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If you’re going to San Francisco … (Teil 3)

San Francisco, CA

Nachdem wir schon Geschäfte, sowie Kneipen und Restaurants empfohlen haben, kommen wir im dritten und letzten Teil unseres großen San-Francisco-Reiseführers “Cocoa And Books” heute zu einem anderen, nicht ganz so klar zu umreißenden Themenkomplex. Erst sage ich Ihnen, welche Mainstream-Touristenattraktionen gar nicht mal so schlecht sind, und dann machen wir noch einen kleinen Abstecher ins Nachtleben.

Teil 3: (Ach, da fehlt uns noch ‘ne Überschrift)

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Unterwegs

Buchstaben über der Stadt

Ich habe Radiosendungen und Filme darüber gemacht, habe mein Blog und das von anderen Leuten vollgeschrieben. Vermutlich gibt es nur noch eine journalistische Form, in der ich mich noch nicht über Dinslaken geäußert habe: die Bildergalerie.

Dinslaken (Schriftzug)

Und genau das soll heute anders werden, denn ich habe das Wochenende bei den Eltern mal genutzt, um Ihnen Dinslaken von allen Seiten zu zeigen. Danach werden Sie verstehen, warum ich Marl so schön fand.

Bevor wir loslegen, sollten Sie das gigantische Stadtporträt auf der offiziellen Website der Stadt lesen und sich folgenden Satz immer vor Augen halten:

Spektakuläres, Gigantisches oder Dinge mit dem Etikett “Das muss man unbedingt gesehen haben” sucht der Besucher vergeblich.

Und obwohl damit eigentlich alles gesagt ist, geht es jetzt erst los:

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Unterwegs

Blogger auf dem Weihnachtsmarkt

Vor der inzwischen schon fast traditionellen Bochumer pl0gbar am letzten Dienstag wollten wir eigentlich mit allen noch über den Weihnachtsmarkt schlendern. Letztendlich waren es dann Kathrin, Jens und ich, die sich die Bretterbuden und den Glühwein einmal genauer ansahen.

Was dabei herausgekommen ist, sehen Sie hier:

[Direktlink]

Und hier noch das passende Max-Goldt-Zitat:

Wenn ich nur einen schlechten Rotwein hätte, eine Alkoholzufuhr aber für dringend sachdienlich hielte, würde ich den Wein so weit wie möglich runterkühlen. Man weiß ja von Coca-Cola und manchem Milchspeiseeis, daß eklige Dinge halbwegs tolerabel schmecken, wenn man sie stark kühlt. Ich würde den schlechten Wein jedenfalls nicht zur drastischeren Offenlegung seiner minderen Qualität auch noch erwärmen!

(Max Goldt – Vom Zauber des seitlich dran Vorbeigehens, in: Vom Zauber des seitlich dran Vorbeigehens)

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Mein Berlin

Weil ich ja eh schon mal mit der Videokamera in Berlin war und in den vergangenen Jahren touristisch schon wirklich alles abgeklappert hatte, was da war, habe ich mir diesmal gedacht: Sei doch ein bisschen altruistisch und gib deinen Lesern, die vielleicht noch nie in Berlin waren, vielleicht nächste Woche hinwollen, auch etwas mit.

Herausgekommen ist ein kleiner Film, der völlig unprätentiös “Mein Berlin” heißt und den man sich bei YouTube ansehen kann. Oder gleich hier:

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Urlaub machen, wo andere leben

Jesus auch in Bochum

Besucht man irgendwen irgendwo und drängt diese Person mit milder Gewalt dazu, am eigenen touristischen Programm mitzumachen, wird man mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit am Ende einen Satz wie diesen hören: “Also, das fand ich jetzt wirklich interessant. Wenn man hier wohnt, guckt man sich das ja normalerweise gar nicht an.”

Mich kommt in Bochum leider niemand besuchen, weswegen Kathrin und ich uns am Wochenende einfach mal auf eigene Faust als Touristen in der eigenen Heimat versucht haben. Einen besonderen Grund dazu gab es eigentlich nicht, außer dass wir mal recht dringend Urlaub brauchten.

Gute Gründe, dass die Innenstadt voll ist, gibt es hingegen schon: Die Sonne scheint in all ihrer sommerlichen Pracht vom Himmel hinab, der VfL spielt zur Saisoneröffnung gegen Werder Bremen und auf dem Dr.-Ruer-Platz findet “Bochum kulinarisch” statt, eine Art Weihnachtsmarkt ohne Geschenkestände und mit besserem Essen im Sommer. Es herrscht das, was in Fernsehdokumentationen mit dem Satz “Es herrscht Volksfeststimmung” beschrieben wird, bevor dann irgendein Unglück passiert (Explosionen, einstürzende Tribünen, niedergeschlagene Volksaufstände).

Ein Unglück sollte uns am Samstag aber nicht passieren, denn Jesus liebt uns. Das behaupten zumindest die jungen Menschen, die uns hundert Meter weiter Flugblätter in die Hand drücken wollen. Wir bedanken uns für so viel Unterstützung, gehen aber lieber weiter, bevor wir noch beim großen gemeinsamen Singen mitmachen müssen. Kathrin möchte ihren Telefonanschluss kündigen, was aber im Telekom-Laden natürlich nicht geht. Deshalb gehen wir direkt weiter “Klamotten gucken”, also serious shopping betreiben. Zwanzig Minuten später habe ich bei C&A ein Paar Jeans in meiner Größe für 9 Euro erstanden (alle anderen Größen kosten 15 Euro, der Ursprungspreis ist dem Etikett leider nicht mehr zu entnehmen) und verschwand erst mal in den Tiefen einer Buchhandlung.

Um das Gefühl von Großstadt und Urlaub noch ein bisschen auszukosten, gehen wir zu Starbucks – davon hat Bochum inzwischen zwei Stück im New-York-verdächtigen Abstand von 250 Metern. Starbucks ist zwar eigentlich ein Super-Feindbild für alles und A haben mit “Don’t want your job in Starbucks” eine wunderbar treffende Liedzeile zum Thema, aber wie sonst soll man Weltläufigkeit simulieren, wenn nicht mit einer amerikanischen Kaffeekette? Ganz unamerikanisch setzen wir uns allerdings hin1 – wenn auch draußen vor den Laden, wo wir die Menschen in der Fußgängerzone wie Quallen an uns vorbeitreiben lassen. Die Bochumer Innenstadt ist teilweise derart renoviert worden in den letzten Jahren, dass ich nur auf den Tag warte, an dem die Stadt das erste Mal in einem Fernsehfilm Berlin doubeln muss, weil sich die Kamerateams in Berlin ja sowieso immer gegenseitig auf den Füßen rumstehen.

Der shopping spree soll bei H&M weitergehen, dort haben sie schwarze Cordsackos, deren Erwerb ich seit einigen Jahren ernsthaft in Erwägung ziehe. Einmal hatte ich bereits eines gekauft, aber meine persönliche Stilberaterin, die lange als Marketing-Direktor in der New Yorker Modebranche gearbeitet hatte, schickte mich mit harrschem Ton zum Umtausch. Die Ärmel seien definitiv zu kurz, so ihr vernichtendes Urteil. Die Ärmel sind auch diesmal zu kurz, was den Verdacht nahelegt, dass meine Arme in Wahrheit zu lang sind. Dafür sind meine Beine zu kurz, was das Einstellen des Fahrersitzes im Auto immer zu einer längeren Angelegenheit werden lässt.

Nach etwa einer Stunde schwedischer Massenmode (ich hatte die ebenfalls shoppende Dame ja erwähnt) bin ich gegen Fünf langsam doch mal reif für Mittagessen. Also gehen wir zur Fischbraterei von Gülcans Schwiegervater und ich entscheide mich zwecks Urlaubsfeeling für ein Krabbenbrötchen mit Nordseekrabben. Das erinnert mich immer an die ungezählten Familienurlaube an der holländischen Nordseeküste (warum ein Brötchen mit Nordseekrabben in Bochum knapp die Hälfte von dem kostet, was man in Holland hinterm Deich bezahlt, kann mir sicher irgendein VWL-Student erklären, falls ich mal einen kennenlerne).

Für den Samstag reicht uns das, außerdem will ich ja die “Sportschau” sehen. Hätte ich geahnt, dass in der ersten Stunde sowieso nichts interessantes läuft, hätte ich mir die Tierschützer, die in der Fußgängerzone Videos von leidendem Schlachtvieh zeigen, vielleicht noch mal genauer angeguckt.

Nach diesem großstädtischen Samstag hätten wir es am Sonntagabend gern ein paar Nummern kleiner. Das ist kein Problem, denn in fußläufiger Entfernung befindet sich das “Kirchviertel” mit alten Bergarbeiterhäusern; diversen Bäckereien, Apotheken und Supermärkten; zwei Pizzabuden und tatsächlich einer Kirche. Uns interessiert aber besonders die Eisdiele: Die Auswahl ist noch größer als am Tag zuvor bei Starbucks und ich wünsche mir für einen Moment, irgendjemand würde einfach mal für mich entscheiden. Dann wäre ich aber vermutlich bei Banane-Mocca ausgekommen und nicht bei Ananas-Tiramisu wie jetzt. Vor uns ist ein Mann dran, der mit etwas eigentümlichen Wünschen zu überraschen weiß: Fünf Kugeln Mocca mit Sahne und zwei Kugeln Eis für den Hund (ohne Sahne).2

Eis schleckend und tropfend spazieren wir durch den Ortsteil, der so wunderbar dörflich wirkt, dass man kaum glauben kann, mitten im Ruhrgebiet zu sein. Die Bewohner des nahegelegenen Seniorenheims (das erklärt die vielen Apotheken) schlurfen durch die Straßen und meine Hände kleben von der zerlaufenen Eiscreme. Als wir wieder Richtung Universitätsstraße gehen, fragen wir uns, ob Bochum nicht vielleicht doch ein ganz guter Wohnort ist, auch längerfristig, und warum man sich sowas normalerweise nicht anguckt.

1 Folgender Dialog wurde mir mal aus einer kalifornischen High School überliefert:
Deutschlehrerin (Deutsche): “In Europe, especially in Germany, the people usually sit down in a cafe. I don’t get why Americans always have to walk around with their beverages.”
Schüler (Amerikaner): “It’s because they have jobs – which 4.5 million Germans don’t do, as I recall.”
Der Schüler wurde daraufhin des Unterrichts verwiesen.

2 Das ist allerdings nichts verglichen mit dem Mann, der in Dinslaken mal “Amarenata durchs Spaghetti-Eis-Sieb gepresst im Hörnchen” haben wollte. Amarenata ist Eis mit ganzen Kirschen drin.

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Leben Unterwegs

Dieser Weg ist steinig und schwer

Es ist Pfingsten, manche wissen auch wieso, ich liege bräsig auf der Terrasse habe den bisherigen Tag mit gesellschaftlichen Aufgaben verbracht und möchte jetzt diese allgemeine festliche Stille mit zwei Geschichten durchbrechen. Die eine ist heiter, die andere beunruhigend, und es ist jedem selbst überlassen, welche welche ist:

Als ich am Freitag mit dem Regionalexpress durchs Ruhrgebiet reiste (mein Leben also in vollen Zügen genoss), fuhr ich einen Teil der Strecke mit einer Pfadfindergruppe. Erst nachdem der Zug in den Duisburger Hauptbahnhof eingefahren war, bemerkten die Anführer der Gruppe, dass sie die letzten fünf Minuten vor einem Schild gestanden hatten, auf dem “Tür defekt” stand. Und so drehten sich die etwa zwanzig Pfadfinder, die sich über die gesamte Wagenlänge im Mittelgang gestaut hatten, um und gingen zur Tür am anderen Ende des Wagens hinaus. Sie gingen nicht etwa durch die Tür, die zwei Meter neben der defekten im nächsten Wagen lag und offen stand.

Als ich Dinslaken, die Stadt meiner Kindheit, erreicht hatte und zu Fuß zu meinen Eltern ging, stellte ich fest, dass die alljährlichen Straßenpflaster-Festwochen offenbar wieder in vollem Gange waren. Anders als im Osten der Republik, wo man am nächsten Wochenende den vierzigsten Jahrestag des Schahbesuchs mit großen Trachtenparaden begehen will, haben die Dinslakener Straßenpflaster-Festwochen wenig mit Gewalt, aber viel mit Verkehrsbehinderung zu tun. Denn jedes Jahr im Frühsommer wird das Pflaster der Hauptstraße aufgebrochen, die Steine werden gewendet, ein neues Sandbett wird gelegt und dann wird die Straße wieder zugepflastert. Leider liefert die offizielle Website der Stadt keinerlei Informationen zu diesem schönen Brauchtum, aber ich möchte jeden herzlich einladen, sich diese besondere Tiefbauprozession nicht entgehen zu lassen.

So viel für den Augenblick, mehr Content gibt’s, wenn mehr passiert.