Lost In The Supermarket

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 1. Oktober 2014 14:54

Vor sechs Jahren, in der heißen Phase des US-Präsidentschaftswahlkampfs, wäre Barack Obama beinahe heilig gesprochen worden. Vor fünf Jahren wurde er es.

Eintausend US-Abhör-Enthüllungen und etliche Drohnen-Tote später gilt Obama hierzulande nicht mehr ganz so als die coole Sau, die er damals noch war. Und die elenden und erschöpfenden Anspielungen auf seinen Wahlkampfslogan “Yes, we can” ließen auch spürbar nach.

Insofern ist es schon etwas überraschend, ja geradezu anachronistisch, dass im Kaiser’s-Supermarkt in der “Mall of Berlin” jetzt dieser Schriftzug auf dem Boden prangt:

Yes, ve gan

Es ist das Logo der veganen Supermarktkette Veganz (und das Covermotiv des Buchs von Veganz-Gründer Jan Breddack) und was die im Kaiser’s-Markt macht, hat der Peer (von dem auch das Foto hier ist) im Supermarktblog aufgeschrieben.

Song des Tages: Udo Jürgens – Tausend Jahre sind ein Tag

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 30. September 2014 13:34


1000 Jahre sind ein Tag by Ghostriderin

Zum ersten Mal gehört: So ca. 1989/90, als Titelmusik der grandiosen Zeichentrickserie “Es war einmal der Mensch”.

Wer musiziert da? Udo Jürgens. ESC-Sieger von 1966 (“Merci Cherie”) und eine der wenigen echten Legenden, die das deutschsprachige Musikgeschäft so hergibt. Ein Mann, der noch Ansprüche an sich und seine Kollegen stellte und vermeintliche Karaoke- und Partyhits wie “Griechischer Wein” und “Ich war noch niemals in New York” schrieb, die unter der bunten Mitgrölizität bewegende große Psychogramme des Kleinbürgers sind. Heute wird er 80 und eine der besten Lobpreisungen kommt von Franz Josef Wagner.

Warum gefällt mir das? Natürlich zunächst mal wegen der Kindheitserinnerungen. Aber das ist auch einfach ein famoser Song! Da ist zunächst mal dieser Klaviersound, der auch aus einer aktuellen Coldplay-Nummer stammen könnte. Dann diese minimal vom Zeitgeist (der Song wurde 1979 aufgenommen) beeinflusste Produktion und dann natürlich der Text: “Jo, Kinder, die Welt geht unter. Sorry, unser Fehler!” Wie er auch mit jeder neuen Strophe die Worte (“Goodwill”! “Overkill”!) immer mehr ausspuckt!
Jürgens’ Song ist ein Musterbeispiel des Apokalyptischen Schlagers, zu dem auch “Mein Freund der Baum” von Alexandra (1968) oder “Jenseits von Eden” von Nino de Angelo (1983) zählen — und auf ‘ne Art auch Nicoles ESC-Siegertitel “Ein bisschen Frieden”.

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Song des Tages: Dan Bern – God Said No

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 22. September 2014 15:07

Zum ersten Mal gehört: Im Sommer 2002, Sonntagsabends in einer (durchaus ernstzunehmenden) Musiksendung auf WDR 2.

Wer musiziert da? Dan Bern, ein Musiker aus Iowa, von dem ich nur ein Album und ein paar einzelne Songs kenne. “New American Language” allerdings ist geradezu ein Meisterwerk, vom rockigen Opener bis zum ausufernden, zehnminütigen Finalsong. Alles dazwischen ist wie Bob Dylan und Elvis Costello in ihren besten Momenten durcheinander.

Warum gefällt mir das? Das ist natürlich auch so ein Song, der vor allem über die Lyrics funktioniert: Da trifft der Erzähler auf Gott und bittet darum, in der Zeit zurückreisen zu können, um a) Kurt Cobain vom Selbstmord abzuhalten, b) Hitler zu erschießen, bevor der größeren Schaden anrichten kann und c) Jesus vor der Kreuzigung zu bewahren. Aber Gott sagt jedes Mal “Nein” — wohlbegründet! Dass das Ganze komplett unpeinlich, ja im Gegenteil: unglaublich anrührend ist, muss man erst mal hinkriegen. Und die Musik ist ja auch ganz schön.

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Song des Tages: Five For Fighting – Superman

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 15. September 2014 13:23

Superman von
Five For Fighting auf tape.tv.

Zum ersten Mal gehört: Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, glaube aber, dass es auf “Songs from ‘Dawson’s Creek’, Vol. 2″ war. Irgendwann im Herbst 2001 könnte zeitlich passen.

Wer musiziert da? Five For Fighting, der Projektname von John Ondrasik. Zur Jahrtausendwende hätte das das nächste große Ding in einem Genre werden können, das wir mal “College Rock” nennen wollen und das erst von R.E.M. und dann von den Counting Crows dominiert wurde. Statt Five For Fighting gelang dann ein paar Jahre später The Fray der mittelgroße Durchbruch.

Warum gefällt mir das? Nun ja: Klavier, Melancholie — gewisse Wirkprinzipien sollten hier inzwischen klar geworden sein. Aber es ist vor allem der Text, der mich hier begeistert: Der Comic-Held Superman erklärt, dass er das Fliegen nicht abkönne, dass er Heimweh habe, dass er auch als Held das Recht hätte, Schwäche zu zeigen. Und als wäre das nicht schon tragisch genug, schließt er dieses Wehklagen ab mit dem Hinweis: “Well, it’s alright / You can all sleep sound tonight / I’m not crazy or anything”. Da ist er schon wieder ganz in der Pflichterfüllung angekommen. Die halb banale, halb bedrückende Botschaft: Superhelden sind also auch nur Menschen — also genau das, was uns jeder Superhelden-Film seit “Spider-Man” mit zunehmender Schwere und Humorlosigkeit vorbetet.

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Song des Tages: Ryan Adams – New York, New York

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 11. September 2014 17:37

Zum ersten Mal gehört: Anfang Januar 2002, als ich mir nach mehrfacher Empfehlung endlich “Gold” von Ryan Adams gekauft habe.

Wer musiziert da? Ryan Adams. Nicht Bryan. Der Ex-Sänger von Whiskeytown, dessen aktuelles, selbstbetiteltes Album dieser Tage erscheint.

Warum gefällt mir das? Ich mag den Drive, den Bongos und Orgel erzeugen, und die Atmosphäre, die dieser Song ausstrahlt. Als ich zum ersten Mal in New York war, musste ich natürlich mit diesem Song im Ohr durch die Straßen latschen.
Bonus-Gänsehaut: Das Musikvideo mit diesen Türmen im Hintergrund wurde am 7. September 2001 gedreht.

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Lucky & Fred: Episode 6

Von Coffee And TV
Veröffentlicht: 11. September 2014 12:12

Jetzt ist es soweit: Wir wollen Verfassungspatrioten werden und schauen mal, wie das geht. Vorher beschäftigen wir uns mit den Grundsätzen der “Bunten”, der kollektiven Gewissensprüfung fürs deutsche Volk und ergründen, was nackte Schauspielerinnen mit Hinrichtungen gemein haben.
Lucky wettert gegen Mitfahrgelegenheiten und Wohngemeinschaften, Fred findet, es ist höchste Zeit für eine schwere Pubertätskrise zwischen Deutschen und Amerikanern.
Zwischendurch wird viel gesungen und auf der Gitarre gespielt.

Linkliste:

“Lucky & Fred” als RSS-Feed
“Lucky & Fred” bei iTunes
“Lucky & Fred” bei Facebook

Song des Tages: a-ha – Take On Me

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 4. September 2014 14:57

Take On Me von
a-ha auf tape.tv.

Zum ersten Mal gehört: Das kann ich beim besten Willen nicht sagen. Irgendwann kurz nach Veröffentlichung 1985 auf WDR 2, vermutlich.

Wer musiziert da? a-ha, ein norwegisches Trio, das (mit Unterbrechung Ende der 1990er Jahre) von Mitte der Achtziger bis vor Kurzem sehr schöne Popmusik gezaubert hat. “Take On Me” ist ihr erster (riesengroßer Hit), danach kamen aber noch zahlreiche tolle Songs.

Warum gefällt mir das? Stanznutten in einer dieser Rankingshows würden jetzt sagen, der Song sei “natürlich Kult” und das Video sei damals “etwas völlig neues” gewesen. Yeah, whatever! Es ist einfach grandioses Songwriting, eine durchaus kunstfertige Produktion (diese ganzen verschiedenen Synthielinien, die sich beim Finale alle ineinander verzahnen!) und Morten Harket singt dieses Lied einfach nach hause. Wenn ich mal Karaoke singen muss, dann immer dieses Lied!

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Song des Tages: The Dresden Dolls – Sing

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 2. September 2014 17:03

Zum ersten Mal gehört: 2006, als wir bei CT damit bemustert wurden. Ich meine mich zu erinnern, dass ich das Lied anfangs gar nicht so spektakulär fand. Dann aber umso mehr.

Wer musiziert da? Ein amerikanisches “Dark Cabaret”-Duo namens The Dresden Dolls. Die Sängerin Amanda Palmer hat sich inzwischen auch als Solokünstlerin einen Namen gemacht.

Warum gefällt mir das? Ich liebe diesen Text über die Wirkmächtigkeit der Musik: Einfach mal singen, für die anderen und für Dich. Und dann dieser Spannungsbogen: Wenn dann das Schlagzeug und der Bass einsetzen! Und sich alles steigert! Und weiter steigert! Halleluja!

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Song des Tages: Jens Friebe – Kennedy

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 1. September 2014 11:51

Jens Friebe – “Kennedy” 2005 from Nelja Stump on Vimeo.

Zum ersten Mal gehört: Irgendwann im Sommer 2005, als wir bei CT damit bemustert wurden.

Wer musiziert da? Jens Friebe, ein Musiker, der in Berlin lebt.

Warum gefällt mir das? Ich mag zum einen diesen schunkelnden Beat-Sound, zum anderen aber auch diesen absolut grandiosen Text, der auf eine Art die Ermordung John F. Kennedys aus dessen Perspektive nacherzählt, zum anderen aber auch von irgendetwas ganz anderem handelt.

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Song des Tages: Professor Green – Monster

Von Lukas Heinser
Veröffentlicht: 28. August 2014 15:37

Monster von
Professor Green auf tape.tv.

Zum ersten Mal gehört: Im Oktober 2010 auf dem Rückflug von London, wo ich mir (neben hundert anderen CDs) “Alive Till I’m Dead” von Professor Green gekauft hatte.

Wer musiziert da? Professor Green, ein britischer Hip-Hopper, in diesem Fall mit Unterstützung von Example, den ich damals noch gar nicht kannte.

Warum gefällt mir das? Ich liebe britischen Hip Hop, mehr noch als amerikanischen. The Streets fand ich grandios, aber auch die neueren Sachen wie Tinie Tempah, Example oder eben Professor Green (wobei das Nachfolgealbum “At Your Inconvenience” eine ziemliche Enttäuschung war). In dem durchaus nachdenklichen Text geht es um das Böse, das in uns allen wohnt. Uiuiui. Ich mag des Song aber vor allem auch wegen des druckvollen Refrains von Example.

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