Get The Patina Started
Von Lukas Heinser am Freitag, 30. Januar 2009 23:51
Kategorie: Rock'n'Roll High School
Im Mai 2006, keine vier Monate, nachdem ich ihm die Kilians-Demo in die Hand gedrückt hatte, trafen Thees Uhlmann und ich in der Bochumer Zeche erneut aufeinander. Thees war Juror beim Nachwuchsbandwettbewerb einer großen Brauerei, ich war Zuschauer und diesmal völlig unschuldig. Es spielten drei oder vier oder fünf Bands und ich kann mich noch an zwei erinnern: die eine spielte Ska und hatte ihren ganzen Fanclub mitgebracht, die andere spielte Akustikrock und hatte den Vater eines Bandmitglieds als Percussionisten dabei.
Letztere Band hieß Black Rust und kam aus Ahlen.1 Sie gewann die Publikumsabstimmung, ich erschwatzte mir am Merch-Stand eine Demo-CD für den Radioeinsatz2 und die Band spielte ein paar Wochen später – history does repeat – als Support für Tomte. Das Area-4-Festival, für das man bei dem Nachwuchswettbewerb einen Auftritt gewinnen konnte, fand nie statt.
Danach spielten Black Rust noch beim Haldern Pop 2007 (wo ich sie verpasste) und fortan hörte ich nichts mehr von ihnen. Um so überraschter war ich, als ich im letzten Dezember plötzlich hörte, dass die Band bald ihr offizielles Debütalbum veröffentlichen würde — produziert von niemand geringerem als dem Sophia-Mastermind Robin Proper-Sheppard.
Okay, von den Einflüssen des Düsterpop-Mannes hört man auf “Medicine & Metaphors”, das am heutigen Freitag erschien, auf Anhieb nicht ganz so viel, aber sowas spricht ja eher für die Band und ihre eigenen Qualitäten. Black Rust spielen Folkrock im weitesten Sinne, der mal nach Counting Crows, mal nach Goo Goo Dolls und mal an die Wallflowers erinnert. Musik amerikanischer Prägung also, die man sich wunderbar als Untermalung irgendwelcher romantischer Komödien und höherwertiger TV-Serien vorstellen kann.
“Empty Park. Empty Street.” erinnert stark, aber nicht zu sehr, an Ryan Adams und seine alte Band Whiskeytown; “Silent Lament” hat eher was von Damien Rice, weil es einerseits sehr reduziert mit einem Klavier und der angenehmen Stimme von Jonas Künne daherkommt, andererseits Dank eines Streichinstruments3 eine enorme Opulenz entwickelt.
Ob es gleich 13 Songs und fast 57 Minuten Spielzeit voller Akustikgitarren, Kontrabässe und Mandolinen sein mussten, ist allerdings eine berechtigte Frage. Schlecht oder störend ist dabei kein einziges Lied, aber es zieht sich halt etwas, bis das Album schließlich mit dem Übersong “Marlene (6:54 Minuten, inkl. Wieder-Fade-In) seinen krönenden Abschluss findet.
Man ist versucht zu schreiben, dass Black Rust “erfrischend un-deutsch” klängen, aber dafür müsste man erstmal sagen, welche englischsprachige Band aus Deutschland eigentlich “deutsch” klingt. Jetzt von Reamonn mit ihrem irischen Sänger mal ab.

Black Rust – Medicine & Metaphors
VÖ: 30. Januar 2009
Label: Strange Ways
Vertrieb: Indigo
- Ich werde mich hüten, irgendwas über kleine Städte zu schreiben, aus denen Bands kommen. [↩]
- Mir fällt in diesem Moment ein, dass ich die CD nie zur Abhörsitzung bei CT das radio mitgenommen habe. Ich bin gerne bereit, die zehn Euro nachträglich zu bezahlen, weil dieses Verhalten unentschuldbar ist — aber auch unerheblich für den weiteren Verlauf der Geschichte. [↩]
- Da merkt man meine sehr begrenzte Kompetenz im Bezug auf Musikinstrumente, die nicht in meinem Keller stehen. [↩]

![Screenshots: mainpost.de WÜRZBURG Provinz auf Weltniveau? Yes WÜ can! Info- und Gesprächsabend zur umstrittenen Werbekampagne der Würzburg AG. Kritik hat es reichlich gehagelt an "Würzburg – Provinz auf Weltniveau". Dieter Schneider, in dessen Agentur der im September 2008 vorgestellte Werbespruch entstand, hält diesen nach wie vor für einen "Hammer-Slogan". [...] Dass für die Vermarktung von Würzburg was gehen muss, war bei der Gesprächsrunde herauszuhören. Dieter Schneider verabschiedete die Teilnehmer so optimistisch wie trendgerecht mit "Yes WÜ can".](http://www.coffeeandtv.de/wp-content/uploads/2009/01/wecant29.gif)












![Screenshot: plattentests.de-Newsletter Liebe Leser! Mit Barack Obama wird alles besser! Was? Ihr könnt den Namen nach den letzten Tagen nicht mehr lesen? Würdet Ihr da lieber George W. Bush stehen sehen? Na also. Und vor allem: Was der neue US-Präsident nun 2009 schon alles bewegt hat!<br />
Er hat eine fliegerische Meisterleistung bei einer Notwasserung auf dem<br />
Hudson River vollbracht! Er hat das neue Animal-Collective-Album veröffentlicht! Er hat den dunkelblauen Hintergrund von der angeblich besten deutschen Musik-Webseite verbannt! Er hat Lukas Podolski nach Köln zurückgeholt! Er hat Kate Winslet zwei Golden Globes verliehen! Und er hat Barack Obama zum Präsidenten vereidigt! Danke, Barack!<br />
Vor allem aber hat Barack Obama http://www.plattentests.de/ gleich fünf 8/10-Neuveröffentlichungen beschert: das "Album der Woche" von unserem Lieblingsmannsweib Antony und seinen Johnsons. "Vom Feuer der Gaben" von Klez.E, die sich endgültig als deutsche Radiohead positionieren. Außerdem grandiosen HipHop von Dälek, famosen Indie von The Phantom Band und deutschen Tiefsee-Rock von Nihiling. Danke, Barack! Barack Obama hat auch das Amazon-Suchfeld auf http://www.plattentests.de/ erfunden. [...]](http://www.coffeeandtv.de/wp-content/uploads/2009/01/wecant24.gif)
