Klickbefehl (22)

Von Lukas Heinser, 25. Juni 2009 14:43

Heine: […] Die Unterzeichner der Petition haben gesehen, wie Entscheidungen in der Politik getroffen werden – und das wird sie nachhaltig prägen.

von der Leyen: Das ist doch etwas Tolles

Heine: Für uns war das nicht so toll.

Die „Zeit“ hat Ursula von der Leyen, die das Gesetz für Internetsperren vorangetrieben hat, und Franziska Heine, die die Petition gegen dieses Gesetz gestartet hat, zusammengebracht.

Es ist ein beeindruckender Beleg dafür, dass es noch lange kein Dialog sein muss, wenn zwei Menschen miteinander reden. Ich bin mir sicher, in spätestens zehn Jahren werden wir szenische Lesungen dieses Treffens auf irgendeiner Theaterbühne erleben.

* * *

Die IVW (Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern) plant, die Messgröße Page Impression ab 2010 nicht mehr öffentlich auszuweisen. Sie will auf ihrer Website nur noch die Visits bekannt geben.

Erleben wir im nächsten Jahr das Ende der Bildergalerie im Onlinejournalismus? Was werden „RP Online“, „Welt Online“ und all die anderen Klickhurer machen? Erleben wir eine Renaissance der Tabelle?

All diese Fragen beantwortet die Meldung bei horizont.net noch nicht.

[via Katti]

12 Kommentare

  1. Alex
    25. Juni 2009, 15:28

    zu Teil 1: wer beim Klicken auch noch Kopfschütteln möchte, darf hier drücken: http://www.unpolitik.de/2009/0.....ntausgabe/

    (gefunden bei Anke Gröner: http://www.ankegroener.de/?p=4720)

  2. Lukas
    25. Juni 2009, 15:31

    Und ich hatte einen Hinweis dazu erst bei Kommentar #4 oder 5 erwartet …

    Ich würde ja niemals Boshaftigkeit vermuten, wo Unfähigkeit als Erklärung auch ausreicht, von daher glaube ich den ZeitMachern, dass das ein dämlicher Fehler war.

  3. SvenR
    25. Juni 2009, 15:54

    Ge-lo-gen!

  4. Alex
    25. Juni 2009, 16:06

    naja, jedenfalls haben sie dann neben dem Zensursula-Thema dann auch gleich noch das Thema „Qualitäts-Journalismus vs. Blogger“ mit erschlagen…

  5. Christoph Schultheis
    25. Juni 2009, 16:14

    Das ist (zumindest) den ZEITonlinern offenbar wirklich sehr peinlich:
    „Noch einmal: Entschuldigung, Unterzeile war ein Fehler. Wird in der gedruckten Zeit kommende Woche korrigiert“
    https://twitter.com/zeitonline/status/2325502358

  6. Christoph Schultheis
    25. Juni 2009, 16:16

    Überhaupt: So ein schickes Interview – und was sehen die Leute: die doofe (Print-)Unterzeile…

  7. Alex
    25. Juni 2009, 16:52

    Da ich nu Laie bin: Kann mir jemand erklären, wer üblicherweise die Überschriften macht? Ist das der Redakteur des Textes, gibts eine eigene Überschriftenredaktion oder einen IHK-Ausbildungsgang „Fachkraft für Überschriftenkomposition“, oder macht das der Setzer, der nur schaut, dass die Wörter in der Überschrift halbwegs mit den Wörtern im Text korrespondieren?

  8. Dennis
    25. Juni 2009, 16:54

    Na, ob das so schick war. Ich stelle mir gerade beim Lesen vor, wie das wohl in der Realität ausgesehen haben muss – man sagt was, und von der Leyen bricht in die vorformulierten Reden aus, die man schon 1000x gehört und 1000x auseinandergenommen hat, und das ohne aufzuhören. Ihr Monolog-Anteil war ja echt enorm, und die wenigen Gegenfragen, die da aufkommen konnten wurden abgewürgt – da hätte ein Moderator diese Ungleichheit der Medienkompetenz besser ausgleichen können/sollen und nochmal nachhaken, um eben doch ein Gespräch aus dem ganzen zu machen.

    Davon ab find ichs schön wenn die Klickhurerei mal ein Ende hat.

  9. heinzkamke
    25. Juni 2009, 17:06

    Wäre interessant, das Zeit-Interview den berühmten 10 Menschen auf der Straße (gerne Einwanderer aus einer fernen Zeit oder einem fernen Land, die weder Identität noch politische Funktionen noch die Vorgeschichte kennen) vorzulegen und zu fragen, wem sie glauben.

    Ich würde auf 8:2 für Frau von der Leyen tippen. (Und das ist keine Kritik an Frau Heine, mehr war meines Erachtens nicht zu erwarten.)

  10. Kunar
    25. Juni 2009, 19:27

    Wenn ich mir durchlese, wie da in langen Absätzen nach wie vor Dinge behauptet werden, die inzwischen so oft klar widerlegt wurden, komme ich zu folgendem Schluss: Frau von der Leyen ist eine unglaubliche Demagogin.

  11. SvenR
    25. Juni 2009, 21:13

    Ich sag’s nochmal: Ge-lo-gen. Irgendjemand hat doch die Zeile dahingetippt. Die ist ja nicht von alleine entstanden. Und sie wurde entweder für’s Internet oder für den Druck geändert.

    Denen ist nur peinlich, dass sie so schnell erwischt worden sind.

  12. Coffee And TV: » Die leckersten Momente des Grimme Online Awards 2009
    25. Juni 2009, 23:52

    […] Verbreitung von Werbeträgern, kurz IVW, endlich die Relevanz von Page Impressions als Messgröße einschränken. Was heißt das aber genau? Künftig werden PI-steigernde Klickstrecken immer seltener werden. […]