Another Decade Under The Influence: 2017

Von Lukas Heinser, 10. Dezember 2019 12:00

2017. Schnee! Meine Oma zieht ins Seniorenheim. Ich habe eine neue Brille, ein „New Yorker“-Abo (plus Stoffbeutel) und eine Therapeutin — jetzt noch ein Cordsakko und ich bin ein echter Ostküsten-Intellektueller! Ein neues Tattoo. Ganz viele Ausflüge mit U-Bahnen, Straßenbahnen und Zügen. Ich entwerfe und baue mein erstes ganz eigenes Möbel! The Ataris, Wanda und Soulwax live. Ostern ohne Eltern, aber mit eigenem Kaffeetrinken. Wir fallen runter wie Glitzer auf Beton / Und malen die Stadt so bunt wie wir eben sind. ESC in Kiew: Dr. Peter Urban ist zum 20. Mal dabei, ich inzwischen auch schon zum achten. Eltern-und-Kind-Turnen, ein Euphemismus für „Eltern die letzte Lebensenergie aussaugen“. Mein MacBook, treuer Begleiter seit Duslog-Tagen, raucht ab. Endlich wieder Stadtpark-Nachmittage! I want a life, that’s all I need lately / I am alive but all alone. Meine Oma verabschiedet sich für immer. I got loyalty, got royalty inside my DNA. Flugzeuge gucken in Düsseldorf. Wie die Starken die Schwachen, die Müden die Wachen / Umarmen, umarmen. Einen ganzen Tag Geburtstag feiern! Ein Familientreffen in Freiburg. kettcar sind zurück — aber sowas von! Wir gehen zur Eröffnung von neuen Stadtbahnhaltestellen und Straßenbahnlinien. Ich hab jetzt lange Haare. Plätzchenbacken und Weihnachtsmärkte. Eine Schneeballschlacht vor der eigenen Haustür. Eine Modelleisenbahn unterm Weihnachtsbaum. An Weihnachten wird klar: Das ist das letzte Mal mit unserem Opa; was keiner ahnt: 96 Stunden später ist er tot. Nobody else will be there then / Nobody else will be there. Einmal Silvester mit Raclette und Bleigießen feiern, wie so ganz normale Erwachsene.

Ein ziemlich okayes Jahr, auch wenn gleich zwei meiner Großeltern gestorben sind. Ein Jahr, das aber auch einigermaßen öde gewesen wäre, wenn meine beste Freundin mich nicht ständig vor die Tür und ins Leben geschleift hätte: zu Phil Collins, ins Stadion, auf die Cranger Kirmes, zu 15 Jahre Grand Hotel van Cleef, an meinem Geburtstag ins Phantasialand und ein Wochenende nach Holland an den Strand. Und nicht eher schlafen, bevor wir hier / Heute Nacht das Meer sehen / Spüren, wie kalt es wirklich ist.

Another Decade Under The Influence: 2016

Von Lukas Heinser, 3. Dezember 2019 12:00

2016. Silvesterfeuerwerk gucken auf dem Dach der Dortmunder Oper. Mal wieder renovieren und Fußboden verlegen. Plötzlich wieder alleine frühstücken tut weh, aber das Kind wohnt ja die Hälfte der Zeit hier. In meinem Wikipedia-Eintrag steht kurzzeitig, dass ich eine IKEA-Küche erfolgreich aufgebaut habe (keine Ahnung, warum das wieder gelöscht wurde). Ich schreibe tausend ungenutzte Gags für die Panellisten beim „Comedy Clip Club“ und werde zum Maxi-Gstettenbauer-Fan. Benjamin von Stuckrad-Barre is back — da kann man doch mal entspannt auf drei Lesungen gehen! It’s a long way to happiness / A long way to go / But I’m gonna get there, boy / The only way I know. Dating & Crushes. ESC in Stockholm: Ganz viel Lakritzschokolade, wir sehen Björn von ABBA und Justin Timberlake live! So viele Ausflüge zum Hauptbahnhof und zum Kemnader See. We got the wind in our sail / Like Darwin on the Beagle / Or Mendel experimenting with a pea. Ich lackiere Möbel neu, die seit Jahrzehnten im Familienbesitz sind. Ich fahre zum ersten Mal Wasserski: Macht voll Bock, ich habe aber ein Jahr lang Muskelkater. Post von der Königin für meine Omi. Den halben Sommer im Planschbecken verbracht. There’s just something about the light / That lets all of us think that their problems aren’t our problems. Mein kleiner Bruder heiratet. Das Kind kommt in den Kindergarten. Mit meiner ganzen Familie nach Holland. Der Idiot wird tatsächlich zum US-Präsidenten gewählt. When I wake in the morning / I’ve forgotten what it is to cope. Einmal Elbphilharmonie gucken, in Bochum eröffnet das Musikforum. Kekse backen und verzieren. Ich drehe „Rückwärts“, meine erste ganz eigene Sendereihe für den MDR (na gut: fürs Internet). Die Weihnachtszeit beginnt am 23. Dezember um 17.32 Uhr.

Ein Jahr, um erstmal wieder auf die Beine zu kommen. Das Leben ist ein bisschen so wie früher, aber trotzdem ganz anders. Es sterben gefühlt alle Prominenten, aber irgendwie haben wir überlebt. Ich hab eine schöne neue Wohnung mit Garten, in der wir es uns gemütlich machen.

Another Decade Under The Influence: 2015

Von Lukas Heinser, 26. November 2019 12:00

2015. Aus unserer Wohnung wird eine WG. Überall Babybrei. Ich kriege überraschend schnell einen Therapieplatz. Mit der ganzen Familie nach Domburg, dem Kind das Meer zeigen. ESC in Wien, eine Runde im Praterriesenrad. Die gute Nachricht: Ich kann mich immer noch verknallen. Die schlechte (oder gute): Das führt zu nichts. It was just like a movie / It was just like a song. Die ersten Wörter, die ersten Ausflüge in den Tierpark. Es gibt gute und schlechte Tage. Is my malfunction so surprising cause I always seem so stable and bright? / Ain’t it always the quiet types? Ich arbeite beim Webvideopreis und habe seitdem „Journalist und Autor“ in meiner E-Mail-Signatur stehen. Ich arbeite bei „Popstars“ und drehe Videos mit @stiflti und @bibisbeautypalace. Meine ersten 40-Stunden-Wochen (und hoffentlich auch die letzten). Der erste Geburtstag, mit Schokokuchen im Haar. Die ersten Schritte. You’re my wanderer, little wanderer. Ich probiere dieses (Online-)Dating mal aus. Mein erstes eigenes Auto. Nach langer Zeit mal wieder auf Konzerte — wie gut das tut! Laternen basteln (Überall Kleister!) und der erste Martinszug. Ich gehe zum Fußball gucken in die Kneipe und wir sehen alle, wie der Terror sich entfaltet. Shut up and dance with me. Schon wieder auf Wohnungssuche. Es gibt einen neuen „Star Wars“-Film und ich bin so euphorisch wie mit 16. Weihnachten mit leuchtenden Kinderaugen, zerfetztem Geschenkpapier und der Frage: Wie haben wir das bis hierhin geschafft?

Ein Jahr, in dem ich mich an fast nichts erinnern kann, was nicht mit dem Kind oder der Arbeit zu tun hatte. Vielleicht gab es da auch einfach nichts. Ein wahnsinnig anstrengendes Jahr, das aber auch so viele tolle Momente hatte. In all dem positiven und negativen Chaos: Zehn Tage Wien mit dem besten Team, das man sich vorstellen kann. Viel Arbeit, wenig Schlaf, so viele tolle Leute. Bei all dem Trubel vor Ort fühlt es sich für mich an wie im windstillen Auge eines Hurricanes — und dann landen wir auf dem historisch einmalig schlechten 27. Platz. Ja, so widersprüchlich war 2015.

Another Decade Under The Influence: 2014

Von Lukas Heinser, 19. November 2019 12:00

2014. Das wird unser Jahr! Mit den Nachtfreunden in Berlin. Die erste Folge „Lucky & Fred“. Eine quälend lange Wohnungssuche, eine Renovierung und ein Umzug. Die letzten guten Tage: zu zweit mit Hund in Hamburg. Eigentlich hab ich keinen Stress, Herr Doktor. Are we out of the woods? / Are we in the clear yet? Eine abgesagte Hochzeit. Ein neuer Job, mitten in der Nacht. Der ESC in Kopenhagen, 10 Jahre BILDblog. Noch mehr neue Jobs in Köln. Kinderzimmer einrichten, Babyklamotten kaufen, Babyparty schmeißen. I’ve made some friends / And I’ve lost some, too. Holland wird WM-Dritter. Eine schwere Geburt. Hallo, ich bin Dein Papa! Die Diamant-Hochzeit meiner Großeltern — ob ich 60 Jahre je schaffe? Der erste Spaziergang, das erste Bad. Was genau muss ich tun?! Alles, was ich je wollte: Mama, Papa, Kind & Hund. Immer wieder Diskussionen und Streits. Wer ist dieses Skelett im Spiegel? Das erste Mal Babyschwimmen. Halt den Kopf oben. Eine Taufe am 1. Advent. Zu Besuch bei Harry Potter. Okay, lass uns sagen, das war’s. Statt 200 Abende in der Kneipe vielleicht zehn außer Haus. Das erste Weihnachten als Familie, trotz allem. Write it, write it, write it down / I will read it when the days don’t look so bad.

Ein Jahr wie ein Autounfall in Zeitlupe: überhöhte Geschwindigkeit, Hindernisse auf der Fahrbahn, schlechte Witterungsbedingungen und meine Hände nicht am Steuer. Das hatten wir uns alles anders vorgestellt. Heute weiß ich: Es gibt Situationen, die kann man nicht alleine schaffen. Es ist nie falsch, sich Hilfe zu holen. Irgendwann reicht es nicht mehr zu hoffen, dass alles gut ausgeht. Mittenrein in diese implodierende Liebe wird unser Kind geboren. Und als an dem Tag die Sonne untergeht, ist alles für immer anders. Besser, trotz allem.

Another Decade Under The Influence: 2013

Von Lukas Heinser, 12. November 2019 12:00

2013. Ein Anfang zu zweit. Und mit Hund. „Im Schneefall auf der Straße knutschen“ auf der bucket list abhaken. Eine Grimme-Preis-Nominierung fürs Dschungelcamp. Eine Dienstreise nach Budapest: In Ungarn über Pressefreiheit sprechen fühlt sich seltsam an. Partys, Kneipen, Wochenenden. Ein herrenloser Einkaufswagen. We’re up all night ‚til the sun / We’re up all night to get some / We’re up all night for good fun / We’re up all night to get lucky. Renovierungen und Umzüge anderer Leute. Ein neuer Job beim ESC: Plötzlich sitze ich tatsächlich an der Seite von Peter Urban! Noch ein neuer Job: Plötzlich bin ich Social-Media-Hansel bei „Tagesschaum“ mit Friedrich Küppersbusch, den ich noch aus meiner Kindheit aus dem Fernsehen kenne. Ein Sommerurlaub, wie man halt Sommerurlaube macht: in Holland am Meer. Das war die schönste Zeit / Weil alles dort begann. Die Hochzeit meiner kleinen Schwester inkl. Autocorso (schon geil, wenn man Teil davon ist!) und kaum aufwendigem Hochzeitsfilm. Mein 30. Geburtstag auf dem Macklemore-Konzert und eine Party, die sich nach Abschied anfühlt. I don’t care / I love it. Mit dem Hund im Fernsehen. Ein im letzten Moment abgesagtes Travis-Konzert. Eigentlich sollten wir erwachsen werden: Die Kilians auf Abschiedstournee. Gemeinsam auf Wohnungssuche. Ein positiver Schwangerschaftstest. Mit Ansage: Zum letzten Mal Heiligabend feiern in Dinslaken.

Ein Jahr zwischen „growing up“ und „being grown up“, das sich eigentlich schon wieder nach so viel mehr anfühlt. Jede Menge Szenen für den Supercut meines Lebens. Die Erkenntnis, dass alles zu zweit noch bunter, lauter, schöner sein kann — aber auch anstrengender. Ein Tag in Amsterdam mit einer Grachtenrundfahrt in der Abenddämmerung und die Ansage der Reiseleiterin, dass man, wenn man sich unter der Magere Brug küsst, für immer zusammenbleibt. (Spoiler alert: Dies gilt offenbar nicht immer.) Und wir stehen auf unseren Brücken / Unter uns der Strom / Die Aussicht scheinbar endlos / Unser Thron.

Lucky & Fred, Episode 33

Von Coffee And TV, 11. November 2019 16:23

Am Vorabend des 9. November trafen sich Lucky und Fred auf der Bühne des Theater Fletch Bizzel, um über Gott und die Welt zu sprechen. Oder, in diesem Fall: über die AfD, die Große Koalition und den anstehenden „Schicksalstag der Deutschen“.

Wir erfahren, wie man ein Interview professionell beendet, wie man zur Geburtstagsfeier der „FAZ“ eingeladen wird, und warum Donald Trump wiedergewählt werden wird.

Was es mit dem Olympischen Gruß, dem Martini-Sofakissen und verwirrenden Meinungsumfragen zur Meinungsfreiheit auf sich hat, hört Ihr Euch am besten selbst an!

Shownotes:

Nächste Liveshows:
20. Dezember 2019, Dortmund (Tickets bestellen)
24. Januar 2020, Dortmund (Tickets bestellen)
17. Februar 2020, Berlin (Tickets bestellen)

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Another Decade Under The Influence: 2012

Von Lukas Heinser, 5. November 2019 12:00

2012. Ein WDR-Kamerateam in meiner Wohnung, das mich für eine Reportage über „Bild“ interviewt. Eine East-17-Autogrammstunde in einem Kölner Einkaufszentrum. Viel auf Konzerten gewesen, viel im Schauspielhaus Bochum. Bergwerksbesichtigung: Nach vier Generationen Bergleuten über mir bin ich zum ersten und letzten Mal unter Tage. Manche Freundschaften halten länger, als man denkt. Meine kleine Schwester verlobt sich. Ein ESC in Baku und eine Bewerbung für neue Aufgaben. Ein Abend auf Ina Müllers Küchenbank mit Stefan Niggemeier und Michalis Pantelouris. Baby, bitte mach Dir nie mehr Sorgen um Geld! Ein blink-182-Konzert, auf dem bei „All The Small Things“ die Welt stehen bleibt und sich danach in die andere Richtung weiterdreht. Und wenn Du mich küsst / Schreibt Noel wieder Songs für Liam. Ein toter Opa, den ich nicht kannte. Ein Sommer im Stadtpark und ein bisschen in Berlin. Zehn Jahre Grand Hotel van Cleef in Hamburg mit allen, die zur Familie gehören. Die erste Geburtstagsparty zuhause und die Geburtsstunde des Instituts für Apokalyptischen Schlager. „The Fault In Our Stars“, eines der beeindruckendsten Bücher, das ich je gelesen habe. Ein Tagesausflug zum Bewerbungsgespräch nach München. Schon wieder so viele Abende in Kneipen und WG-Küchen. Hearts from hell collide / On fire’s highway tonight / We dreamed it, now we know. Der Weltuntergang fällt (vorerst) aus, aber etwas Neues beginnt. Nicht, was man empfindet / Es ist das, was man tut.

Ein Jahr, in dem alles gleichzeitig stattfand, und das sich anfühlte wie ein Leben: lang, laut, bunt, lustig, traurig, zwischen Pausetaste, Vor- und Zurückspulen. I need time to stop moving / I need time to stay useless. Ein Jahr voller Musik, mit der weitesten Anreise zu einem Konzert ever: Um das 13 Jahre alte Trauma eines verpassten Konzerts zu überwinden, fliege ich bis nach Manchester, um Ben Folds Five endlich live zu sehen. Fresh white snow for miles / Every footstep will be mine.

Another Decade Under The Influence: 2011

Von Lukas Heinser, 29. Oktober 2019 12:00

2011. Wie viele Partys kann man in die ersten Wochen eines Jahres packen? Wir bekommen einen Preis fürs Oslog. Florian Ostertag und ich singen „Human“ von den Killers VOR einer Kölner Karaoke-Bar. Ich arbeite als Autor bei der ECHO-Verleihung (mit Ina Müller, Joko Winterscheidt, Gary Barlow und Stefan Niggemeier). Nein, Omi, die Tätowierung hat nicht wehgetan! Ein ESC in Düsseldorf, einer Stadt, die das möchte. Stefan sagt, wir haben den geilsten Job der Welt. Zwei Relegationsspiele, die ich am Liebsten gar nicht angeschaut hätte. So viele Abende hinter den CD-Spielern und vor den Boxen. Eine Jahresmitgliedschaft im Fitness-Studio (und ich bin tatsächlich regelmäßig hingegangen). Ein Haldern Pop, bei dem ich irgendwann gefahren bin, weil ich’s nicht mehr ertragen habe. Freundschaften kommen, Freundschaften gehen. My private life is an inside joke / No one will explain it to me. Auf drei Hochzeiten gewesen, auf keiner getanzt. Mein erster richtiger Urlaub als Erwachsener, so mit Flug und Hotel und so! Eine Reisetasche voller CDs. Journalisten möchten mit mir über den Bundespräsidenten sprechen. Einslive-Krone mit Aftershow-Party. I wanna wring it out / Every ounce / I wanna do the right thing, when the right thing counts. Ein Jahr, das immer noch Vollgas war, aber in dem ich den Fahrtwind kaum noch gespürt habe. Alles judgen, alles umarmen — manchmal gleichzeitig. Ein Jahr zum Vergessen (und tatsächlich musste ich mir das Allermeiste erst wieder anlesen), aber Stefan sagte: „2011, Lukas, war das Jahr, wo Du Lena endlich Dein Mixtape gegeben hast; wo Du mit Lena und mit Ina Müller gesungen hast, …“ — den Rest hab ich dann wieder vergessen, aber der Satz hat damals sehr geholfen.

Und dann war das natürlich das Jahr, wo ich im starken schottischen Wind stand, an Travis dachte und fand: „Das hier gerade jetzt ist schon ganz schön gut!“

Another Decade Under The Influence: 2010

Von Lukas Heinser, 22. Oktober 2019 12:00

Heute in zehn Wochen ist Silvester — und mit dem Jahr endet auch das Jahrzehnt. Vor zehn Jahren habe ich das zum Anlass genommen, hier im Blog eine zehnteilige Serie zu veröffentlichen, in der ich sehr, sehr länglich auf jedes einzelne Jahr, seine popkulturellen und persönlichen Momente zurückgeblickt habe. Ich hab nicht mehr so viel Zeit und Nerven, 10.000 Zeichen zu verballern, Ihr nicht mehr die Zeit und Aufmerksamkeitsspanne, das zu konsumieren — also gibt’s für jedes Jahr ein Foto und ein paar Stichworte. Say hello to #anotherdecadeundertheinfluence!

2010. Meine erste Wohnung, ganz für mich allein. Eine unglaublich aufwendige Renovierung (mein Papa hat mal eben neuen Estrich gegossen, bevor wir den Fußboden verlegt haben) und das Gefühl, endlich wieder ein Zuhause zu haben. So viele neue Freund*innen, so viele gute Gespräche, so viele Abende (und Nächte) im Freibeuter (wo ich nur in diesem Jahr, grob überschlagen, einen vierstelligen Betrag zurückgelassen, aber immerhin mehrere Musikquizze gewonnen habe). Zwei Winter wie auf Hoth und ein constructive summer. Ein legendäres Haldern-Festival, eine kaum minder legendäre Geburtstagsfeier, bei der die Leute auf den Tischen getanzt haben, bevor sie umfielen. (Die Tische. Und die Leute. Natürlich alles im Freibeuter.) Ein Kulturhauptstadtjahr mit gesperrter A40 und Loveparade-Katastrophe. Knutschen und Rauchen. Meine ersten Einsätze als DJ (die Leute ham getanzt, die Leute ham geschrien). Dienstreisen nach Oslo (mit Stefan Niggemeier und Lena Meyer-Landrut), London (mit meinem Onkel Thomas) und Rom. Mein neuer Job als BILDblog-Chefredakteur mit Auftritten im Fernsehen und Radio. Ein Jahr mit durchgetretenem Gaspedal (und das, obwohl ich, hahaha, vermutlich nicht mehr als 300 Kilometer mit dem Auto zurückgelegt habe) und exquisitem Soundtrack. And my head told my heart / Let love grow / But my heart told my head / This time no / This time no. You’re a beautiful girl and you’re a pretty good waitress / But Jesse I don’t think I’m the guy. Hallo, ich bin Lukas, 27, ich komme aus Bochum und das ist mein sogenanntes Leben. Ein Jahr, in dem selbst die leisen Momente laut waren. Da ist es gut, wenn man einen Platz hat, an den man sich zurückziehen kann (zum Schlafen und zum Arbeiten, denn was hab ich da wohl sonst noch gemacht?), und an dem einen keine Mitbewohner stören. Endlich wieder ein Zuhause, endlich angekommen und sofort aufgebrochen ins Leben.

Diese Serie läuft parallel hier im Blog und auf Instagram.

Cinema And Beer: „Joker“

Von Coffee And TV, 10. Oktober 2019 14:20

Joker (Offizielles Filmplakat)

Ein Freak, der sich an der Gesellschaft rächt, weil er sich schlecht behandelt fühlt. Klingt wie Facebook, ist aber ein zweistündiger Film mit Joaquin Phoenix und Robert de Niro.

Eine gute Gelegenheit für unsere zwei Freaks Tom Thelen und Lukas Heinser, nach langer Zeit endlich mal wieder gemeinsam ins Kino zu gehen und anschließend bei einem Bier darüber zu sprechen.

Cinema And Beer: „Joker“

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