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Wie man 2009 einen Hit landet – und wie nicht

a‑ha ver­kün­de­ten ges­tern stolz via Twit­ter, dass „Foot Of The Moun­tain“ auf Platz 3 der deut­schen Charts ein­stei­gen wer­de und damit die erfolg­reichs­te Sin­gle seit „Take On Me“ vor 24 Jah­ren sei.

Nun sind a‑ha trotz der vie­len Hits nicht unbe­dingt das, was man unter einem Sin­gle-Act ver­steht. Ihre Songs wer­den zwar im Radio gespielt, aber die Kern­ziel­grup­pe (Men­schen um die 40) war­tet dann wohl doch eher, bis das Album erscheint.

Ande­rer­seits war der Song beim Fina­le von „Germany’s Next Top­mo­del“ der Öffent­lich­keit vor­ge­stellt wor­den und danach sofort bei iTu­nes ver­füg­bar. Ein ande­rer Song, der in die­ser Sen­dung nur im Hin­ter­grund zu hören war, blo­ckiert seit­dem Platz 1 der iTu­nes-Charts: „Jungle Drum“ von der sonst eher Hit-unver­däch­ti­gen Emi­lia­na Tor­ri­ni.

Die­se Fäl­le zei­gen, dass die Leu­te sehr wohl bereit sind, für Musik zu zah­len. Es muss nur der schnells­te und ein­fachs­te Weg sein: Man hört einen Song im Radio oder im Fern­se­hen, geht ins Inter­net und hat zwei Minu­ten und 99 Cent spä­ter das gewünsch­te Lied auf der Fest­plat­te – schnel­ler und ein­fa­cher als bei den meis­ten ande­ren Quel­len. (Dass es auch „lega­ler“ ist, dürf­te die meis­ten Nut­zer näm­lich offen gestan­den nicht inter­es­sie­ren. Sie wol­len es schnell und bequem – und sind zumin­dest zum Teil bereit, für die­se Bequem­lich­keit zu zah­len.)

Wie man dar­aus kein Kapi­tal schlägt, zeigt der Fall des gro­ßen „Scrubs“-Finales: Am Ende der letz­ten Fol­ge läuft in einer wun­der­bar rüh­ren­den Sze­ne „The Book Of Love“ von Peter Gabri­el. Die­se Cover­ver­si­on eines Magne­tic-Fields-Songs war vor fünf Jah­ren auf dem Sound­track zur Richard-Gere-Komö­die „Shall We Dance?“ ent­hal­ten und ist im ame­ri­ka­ni­schen iTu­nes Store nur als Teil des gesam­ten Sound­tracks für 11,99$, bei Amazon.com für 8,99$ erhält­lich. Bei den deut­schen Äqui­va­len­ten ist das Lied gar nicht ver­füg­bar.

In den Kom­men­ta­ren bei iTu­nes wur­de die Mög­lich­keit, den Song ein­zeln kau­fen zu kön­nen, schon vor vier Jah­ren ein­ge­for­dert. Ich bin mir sicher, ein nicht uner­heb­li­cher Teil der Men­schen, die bei last.fm (wo es den Song natür­lich auch nicht zu hören gibt) schrei­ben, wie gut ihnen die Ver­wen­dung des Stücks bei „Scrubs“ gefal­len hat, hät­ten „The Book Of Love“ kurz nach der Aus­strah­lung ger­ne sofort gekauft. Aber Uni­ver­sal, einer der trägs­ten unter den ver­blie­ben Majors, hat wie­der ein­mal gepennt und sich damit ein gro­ßes Geschäft ver­saut.

Dar­un­ter lei­den natür­lich auch Peter Gabri­el und die Musi­ker von den Magne­tic Fields, die den Song geschrie­ben haben – aber die sind nor­ma­ler­wei­se eh bei ganz ande­ren Plat­ten­fir­men.

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Musik

The Class of ’99

New Radicals hören im ICE (Szene nachgestellt)

Heu­te vor zehn Jah­ren saß ich in einem Zug nach Ber­lin, hör­te „You Get What You Give“ von den New Radi­cals und damit begann dann mei­ne Musik­be­geis­te­rung (nach­zu­le­sen hier). 1

In der Fol­ge­zeit fing ich an, Gitar­re zu ler­nen, in Bands zu spie­len, Fes­ti­vals zu besu­chen, über Musik zu schrei­ben und irgend­wann sogar Radio­sen­dun­gen dar­über zu mode­rie­ren. Am Jahr 1999 führt auch heu­te noch kein Weg dran vor­bei: Ein gro­ßer Teil mei­ner Lieb­lings­al­ben und ‑songs erschien in eben die­sem Jahr.

Mit ein wenig kul­tur­wis­sen­schaft­li­chem Über­mut könn­te man viel­leicht sogar das Fin de siè­cle bemü­hen um zu erklä­ren, war­um aus­ge­rech­net kurz vor dem Jahr­hun­dert­ende plötz­lich rei­hen­wei­se gro­ße Kunst ent­stand. Denn selbst wenn man zugu­te hält, dass 15, 16 immer ein beson­ders prä­gen­des Alter ist und Men­schen, die heu­te in die­sem Alter sind, ver­mut­lich in zehn Jah­ren das Glei­che über 2009 sagen wer­den: Vor zehn Jah­ren war eine gan­ze Rei­he von Bands und Künst­lern auf dem Höhe­punkt ihres Schaf­fens.

Da waren längst nicht nur die New Radi­cals mit ihrem ein­zi­gen Album: Ben Folds Five ver­aus­gab­ten sich mit ihrem Meis­ter­werk „The Unaut­ho­ri­zed Bio­gra­phy Of Rein­hold Mess­ner“ der­art, dass sie sich ein Jahr spä­ter auf­lös­ten; Tra­vis haben vie­le gute Alben auf­ge­nom­men, aber so dicht wie „The Man Who“ klang kei­nes mehr; Moby errich­te­te sich mit „Play“ sein eige­nes Denk­mal, von des­sen Lizen­sie­run­gen für Spiel­fil­me und Wer­be­spots er sich einen klei­nen Staat kau­fen könn­te. Und selbst, wenn ich eini­ge der ’99er Alben erst Jah­re ent­deck­te: Das war schon ein ganz beson­de­rer Jahr­gang.

Und damit Sie wis­sen, wovon zum Hen­ker ich eigent­lich rede, hier eine unsor­tier­te Lis­te von Alben aus besag­tem Jahr:

Tra­vis – The Man Who
Anspiel­tipp: Drift­wood
Ben Folds Five – The Unaut­ho­ri­zed Bio­gra­phy Of Rein­hold Mess­ner
Anspiel­tipp: Your Red­neck Past
New Radi­cals – May­be You’­ve Been Brain­wa­shed Too 2
Anspiel­tipp: Flowers
Foo Figh­ters – The­re Is Not­hing Left To Lose
Anspiel­tipp: Next Year
Jim­my Eat World – Cla­ri­ty
Anspiel­tipp: Blis­ter
Ste­reo­pho­nics – Per­for­mance And Cock­tails
Anspiel­tipp: Just Loo­king
Moby – Play
Anspiel­tipp: Por­ce­lain
Red Hot Chi­li Pep­pers – Cali­for­ni­ca­ti­on
Anspiel­tipp: Scar Tis­sue
Toco­tro­nic – K.O.O.K.
Anspiel­tipp: Jack­pot
The Get Up Kids – Some­thing To Wri­te Home About
Anspiel­tipp: I’ll Catch You
Sigur Rós – Ágæ­tis Byr­jun
Anspiel­tipp: Svefn-G-Eng­lar
Wil­co – Sum­mer­tee­th
Anspiel­tipp: Nothing’severgonnastandinmyway(again)
3 Colours Red – Revolt
Anspiel­tipp: Beau­tiful Day
Blink-182 – Ene­ma Of The Sta­te
Anspiel­tipp: What’s My Age Again?
Blur – 13
Anspiel­tipp: Cof­fee And TV

Natür­lich erschie­nen danach noch vie­le groß­ar­ti­ge Alben (ein Jahr spä­ter bei­spiels­wei­se „Kid A“ von Radio­head und das Cold­play-Debüt „Parach­u­tes“), aber ein Jahr wie 1999 habe ich seit­dem nicht mehr erlebt.

  1. Mir fiel gera­de erst auf, dass ich den Song ver­mut­lich nur des­halb im Bord­ra­dio gehört habe, weil ich den ursprüng­li­chen ICE ver­passt hat­te. Nach all die­sen Jah­ren stel­le ich fest, dass aus­ge­rech­net eine Regio­nal­bahn-Ver­spä­tung mein Leben ver­än­dert hat![]
  2. Dass das Album bereits im Okto­ber 1998 auf den Markt kam, ist ein Detail, durch das ich mir nicht mei­ne Geschich­te kaputt machen las­se.[]
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Digital Gesellschaft

Reinigendes Getwitter

Ich fin­de Twit­ter im Gro­ßen und Gan­zen ja ganz okay und den­ke, es kommt wie bei jedem Werk­zeug dar­auf an, wie man es ein­setzt. Eine gro­ße Gefahr besteht natür­lich dar­in, dass die­ses Werk­zeug so leicht zu bedie­nen ist und man des­halb oft schnel­ler tweetet als denkt.

Was? Das habe ich schon geschrie­ben? Ja, sicher. Aber wenn die Auf­merk­sam­keits­span­ne nur noch 140 Zei­chen beträgt, kann man sich ja mal wie­der­ho­len.

Am Sams­tag haben Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te aus der Bun­des­ver­samm­lung get­wit­tert, dass Horst Köh­ler die Bun­des­prä­si­den­ten­wahl im ers­ten Wahl­gang gewon­nen hat. Ich fin­de das eini­ger­ma­ßen respekt­los dem Bun­des­tags­prä­si­den­ten gegen­über, des­sen Auf­ga­be nun mal die Ver­kün­dung des Wahl­er­geb­nis­ses ist.

Mag sein, dass die Abge­ord­ne­ten das Ergeb­nis von Jour­na­lis­ten erfah­ren hat­ten, mag sein, dass – bis auf Ange­la Mer­kel – jeder im Reichs­tag Bescheid wuss­te – aber auch twit­tern­de Abge­ord­ne­te soll­ten ein biss­chen an die Außen­wir­kung den­ken. Und wenn es Auf­ga­be des Bun­des­tags­prä­si­den­ten ist, das Ergeb­nis zu ver­kün­den, dann soll­te es zumin­dest kein ande­res Mit­glie­der die­ses Ver­fas­sungs­or­gans sein, das ihm die­se Auf­ga­be abnimmt.

Am Diens­tag haben nun offen­bar ein­zel­ne Abge­ord­ne­te aus einer nicht-öffent­li­chen Sit­zung der SPD-Frak­ti­on get­wit­tert, wor­auf­hin Frak­ti­ons­chef Peter Struck eine Art Wut­an­fall bekom­men haben muss (bei dem ich ger­ne dabei­ge­we­sen wäre) und die SPD jetzt Kon­se­quen­zen zie­hen will.

Ich fin­de es schon erstaun­lich, dass man Volks­ver­tre­tern offen­bar erst ein­mal erklä­ren muss, was mit „nicht-öffent­lich“ gemeint sein könn­te – oder brin­gen die sonst Schwie­ger­müt­ter, Hun­de­fri­seu­re und Haupt­stadt­jour­na­lis­ten mit, weil die sowas auch mal von nahem sehen woll­ten? Wann kom­men die ers­ten Tweets aus den gehei­men Sicher­heits­aus­schüs­sen? („Hin­wei­se auf gepl. Anschlä­ge im Raum Ber­lin. Schmut­zi­ge Bom­be, BKA ist dran“)

Tho­mas Knü­wer geht davon aus, dass das Ergeb­nis der Bun­des­tags­wahl vor­ab via Twit­ter ver­ra­ten wer­den wird. Damit wäre Deutsch­land dann wohl noch hip­per als die USA, wo das Ergeb­nis der letzt­jäh­ri­ge Prä­si­dent­schafts­wahl mei­nes Wis­sens noch von den Fern­seh­sen­dern bekannt gege­ben wur­de.

Was mich aber beson­ders stört ist die Selbst­ver­ständ­lich­keit, mit der man­che Men­schen einen Frei­schein für Twit­ter for­dern: Muss man denn alles, was man weiß, in die Welt hin­aus­po­sau­nen, nur weil man es kann?

Was ist mit den Spiel­re­geln, auf denen unse­re Gesell­schaft beruht? Dass wir nicht aus dem Kino gehen und den War­ten­den erzäh­len, wie der Film aus­geht? Dass wir Wahl­er­geb­nis­se für uns behal­ten, bis die Wahl­lo­ka­le geschlos­sen haben? Dass wir uns nicht nackt aus­zie­hen, mit Exkre­men­ten ein­rei­ben und schrei­end durch die Innen­stadt ren­nen?

Nen­nen Sie mich kon­ser­va­tiv, aber ich fand die Zeit ganz gut, bevor die­ses post­mo­der­ne „any­thing goes“ über uns hin­ein­ge­bro­chen ist. Als man in klei­ner Run­de noch schlech­te Wit­ze machen konn­te, ohne Angst haben zu müs­sen, dass sie gleich im Inter­net ver­brei­tet wer­den.

[Auf­tritt Mike Skin­ner: „How the hell am I sup­po­sed to be able to do a line in front of com­ple­te stran­gers /​ When I know they’­ve all got came­ras?“]

Nun könn­te man natür­lich ein­wen­den: Man konn­te ande­ren Men­schen noch nie ver­trau­en, heut­zu­ta­ge ist es nur tech­nisch viel ein­fa­cher (und anony­mer), den Kram zu ver­brei­ten. Han­dy­ka­me­ras und Twit­ter zei­gen nur auf, dass wir ein Rudel bös­ar­ti­ger Wöl­fe sind, die dar­auf war­ten, über­ein­an­der her­zu­fal­len. Aber so pes­si­mis­tisch wäre ich ungern.

Die Fra­ge, die man sich beim Schrei­ben von Twit­ter­nach­rich­ten stel­len soll­te, ist nicht „Wür­dest Du das Dei­nem bes­ten Freund erzäh­len?“, son­dern „Wür­dest Du das Dei­ner Mut­ter, Dei­nem Part­ner, Dei­nem Chef und allen Men­schen im Ruhr­sta­di­on schrift­lich geben?“

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Musik

Silence always wins

Es gibt Bands und Musi­ker, die beglei­ten einen ein Leben lang, ohne dass man es merkt. Als Patri­cia Kaas beim Grand Prix für Frank­reich sang, über­kam mich ein woh­li­ger Erin­ne­rungs­schau­er, der mich an vie­le Geburts­tags­fei­ern mei­ner Eltern den­ken ließ und an die unzäh­li­gen namen­lo­sen Hits der Star-Chan­teu­se, die sol­che Ver­an­stal­tun­gen beschallt haben, als ich noch ein Kind war.

Bei a‑ha kam die­se Erkennt­nis vor neun Jah­ren, als sich das nor­we­gi­sche Trio aus der Krea­tiv­pau­se zurück­mel­de­te und mit „Minor Earth Major Sky“ mal eben eines der bes­ten Pop-Alben des Jahr­zehnts ver­öf­fent­lich­te. Beim Kon­zert in der Are­na Ober­hau­sen (bei dem ein Freund und ich die ein­zi­gen Män­ner unter 30 waren und zur Stra­fe Rea­m­onn als Vor­grup­pe ertra­gen muss­ten) däm­mer­te mir dann, wie vie­le a‑ha-Lie­der schon immer Teil mei­nes Lebens gewe­sen waren. Allen vor­an natür­lich „Take On Me“, die­se unfass­bar ein­gän­gi­ge Acht­zi­ger-Hym­ne mit dem bes­ten Musik­vi­deo aller Zei­ten, bei deren „Singstar“-Interpretation ich unge­schla­gen bin.

Drei­ein­halb Jah­re ist das letz­te a‑ha-Album „Ana­lo­gue“ alt, das bei etwas kre­di­bi­le­ren Künst­lern als „beein­dru­ckend dich­tes Alters­werk“ durch­ge­gan­gen wäre, bei den ewi­gen Pos­ter­boys aber wei­test­ge­hend igno­riert wur­de. Zeit für etwas Neu­es, zum Bei­spiel die Sin­gle „Foot Of The Moun­tain“, die letz­te Woche beim Fina­le von „Germany’s Next Top­mo­del“ in einer spek­ta­ku­lä­ren Büh­ne der Welt­öf­fent­lich­keit prä­sen­tiert wur­de:

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(Die­se komi­schen Kis­ten schei­nen übri­gens sehr Fri­sur­feind­lich gewe­sen zu sein.)

Man muss den Song viel­leicht ein paar Mal hören, bevor er sich einem erschließt. Aber wenn man sich ein­mal an die stel­len­wei­se unkon­ven­tio­nel­le Gesangs­me­lo­die gewöhnt, wenn man die „Dis­arm“-Glo­cken im Refrain ent­deckt und mal auf den zwi­schen Zynis­mus und Pathos schwan­ken­den Refrain geach­tet hat, dann will man den „Repeat“-Schalter gar nicht mehr zurück­stel­len. (Sie ahnen: Im Moment ist es etwas anstren­gend, mit mir zusam­men­zu­woh­nen.)

Das Album, das auch „Foot Of The Moun­tain“ hei­ßen wird, erscheint in Deutsch­land am 19. Juni.

PS: Sehen Sie sich bit­te auch unbe­dingt die­se außer­ge­wöhn­li­che Live­ver­si­on von „Take On Me“ an!

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Digital

Das machen die doch extra!

Erin­nern Sie sich an die­sen Ein­trag hier im Blog?

Wenn Brücken ihre Tage haben Von Coffee & TV am Freitag, 22. Mai 2009 0:01 Heute ist ein sogenannter Brückentag. Und bevor es jemand anderes macht, dachten wir uns, wir präsentieren Ihnen einfach die schönsten Brückenfotos aus unserem Archiv:

Nun, das mit dem „bevor“ hat ja noch geklappt – aber bei der Anzahl der Bil­der haben sie uns schlicht geschla­gen:

Die schönsten Brücken der Welt (20-teilige Bildergalerie)

Einen kon­kre­ten Anlass für die Klick­stre­cke und den ein­lei­ten­den Arti­kel bei „RP Online“ kann ich übri­gens nicht erken­nen. Außer natür­lich …

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Was Killerchen nicht lernt …

Die Samm­lung „Die geschmack­lo­ses­ten Ein­lei­tungs­sät­ze aller Zei­ten“ wird zwar gera­de erst eröff­net, aber die „Chem­nit­zer Mor­gen­post“ dürf­te sich schon mal einen Platz in der ewi­gen Ruh­mes­hal­le erkämpft haben:

MÜHLAU - Früh übt sich, was ein Holzklotz-Killer werden will: Drei Tage nach Verurteilung des Oldenburgers Nicolai H. (31) warfen jetzt auf der A72 zwei Kinder von einer Brücke aus Steine auf die Fahrbahn. Eine Fahrerin (53) entkam dem Tode nur knapp.

Mit Dank an BILD­blog-Hin­weis­ge­ber Fabi­an H.

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Digital

Symbolbild ohne Signalwirkung

"Maßnahme zur Selbstverteidigung" Nordkorea führt weiteren Atomtest durch

Fin­den Sie es nicht auch fas­zi­nie­rend, dass „RP Online“ als ein­zi­ges Medi­um welt­weit mit einem Foto vom unter­ir­di­schen (!) Atom­test der Nord­ko­rea­ner auf­war­ten kann?

Ach so, das ist gar kein Atom­pilz:

Nordkoreas Nukleartest hat die Welt in große Sorge versetzt. Symbol des nordkoreanischen Atomprogramms ist der Komplex in Yongbyon (Foto). Foto: AP

Ach so, das Foto zeigt das „Sym­bol des nord­ko­rea­ni­schen Atom­pro­gramms“ bei sei­nem Abriss. Und der war eigent­lich als Signal für die Auf­ga­be des nord­ko­rea­ni­schen Atom­pro­gramms gewer­tet wor­den.

Nach­trag, 23:50 Uhr: „RP Online“ hat das Foto ent­fernt – und durch einen Hin­weis auf die Klick­stre­cke „Nord­ko­re­as Rake­ten-Arse­nal im Über­blick“ ersetzt.

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Gesellschaft

Klickbefehl (20)

Ana­tol Ste­fa­no­witsch woll­te für sei­ne Töch­ter Lego­fi­gu­ren kau­fen und stell­te dabei fest, dass die fast alle Männ­chen sind. Das stimmt ihn nach­denk­lich:

Ich bin ein gro­ßer Lego-Fan, aber als Vater von zwei Mäd­chen, die im Leben alles errei­chen kön­nen sol­len, was sie sich vor­neh­men, hat mich das scho­ckiert. Es hat mich an die unzäh­li­gen Kin­der­bü­cher erin­nert, deren Sexis­mus ich beim Vor­le­sen still­schwei­gend her­ausedi­tiert habe: die Geschich­te vom muti­gen klei­nen Fuchs­jun­gen, der inter­es­siert die Welt erkun­det, wäh­rend sei­ne Schwes­tern lie­ber bei der Mut­ter blei­ben (er wur­de bei mir ein muti­ges klei­nes Fuchs­mäd­chen), die Geschich­te von den Kin­dern aus der Krach­ma­cher­stra­ße, die mit der Bahn in den Urlaub fah­ren, weil „Mama natür­lich nicht auto­fah­ren kann“ (sie wur­de bei mir zur umwelt­be­wuss­ten Bahn­Card-Besit­ze­rin), […] .

Der gan­ze groß­ar­ti­ge Arti­kel, nach des­sen Lek­tü­re man sich fragt, in was für einem ver­al­te­ten Welt­bild Mäd­chen eigent­lich heut­zu­ta­ge immer noch auf­wach­sen sol­len, steht im Bre­mer Sprach­blog.

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Digital Gesellschaft

Mittendrin statt tot dabei

Ich fin­de twit­ter im Gro­ßen und Gan­zen ja ganz okay und den­ke, es kommt wie bei jedem Werk­zeug dar­auf an, wie man es ein­setzt. Eine gro­ße Gefahr besteht natür­lich dar­in, dass die­ses Werk­zeug so leicht zu bedie­nen ist und man des­halb oft schnel­ler tweetet als denkt.

Eine ande­re Gefahr kann natür­lich dar­in bestehen, dass man ein­fach nur tweetet und gar nicht mehr denkt: Kim­ber­ly Hop­pe, Klatsch­ko­lum­nis­tin der Münch­ner „Abend­zei­tung“, sitzt in der Aller­hei­li­gen-Hof­kir­che und tickert live von der Trau­er­fei­er für Mon­ti Lüft­ner.

Beerdigung Monti Lüftner. Alle Promis schauen sehr, sehr traurig - auch die Fotografen tragen Schwarz. Wolfgang Seybold schluckt.

Jetzt läuft Bruce Springsteen. Marcel Avram schnaeutzt sich - Gaensehautstimmung. Nur die Kerzen sind leider nicht echt

Montis Tochter Tracy (16) spricht wundervoll, singt Amazing Grace, bricht das Lied unter Tränen ab. Ich weine. Die ganze Kirche weint.

Es ist die­se Mischung aus Bana­li­tä­ten und Inti­mi­tä­ten, die das fröh­li­che Daher­plap­pern von Frau Hop­pe so uner­träg­lich macht. Die Tat­sa­che, dass sie über die Trä­nen von Freun­den und Ange­hö­ri­gen (und ihre eige­nen) schreibt, noch ehe die­se getrock­net sind. Der Umstand, dass sie von einer ver­damm­ten Trau­er­fei­er aus einer Kir­che twit­tert.

Aber bevor Sie die Schuld jetzt bei twit­ter suchen: Dass es auch ohne geht, hat letz­tes Jahr schon „RP Online“ vor­ge­macht.

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Can’t read my baby face

Weezer, die Älte­ren wer­den sich erin­nern, waren eine Band, die Mit­te der 1990er Jah­re mit den Alben „Weezer“ und „Pin­ker­ton“ Rock-Geschich­te schrie­ben. 2001 kamen sie mit „Weezer (The Green Album)“ zurück und befin­den sich seit­dem auf dem abstei­gen­den Ast.

Das heißt: Nicht ganz. Letz­tes Jahr schaff­ten sie es über­ra­schen­der­wei­se, das defi­ni­ti­ve You­Tube-Video zu dre­hen und mit „Heart Songs“ auch noch eine anrüh­ren­de Hel­den­ver­eh­rung zu ver­öf­fent­li­chen.

Und jetzt? Covern sie live „Kids“ von MGMT und „Poker Face“ von Lady Gaga. Hört sich bekloppt an?

Hört sich so an:

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[Direkt­link]

[via choo­choot­he­band]

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Grand Prix 2010: Es kann nur besser werden

Mos­kau, Grand-Prix-Aus­rich­ter 2009:

Screenshot: tagesschau.de

Oslo, Grand-Prix-Aus­rich­ter 2010:

Gay Kids
(Irgend­wo auf­ge­nom­men wäh­rend des Oslo-Trips im Febru­ar.)

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Musik Rundfunk

Grand-Prix-Liveblog 2009

Eurovision-Begleitessen

Ich füh­le mich ein biss­chen wie die alte Frau, für die ich beim Zivil­dienst immer ein­kau­fen muss­te: Viel zu viel Essen da, aber es könn­te ja immer über­ra­schend jemand vor­bei­kom­men. (Die alte Frau hat­te aller­dings mehr und här­te­ren Alko­hol zuhau­se als ich.)

Aber es soll ja ein län­ge­rer Abend wer­den:

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