Kategorien
Digital Leben

Schöner Onanieren mit Bild.de

Ent­schul­di­gung, ich muss was geste­hen: Ich hab’s schon wie­der getan. Ich woll­te ja eigent­lich nicht, aber jetzt hab ich wie­der auf so einen Sex-Arti­kel geklickt, dies­mal bei Bild.de, und schon nach dem ers­ten Absatz fühl­te ich mich eini­ger­ma­ßen … äh: über­fah­ren:

Sex ist ein wun­der­ba­rer Weg, um zu sich selbst zu fin­den. Doch bis wir die „Auf­fahrt“ und den pas­sen­den Part­ner zu die­sem Aben­teu­er gefun­den haben, stel­len wir uns vor lau­ter Unsi­cher­hei­ten immer wie­der selbst ein Bein. Wir ver­lie­ren uns in Aus­re­den, las­sen uns von den Vor­lie­ben ande­rer beir­ren, wer­den zu „Geis­ter­fah­rern“ in unse­rer Sex-Sack­gas­se. Im schlimms­ten Fall resi­gnie­ren wir und beob­ach­ten das Gesche­hen vom „Stand­strei­fen“…

Wie man sich selbst ein Bein stel­len kann, wenn der eine Fuß auf der Kupp­lung und der ande­re auf dem Gas­pe­dal ruht, ist mir nicht ganz klar. Viel­leicht bei Auto­ma­tik­wa­gen. Klar ist hin­ge­gen: Wenn einem in einer Sack­gas­se Geis­ter­fah­rer ent­ge­gen­kom­men, muss es sich wohl um eine Ein­bahn­stra­ße han­deln. Und aus einer Sack­gas­se, die gleich­zei­tig eine Ein­bahn­stra­ße ist, kommt man natür­lich nie wie­der raus.

Haben Sie jetzt gera­de beim Wort „Sack­gas­se“ geki­chert? Na, dann gab es doch bei „Stand­strei­fen“ ver­mut­lich kein Hal­ten mehr, oder? In jedem Fall: Super, aber viel zu früh. Zum Lach­or­gas­mus kom­men (hihihi) wir erst spä­ter.

Bild.de-Autorin Mei­ke Mey­ruhn hat die „US-Sex­leh­re­rin“ Bar­ba­ra Car­rel­las auf­ge­tan (nicht zu ver­wech­seln mit den 106 „Sex-Leh­re­rin­nen“ aus der „Gale­rie der Schan­de“), die all denen die Welt erklärt, die dach­ten, bei Tan­tra han­de­le es sich wahl­wei­se um ein Gebir­ge, eine Stra­ßen­bahn oder einen Schä­fer­hund. Falsch:

Tan­tra ist eine Lebens­phi­lo­so­phie. Wer Tan­tra-Sex prak­ti­ziert, liebt bewusst, strebt eine Art kos­mi­sche Ver­ei­ni­gung im Hier und Jetzt an. Und einen Part­ner brau­chen Sie dazu nicht!

Nun ist das mit der Ver­ei­ni­gung ohne Part­ner so eine Sache: Die Chan­cen, dass Deutsch­land noch eine Wie­der­ver­ei­ni­gung mit­macht, sind seit dem Ende der DDR bei­spiels­wei­se rapi­de gesun­ken.

Aber was komm ich jetzt mit der DDR an? Es ging ja um Sex. Bild.de emp­fiehlt natür­lich, direkt das Buch der Sex-Leh­re­rin Sex­leh­re­rin zu kau­fen, aber ein paar Aus­zü­ge gibt es dann doch noch:

Pla­ne das Date vor­her oder sei spon­tan.

(Ver­mut­lich abhän­gig davon, ob der Hahn auf dem Mist kräht oder nicht.)

Egal was du machst, stöps­le Tele­fon, Com­pu­ter und Fern­se­her aus, außer du willst einen ero­ti­schen Film in dei­ne Sze­ne ein­bau­en.

Der letz­te Halb­satz ist sehr wich­tig, denn wie oft ist die Betrach­tung eines ero­ti­schen Films schon dar­an geschei­tert, dass das Tele­fon aus­ge­stöp­selt war?

Erlau­be dir, dei­ne Plä­ne zu ändern, wenn dei­ne Stim­mung schwingt, aber bleib bei dei­nem Ren­dez­vous!

Wer kennt sie nicht, die berühm­ten Stim­mungs­schwin­gun­gen beim Ren­dez­vous ([ʀɑ̃de ˈvu], fran­zö­sisch: ‚Ver­ab­re­dung‘, wört­lich: ‚tref­fen Sie sich‘) mit sich selbst?

Egal was du machst, den­ke dar­an, bewusst zu atmen. Das beru­higt dei­nen Geist und lenkt die Auf­merk­sam­keit auf dei­nen Kör­per.

Gut, dass man da allei­ne ist: Wer hät­te beim Gedan­ken an bewuss­te Atmung und der Auf­merk­sam­keit auf den Kör­per noch Zeit, sich um jemand ande­ren zu küm­mern? Also: Frau­en viel­leicht, aber Män­ner sind ja bekannt­lich nicht Mul­ti­tas­king-fähig. (Des­we­gen atmen Män­ner übri­gens auch nie beim Sex. Jetzt wis­sen Sie’s!)

Nimm die Gefüh­le an, die hoch­kom­men. Viel­leicht ver­wan­delt sich dein Orgas­mus in einen Schrei‑, Wut- oder Lach­or­gas­mus. Erlau­be dir alles, was dein Kör­per heu­te erfah­ren will.

Damit wären wir dann beim Lach­or­gas­mus. Laut Goog­le han­delt es sich dabei zwar um etwas eher Unse­xu­el­les (näm­lich das, was in den 1990er Jah­ren am Nie­der­rhein „schrott lachen“ hieß), aber wer wür­de Bar­ba­ra Car­rel­las schon wider­spre­chen wol­len? Viel­leicht hat es auch was mit dem „Kit­zel­sex“ zu tun, den Bild.de erst kürz­lich gefei­ert hat – fas­zi­nie­ren­der­wei­se ohne den sehr nahe­lie­gen­den Kalau­er „Wer­den Sie zum Kitz­ler!“

Jeden­falls: Wenn Lachen beim (sexu­el­len) Orgas­mus, dann bit­te allein! Ihr Part­ner könn­te sonst ähn­lich ent­geis­tert reagie­ren wie wenn Sie dabei jodeln.

Wenn du dich nicht son­der­lich sexy fühlst, dann nimm das wahr und respek­tie­re es. Viel­leicht willst du dich ins Bett kuscheln und end­lich das Buch lesen, für das du dir nie Zeit genom­men hast. Gebe dir das, was du willst. Berei­te dir

Lei­der wer­den wir nie erfah­ren, was man sich berei­ten soll, denn mit die­sen Wor­ten enden die guten Rat­schlä­ge. Aber das gehört ver­mut­lich zum Tan­tra dazu: den Höhe­punkt ein­fach … weg­zu­las­sen.

Wich­ti­ger ist eh:

Gebe dir das, was du willst.

… aber ver­mei­de kor­rek­te Impe­ra­ti­ve!

Falls Ihnen die­ser Arti­kel jetzt zu lang war (Sie wis­sen schon: die Kunst des Her­aus­zö­gerns), hier noch ein­mal die Kurz­form: „Hol dich doch ein­fach mal wie­der gepflegt einen run­ter!“

Kategorien
Musik Digital

A Different Point Of View

So schwer ist das bei den Pet Shop Boys ja eigent­lich nicht: Anders als bei Arca­de Fire (ca. 7) oder The Poly­pho­nics Spree (ca. 23) gibt es nur zwei Band­mit­glie­der – und wenn man die nicht aus­ein­an­der­hal­ten kann, nimmt man eben ein Foto, wo bei­de drauf sind, und schreibt bei­de Namen dar­un­ter.

Man kann es natür­lich auch so machen wie „Zeit Online“ und die Namen der bei­den unter ein Foto schrei­ben, das zwei der vier Back­ground­sän­ger/-tän­zer zeigt:

Aufgeräumt: Die Pet Shop Boys Neil Tennant und Chris Lowe halten Hof im Berliner Tempodrom

Beim „Wes­ten“ bleibt immer­hin unklar, ob es sich um eine Bild­un­ter­schrift oder den Vor­spann des Arti­kels han­deln soll:

Köln. Sie haben so ziemlich alle Moden ihrer Pionierzeit überlebt, aber sie selbst haben sich brillant gehalten: Die Pet Shop Boys im Kölner "Palladium".

In Wahr­heit sehen Neil Ten­n­ant und Chris Lowe bei den Kon­zer­ten (bzw. zu Beginn, wenn die Pres­se foto­gra­fie­ren darf) ein biss­chen anders aus. Aber das hät­te ich auch nicht gewusst, wenn ich nicht zufäl­lig dage­we­sen wäre.

Kategorien
Print Digital Politik

Klickbefehl (22)

Hei­ne: […] Die Unter­zeich­ner der Peti­ti­on haben gese­hen, wie Ent­schei­dun­gen in der Poli­tik getrof­fen wer­den – und das wird sie nach­hal­tig prä­gen.

von der Ley­en: Das ist doch etwas Tol­les

Hei­ne: Für uns war das nicht so toll.

Die „Zeit“ hat Ursu­la von der Ley­en, die das Gesetz für Inter­net­sper­ren vor­an­ge­trie­ben hat, und Fran­zis­ka Hei­ne, die die Peti­ti­on gegen die­ses Gesetz gestar­tet hat, zusam­men­ge­bracht.

Es ist ein beein­dru­cken­der Beleg dafür, dass es noch lan­ge kein Dia­log sein muss, wenn zwei Men­schen mit­ein­an­der reden. Ich bin mir sicher, in spä­tes­tens zehn Jah­ren wer­den wir sze­ni­sche Lesun­gen die­ses Tref­fens auf irgend­ei­ner Thea­ter­büh­ne erle­ben.

* * *

Die IVW (Infor­ma­ti­ons­ge­mein­schaft zur Fest­stel­lung der Ver­brei­tung von Wer­be­trä­gern) plant, die Mess­grö­ße Page Impres­si­on ab 2010 nicht mehr öffent­lich aus­zu­wei­sen. Sie will auf ihrer Web­site nur noch die Visits bekannt geben.

Erle­ben wir im nächs­ten Jahr das Ende der Bil­der­ga­le­rie im Online­jour­na­lis­mus? Was wer­den „RP Online“, „Welt Online“ und all die ande­ren Klick­hu­rer machen? Erle­ben wir eine Renais­sance der Tabel­le?

All die­se Fra­gen beant­wor­tet die Mel­dung bei horizont.net noch nicht.

[via Kat­ti]

Kategorien
Digital Sport

Wenn Basketball mal langweilig wird …

Im Fina­le der ame­ri­ka­ni­schen Bas­ket­ball-Liga NBA spie­len LA Lakers und Orlan­do Magic gera­de sie­ben Mal gegen­ein­an­der.

Was glau­ben Sie, wie vie­le Bil­der­ga­le­rien man damit fül­len kann? Also: Mit den pro­mi­nen­ten Zuschau­ern die­ser Spie­le? Wenn man „RP Online“ ist?

Da hät­ten wir zunächst mal eine all­ge­mei­ne, 24-teil­i­ge Bil­der­ga­le­rie, deren Betex­t­ung zwi­schen voll­ende­tem Wahn­sinn und Selbst­iro­nie oszil­liert:

Dagegen hat Rapper Will I Am mächtig Spaß mit Leonardo DiCaprio. Hie einmal von hinten.Von vorn hatten wir den ja schon ein paar Mal.

Zac Efron (ich schreib mal „High School Musi­cal“ in Klam­mern dazu, Sie schei­nen mei­ne Begeis­te­rung für den Dis­ney Chan­nel ja nur bedingt zu tei­len) war übri­gens auch im Publi­kum. Und weil er dabei eine Woll­müt­ze trug (das scheint tat­säch­lich der Auf­hän­ger zu sein), kann man damit natür­lich noch mal eine eige­ne neun­tei­li­ge Bil­der­ga­le­rie befül­len:

In Sachen Basketball kennt Efron sich aus.

In allen drei High-School-Musical-Teilen spielt er Basketball...

... in "17 Again", seinem aktuellen Film, auch.

Ach, und dann war Rihan­na auch noch bei meh­re­ren Spie­len.

Um das beson­de­re Ver­hält­nis von „RP Online“ und Rihan­na zu ver­ste­hen, muss man wis­sen, dass sich im Archiv etli­che Bil­der­ga­le­rien zur jun­gen Sän­ge­rin (aus Bar­ba­dos, Hit: „Umbrel­la“) befin­den, deren Betex­t­ung eigent­lich nur den Schluss zulässt – wir bege­ben uns hier ins schlam­mi­ge Ter­rain der Spe­ku­la­ti­on -, dass bei „RP Online“ ein 15-jäh­ri­ger Prak­ti­kant arbei­tet, des­sen gan­zes Zim­mer mit Rihan­na-Pos­tern tape­ziert ist und der kei­nen Zugang zu kal­ten Duschen hat.

Der fol­gen­de Über­blick ist sicher unvoll­stän­dig: „Rihan­nas sexy Auf­tritt in Kanye Wests Video“ (12 Bil­der), „Rihan­na als Miss Ter­mi­na­tor“ (30 Bil­der, ein­ge­lei­tet mit den Wor­ten „End­lich mal wie­der ein Auf­tritt von einer unse­rer Lieb­lings­sän­ge­rin­nen“), „Hat Rihan­na ihren Geschmack ver­lo­ren?“ (7 Bil­der), „Jus­tin Tim­ber­la­ke schickt Rihan­na in die Wüs­te“ (9 Bil­der), „Wur­de Rihan­na von Chris Brown geschla­gen?“ (7 Bil­der), „Und die Gewin­ne­rin ist… Rihan­na!“ (15 Bil­der), „Rihan­na und Co. erhal­ten ‚Ame­ri­can Music Award‘ “ (23 Bil­der), „Rihan­na – die immer schö­ne Sti­li­ko­ne“ (28 Bil­der), „Rihan­na und Bey­on­cé im Ver­gleich“ (20 Bil­der), „Rihan­na im schrä­gen Gothic-Look“ (11 Bil­der), „Sän­ge­rin Rihan­na als Modell“ (7 Bil­der), „Rihan­na für Unicef – so schön kann Hel­fen sein“ (11 Bil­der), „Rihan­na auf der Mai­län­der Mode­wo­che“ (19 Bil­der), „Duffy und Rihan­na beim Schuh-Shop­ping“ (9 Bil­der), „Rihan­nas sexy Auf­tritt in Mani­la“ (26 Bil­der), „Rihan­na begeis­tert bei den BET-Awards“ (8 Bil­der), „Rihan­na hat sich neu erfun­den“ (13 Bil­der), „Das düs­te­re Video von Rihan­na“ (10 Bil­der), „Für den guten Zweck: Rihan­na mit Milch­bart“ (11 Bil­der), „Rot­licht-Alarm bei Rihan­na“ (8 Bil­der), „Rihan­nas Out­fits im Vier-Punk­te-Check“ (12 Bil­der) und natür­lich der Klas­si­ker „Rihan­na ist stolz auf ihren Po“ (14 Bil­der).

Jeden­falls war Rihan­na auch da. Das reicht für sie­ben Bil­der und kom­pe­ten­te Ein­schät­zun­gen:

Rihanna sieht endlich wieder glücklich aus. Die Sängerin besuchte das Spiel der Los Angeles Lakers bei den Orlando Magic.

Basketball ist halt ab und zu auch mal langweilig. Rihanna, die auch an den Fingern tätowiert ist, vetreibt sich die Zeit mit einem Softdrink.

Nach vier Spie­len füh­ren die Lakers übri­gens 3:1 gegen Orlan­do …

Kategorien
Digital

Understanding In A Car Crash

War­nung!

In die­sem Ein­trag wer­den Sei­ten ver­linkt, auf denen bru­ta­le und ver­stö­ren­de Fotos bzw. Vide­os zu sehen sind. Wenn Sie emp­find­lich auf sol­che Dar­stel­lun­gen reagie­ren oder es Ihnen reicht, sich vor­zu­stel­len, wie die Opfer eines Ver­kehrs­un­falls aus­se­hen, dann kli­cken Sie bit­te auf kei­nen die­ser Links!

Da hat man sich den Mund fus­se­lig dis­ku­tiert nach dem Amok­lauf von Win­nen­den, hat an jour­na­lis­ti­sche Ethik oder ein­fach nur an den gesun­den Men­schen­ver­stand appel­liert, wenn es um Gewalt­dar­stel­lun­gen in den Medi­en ging. Gera­de letz­te Woche hat­te ich mich und mög­li­che mit­le­sen­de Jour­na­lis­ten mal wie­der gefragt (da dürf­ten Sie jetzt drauf kli­cken, das ist nur ein Cof­fee-And-TV-Arti­kel), ob man eigent­lich alle Quel­len nut­zen müss­te, die einem so zur Ver­fü­gung ste­hen, um ein schreck­li­ches Ereig­nis auf­zu­be­rei­ten.

Aber letzt­lich braucht es wohl ein­fach nur genug Blut und in den Gehir­nen der Online-Redak­teu­re rei­ßen die letz­ten Syn­ap­sen ab.

Im nie­der­län­di­schen Apel­doorn ist bei der Para­de zum heu­ti­gen Köni­gin­nen­tag gegen 12 Uhr Mit­tags ein Auto in die Men­schen­men­ge gefah­ren und erst vor einem Denk­mal zum Ste­hen gekom­men. Im Moment geht man von vier Toten und min­des­tens 20 Ver­letz­ten aus.

Weil sich zumin­dest Tei­le die­ses Unfalls in der direk­ten Nähe des könig­li­chen Bus­ses abspiel­ten, wur­den die­se Bil­der live im Fern­se­hen über­tra­gen. Dass grau­sa­me Din­ge on air pas­sie­ren, gehört zu den Risi­ken einer Live-Über­tra­gung. Die Fra­ge ist, wie man in den nächs­ten Momen­ten damit umgeht.

Die Sen­der des nie­der­län­di­schen RTL haben Vide­os ins Inter­net gestellt, auf denen Men­schen über die Stra­ße geschleu­dert wer­den. Zuschau­er schrei­en ent­setzt (und gut hör­bar) auf, spä­ter sieht man Poli­zis­ten bei ver­zwei­fel­ten Wie­der­be­le­bungs­ver­su­chen. Ich weiß nicht, was davon live über den Sen­der ging und was „nur“ auf­ge­nom­men wur­de – ich bin mir nur ziem­lich sicher, dass die Betrach­tung die­ser bru­ta­len Bil­der kei­ne zwin­gen­de Vor­aus­set­zung für ein Ver­ständ­nis des Vor­gangs „Auto rast in Men­schen­men­ge“ dar­stellt.

In den nie­der­län­di­schen Fern­seh­sen­dern sind die Bil­der des Vor­falls immer wie­der zu sehen – auf man­chen nur die letz­ten Meter, bevor das Auto in die Umzäu­nung des Denk­mals kracht, auf den Sen­dern der RTL-Grup­pe auch noch mal ein paar Men­schen, die getrof­fen wer­den. Repor­ter der Pri­vat­sen­der ste­hen vor dem Auto-Wrack, wäh­rend im Bild­hin­ter­grund die abge­deck­ten Lei­chen lie­gen, die Öffent­lich-Recht­li­chen haben ihre Repor­ter inzwi­schen vor dem Königs­pa­last abge­stellt.

Aber die nie­der­län­di­schen Medi­en, die eh sehr viel libe­ra­ler sind im Umgang mit expli­zi­ten Dar­stel­lun­gen, sol­len uns hier nur am Ran­de und unter exo­ti­schen Aspek­ten inter­es­sie­ren. Wir haben ja unse­re eige­nen Medi­en, allen vor­an die im Inter­net.

Trash-Por­ta­le wie „Spie­gel Online“, Bild.de, focus.de und stern.de, aber auch FAZ.net zei­gen Bil­der­ga­le­rien, in denen man sich unter ande­rem dar­über infor­mie­ren kann, wie eigent­lich schwe­re Kopf­ver­let­zun­gen oder Mund-zu-Mund-Beatmun­gen aus­se­hen.

tagesschau.de zeigt als Auf­ma­cher­bild eine Tota­le (wie man sie auch in der „Net­zei­tung“ und der Klick­stre­cke von „RP Online“ fin­det) mit meh­re­ren Ver­let­zen, wäh­rend im Fern­seh­bei­trag haupt­säch­lich ent­setz­te Augen­zeu­gen (dar­un­ter ein wei­nen­des Kind) zu sehen sind.

Spe­ku­la­tio­nen schie­ßen (natür­lich) ins Kraut und Bild.de brauch­te nur weni­ge Zen­ti­me­ter, um aus einer Fra­ge …

Schock für Beatrix am Königinnentag in Holland: War es ein Anschlag? Autofahrer raste in Menschenmenge - vier Tote und fünf Schwerverletzte

… eine Tat­sa­che zu machen:

Anschlag auf Königin Beatrix: Der Bus mit der königlichen Familie – nur wenige Meter trennen ihn von der Stelle, an der der Suzuki in das Denkmal gerast ist. In der Mitte zu erkennen...

Beim Wes­ten war ver­mut­lich eher sprach­li­ches Unver­mö­gen als Zynis­mus Schuld an einer Bild­un­ter­schrift wie die­ser:

Begeistert warten die Zuschauer im holländischen Apeldoorn auf den Besuch der Königsfamilie, als ein Auto in die Menschenmenge rast.

(Unnö­tig zu erwäh­nen, dass das Foto natür­lich kei­ne begeis­ter­ten War­ten­den zeigt, son­dern in Bewe­gung befind­li­che Unfall­op­fer. Der Bild­aus­schnitt wur­de übri­gens spä­ter noch ver­än­dert, so dass nun weni­ger von den Kör­pern und mehr vom Auto zu sehen ist.)

Von allen gro­ßen Por­ta­len, die mir spon­tan ein­fie­len, kommt nur sueddeutsche.de ohne all­zu bru­ta­le Fotos und/​oder Bil­der­ga­le­rien aus. Aller­dings erhielt mei­ne zag­haf­te Erleich­te­rung einen Dämp­fer, als ich in den Kom­men­ta­ren zum Arti­kel erst Kri­tik an (offen­bar vor­her dort gezeig­ten) Bil­dern fand und dann das hier las:

 30.04.2009  14:29:35 Moderator (sueddeutsche.de): Liebe user, obwohl das von uns zunächst gezeigte Bild aus dokumentarischen Gründen auch in anderen Publikationen zu sehen war, haben wir uns aus Pietätsgründen dazu entschieden ein anderes Bild zu verwenden. Mit freundlichen Grüßen, Ihr Moderator

Die obli­ga­to­ri­sche Gegen­pro­be beim Online-Auf­tritt des „Guar­di­an“ ergab: Ein zer­trüm­mer­tes Auto sagt auch viel aus.

Mit beson­de­rem Dank an unse­re Nie­der­lan­de-Kor­re­spon­den­tin Leo­nie.

Nach­trag, 23:55 Uhr: Zu früh gelobt: Der „Guar­di­an“ hat mit einer Bil­der­ga­le­rie und einem Video nach­ge­legt, wo Bil­der zu sehen sind, die mei­nes Erach­tens auch nicht nötig wären.

Kategorien
Digital

München

Es gibt Orte, die für immer den Stempel des Grauens verpasst bekommen haben. Wenn man ihren Namen hört, denkt man unwillkürlich an die schrecklichen Taten und menschlichen Tragödien, die sich dort abgespielt haben. Winnenden, ein kleiner beschaulicher Ort in Baden-Württemberg, gehört nun dazu: .. (Foto: dpa)

Und falls Sie sich fra­gen, wie die Sach­be­ar­bei­ter des Grau­ens so aus­se­hen mögen, die beschau­li­chen Orten den Stem­pel des Grau­ens auf­drü­cken: Ver­mut­lich so wie die Online-Redak­teu­re der „Abend­zei­tung“.

Die haben näm­lich eine 23-teil­i­ge Klick­stre­cke online, in der flei­ßig gestem­pelt wird: Win­nen­den, Erfurt (eine Lan­des­haupt­stadt …), Ems­det­ten, Esche­de, Ram­stein, Mölln, Bad Rei­chen­hall (wegen Eis­hal­le, obwohl’s dort auch schon mal einen Amok­lauf gege­ben hat), Glad­beck natür­lich und Amstet­ten.

Schön auf­ge­führt und auf ewig im Inter­net archi­viert unter einer Über­schrift, in der sicher kein Fun­ke Selbst­er­kennt­nis mit­schwingt:

Bilderstrecke: Orte des Grauens

Dass ganz neben­bei auch noch mal die berühm­tes­ten Amok­läu­fer, Gei­sel­neh­mer und Ver­ge­wal­ti­ger der jün­ge­ren Ver­gan­gen­heit gewür­digt wer­den wie die Ver­stor­be­nen des Jah­res bei der Oscar­ver­lei­hung, ver­steht sich natür­lich von selbst.

Kategorien
Print Digital

Deutschlands führende Nacktrichten-Portale

Frü­her galt es unter pro­mi­nen­ten Frau­en als der letz­te Ret­tungs­an­ker, sich (halb-)nackt für irgend­wel­che Her­ren­ma­ga­zi­ne ablich­ten zu las­sen, um noch ein biss­chen Geld und Auf­merk­sam­keit ein­zu­strei­chen.

Heu­te sind die Frau­en nicht mehr pro­mi­nent und sie ste­hen am Anfang, nicht am Ende einer Kar­rie­re, wenn sie sich aus­zie­hen. Aller­dings hat es den Anschein, als wür­den nicht pri­mär sie von sol­chen Fotos pro­fi­tie­ren, son­dern das jewei­li­ge Maga­zin, dass sich – wie bereits erwähnt – über jede Men­ge kos­ten­lo­ser Wer­bung freu­en kann:

 Topmodel in der FHM - Tessa: „Guter Sex kann kurz sein“
(express.de)

Heidis Topmodel Tessa zeigt die Brüste - Oberzicke Tessa strippt vor einer Kamera und erscheint in der aktuellen Ausgabe des Männermagazins FHM.
(hna.de)

GNTM: Topzicke Tessa zeigt sich hüllenlos. Die Topmodel-Kandidatin Tessa zeigt Ihren Traumkörper und verrät pikante Details aus ihrem Liebesleben. Die Bilder!
(oe24.at)

Weitaus niveauvoller, aber nicht minder heiß, sind die Unterwäschebilder, die Tessa im Männermagazin FHM zeigen.
(„Schwä­bi­sche Zei­tung“)

Und dann sind da natür­lich noch die übli­chen Trash-Por­ta­le:

Die Enthüllung der Tessa: Nachrichten, 06.03.2009, DerWesten. Tessa macht ernst: lange vor dem Ende der vierten Staffel von "Germany´s next Topmodel" hat sie ihr Cover-Shooting hinter sich gebracht.
(derwesten.de)

Topmodel-Zicke sexy in der FHM: Heidi, guck mal, das ist deine Tessa! Was die Model-Mama wohl zu diesen Bildern sagt? Topmodel-Kandidatin Tessa Bergmeier (19) – immer wieder für eine Überraschung gut! Ihr jüngster Coup: ein FHM-Shooting im Puff! Tessa lasziv in sexy Dessous, Tessa wie sie ihr eigenes Spiegelbild anschmachtet.
(Bild.de)

Tessa Bergmeier in einem Männermagazin
Da wird Heidi aber Augen machen. Düsseldorf (RPO). Was wäre
(„RP Online“)

Las­sen Sie sich von dem Wort „Män­ner­ma­ga­zin“ übri­gens nicht irri­tie­ren: „RP Online“ ver­rät den Namen des Maga­zins natür­lich noch und ver­linkt auch dar­auf. Und auf die eige­ne, dies­mal nur zehn­tei­li­ge Bil­der­ga­le­rie zum The­ma.

Ich habe die Leu­te von derwesten.de, die ihre sieb­zehn­tei­li­ge Klick­stre­cke via twit­ter ange­prie­sen hat­ten, gefragt, ob es eigent­lich ein Gesetz gebe, dass einen zur Bericht­erstat­tung über aktu­el­le FHM-Titel­bil­der ver­pflich­tet.

Die über­ra­schen­de Ant­wort:

@coffeeandtv Nein, kein Gesetz. Aliens vom Planeten Zargon sind in der Redaktion gelandet und zwingen uns mit vorgehaltener Laserwaffe dazu.

Kategorien
Print Digital

Der letzte Strohhalm könnte blühen

Blühende Strohhalme (Symbolfoto: Lukas Heinser)

In der letz­ten tages­ak­tu­el­len Fern­seh­sen­dung, die ich mir noch anse­he, der „Dai­ly Show“, war am Mon­tag der Jour­na­list Wal­ter Isaac­son zu Gast, um über die Zukunft des Jour­na­lis­mus zu spre­chen:

Hier kli­cken, um den Inhalt von media.mtvnservices.com anzu­zei­gen.

Im Wesent­li­chen hat er dabei (das war ja der Auf­hän­ger sei­nes Auf­tritts) sei­ne Titel­sto­ry aus dem aktu­el­len „Time“-Magazine para­phra­siert: Ein Jour­na­lis­mus, der sich nur auf Wer­be­kun­den ver­las­se, ver­lie­re ers­tens sei­ne Bin­dung zum Rezi­pi­en­ten und kön­ne zwei­tens in Kri­sen­zei­ten (so wie … jetzt) schnell ganz ohne Geld daste­hen, so Isaac­son.

Aber er hat ja schon eine Idee:

So I am hoping that this year will see the dawn of a bold, old idea that will pro­vi­de yet ano­ther opti­on that some news orga­niza­ti­ons might choo­se: get­ting paid by users for the ser­vices they pro­vi­de and the jour­na­lism they pro­du­ce.

Das klingt in Zei­ten, in denen eine zuneh­men­de Zahl von Zei­tun­gen und Zeit­schrif­ten ihre Archi­ve kos­ten­los ins Inter­net stellt und Goog­le das Sei­ne dazu bei­trägt, zunächst ein­mal völ­lig ana­chro­nis­tisch.

Isaac­son manö­vriert sich dann auch etwas in argu­men­ta­ti­ven Treib­sand, wenn er ange­sichts einer blü­hen­den Open-Source-Sze­ne aus­ge­rech­net Bei­spie­le wie die­ses anführt:

For exam­p­le, when Bill Gates noti­ced in 1976 that hob­by­ists were free­ly sha­ring Alta­ir BASIC, a code he and his col­le­agues had writ­ten, he sent an open let­ter to mem­bers of the Home­brew Com­pu­ter Club tel­ling them to stop. „One thing you do is pre­vent good soft­ware from being writ­ten,“ he rai­led. „Who can afford to do pro­fes­sio­nal work for not­hing?“

Ande­rer­seits weiß auch ich – bei aller Sym­pa­thie für Open Source, Musik-Ver­schen­ken und ähn­li­chem -, dass wir alle irgend­wie Geld ver­die­nen müs­sen. Auch ich wür­de ger­ne irgend­wann mal eine Fami­lie ernäh­ren kön­nen.

Und so kommt Isaac­son zu einem Schluss, dem ich mir eigent­lich nur anschlie­ßen kann:

We need some­thing like digi­tal coins or an E‑ZPass digi­tal wal­let — a one-click sys­tem with a real­ly simp­le inter­face that will per­mit impul­se purcha­ses of a news­pa­per, maga­zi­ne, artic­le, blog or video for a pen­ny, nickel, dime or wha­te­ver the crea­tor choo­ses to char­ge.

Isaac­son denkt dabei an lächer­lich erschei­nen­de Prei­se (5 Cent pro Arti­kel, 10 Cent für eine Tages­aus­ga­be, 2 Dol­lar für einen Monat), die sich aber sicher schnell ordent­lich sum­mie­ren wür­den.

iTu­nes und der App­s­to­re fürs iPho­ne bewei­sen, dass Men­schen durch­aus bereit sind, Geld für Pro­duk­te zu zah­len – es muss nur ganz ein­fach funk­tio­nie­ren. Als Bezah­lung für jour­na­lis­ti­sche Arbeit (dann aber bit­te gute!) wären soge­nann­te Micro­pay­ment-Sys­te­me durch­aus denk­bar. Man müss­te nur erst­mal eines (er)finden, das ein­fach funk­tio­niert und uni­ver­sell ein­setz­bar ist.

Die nächs­ten Schrit­te wären klar: Wenn jeder Geld zah­len und emp­fan­gen könn­te, könn­ten Nach­wuchs­bands vir­tu­el­le Hüte auf ihrer MySpace-Sei­te auf­stel­len, wir könn­ten Blog­gern ein paar Cent zuste­cken, wenn uns ihre Arti­kel gefal­len haben, oder dem Foto­gra­fen unse­res Desk­top-Hin­ter­grund­bil­des eine klei­ne finan­zi­el­le Auf­merk­sam­keit zukom­men las­sen.

Und wir könn­ten noch wei­ter gehen: Statt Rund­funk­ge­büh­ren über eine kaf­ka­es­ke Behör­de ein­zie­hen zu las­sen, könn­ten sich die öffent­lich-recht­li­chen Sen­der direkt ent­loh­nen las­sen. Nie­mand, den es nicht inter­es­siert, müss­te noch die viel­zi­tier­ten Volks­mu­sik-Sen­dun­gen sub­ven­tio­nie­ren. Das Geld könn­te direkt in die ein­zel­nen Redak­tio­nen flie­ßen und mein Geld wür­de zu null Pro­zent in Eins-Live-Come­dy gesteckt, aber an die Macher des „Zeit­zei­chens“ gehen.

Kategorien
Digital

Die Zukunft hielt 12 Monate

Die Nach­richt schlug ein wie eine Bom­be: zoomer.de, das ambi­tio­nier­te Zukunft-der-Nach­rich­ten-Por­tal der Holtz­brinck-Grup­pe, wird Ende des Monats ein­ge­stellt.

Gut: Die Bom­be ging nicht hoch, son­dern wir­bel­te allen­falls ein biss­chen Staub auf. Aber so wird sie wenigs­tens in sech­zig Jah­ren für Beschäf­ti­gung des Kampf­mit­tel­räum­diens­tes, mehr­stün­di­ge Unter­richts­aus­fäl­le und gro­ße Arti­kel im Lokal­jour­na­lis­mus sor­gen. Und das ist ver­mut­lich mehr Posi­ti­ves, als sich über das eine Jahr zoomer.de selbst sagen lie­ße.

Ende Janu­ar gab der Axel-Sprin­ger-Ver­lag bekannt, dass Zoo­mer-Chef­re­dak­teur Frank Syré, der sich immer­hin die Mühe gemacht hat­te, auch abwe­gigs­te Bil­der­ga­le­rien in Blog-Kom­men­ta­ren zu recht­fer­ti­gen, am 1. März als stell­ver­tre­ten­der Chef­re­dak­teur zu bild.de geht. Jetzt steht fest: einen Nach­fol­ger wird er nicht brau­chen.

zoomer.de ist gran­di­os, aber weit­ge­hend unter Aus­schluss der Öffent­lich­keit geschei­tert. Selbst jene Blogs, die sich sonst an den klei­nen und gro­ßen Feh­lern deut­scher Nach­rich­ten­por­ta­le wei­den, hat­ten schon kurz nach dem Start kei­ne Lust mehr, und beim Erstel­len unse­rer inter­nen Wer-macht-noch-wie-lan­ge-Lis­te („’Va­ni­ty Fair‘: Ostern 2009“) haben wir die Sei­te schlicht ver­ges­sen.

In den letz­ten Mona­ten hat­te man sich dort (soweit ich das bei mei­nen Besu­chen ein­mal im Quar­tal beob­ach­ten konn­te) mit zuneh­men­der Ver­zweif­lung um Auf­merk­sam­keit bemüht, indem man Radau­brü­dern wie David Har­nasch („Die Ach­se des Guten“) oder MC Win­kel („Whu­dat“) eine Platt­form bot oder den „Her­aus­ge­ber“ Ulrich Wickert über Spra­che dozie­ren ließ.

Selbst die als „Pro­vo­ka­ti­on“ apo­stro­phier­te Klick­stre­cke „Die schlimms­ten Städ­te Deutsch­lands“ schaff­te es auf gera­de 23 Kom­men­ta­re und Null Blog-Ver­lin­kun­gen. Nicht ein­mal die größ­ten Lokal­pa­trio­ten woll­ten ange­sichts der grau­en­haft recher­chier­ten Schmä­hung Bochums („gan­ze zwei Kinos“, „nachts ist nichts los“) auch nur einen Fin­ger rüh­ren. zoomer.de war zu dem Irren gewor­den, der in der Fuß­gän­ger­zo­ne vor sich hin brab­belt, aber von dem alle wis­sen, dass er harm­los ist.

Mög­li­cher­wei­se böte das erstaun­lich schnel­le Schei­tern von zoomer.de die Gele­gen­heit, mal dar­über nach­zu­den­ken, ob Mit­mach­por­ta­le wirk­lich die „Zukunft der Nach­rich­ten“ sind. Ich kann nur für mich spre­chen, aber gera­de in über-media­li­sier­ten Zei­ten habe ich ger­ne die Schlag­zei­len kurz und kna­ckig bei­sam­men und will nicht abstim­men müs­sen, was die Top-Sto­ry ist. Für Mei­nun­gen und Ana­ly­sen gehe ich dann zu Leu­ten, deren Mei­nung mich inter­es­siert und die ich ernst neh­men kann.

Kategorien
Digital

Kelvin & Hops

Man kann über „RP Online“, Deutsch­lands füh­ren­des Regio­nal­zei­tungs-Por­tal, län­ge­re Tex­te schrei­ben, wie es Dani­el Bouhs für die „taz“ getan hat.

Aber im Prin­zip lässt sich die gan­ze Klick­schin­de­rei, die Bou­le­vard-Sucht und die gan­ze Scheiß­egal-Hal­tung auch noch knap­per zusam­men­fas­sen:

CK-Werbespot zu sexy für US-Fernsehen. Foto: Screenshot Calvin Klein. Kelvin Klein hat schon öfter mit seinen Werbespots Staub aufgewirbelt.

Aber weil sich „RP Online“-Chefredakteur Rai­ner Kur­le­mann im „taz“-Artikel beklagt, „Hein­ser und Nig­ge­mei­er wür­den sich ‚an eini­gen, weni­gen Fäl­len‘ abar­bei­ten, die ‚Leis­tun­gen‘ aber nicht wür­di­gen“, wür­di­ge ich hier ger­ne mal wie­der eine Leis­tung und emp­feh­le Ihnen die Kolum­ne „About a Boy“, die mein frü­he­rer plattentests.de-Kollege Sebas­ti­an Dal­kow­ski für „RP Online“ schreibt.

Nach­trag, 7. Febru­ar: „RP Online“ hat Cal­vin Kleins Vor­na­men inzwi­schen kor­ri­giert. (Das hebt sie auch von ande­ren Por­ta­len ab.)

Kategorien
Digital

Shut Up And Klick

Ich bin mit den bau­li­chen Vor­aus­set­zun­gen der Redak­ti­ons­räu­me von „RP Online“ nicht ver­traut, aber …

Wäre es viel­leicht mög­lich, dort noch irgend­wo eine Dusche auf­zu­stel­len, damit sich die männ­li­chen Mit­ar­bei­ter zwi­schen­durch mal kalt abbrau­sen kön­nen?

Endlich mal wieder ein Auftritt von einer unserer Lieblingssängerinnen: Rihanna begeisterte die Massen bei einem Konzert im Vorfeld des Super Bowl im Ford Amphitheatre in Tampa in Florida. Und die Schöne von Barbados blieb sich treu, wieder sahen wir sie in einem ungewöhnlichem Outfit.

Fangen wir mal unten an: Bis zur Mitte des Oberschenkels möchte man doch sicher davon ausgehen, dass Rihanna sich als Hauptdarstellerin für den nächsten Terminator-Film zu bewerben gedenkt. Dann wird es ungefähr 30, 40 Zentimeter sexy.

Der Oberkörper steckt in einem schwarzen Jäckchen mit vielen Bändern und Schnüren und dann noch die scharfen Lederhandschuhe.

So scharf Rihanna ja mal wieder aussah, schauen Sie sich mal die zwei Tänzerinnen an. Die tragen doch irgendwelche ollen Klamotten aus den 80er-Jahren auf. Naja, man darf der Chefin ja auch nicht die Show stehlen.

Falls Sie die wei­te­ren … Ergüs­se lesen wol­len: Deutsch­lands erfolg­reichs­tes Regio­nal­zei­tungs­por­tal hält eine 30-teil­i­ge Bil­der­ga­le­reie bereit.

Vie­les davon kommt einem aller­dings bekannt vor, zum Bei­spiel aus die­ser Gale­rie („Rihan­na sieht ein­fach immer gut aus“), die­ser („Der makel­lo­se Kör­per ist Rihan­na extrem wich­tig“), die­ser („Denn eigent­lich ist sie doch so schön“) oder die­ser („Rihan­na hat eine vol­le Ober­wei­te, die sie ger­ne zur Schau trägt“).

Nur auf die­ses legen­dä­re Bild hat „RP Online“ dies­mal ver­zich­tet:

...und der Popo (s. Pfeil) im kurzen Kleidchen werden stolz präsentiert.

Kategorien
Print Digital

Wo ist Walter?

Screenshot: nytimes.com

Es ist ver­mut­lich kein Geheim­nis, dass ich den Online-Auf­tritt der „New York Times“ – neben dem des eng­li­schen „Guar­di­an“ – für das abso­lu­te Non­plus­ul­tra hal­te. Die Sei­te ver­bin­det die qua­li­ta­tiv oft sehr hoch­wer­ti­gen Tex­te der Zei­tung mit einem anspre­chen­den Lay­out und so ziem­lich allem, was die moder­ne Tech­nik her­gibt.

Die neu­es­te Idee: ein rie­si­ges Foto von der Ehren­tri­bü­ne bei der gest­ri­gen Ver­ei­di­gung (oder „Inau­gu­ra­ti­on“, um das neue Lieb­lings­wort voka­bel­schwa­cher deut­scher Jour­na­lis­ten­dar­stel­ler zu ver­wen­den) von Barack Oba­ma.

Aber es ist nicht nur ein rie­si­ges (zusam­men­ge­setz­tes) Foto, man kann auch hin­ein­zoo­men, über die Köp­fe der dort sit­zen­den Per­so­nen fah­ren und sich bei vie­len Per­so­nen anzei­gen las­sen, wie sie hei­ßen. Dar­über hin­aus kann man direkt auf eine bestimm­te Stel­le des Fotos ver­lin­ken (falls man z.B. wie John Cusack selbst im Bild ist und damit vor all sei­nen Freun­den rum­prot­zen will) und nach allen iden­ti­fi­zier­ten Per­so­nen suchen. Und das alles bei Inter­es­se auch noch im Voll­bild­mo­dus.

Ist es das, was die Welt unbe­dingt gebraucht hat? Nein. Ist es trotz­dem toll? Auf alle Fäl­le.

Nur einen Wal­ter habe ich nir­gend­wo fin­den kön­nen.

Nach­trag, 15:52 Uhr: Dank tat­kräf­ti­ger Unter­stüt­zung von Stitch habe ich doch noch einen Wal­ter gefun­den: Wal­ter Mon­da­le, Vize­prä­si­dent von 1977 bis 1981.