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Digital Sport

Programmhinweis

Nach dem gro­ßen Erfolg des Grand Prix Live­blogs mit inte­grier­tem Sauf­spiel will ich mor­gen mal wie­der ein sol­ches star­ten. Der Grund Vor­wand ist das Län­der­spiel Deutsch­land – San Mari­no, bei dem jeder Tref­fer der deut­schen Mann­schaft gefei­ert wer­den will. Das Hin­spiel ende­te 13:0

Fuß­ball-Live­blog
Deutsch­land – San Mari­no
Sams­tag, 2. Juni 2007
ab 18:30 Uhr
auf coffeeandtv.de

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Rundfunk Leben Fernsehen

Hat man beim WDR etwas gegen Veronica Ferres?

Ich habe seit Mon­tag im WDR zwei Doku­men­ta­tio­nen über Jörg Immendorff gese­hen, die zwar teil­wei­se aus dem glei­chen Mate­ri­al bestan­den, aber eben doch zwei ver­schie­de­ne Fil­me waren.

In bei­den Fil­men waren Aus­schnit­te von öffent­li­chen Ver­an­stal­tun­gen zu sehen (die Eröff­nung der Retro­spek­ti­ve in der Neu­en Natio­nal­ga­le­rie 2005 und die Über­ga­be des Kanz­ler­por­träts im Früh­jahr 2007), bei denen neben Immendorff jeweils Ger­hard Schrö­der und Vero­ni­ca Fer­res zuge­gen waren. Und, unge­lo­gen: Jedes mal, wenn Frau Fer­res im Bild war, sag­te die Spre­che­rin gera­de etwas von „Nutz­nie­ßern“, „Bus­si-Bus­si-Gesell­schaft“ und Leu­ten, die Immendorff am Ende „zuwi­der“ gewe­sen sei­en. Das kann doch kein Zufall mehr sein, oder?

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Musik

Sie haben uns ein Denkmal gebaut

Am ver­gan­ge­nen Frei­tag erschien „Sound­so“, das drit­te Album von Wir Sind Hel­den. Hier mei­ne paten­tier­te Track-by-track-Ana­ly­se:

(Ode) An die Arbeit
Es bedarf schon eini­ges Mutes, sein Album mit einem fun­ki­gen Sprech­ge­sang zu begin­nen. Die Hel­den haben Mut und plau­dern sich durch einen Track, der die elen­de Gesell­schafts­kri­tik band­ty­pisch mit zwei zwin­kern­den Augen auf den Punkt bringt: „Du bist Preu­ßen!“

Die Kon­kur­renz
Noch mehr Arbeits­welt-Meta­pho­rik für „Neon“-Leser und „Polylux“-Zuschauer. „Sag’s mir, Hip­pie­kind!“ soll­te drin­gend als geflü­gel­tes Wort in die deut­sche Spra­che ein­ge­hen. Musi­ka­lisch (mit Blä­sern auf­ge­hübscht) ganz nett, aber einer der schwä­che­ren Songs des Albums.

Sound­so
Aus einem Hea­vy-Metal-Gitar­ren­so­lo ent­spinnt sich eine melan­cho­li­sche Mid­tem­po-Num­mer, die im Refrain zu „Du erkennst mich nicht wieder“-mäßigen Höhen erwächst. Ein Lied über Anders­sein und Schub­la­den­den­ken, ein Lied, das aber auch zeigt, dass Wir Sind Hel­den nicht nur Text, son­dern auch Musik sind.

Für nichts garan­tie­ren
Wenn man schon Tele-Sän­ger Fran­ces­co Wil­king als Gast­sän­ger ver­pflich­ten kann (der Gegen­be­such für Judith Holo­fer­nes‘ Gesang auf „Wovon sol­len wir leben“), muss man auch ein biss­chen nach Tele klin­gen. Und das klappt bes­tens, denn musi­ka­lisch ist das genau die rich­ti­ge Kra­gen­wei­te mit leich­tem Schun­kel­beat und ent­spann­ten Blä­sern. Text­lich ist das dann wohl das Eltern-Lied der Plat­te, denn Frau Holo­fer­nes und Schlag­zeu­ger Pola Roy sind ja jüngst Eltern eines klei­nen Jun­gen gewor­den.

Kaputt
Noch ein Lied übers Anders­sein, über kaput­te Fami­li­en und das Gefühl, auf­ge­ben zu wol­len: „Es ist okay – jeder soll flie­hen der kann /​ Wenn du den Flucht­wa­gen fährst /​ Schnall dich an“. Das ist ja über­haupt etwas, was die Band seit ihrem Debüt per­fekt beherrscht: Sie ver­mit­teln dem Hörer das Gefühl, ver­stan­den zu wer­den, und fas­sen das in Wor­te, was er selbst nicht beschrei­ben kann.

Laby­rinth
Okay, spä­tes­tens hier ist der text­li­che Schwer­punkt des Albums (eigent­lich aller Hel­den-Alben) klar: Ori­en­tie­rungs­lo­sig­keit und Suche. Wel­che Meta­pher wäre da bes­ser geeig­net als „Laby­rinth“. Wie­der Mid­tem­po, wie­der Key­boards, wie­der Nachts auf dem Fahr­rad hören und die Arme aus­brei­ten.

The Geek (Shall Inhe­rit)
Wenn die Serie auf­recht­erhal­ten wird, wird das die vier­te Sin­gle des Albums. Bis­her wur­den mei­ne Hel­den-Favo­ri­ten („Denk­mal“, „Wenn es pas­siert“) näm­lich immer als letz­tes aus­ge­kop­pelt. Und das hier ist sowas von mein Favo­rit: Anders­sein, natür­lich. „Die Ver­letz­ten sol­len die Ärz­te sein /​ Die Letz­ten sol­len die Ers­ten sein /​ Die Ers­ten sehen als Letz­te ein: /​ The Geek shall inhe­rit the earth“ wird bit­te jetzt sofort vor jeder Schu­le in Mar­mor gemei­ßelt. Wer sein Leben lang nicht dazu gehör­te, hat jetzt end­lich – von denn Weezer-Alben mal ab – sei­ne ganz per­sön­li­che Natio­nal­hym­ne. Ich muss drin­gend Kraft­trai­ning machen, um mir den kom­plet­ten Text auf den Ober­arm täto­wie­ren las­sen zu kön­nen.
Ist übri­gens auch musi­ka­lisch ein tol­ler Song und das kett­car-mäßigs­te, was die Hel­den bis­her hat­ten.

End­lich ein Grund zur Panik
Die Vor­ab­sin­gle. Wie schon „Gekom­men um zu blei­ben“ ein Lied, das man nicht erwar­tet hät­te: Die Hel­den wie­der laut, wie­der wild, Frau Holo­fer­nes schreit wie­der. Der Song hät­te auch aufs Debüt­al­bum gepasst und ist text­lich eigent­lich die ein­zig not­wen­di­ge Ant­wort auf Wolf­gang Schäubles Gene­ral­pa­nik­ma­chung. Ach ver­dammt, jetzt hab ich die Hel­den schon wie­der als „Sprach­rohr einer Gene­ra­ti­on“ miss­han­delt …

Der Krieg kommt schnel­ler zurück als du denkst
Super­ti­tel, was? Für ein Kind der Acht­zi­ger, das ich bin, ist die heu­ti­ge Zeit natür­lich regel­recht erhol­sam, ver­gli­chen mit dem ato­ma­ren Welt­krieg, der uns damals angeb­lich jeden Tag von neu­em droh­te. Trotz­dem: Wie schnell Regie­run­gen (auch die eige­ne) tat­säch­lich in den Krieg zie­hen, haben wir in den letz­ten acht­ein­halb Jah­ren deut­lich genug gese­hen. Um viel mehr geht’s in dem Lied dann auch nicht, dafür noch die Super-Anspie­lung „Was ist so lus­tig an Lie­be und Frie­den?“

Hän­de hoch
„Es ist vor­bei du bist umstellt /​ Um dich her­um über­all Welt“ – Ja, fan­tas­tisch, was soll man denn nach einem sol­chen Lied­an­fang noch schrei­ben? Ein Lied übers Auf­ge­ben, übers Akzep­tie­ren, das selt­sa­mer­wei­se viel opti­mis­ti­scher klingt, als man es ver­mu­ten wür­de.

Stil­ler
„Ich bin nicht Stil­ler“ – Was? Deutsch-LK mit Max-Frisch-Abi?! Nee, „stil­ler“ als Kom­pa­ra­tiv zu „still“. Na, dann ist ja gut. Eine Bal­la­de über … Ja, Herr­gott: über Ori­en­tie­rungs­lo­sig­keit, übers Akzep­tie­ren, übers Abkap­seln: „Ich bin nicht stil­ler /​ Nur die Wor­te feh­len“.

Lass uns ver­schwin­den
Im Wesent­li­chen gibt es bei Wir Sind Hel­den zwei Sor­ten von Lie­dern, die immer wie­der neu und toll durch­de­kli­niert wer­den: Den lau­ten, gesell­schafts­kri­ti­schen Stamp­fer („Guten Tag“) und die melan­cho­li­sche, per­sön­li­che Bal­la­de („Du erkennst mich nicht wie­der“). Der letz­te Song ist immer die melan­cho­li­sche, per­sön­li­che Bal­la­de und auch in ihrer x‑ten Mani­fes­ta­ti­on ist die­se immer noch anrüh­rend und wun­der­schön. Was ja bei aller Gesell­schafts­kri­tik und dem Sprach­rohr-Geschwur­bel immer wie­der über­se­hen wird: Die per­sön­li­chen Hel­den-Songs waren fast immer noch ein biss­chen bes­ser als die gesell­schafts­kri­ti­schen. So auch hier.

Fazit
Nach dem drit­ten Album kann man sich meis­tens sicher sein, ob eine Band so gut ist, wie man das am Anfang ver­mu­tet hat­te. Mehr als vier Jah­re, nach­dem ich Wir Sind Hel­den für mich ent­deckt und sie vor damals noch zwei­hun­dert laut mit­sin­gen­den (vor der Ver­öf­fent­li­chung des Debüts!) Fans live gese­hen habe, kann ich nun also beru­higt sagen: Ja, die sind so gut. Sie spre­chen einem aus dem Her­zen und der See­le, sie packen das in Wor­te, was man immer schon gedacht hat. Kon­zept­al­ben sind eine doo­fe Erfin­dung und natür­lich ist „Sound­so“ kei­nes, aber die immer wie­der­keh­ren­den The­men (ja ja: Anders­sein, Ori­en­tie­rungs­lo­sig­keit, Schub­la­den­den­ken, …) sind schon deut­lich erkenn­bar. Und wer kennst sich mit Schub­la­den bes­ser aus als das „Sprach­rohr der Gene­ra­ti­on Prak­ti­kum“?

Wir Sind Helden - Soundso (Cover)
Wir Sind Hel­den – Sound­so

VÖ: 25.05.2007
Label: Rekla­ma­ti­on Records/​Labels
Ver­trieb: EMI

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Musik

Listenpanik (3): Endlich ein Grund zur Panik

Der Monat ist um, es ist wie­der mal Zeit, zurück­zu­bli­cken. Hier die übli­che sub­jek­ti­ve Lis­te, in der hin­ter­her wie­der min­des­tens die Hälf­te fehlt:

Alben (inkl. Amazon.de-Links)
1. Wir Sind Hel­den – Sound­so
Ver­öf­fent­li­chungs­da­ten sind was tol­les: Bis vor zehn Minu­ten dach­te ich, das Album erschei­ne erst mor­gen. Die Track-by-track-Ana­ly­se kommt also erst heu­te Nach­mit­tag liegt jetzt vor. Dass „Sound­so“ ein groß­ar­ti­ges Album ist, das den etwas unent­schlos­se­nen Vor­gän­ger „Von hier an blind“ fast ver­ges­sen macht, kann ich aber auch jetzt schon mal mit­tei­len.

2. Tra­vis – The Boy With No Name
Auch Tra­vis machen ihr letz­tes Album wie­der wett. Auch nach zig­fa­chem Hören bin ich das Album noch nicht leid und ent­de­cke immer wie­der ein paar Details, die ich noch nicht gehört hat­te. „The Boy With No Name“ könn­te das Som­mer­al­bum werden/​bleiben – fehlt nur noch das ent­spre­chen­de Wet­ter.

3. Muff Pot­ter – Ste­ady Fremd­kör­per
Muff Pot­ter zähl­ten eigent­lich immer schon zu den bes­ten Bands des Lan­des – sie wur­den nur irgend­wie immer igno­riert. Das gab sich aber mit den letz­ten bei­den Alben und wäh­rend die Band immer noch bes­ser wur­de, stieg auch ihre Popu­la­ri­tät. Jetzt ver­öf­fent­li­chen die Wahl-Müns­te­ra­ner ihr neu­es Album, das wie üblich all ihre Qua­li­tä­ten ver­eint. Man könn­te es „Deutsch­punk“ nen­nen, wenn man dabei nicht an die Toten Hosen den­ken müss­te, und das nicht sowie­so so ein spie­ßi­ges Eti­kett wäre. Dann halt: Tol­le Tex­te, umar­men­de Melo­dien und immer noch genug Wumms. Muss man (mehr­fach) gehört haben.

4. Manic Street Pre­a­chers – Send Away The Tigers
Noch eine Band für die Lis­te „Schwa­che Vor­gän­ger, die man jetzt getrost ver­ges­sen kann“. Was bin ich froh. Detail­liert habe ich mich hier aus­ge­las­sen, des­halb nur noch: Die Manics sind wie­der da, gehen wie­der auf die Zwölf und wer­den trotz­dem nicht den Sound­track zu den G8-Pro­tes­ten lie­fern.

5. Mumm-Ra – The­se Things Move In Threes
Schö­ner Indiepop, den man hier­zu­lan­de bereits im Vor­pro­gramm der Kil­lers bewun­dern konn­te. Hier wird das Rad nicht neu erfun­den und es ver­sucht auch nie­mand, mit die­sen zur Zeit so belieb­ten, aber unend­lich ner­vi­gen absicht­li­chen Über­steue­run­gen den Hörer zu miss­han­deln. Natür­lich ist das irgend­wie „Mäd­chen­mu­sik“, aber irgend­je­mand muss ja die Nach­fol­ge der Kooks antre­ten. Und irgend­was muss man ja auch auf Kas­set­ten­mäd­chen­kas­set­ten auf­neh­men kön­nen – Mumm-Ra sind dafür per­fekt geeig­net.

Sin­gles (inkl. iTu­nes-Links)
1. Shout Out Louds – Tonight I Have To Lea­ve It
Der Preis für die bes­te The-Cure-Sin­gle des Jah­res geht jetzt schon an die Shout Out Louds – sogar für den Fall, dass Robert Smith und Band selbst noch was ver­öf­fent­li­chen soll­ten. Bei man­chen Bands wäre man viel­leicht ein biss­chen unge­hal­ten, wenn sie so sehr nach einer ande­ren klän­ge. Nach The Cure zu klin­gen hat aber schon Blink 182 gehol­fen und die Shout Out Louds sind sowie­so eine tol­le Band, die man die­ses Jahr unter ande­rem auf dem noch tol­le­ren Hald­ern-Pop-Fes­ti­val bewun­dern kann.

2. Toco­tro­nic – Sag alles ab
Eigent­lich muss man zu Toco­tro­nic ja fast nichts mehr sagen, so sehr über alle Zwei­fel erha­ben ist die­se Band schon lan­ge. Doch dann schi­cken sie ihrem Album „Kapi­tu­la­ti­on“, das erst im Juli erschei­nen wird, eine Sin­gle vor­aus, die rum­pelt wie Anno 1997 und einer Epi­go­nen­trup­pe wie Madsen mal eben zeigt, wo Ham­mer, Har­ke und Frosch­lo­cken sind. Und dann muss man doch wie­der was sagen, näm­lich: „Wahn­sinn!“

3. Wir Sind Hel­den – End­lich ein Grund zur Panik
Wir Sind Hel­den haben schon mit „Gekom­men um zu blei­ben“ gezeigt, dass sie ger­ne ein wenig unty­pi­sche und sper­ri­ge Vor­ab­sin­gles ver­öf­fent­li­chen. Das macht die Band noch ein biss­chen sym­pa­thi­scher, denn „End­lich ein Grund zur Panik“ dürf­te für vie­le Hörer und selbst für zahl­rei­che Hel­den-Fans eine Tor­tur sein: Trei­ben­der Rhyth­mus, wil­des Gekrei­sche, dazu Wort­spie­le, die so schnell anein­an­der­ge­reiht wer­den, dass man die Hälf­te erst beim Mit­le­sen im Book­let ver­steht. Soll­te Wolf­gang Schäub­le ein­mal dem Bei­spiel von Geor­ge W. Bush fol­gen und sei­ne iPod-Play­list öffent­lich machen, ich bin mir sicher, die­ser Song wäre dabei. Nur die Iro­nie dahin­ter, die müss­te jemand anders lie­fern.

4. The Kil­lers – Move Away
Kei­ne Sin­gle im eigent­li­chen Sin­ne, aber ein Sound­track-Bei­trag, der auch gele­gent­lich im Radio läuft. Die Kil­lers trau­en sich noch ein biss­chen mehr als auf ihrem letz­ten Album und lie­fern einen Song ab, der fast nur aus Schlag­zeug und Bass besteht und gefähr­lich durch die Nacht rum­pelt. So kom­men sie ihren gro­ßen Hel­den Joy Divi­si­on mal wie­der ein Stück­chen näher.

5. Björk – Earth Intru­ders
Björk ist ja immer so ein Kapi­tel für sich: Sie hat groß­ar­ti­ge Sachen gemacht und wel­che, die sicher auch groß­ar­tig waren, die aber außer ihr nie­mand ver­ste­hen woll­te. Jetzt hat sie eine Sin­gle mit Tim­ba­land (des­sen Solo­al­bum bei­na­he noch in der obe­re­ren Hit­lis­te gelan­det wäre) auf­ge­nom­men und dabei mal wie­der alles rich­tig gemacht: Der zucken­de Beat und ihr sphä­ri­scher Gesang pas­sen erstaun­lich gut zusam­men und so ent­steht ein Song, den man mal wie­der groß­ar­tig fin­den kann.

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Der doppelte Pfarrer

Eigent­lich woll­te ich nicht mehr so viel über Dins­la­ken blog­gen, aber die The­men lie­gen da im Moment echt auf der Stra­ße

Am Sonn­tag wur­de der Pfar­rer, bei dem ich mei­nen Zivil­dienst abge­leis­tet habe, in den Ruhe­stand ver­ab­schie­det. Ein wich­ti­ges Ereig­nis für sei­ne Gemein­de, ja: für die gan­ze Stadt. Die Bür­ger­meis­te­rin sprach ein Gruß­wort, eben­so die Ver­tre­ter ande­rer Kir­chen­ge­mein­den und diver­ser Ver­ei­ne. Ich war auch da und natür­lich durf­te auch die Lokal­pres­se nicht feh­len. Heu­te konn­te ich dann im Inter­net nach­le­sen (die Print-Ver­sio­nen lie­gen mir noch nicht vor), was ich erlebt hat­te.

Im Online-Ange­bot der NRZ stand:

Der Bet­saal Bruch platz­te am Pfingst­sonn­tag aus allen Näh­ten. So vie­le kamen, um ihren Pfar­rer Karl-Heinz Tacken­berg nach fast 25 Jah­ren in den Ruhe­stand zu ver­ab­schie­den. Got­tes­dienst und Abschieds­fei­er gerie­ten zu einem tages­fül­len­den Pro­gramm. Jugend­lei­te­rin und Mit­ar­bei­ter­pres­by­te­rin Sabi­ne Fischer-Bor­gardts, die mit Pres­by­ter Die­ter Tepel durchs Pro­gramm führ­te, brach­te es auf den Punkt. „Das Pro­gramm dau­ert solan­ge, weil wir uns nicht tren­nen kön­nen.“

Auch die direk­te Kon­kur­renz, die Rhei­ni­sche Post, nähert sich dem Ereig­nis atmo­sphä­risch:

Der Bet­saal Bruch platz­te am Pfingst­sonn­tag aus allen Näh­ten. So vie­le kamen, um ihren Pfar­rer Karl-Heinz Tacken­berg nach fast 25 Jah­ren in den Ruhe­stand zu ver­ab­schie­den. Got­tes­dienst und Abschieds­fei­er gerie­ten zu einem tages­fül­len­den Pro­gramm. Jugend­lei­te­rin und Mit­ar­bei­ter­pres­by­te­rin Sabi­ne Fischer-Bor­gardts, die mit Pres­by­ter Die­ter Tepel durchs Pro­gramm führ­te, brach­te es auf den Punkt. „Das Pro­gramm dau­ert solan­ge, weil wir uns nicht tren­nen kön­nen.“

Erst dach­te ich, ich wäre mög­li­cher­wei­se mit mei­nen zahl­rei­chen Fire­fox-Tabs durch­ein­an­der gekom­men. Dann dach­te ich, ich sei ges­tern ein­fach zu spät ins Bett gegan­gen. Schließ­lich erkann­te ich die unter­schied­li­chen Anfüh­rungs­zei­chen und las wei­ter:

NRZ RP
Super­in­ten­dent Mar­tin Duscha wür­dig­te den viel­fäl­ti­gen Dienst und wies in sei­ner offi­zi­el­len Ent­pflich­tung vom Dienst in der Pfarr­stel­le dar­auf hin, dass nicht alles aus dem Dienst eines Pfar­rers vor Augen liegt, son­dern viel­mehr vie­les im Ver­bor­ge­nen lie­ge. Super­in­ten­dent Mar­tin Duscha wür­dig­te den viel­fäl­ti­gen Dienst und wies in der offi­zi­el­len Ent­pflich­tung Tacken­bergs vom Dienst in der Pfarr­stel­le dar­auf hin, dass nicht alles aus dem Dienst eines Pfar­rers vor Augen, son­dern vie­les im Ver­bor­ge­nen lie­ge.
   
Bür­ger­meis­te­rin Sabi­ne Weiss dank­te Karl-Heinz Tacken­berg für sein Enga­ge­ment im kom­mu­na­len Bereich, beson­ders in der Agen­da­ar­beit. Der katho­li­sche Pas­tor von St. Jako­bus, Gre­gor Wol­ters, sprach Segens­wün­sche aus. Auch die Ver­tre­ter der Ver­ei­ne in der Feld­mark dank­ten für gute Zusam­men­ar­beit. Bür­ger­meis­te­rin Sabi­ne Weiss dank­te Karl-Heinz Tacken­berg für sein Enga­ge­ment im kom­mu­na­len Bereich, beson­ders in der Agen­da­ar­beit. Der katho­li­sche Pas­tor von Sankt Jako­bus, Gre­gor Wol­ters, sprach Segens­wün­sche aus. Auch die Ver­tre­ter der Ver­ei­ne in der Feld­mark dank­ten für die gute Zusam­men­ar­beit.
   

Natür­lich fie­len auch mir die Unter­schie­de gleich ins Auge: Im NRZ-Text könn­te auch der Super­in­ten­dent ent­pflich­tet wor­den sein, in der RP ist es ein­deu­tig der Pfar­rer. Außer­dem ist „Sankt“ bes­ser zu lesen als „St.“ und in der RP steht ein „die“ mehr. Im buch­stäb­lich letz­ten Satz war­tet die RP dann sogar noch mit einer, äh: Über­ra­schung auf:

Als er, beglei­tet von Toch­ter Bet­ti­na, in einem Abschieds­lied zurück und nach vor­ne blick­te, konn­te man­cher der Besu­cher eine weh­mü­ti­ge Trä­ne nicht ver­ber­gen. Als er dann zur Über­ra­schung aller, beglei­tet von Toch­ter Bet­ti­na, in einem Abschieds­lied zurück und nach vor­ne blick­te, konn­te man­cher der zahl­rei­chen Besu­cher eine weh­mü­ti­ge Trä­ne nicht ver­ber­gen.
   

Ich weiß nicht, wie vie­le Dins­la­ke­ner bei­de Lokal­zei­tun­gen (die zumin­dest frü­her auch mal die unter­schied­li­chen poli­ti­schen Lager reprä­sen­tier­ten) lesen – und wie vie­le von denen die­se etwas merk­wür­dig anmu­ten­de Dop­pe­lung bemerkt haben wer­den. Wie vie­le dann noch Lust dar­auf hat­ten, einen pol­tern­den Leser­brief (natür­lich zwei­mal den glei­chen!) an die Lokal­re­dak­tio­nen zu schi­cken, kann ich im Moment nur raten. Selt­sam fin­den kann ich es aber jetzt schon.

Der Autor des Tex­tes der Tex­te ist übri­gens selbst Dins­la­ke­ner Pfar­rer und hät­te des­halb durch­aus einen guten Grund, sei­nem lang­jäh­ri­gen Kol­le­gen und Weg­ge­fähr­ten gleich zwei­mal öffent­lich Tri­but zu zol­len. Die­se Tat­sa­che kann man in der NRZ, für die er des öfte­ren schreibt, aber allen­falls aus dem Autoren­kür­zel, in der Rhei­ni­schen Post (zumin­dest in der Online­aus­ga­be) gar nicht ent­neh­men. Außer­dem muss man sich in der Lokal­re­dak­ti­on der Rhei­ni­schen Post jetzt natür­lich die Fra­ge gefal­len las­sen, ob man kei­nen eige­nen Autor hat­te, der ähn­lich kom­pe­tent, aber viel­leicht aus einem ande­ren Blick­win­kel, über die Ver­ab­schie­dung hät­te berich­ten kön­nen.

Ich bin es inzwi­schen gewohnt, dass rei­ne Nach­rich­ten in den aller­meis­ten Tages­zei­tun­gen und auf Inter­net­sei­ten direkt aus Agen­tur­mel­dun­gen über­nom­men wer­den. Ich bin gewohnt, dass Ver­an­stal­tungs­an­kün­di­gun­gen in Lokal­zei­tun­gen oft genug iden­tisch sind – iden­tisch auch mit den Pres­se­mit­tei­lun­gen der Ver­an­stal­ter. Dass aber die Nach­be­richt­erstat­tung, also die Beschrei­bung eines Ereig­nis­ses, bei dem der Leser ent­we­der dabei war oder von dem er wis­sen will, wie es war; dass also die­se Nach­be­richt­erstat­tung auch nahe­zu iden­tisch ist, sehe ich mit sehr ungu­ten Gefüh­len. Denn gera­de im loka­len Bereich haben die Bürger/​Leser nicht vie­le Quel­len, um sich über Ereig­nis­se zu infor­mie­ren. Wenn in bei­den Zei­tun­gen (fast) das Glei­che steht, ver­lie­ren die­se ihre Unter­schei­dungs­merk­ma­le und über kurz oder lang droht min­des­tens eine von ihnen über­flüs­sig zu wer­den.

Nun ist ein dop­pel­ter Arti­kel über die Ver­ab­schie­dung eines Pfar­rers natür­lich noch nicht gleich der Unter­gang einer plu­ra­lis­ti­schen Pres­se. Jeder Jour­na­list, der dar­über hät­te berich­ten sol­len, hät­te über die ver­schie­de­nen Pro­gramm­punk­te geschrie­ben und die Ver­diens­te des Neu-Pen­sio­närs gewür­digt. Ich bin aber gera­de des­halb der Mei­nung, dass man zwei unter­schied­li­che Tex­te dar­über hät­te schrei­ben sol­len: Wie sieht das denn aus, wenn man mit einer Art Seri­en­brief in den Ruhe­stand ver­ab­schie­det wird?

Die dazu­ge­hö­ri­gen Fotos sind – das sei nicht uner­wähnt gelas­sen – von zwei ver­schie­de­nen Foto­gra­fen zu zwei ver­schie­de­nen Zeit­punk­ten geschos­sen wor­den. Dass die RP-Bild­un­ter­schrift nicht so direkt mit dem Motiv über­ein­stimmt, ist jetzt auch egal.

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Musik

Fast Times At Dropout High

Da „lied abschluss­fei­er“ (oder Art­ver­wand­tes) in den letz­ten Tagen auf­fal­lend oft in den Such­an­fra­gen auf­ge­taucht ist, sehe ich das als Auf­ruf ori­en­tie­rungs­lo­ser Abitu­ri­en­ten, die drin­gend ein Mot­to­lied für ihren Schul­ab­schluss suchen, das nicht „(I’ve Had) The Time Of My Life“, „Sum­mer Of ‚69“ oder „Gei­le Zeit“ heißt.

Euch kann gehol­fen wer­den mit die­ser Lis­te und zahl­rei­chen iTu­nes-Links:

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Leben Unterwegs

Dieser Weg ist steinig und schwer

Es ist Pfings­ten, man­che wis­sen auch wie­so, ich lie­ge brä­sig auf der Ter­ras­se habe den bis­he­ri­gen Tag mit gesell­schaft­li­chen Auf­ga­ben ver­bracht und möch­te jetzt die­se all­ge­mei­ne fest­li­che Stil­le mit zwei Geschich­ten durch­bre­chen. Die eine ist hei­ter, die ande­re beun­ru­hi­gend, und es ist jedem selbst über­las­sen, wel­che wel­che ist:

Als ich am Frei­tag mit dem Regio­nal­ex­press durchs Ruhr­ge­biet reis­te (mein Leben also in vol­len Zügen genoss), fuhr ich einen Teil der Stre­cke mit einer Pfad­fin­der­grup­pe. Erst nach­dem der Zug in den Duis­bur­ger Haupt­bahn­hof ein­ge­fah­ren war, bemerk­ten die Anfüh­rer der Grup­pe, dass sie die letz­ten fünf Minu­ten vor einem Schild gestan­den hat­ten, auf dem „Tür defekt“ stand. Und so dreh­ten sich die etwa zwan­zig Pfad­fin­der, die sich über die gesam­te Wagen­län­ge im Mit­tel­gang gestaut hat­ten, um und gin­gen zur Tür am ande­ren Ende des Wagens hin­aus. Sie gin­gen nicht etwa durch die Tür, die zwei Meter neben der defek­ten im nächs­ten Wagen lag und offen stand.

Als ich Dins­la­ken, die Stadt mei­ner Kind­heit, erreicht hat­te und zu Fuß zu mei­nen Eltern ging, stell­te ich fest, dass die all­jähr­li­chen Stra­ßen­pflas­ter-Fest­wo­chen offen­bar wie­der in vol­lem Gan­ge waren. Anders als im Osten der Repu­blik, wo man am nächs­ten Wochen­en­de den vier­zigs­ten Jah­res­tag des Schah­be­suchs mit gro­ßen Trach­ten­pa­ra­den bege­hen will, haben die Dins­la­ke­ner Stra­ßen­pflas­ter-Fest­wo­chen wenig mit Gewalt, aber viel mit Ver­kehrs­be­hin­de­rung zu tun. Denn jedes Jahr im Früh­som­mer wird das Pflas­ter der Haupt­stra­ße auf­ge­bro­chen, die Stei­ne wer­den gewen­det, ein neu­es Sand­bett wird gelegt und dann wird die Stra­ße wie­der zuge­pflas­tert. Lei­der lie­fert die offi­zi­el­le Web­site der Stadt kei­ner­lei Infor­ma­tio­nen zu die­sem schö­nen Brauch­tum, aber ich möch­te jeden herz­lich ein­la­den, sich die­se beson­de­re Tief­bau­pro­zes­si­on nicht ent­ge­hen zu las­sen.

So viel für den Augen­blick, mehr Con­tent gibt’s, wenn mehr pas­siert.

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Rundfunk Sport

So Long, And Thanks For All The Fish

Man stel­le sich mal vor, ein Pro­fes­sor stell­te sich vor sei­ne Stu­den­ten und sag­te:
„Ich woll­te ja eigent­lich nicht mehr über die Ver­gan­gen­heit spre­chen, aber weil da gera­de alle wie­der von anfan­gen müs­sen: Ja, ich hab als Stu­dent bei mei­nen Prü­fun­gen geschum­melt. Mei­ne Dok­tor­ar­beit war abge­schrie­ben. Aber da will ich echt nicht mehr drü­ber spre­chen, denn ich sor­ge doch heu­te an vor­ders­ter Front dafür, dass mei­ne Stu­den­ten bei ihren Prü­fun­gen nicht schum­meln. Natür­lich könn­te ich mein Amt jetzt nie­der­le­gen, aber, hey: Wenn hier einer Erfah­run­gen auf dem Gebiet hat, dann ja wohl ich, oder?“

Klingt irgend­wie idio­tisch? Okay, dann sind mei­ne Dänisch­kennt­nis­se ein­fach nicht gut genug und die reden grad im Fern­se­hen über was ganz ande­res …

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Digital Politik

Mostly Harmless

Wir alle ken­nen Godwin’s Law:

As an online dis­cus­sion grows lon­ger, the pro­ba­bi­li­ty of a com­pa­ri­son invol­ving Nazis or Hit­ler approa­ches one.

Weil die immer­glei­chen Ver­glei­che natür­lich irgend­wann lang­wei­lig wer­den und die deut­sche Geschich­te ja noch mehr dunk­le Kapi­tel auf Lager hat, heißt die neue Königs­dis­zi­plin der Kra­wall­rhe­to­rik „Sta­si-Ver­glei­che“.

So kamen der­ar­ti­ge Ver­glei­che jüngst im Zusam­men­hang mit den ein­ge­sam­mel­ten Geruchs­pro­ben von G8-Geg­nern auf (wobei die Bezeich­nung „Sta­si-Metho­den“ da gar nicht mal so abwe­gig ist, immer­hin hat die Sta­si Geruchs­pro­ben gesam­melt). Gene­ral­bun­des­an­wäl­tin Moni­ka Harms sieht aber offen­bar weder den Ver­gleich, noch die Akti­on an sich beson­ders eng:

Nur weil eine Metho­de von der Sta­si in ganz ande­rem Zusam­men­hang ein­ge­setzt wur­de, heißt das noch nicht, dass sie für uns schon des­we­gen tabu ist.

Die­ser Satz wird umso beun­ru­hi­gen­der, je öfter man ihn liest – aber so viel Zeit haben wir gar nicht, denn die neu­es­te Sta­si-Äuße­rung (hier stän­dig frisch) kommt von Sil­via Schenk, der ehe­ma­li­gen Prä­si­den­tin des Bun­des Deut­scher Rad­fah­rer:

Eine Chan­ce hat der Rad­sport nur, wenn wie bei der Sta­si rigo­ros alle Schul­di­gen aus­sor­tiert wer­den.

Da kann man ja schon froh sein, dass (noch) nie­mand „Ent­do­ping­fi­zie­rungs­la­ger“ for­dert …

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Literatur

Don’t Panic!

Heu­te (25. Mai) ist Towel Day. Bit­te ach­ten Sie – noch gründ­li­cher als sonst – dar­auf, ein Hand­tuch bei sich zu füh­ren.

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Rundfunk Politik

Lug und Trug reloaded

Als ich gera­de den Fern­se­her ein­schal­te­te, rede­te gera­de Wolf­gang Schäub­le. Ich woll­te schon ent­setzt wie­der umschal­ten, aber das, was Schäub­le sag­te, mach­te mich neu­gie­rig:

Ich bin wirk­lich erschüt­tert, dass in einem sol­chen Maß gelo­gen und betro­gen wor­den ist.

„Nanu“, dach­te ich, „was fan­gen die denn jetzt plötz­lich wie­der mit der CDU-Spen­den­af­fä­re an?“

War natür­lich Blöd­sinn: Schäub­le hat­te nur kurz im Phra­sen­le­xi­kon für Spit­zen­po­li­ti­ker nach­ge­schla­gen, um sich zu den neu­es­ten (natür­lich total über­ra­schen­den) Ent­hül­lun­gen in Sachen Doping im Rad­sport zu äußern.

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Musik

Dinslaken, Rock City: Kukalaka

Nach­dem die VISIONS in ihrer Juni-Aus­ga­be (S. 28) Dins­la­ken als „tiefs­te Pro­vinz“ ver­un­glimpft hat (na ja, machen wir uns nichts vor: natür­lich ist Dins­la­ken tiefs­te Pro­vinz – aber das führt eben dazu, dass man Bands grün­det und gute Musik macht), ist es mal wie­der an der Zeit, das Bild gera­de­zu­rü­cken:

Dins­la­ken, Rock City
Heu­te mit: Kukala­ka

Kukalaka

Wer ist das?
Vier jun­ge Män­ner Anfang Zwan­zig, die (mit klei­nen Ände­run­gen) seit sechs Jah­ren gemein­sam musi­zie­ren. Der Band­na­me dürf­te zumin­dest treu­en Star-Trek-Fans bekannt vor­kom­men.

Was machen die?
Brit­pop jeg­li­cher Aus­prä­gung. Also das Beat­ge­den­gel der Sech­zi­ger, das Rock­brett der Sieb­zi­ger, den spa­ßi­gen Punk­song, die Oasis’sche Hym­ne und die ein oder ande­re Anlei­he an den Man­ches­ter-Rave. Das alles recht vir­tu­os gespielt und mit unwi­der­steh­li­chen Chor­ge­sän­gen ver­se­hen.

Die klin­gen ja wie …
Blur, Super­grass, Ash, XTC, Stone Roses, The Char­la­tans, Kai­ser Chiefs, Teenage Fan­club, Suede, …

War­um die?
Weil Kukala­ka eine musi­ka­li­sche Viel­falt an den Tag legen, wie man sie bei den wenigs­ten Nach­wuchs­bands fin­det. Ihre Songs sind vol­ler Quer­ver­wei­se auf 50 Jah­re Pop­mu­sik, trotz­dem bleibt ein eige­ner Stil erkenn­bar. Der Drang zum per­fek­ten Pop­song bringt Kukala­ka das ein oder ande­re Mal („Tance“, „Come On Sun“) in des­sen Nähe- außer­dem ken­ne ich nicht vie­le deut­sche Sän­ger, die so ein schö­nes Bri­tish Eng­lish hin­krie­gen wie Lars Ger­land. Die Band passt eigent­lich gar nicht rich­tig in eine von Indie- und Punk­rock gepräg­te Klein­stadt, denn ihr Sound ist (im bes­ten Sin­ne) „stu­den­tisch“. Dazu passt, dass die meis­ten Band­mit­glie­der auch gar nicht mehr in Dins­la­ken woh­nen.

Erfolgs­po­ten­ti­al
Auch die Ziel­grup­pe dürf­te eher im Stu­den­ten­mi­lieu zu fin­den sein – wobei auch die Heim­spie­le die­ser sehr guten Live­band immer ein gro­ßes Fest für alle Kon­zert­be­su­cher sind. Der gegen­wär­ti­ge Trend zum hin­ge­rotz­ten Jung­al­ko­ho­li­ker­rock kommt der Band – auch wenn sie ordent­lich rocken kann – nicht unbe­dingt ent­ge­gen, ande­rer­seits fin­det zeit­lo­se Pop­mu­sik immer ihr Publi­kum.

Jetzt will ich mir aber selbst ein Bild machen!
Here you go: bei MySpace kann man – wie es sich gehört – rein­hö­ren, auf der Web­site der Band kann man auch ihre aktu­el­le CD „Arca­de Mode“ bestel­len.

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