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Musik Literatur

„Das ist keine Reisegruppe“
Ein Interview mit Sven Regener

Musik­jour­na­lis­ten erzäh­len häu­fi­ger, dass sie rela­tiv wenig Ambi­tio­nen hät­ten, ihre per­sön­li­chen Hel­den zu tref­fen. Zu groß ist die Angst, dass sich der über lan­ge Jah­re Bewun­der­te als lang­wei­lig oder – schlim­mer noch – unsym­pa­thisch her­aus­stellt, dass einem kei­ne guten Fra­gen ein­fal­len oder man ver­se­hent­lich die eige­nen Freun­de mit rein­zieht.

Vor Sven Rege­ner habe ich einen Hei­den­re­spekt: Die Musik sei­ner Band Ele­ment Of Crime beglei­tet mich schon län­ger, die letz­ten bei­den Alben habe ich rauf und run­ter gehört und sei­ne Roman­tri­lo­gie über Frank Leh­mann habe ich mit gro­ßem Gewinn gele­sen. Außer­dem muss ich immer an jenes legen­dä­re Inter­view mit der (inzwi­schen fast schon wie­der völ­lig ver­ges­se­nen) „Net­zei­tung“ den­ken.

Es hät­te also gute Grün­de gege­ben, sich nicht um ein Inter­view mit dem Mann zu bemü­hen, obwohl er mit Ele­ment Of Crime in Bochum war. Aber ein kur­ze Begeg­nung beim letzt­jäh­ri­gen Fest van Cleef hat­te mich so weit beru­higt, dass ich gewillt war, mich auf das Expe­ri­ment ein­zu­las­sen.

Element Of Crime (Archivfoto vom Fest van Cleef 2009)

Kurz bevor es los­ging sag­te er: „So, wir duzen uns. Ich bin Sven.“ Gut, dass das vor­ab geklärt ist, Respekts­per­so­nen wür­de man ja sonst auch sie­zen.

Wie das Gespräch dann lief, kön­nen Sie jetzt sel­ber hören und beur­tei­len. Zu den The­men zäh­len Sven Rege­ners Tour­blog, klei­ne­re Städ­te, „Romeo und Julia“, Cover­ver­sio­nen und Vor­bands.

Inter­view mit Sven Rege­ner
(Zum Her­un­ter­la­den rechts kli­cken und „Ziel spei­chern unter …“ wäh­len.)

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Literatur Print

Restposten der spätkindlichen Infantilgesellschaft

Ich weiß nicht, ob Sie’s mit­be­kom­men haben, 1 aber es gibt da ja gera­de eine neue deut­sche Lite­ra­tur­sen­sa­ti­on, die die gro­ßen jun­gen deut­schen Lite­ra­tur­sen­sa­tio­nen der ver­gan­ge­nen Deka­den, „Cra­zy“ und „Feucht­ge­bie­te“ kurz­schließt: „Axolotl Road­kill“ von Hele­ne Hege­mann (17).

Gele­sen habe ich das Buch noch nicht, 2 aber allein der Titel ist schon mal toll. „Axolo­tol“, die­se Bezeich­nung für einen mexi­ka­ni­schen Lurch, der sein Leben lang Kind bleibt, stand näm­lich immer auf der Lis­te der außer­ge­wöhn­li­chen Wor­te, die mein bes­ter Freund und ich zu Schul­zei­ten geführt haben. 3

Über Hele­ne Hege­mann jeden­falls ist schon viel geschrie­ben wor­den, meist in der übli­chen ahnungs­lo­sen Begeis­te­rung, mit der sich Erwach­se­ne, die nicht als früh­ver­greist gel­ten wol­len, der Welt und der Spra­che von Jugend­li­chen nähern. Wer lan­ge genug sucht, wird sicher eine Rezen­si­on fin­den, in der früh­neu­hoch­deut­sche Begrif­fe wie „geil“ oder „Bock haben“ vor­kom­men.

Der Text, den Simo­ne Mei­er für die „Bas­ler Zei­tung“ geschrie­ben hat, ist anders. Er stellt die media­le Figur Hele­ne Hege­mann in Fra­ge, haut auf den ande­ren Feuil­le­to­nis­ten rum und knallt mit vol­ler Wucht ein paar For­mu­lie­run­gen raus, die man so ger­ne mal in Büchern lesen wür­de:

Das Selbst­be­wusst­sein und der Mut zum Lei­den sind glei­cher­mas­sen unge­heu­er, man hat die Hor­mo­ne im Kopf und den Wahn­sinn im Her­zen. Und man kann eine Pose so lan­ge und so betö­rend repro­du­zie­ren, bis es zu viel wird und man sie auto­ma­tisch wie­der erbricht. Selbst­fin­dung in der Puber­tät ist gewis­ser­mas­sen eine anhal­ten­de Buli­mie halb garer Hal­tun­gen und Gefüh­le.

Frau Mei­er stei­gert sich fast in einen grund­sym­pa­thi­schen Welt­hass Bernhard’scher Prä­gung, wenn sie in einem Absatz mal eben den hal­ben deut­schen Kul­tur­be­trieb, ach: die hal­be deut­sche Gesell­schaft umreißt:

Es scheint, als habe Hele­ne Hege­mann mit all ihren wie rasend her­ge­stell­ten, aus­ge­kotz­ten klei­nen Wer­ken wirk­lich einen wah­ren Kern gefun­den. So etwas wie den häss­li­chen Boden­satz der Ber­li­ner Bohè­me, mit dem sich die Kin­der der Gene­ra­ti­on Selbst­ver­wirk­li­chung her­um­schla­gen müs­sen. Es ist ein Boden­satz, in dem sich alle glei­chen, weil Kind­heit längst nicht mehr den Kin­dern gehört, son­dern zum Fetisch der Erwach­se­nen gewor­den ist. Das Erstaun­lichs­te an „Axolotl“ ist näm­lich dies: dass hier ein Teen­ager schreibt, als wäre er einer jener auf dem Dance­f­lo­or hän­gen geblie­be­nen Mitt­dreis­si­ger oder Anfangs­vier­zi­ger. Dass er zwei Gene­ra­tio­nen kurz­schliesst: die­je­ni­ge des früh­rei­fen Wun­der­kinds und jene der Rest­pos­ten aus der spät­kind­li­chen Infan­til­ge­sell­schaft.

Dass Frau Mei­er es schafft, einen Text, der der­art offen auf sei­ne Sub­jek­te ein­schlägt, ver­söhn­lich enden zu las­sen, spricht für die bei­den.

Aber lesen Sie selbst:

„Die Schön­heit des kaput­ten Kin­des“ von Simo­ne Mei­er

  1. Haha­ha­ha­ha.[]
  2. Ich bin gera­de – leicht ande­re Bau­stel­le – mit „The Wild Things“ von Dave Eggers beschäf­tigt.[]
  3. Eben­falls auf der Lis­te: „Wadi“, „semi­per­meable Mem­bran“ und „Aum“. Irgend­wann wer­den sich auch damit noch mal The­ra­peu­ten befas­sen müs­sen.[]
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Print Gesellschaft

Schreipflicht

Ken­nen Sie das? Man fährt gemüt­lich in sei­nem Dienst­wa­gen an der Spree ent­lang, hört ein biss­chen Radio, und ab und an kriegt man die Schei­ben an den Ampeln geputzt. Manch­mal sagt man „Nein“, dann machen die Damen und Her­ren das trotz­dem, man gibt fünf­zig Cent, kein Pro­blem, schließ­lich ist man ja Gesund­heits­mi­nis­te­rin, und schwupps hat man die Zeit ver­ges­sen und sitzt irgend­wo in Spa­ni­en und das Auto ist einem unter dem Aller­wer­tes­ten weg geklaut wor­den. So schnell kann’s gehen. Erst­mal zum zwei­ten The­ma:

Dienst­wa­gen im Som­mer­loch – das ist ganz und gar brand­ge­fähr­lich. Die Gedan­ken­ver­bin­dung von „Dienst­wa­gen“ zu „Affä­re“ ist eine der kür­zes­ten über­haupt.

Das steht heu­te auf Zeit Online und auch im Online-Ange­bot des „Tages­spie­gel“. Man kann jetzt ver­su­chen, sich zu erin­nern, wann man das letz­te Mal die­se kür­zes­te aller Gedan­ken­brü­cken schla­gen muss­te. Und wenn das über­ra­schen­der­wei­se noch nie der Fall gewe­sen sein soll­te, setzt man alles dar­an, die Asso­zia­ti­ons­ket­te genu­in und neu nach­zu­ver­fol­gen, aber wenn ich das tue, kom­me ich von „Dienst­wa­gen“ immer nur bei „Ben­zin“ vor­bei zu „Tank­stel­le“ und dann viel­leicht noch zu „Schei­ße, EC-Kar­te nicht dabei“, aber das ist ja schon eine rela­tiv lan­ge Ver­bin­dung. Und wie man von „Schei­ße, EC-Kar­te nicht dabei“ so flugs zu „Affä­re“ kommt, ist mir in dem Zusam­men­hang eher schlei­er­haft. Ver­mut­lich ist es eher so, dass da ein­mal wie­der jemand dach­te, dass man durch mög­lichst unei­gent­li­chen Schreib­stil beson­ders leicht zu knüp­pel­har­ten Apho­ris­men kommt. Das sei so sicher wie die Ren­te.

Per­sön­lich, und das muss natür­lich nichts hei­ßen, bin ich der Mei­nung, dass es nicht unbe­dingt nötig war, so eine Pan­zer­li­mou­si­ne mit in den Urlaub zu neh­men, aber die paar Tau­send Euro hät­te man auch ohne Dienst­wa­gen gut ander­wei­tig los­wer­den kön­nen. Muss man sich also nicht drü­ber auf­re­gen. Aber: Wer bin ich schon, um so eine Behaup­tung auf­zu­stel­len?

Auf­re­gen kann man sich näm­lich auch über weit gerin­ge­re Din­ge, womit wir beim eigent­lich ers­ten The­ma ange­langt wären. Die „Süd­deut­sche Zei­tung“ druckt heu­te (wie an jedem Tag seit 1946) auf ihrer Titel­sei­te die Glos­se mit dem Namen „Streif­licht“. Die ist manch­mal ziem­lich wit­zig, oft ziem­lich bemüht, wit­zig zu sein und in den gott­lob sel­tens­ten Fäl­len irgend­wie ein Griff ins Klo. Heu­te geht es um besag­te Fens­ter­put­zer an Ber­li­ner Ampel­kreu­zun­gen:

Bis vor kur­zem han­del­te es sich bei die­sen Ser­vice­leu­ten um Punks. Sie waren sehr freund­lich, denn an jeder Kreu­zung des Lebens, an der es links zur Anar­chie geht und rechts zur Schrank­wand aus Eiche, waren sie ein­fach geade­aus wei­ter­ge­trot­tet […]. Lehn­te also der gemei­ne Ber­li­ner ihre Offer­te ab, etwa mit den Wor­ten „Solan­ge ick dir hier­durch erken­nen kann, läss­te dei­ne Fin­ger von“, troll­ten sich die arti­gen Punks. Was ihre dem Aus­se­hen und Ver­neh­men nach aus Süd­ost­eu­ro­pa kom­men­den Nach­fol­ger nicht tun. Sie wischen trotz­dem. Dann hal­ten sie die nas­se Hand auf.

Dann wird sich da noch ein biss­chen über ein paar Auf­kle­ber aus­ge­las­sen und geen­det wird mit der unspe­zi­fi­schen Aus­sa­ge, dass nicht jeder gleich ein Schwein sei, der an der Ampel nein sagt. Zunächst war ich mir nicht so ganz sicher, was ich davon zu hal­ten hat­te. Ich ken­ne lei­der nie­man­den per­sön­lich, der sich durch sei­ne finan­zi­el­len Umstän­de irgend­wie dazu gezwun­gen sieht, den hal­ben Tag mit Schwimm­fin­gern auf der Fried­rich­stra­ße her­um­zu­ste­hen, aber ich kann mir vor­stel­len, dass die­ser jemand, läse er die­se Kolum­ne, sich ein biss­chen füh­len wür­de wie der, über den man in der ach­ten Klas­se geläs­tert hat, ohne zu bemer­ken, dass er hin­ter einem stand. Auf der Titel­sei­te ist das Ding jeden­falls irgend­wie frech, auf der Mei­nungs­sei­te wäre es auf­grund der feh­len­den Rele­vanz sowie­so nicht auf­ge­taucht, und wenn man es in die Pan­ora­ma-Ecke stellt, wüss­te der Leser ja sowie­so gleich, was Pha­se ist. Hät­te man man bes­ser abge­bü­gelt.

Den­noch gibt es heu­te auch eine fro­he Bot­schaft: Die „taz“ hat begrif­fen, dass die Wahr­heit manch­mal ein­fach schö­ner und leich­ter ver­dau­lich ist als die Wahr­heit.

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Unterwegs

Wenn Brücken ihre Tage haben

Heu­te ist ein soge­nann­ter Brü­cken­tag. Und bevor es jemand ande­res macht, dach­ten wir uns, wir prä­sen­tie­ren Ihnen ein­fach die schöns­ten Brü­cken­fo­tos aus unse­rem Archiv:

Golden Gate Bridge in San Francisco, CA
Gol­den Gate Bridge in San Fran­cis­co, CA
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2008: Menschen, Tiere und Frisuren

Wenn sich das Jahr dem Ende neigt (im Fern­se­hen auch schon einen Monat frü­her), wer­den die Men­schen sen­ti­men­tal und schau­en zurück. Medi­en­schaf­fen­de stei­gen in die Archi­ve und glau­ben sel­ber nicht mehr, was sie da anschlep­pen. All das gilt auch für den gro­ßen Jah­res­rück­blick von Cof­fee And TV.

Er ist – so viel kann ich ver­spre­chen – eine wider­li­che Nabel­schau, wie man sie nur in Blogs fin­det, aber es gibt auch ein Wie­der­se­hen mit lie­ben Inter­view­part­nern, alten Bekann­ten, einem Chef­re­dak­teur und einem hal­ben Dut­zend Fri­su­ren. Am Ende wer­den Sie mög­li­cher­wei­se das Wort Pathos neu buch­sta­bie­ren wol­len, aber dafür haben Sie ja in den nächs­ten Tagen hof­fent­lich auch genug Zeit.

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Digital

Super-Selbstreferentialität (2)

Die Net­zei­tung hat den fünf Blog­gern auf dem Grü­nen­par­tei­tag einen eige­nen Arti­kel gewid­met. Dass sie mei­nen Blog-Ein­trag nicht rich­tig ver­linkt haben, ist ver­zeih­lich. Dass sie mich nach Ber­lin ste­cken, nicht:

Blogger Heinser schrieb den Berliner Politikstudenten Arvid Bell nach dessen Bewerbungsrede für einen Posten im Parteirat zum künftigen Bundeskanzler hoch. Als sich beide am Blogger-Tisch begegneten, sah dann «Pottblog»-er Jens Matheuszik  schon eine Begegnung von «Kanzler und Chefredakteur». Um die Symbiose von Politik und Hauptstadtpresse muss man sich also auch künftig keine Sorgen machen.

Bochum ist kei­ne Haupt­stadt!

[via Ekrem]

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Musik Digital

Die Messe Berlin und das allgemein zugängliche Internet

Frü­her war alles bes­ser: die Pop­komm war ein rau­schen­des Fest einer flo­rie­ren­den Bran­che, das all­jähr­lich in Köln statt­fand – und ihr wich­tigs­ter Ort war der Mexi­ka­ner am Prime Club. Heu­te liegt die Musik­in­dus­trie röchelnd am Boden, die wich­ti­gen Musik­mes­sen hei­ßen c/​o Pop und Pop Up, die Pop­komm ist (wie jeder ande­re Krea­ti­ve) nach Ber­lin gezo­gen und der Mexi­ka­ner am Prime Club ist schon lan­ge zu. 1

Es gibt kei­nen wirk­li­chen Grund, noch zur Pop­komm fah­ren zu wol­len – außer, um dort Kon­tak­te zu knüp­fen, sie zu pfle­gen, die Mischung aus Zweck­op­ti­mis­mus, Welt­frem­de und Ver­zweif­lung in sich auf­zu­sau­gen und viel­leicht das eine oder ande­re Kon­zert mit­zu­neh­men. Aller­dings ist Ber­lin vom Ruhr­ge­biet deut­lich wei­ter ent­fernt als Köln, so dass sich Tages­trips eher nicht anbie­ten.

Ich woll­te mich also als Pres­se­ver­tre­ter für die Pop­komm akkre­di­tie­ren las­sen und ging auf die ent­spre­chen­de Web­site. Dass es nicht ganz so ein­fach wer­den wür­de wie in Köln, wo man ein­fach mit dem aus­ge­druck­ten Impres­sum eines Musik-E-Zines rein­kam, in dem der eige­ne Name stand, hat­te ich mir wohl gedacht – dass es schlicht unmög­lich wer­den wür­de, nicht. Ich füll­te brav und wahr­heits­ge­mäß ein For­mu­lar aus, foto­gra­fier­te mei­nen Jugend­pres­se­aus­weis (den ich in fünf Jah­ren damit zum drit­ten Mal her­vor­ho­len muss­te) und schick­te alles ab.

Am nächs­ten Tag erhielt ich eine E‑Mail von der Mes­se Ber­lin, wonach mei­ne Unter­la­gen unvoll­stän­dig sei­en. Man gab mir den freund­li­chen Hin­weis, dass ich als „Ver­tre­ter von Jugend­pres­se­or­ga­ni­sa­tio­nen“ „gegen Vor­la­ge aktu­el­ler Bele­ge“ „ein­ma­lig eine Tages­kar­te an den Akkre­di­tie­rungs­coun­tern des Mes­se­ge­län­des“ erhal­ten wür­de. Da ein Tag Mes­se die Anrei­se nicht lohnt, schrieb ich zurück, dass ich ger­ne län­ger hin­wol­le und schließ­lich ein Blog zu den The­men­kom­ple­xen Pop­kul­tur und Medi­en betrie­be.

Die Ant­wort lau­te­te:

Guten Tag,
Blog­ger und deren Betrei­ber wer­den, wie ande­re Ver­tre­ter von all­ge­mein zugäng­li­chen Online-Publi­ka­tio­nen aus­schließ­lich gegen Vor­la­ge eines gül­ti­gen Pres­se­aus­wei­ses (für haupt­be­ruf­lich täti­ge Jour­na­lis­ten) akkre­di­tiert.

Das deckt sich mit den Akkre­di­tie­rungs­richt­li­ni­en, die bei der Mes­se Ber­lin offen­bar für jede Ver­an­stal­tung gel­ten:

Mit­glie­der von Inter­net-Redak­tio­nen wer­den auf­grund der all­ge­mei­nen Zugäng­lich­keit des Inter­nets und der damit ver­bun­de­nen man­geln­den Über­prüf­bar­keit der eige­nen jour­na­lis­ti­schen Leis­tung nur gegen Vor­la­ge eines aner­kann­ten Pres­se­aus­wei­ses akkre­di­tiert. Aus­nah­me: Inter­net-Redak­tio­nen, die zu Voll­re­dak­tio­nen oder Ver­la­gen gehö­ren, z.B. Focus Online usw.

Da beißt sich die Kat­ze in den Schwanz: Als Blog­ger hat man bei den vie­len Ver­bän­den immer noch kei­ne Chan­ce, an einen Pres­se­aus­weis zu kom­men. Man braucht ihn aber auch (außer viel­leicht für pein­li­che Pres­se­ra­bat­te) eher sel­ten. Eine klei­ne Umfra­ge ergab: Von den Print‑, Radio- und TV-Jour­na­lis­ten in mei­nem Bekann­ten­kreis ist nie­mand im Besitz eines Pres­se­aus­wei­ses. Ein frü­he­rer Kol­le­ge (heu­te bei einem Pri­vat­sen­der aktiv) schrieb mir gar, er habe „nie!!!! wirk­lich nie!!!!“ mit einem Pres­se­aus­weis gear­bei­tet.

Nur um sicher­zu­ge­hen, dass ich das alles rich­tig ver­stan­den hat­te, frag­te ich bei der Mes­se Ber­lin noch ein­mal nach:

Gera­de im Bereich Musik­jour­na­lis­mus dürf­ten die wenigs­ten Kol­le­gen über einen Pres­se­aus­weis ver­fü­gen, vie­le betreu­en ihre Online­ma­ga­zi­ne und Blogs nicht haupt­be­ruf­lich, aber mit hoher Kom­pe­tenz und eben sol­chem Auf­wand. Sehe ich das rich­tig, dass sie alle kei­nen Anspruch auf eine Akkre­di­tie­rung bei einer Ver­an­stal­tung in der Mes­se Ber­lin haben?

Die Ant­wort über­rasch­te mich nicht mehr wirk­lich:

Guten Tag,
Sie sehen das völ­lig rich­tig. Ohne Nach­weis der haupt­be­ruf­li­chen jour­na­lis­ti­schen Tätig­keit gibt es kei­ne Akkre­di­tie­rung.
Ein Recht auf Akkre­di­tie­rung besteht nicht, es gilt das Haus­recht der Ver­an­stal­tungs­stät­te.

Und bit­te nicht vom Becken­rand sprin­gen, ja?

Aber noch ein­mal ganz lang­sam: die Mes­se Ber­lin, die unter ande­rem die Pop­komm, die Inter­na­tio­na­le Funk­aus­stel­lung und die Jugend­mes­se „You“ aus­rich­tet 2, akkre­di­tiert aus­schließ­lich „haupt­be­ruf­lich täti­ge Jour­na­lis­ten“.

In den Richt­li­ni­en für die „You“ steht sogar klipp und klar:

Nut­zer von Blogs (Blog­ger) unter­lie­gen den genann­ten Richt­li­ni­en von Inter­net-Redak­tio­nen. Ohne gül­ti­gen Pres­se­aus­weis gel­ten Blog­ger als Pri­vat­per­son und wer­den nicht akkre­di­tiert.

Ob ich zur Pop­komm fah­re oder nicht (natür­lich nicht) war mir inzwi­schen egal. Ich woll­te auch gar nicht mehr wis­sen, ob eine Pres­se­ak­kre­di­tie­rung kos­ten­los ist oder nicht. 3

Dafür woll­te ich von der Mes­se Ber­lin wis­sen, wie das zusam­men­passt: das Aus­rich­ten von Medi­en­mes­sen auf der einen und das Aus­gren­zen von Blog­gern, E‑Zinern und Bür­ger­jour­na­lis­ten auf der ande­ren Sei­te. Und ob die „all­ge­mei­nen Zugäng­lich­keit des Inter­nets“ es wirk­lich der­art unmög­lich macht, eine Aus­wahl zu tref­fen, wen man rein­lässt und wen nicht.

Das ist jetzt eine Woche her und es ist wohl nur kon­se­quent zu nen­nen, dass ich noch kei­ne Ant­wort bekom­men habe.

  1. Gerüch­ten zufol­ge ste­hen Pop­komm-Umzug und Nie­der­gang des Mexi­ka­ners in direk­tem Zusam­men­hang – nach Schät­zun­gen ins Blaue wur­de dort am Pop­komm-Wochen­en­de der hal­be Jah­res­um­satz erwirt­schaf­tet.[]
  2. Alles Mes­sen, zu deren Inhal­ten Gerüch­ten zufol­ge auch die­ses ver­rück­te neue Medi­um „Inter­net“ und des­sen Mög­lich­kei­ten gehö­ren sol­len. Im ver­gan­ge­nen Jahr fand sogar die „Web 2.0 Expo“ in der Mes­se Ber­lin statt.[]
  3. Die Drei-Tages-Pres­se­päs­se in Köln, die man gegen Vor­la­ge eines „Redak­ti­ons­nach­wei­ses“ erhielt, kos­te­ten etwa 100 DM, wie sich ein Kol­le­ge erin­nert.[]
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Politik

Und ein Haken für Juli …

Gleich drei Ver­glei­che zum Preis von einem lie­fert die Büso-Che­fin, Ang­lo-hol­län­di­sche-Ver­schwö­rungs-Geg­ne­rin und Atom­strom­ak­ti­vis­tin Hel­ga Zepp-LaRou­che in ihrem aktu­el­len Kom­men­tar zu Barack Oba­mas Deutsch­land-Besuch. Der Füh­rer ist selbst­ver­ständ­lich mit dabei:

Das wirk­lich erschre­cken­de aber war nicht Oba­mas Rede, die inhalt­lich nichts brach­te, was er nicht schon vor­her gesagt hät­te, von eini­gen Bezü­gen auf die Luft­brü­cke ein­mal abge­se­hen, wor­auf jeder pro­fes­sio­nel­le Reden­schrei­ber kom­men muß­te. Viel beun­ru­hi­gen­der ist, daß die deut­schen Mas­sen anschei­nend nichts aus der Geschich­te gelernt haben, und bei bom­bas­tisch auf­ge­zo­ge­nen Mas­sen­ver­samm­lun­gen offen­sicht­lich eine fata­le Nei­gung haben, in Manien zu ver­fal­len. Dabei scheint es egal zu sein, ob es Hit­ler in Nürn­berg, Gor­by auf Deutsch­land­rei­se, der Dalai Lama oder eben jetzt das Souf­flé Oba­ma ist.

Auf eine etwas ande­re Art wit­zig (und zuge­ge­be­ner­ma­ßen näher an mei­nem Humor) ist da der Kom­men­tar von Jon Ste­wart in der „Dai­ly Show“:

Hier kli­cken, um den Inhalt von www.thedailyshow.com anzu­zei­gen.

[Direkt­oba­ma]

Eine unvoll­stän­di­ge Lis­te der schöns­ten Nazi-Ver­glei­che seit 1945 fin­den Sie nach wie vor hier.

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Digital

Zwischen Biergarten und Grune Alt

Was genau trin­ken die eigent­lich bei der „taz“, bevor sie ihre Über­schrif­ten raus­hau­en?

Die größte Bierbrauerfusion aller Zeiten: Hackedichter Markt

Wie üblich gelun­gen ist hin­ge­gen die Bild­un­ter­schrft:

Bud schmeckt wahrscheinlich genauso wie vorher: eben wie US-Plörre

(Wobei man natür­lich nicht uner­wähnt las­sen darf, dass es auch in den USA das eine oder ande­re lecke­re Bier gibt.)

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Fernsehen Rundfunk Politik

Holzmichel auf dem Holzweg

Jaaaaaaaaa, Fried­bert Pflü­ger lebt also auch noch. 1 Um auf die­sen Umstand hin­zu­wei­sen, hat er zu Beginn der Woche die Abset­zung der Talk­show „Anne Will“ gefor­dert. In der Aus­ga­be vom letz­ten Sonn­tag gab es einen Ein­spie­ler zu sehen, der laut Herrn Pflü­ger die rot-rote Regie­rung in Ber­lin in einem viel zu guten Licht hat erschei­nen las­sen.

Ich habe die betref­fen­de Sen­dung nicht gese­hen, ich habe „Anne Will“ über­haupt noch nie gese­hen, eben­so wie ich mich nicht erin­nern kann, je eine gan­ze Aus­ga­be „Sabi­ne Chris­ti­an­sen“ ertra­gen zu haben. Ich ertra­ge kein Talk­shows, in denen Poli­ti­ker und Men­schen aus­wen­dig gelern­te Sät­ze auf­sa­gen, und sich in kei­ner Wei­se durch das beir­ren las­sen, was die ande­ren Gäs­te aus­wen­dig auf­sa­gen. 2

In sei­nem Blog schrieb Pflü­ger über „Anne Will“:

Mit Jour­na­lis­mus hat das alles wenig zu tun. Das ist Ideo­lo­gie und Lie­be­die­ne­rei, dazu noch schlecht gemacht. Frau Will miss­braucht ihren pri­vi­le­gier­ten Sen­de­platz und wirbt für eine poli­ti­sche Rich­tung, anstatt zu infor­mie­ren.

Es ent­behrt nicht einer gewis­sen Iro­nie, dass aus­ge­rech­net „Bild“ Pflü­gers Vor­la­ge auf­nahm.

Dann warf Pflü­ger sei­ne kom­plet­te Ahnungs­lo­sig­keit in Sachen Medi­en­po­li­tik in die Wag­scha­le:

Ich bin – auch als Rund­funk­rat des rbb – nicht bereit, dass auf sich beru­hen zu las­sen.

Ich bin mir sicher, dass man beim NDR, der die Sen­dung „Anne Will“ ver­ant­wor­tet, schon mit den Knien schlot­tert, ange­sichts die­ser Kampf­an­sa­ge.

Oder wie es Lorenz Maroldt in sei­nem klu­gen Kom­men­tar im „Tages­spie­gel“ zusam­men­fasst:

Für die Fra­ge, ob Anne Will durch Frank Plas­berg ersetzt wird, ist Pflü­gers Stim­me eben­so wich­tig wie die von Lothar Mat­thä­us für die Auf­stel­lung der Natio­nal­mann­schaft.

Bis hier­hin war es nur Fried­bert Pflü­ger, der sich freu­en konn­te, mal wie­der in der bun­des­wei­ten Pres­se gelan­det zu sein. Doch heu­te for­dern – eben­falls in „Bild“ – Kul­tur­staats­mi­nis­ter Bernd Neu­mann (CDU) und David McAl­lis­ter, CDU-Frak­ti­ons­chef in Nie­der­sach­sen und Mit­glied im NDR-Rund­funk­rat eben­falls Kon­se­quen­zen, die bis zur Abset­zung der Sen­dung rei­chen.

Jour­na­lis­ti­sche Feh­ler pas­sie­ren immer wie­der und Frank Schirr­ma­cher, der dem The­ma einen klu­gen, aber etwas umständ­li­chen Text gewid­met hat, dürf­te Recht haben, wenn er sagt, die Redak­ti­on der Sen­dung wür­de sich über sol­che Feh­ler wohl am meis­ten ärgern. 3 Im kon­kre­ten Fall scheint aber noch nicht ein­mal völ­lig klar, ob die in der Sen­dung auf­ge­stell­te Behaup­tung, die rot-rote Regie­rung habe in Ber­lin 60 Mil­lio­nen Mil­li­ar­den Euro „geerbt“ nun wirk­lich falsch oder nur unglück­lich for­mu­liert war. Ver­mut­lich ist es ein­fach eine Inter­pre­ta­ti­ons­sa­che.

Dass nun Poli­ti­ker direkt in die Pro­gramm­pla­nung ein­grei­fen wol­len, fin­de ich sehr gefähr­lich. Zwar haben gera­de die Zuschau­er öffent­lich-recht­li­cher Pro­gram­me einen Anspruch auf rich­ti­ge Fak­ten und mög­lichst objek­ti­ve Bericht­erstat­tung, aber ers­tens ist der strit­ti­ge Sach­ver­halt ja offen­bar gar nicht so klar und zwei­tens strahlt die ARD ja auch immer noch den „Report aus Mün­chen“ aus. In kei­nem Fal­le aber soll­ten Poli­ti­ker, denen eine poli­ti­sche Talk­show nicht in den Kram passt, erklä­ren wol­len, wie guter Jour­na­lis­mus geht.

Wie die­se gan­zen CDU-Poli­ti­ker wohl reagiert hät­ten, wenn in der Sen­dung Stim­mung gegen rot-rot gemacht wor­den wäre?

  1. Für die 81 Mil­lio­nen Deut­schen, die Fried­bert Pflü­ger nicht ken­nen: Das ist der Mann, der vor zwei Jah­ren ger­ne Regie­ren­der Bür­ger­meis­ter in Ber­lin gewor­den wäre. Er sieht immer ein biss­chen so aus, als habe er gera­de die Jah­res­pro­duk­ti­on einer Zitro­nen­saft­kon­zen­trat­fa­brik leer­ge­trun­ken, und ist gera­de mit sei­nem ein­zi­gen bekann­ten poli­ti­schen Ziel, dem Erhalt eines knuf­fi­gen Stadt­flug­ha­fens, geschei­tert. Kurz­um: Er ist der Typ, der in ame­ri­ka­ni­schen High-School-Komö­di­en immer in den Spind gesperrt wird. Außer­dem bloggt Fried­bert Pflü­ger.[]
  2. In den drei Sen­dun­gen von „Hart aber fair“, die ich gese­hen habe, rede­ten Men­schen laut und wüst durch­ein­an­der und gegen Ende wur­de klar, dass es theo­re­tisch einen Mode­ra­tor gege­ben hät­te, der das Gan­ze hät­te len­ken kön­nen. Wie­so alle Welt „Hart aber fair“ so toll fin­det, ist mir völ­lig schlei­er­haft.[]
  3. Wenigs­tens will ich Schirr­ma­chers Opti­mis­mus tei­len.[]
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Kultur

Back Office

Der Klas­sen­raum einer berufs­bil­den­den Schu­le irgend­wo in Ber­lin. An einem Dut­zend Tische sit­zen ange­hen­de Bäcke­rei­fach­ver­käu­fe­rin­nen. Vor­ne ste­hen der Leh­rer und Herr Brö­dow von der IHK.

Leh­rer: Guten Mor­gen, Mädels! Ihr wisst, heu­te wird’s ernst! Ich bin aber ganz zuver­sicht­lich, dass Ihr die Prü­fung schaf­fen wer­det, Ihr seid ja alle gut vor­be­rei­tet. Lasst Euch nicht ver­rückt machen!
Herr Brö­dow: Ja, natür­lich auch von mei­ner Sei­te einen guten Mor­gen. Ich wün­sche Ihnen viel Erfolg, ich bin ja nicht hier, um Sie durch­fal­len zu las­sen! (lacht)
Leh­rer: Um es mög­lichst fair zu gestal­ten, haben wir die Rei­hen­fol­ge, in der Ihr geprüft wer­det, vor­ab aus­ge­lost. Es geht los mit: Nadi­ne!

Nadi­ne schlägt die Hän­de vors Gesicht, dann steht sie auf und geht nach vor­ne.

Herr Brö­dow: Nadi­ne, machen Sie sich kei­ne Sor­gen. Ihre Noten sind ja alle­samt sehr gut, sehe ich. Wir machen ein klei­nes Rol­len­spiel: Ich bin Kun­de bei einem mit­tel­gro­ßen Sor­ti­ment-Bäcker, Sie bedie­nen mich. Ich kom­me dann mal rein.

Herr Brö­dow geht umständ­lich zur Tür, öff­net die­se aber nicht, und geht wie­der auf Nadi­ne zu.

Nadi­ne: Guten Mor­gen!

Der Leh­rer zuckt zusam­men, ein Rau­nen geht durch die Klas­se. Herr Brö­dow hält inne.

Herr Brö­dow: Nadi­ne, Sie sind auf­ge­regt, das macht gar nichts. Atmen Sie ein­mal tief durch, wir begin­nen dann noch mal!

Herr Brö­dow geht wie­der Rich­tung Tür, war­tet, bis Nadi­ne sich etwas locke­rer hin­ge­stellt hat, und geht dann wie­der zu ihr.

Herr Brö­dow: Guten Mor­gen!
Nadi­ne: Guten Mor­gen, was …

Der Leh­rer schlägt die Hän­de vors Gesicht, die Mit­schü­le­rin­nen rut­schen ein Stück unter ihre Pul­te.

Herr Brö­dow: Wis­sen Sie, wir fan­gen ein­fach noch ein drit­tes Mal an. Aller guten Din­ge sind ja, haha, drei. Blei­ben Sie ganz ruhig und kon­zen­trie­ren Sie sich. (Er ballt die Faust, eine alber­ne Moti­vie­rungs­ges­te.) Sie wol­len die Bäcke­rei­fach­ver­käu­fe­rin­nen von Ber­lin reprä­sen­tie­ren! Wir fan­gen ein­fach direkt an: Guten Mor­gen!

Nadi­ne guckt unsi­cher zu ihren Mit­schü­le­rin­nen, die abbrem­sen­de Ges­ten machen. Es ent­steht eine pein­li­che Stil­le.

Nadi­ne: (brummt) Mor­gen!

Der Leh­rer atmet erleich­tert durch, die Mit­schü­le­rin­nen strah­len.

Herr Brö­dow: Ich hät­te gern einen But­ter­crois­sant, drei Schrip­pen und … Was ist das da? (Deu­tet auf ima­gi­nä­re Back­wa­ren.)
Nadi­ne: Das sind Rosi­nen­schne­cken!

Herr Brö­dow fällt aus sei­ner Kun­den­rol­le und wird wütend.

Herr Brö­dow: Also wirk­lich, ich gebe Ihnen hier die drit­te Chan­ce und Sie machen immer noch alles falsch. Sie da (er deu­tet auf Man­dy): Wie lau­tet die kor­rek­te Ant­wort?
Man­dy: (steht auf) „Steht doch dran!“
Herr Brö­dow: Sehr rich­tig! Sie haben schon fast bestan­den! (lächelt unan­ge­nehm; wen­det sich wie­der Nadi­ne zu) Also noch­mal: Was ist das da?
Nadi­ne: (brummt) Steht doch dran!
Herr Brö­dow: Dann neh­me ich davon zwei!
Nadi­ne: Sonst noch was?

Der Leh­rer schlägt mit dem Kopf gegen die Wand, die Mit­schü­le­rin­nen seuf­zen.

Herr Brö­dow: (wütend) Nadi­ne, wo wol­len Sie denn arbei­ten? Im Puff oder in der Bäcke­rei? Sie müs­sen sich schon kon­zen­trie­ren! Mit so einer Lari-Fari-Ein­stel­lung kom­men Sie nicht weit!
Nadi­ne: (brüllt) Jetzt reicht’s mir aber, Sie dum­mes Arsch­loch! Sie gucken doch eh nur die gan­ze Zeit der Man­dy auf die Tit­ten! Ich kann das hier sehr wohl, ja? Ich hab nur kei­nen Bock, für so eine arm­se­li­ge Witz­fi­gur hier so eine Rie­sen­schau abzu­zie­hen wie im Kas­per­le­thea­ter! Ich hab über­haupt kei­nen Bock mehr auf die gan­ze Schei­ße hier!

Nadi­ne stampft wütend zu ihrem Platz, wo sie sich mit ver­schränk­ten Armen nie­der­lässt. Die Mit­schü­le­rin­nen erhe­ben sich und applau­die­ren, der Leh­rer strahlt.

Herr Brö­dow: Glück­wunsch, Sie haben mit Aus­zeich­nung bestan­den!

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Kommen und gehen

“Eine Liebeserklärung an die Hauptstadt - BILD ist ein Berliner!”

“Tote Hose auf dem Straßenstrich”

Mit Dank an Chris­ti­an M.