War ja klar:
Schlagwort: selbstreferentielles
Kommen wir nun (etwas verspätet) zur Auflösung unseres kleinen Spiels. Es haben 13 Personen teilgenommen. Die Tipps „Alles SpOn“ waren natürlich ein bisschen so, wie beim Roulette auf eine Farbe zu setzen. Genützt hat es trotzdem nichts, denn bei sechs Richtigen sind das auch automatisch fünf Falsche.
Aber der Reihe nach:
- 1. „Pisa-Studie: Warum gewinnen immer die Finnen?“: „Bild.de“ (10 richtige Tipps)
- 2. „Bäcker rast mit erdrosselter Freundin in den Tod“: „Spiegel Online“ (7)
- 3. „Lotto-Tourismus: Polen, Holländer und Dänen greifen nach dem Jackpot“: „Spiegel Online“ (10)
- 4. „Nach Erkenntnissen der US-Geheimdienste: Iran hat Atomwaffen-Programm gestoppt“: „Bild.de“ (1,
STUJörg Friedrich) - 5. „J‑Los Babybauch: Schwangere Göttin in Weiß“: „Spiegel Online“ (7)
- 6. „Kate Moss: Busen-Schmusen in der Sonne“: „Bild.de“ (10)
- 7. „Jopie Heesters wird heute 104: 10 Dinge, die ich noch erleben möchte“: „Bild.de“ (8)
- 8. „Zufallsfund: Römischer Superkleber entdeckt“: „Spiegel Online“ (9)
- 9. „Glücksspieler mit Pech: Einmal Lotto-Millionär und zurück“: „Spiegel Online“ (10)
- 10. „Mindestlohn gilt nicht für ihn: 4,73 Millionen für Post-Chef Zumwinkel“: „Bild.de“ (10)
- 11. „Massenentlassung bei Pin: Springers Notausstieg aus dem Briefgeschäft“: „Spiegel Online“ (12)
Jeweils 9 Punkte geholt und damit kein signiertes Buch gewonnen haben Marcus, Bedenklich und birgit. Herzlichen Glückwunsch und vielen Dank fürs Mitmachen!
Beim nächsten Mal gibt’s auch wirklich was zu gewinnen, sogar ganz tolle Sachen!
You talkin‘ to me?
Ich finde es nach wie vor hochgradig seltsam, wenn Leute mich um ein Interview bitten. Ich habe in meinem Leben bestimmt schon über hundert Interviews geführt, da ist es eine merkwürdige Erfahrung, plötzlich auf der anderen Seite zu hocken.
Sophie von thekilians-anhaenger.de – einer, wie Sie richtig vermuten, Kilians-Fanseite – hat aber nett nachgefragt und da ich in Sachen Kilians ja vor beinahe nichts zurückschrecke, habe ich mich gerne in meiner Eigenschaft als Kilians-Anhänger befragen lassen.
Das Interview finden Sie hier.
Am Wochenende lief mal wieder „High School Musical“ im Fernsehen, was dafür sorgte, dass zahlreiche Leute über die Suchanfrage „vanessa hudgens nackt“ (oder artverwandtes) auf dieses Blog bzw. diesen Eintrag stoßen.
Unter den anderen Suchbegriffen der letzten Wochen findet sich zum Beispiel:
- schleim im hals nach rauchen aufgeben
- klaus kinski + familienbilder
- folder mit bildern von sandwich und brötchen
- text für ein schreiben verabschiedung in den ruhestand
- wie kann ich mir den finger brechen
- wo die weser einen großen bogen macht
- alte männer
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- zug von essen nach bochum heute
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- eva hermann brüste
- entstehung der frau aus der rippe
Wir müssen nochmal auf die Erklärung der 26 SPD-Abgeordneten zu sprechen kommen, in der diese ihre verfassungsrechtlichen Bedenken gegenüber dem Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung ausdrückten, dann aber erklärten, diesem trotzdem zuzustimmen.
Nicht nur ix und Dr. Dean fragen sich, warum es das Thema eigentlich überhaupt nicht in die Medien geschafft hat. Der Sache wollte ich dann doch mal auf den Grund gehen.
Ich schrieb also einige E‑Mails und rief in Redaktionen an, wo man mich bat, weitere E‑Mails zu schicken. Eine wirkliche Antwort habe ich bisher nur vom ZDF bekommen, wobei das eigentlich auch keine Antwort auf meine Frage war:
Da an diesem Tag auch der Sonderermittler des Europarats Dick Marty seinen Bericht vorstellte, habe man diesem Ansatz den Vorzug gegeben gegenüber einer eher inlandsorientierten Berichterstattung.
Offenbar war die Erklärung der Abgeordneten deshalb nirgendwo Thema gewesen, weil außer den Redakteuren bei heise.de niemand in das Protokoll der entsprechenden Bundestagssitzung geguckt hatte. Die 26 Abgeordneten hatten es also nicht nur geschafft, einem Gesetz zuzustimmen, dass sie selbst für verfassungswidrig hielten, sie hatten es auch noch fertig gebracht, dies in einer öffentlichen Erklärung zuzugeben, die nie eine breitere Öffentlichkeit erreicht hat (oder erreichen sollte). Dafür mussten sie nur eine Erklärung nach § 31 der Geschäftsordnung des Deutschen Bundestages abgeben:
§ 31 Erklärung zur Abstimmung
(1) Nach Schluß der Aussprache kann jedes Mitglied des Bundestages zur abschließenden Abstimmung eine mündliche Erklärung, die nicht länger als fünf Minuten dauern darf, oder eine kurze schriftliche Erklärung abgeben, die in das Plenarprotokoll aufzunehmen ist. Der Präsident erteilt das Wort zu einer Erklärung in der Regel vor der Abstimmung.
Damit entlastet man sein Gewissen und kann hinterher, wenn das Gesetzt kassiert wurde und mal wieder alle auf der Bundesregierung rumhacken, freundlich lächelnd Anlage 4 hervorholen und „Wir ham’s ja schon immer gesagt“ murmeln.
Eine andere Möglichkeit, dass die Öffentlichkeit von der Erklärung erfahren hätte, wäre natürlich der Pranger der Opposition gewesen. Also rief ich mal bei den drei Oppositionsparteien im Deutschen Bundestag an und fragte, warum man diese Vorlage aus Teilen der SPD-Fraktion denn nicht für eine öffentliche Bloßstellung der 26 Abgeordneten genutzt habe.
Bei der FDP hatte man bis zu meinem Anruf noch nichts von der Erklärung gehört, war aber sehr interessiert und sagte mir, man wolle „über Handlungsmöglichkeiten nachdenken“. Vielleicht höre ich von denen also noch was.
Mark Seibert, Referent im Büro des Die-Linke-Abgeordneten Jan Korte, nannte die Erklärung eine „politische Verantwortungslosigkeit“, die dem ohnehin umstrittenen Gesetz „die Krone aufgesetzt“ habe. Allerdings sei zu dem konkreten Fall im Moment nichts geplant, da „kein neuer Nachrichtenwert“ vorhanden sei. Die Linke und besonders Jan Korte seien aber in verschiedenen Initiativen gegen die Vorratsdatenspeicherung organisiert und planten weitere Aktionen.
Auch bis zu Bündnis 90/Die Grünen war der Inhalt von Anlage 4 noch nicht ganz durchgedrungen. Wolfgang Wieland, Sprecher für Innere Sicherheit der grünen Fraktion, ließ mir aber nur wenige Stunden nach meinem Anruf eine schriftliche Stellungnahme zukommen, die ich (schon wegen ihrer Exklusivität) gerne wiedergebe:
Dass man für ein Gesetz stimmt, weil man die Inhalte überzeugend findet, ist der Normalfall. Dass es wenige Gesetze gibt, bei denen man als Abgeordneter nicht auch einige Aspekte verzichtbar gefunden hätte, gehört ebenfalls dazu. Wer aber für ein Gesetz stimmt und darauf vertraut, dass seine ungeliebten Teile sowieso bald vom Bundesverfassungsgericht kassiert werden, der versucht, aus einem Dilemma eine win-win-Situation zu machen.
Tatsache ist: Die Logik hinter der jüngst beschlossenen Vorratsdatenspeicherung stellt Sicherheit über Freiheit. Tatsache ist auch, dass sie sowohl europarechtlich wie grundgesetzlich auf wackeligen Beinen steht. Das erkennen die Kolleginnen und Kollegen von der SPD ja auch, aber sie handeln nicht danach. Das ist enttäuschend, denn es ist Aufgabe des Gesetzgebers, verfassungsrechtliche Bedenken von vornherein auszuräumen und entsprechende Gesetze zu verabschieden. Das Motto „Koalitionsfrieden wahren, Ideale zitierfähig ins Protokoll schreiben, Karlsruhe das Aufräumen überlassen“ darf nicht die Handlungsmaxime für Abgeordnete sein.
Für uns Blogger heißt das, dass wir einerseits zwar ganz nah an den Themen sind, der Sprung dieser Themen in die sog. „etablierten Medien“ und in eine breitere Öffentlichkeit aber andererseits noch überhaupt nicht funktioniert.
In eigener Sache
In den letzten Tagen gehen hier vermehrt Trackbacks von Artikeln ein, in denen coffeeandtv.de gar nicht verlinkt ist. Ich habe diese Trackbacks aus meinen Kommentaren entfernt.
Ich finde es völlig okay, wenn regelmäßige Leser und Kommentatoren einen Eintrag im Sinne von „Ich habe auch was dazu geschrieben und zwar hier …“ abgeben, aber dieses automatische, kommentarlose Hinklatschen von Links finde ich doch ein bisschen unfreundlich.
Alternativ können Sie bei sich natürlich auch etwas schreiben wie „Coffee And TV hat auch was dazu geschrieben“, das entsprechend verlinken und mir einen Trackback schicken. Den lasse ich dann selbstverständlich gerne stehen.
Nachtrag 18:35 Uhr: Einige andere Trackbacks scheinen hier nie angekommen zu sein. Dabei muss es sich um ein Problem beim Server oder der WordPress-Version handeln. Sowas ist natürlich doppelt ärgerlich, da Trackbacks von Artikeln, die sich auf coffeeandtv.de beziehen und auch darauf verlinken, ja durchaus gewünscht sind. Ich kümmer mich darum.
The Pete ist seit Wochen und Monaten drogenfrei. Wenn der mal heute nicht rückfällig wird …
Das schrieb ich am Donnerstag in den Kommentaren meines EMA-Liveblogs.
Heute schreiben die diversen Internetseiten unter Berufung auf das britische Schundblatt „The Sun“, Pete sei am Freitag rückfällig geworden und habe sich Heroin gespritzt. Jetzt fühle ich mich irgendwie schlecht …
Bedeutend schlechter sollten sich allerdings die Heuchler der „Sun“ fühlen. Die druckten in ihrer heutigen Ausgabe Bilder aus einem Video, das angeblich Doherty beim Heroinschießen am Freitag zeigen soll, und begründeten das wie folgt:
The Sun is well aware of the sickening nature of the images — and prints them only to show Doherty is not cured and is a terrible role model.
Auf meiner Festplatte habe ich weitere Texte gefunden, die vor mehr als einem halben Jahrzehnt entstanden sind, bei denen ich aber der Meinung bin, dass man sie zumindest noch mal zur Blogverfüllung nutzen kann.
So zum Beispiel der nun folgende Text, der im Deutschunterricht bei eben jener Lehrerin entstand. Die Aufgabe war es, einen Text zu einem Bild zu schreiben, auf dem sich ein Mann mit beiden Händen an einer Art Zaun abstützt, der sich in der Mitte zu öffnen scheint. (Ich hätte dieses Bild gerne eingescannt, habe es aber nicht mehr gefunden.)
Deshalb steht über dem Text auch „Am Zaun“. Der Text und die Fußnoten sind auf dem Stand vom 7. Juni 2001 und wurden nur behutsam an die gängigen Rechtschreibregeln angepasst.
Die Schere im Kopf
Wenn der Herbst durch das Ruhrgebiet streift wie ein zauseliger Wandersmann und die Bäume in Waldorfschul-mäßige Farben taucht, dann spüre ich meinen Hang zur Sozialromantik.
Die Tage ging ich zur U‑Bahn-Station, vorbei an den Vorgärten der Doppelhäuser, und sah Hausfrauen, die vom Einkaufen kamen; Rentner, die in ihrer Einfahrt Laub zusammenkehrten, wohl wissend, dass ihre Arbeit schon wieder vergessen sein würde, wenn sie den Rechen in den Werkzeugschuppen stellen würden. Ich sah eine alte Frau, die aus ihrem offenen Wohnzimmerfenster, hinter dem die Tagesgardinen im Aufwind der Heizung flatterten, ein Verlängerungskabel in den Vorgarten geworfen hatte, an das sie nun den Elektromäher ihres Gatten anschloss, um den letzten Rasenschnitt der Saison vorzunehmen – penibel genau bis zu der ansonsten unsichtbaren Grundstücksgrenze, an der auch die Fassade des Doppelhauses von Schiefervertäfelung in dunkelgrünen Rauhputz überging. Die Frau grüßte wortlos und für das menschliche Auge kaum sichtbar den Postboten, der auf der anderen Straßenseite Briefe austrug, vermutlich Anschreiben der Bundesknappschaft, Postkarten der Enkel aus den Herbstferien und vielleicht die eine oder andere Todesanzeige.
Es roch nach nassem Laub, frisch gemähtem Rasen und Kohlrouladen, als sich die Sonne in einem solchen Winkel durch eine schon kahle Baumkrone brach, dass jeder Maler diesseits von Monet kopfschüttelnd von seiner Staffelei zurückgetreten wäre und gewartet hätte, bis es alles ein bisschen weniger kitschig aussieht. Ich ging an der nahe gelegenen Grundschule vorbei und war beinahe froh, kein fröhlich gluckerndes Kinderlachen zu vernehmen, weil mir das in diesem Moment wohl den Rest gegeben hätte und ich vollends davon überzeugt gewesen wäre, in der 3Sat-Variante der „Truman Show“ mitzuspielen. Nein, die Kinder saßen, wie es sich gehört, in der Schule auf ihren kleinen Stühlchen, auf denen sich ihre Eltern beim Elternabend immer so komisch zusammenfalten müssen, an ihren kleinen Tischchen und malten hoffentlich Bilder von herbstlichen Straßenzügen oder bastelten aus Kastanien und Zahnstochern kleine Männchen, die immer wieder umfallen würden.
Und so ging ich selig lächelnd meines Wegs, trat nicht in die Hundescheiße und fragte mich: „Warum zum Henker solltest Du das jetzt bloggen?“
Filmen gegen die Todesstrafe
Mein Video „Charlotte Roche liest BILDblog“ ist auch bei Sevenload zu sehen, was soweit nicht ungewöhnlich ist, da ich es selbst dort hochgeladen habe.
Etwas irritiert bin ich aber über die letzte Zeile der Statistik „Websites, die auf dieses Video verweisen“:

Screenshot: Sevenload.com
Nun finde ich auf http://www.tagesschau.de/ausland/todesstrafe6.html eine ganze Menge, aber nichts, was auch nur ansatzweise auf einen Zusammenhang mit meinem Video hindeuten könnte.
Hat irgendjemand, der sich mit diesem Internetz besser auskennt als ich, vielleicht eine Idee?
Programmhinweis
Am Donnerstag Abend werden in München die European Music Awards von MTV verliehen. Da das Ganze sicher eine beeindruckend langweilige Veranstaltung werden wird, schreit das ja geradezu nach Liveblog.
Liveblog EMAs 2007
am Donnerstag, 1. November 2007
ab 20:00 Uhr
bei coffeeandtv.de
Wenn mir bis dahin noch ein Saufspiel einfällt, wird das natürlich mitgeboten. Wenn nicht, wäre das aber auch nicht so schlimm, denn an Allerheiligen soll man nicht saufen.
Schweizer Sieger
Als kleiner Nachtrag zum Interview mit Antoine Monot, Jr., dem künstlerischen Leiter des Zurich Film Festivals, hier die Auszeichnungen des Festivals:
Sieger der Reihe „Debütspielfilm“ ist Jarrett Schaefer mit „Chapter 27“.
In der Kategorie „Nachwuchsspielfilm“ wurde „The Band’s Visit (Bikur Hatizmoret)“ von Eran Kolirin prämiert.
Dan Cox überzeugte die Jury mit seinem Dokumentarfilm-Erstling „Running with Arnold“ und erhielt ein Goldenes Auge für die Reihe „Nachwuchsdokumentarfilm“.
Oliver Stone nahm unter grossem Beifall ein Goldenes Auge für sein Lebenswerk entgegen.
Erstmals wurde am 3. Zurich Film Festival auch der Variety’s New Talent Award verliehen. Diese Auszeichnung ging ebenfalls an Eran Kolirin für „The Band’s Visit (Bikur Hatizmoret)“. Der Publikumspreis ging an den den Film „Twelve In A Box“ von John McKenzie.

