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Politik Gesellschaft

Lucky & Fred: Episode 14

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Hu! Da sind sie wieder: Lucky und Fred, die Fernfahrer der Ätherwellen, blicken zurück auf die letzten Wochen, in denen soooo viel jetzt gar nicht …

Okay, seien wir ehrlich: Die Welt steht am Abgrund, Odin hat die nächste Mannschaft einberufen und bald ist vermutlich alles vorbei. Vorher schauen wir aber noch nach Großbritannien (solange es noch da ist), in die USA und natürlich auf die Populisten dieser Welt. Ein paar gute Nachrichten haben wir dann aber doch noch gefunden und außerdem kommt in diesem Podcast zweimal das Wort “Fick” vor, weswegen wir davon abraten, ihn in der Nähe von Kindern zu hören. (Für die ist er aber eh langweilig.)

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Film

Der Staat gegen Fritz Bauer

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Ich habe mir gestern Abend “Der Staat gegen Fritz Bauer” angeschaut über den Generalstaatsanwalt Fritz Bauer, der letztlich dafür verantwortlich war, dass die Israelis Adolf Eichmann vor Gericht stellen konnten, und der die Auschwitz-Prozesse herbeigeführt hat.

Ein guter bis sehr guter Film mit teils grandiosen Darstellern (bei Burghart Klaußner dachte ich zwischendurch immer wieder, er würde eigentlich Hans-Jochen Vogel spielen, Sebastian Blomberg ist einfach unfassbar wandlungsfähig und gut — ich erinnere da nur daran, wie er im “Baader Meinhof Komplex” Rudi Dutschke war), einem sehr soliden Drehbuch (einige Dialoge waren sehr holzschnittartig, andere durchaus fein gedrechselt) und einer erstaunlichen Liebe zum Detail in der Ausstattung. Einzig die Drehorte, die ich ständig wiedererkannt habe (die Schanzenstraße in Köln-Mülheim, für verschiedene Orte in Süddeutschland; das Feierabendhaus in Hürth, wo wir Popstars 2015​ gedreht haben, als Pariser Flughafen — auch schön im Trailer zu sehen), haben mich immer wieder etwas rausgeholt.

Ganz so John-le-Carré-mäßig wie der Trailer tut, ist der Film auch nicht: zwar gibt es einige durchaus spannende Stellen, in denen mir zum ersten Mal richtig bewusst wurde, wie Nazi-verseucht dieser Behördenapparat im Nachkriegsdeutschland war, aber es ist dann doch eher Drama als Thriller. Ein großer Nebenstrang ist die Situation, in der Homosexuelle in Deutschland durch §175 kriminalisiert wurden — und was der Film da zeigt, ist aus heutiger Sicht fast ebenso empörend wie die Altnazis in der Haupthandlung.

Mir ist mal wieder aufgefallen, dass ich über das Nachkriegsdeutschland quasi gar nichts weiß — mein Wissen endet mit Hitlers Selbstmord und setzt dann mit den Kaufhausbrandstiftungen von Baader und Ensslin langsam wieder ein. Der Alltag, in dem meine Großeltern so alt waren wie ich heute, erscheint mir ungefähr so weit weg wie Goethezeit. Es hilft aber auch, sich die Situation in diesem Land von damals vor Augen zu führen, um zu sehen, wie weit wir dann doch schon gekommen sind. Es ist, was das Verschwinden des Faschismus und die Gleichberechtigung von Frauen und Homosexuellen angeht, noch ein weiter Weg, aber, hey: Immerhin gehen wir ihn inzwischen.

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Gesellschaft

Septemberkinder

Eine Jury in New Jersey hat gestern den 20-jährigen Dharun Ravi für schuldig befunden, ein hate crime an seinem Mitbewohner Tyler Clementi begangen zu haben. “Spiegel Online” beschreibt die Ausgangslage so:

Es war der 19. September, an dem Clementi laut Zeugenaussagen Ravi bat, den gemeinsamen Raum zu verlassen, er wolle einen Gast empfangen. Ravi twitterte: “Mitbewohner wollte den Raum bis Mitternacht haben. Ich bin in Mollys (eine Freundin, Anm. d. Redaktion) Zimmer gegangen und habe meine Webcam angeschaltet. Ich habe gesehen, wie er mit einem Kerl rummachte. Juhu.”

So fing es an. Am Ende war Clementi tot.

Die “New York Times” führt weiter aus:

The case was a rare one in which almost none of the facts were in dispute. Mr. Ravi’s lawyers agreed that he had set up a webcam on his computer, and had then gone into a friend’s room and viewed Mr. Clementi kissing a man he met a few weeks earlier on a Web site for gay men. He sent Twitter and text messages urging others to watch when Mr. Clementi invited the man again two nights later, then deleted messages after Mr. Clementi killed himself.

That account had been established by a long trail of electronic evidence — from Twitter feeds and cellphone records, dormitory surveillance cameras, dining hall swipe cards and a “net flow” analysis showing when and how computers in the dormitory connected.

Die digitalen Beweise waren dann wohl auch ausschlaggebend für die sehr differenzierten Entscheidungen der Jury.

Ravis Anwälte hatten argumentiert, ihr Mandant sei “ein Kind”, das wenig Erfahrung mit Homosexualität habe und in eine Situation geraten sei, die ihn geängstigt habe. In entschuldigenden SMS-Nachrichten an Clementi habe Ravi geschrieben, dass er keine Probleme mit Homosexualität habe und sogar einen engen Freund habe, der schwul sei.

Die “New York Times” notiert:

(At almost the exact moment he sent the apology, Mr. Clementi, 18, committed suicide after posting on Facebook, “jumping off the gw bridge sorry”).

* * *

Der Selbstmord von Tyler Clementi war einer von mehreren im Spätsommer/Herbst 2010. Mindestens neun Schüler und Studenten zwischen 13 und 19 Jahren glaubten, keinen anderen Ausweg mehr zu haben, als ihrem Leben ein Ende zu setzen, weil sie Opfer von Diskriminierungen und Angriffen wurden, nur weil sie schwul waren oder man sie dafür hielt.

Als Reaktion auf diese Selbstmorde wurde das sehr bewegende Projekt “It gets better” ins Leben berufen, bei der Prominente und Nichtprominente, Künstler und Politiker, TV-Moderatoren und Polizisten homosexuellen Jugendlichen – ach, eigentlich allen Jugendlichen – Mut machten, dass ihr Leben besser werde.

Stefan Niggemeier hat damals geschrieben:

Dem Projekt ist vorgeworfen worden, gefährlich unterambitioniert zu sein, weil es nicht auf die Beseitigung der Ursachen von Diskriminierung zielt, sondern bloß ihre Opfer zum Überleben auffordert. Diese Kritik ist nachvollziehbar, aber sie trifft nicht. Zum einen hat Dan Savage recht, wenn er sagt, dass es zunächst einmal darum geht, akut bedrohten Jugendlichen unmittelbar Hoffnung zu geben und auf Ansprechpartner hinzuweisen. Zum anderen belassen es die Mitwirkenden keineswegs immer bei dem Versprechen, dass es nach der Schule, nach der Pubertät, überhaupt in Zukunft schon besser werden wird. Viele greifen, wie Ellen, den Skandal an, dass die Diskriminierung immer noch zugelassen wird. Dass es ein Klima der Intoleranz gibt, das die Verhöhnung von Schwulen zulässt und fördert.

* * *

Die Chicagoer Band Rise Against hat einen Song über die “September’s Children” geschrieben, mit dem die Musiker auch “It gets better” unterstützen wollen, und Sie sollten sich das Video unbedingt in voller Länge ansehen:

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Rise Against – Make It Stop (September’s Children) from LGBTQI Georgia on Vimeo.

Die Namen, die Frontmann Tim McIlrath nennt, sind neben Tyler Clementi die von Billy Lucas, Harrison Chase Brown, Cody J. Barker und Seth Walsh.

Jedes Mal, wenn ich dieses Video sehe, denke ich vor der Marke von 3:05 Minuten: “Das können die nicht wirklich so zeigen”, und dann kommt dieser Bruch und ich habe jedes verdammte Mal wieder Gänsehaut und bin gerührt, aufgewühlt und völlig fertig. So ein Video hätte verdammt schief gehen können, aber ich finde, es ist der Band und ihrem Regisseur Marc Klasfeld erstaunlich gut gelungen.

* * *

Im Text heißt es “What God would damn a heart? / And what God drove us apart? / What God could / Make it stop / Let this end”, und Religion rückt in den USA auch nach Dharun Ravis Schuldspruch in den Fokus.

Brent Childres schreibt im Religions-Blog der “Washington Post”:

There are many more Tyler Clementi tragedies waiting to unfold if we continue to close our minds to the harm caused by religious teaching’s bias and intimidation toward gay. lesbian bisexual and transgender individuals, especially youth and families.

The story of Tyler Clementi’s death has been one of the most publicized teen suicides in recent memory. Unfortunately, a review of media interviews and print news articles over the last 18 months produces only a few hints to the role religious teaching may have played in Clementi’s emotional and psychological distress.

Es ist für Europäer kaum zu verstehen, was für christliche Splittergruppen diese Evangelikalen, Methodisten, Presbyterianer und Lutheraner eigentlich sind, aber ihre Haltung zur Homosexualität lässt die meisten deutschen Kardinäle wie liberale Aktivisten aussehen. Und, was noch viel schlimmer ist, diese Gruppierungen werden von ihren Mitgliedern ernst genommen:

Grace Church of Ridgewood, New Jersey, is the church that Tyler Clementi attended with his family. It was not an affirming and welcoming place for a young person processing a same-sex sexual orientation, according to some pastors in that community. The church is a member of the Willow Creek Association, a group of churches headed by Bill Hybels, who as recently as last year said that God designed sexual intimacy to be between a man and a woman in marriage and anything outside of that is sexual impurity in God’s eyes. The gay youth hears in those words that they are dirty, unclean and something for which they should be ashamed. […]

In an October 2010 article posted on a church blog at St. Stephen Church, [Rev. Clarke] Olson-Smith wrote “In the congregation Tyler grew up in and his parents still belong to, there was no question. To be gay was to be cut off from God.”

Nach dem Schuldspruch gab der Fernsehprediger Bill Keller dem CNN-Moderator Anderson Cooper, Rachel Maddow von CNBC, der Moderatorin Ellen DeGeneres, den Medien und den “feigen Priestern” die Schuld am Tod von Tyler Clementi:

Suicide is a desperate and selfish act that is ultimately the sole responsibility of the person who made the choice to end their life. Everyone who commits suicide has reasons that led them to make such a horrible decision. The fact is, suicide is exponentially higher amongst those who choose the homosexual lifestyle, and while those in the media want to blame people like myself who take a Biblical stand on this issue, the fact is, they are the ones most responsible!

So einfach kann man sich das machen: Nicht die Atmosphäre voll Hass und Ablehnung ist schuld, in der junge Homosexuelle aufwachsen müssen, natürlich sowieso nicht diejenigen, die sich auf die Bibel berufen, sondern die, die sagen, dass es völlig okay sei, Menschen des selben Geschlecht zu lieben!

Ich habe die Hoffnung, dass Hassprediger wie Keller dereinst mit einem “Sorry, Du hast da was wahnsinnig missverstanden” an der Himmelspforte abgewiesen werden.

* * *

Kinder und Jugendliche waren immer schon grausam zueinander, aber die heutigen technischen Möglichkeiten bieten denen, die sich über andere erheben wollen, ganz neue Verbreitungswege und viel größere Zielgruppen — und letztlich ahmen die Jungen vor allem nach, was ihnen die Alten in der Gesellschaft vorleben. Es gibt unterschiedliche Meinungen, ob es eine gute Idee war, Ravi eines hate crimes für schuldig zu befinden, also einer aus Vorurteilen begangenen Straftat, oder ob sich die Jury nicht auf die anderen Anklagepunkte hätte beschränken sollen.

Der Jura-Professor Paul Butler schreibt bei CNN.com:

Ravi did not invent homophobia, but he is being scapegoated for it. Bias against gay people is, sadly, embedded in American culture. Until last year people were being kicked out of the military because they were homosexuals. None of the four leading presidential candidates — President Obama, Mitt Romney, Rick Santorum, Newt Gingrich — thinks that gay people should be allowed to get married. A better way to honor the life of Clementi would be for everyone to get off their high horse about a 20-year-old kid and instead think about how we can promote civil rights in our own lives.

Though a national conversation about civility and respect would have been better, as usual for social problems, we looked to the criminal justice system. The United States incarcerates more of its citizens than any country in the world. We are an extraordinarily punitive people.

Clementi died for America’s sins. And now, Ravi faces years in prison for the same reason.

* * *

Nach dem Schuldspruch wandte sich Tyler Clementis Vater Joe mit einer Botschaft an die Öffentlichkeit:

To our college, high school and even middle-school youngsters, I would say this: You’re going to meet a lot of people in your lifetime. Some of these people you may not like. But just because you don’t like them, does not mean you have to work against them. When you see somebody doing something wrong, tell them, “That’s not right. Stop it.”

You can make the world a better place. The change you want to see in the world begins with you.

Es könnte besser werden. Es muss!

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Rundfunk Digital

Gelegentlich angeblich

Falls Sie die letzten Tage unter einem Stein oder auf einem anderen Planeten verbracht haben sollten: Hape Kerkeling hat am Samstag bei “Wetten dass..?” verkündet, dass er nicht als Nachfolger von Thomas Gottschalk zur Verfügung stünde. Eines der “drei wichtigen Ämter in Deutschland” (neben Kanzler/in und Bundestrainer) ist damit nach wie vor unbesetzt.

Das … äh: “Nachrichtenportal” rentner-news.de (“Von Rentnern – für Rentner”) hat heute Vormittag die “ultimative Wahrheit über die ‘Wetten dass….?’-Nachfolge von Thomas Gottschalk” enthüllt:

Wie aus dem näheren Umfeld des ZDF nach der Sendung verlautete, sollen einige Vorstandsmitglieder des ZDF erst während der Live-Übertragung erfahren haben, dass Hape Kerkeling gelegentlich angeblich homosexuell ist.

Aufgrund mangelnder Erfahrungen auf diesem Gebiet erschien ihnen dies inkompatibel zu den Programmrichtlinien des ZDF , und man verzichtete vorsichtshalber auf ein Engagement von Hape Kerkeling.

Die anderen Medien, sonst hyperaktiv, wenn es um das Thema “Wetten dass..?” geht, haben die Geschichte bisher nicht aufgegriffen. Was womöglich damit zusammenhängen könnte, dass 20 Jahre dann doch eine Zeit sind, in der selbst beim ZDF eine Nachricht ankommt. So lang ist Kerkelings Outing durch Rosa von Praunheim bei “Explosiv — Der heiße Stuhl” fast auf den Tag genau her.

Nachtrag, 16.45 Uhr: Womöglich handelt es sich bei rentner-news.de aber auch einfach nur um eine SatireSeite

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Musik Digital

Ein Beispiel, das Schwule machen sollte

Ein ganz besonderer Musikwunsch erreicht uns auf etwas abseitigem Weg aus den Redaktionsräumen von Bild.de:

Dass Fett nicht abwaschbar ist, sahen die Leute irgendwann ein. Es musste eine neue Verkaufsidee her. Das dachten sich wohl die Erfinder des Gerätes „Gaybar Simulator“. Dabei schnallte man sich einen Ledergürtel um die Taille und schaltete das elektrische Fitnessgerät an, das anfing zu rütteln. So sollten überflüssige Pfunden weggeschüttelt werden.

Bitteschön:

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[via Empty]

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Print Gesellschaft

No matter what the end is

Richard Wagner ist Redakteur bei der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung” und hat am vergangenen Sonntag in seiner Kolumne “Das war’s” folgenden … Nachruf verfasst:

Rätselhaft blieb, warum der unappetitliche Tod des höchstens mittelmäßigen sogenannten Sängers Stephen Gately der längst abgehalfterten sogenannten Boygroup “Boyzone” auf der in noch anderer Hinsicht unappetitlichen Insel Mallorca den Weg in die respektable Öffentlichkeit fand.

[via Stefan Niggemeier]

Wenn man mal von den ganzen Unverschämtheiten Zynismen Adjektiven absieht, ((Ebenfalls absehen sollte man natürlich von dem Umstand, dass da ein Bandname in Anführungszeichen gesetzt ist, was mich einfach immer wahnsinnig macht. Aber das mag ein persönliches Problem sein.)) steht da eine gar nicht mal so uninteressante Frage: Warum verschaffte sein Tod Stephen Gately eine Aufmerksamkeit, die er – wenn überhaupt – zuletzt vor zehn Jahren bekommen hatte, als er in der “Sun” sein (milde erzwungenes) Coming Out hatte?

Ganz banal gesagt fängt es natürlich mit der Öffentlichkeit – das Wort “respektabel” muss Wagner beim wahllosen Adjektiv-Einsetzen reingerutscht sein – an, die größer ist als je zuvor. Was früher Gesprächsthema auf dem Pausenhof oder in der Teeküche war, findet jetzt für jeden wahrnehmbar im Internet statt. Es gibt Twitter, Blogs, Pinnwände bei Facebook, MySpace und last.fm und Boulevardzeitungen, die quasi rund um die Uhr erscheinen. Alles bekommt heute mehr Aufmerksamkeit als vor zehn Jahren — vielleicht mit Ausnahme einiger wichtiger Dinge, aber darüber sollen Kulturpessimisten wie Richard Wagner nachgrübeln.

Eine andere pragmatische Antwort wäre: Weil die Frauen, die heute die “People”-Ressorts und Online-Redaktionen rund um den Erdball besetzen, mit Boyzone aufgewachsen sind. Die Antwort ist aber so schlicht, dass man sie Wagner tatsächlich anbieten würde, wenn man ihn irgendwo zwischen Tür und Angel träfe.

Aber man kann ja mal versuchen, ein bisschen tiefer zu gehen: Erst einmal erzeugt ja der Tod eines Prominenten ((“eines sogenannten Prominenten” für Richard Wagner.)) immer mediale Aufmerksamkeit — je vorzeitiger, desto größer. Es gilt, was Nada Surf 1999 in “River Phoenix” ((Benannt nach dem Schauspieler, der 1993 im Alter von 23 Jahren an einer Überdosis Heroin und Kokain verstarb.)) sangen:

We didn’t know Jackie O
She was one of the people that we did not know
Nor did we care about her hair
Her pillbox hat and her savoir faire
But still we thought we knew

Man nimmt halt irgendwie am Leben von Personen des öffentlichen Lebens teil — heute noch sehr viel mehr als vor zehn Jahren: Stephen Gately hatte einen Twitter-Account, der ja als das Symbol der Annäherung zwischen Stars und ihren Fans gilt.

Als Anna Nicole Smith, eine Frau, die aus sehr viel schlichteren Gründen berühmt war als Stephen Gately, im Februar 2007 starb, erklärten einige Menschen aus meinem Umfeld etwas irritiert, dass sie dieser Todesfall doch irgendwie betroffen mache — und ich war ganz froh, dass es nicht nur mir so ging. Fünf Monate zuvor hatte Smith ihre Tochter zur Welt gebracht, ihr Sohn Daniel war beim Besuch am Kindsbett gestorben. Das wünscht man keinem, auch keiner grotesken Medienfigur, deren Leben von Anfang an unsternverfolgt schien.

Ein weiterer wichtiger Grund, warum sich die Öffentlichkeit und die Medien so sehr auf Gatelys Tod stürzten, sind die “unappetitlichen” Umstände — oder das, was die Klatschjournalisten gerne darin sehen wollten: Erst hieß es, er sei an seinem eigenen Erbrochenen ((Völlig bizarr wäre natürlich, mal von jemandem zu lesen, der an fremdem Erbrochenen erstickt ist. Man könnte aber wohl auch gut drauf verzichten.)) erstickt, was ja Rockstartod #1 wäre (vgl. Jimi Hendrix, Bon Scott). Die Rede war von einer wilden Partynacht mit seinem eingetragenen Lebenspartner und einem dritten Mann.

Denn, machen wir uns nichts vor: Die Tatsache, dass Gately schwul war, gibt der Geschichte natürlich noch mal eine gewisse Würze. Einerseits verleiht es der Aufstiegsgeschichte vom Arbeitersohn zum Popstar ein gewisses tragisches Moment, dass sich Gately jahrelang verstellen musste, andererseits gibt es den völlig Enthirnten Gelegenheit zu Überschriften wie “Homo-Sänger erstickt am eigenen Erbrochenen”. Und dann dieser 25-jährige bulgarische “Partyboy”, ((Wobei man über das Wort “Partyboy” ja schon fast froh und dankbar sein muss — irgendetwas sagt mir, dass da vor kurzem noch “Stricher” gestanden hätte.)) der beim Paar in der Wohnung war — da ist natürlich der Phantasie zahlreicher Redakteure und Leser freie Bahn gelassen.

Dabei spricht wenig dafür, dass Gately ein exzessives Leben geführt hat. Personen aus seinem Umfeld werden damit zitiert, dass er nur selten Alkohol trank und auch sonst nicht ständig auf Party aus war. Aber solche Aussagen taugen längst nicht für so knallige Schlagzeilen — und wenn man schon kaum etwas über sein Privatleben weiß und die Seriosität der Quellen eh nicht einschätzen kann, dann bezieht man sich natürlich lieber auf die Erzählungen, die skandalöser wirken und beim geneigten Leser zur Schlussfolgerung “Selbst schuld, der Herr Popstar!” führen.

Aber all das reicht natürlich nicht zum Popstartod des Jahres, nicht im Jahr 2009. Hätte man am 20. Juni mit “Beat It” allenfalls ein paar besonders Tanzwütige zum Beineschütteln bewegen können, waren die Tanzflächen eine Woche später voll, als die ersten Takte erklangen. Die Anteilnahme – auch die eigene – am Tode Michael Jacksons dürfte die meisten Menschen überrascht haben. Wie ernst es wirklich war, merkte ich, als meine Großeltern, deren größte Annäherung an die Popkultur sonst im “Tatort”-Gucken am Sonntagabend besteht, ((Eine Zeit lang dachte mein Großvater, er wisse, was eine Rapperin sei — es war die Phase, in der Boris Becker mit Sabrina Setlur liiert war.)) mich fragten, was ich denn zum Tod von Michael Jackson sagen würde. Ja, was sagt man da?

Jackson hatte halt irgendwie irgendwann einmal das Leben von fast jedem Menschen auf diesem Planeten berührt — und wenn sich das bei manchen nur in der Ansicht niederschlug, Jackson sei wahnsinnig und (s.o.) an allem selbst schuld. Aber obwohl Jackson eigentlich spätestens seit seinem Prozess wegen Kindesmissbrauchs im Jahr 2005 als Witzfigur galt, war das bei den Meisten – natürlich nicht bei den Medien – schnell vergessen und es stand nur noch die Musik und die Tragik seines Lebens im Vordergrund.

Und tragisch im eigentlichen Sinne sind in solchen Fällen ja meist das Leben des Verstorbenen (Jackson), der Zeitpunkt (noch mal Jackson, so kurz vor dem geplanten Comeback) oder die weiteren Umstände (verfolgt von Paparazzi wie Prinzessin Diana) des Todes — die Todesfälle selbst sind fast allesamt banal. Mehr Chemie im Körper, als der verarbeiten kann, führt zu schlichtem Funktionsversagen. Wenn ein betrunkener Fahrer viel zu schnell durch einen Tunnel rast, kann das zur Kollision mit einem Tunnelpfeiler führen, eine Geschwindigkeitsübertretung unter Alkoholeinfluss auf dem Heimweg schnell zum Abflug, wie bei Jörg Haider.

Nur akzeptieren will die Öffentlichkeit natürlich nie, dass ein Star letztlich menschlich und damit sterblich ist. Deswegen müssen Erklärungsversuche unternommen werden, und seien sie noch so abwegig und absurd. Dann war es halt die Mafia, ein Geheimdienst oder irgendwelche Verschwörer. Wenigstens ein Selbstmord, damit es nicht einfach ein alltäglicher Unfall war! Nur in seltenen Glücksfällen wird ein erfolgreicher, junger Politiker, der eine hübsche Frau und süße Kinder hat, aber Hollywoodstars und Sekretärinnen vögelt, unter völlig unerklärlichen Umständen in aller Öffentlichkeit erschossen — wobei man nun wirklich nicht behaupten kann, dass dieser Fall frei von Verschwörungstheorien sei.

Der Unterschied zwischen bekannten und unbekannten Sterblichen besteht lediglich in der Reaktion auf den Tod: Aus allen vorgenannten Gründen erzeugt der Tod eines Prominenten eine mediale Aufmerksamkeit, die den Verstorbenen überdauern kann. Spätestens, wenn der nächste Prominente unter Umständen stirbt, die nicht “Krebs” oder “Alter” heißen, wird Stephen Gatelys Name wieder in irgendeiner Liste (wahrscheinlicher, natürlich: in einer Bildergalerie) auftauchen und den Musiker damit überleben. Ob man als Fußnote unsterblich werden will, ist allerdings fraglich.

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Gesellschaft

Grand Prix 2010: Es kann nur besser werden

Moskau, Grand-Prix-Ausrichter 2009:

Screenshot: tagesschau.de

Oslo, Grand-Prix-Ausrichter 2010:

Gay Kids
(Irgendwo aufgenommen während des Oslo-Trips im Februar.)

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Gesellschaft

Weihnachtsgrüße aus Rom

Überraschende Weihnachtsgrüße erreichen uns von der Römisch-Katholischen Kirche. ((Ich möchte hier nicht das Verhältnis zwischen mir und der katholischen Kirche thematisieren. Ich mag das pompöse ihrer Gottesdienste, ich mag den Petersplatz und ich weiß nur zu gut, welche riesigen Meinungsverschiedenheiten es zwischen Rom und den einzelnen Gemeinden vor Ort gibt. Meine Versuche, andere Religionen und Meinungen zu respektieren, scheitern eben regelmäßig am Papst.))

Benedikt XVI. hält an seinem Plan fest, zu jedem hohen Feiertage eine Bevölkerungsgruppe zu vergrätzen. Nach Juden und Muslimen hat er sich jetzt die Homosexuellen vorgenommen:

Der Papst sagte, die Menschheit müsse auf “die Sprache der Schöpfung” hören, um die von Gott vorgesehen Rollen von Mann und Frau zu verstehen. Er bezeichnete Verhältnisse jenseits von traditionellen heterosexuellen Beziehungen als “Zerstörung von Gottes Werk”.

Einen Höchstwert auf der Eva-Herman-Skala für verschrobene Gedankengänge sicherte sich der Papst dann mit diesem Satz:

“Die Regenwälder haben ein Recht auf unseren Schutz”, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters das Oberhaupt der katholischen Kirche weiter, ” Aber der Mensch als Kreatur hat nicht weniger verdient.“

Faszinierenderweise verhält es sich mit dem Papst da so ein bisschen wie mit Bushido: Ihn alleine kann man mit der nötigen Distanz noch ertragen, aber schlimm wird es, wenn seine Anhänger hinzukommen.

Stefan Niggemeier hat neulich in einem anderen Zusammenhang auf kreuz.net aufmerksam gemacht, ein “Nachrichtenportal”, das jeden aufgeklärten Menschen erst einmal staunen macht. Christlicher Extremismus ist auch im 21. Jahrhundert durchaus vorhanden — auch und gerade im Internet. Als kleine, einigermaßen wahllose Kostprobe sei nur dieser Artikel empfohlen, in dem es gleich um Schwulenhass, Journalistenbashing und einen Nazi-Vergleich geht.

Aber ich möchte mir meine dann doch halbwegs festliche Stimmung nicht von Hardcore-Exegeten der christlichen Heilslehre verderben lassen und schwenke deshalb lieber um zu schöner Musik. Die großartige Band Nizlopi hat ein Lied namens “Part Of Me” geschrieben.

In dem Text heißt es unter anderem:

And George Bush, Tony Blair, Eminem and Dr Dre
Putin, Sarcozy and Arnold Schwarzenegger by the way
Amy Winehouse, Margaret Thatcher and the Pope would have to say
If they were all quite honest
That part of them is gay

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[via queer.de]

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Musik Gesellschaft

A Different Beat

Ich gebe zu, ich hatte nicht mitbekommen, dass sich Boyzone zu einer Reunion zusammengefunden hatten. East 17: klar, Take That: sowieso, aber Boyzone, die immerhin auf Platz 3 meiner imaginären Liste der okayen Boybands der Neunziger standen: nee, verpasst.

Dabei hat die Band im Oktober mit “Back Again … No Matter What” ihre immerhin sechste Greatest-Hits-Compilation auf den Markt gebracht (zum Vergleich: in den Neunzigern kamen drei reguläre Alben raus). Am 8. Dezember erscheint die Single “Better”, die reichlich öde ist und deshalb beste Chancen hat, Christmas No. 1 in Großbritannien zu werden.

All das wäre nicht der Rede wert, wenn … ja, wenn das Video nicht eine kleine Sensation darstellte: während seine vier Bandkollegen eine Frau zum Ansingen und -schmachten haben, kuschelt Stephen Gately mit einem Mann.

"Better"-Video: Stephen Gately und ein anderer MannGenau genommen ist das nur konsequent, denn Gately war 1999 auch das erste aktive Boyband-Mitglied, das seine Homosexualität öffentlich machte. Aber während t.A.T.u. und Katy Perry mit Lesben-Chic kokettieren und “Bild” ernsthaft (also, so weit man bei “Bild” von Ernst sprechen kann) “Warum ist lesbische Liebe plötzlich so schick?” fragt, waren kuschelnde Jungs und Männer im Mainstream der Popkultur bisher nicht mal eine Ausnahme, sondern schlicht nicht existent.

Es stimmt also durchaus, wenn Caroline Sullivan im “Guardian” schreibt, das Boyzone-Video sei “rather groundbreaking”. Allerdings schränkt sie auch ein, man solle nicht zu viele Nachahmer erwarten:

With less to lose than an ascendant new band, it was easy for Boyzone to do the right thing by Gately. The few other established groups with openly gay members tend to tread lightly around the subject.

Das eigentlich Erstaunliche an dem Video – neben der Frage, warum es zuerst schwule Bürgermeister und Parteivorsitzende gab und dann erst kuschelnde Männer in Musikvideos – ist die fast schon nebensächliche Selbstverständlichkeit, mit der zwischen den vier Mann/Frau-Paarungen diese zwei Männer stehen: kein Schockeffekt, kein “Seht her, zwei Schwule!” wie damals in der “Lindenstraße”. Es ist dieses Plädoyer für Normalität, die dieses durchschnittliche Video für ein langweiliges Lied zu etwas Außergewöhnlichem macht. Im Jahr 2008.

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Digital

Reisverdächtig

“RP Online” hat das coming out ((Verzeihen Sie mir hier diese Sick-igkeit, aber es heißt “coming out”. Geoutet wird man von anderen und nicht von sich selbst!)) der Fernsehmoderatorin Dunja Hayali zum Anlass genommen, eine neuneinhalbzeilige Meldung zum Thema und eine 12-teilige Bildergalerie mit den üblichen Schwuppen und Lesben rauszuhauen (man kennt das ja).

Einer der Leser kommentierte das wie folgt:

Reissack-Umfall-Zähler. Dieser wäre weitaus interessanter als solche Meldungen. Kann als Ticker auf Ihrer Startseite installiert werden. Gerne auch unterteilt nach Reisorten.....

Ich bin sicher, in der Redaktion wird bereits fieberhaft an einer Umsetzung gearbeitet.

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Gesellschaft Sport

Christoph Daums Bedenken

Am Mittwoch, 28. Mai 2008, wird das Deutsche Sportfernsehen (DSF) eine Dokumentation ausstrahlen, die sich mit dem immer noch größten Tabu im Fußball beschäftigt: der Homosexualität.

Wenn es stimmt, was die Deutsche Akademie für Fußballkultur vorab vermeldet, wird Christoph Daum, Trainer der Fahrstuhlmannschaft 1. FC Köln, in diesem Film folgende Worte sagen:

Da wird es sehr deutlich, wie sehr wir dort aufgefordert sind, gegen jegliche Bestrebungen, die da gleichgeschlechtlich ausgeprägt ist, vorzugehen. Gerade den uns anvertrauten Jugendlichen müssen wir mit einem so großen Verantwortungsbewusstsein entgegen treten, dass gerade die, die sich um diese Kinder kümmern, dass wir denen einen besonderen Schutz zukommen lassen. Und ich hätte da wirklich meine Bedenken, wenn dort von Theo Zwanziger irgendwelche Liberalisierungsgedanken einfließen sollten. Ich würde den Schutz der Kinder über jegliche Liberalisierung stellen.

Das klingt erst einmal ziemlich konfus, was sicher auch der freien Rede geschuldet ist. Aber es bedarf keiner besonders böswilligen Interpretation, um zu erahnen, dass da wohl mal jemand Homosexualität und Pädophilie durcheinander gebracht hat. Oder bringen wollte.

Nun halte ich normalerweise nicht viel davon, Menschen mögliche Verfehlungen aus ihrer eigenen Vergangenheit immer wieder vorzuhalten, aber an dieser Stelle sollte nicht unerwähnt bleiben, dass sich da ein Mann um Jugendliche und “Verantwortungsbewusstsein” sorgt, der vor acht Jahren nicht Fußballbundestrainer wurde, weil ihm schwerer Kokainkonsum nachgewiesen werden konnte. (Meinetwegen kann jeder mit seiner Gesundheit machen, was er will, aber hier geht es ja um die moralische Komponente der Geschichte.) Dass Daum ausgerechnet Trainer in der “schwulsten Stadt Deutschlands” ist, ist da das Tüpfelchen auf dem i.

Ich bin gespannt, wie die Dokumentation letztlich aussehen wird, und ob Daums homophober Ausfall von der Öffentlichkeit überhaupt wahrgenommen wird. Der Profifußball wird immer wieder mit der katholischen Kirche in einem Atemzug genannt, wenn es um die letzten Bastionen offener Schwulenfeindlichkeit gilt. Das Fußballmagazin “Rund” hat diesem Thema schon mehrere große Artikel gewidmet, die man hier und hier bei “Spiegel Online” nachlesen kann.

DFB-Chef Theo Zwanziger will jetzt “ein Klima schaffen” in dem auch offen homosexuelle Fußballer entspannt im Stadion auflaufen können. Das ist ihm hoch anzurechnen, aber es wird ein schwerer Weg in einem Umfeld, in dem Fans gegnerische Spieler oder den Schiedsrichter immer noch als “schwul” bezeichnen und das durchaus als Beleidigung meinen. Wie bei seinem Engagement gegen Rassismus wird der DFB einen langen Atem brauchen und auch seine eigenen Entscheidungen anpassen. So wurde der Dortmunder Torwart Roman Weidenfeller im vergangenen Jahr für drei Spiele gesperrt und musste 10.000 Euro Strafe zahlen, weil er seinen Gegenspieler Gerald Asamoah beleidigt hatte: angeblich wurde Weidenfeller für die Worte “Du schwule Sau” verurteilt – wenn er den dunkelhäutigen Asamoah (wie zunächst behauptet wurde) als “schwarzes Schwein” beschimpft hätte, wäre die Strafe noch erheblich schwerer ausgefallen.

Zum aktuellen Fall Daum hat sich Moritz von hellojed. im offiziellen Webforum des 1. FC Köln umgesehen und präsentiert die schlimmsten Kommentare.

[via queer.de]

Nachtrag, 18:40 Uhr: Wie Moritz in einem weiteren Eintrag schreibt, hat sich Daum inzwischen gegenüber dem Kölner “Express” erklärt – und dabei eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass er den Unterschied zwischen Homosexualität und Pädophilie wirklich nicht kennt:

Grundsätzlich bin ich ein toleranter und liberaler Mensch. Ich habe keinerlei Berührungsängste zu homosexuellen Menschen. Auch in meinem Bekanntenkreis gibt es Einige, die gleichgeschlechtliche Beziehungen leben.
Kinderschutz geht mir aber über alles. Kinder müssen vor Gewalt und sexuellen Übergriffen, ganz gleich ob homo- oder heterosexuellen Menschen, geschützt werden. Deswegen arbeite ich auch aktiv bei der Organisation Power-Child.

Wer beim Wort “schwul” gleich an eklige Männer denkt, die kleinen Jungs an die Sporthose wollen, sollte zumindest kurz überlegen, ob er dieses verquere Weltbild auch noch der Öffentlichkeit mitteilen muss.

Und während der “Express” noch recht neutral “Wirbel um Daum-Aussage” titelt, gehen bild.de (“Daum beleidigt Schwule”) und stern.de (“Daum macht gegen Schwule mobil”) gleich in die Vollen. Das muss ja auch nicht sein …