Kategorien
Musik Unterwegs

It’s always raining somewhere

Im Geis­te von Har­ry Rowohlt habe ich mich ent­schlos­sen, es fol­gen­der­ma­ßen zu sagen: Ich erzäh­le mal kurz was übers La-Pam­pa-Fes­ti­val. Ich habe das inzwi­schen über­all rum­er­zählt; da sehe ich nicht ein, wes­halb ich es aus­ge­rech­net Ihnen nicht auch erzäh­len soll. Das war’s jetzt aber auch mit dem frei­en Zitie­ren.

Über das Fes­ti­val selbst muss man zumin­dest Fol­gen­des sagen: Es ste­hen zwei bis drei Büh­nen (die Zahl hängt mas­siv davon ab, wie die per­sön­li­che Defi­ni­ti­on des Wor­tes „Büh­ne“ bei den jewei­li­gen Besu­chern beschaf­fen ist) auf einem See­bad-Gelän­de am Süd­ost­zip­fel des Lan­des Sach­sen, in der Nähe von Gör­litz, genau­er: Hagen­wer­der bei Gör­litz. Um den See her­um kann man zel­ten, unmit­tel­ba­re Nähe zum Was­ser ist hier­bei unbe­dingt emp­feh­lens­wert. Denn mit jedem Zen­ti­me­ter, um den man sich mit dem Zelt vom See ent­fernt, steigt die ohne­hin schon gefähr­li­che Pro­xi­mi­tät zur anlie­gen­den Gleis­an­la­ge. Die­se wird zwar nur jede Stun­de von einer S‑Bahn der ODEG (Ost­deut­sche Eisen­bahn GmbH – des­halb müss­te sie eigent­lich ODEGMBH hei­ßen, aber was weiß ich schon?) befah­ren, ist aber auch nicht mit einem Zaun vom Weg um den See abge­trennt. Wie durch ein Wun­der kommt, soviel ich weiß, am gan­zen Wochen­en­de nie­mand dabei ums Leben.

Ich wer­de jetzt hier nicht chro­no­lo­gisch auf­zäh­len, was alles schief gegan­gen ist oder schlech­ter als gedacht funk­tio­niert hat. Das mit dem Wet­ter, dafür kann ja nie­mand was, aber wenn es jeden Abend pünkt­lich um 22 Uhr anfängt, ein pie­sa­cken­des Biss­chen mehr als zu nie­seln, macht das aus einem ent­spann­ten Kon­zert von The Notwist am Frei­tag schon mal eine klei­ne Hän­ge­par­tie, vor allen Din­gen des­halb, weil an den Stel­len der Songs, die auf­grund ihrer stei­gen­den Inten­si­tät auch mit mehr Licht unter­malt wer­den, das Aus­maß des Regens erst gut beleuch­tet sicht­bar wird und man dadurch ganz und gar nicht zum Jubeln und Froh­lo­cken auf­ge­legt ist.

Irgend­wann hat man sich natür­lich dran gewöhnt. So um 1 Uhr nachts oder so, da ist man dann halt nass, Leug­nen hilft auch nicht mehr. Was dazu führt, dass ich Bona­par­te um Vier­tel vor Drei schon so früh zu mei­nem per­sön­li­chen Fes­ti­val­hö­he­punkt erklä­re und mir vor­neh­me, zukünf­tig mein streng abschät­zi­ges Ver­hält­nis zu, par­don, Hüpf- und Spring­mu­sik, noch ein­mal zu über­den­ken.

Die Nacht fin­det aller­dings lei­der nicht statt, weil es so laut reg­net, dass ich das Gefühl habe, eine Mil­li­on klei­ner Stei­ne fie­le auf das Zelt­dach. Das wird nur über­trof­fen von einer Hand­voll männ­li­cher Jugend­li­cher aus dem nahe gele­ge­nen Gör­litz-Hagen­wer­der/­Wein­hü­bel, oder wie auch immer das heißt, die einen gefühl­ten Zen­ti­me­ter von mei­nem Ohr ent­fernt einen unfass­ba­ren Radau machen, unter ande­rem so gear­tet, dass mit stei­gen­dem Alko­ho­li­sie­rungs­grad die Laut­stär­ke steigt, die Qua­li­tät der Wit­ze aller­dings rapi­de absinkt, bis sie bei wahn­sin­nig­un­ter­ir­di­schen Ras­sis­men gegen Polen ange­kom­men sind, bei denen ich eigent­lich hoff­nungs­voll über­zeugt war, dass sie end­lich, end­lich, end­lich ein­mal aus der Mode kom­men wür­den. Statt­des­sen schä­me ich mich stell­ver­tre­tend für die gesam­te Mensch­heit und ver­su­che neu­ro­tisch, mich in den Schlaf zu wie­geln. Immer­hin fin­de ich ein Oro­pax, das ich in der Mit­te salo­mo­nisch zer­tei­le, damit bei­de mei­ner Ohren ihre Ruhe krie­gen.

Sams­tag spie­len Por­tu­gal. The Man in der Haupt­sa­che, und viel­leicht noch Click­Click­De­cker, den/​die ich eigent­lich sehr gern mag, die aber im Ver­gleich zum immer noch nach­wir­ken­den groß­ar­ti­gen Ein­druck von Bona­par­te eine eher schwam­mi­ge und lasche Vor­stel­lung ablie­fern, mit­un­ter sicher auch des­halb, weil sie sehr lei­se sind. Ande­rer­seits aber auch des­halb, weil ich glau­be ich so lang­sam genug Lie­der gehört habe, die am Ach­tel-Fie­ber lei­den. But that’s just me.

Wenn ich aber nun zusam­men­fas­send ein biss­chen zwie­ge­spal­ten bin und sage, dass ich schon weiß, war­um ich kaum auf Fes­ti­vals gehe, und mein letz­tes davor mitt­ler­wei­le schon sechs Jah­re her ist (und des­halb not­wen­dig war, weil ich sonst ver­mut­lich nie mehr Radio­head live gese­hen hät­te, ohne dafür mei­ne See­le für den Ticket­preis zu ver­kau­fen), dann liegt das mit Sicher­heit nicht an der Musik, die näm­lich, trotz aller bösen Kon­no­ta­ti­on des Aus­drucks, wenn nicht sehr gut, dann immer­hin gut gemeint war. Es liegt viel­mehr dar­an, dass ich noch heu­te, zwei Tage danach, Ohrenzwi­cker aus dem Zelt in mei­nem Zim­mer fin­de. Oder dass ich die Schu­he, die ich dabei hat­te, wahr­schein­lich weg­wer­fen muss, nach­dem ich ver­sucht habe, mit dem Mes­ser den alten krus­ti­gen Schlamm aus den offe­nen Zwi­schen­räu­men zwi­schen Stoff und Soh­le zu ent­fer­nen. Und an einem mehr oder weni­ger fie­sen Schnup­fen, den ich so gut gebrau­chen kann wie ein Loch im Knie.

Zum Schluss noch eine päd­ago­gi­sche Note. Wenn Sie unsi­cher dar­über sind, wie das Wort „Mate­ri­al“ rich­tig aus­ge­spro­chen wird, und sich dies­be­züg­lich infor­mie­ren möch­ten, hal­ten Sie nicht, ich wie­der­ho­le, nicht, unter kei­nen Umstän­den, an einem Rast­hof in der Nähe von Kosel an der Bun­des­stra­ße 99. Egal, wie leer der Tank ist. Es sei denn natür­lich, sie wol­len für den Rest Ihres Lebens mit einem brei­ten, auf­dring­li­chen „Mat­t­är­jol“ auf der Zun­ge her­um­lau­fen.

Kategorien
Musik Digital

Der Weg zum Rockstar in sechs Milliarden Schritten

Falls ich mal eine Lis­te machen müss­te „Musi­ker, die auf die Musik­in­dus­trie nicht so rich­tig gut zu spre­chen sind“, stün­den zwei Namen ganz oben: Thom Yor­ke von Radio­head (deren letz­tes Album „In Rain­bows“ gegen so ziem­lich jede Logik der Bran­che ver­sto­ßen hat) und Trent Rez­nor von den Nine Inch Nails.

Letz­te­rer hat sich letz­te Woche mit einem Bei­trag im Forum sei­ner Band­web­site zu Wort gemel­det, in dem er mal eben kurz und holz­schnitt­ar­tig die Mög­lich­kei­ten erklärt, die man als Musi­ker heu­te so hat. Kurz zusam­men­ge­fasst lau­ten sie unge­fähr „Lass Dich tra­di­tio­nell von einem Major­la­bel ver­mark­ten und gib die Kon­trol­le ab“ und „Mach alles sel­ber, sei aktiv und beiß Dich durch“. Das ist natür­lich grob ver­ein­fa­chend (und von mir noch mal destil­liert), kommt aber so in etwa hin.

Wie genau das mit der Selbst­ver­mark­tung lau­fen soll, erklärt Rez­nor dann gleich aus­führ­li­cher:

Have your MySpace page, but get a site out­side MySpace – it’s dying and reads as cheap /​ gene­ric. Remo­ve all Flash from your web­site. Remo­ve all stu­pid intros and load-times. MAKE IT SIMPLE TO NAVIGATE AND EASY TO FIND AND HEAR MUSIC (but don’t auto­play). Con­stant­ly update your site with con­tent – pic­tures, blogs, wha­te­ver. Give peo­p­le a reason to return to your site all the time. Put up a bul­le­tin board and start a com­mu­ni­ty. Enga­ge your fans (with cau­ti­on!) Make cheap vide­os. Film yours­elf tal­king. Play shows. Make inte­res­t­ing things. Get a Twit­ter account. Be inte­res­t­ing. Be real. Sub­mit your music to blogs that may be inte­res­ted. NEVER CHASE TRENDS. Uti­li­ze the multi­tu­de of tools available to you for very litt­le cost of any – Flickr /​ You­Tube /​ Vimeo /​ Sound­Cloud /​ Twit­ter etc.

Ich habe Bücher gele­sen, die in der Sum­me unkon­kre­ter waren.

Aber die Pro­blem­lö­sung führt natür­lich zu neu­en Pro­ble­men: Ers­tens muss ich mich als Musi­ker neben der Musik (und dem … äh: Leben) auch noch um die gan­zen Ver­brei­tungs­ka­nä­le küm­mern. Im Best­fall ist das nur unglaub­lich auf­wen­dig – wenn man Pech hat, kann man aber weder mit Video­schnitt, noch mit Sozia­len Netz­wer­ken umge­hen. Zwei­tens wird man ja nie die ein­zi­ge Nach­wuchs­band sein, die die­se Wege geht. Statt auf dem tra­di­tio­nel­len Musik­markt mit ein paar hun­dert ande­ren Acts kon­kur­riert man heu­te bei MySpace mit – set­zen wir die Schät­zung mal opti­mis­tisch an – sechs Mil­li­ar­den Kapel­len.

Wäh­rend man ja schon bei offi­zi­ell (also via Plat­ten­fir­ma) ver­öf­fent­lich­ter Musik in aller Regel genau die Sachen nie mit­kriegt, die einen sonst am meis­ten begeis­tert hät­ten, gleicht es einem Blitz­schlag nach dem Lot­to­ge­winn, bei MySpace (oder irgend­ei­ner ande­ren der paar Tau­send Musik­platt­for­men) eine unbe­kann­te Band zu ent­de­cken, die einen kickt. Das, was ich immer über Blogs gesagt habe („Man muss halt Medi­en­kom­pe­tenz ent­wi­ckeln und ein biss­chen Glück haben, dann fin­det man schon ein paar Sachen, die einen rich­tig begeis­tern“), erscheint mir im Bezug auf Musik plötz­lich hoff­nungs­los naiv.

Wie also kom­men Musi­ker und Hörer zusam­men? Nicht mehr unbe­dingt durch Radio-DJs und Musik­fern­se­hen, wenn man die­ser Stu­die über den Medi­en­kon­sum von Teen­agern glaubt – wobei Radio-DJs in Deutsch­land eh seit den 1980er Jah­ren unbe­kannt sind. Häu­fig bekommt man Musik von auto­ma­ti­sier­ten Diens­ten wie last.fm oder von Freun­den emp­foh­len. Aber da geht’s bei mir schon wie­der los: „Höre ich mir jetzt neben­her die­se gan­zen unbe­kann­ten Sachen an oder las­se ich ein­fach zum hun­derts­ten Mal The Killers/​Travis/​Oasis lau­fen?“ Ob ich mich dazu zwin­gen könn­te, an einem Tag in der Woche nur neue Musik zu hören?

Natür­lich war es nie ein­fa­cher, ohne Kon­tak­te und ohne indus­tri­el­les Mar­ke­ting sei­ne Hörer zu fin­den. Und gleich­zei­tig nie schwie­ri­ger. Bis heu­te gibt es kei­ne mir bekann­te Band, die aus­schließ­lich durch das Inter­net in die ers­te Liga auf­ge­stie­gen wäre (und sagen Sie nicht „Arc­tic Mon­keys“ oder „Lily Allen“, die haben sowie­so wie­der nor­ma­le Plat­ten­ver­trä­ge unter­schrie­ben). Die gan­zen social media-Akti­vi­tä­ten erfor­dern eini­ges an Auf­wand und es bleibt immer offen, ob und wann es sich lohnt. (Das Beru­hi­gen­de dar­an ist wie­der­um: Es bleibt auch bei Major­la­bels offen, ob ein „The­ma“ funk­tio­niert. Da sind die Fehl­schlä­ge auch viel teu­rer.)

Lus­ti­ger­wei­se höre ich in letz­ter Zeit von vie­len Nach­wuchs­bands, dass sie jetzt ein eige­nes Manage­ment hät­ten. Das sind dann häu­fig Men­schen, die in einem Hin­ter­hof ein Ton­stu­dio für Wer­be­jin­gles haben und immer schon den Geruch des Rock’n’Roll ein­at­men woll­ten. (Rock’n’Roll riecht übri­gens nach kal­tem Rauch, Schweiß und Bier. Man kann es sich ganz leicht in der hei­mi­schen Küche züch­ten.) Im Best­fall haben die­se Mana­ger vor zwan­zig Jah­ren mal selbst in einer Band gespielt (man­che von ihnen haben Mil­lio­nen von Plat­ten ver­kauft, aber das weiß und glaubt heu­te nie­mand mehr) und wis­sen noch, wie die Bran­che damals funk­tio­niert hat. Ande­re „Mana­ger“ könn­ten sonst auch als „Model-Agent“ jun­ge Blon­di­nen in der Dis­co anspre­chen. (Spie­len Sie die gan­zen bösen Kli­schees ruhig im Geis­te alle mal durch, sie stim­men sowie­so alle. Das Gegen­teil aber auch immer, das ist ja das tol­le.)

Vie­le Bands sind natür­lich nur Musi­ker – die brau­chen jeman­den, der sich um alles ande­re küm­mert und auf sie auf­passt. Sol­che Leu­te gibt es, aber sie kos­ten im Zwei­fels­fall viel Geld. Geld, das man nicht hat, nie ver­die­nen wird und sowie­so für Equip­ment und Kip­pen aus­ge­ben muss.

Geld mache man heut­zu­ta­ge mit Kon­zer­ten, heißt es immer wie­der. Das ist unter bestimm­ten Aspek­ten (z.B. wenn man U2 ist) sicher nicht falsch, aber man muss sie erst mal spie­len. Außer­halb von Jugend­zen­tren (die natür­lich auch alle kein Geld haben bzw. machen) ist das schwie­rig bis unmög­lich. Boo­king ist die Höl­le für alle Betei­lig­ten, wes­we­gen ich mich da auch nie ran­ge­traut habe: Die Bands ver­schi­cken Demos und Band­in­fos im Dut­zend und die Ver­an­stal­ter haben den Schreib­tisch voll mit dem Kram. Wenn man heut­zu­ta­ge als Nach­wuchs­mu­si­ker irgend­was wirk­lich braucht, dann einen geschei­ten Boo­ker, der im Ide­al­fall ein gan­zes Port­fo­lio von Bands hat und den Ver­an­stal­tern genau das prä­sen­tie­ren kann, was zu ihnen passt. (Und das mit den Kon­tak­ten geht auch ein­fa­cher.) Winz­lings-Labels und ‑Ver­trie­be sind mei­nes Erach­tens ver­zicht­bar: Für die Down­loads­to­res (die heut­zu­ta­ge unver­zicht­bar sind, wenn man sei­ne Musik nicht eh ver­schen­ken will) gibt es Dienst­leis­ter wie Tun­e­co­re und die CDs, die man bei Kon­zer­ten unbe­dingt dabei haben soll­te, kann man ent­we­der in klei­ner Stück­zahl pres­sen las­sen oder gleich – Sakri­leg! – selbst bren­nen.

Wich­tig ist heut­zu­ta­ge vor allem der Aus­tausch unter­ein­an­der. Des­we­gen bin ich auch sehr gespannt auf die all2gethernow, die „Anti-Pop­komm“, die im Sep­tem­ber in Ber­lin statt­fin­den wird.

Ihre Zie­le kann man natür­lich auch total eke­lig aus­drü­cken, aber ich find’s trotz­dem span­nend:

Spä­tes­tens jetzt geht es dar­um nach vor­ne zu schau­en, neue Ideen und inno­va­ti­ve Pra­xis in der Krea­tiv­wirt­schaft zu beleuch­ten. Ziel muss sein gemein­sam Model­le zu defi­nie­ren, die Krea­ti­ven und Künst­lern mit ihrer Arbeit Ein­künf­te ermög­li­chen. Jede Form des Input ist hilf­reich, denn fina­le Ant­wor­ten gibt es noch nicht. Eine offe­ne Form der Dis­kus­si­on wie sie ein Bar­camp gewähr­leis­tet ist des­halb ide­al.

(Mehr über „Krea­tiv­wirt­schaft“ und „Input“ kön­nen Sie dem­nächst in mei­nem neu­en Buch „Die 1.000 dümms­ten Begrif­fe des frü­hen 21. Jahr­hun­derts“ nach­le­sen. Auf den Sei­ten zwi­schen „Digi­tal Nati­ve“, „Gene­ra­ti­on Upload“ und „fail“.)

Jeden­falls soll dis­ku­tiert und nicht nur reprä­sen­tiert wer­den und Musi­ker und Blog­ger dür­fen auch dabei sein.

Kategorien
Musik

Vergebene Blicke

Ich sit­ze gera­de eigent­lich an der Lis­ten­pa­nik für den Monat Juni (der ja auch schon ein biss­chen zurück­liegt). Es wird noch ein biss­chen war­ten, denn ich muss wohl erst noch das neue Eels-Album hören. Ande­rer­seits waren die Eels für mich immer schon eine Band, bei der ich ein­zel­ne Songs geliebt, aber nie die gan­zen Alben gehört habe …

Jeden­falls: Die­ses Lied hier, das lie­be ich. Nach einem Mal hören. Und wenn Sie ein Herz haben, wer­den Sie es auch tun.

Hier kli­cken, um den Inhalt von www.youtube-nocookie.com anzu­zei­gen.

[„That Look You Give That Guy“]

That look you give that guy
I wan­na see
Loo­king right at me
If I could be that guy
Ins­tead of me
I’d never let you down

ist natür­lich die Sor­te Text, die einem im fal­schen Moment den Boden unter den Füßen weg­zie­hen kann. Auf dass dies kein sol­cher Moment sei!

Kategorien
Musik

Es ist nicht immer Delmenhorst

Und Sie hat­ten schon gedacht, ich hät­te es ver­ges­sen:

Heu­te ist die neue Sin­gle der Kili­ans erschie­nen. Es han­delt sich dabei um den Song „Home­town“, den ich hier schon ein­mal geprie­sen hat­te, und der laut Simon den Har­tog trotz allem nicht von Dins­la­ken han­delt.

Trotz­dem hät­te ich es natür­lich irgend­wie fun­ky gefun­den, das Video in Dins­la­ken zu dre­hen, aber es ist auch so ganz hübsch gewor­den:

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen.
Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von YouTube.

[Direkt­link]

Viel­leicht erklärt Chris Mar­tin dem Simon ja bei den Cold­play-Kon­zer­ten ja noch, wie man das mit dem Rück­wärts­sin­gen noch bes­ser hin­kriegt …

Eine B‑Seite gibt’s übri­gens auch bei der Sin­gle: Einen „Hometown“-Remix der Sala­zar Brot­hers (die wo die neue Man­do Diao gemacht haben), den man sich auch ohne Kau­fen bei last.fm anhö­ren kann.

Die Sin­gle gibt’s in allen bekann­ten Down­loads­to­res. Die Kili­ans, vie­le ande­re Bands und die Über­schrift-inspi­rie­ren­den Ele­ment Of Crime gibt es noch mor­gen und über­mor­gen beim Fest van Cleef.

Zir­kel­schluss-Epi­so­de zum Abschluss: Vor­ges­tern saß ich mit Simon den Har­tog in einem Köl­ner Bus, als eine Frau im Micha­el-Wend­ler-T-Shirt ein­stieg. Ich bin ja immer noch der Mei­nung, man müss­te Micha­el Wend­ler feat. Kili­ans zum Grand Prix nach Trom­sø schi­cken.

Kategorien
Musik Unterwegs

Bochum Total 2009

In den letz­ten Tagen war Bochum mal wie­der der Mit­tel­punkt irgend­ei­ner Welt – mut­maß­lich der Musik­welt Nord­rhein-West­fa­lens. Jeden­falls war Bochum Total und aus mir selbst nicht ganz nach­voll­zieh­ba­ren Grün­den woll­te ich mög­lichst viel davon mit­krie­gen.

Ort der Gegensätze: Bochum Total

Vier Tage, 60 Bands, hun­dert­tau­sen­de Liter Bier und noch ein biss­chen mehr Regen­was­ser – eine per­sön­li­che Doku­men­ta­ti­on:

Don­ners­tag, 2. Juli

Man kann nicht behaup­ten, ich sei schlecht vor­be­rei­tet gewe­sen: Cen­ti­me­ter­dick hat­te ich Son­nen­creme auf­ge­tra­gen, um eine zer­fetz­te Nase wie nach mei­nem Nord­see-Urlaub zu ver­mei­den. Ich hat­te eine Son­nen­bril­le auf, die nicht nur unge­fähr­de­tes fas­sungs­lo­ses Anstar­ren bizarr geklei­de­ter Men­schen ermög­lich­te, son­dern auch derbs­te Gewit­ter­tier­chen-Schwär­me davon abhielt, mir in die Augen zu flie­gen. War­um das alles nur halb­gut vor­be­rei­tet war, lesen Sie gleich …

Kategorien
Musik

Schöner Heulen

Man hört ja lei­der viel zu sel­ten Dan Bern.

Beson­ders Die­ter Gor­ny und Hubert Bur­da (und all den ande­ren hun­gern­den Medi­en­futzis) möch­te ich aber sei­nen „Albu­quer­que Lul­la­by“ aus dem Jahr 2001 ans Herz legen.

Schon vor acht Jah­ren sang Bern da:

I have a fri­end
Sits in his office
Whe­re he’s had his big suc­cess
Now he cries all day
He says the Inter­net
Is ste­al­ing his royal­ties
Talks of his glo­ry days
I say no one cares about your glo­ry days

In die­sem Live­vi­deo ver­haut er zwar die ent­schei­den­de Zei­le, aber schön ist der Song trotz­dem:

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen.
Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von YouTube.

[Direkt­link]

Kategorien
Musik Digital

A Different Point Of View

So schwer ist das bei den Pet Shop Boys ja eigent­lich nicht: Anders als bei Arca­de Fire (ca. 7) oder The Poly­pho­nics Spree (ca. 23) gibt es nur zwei Band­mit­glie­der – und wenn man die nicht aus­ein­an­der­hal­ten kann, nimmt man eben ein Foto, wo bei­de drauf sind, und schreibt bei­de Namen dar­un­ter.

Man kann es natür­lich auch so machen wie „Zeit Online“ und die Namen der bei­den unter ein Foto schrei­ben, das zwei der vier Back­ground­sän­ger/-tän­zer zeigt:

Aufgeräumt: Die Pet Shop Boys Neil Tennant und Chris Lowe halten Hof im Berliner Tempodrom

Beim „Wes­ten“ bleibt immer­hin unklar, ob es sich um eine Bild­un­ter­schrift oder den Vor­spann des Arti­kels han­deln soll:

Köln. Sie haben so ziemlich alle Moden ihrer Pionierzeit überlebt, aber sie selbst haben sich brillant gehalten: Die Pet Shop Boys im Kölner "Palladium".

In Wahr­heit sehen Neil Ten­n­ant und Chris Lowe bei den Kon­zer­ten (bzw. zu Beginn, wenn die Pres­se foto­gra­fie­ren darf) ein biss­chen anders aus. Aber das hät­te ich auch nicht gewusst, wenn ich nicht zufäl­lig dage­we­sen wäre.

Kategorien
Musik Rundfunk

Something evil’s lurking in the dark.

Ange­la Mer­kel ist end­lich sicher über den Teich, immer­hin ein Grund, kurz erleich­tert auf­zu­at­men und sich eines vagen Gefühls lan­ge nicht mehr ver­spür­ter „Sturmfrei!“-Euphorie hin­zu­ge­ben. Im Zuge die­ses nicht klei­nen Anteils tages­po­li­ti­schen Gesche­hens in die­ser Woche dis­ku­tiert im Augen­blick das Radio­Eins vom Rund­funk Ber­lin-Bran­den­burg mit wahr­nehm­ba­rer Erstaunt­heit dar­über, wie vie­le US-Ame­ri­ka­ner Ange­la Mer­kel „tat­säch­lich nicht ken­nen“. Das ist, wenn schon nicht dem Wort­sinn nach inter­es­sant, immer­hin etwas, womit man meh­re­re Minu­ten lee­re Sen­de­zeit, über die man sich in der Pro­gramm­sit­zung sicher­lich den Kopf zer­bro­chen hat, eini­ger­ma­ßen ele­gant fül­len kann. Zumin­dest ohne, dass schon wie­der empör­te Kla­gen über die inne­re Zer­set­zung des mora­li­schen Gewe­bes und des kul­tu­rel­len Gehalts  in den audio­vi­su­el­len Medi­en laut wer­den. Außer­dem wäre es gewiss hap­pi­ger gewe­sen, eine Dis­kus­si­on dar­über vom Zaun zu bre­chen, wie vie­le US-Ame­ri­ka­ner Micha­el Jack­son „tat­säch­lich nicht ken­nen“. Ihn kann man jeden­falls unge­mein schwie­ri­ger mit der Spre­che­rin des US-Reprä­sen­tan­ten­hau­ses Nan­cy Pelo­si ver­wech­seln als Frau Mer­kel.

Radio hören ist eine ner­ven­zeh­ren­de, mur­mel­tier­haf­te Ange­le­gen­heit. Wird man, wie ich, am Arbeits­platz nach­ge­ra­de dazu genö­tigt, stun­den­lan­ge Berie­se­lun­gen eines haus­in­ter­nen Sen­ders hin­zu­neh­men oder mög­lichst zu igno­rie­ren, erge­ben sich zwei Fol­gen, die in der Kom­bi­na­ti­on einen, wie man so sagt, hoch­gra­dig explo­si­ven Cock­tail fürs Ner­ven­kos­tüm dar­stel­len. Ers­tens: Die unver­meid­li­chen unge­woll­ten Ohr­wür­mer. Eine ein­stün­di­ge Heim­fahrt in der S‑Bahn mit einem quiet­schen­den Mäd­chen im Gehör­gang, das in gera­dem Rhyth­mus abwech­selnd ent­we­der „ah“, „ah“, oder „dance!“ sagt, dau­ert für die inne­re Uhr ein hal­bes Leben und resul­tiert ger­ne in ver­früh­tem Haar­aus­fall auf der Stirn­par­tie. Glau­ben Sie mir.

Das ande­re Phä­no­men ist, dass die­se Göre im Ohr nach­hal­tig mei­ne Lust auf jed­we­de Art von Musik für den Rest des Tages ver­nich­tet, im schlimms­ten Fall ver­brin­ge ich also mein kärg­li­ches Abend­essen, das dar­auf­fol­gen­de Zäh­ner­ei­ni­gen und das nicht gar so fried­li­che Ein­schlum­mern mit einer schril­len Stim­me im Kopf, die rück­sichts­los und bestän­dig dar­auf insis­tiert, dass ich doch end­lich zu tan­zen anfan­gen möge.

Wor­auf ich hin­aus will: Vor etwa hun­dert­zwan­zig Jah­ren oder so, als ich noch jung war, also vier­zehn, fand ich im hei­mi­schen Video­schrank, in dem sich sonst Dis­ney-Klas­si­ker tum­mel­ten (auch etwas, über das der­einst ein­mal irgend­je­mand etwas Tade­li­ges sagen soll­te), eine ein­zel­ne unbe­schrif­te­te Kas­set­te mit einer dün­nen Staub­schicht oben­drauf. In der puber­tä­ren Hoff­nung, es möge sich dabei doch bit­te um irgend etwas Schmud­de­li­ges hal­ten, oder zumin­dest um einen alters­be­schränk­ten Action­film, zog ich das Band irgend­wann in Abwe­sen­heit mei­ner Eltern aus der Ver­sen­kung und leg­te es in den Play­er.

Lei­der befan­den sich dar­auf  weder Action noch Schmud­del, son­dern die gesam­mel­ten Musik­vi­de­os von Micha­el Jack­son, von mei­nem Vater in müh­sa­mer Klein­ar­beit irgend­wann in den Neun­zi­ger Jah­ren des ver­gan­ge­nen Jahr­hun­derts kom­pi­liert.  Ver­mut­lich in einer Trotz­re­ak­ti­on auf das ent­täu­schen­de Feh­len von auf­re­gen­de­ren Inhal­ten, und um viel­leicht doch noch irgend­ei­nen posi­ti­ven Effekt aus mei­nem Fund zu zie­hen, schau­te ich mir das gan­ze Band nicht nur ein­mal an, son­dern geschätz­te drei­ßig Mal, über eine Woche ver­teilt. Am häu­figs­ten von allen Clips sah ich mich gezwun­gen, das knapp 15-minü­ti­ge „Thril­ler“ wie­der und wie­der auf mich wir­ken zu las­sen.

Der buch­stäb­lich ein­zi­ge Effekt die­ser schlim­men, schlim­men Idee war nicht etwa, dass ich ein Jack­son-Fan wur­de, son­dern viel­mehr ein fürch­ter­lich hart­nä­cki­ger und genau­so nerv­tö­ten­der Ohr­wurm einer von Vin­cent Pri­ce vor­ge­tra­ge­nen Text­zei­le aus dem Rap-Teil die­ses so unheil­vol­len Lie­des: „Crea­tures crawl in search of blood /​ To ter­ro­ri­ze y’alls‘ neigh­bor­hood“. Was auf dem Papier so aus­sieht, als wür­de es sich rei­men, ist in Wahr­heit eine schreck­li­che pho­ne­ti­sche Ent­täu­schung, da lässt sich ja die etwas expres­sio­nis­ti­sche Anwen­dung der zwei­ten Per­son Plu­ral fast unbe­se­hen hin­neh­men.

Jeden­falls muss es an die­ser text­li­chen Unfein­heit gele­gen haben, dass ich von den Oster­fe­ri­en bis zu den dar­auf­fol­gen­den Pfingst­fe­ri­en des Jah­res 1999 brauch­te, um die­sen ver­ma­le­dei­ten Ohr­wurm wie­der los zu wer­den.

Und jetzt, zehn Jah­re spä­ter? Was wür­de ich dafür geben, mir sicher sein zu kön­nen, heu­te Nacht von „ah“, „ah“ oder „dance!“ in den Schlaf gesun­gen zu wer­den, anstatt wie­der für die nächs­ten sechs Wochen von Jacko und Pri­ce geplagt zu wer­den? Ich wür­de sogar öffent­lich zuge­ben, zu den US-Ame­ri­ka­nern zu gehö­ren, die Vin­cent Pri­ce tat­säch­lich nicht ken­nen!

Kategorien
Musik

Another day the music died

Bud­dy Hol­ly, Elvis Pres­ley und John Len­non waren schon tot, als ich gebo­ren wur­de. Mar­vin Gaye starb, als ich ein hal­bes Jahr alt war.

Bei Miles Davis und Fred­die Mer­cu­ry habe ich erst sehr spät fest­ge­stellt, wer die eigent­lich waren und was sie gemacht haben.

Am 9. April 1994 saß ich bei mei­nen Groß­el­tern vor dem Fern­se­her, um „Elf 99“ oder „Satur­day“ (oder wie auch immer das Vox-Jugend­ma­ga­zin damals hieß) zu sehen, als in den Nach­rich­ten zu grie­se­li­gen Bil­dern aus Seat­tle ver­kün­det wur­de, dass Kurt Cobain sich erschos­sen habe. Ich war immer etwas zu jung für Nir­va­na, aber da war ich zum ers­ten Mal sowas wie ent­setzt, dass ein Musi­ker gestor­ben war.

Dass Tupac Shakur und Big­gie Smalls erschos­sen wur­den, krieg­te ich völ­lig am Ran­de mit, ohne jemals ihre Musik gehört zu haben.

Der Tod von Geor­ge Har­ri­son war zu erwar­ten gewe­sen, trotz­dem war ich trau­rig, als ich im Novem­ber 2001 beim Ein­rich­ten des Video­re­cor­ders mei­ner Groß­mutter zufäl­lig die Nach­rich­ten sah.

Obwohl ich mich erst nach sei­nem Tod mit John­ny Cash und sei­ner Musik beschäf­tigt habe, war ich betrof­fen, als ich (wie­der­um bei mei­nen Groß­el­tern im Fern­se­hen) davon erfuhr.

Ich wuss­te zu wenig über Elliott Smith, aber die Umstän­de sei­nes Todes, die­se zwei Mes­ser­sti­che ins Herz, waren für mich immer ein gewal­ti­ges State­ment.

Ges­tern Abend guck­te ich ganz harm­los durchs Inter­net, als ich las, dass Micha­el Jack­son gestor­ben sei. Als kri­ti­scher Medi­en­be­ob­ach­ter woll­te ich das lan­ge nicht gel­ten las­sen, aber als CNN (die ja schon den US-Prä­si­den­ten aus­ge­ru­fen hat­ten) Jack­son für tot erklär­te, wuss­te ich, dass auch die­ses Kapi­tel geschlos­sen war.

Wie­der war es ein Künst­ler, von dem ich zu Leb­zei­ten kein beson­de­rer Anhän­ger gewe­sen war, aber weder Jack­sons – hier passt der Begriff aus­nahms­wei­se mal – tra­gi­sches Leben noch sein Ein­fluss auf die Pop­mu­sik und ‑kul­tur meh­re­rer Gene­ra­tio­nen kön­nen einen kalt las­sen. Ohne Micha­el Jack­son klän­gen Jus­tin Tim­ber­la­ke und Rihan­na, ja ver­mut­lich sogar vie­le Rock­bands, heu­te anders – oder es gäbe sie schlicht gar nicht.

Komisch, dass ich jetzt gera­de sei­ne Musik hören muss.

Kategorien
Musik

Domino Dancing

Wer sich mit puber­tä­ren Abgren­zungs­sor­gen trägt, tut gut dar­an, Pop­kon­zer­te oder Fuß­ball­spie­le zu besu­chen. Die Erkennt­nis „Ja, auch mit die­sen Men­schen habe ich offen­bar etwas gemein­sam“, kann glei­cher­ma­ßen befrei­end wie ver­stö­rend wir­ken. Aber ist es nicht beru­hi­gend zu wis­sen, dass auch Men­schen, die Ed-Har­dy-T-Shirts tra­gen, die glei­che Musik gut fin­den dür­fen wie man selbst?

Ges­tern stand ich also als einer der jüngs­ten Besu­cher ohne elter­li­che Beglei­tung im Köl­ner Pal­la­di­um (das drin­gend auf mei­ne ima­gi­nä­re Lis­te der unbrauch­bars­ten Kon­zert­hal­len NRWs gehört) und guck­te mir die Pet Shop Boys an. Dass ich sat­te 50 Euro Ein­tritt gelatzt hat­te – und das Kon­zert daher in jedem Fall gut fin­den müss­te -, kam mir am Abend unge­fähr ein Mal in den Sinn. Der Gedan­ke lau­te­te voll­stän­dig: „Doch, die 50 Ocken ham‘ sich gelohnt“.

Pet Shop Boys live

Bei der Büh­ne hat­ten sich der stu­dier­te Archi­tekt Chris Lowe und der ehe­ma­li­ge Musik­jour­na­list Neil Ten­n­ant (sowie deren Mit­ar­bei­ter) sicht­lich Mühe gege­ben, den feuil­le­to­nis­tisch ange­hauch­ten Besu­chern Steil­vor­la­gen zu lie­fern: Aus gro­ßen wei­ßen Wür­feln wur­den immer wie­der neue Wän­de zusam­men­ge­puz­zelt, die dann als Pro­jek­ti­ons­flä­chen für Vide­os dien­ten – fast genau so, wie die Musi­ker auch ihr eige­nes Werk immer wie­der neu zusam­men­puz­zel­ten: „Pan­de­mo­ni­um“ wur­de mit „Can You For­gi­ve Her?“ gekreuzt, „Buil­ding A Wall“ mit „Inte­gral“ und „Domi­no Dancing“ ging schnell in Cold­plays „Viva La Vida“ über, des­sen „Oh-oh-ooh-ooooooh-oh“-Chöre sich übri­gens als nächs­tes „Seven Nati­on Army“ emp­feh­len.

Gemein­sam mit den Tän­zern (drei Frau­en und ein Mann in unter­schied­lichs­ten Kos­tü­mie­run­gen) erin­ner­te die Show mit­un­ter schon ein wenig an ein Musi­cal – aber das geht schon in Ord­nung, denn auch sowas haben die Pet Shop Boys in ihrer lan­gen Kar­rie­re ja schon gemacht. Und nur Neil Ten­n­ant beim Wech­seln von Jacken und Hüten und Chris Lowe beim Bedie­nen ver­schie­dens­ter elek­tro­ni­scher Instru­men­te zuzu­se­hen, wäre ja auch irgend­wie lang­wei­lig gewe­sen.

Das Bühnenbild bei den Pet Shop Boys (nachgestellt)

Dass die Set­list für mich zwi­schen­durch ein paar Hän­ger auf­wies (ich bin halt erst seit „Very“ dabei), kann man schwer­lich der Band anlas­ten. Die älte­ren Fans (also unge­fähr alle ande­ren in der Hal­le) haben sich sicht­lich gefreut, dass neben eini­gen unver­meid­li­chen Hits auch ein paar nicht so For­mat­ra­dio-erprob­te Klas­si­ker dabei waren. Neben dem alten Mate­ri­al lag der Schwer­punkt dann vor allem auf dem phan­tas­ti­schen neu­en Album „Yes“ – Stü­cke von „Release“ fehl­ten im Set völ­lig, „Fun­da­men­tal“ und „Bilin­gu­al“ waren auch deut­lich unter­re­prä­sen­tiert und selbst von „Very“ kam nur „Go West“ voll­stän­dig zum Ein­satz.

Von die­ser gan­zen Exege­se ab war das Kon­zert aber auch ein­fach eine gelun­ge­ne Par­ty, bei der ledig­lich die etwas zu lei­se Stim­me und das mit­un­ter unschön dröh­nen­de Key­board nega­tiv auf­fie­len. Und die Prei­se fürs Mer­chan­di­sing natür­lich …

Kategorien
Musik Digital

Newsletter From Hell

Der Musicline.de-News­let­ter schreibt über „MySpace Play­list Vol. 1“:

Auf die­ser Dop­pel-CD sind alte Hasen wie Pla­ce­bo und Incu­bus ver­tre­ten, aber auch hei­ße New­co­mer wie Pea­ches, Death Cab for Cuties und Data­rock haben sich einen Platz auf der Plat­te erspielt.

Ich hab extra noch mal nach­ge­guckt: Der Text scheint tat­säch­lich von 2009 zu sein.

Kategorien
Musik Print

Ifmusicjournalismtoldthetruthforoneday …

Man soll­te mei­nen, dass sich das Musik­ma­ga­zin „Visi­ons“ mit den Manic Street Pre­a­chers bes­tens aus­kennt: „7 Sto­ries /​ 9 Reviews“ über die wali­si­sche Band ste­hen im Online-Archiv, ein­mal zier­te sie auch die Titel­sei­te der Zeit­schrift. Und so ganz unbe­kannt sind die Musi­ker ja auch nicht – spä­tes­tens, seit vor 14 Jah­ren ihr Rhyth­mus­gi­tar­rist und Tex­ter Richey Edwards spur­los ver­schwand.

Rhyth­mus­gi­tar­rist und Tex­ter:


Bevor Manics-Sänger Richey Edwards vor 14 Jahren spurlos verschwand, händigte er seinen Bandkollegen noch ein paar Textbücher aus.

Aber wäh­rend man sich da noch gera­de mit der Begrün­dung raus­ret­ten könn­te, Edwards‘ Stim­me sei ja immer­hin ab und zu mal im Hin­ter­grund zu hören gewe­sen, ist fol­gen­de Behaup­tung schlicht­weg falsch:

Edwards' Eltern weigern sich bis heute, den Sohn für tot erklären zu lassen, und den Manic Street Preachers geht es ähnlich.

Edwards‘ Eltern hat­ten sich jah­re­lang gewei­gert, ihren Sohn für tot erklä­ren zu las­sen, obwohl dies seit 2002 mög­lich gewe­sen wäre. Im Novem­ber 2008 ent­schie­den sie sich aber doch zu die­sem Schritt – eine Ent­schei­dung, die von den ver­blie­be­nen Band­mit­glie­dern aus­drück­lich begrüßt wor­den war.

Die­se Geschich­te ging im letz­ten Herbst durch die ein­schlä­gi­gen Medi­en und stand unter ande­rem auch bei Visions.de.