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Von Lukas Heinser, 4. September 2009 12:06

Wenn ein Künstler drei Jahre lang keine neue Musik veröffentlicht hat, ist es eigentlich Quatsch, von einem „Comeback“ zu sprechen. Wenn er in der Zeit davor aber quasi im Jahrestakt neue Alben rausgebracht hat, ist die Bezeichnung dann doch legitim.

Robbie Williams kehrt also zurück — und es ist natürlich reiner Zufall, dass dies gut zwei Monate nach dem Tod des Mannes geschieht, den man mal „King of Pop“ geheißen hat, und eine Woche nach der möglichen Auflösung der Band, deren anfängliche Freund- und anschließende Feindschaft Williams auch in Indie-Kreisen credible gemacht hat.

Seit heute läuft seine neue Single „Bodies“ im Radio und – erst mal nur als Audiotrack – bei YouTube:

[Direktlink]

Beim ersten Hören fand ich den Song ganz grässlich, dann hielt ich ihn für ein loses rip-off von „How Can You Expect To Be Taken Seriously?“ von den Pet Shop Boys (Achten Sie mal auf die Musik im Refrain!), nach etlichen Durchläufen geht’s langsam. Davon, dass man sich wünscht, ein drittes Bein zu haben, um besser tanzen zu können (Selbsteinschätzung Robbie Williams), ist die Nummer jedenfalls ein ganzes Stück weit entfernt. Und von alten Glanztaten sowieso.

Ob Williams mit dieser Musik und dem dazugehörigen Album (Selten dämlicher Titel: „Reality Killed The Video Star“, Veröffentlichung: 9. November) auch ein Comeback im kommerziellen Sinne gelingt, wird sich zeigen. Sein ambitioniertes, aber auch blutleeres letztes Album „Rudebox“ pflastert ja heute angeblich chinesische Straßen.

17 Kommentare

  1. Muriel
    4. September 2009, 12:31

    Reality Killed The Video Star? Das ist also wirklich der Titel? Ich hatte gehofft, das wäre vielleicht eine Fehlinformation. Ich mochte Robbie Williams nie so besonders, aber so einen Albumtitel hätte ich ihm dann doch nicht gegönnt.

  2. Hannah
    4. September 2009, 12:36

    der Song ist ja ganz nett, aber ziemlich 0-8-15…und der Albumtitel ist schlichtweg albern

  3. kelo
    4. September 2009, 12:47

    Der ist nicht mehr oder weniger ‚credible‘ als Madonna oder Jacko. Er wurde bekannt als der dicke Tänzer einer Boygroup, deren Name mir entfallen ist. Dann hat die Musikindustrie ihn den Britpop entgültig beerdigen lassen. Aber weil das in den USA keinen interessierte wurde er zum Emo. Im Formatradio läuft sein Geplärre weiterhin in einer Endlosschleife.

    Ich wünschte echt es wäre damals zum Kampf zwischen ihm und Liam gekommen, dann würde er heute, wenn überhaupt, eine Oktave höher singen

  4. Sebastian
    4. September 2009, 12:56

    Hmm, nein, für mich bleibt der Song auch nach einigen Durchläufen furchtbar. Schade drum, früher hat der Mann doch mal sehr schöne Musik gemacht.

  5. Alex
    4. September 2009, 13:01

    Viel zu langsam zum tanzen! Ich könnte mir vorstellen, dass es sich einem langsam ins Ohr bohrt mit der Zeit. Es wundert mich, dass er nicht mit einer stärkeren Uptempo-Nummer aufmacht (wie einst Rock DJ oder Tripping), naja mit „Feel“ hats auch geklappt…

  6. Nils B.
    4. September 2009, 13:14

    Robbie Williams ist das Phänomen einer vergangenen Zeit, seine Platten wird keiner mehr kaufen aber seine alten Songs quälen einen weiterhin im Formatradio. Ob er noch fünf Alben macht oder sich morgen entscheidet, Tierarzt in Bangladesch zu werden, es wird in etwa gleich viele Menschen interessieren.

  7. Mirco
    4. September 2009, 15:10

    Robbie Williams macht gute Musik wie ich finde :)

  8. Linus
    4. September 2009, 15:15

    Ähm, der Albumtitel ist eine Anspielung auf „Video killed the Radio Star“ von den Buggles, bei denen Trevor Horn gespielt hat, der nun das Album produziert hat. Das macht den Titel allerdings nicht besser…

  9. Knut
    4. September 2009, 15:59

    Schrecklich! Grauenhaft! Das ist doch keine Musik – schon lange keine gute…

  10. Bernhard
    4. September 2009, 16:21

    Sicher hat Robbie die „Perfection“, die er laut Songtext anstrebt nicht erreicht, aber der Song ist deutlich besser als das ganze letzte Album „Rudebox“ (was natürlich nicht schwer war) und was am wichtigsten ist: Der Song ist ohrwurm-tauglich. Ich bekomme nach einmal hören schon nicht mehr aus dem Ohr.

    Nachdem die Zusammenarbeit bei „Rudebox“ mit dem ZDF und „Wetten dass“ nicht gefruchtet hat, geht er nun wieder zurück zu Pro Sieben. Wie einst bei „Intensive Care“ und „Escapology“ hat Robbie wieder ein Deal mit Pro Sieben gemacht.
    Siehe hier bei DWDL im letzten Absatz: http://www.dwdl.de/story/22011.....nd_robbie/

    @Alex: Das ist Geschmackssache. Ich mag zum Beispiel die Songs „Feel“, „Angel“ und „Please Don’t Die“ – da ist ist der neue Song natürlich eher auf meiner Wellenlänge, als bei jemanden der „Tripping“ und „Rock DJ“ mag. Man kann es eben nicht jeden recht machen bei der Auswahl der Single-Auskopplung. Hauptsache das neue Album bietet für Alle etwas.

  11. Alex
    4. September 2009, 16:30

    @Bernhard: „Feel“ und „Angels“ gehören z meinen Lieblingssongs (im Gegegensatz zu „Rock DJ“ und „Tripping“), darum geht es gar nicht. Ich mag es nur lieber, wenn Comeback-Singles bzw. erste Singleauskopplungen aus Alben ein bisschen krachen.

  12. Thomas
    4. September 2009, 20:09

    Sollten die weiteren Songs vom neuen Album auch so sein, wird der frei gewordene Thron des King of Pop wohl noch ein wenig unbesetzt bleiben, auch wenn die Mainstream-Pop-Zeit wohl sowieso zu Ende geht.

  13. Dr. Borstel
    4. September 2009, 21:02

    Mir persönlich gefällt der Albumtitel schon, den Song macht das leider nicht besser. Gruselig …

  14. finaleweisheit
    4. September 2009, 22:22

    puuuh…nachdem ich mich heute nicht in der Nähe des Radios befunden habe und den grossen Moment des neuen Liedes was verpasst habe, bin ich dann doch heute Abend nochmal in den zweifelhaften Genuss gekommen. Aber selbst 3x hören jetzt hat noch nicht geholfen…ich fürchte da finde ich mich nicht rein…zusammengestückelte, unorganisierte Passagen ohne Fluss…unmusikalisch, leidenschaftslos und langweilig…China wird sich über viele neue unverkaufte CD´s freuen können…

  15. StitchJones
    5. September 2009, 1:55

    Robbie Williams ist mir tatsächlich relativ egal, Trevor Horn als alter Fan hingegen nicht. Und nach diesem Song zu urteilen ist selbiger irgendwie irgendwo übelst hängengeblieben…seriously, das ist die formalistischste und, ja, billigste Horn-Produktion, die ich kenne. And that includes t.a.t.u.

  16. Andi
    6. September 2009, 9:59

    Ich bin überhaupt kein Robbie-Fan und finde eigentlich auch nur „Angels“ und „Come undone“ erwähnungswürdig. Aber diese Nummer hier gefällt mir sehr gut, doch. Die geht ins Ohr und auch nur schwer wieder raus und ist trotzdem nicht mainstreamig.
    Das Comeback wird, zumindest in Deutschland, gelingen. Single und Album gehen direkt auf 1. Da würd ich sofort alle meine Ersparnisse drauf verwetten.

    Der suboptimale Albumtitel könnte vielleicht auch eine Anspielung darauf sein, dass Robbie sein Leben außerhalb der Bühne nie so wirklich in den Griff gekriegt hat? Oder deute ich da zuviel rein?

  17. SvenR
    7. September 2009, 18:02

    Als alter Yes-, Frankie-Goes-to-Hollywood- und Propaganda-Fan finde ich ja alles, was Trevor Horn macht gut (das mit Tatu muss ein Namensvetter gewesen sein :-)

    Schlagt mich, ich finde den Albumtitel wirklich gut (fast so gut wie Lukas‘ Überschriften) und den Song viel besser, als ich erwartet habe, nachdem ich die 16 Vorkommentare gelesen habe. Sonfern ich das nach dem Hören auf meinen popeliegen Laptoplautsprechern überhaupt beurteilen kann.