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Musik

Neue Musik von Thursday, Nina Chuba, Pet Shop Boys, Jacqui Naylor

Lukas muss einen Fehler aus der letzten Sendung richtigstellen. Aber dann geht’s los mit neuen Songs von Thursday, Nina Chuba, Chilly Gonzales und Joy Oladokun und Tracks von den neuen Alben von Pet Shop Boys und Jacqui Naylor, die so frisch sind, dass wir mit unserer Sendung extra auf den Release um Mitternacht gewartet haben.

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Alle Songs:

  • Thursday – Application For Release From The Dream
  • Nina Chuba – Nina
  • Chilly Gonzales – Fuck Wagner
  • Joy Oladokun – Questions, Chaos & Faith
  • Deer Anna – What She Does At Night
  • Pet Shop Boys – Why Am I Dancing?
  • Jacqui Naylor – All That We Could Be
  • Ben Folds Five – Lullabye

Shownotes:

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Musik Digital

Neue Musik von Pet Shop Boys, Crowded House, Maggie Rogers, Kacey Musgraves

Spotify setzt uns im Juni vor die Tür. Das ist doof, aber nicht überraschend.

Lukas fordert erst zum Sturz der Tech-Konzerne auf und macht dann trotzdem das Beste draus, indem er neue Songs von seinen Lieblingsbands Pet Shop Boys und Crowded House spielt, von Maggie Rogers und Kacey Musgraves und vielen anderen Acts.

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Alle Songs:

  • Pet Shop Boys – Loneliness
  • Morgan Harper-Jones – Boombox
  • Villagers – That Golden Time
  • Maggie Rogers – Don’t Forget Me
  • Le Shiv – Regrets And Happiness
  • Kacey Musgraves – Deeper Well
  • Little Simz – Mood Swings
  • Crowded House – Oh Hi
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Musik

Neue Musik von Foo Fighters, Everything But The Girl, Pet Shop Boys, MUNA und Amilli

Lukas ist zurück aus den Osterferien und muss sich erstmal durch einen Stapel neuer Releases arbeiten: Die Foo Fighters haben die erste neue Musik nach dem Tod ihres Schlagzeugers Taylor Hawkins veröffentlicht, Everything But The Girl das erste Album seit 24 Jahren und die Pet Shop Boys eine neue EP. Hinzu kommen Tracks von Sofia Kourtesis, Grandbrothers und Amilli — und Lukas’ ganz persönliche Geschichte zur allerletzten R.E.M.-Single.

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Alle Songs:

  • Foo Fighters – Rescued
  • Everything But The Girl – Caution To The Wind
  • Pet Shop Boys – The Lost Room
  • Sofia Kourtesis – Madres
  • Grandbrothers – Infinite
  • Amilli – SOAMI
  • MUNA – One That Got Away
  • R.E.M. – We All Go Back To Where We Belong

Shownotes:

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Musik

Songs des Jahres 2019

Machen wir’s schnell: Hier sind also 25 Songs, die ich gestern Abend um 21:57:26 in exakt dieser Reihenfolge für die besten des zurückliegenden Jahres hielt!

25. Loyle Carner – Loose Ends
Ich komme ja generell deutlich besser mit britischem Hip Hop klar als mit amerikanischem (oder deutschem, hahaha), aber Loyle Carner ist wirklich besonders gut, weil sein Sound so unglaublich tight und organisch groovend ist, während er traurige Geschichten erzählt.

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24. J.S. Ondara – American Dream
Über das Album hab ich schon bei meinen Alben des Jahres geschrieben, hier also der Opener. Was ist der amerikanische Traum in Zeiten, in denen man mit den USA vor allem einen wahnsinnigen Reality-TV-Star verbindet, der irgendwie zum Präsidenten wurde? Hier klingt es fast nach einem Fiebertraum:

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23. Maggie Rogers – Light On
Die große Frage bei Maggie Rogers Debütalbum war natürlich: Würde sie es schaffen, nach “Alaska” weitere große Songs zu schreiben? “Light On” beantwortet diese Frage ziemlich eindeutig mit “Ja!” (Bin ich der Einzige, der im Refrain einen Hauch von “Shut Up And Dance” hört?!)

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22. Better Oblivion Community Center – Dylan Thomas
Wenn Phoebe Bridgers und Conor Oberst eine Indie-Folk-Supergroup gründen, ist das alleine natürlich schon mal super. Wenn dabei auch noch solche Songs rumkommen: Umso besser!

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21. Bear’s Den – Only Son Of The Falling Snow
Ich bin ja immer vergleichsweise spät mit meinen Bestenlisten: Viele Leute und Redaktionen veröffentlichen ihre bereits Anfang Dezember. Sie haben dann womöglich die Drei-Song-Ep verpasst, die Bear’s Den am Nikolaustag veröffentlicht haben — und damit diesen wundervollen Folksong!

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Musik

Songs des Jahres 2013

Das neue Jahr ist auch schon wieder zehn Tage alt, da wird es Zeit, die Altlasten von 2013 abzutragen. In diesem Fall: Meine Songs des Jahres. Die Auswahl ist wie immer völlig subjektiv, die Reihenfolge im Moment ihrer Erstellung schon veraltet und vermutlich hab ich eh wieder das Wichtigste verpasst.

25. Bosse – Schönste Zeit
Ja, ja: Das ist schon sentimentaler Quatsch, Kurt Cobain huldigen zu wollen mit so einem vergleichsweise banalen Popsong, der im Text viel zu explizit durch dekliniert, was er ausdrücken will. Aber was für ein Popsong das dann eben doch ist! Und dieses perlende Klavier, das die Instrumentalstellen zu einem der im Gebrauchsfernsehen meist gespielten Werke des Jahres gemacht hat! Doch, ich bleibe dabei: Ich mag diesen Song!

24. Junip – Line Of Fire
Ich weiß definitiv zu wenig über José González und seine Band Junip, die zwar seit Jahren immer wieder am äußeren Sichtfeld meines Radars auftauchen, aber es – außer mit González’ Version von “Heartbeats” von The Knife – nie wirklich in meine Playlisten geschafft haben. Aber diesem hypnotischen Song und vor allem dem dazugehörigen Video konnte ich mich nicht entziehen. Wenn ich mehr Zeit mit dem Lied und dem dazugehörigen Album verbracht hätte, wären beide vermutlich deutlich weiter oben in meiner Liste.

23. Elvis Costello & The Roots – Walk Us Uptown
Die Idee, einen der vielseitigsten Musiker der letzten Jahrzehnte mit einer der besten Hip-Hop-Bands kollaborieren zu lassen, hatte ein bisschen was vom Clash der Kulturen. Schon beim Opener stellt sich aber raus: Die Kombination ist gar nicht so exotisch, sondern eigentlich erstaunlich naheliegend. Wenn man nicht um die Hintergründe wüsste, wäre es einfach ein extrem cooler, tighter Song.

22. Pet Shop Boys – Love Is A Bourgeois Construct
Bei Künstlern, die schon seit Jahrzehnten dabei sind, hat es immer eine gewisse Widersprüchlichkeit, wenn man ihnen nachsagt, ein neuer Song hätte schon vor Jahren veröffentlicht werden können. Klar: “Love Is A Bourgeois Construct” hätte wunderbar auf “Very” gepasst, die politischen Anspielungen und Seemannschöre inklusive. Aber immer wieder bricht das Arrangement auf und es kommen Sounds zum Vorschein, die man so zumindest bei den Pet Shop Boys noch nie gehört hat.

21. Bastille – Pompeii
Hurra, noch eine Indieband mit Gitarren und Synthesizern! Geh mir weg! Dann aber: Diese grandiosen “Eh-oh”-Chöre (nicht zu verwechseln mit “Alles nur geklaut” von den Prinzen) und vor allem dieses Getrommel! Luftgitarre macht bei diesem Lied keinen Sinn, Luftgetrommel bei ausreichendem Sicherheitsabstand durchaus. Und man freut sich ja inzwischen schon über jeden Slot, der im Radio von etwas anderem als Robin Thicke oder den (Un)Toten Hosen besetzt wird!

20. Andrew McMahon – After The Fire
Ich bin da kein Stück objektiv: Andrew McMahon (Ex-Something Corporate und Ex-Jack’s Mannequin) ist für mich ein persönlicher Held. Mit seinen Texten spricht er mir seit zehn Jahren aus der Seele und wahrscheinlich hat es auch etwas damit zu tun, dass wir fast gleich alt sind. Jedenfalls: Seine Solo-Debüt-EP “The Pop Underground” ist mit ziemlicher Sicherheit keine musikalische Offenbarung, aber sie enthält vier wunderbare Popsongs (hier auch wieder das Motiv: Chöre und Trommeln!) und “After The Fire” ist mit seinem groovenden Refrain der beste davon und muss deshalb die Top 20 eröffnen.

19. Cold War Kids – Miracle Mile
Da zeichnet sich ein Muster ab: Schon wieder Chöre und Trommeln! Und natürlich ein hämmerndes Klavier. Mit ordentlich Schwung starten die Cold War Kids in ihr Album “Dear Miss Lonelyhearts”. Da scheppern ganz viel Euphorie und Lebensfreude mit und dann fasst der Song die ganzen Lebensratgeber und Feuilletontexte der letzten Jahre ganz simpel zusammen: “Get outside, get all over the world / You learn to love what you get in return / It may be a problem and it may be peace of mind / But you have to slow down and breathe one breath at a time / So ya come up for air”. Hallo!

18. Lily Allen – Hard Out Here
Lily Allen, die mir liebste Pop-Prinzessin der letzten Jahre, ist zurück. Das allein wäre schon ein Grund zu feiern, aber dann haut sie auch noch ein feministisches Manifest aus, das darüber hinaus auch noch so ein charmant schunkelnder Popsong ist. Natürlich können wir über das Video diskutieren und über die Frage, ob man Feuer (oder in diesem Fall eher: die Gülle, die “Blurred Lines” von Robin Thicke nun mal ist und auf die Allens Video anspielt) mit Feuer (Gülle) bekämpfen muss. Aber die Diskussion verschafft dem Thema “Sexismus im Pop” noch mal mehr Aufmerksamkeit und tut dem Song keinen Abbruch.

17. Blaudzun – Elephants
Um ehrlich zu sein, weiß ich quasi gar nichts über diesen niederländischen Sänger. Ich musste sogar seine Nationalität gerade noch mal nachschlagen und habe auch sein Album “Heavy Flowers” nur einmal gehört. Aber “Elephants” hat mich von Anfang an begeistert, seit ich den Song zum ersten Mal bei “All Songs Considered” gehört habe. Auch hier wieder: viel zeitgenössisches Getrommel, was nahelegt, dass man “Elephants” noch mal in der Werbung irgendeines Unterhaltungselektronikherstellers hören wird. Falls nicht: einfach auf “Repeat” drücken.

16. Josh Ritter – Joy To You Baby
Josh Ritter hat mit “The Beast In Its Tracks” das aufgenommen, was Musikjournalisten und empfindsame Hörer ein “Trennungsalbum” nennen. Ganz viele Songs an die Adresse der alten Flamme, inkl. der Versicherung, dass die neue Liebe nur “in einem bestimmten Licht” so aussehe wie die alte. Das alles kulminiert in “Joy To You Baby”, das im Spektrum “Wut/Gelassenheit” den gegenüberliegenden Platz von Ben Folds Fives “Song For The Dumped” besetzt und damit das versöhnlichste Abschiedslied seit … äh … seit “Die Guten” von muff potter. ist. So ungefähr.

15. Travis – Where You Stand
Liegt das an meiner neuen Stereoanlage, oder wurden 2013 die Bässe und Schlagzeuge deutlich weiter nach vorne gemischt als vorher? Im Prinzip auch egal, denn sprechen wir über dieses Lied, den Titeltrack von Travis’ siebtem Album. Da ist wirklich alles drin, was man von Travis erwartet, vor allem aber: viel Melancholie und Trost. Ein eher unspektakulärer Song, verglichen mit vielen Hits der Band, aber das passt zu Travis, die es sich in der Nische zwischen den übergroßen Bands Radiohead (von denen Travis beeinflusst wurden) und Coldplay (die von Travis beeinflusst wurden) bequem gemacht haben.

14. Moby feat. Wayne Coyne – The Perfect Life
Wer einmal auf einem Konzert der Flaming Lips war, weiß, wie man auch als erwachsener Mensch noch Euphorie bis in Kindergeburtstagssphären hochschrauben kann. Also eine gute Wahl, dass sich Moby für diese Endorphin-Überdosis Flaming-Lips-Sänger Wayne Coyne dazu holte, mit dem er dann im Video durchs sonnendurchflutete LA marschiert. Und was für ein schönes Liebeslied sie dabei singen! Hach!

13. Marathonmann – Die Stadt gehört den Besten
Seit dem Ende von muff potter. und Schrottgrenze und der Revolverheld-Werdung von Jupiter Jones ist der Platz für laute, heisere Emotionen in meinem Musikspektrum unbesetzt. Ich weiß, es gäbe da Dutzende gute Bands, aber keine von denen hat mich bisher so gekickt, wie es jetzt Marathonmann getan haben. Ich traf auf diese Hymne in ihrem natürlichen Lebensraum: einer von Piet Klocke moderierten Abendsendung auf WDR 5. Ich finde es etwas verstörend, dass ich bei der Zeile “Und wir steh’n auf uns’ren Brücken” ausgerechnet die Kölner Hohenzollernbrücke vor Augen habe, aber andererseits habe ich die in diesem Jahr etliche Male mit dem Zug überquert und zweitens gibt es in Bochum auch gar nicht so viele Brücken, die ich mir hier pathetisch vorstellen könnte. Ein wunderbares Brett mit ganz viel “Wir gegen den Rest der Welt”-Poesie und eine Hommage an Städte und Freundeskreise.

12. Rhye – Open
Nach 20 Uhr kann man auch auf Einslive feine Musik entdecken. Mein Erstkontakt mit “Open” fand jedenfalls beim Spülen im Rahmen der Sendung “Plan B” statt. Die Moderatorin erklärte mir vorab, was ich so direkt nicht geahnt hätte, nämlich dass die nun folgende Stimme einem Mann namens Mike Milosh gehöre. Stephen Thompson von NPR Music – der Mann, dem ich in Musikfragen am Allermeisten vertraue – schrieb über den Song: “catchy but subtle, sonically rich but uncluttered, sexy but never vulgar”. Im Fernsehen gehört “Open” schon jetzt zum festen Repertoire der Liebesaktanbahnungsbeschallung und vielleicht wird der Song eines Tages als “Smooth Operator” dieser Generation gehandelt werden.

11. Volcano Choir – Byegone
Justin Vernon will vielleicht nie mehr mit seinem Projekt Bon Iver Musik machen. Das wäre schade, aber erstens gibt es ja zwei phantastische Alben, die uns keiner mehr nehmen kann, und zweitens macht Vernon ja einfach immer weiter, auch mit anderen Projekten. “Repave”, das zweite Volcano-Choir-Album, hätte er auch als Bon Iver veröffentlichen können, und “Byegone” ist der Song, der sich dabei am Stärksten hervortut.

10. Leslie Clio – Let Go
“Told You So”, die Vorab-Single von Leslie Clios Debütalbum “Gladys”, hatte es ja bereits 2012 auf meine Liste geschafft, jetzt also noch ein Song. “Let Go” ist deutlich schleppender als “Told You So” (oder auch das ebenfalls famose “Couldn’t Care Less”) und verursacht bei mir immer noch regelmäßig Gänsehaut. Ein schlichtes, aber wirkungsvolles Trennungslied, das Adele oder Amy Winehouse in nichts nachsteht.

9. James Blake – Retrograde
Apropos Gänsehaut: James Blake! Den Gesang muss man mögen, aber der Song dürfte eigentlich keinen kalt lassen.

8. Biffy Clyro – Black Chandelier
Ja, das ist Stadionrock — aber immerhin nicht mit so verkrampftem Rockstardom verbunden wie der von Muse oder 30 Seconds To Mars. Schönes Gitarrengeschrammel, gute Lyrics und ein Songaufbau wie aus dem Lehrbuch — man kann alles für und gegen Biffy Clyro verwenden, aber vom Jahresanfang bis zum Jahresende war “Black Chandelier” die ganze Zeit dabei und hat auch am Ende immer noch funktioniert.

7. Daft Punk feat. Pharrell Williams – Get Lucky
Ladies and gentlemen, bitte erheben Sie sich für den Konsens-Hit des Jahres, ach was: der Dekade! “Get Lucky” ist das, was man instant classic nennt — aus dem Stand ein Evergreen. Ein Song, der Generationen vereint (“Sind das Steely Dan?” – “Nein, Papa!”), und per Gesetz in jeder einzelnen Fernsehsendung des Jahres 2013 gespielt werden musste. Und das, wo kaum noch jemand ernsthaft mit einem großen Comeback von Daft Punk gerechnet hatte.

6. Casper – Im Ascheregen
Ich habe ja so meine Zeit gebraucht, bis ich mit Caspers Musik warm wurde. Inzwischen bin ich großer Fan und das Album “Hinterland” hat seinen Vorgänger “XOXO” noch mal getoppt. Der Opener “Im Ascheregen” klingt mit seinen Trommeln, Chören, Bläsern und Glockenspielen mehr nach Arcade Fire als Arcade Fire selbst und textlich habe ich in der deutschsprachigen Musik 2013 kaum Besseres gehört. Vom Nicken in Richtung kettcar/Slime (“ein Drittel Heizöl, zwei Drittel Benzin”) über “auf Nimmerwiedersehen und Danke für nichts” bis hin zu “die Stadt muss brennen, brennen, brennen”: eine einzige Unabhängigkeitserklärung, ein mission statement, ein Stinkefinger.

5. Marcus Wiebusch – Nur einmal rächen
Apropos kettcar: Deren Sänger Marcus Wiebusch wagt sich nach fast 20 Jahren noch einmal auf Solopfade und macht mit “Nur einmal rächen” alles richtig. Kluge Geschichte, kluge Instrumentierung, grandiose Hookline. Seit kettcar den Versuch aufgegeben haben, ein zweites “Landungsbrücken raus” zu schreiben (also seit “Sylt”), gelingen ihnen immer wieder neue Meisterwerke (vgl. “Rettung”, 2012) und auf “Nur einmal rächen” wirkt Wiebusch so entspannt wie schon lange nicht mehr. Das für Mitte April angekündigte Debütalbum zählt zu denen, auf die ich am gespanntesten warte.

4. CHVRCHES – The Mother We Share
Ich kann mir aber nicht vorstellen, wie man sich “The Mother We Share”, der Debüt-Single von CHVRCHES, entziehen können sollte. Dieser Synthiepop ist zwar nicht wirklich neu, aber der Song ist musikalisch wie atmosphärisch so gekonnt “dazwischen” (nicht zu schnell und nicht zu langsam, nicht zu melancholisch und nicht zu euphorisch, nicht zu kalt und nicht zu warm), dass er auch nach einem Jahr immer noch kickt.

3. Foxygen – San Francisco
Auf Foxygen bin ich (natürlich) durch “All Songs Considered” aufmerksam geworden. Wie gekonnt diese Band auf die letzten 50 Jahre Musikgeschichte verweist und wie grandios das in “San Francisco” kulminiert. Dieser Dialog “I left my heart in San Francisco” – “That’s okay, I was bored anyway” – “I left my love in the room” – “That’s okay, I was born in L.A.” zählt definitiv zum Cleversten, was ich im vergangenen Jahr gehört habe, und ist auch beim hundertsten Hören immer noch lustig.

2. Kacey Musgraves – Merry Go ‘Round
Es ist in Deutschland, wo Countrymusik außer auf WDR 4 und in Fernfahrerkneipen kaum ein Zuhause hat, einigermaßen schwer vermittelbar, dass das Genre auch jung, klug und witzig sein kann. Entsprechend groß sollte die Überraschung über das Debütalbum von Kacey Musgraves sein, wenn sich hierzulande jemand dafür interessieren würde. “Merry Go ‘Round” erzählt vom Alltag in den ländlichen Gebieten der USA: “If you ain’t got two kids by 21 / You’re probably gonna die alone / Least that’s what tradition told you”. Die Kritik an diesem spießigen und bigotten Leben ist in so zuckersüße Musik gegossen, dass man sie zunächst überhören könnte — und das macht sie so wirkungsvoll.

1. The Front Bottoms – Au Revoir (Adios)
109 Sekunden, länger braucht mein Lied des Jahres 2013 nicht. Aber diese 109 Sekunden sind vollgepackt mit Witz, Gehässigkeit und Rock ‘n’ Roll. Ich könnte es 109 mal hintereinander hören und würde gern jeden Tag damit beginnen.

Die ganze Playlist zum Nachhören bei Spotify.

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Gesellschaft Musik

Alles endet (Aber nie die Musik)

Früher, als ich in Internet und Radio über Musik berichtete, mehrere Musikzeitschriften las und mich quasi Vollzeit mit Popkultur beschäftigte, habe ich gelächelt über die Leute, die die jeweils neuesten Alben von Status Quo oder Chris Rea aus den Elektronikmärkten schleppten und sonst auf das zurück griffen, was sie an “junger Musik” aus dem Radio kannten: Norah Jones, Adele, Coldplay. Ich war ernsthaft empört über Menschen, die auf die Frage, was sie denn so für Musik hörten, mit “Charts” oder “was halt so im Radio läuft” antworteten.

Inzwischen weiß ich, dass es im Erwachsenenleben schwierig ist, ernsthaft mit der musikalischen Entwicklung Schritt zu halten. Das fängt schon damit an, dass man weniger Zeit und Gelegenheit hat, um Musik zu hören. Im Berufsleben ist es häufig nicht mehr möglich, während der Arbeit die neuesten Veröffentlichung oder – inzwischen eh ausgestorben – das Musikfernsehen laufen zu lassen. Am Abendbrottisch mit der Familie ist auch nicht immer der rechte Ort, um neue (oder auch alte) Rockmusik abzuspielen. Und dann haben Streamingdienste und Musikblogs die Geschwindigkeit, mit der das next big thing durchs Dorf und wieder herausgetrieben wird, auch noch erheblich gesteigert.

Und somit sind da plötzlich meine Status Quo und Chris Reas: Die Liste meiner diesjährigen Musikerwerbungen umfasst in einem nicht unerheblichen Maße Künstler und Bands, die auch schon vor zehn Jahren auf solchen Listen standen. Natürlich muss ich die neuen Alben von Travis und den Manic Street Preachers haben — sie zu bewerten ist allerdings gar nicht so einfach, denn natürlich waren “The Man Who” und “This Is My Truth Tell Me Yours” jeweils besser. Andererseits sind da auch immer Stimmen in meinem Kopf, die mir vorwerfen, die neuen Songs besser zu finden als ich die gleichen Songs bei Nachwuchsbands finden würde. All das muss man ausblenden und dann sehen: beides sind ziemlich gute Alben geworden.

Travis haben mich ja eh nie wirklich enttäuscht und auf “Where You Stand” und dem dazugehörigen Titeltrack sind sie tatsächlich so gut wie ungefähr seit “The Invisible Band” nicht mehr. Eine Revolution wollten die Schotten ja eh nur kurz auf “12 Memories” starten, jetzt können wir, die von Travis durch ihre Jugend begleitet wurden, mit der Band alt werden. Da sind die Manics schon angekommen: Nach “Postcards From A Young Man” blicken sie auch auf “Rewind The Film” ganz viel zurück — und es sind wieder ganz tolle Geschichten geworden, die James Dean Bradfield und seine zahlreichen Gastsänger da erzählen.

CDs (Symbolbild)

Von Moby habe ich zwar nicht jedes Album im Regal, aber die Vorabsingle “The Perfect Life” mit Wayne Coyne von den Flaming Lips war so grandios, dass ich die ganze Platte haben musste — und auch die ist tatsächlich sehr gut geworden. Auch Slut begleiten mich schon seit zwölf Jahren, ihr “Alienation” ist sicherlich wieder ein hervorragendes Album geworden, ich finde nur (noch) nicht so recht den Zugang dazu. Bei Radiohead bin ich ja auch irgendwann ausgestiegen.

Die Pet Shop Boys wären nach “Elysium” im vergangen Jahr eigentlich frühestens 2015 wieder mit einem neuen Album dran gewesen, haben mit “Electric” aber direkt einen Nachfolger aus dem Ärmel geschüttelt, der erstaunlich knallt. Gut: Das ist wahrscheinlich eher das, was sich Männer Mitte/Ende Fünfzig unter zeitgenössischer Elektonikmusik vorstellen (“Wie wäre es, wenn wir mal was von diesem Dubstep mit reinnehmen?”, “Wie wäre es, wenn wir diesen Example bei uns mitrappen lassen?”), aber mir gefällt’s besser als so Pappnasen wie Skrillex oder das besagte “Elysium”.

Die Kombination Elvis Costello & The Roots erscheint eigentlich nicht mal auf den ersten Blick abwegig: Costello macht seit mehr als 40 Jahren im Großen und Ganzen, was er will (Punk, Country, Klassik), insofern war es eigentlich überfällig, mal ein Album mit einer Hip-Hop-Band aufzunehmen. “Wise Up Ghost” ist erwartungsgemäß auf den Punkt und hat einige grandiose Songs, ist aber gar nicht so außergewöhnlich, wie man vielleicht hätte erwarten können.

Wirklich ärgerlich ist “Loud Like Love” von Placebo geworden: musikalisch weitgehend belanglos, textlich nah dran an der Unverschämtheit. Wo Brian Molko früher von Sex, Drogen und inneren Dämonen sang, vertont er heute offenbar Kolumnen von Harald Martenstein und singt in “Too Many Friends” darüber, dass Facebook-Freunde ja gar keine echten Freunde seien. Puh! Die neuen Alben von Jimmy Eat World und den Stereophonics, von Jupiter Jones und Thees Uhlmann habe ich nach den Vorabsingles lieber gar nicht mehr erst gehört. Man muss ja auch mal loslassen können, wenn alte Helden dorthin gehen, wo man selbst nicht mal fehlen möchte.

Aber das sind ja nur die Künstler und Bands, die mich jetzt schon seit mehr als zehn Jahren begleiten. Dazu kommen die “mittelalten” wie Cold War Kids, Josh Ritter, Erdmöbel, The National und Volcano Choir. Und natürlich die ganzen Neuentdeckungen, die ich durch “All Songs Cosidered”, Radioeins oder andere Empfehlungen gemacht habe und die dann letztlich doch gar nicht so vereinzelt sind, wie ich erst gedacht hatte. Aber dazu kommen wir ein andermal.

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Musik

Before

Um meine ohnehin schon vorherrschende Sommerstimmung noch etwas zu befeuern, habe ich gerade “Bilingual” von den Pet Shop Boys aufgelegt, eine sehr gute Sommerplatte aus dem Jahr 1996.

Das Alter merkt man der Musik – wie bei den Pet Shop Boys üblich – kaum an, aber einzelne Textzeilen aus “Single” scheinen einem anderen Zeitalter zu entstammen:

Arriving at my hotel there are faxes greeting me

Als Bonus gibt es noch die einzige mir bekannte Erwähnung “meiner” Bundeshauptstadt in einem Popsong:

In Brussels, Bonn and Barcelona

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Musik

Advertising Space

Wenn ein Künstler drei Jahre lang keine neue Musik veröffentlicht hat, ist es eigentlich Quatsch, von einem “Comeback” zu sprechen. Wenn er in der Zeit davor aber quasi im Jahrestakt neue Alben rausgebracht hat, ist die Bezeichnung dann doch legitim.

Robbie Williams kehrt also zurück — und es ist natürlich reiner Zufall, dass dies gut zwei Monate nach dem Tod des Mannes geschieht, den man mal “King of Pop” geheißen hat, und eine Woche nach der möglichen Auflösung der Band, deren anfängliche Freund- und anschließende Feindschaft Williams auch in Indie-Kreisen credible gemacht hat.

Seit heute läuft seine neue Single “Bodies” im Radio und – erst mal nur als Audiotrack – bei YouTube:

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Beim ersten Hören fand ich den Song ganz grässlich, dann hielt ich ihn für ein loses rip-off von “How Can You Expect To Be Taken Seriously?” von den Pet Shop Boys (Achten Sie mal auf die Musik im Refrain!), nach etlichen Durchläufen geht’s langsam. Davon, dass man sich wünscht, ein drittes Bein zu haben, um besser tanzen zu können (Selbsteinschätzung Robbie Williams), ist die Nummer jedenfalls ein ganzes Stück weit entfernt. Und von alten Glanztaten sowieso.

Ob Williams mit dieser Musik und dem dazugehörigen Album (Selten dämlicher Titel: “Reality Killed The Video Star”, Veröffentlichung: 9. November) auch ein Comeback im kommerziellen Sinne gelingt, wird sich zeigen. Sein ambitioniertes, aber auch blutleeres letztes Album “Rudebox” pflastert ja heute angeblich chinesische Straßen.

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Musik Rundfunk Digital

Positive Role Model

2006 hat die BBC nach 42 Jahren ihre Musiksendung “Top Of The Pops” eingestellt. Neil Tennant von den Pet Shop Boys findet das nicht gut, wie er jetzt noch einmal in einem Interview verriet.

Einer britischen Nachrichtenseite war das einen eigenen Artikel wert, über dem groß steht:

Tennant slams BBC for ending TOTP

Der Name der Nachrichtenseite? bbc.co.uk — das Interview lief heute Morgen im BBC-Radio.

PS: Noch schöner war übrigens die Überschrift, die der BBC-Artikel im RSS-Feed trug. Sie lautete schlicht “It’s a Sin”.

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Musik Digital

A Different Point Of View

So schwer ist das bei den Pet Shop Boys ja eigentlich nicht: Anders als bei Arcade Fire (ca. 7) oder The Polyphonics Spree (ca. 23) gibt es nur zwei Bandmitglieder — und wenn man die nicht auseinanderhalten kann, nimmt man eben ein Foto, wo beide drauf sind, und schreibt beide Namen darunter.

Man kann es natürlich auch so machen wie “Zeit Online” und die Namen der beiden unter ein Foto schreiben, das zwei der vier Backgroundsänger/-tänzer zeigt:

Aufgeräumt: Die Pet Shop Boys Neil Tennant und Chris Lowe halten Hof im Berliner Tempodrom

Beim “Westen” bleibt immerhin unklar, ob es sich um eine Bildunterschrift oder den Vorspann des Artikels handeln soll:

Köln. Sie haben so ziemlich alle Moden ihrer Pionierzeit überlebt, aber sie selbst haben sich brillant gehalten: Die Pet Shop Boys im Kölner "Palladium".

In Wahrheit sehen Neil Tennant und Chris Lowe bei den Konzerten (bzw. zu Beginn, wenn die Presse fotografieren darf) ein bisschen anders aus. Aber das hätte ich auch nicht gewusst, wenn ich nicht zufällig dagewesen wäre.

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Musik

Domino Dancing

Wer sich mit pubertären Abgrenzungssorgen trägt, tut gut daran, Popkonzerte oder Fußballspiele zu besuchen. Die Erkenntnis “Ja, auch mit diesen Menschen habe ich offenbar etwas gemeinsam”, kann gleichermaßen befreiend wie verstörend wirken. Aber ist es nicht beruhigend zu wissen, dass auch Menschen, die Ed-Hardy-T-Shirts tragen, die gleiche Musik gut finden dürfen wie man selbst?

Gestern stand ich also als einer der jüngsten Besucher ohne elterliche Begleitung im Kölner Palladium (das dringend auf meine imaginäre Liste der unbrauchbarsten Konzerthallen NRWs gehört) und guckte mir die Pet Shop Boys an. Dass ich satte 50 Euro Eintritt gelatzt hatte – und das Konzert daher in jedem Fall gut finden müsste -, kam mir am Abend ungefähr ein Mal in den Sinn. Der Gedanke lautete vollständig: “Doch, die 50 Ocken ham’ sich gelohnt”.

Pet Shop Boys live

Bei der Bühne hatten sich der studierte Architekt Chris Lowe und der ehemalige Musikjournalist Neil Tennant (sowie deren Mitarbeiter) sichtlich Mühe gegeben, den feuilletonistisch angehauchten Besuchern Steilvorlagen zu liefern: Aus großen weißen Würfeln wurden immer wieder neue Wände zusammengepuzzelt, die dann als Projektionsflächen für Videos dienten — fast genau so, wie die Musiker auch ihr eigenes Werk immer wieder neu zusammenpuzzelten: “Pandemonium” wurde mit “Can You Forgive Her?” gekreuzt, “Building A Wall” mit “Integral” und “Domino Dancing” ging schnell in Coldplays “Viva La Vida” über, dessen “Oh-oh-ooh-ooooooh-oh”-Chöre sich übrigens als nächstes “Seven Nation Army” empfehlen.

Gemeinsam mit den Tänzern (drei Frauen und ein Mann in unterschiedlichsten Kostümierungen) erinnerte die Show mitunter schon ein wenig an ein Musical — aber das geht schon in Ordnung, denn auch sowas haben die Pet Shop Boys in ihrer langen Karriere ja schon gemacht. Und nur Neil Tennant beim Wechseln von Jacken und Hüten und Chris Lowe beim Bedienen verschiedenster elektronischer Instrumente zuzusehen, wäre ja auch irgendwie langweilig gewesen.

Das Bühnenbild bei den Pet Shop Boys (nachgestellt)

Dass die Setlist für mich zwischendurch ein paar Hänger aufwies (ich bin halt erst seit “Very” dabei), kann man schwerlich der Band anlasten. Die älteren Fans (also ungefähr alle anderen in der Halle) haben sich sichtlich gefreut, dass neben einigen unvermeidlichen Hits auch ein paar nicht so Formatradio-erprobte Klassiker dabei waren. Neben dem alten Material lag der Schwerpunkt dann vor allem auf dem phantastischen neuen Album “Yes” — Stücke von “Release” fehlten im Set völlig, “Fundamental” und “Bilingual” waren auch deutlich unterrepräsentiert und selbst von “Very” kam nur “Go West” vollständig zum Einsatz.

Von dieser ganzen Exegese ab war das Konzert aber auch einfach eine gelungene Party, bei der lediglich die etwas zu leise Stimme und das mitunter unschön dröhnende Keyboard negativ auffielen. Und die Preise fürs Merchandising natürlich …

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Digital Politik

Are we human or are we Merkel?

Flowers fordert Regierung Merkel heraus

Ja, ich gebe zu, für einen Moment habe ich gedacht: “Geil, die Killers treten zur Bundestagswahl an? Da weiß ich ja endlich, wen ich wählen soll!”

Es ging dann aber doch um was ganz anderes

Apropos The Killers: Bei denen warte ich ja schon länger darauf, dass endlich mal jemand eine Umbenennung fordert. Wo doch die Tierschutzorganisation PETA schon die Pet Shop Boys aufgefordert hat, sich einen neuen Namen zu suchen …