chi­tek­tur in Ber­lin ver­schaf­fen kann.

Hinterhof in Chicago
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Leben

Sie sind überall!

Ich weil­te heu­te (bzw. am Diens­tag­abend) beim „Berg­fest“ des 44. Adolf-Grim­me-Prei­ses in Marl. Im offi­zi­el­len Teil gab es unter ande­rem eine Podi­ums­dis­kus­si­on zur Fra­ge, ob im öffent­lich-recht­li­chen Fern­se­hen kei­ne Wer­bung mehr lau­fen soll­te. Wie begeis­tert ich immer von Podi­ums­dis­kus­sio­nen bin und was dabei her­um­kommt, kön­nen Sie sich hier oder hier zusam­men­rei­men.

Beim anschlie­ßen­den Bei­sam­men­sein, das soweit ich weiß nicht get tog­e­ther hieß, lern­te ich unter ande­rem Cle­mens Schön­born ken­nen, des­sen Film „Der letz­te macht das Licht aus“ in der Kate­go­rie „Fik­ti­on“ nomi­niert ist. Im Lau­fe des Gesprächs stell­ten wir fest, dass Cle­mens in Dins­la­ken auf­ge­wach­sen ist – sein Bru­der ging aufs glei­che Gym­na­si­um wie ich.

Und dann kam ich nach hau­se und fand einen Link­tipp von mei­ner Mut­ter im Post­ein­gang. Tho­mas Tuma hat­te in einen ziem­lich dada­is­ti­schen „Spiegel“-Text über Bruce Dar­nell fol­gen­den Absatz ein­ge­baut:

Aber sol­le wir ähr­lisch sein, der Wahr­heit sage wie är? Bruce als eine Typ­be­ra­ter in die Äi Ar Di … es ist, als ob Elton John gibt Jodel­kurs in die VHS Dins­la­ken.

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Rundfunk Fernsehen

Licht und Schatten: Heute-Journal

Am Mon­tag durf­te Stef­fen Sei­bert das „Heu­te-Jour­nal“ im ZDF mode­rie­ren – Claus Kle­ber war ver­mut­lich ent­we­der krank, Fast­nacht fei­ern oder auf dem Weg zum super tues­day. Direkt zu Beginn muss­te er einen Bei­trag über das aktu­el­le Cha­os bei Unicef Deutsch­land ankün­di­gen, aber bevor der schließ­lich lief, brach­te Sei­bert noch das, was man in Blogs immer mal wie­der als „Dis­clai­mer“ bezeich­net fin­det:

Ich soll­te Ihnen ehr­li­cher­wei­se an die­ser Stel­le sagen, dass ich seit län­ge­rem und mit gan­zem Her­zen bei Unicef mit­ar­bei­te – das „Heu­te-Jour­nal“ und unse­ren Autor Peter Böh­mer hin­dert das natür­lich nicht, alle nöti­gen kri­ti­schen Fra­gen zu stel­len.

Erst war ich mir nicht sicher, ob ich das für eine etwas eit­le Serio­si­täts­ges­te oder für auf­rich­ti­ges Wind-aus-den-Segeln-Neh­men hal­ten soll­te, aber ich ent­schied mich schnell für letz­te­res. Es pass­te auch schön in mein Bild, das ich in letz­ter Zeit vom „Heu­te-Jour­nal“ als bes­ter Nach­rich­ten­sen­dung Deutsch­lands habe.

Aber dann …

Dann kam im Bör­sen­teil die seit Frei­tag gras­sie­ren­de Mel­dung, dass Micro­soft Yahoo! über­neh­men wol­le. Eine Geschich­te, die selbst ich als Wirt­schafts-Igno­rant mit­be­kom­men hat­te. Vor allem aber: Eine Geschich­te, die am Mon­tag rich­tig span­nend wur­de, als es hieß, Goog­le-Chef Eric Schmidt wol­le dem Kon­kur­ren­ten Yahoo! unter die Arme grei­fen, um Micro­soft doch noch abzu­wim­meln. Davon erfuhr der ZDF-Zuschau­er im „Heu­te-Jour­nal“ lei­der nichts. Viel­leicht, weil der Bei­trag schon vor­pro­du­ziert und die zustän­di­ge Redak­ti­on im Fasching unter­wegs war.

Über­haupt: Kar­ne­val. Mit einem lus­tisch-gereim­ten Bei­tra­aach über die Fasenacht am Ende der Sen­dung hat die „Heute“-Redaktion dann den gan­zen guten Ein­druck der ers­ten Sen­de­mi­nu­te platt gemacht. Das „Heu­te-Jour­nal“ ist trotz­dem die bes­te Nach­rich­ten­sen­dung im deut­schen Fern­se­hen.