Kategorien
Musik Digital

Hörst Du, sie spielen unser Lied

Zum sieb­ten Geburts­tag sei­nes eige­nen Blogs uiuiuiuiuiuiui.de hat Manu­el ein Lied über füh­ren­de deutsch­spra­chi­ge Blogs impro­vi­siert. Trotz­dem fin­det auch die­ses hier Erwäh­nung:

Hier klicken, um den Inhalt von Vimeo anzuzeigen.
Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von Vimeo.


Ein Blog ist ein Blog ist ein Blog from Manu­el Wolff on Vimeo.

[Lied­text und mehr Hin­ter­grün­de gibt’s hier]

Für einen Moment hat­te ich übri­gens gedacht, es han­de­le sich um das ers­te Lied, in dem der Orts­na­me Dins­la­ken fällt – aber das stimmt natür­lich nicht.

Kategorien
Print

Queen – „Park Avenue“ 1:0

Gera­de bin ich bei einer Recher­che zufäl­li­ger­wei­se über das hier gestol­pert:

Tritt Queen Eliza­beth II. in die­sem Jahr zurück?

Ham­burg (ots) – „Die Gerüch­te meh­ren sich, die Köni­gin pla­ne kei­nen behut­sa­men Rück­zug aus dem Amt, son­dern einen dra­ma­ti­schen Schritt“, schreibt Peter Obor­ne in der neu­en PARK AVENUE (erscheint am 25. April 2006). Viel­leicht noch in die­sem Jahr?

Queen Eliza­beth II. ist bekannt­lich immer noch im Amt – „Park Ave­nue“ hin­ge­gen

Kategorien
Gesellschaft Rundfunk

Vom Fernsehen und der Wirklichkeit

Ges­tern Abend habe ich die drit­te Staf­fel mei­ner neu­en Lieb­lings­se­rie „Skins“ auf DVD zu Ende geguckt (die übri­gens wie­der sehr gut ist). Anschlie­ßend hing ich der nicht gera­de neu­en Fra­ge nach, was eigent­lich eine Fern­seh­se­rie – und sei sie noch so rea­lis­tisch – von der Wirk­lich­keit unter­schei­det.

Ein Schlüs­sel liegt in den Staf­feln, in denen Seri­en aus­ge­strahlt wer­den, und vor allem an deren Fina­len: Lose Enden wer­den zusam­men­ge­fügt, lan­ge auf­ge­stau­te Kon­flik­te end­lich gelöst und am Ende schip­pern die Haupt­fi­gu­ren in den Son­nen­un­ter­gang. 1 Pünkt­lich zum Beginn der neu­en Staf­fel gibt es dann neue Kon­flik­te.

Die Wirk­lich­keit kennt natür­lich so etwas ähn­li­ches: Jedes Jahr endet mit einem Weih­nachts­fest, auf das ab dem begin­nen­den Herbst alles hin­steu­ert, und das immer wie­der dafür her­hal­ten muss, einem ansons­ten hin- und her­schlin­gern­den Jahr einen wür­di­gen Abschluss zu geben. 2 Schul­jah­re enden auch mit gro­ßen Ereig­nis­sen und gehen danach in eine Aus­zeit, die wir Feri­en nen­nen. 3 An die letz­ten Jah­re an mei­nem Gym­na­si­um kann ich mich wegen der kla­ren zeit­li­chen Struk­tur bes­tens erin­nern, wäh­rend ich bei man­chen Ereig­nis­sen in mei­ner Stu­di­en­zeit nicht mal weiß, in wel­chem Jahr sie eigent­lich statt­ge­fun­den haben.

Und den­noch: Wir kön­nen uns die Wirk­lich­keit durch Zeit­zy­klen zu struk­tu­rie­ren ver­su­chen, aber sie fin­det doch unab­hän­gig von der­ar­ti­gen Dra­ma­tur­gien statt. Die Welt dreht sich wei­ter, egal ob jemand stirbt und jemand anders nicht über die­sen Ver­lust hin­weg kommt, egal ob jemand um sich schießt oder ein Haus ein­stürzt, 4 egal ob man sich trennt oder zusam­men­kommt. 5

Es ist die­ses Immer-wei­ter-Gehen, das das Leben von sei­nen media­len Abbil­dun­gen unter­schei­det. Dai­ly Soaps sind – for­mal betrach­tet – daher sehr viel rea­lis­ti­scher als abge­schlos­se­ne Fil­me, weil immer wie­der neue Men­schen hin­zu­kom­men, die vom Schick­sal dahin­ge­rafft wer­den kön­nen. 6

Über­haupt, der Rea­lis­mus: Da belä­chelt man die Fami­lie Bei­mer, weil sich die Eltern schei­den las­sen, der eine Sohn zwi­schen­durch Nazi wird und dann eine komi­sche Frau hei­ra­tet, wäh­rend der ande­re auf dem Weg zur neu­en Hoch­zeit sei­ner Mut­ter ums Leben kommt (und das alles innert 20 Jah­ren und mehr) – aber es bedarf nur eines Tele­fo­nats mit der eige­nen Mut­ter, um Geschich­ten aus sei­ner Hei­mat­stadt zu hören, die so absurd und unrea­lis­tisch erschei­nen, dass man einen Autoren geschla­gen hät­te, wenn er damit ange­kom­men wäre.

Wirk­lich­keits­nä­he ist ja sowie­so kein Wert an sich, sonst bräuch­te man ja gar nichts ande­res mehr als ein paar doo­fe Rea­li­ty­shows und die Schil­de­run­gen der Nach­ba­rin aus dem ers­ten Stock. „Skins“ ist ja bei­spiels­wei­se so gut, weil das, was Mil­lio­nen Jugend­li­che jeden Tag erle­ben, sor­tiert, künst­le­risch über­höht und dann von und mit kom­pe­ten­ten Leu­ten gut umge­setzt wur­de. Die Geschich­te eines alten Man­nes, der unbe­dingt einen Fisch fan­gen will, wird ja auch erst span­nend, wenn man sie ordent­lich erzäh­len kann.

  1. Ich sag nur: drit­te Staf­fel „Dawson’s Creek“![]
  2. Und bestehe der nur aus Geschen­ken und Ver­wand­ten­be­su­chen.[]
  3. Des­halb haben Jugend­se­ri­en eine dank­ba­re­re und fast immer bes­se­re Dra­ma­tur­gie als Seri­en mit Erwach­se­nen als Haupt­per­so­nen. „Emer­gen­cy Room“ hat sogar mal das Kunst­stück voll­bracht, zum Beginn einer neu­en Staf­fel direkt an den Cliff­han­ger der vor­her­ge­hen­den Fol­ge anzu­schlie­ßen, wäh­rend in der Rah­men­hand­lung meh­re­re Mona­te ver­gan­gen sind.[]
  4. Wenn ich mich recht ent­sin­ne wie­der­um „Emer­gen­cy Room“, nicht Deutsch­land im März 2009.[]
  5. Eine Bezie­hung ist übri­gens das, was anfängt, wenn im Kino der Abspann läuft oder man das Buch zuschlägt, nach­dem sich die bei­den Lie­ben­den end­lich gefun­den haben.[]
  6. Der Regis­seur Niko von Gla­sow hat mir mal erzählt, Dai­ly Soaps sei­en „gute Geschich­ten, nur schei­ße gemacht.“[]
Kategorien
Digital

„fast surreal-abgeschmackt“

Die gru­se­li­gen Details der Mord­nacht, beim ers­ten Pro­zess noch Schlag­zei­len­fut­ter, schie­nen dies­mal fast sur­re­al-abge­schmackt: die Bil­der von Spec­tors Burg­vil­la, deko­riert in pseu­do-baro­ckem Mega-Kitsch, die prall­vol­le Waf­fen­kam­mer neben dem Schlaf­zim­mer, das Etui mit den „Hal­lo Wach“-Pillen und Via­gra.

Der Schuld­spruch im Pro­zess gegen Phil Spec­tor soll­te Anlass genug sein, noch ein­mal auf einen Klas­si­ker im Cof­fee-And-TV-Archiv zu ver­wei­sen und Sie auch heu­te wie­der zum gemüt­li­chen Gerichts­re­por­ta­gen-Sauf­spiel (ein Schnaps für jedes Adjek­tiv) ein­zu­la­den:

„Bleich wie Moz­za­rel­la-Käse“

Kategorien
Uncategorized

Yes we kanin

Die Son­ne scheint, die Vögel zwit­schern, bun­des­weit wur­den am gest­ri­gen Abend zahl­rei­che Brauch­tums­feu­er abge­fa­ckelt: Es ist Ostern. Anstel­le von necki­schen 1 Fotos von Oster­nes­tern oder pfif­fi­gen 2 Nar­zis­sen-Geste­cken gibt es beson­ders keckes 3, wenn auch leicht unschar­fes Bild des Kanin­chens Eeschen Van Pop­pel, das das gan­ze Jahr über auf Twit­ter sein Unwe­sen treibt.

Eeschen Van Poppel

In die­sem Sin­ne: Fro­he Ostern!

  1. „Die 80er haben ange­ru­fen, sie wol­len ihre Adjek­ti­ve zurück­ha­ben!“[]
  2. s. Punkt 1[]
  3. s. Punkt 1[]
Kategorien
Digital

Top Secret

Und da soll noch jemand behaup­ten, Goog­le wür­de es mit der Anony­mi­sie­rung bei Street View nicht ganz genau neh­men:

Screenshot: maps.google.com

Kategorien
Politik Leben

Here In Pleasantville

In Dinslaken weiß man zu Feiern.

Aus ver­schie­de­nen beruf­li­chen und pri­va­ten Grün­den war ich gezwun­gen, die letz­te Woche in Dins­la­ken zu ver­brin­gen. Es war nicht so schlimm, dass man den Spruch mit dem ärgs­ten Feind hät­te aus­pa­cken müss­te, 1 aber es war schon … außer­ge­wöhn­lich.

Da war zum Einen jene Geschich­te, die über fast die gan­ze Zeit die Lokal­pres­se füll­te: Hein­rich Müh­mert, Auto­händ­ler, Ring­rich­ter und seit Jahr­zehn­ten Rats­mit­glied für ver­schie­dens­te Par­tei­en und Split­ter­grup­pen, hat­te in sei­ner Haus­halts­re­de vor dem Stadt­rat einen Kar­ne­vals­prin­zen aus dem Stadt­teil Epping­ho­ven als „schwu­len Wicht“ bezeich­net. 2

Rats­her­ren ver­lie­ßen auf­ge­bracht den Saal, Müh­mert erhielt einen Ord­nungs­ruf, ent­schul­dig­te sich hin­ter­her der­art halb­her­zig, dass sich sein eige­ner Kar­ne­vals­ver­ein 3 von ihm distan­zier­te. Müh­mert ist übri­gens einer von sechs Bür­ger­meis­ter­kan­di­da­ten in Dins­la­ken, was unter Berück­sich­ti­gung des aktu­el­len Wahl­rechts und der Wahl­be­tei­li­gung vom letz­ten Mal bedeu­ten könn­te, dass er mit gut 4.800 gül­ti­gen Stim­men die Stadt regie­ren dürf­te.

Doch auch fern­ab der … äh: „Poli­tik“ ließ mich die Stadt, in der ich 20 Jah­re mei­nes Lebens ver­bracht hat­te, 4 nach­denk­lich zurück: Da waren die schon erwähn­ten Tür­ste­her der „Kul­tur­kan­ti­ne“, die zwar 26-jäh­ri­ge Frau­en nicht erkann­ten, aber – so berich­te­te man mir zumin­dest glaub­haft hin­ter­her – Min­der­jäh­ri­ge in die Dis­co lie­ßen. 5 Da war die Kas­sie­re­rin des Innen­stadt-Super­markts, die mich beim Kauf eines Kas­tens Bier um Vor­la­ge mei­nes Aus­wei­ses bat – wohl weil ich auch mit 25 noch nicht wie 16 aus­se­he.

Man muss ihr zugu­te hal­ten, dass an jenem Vor­mit­tag die Abitu­ri­en­ten ihre Zulas­sung fei­er­ten 6 und es natür­lich immer bes­ser ist, ein­mal zu viel nach­zu­fra­gen als ein­mal zuwe­nig. Die Fra­ge, die sich aus bei­den Erleb­nis­sen ergibt, lau­tet natür­lich den­noch ganz klar: Wie zum Hen­ker sehen Teen­ager in Dins­la­ken eigent­lich aus, dass man sie nicht von Men­schen Mit­te Zwan­zig unter­schei­den kann?!

  1. Ich wüss­te so spon­tan auch nicht, wer das sein soll­te.[]
  2. Fra­gen Sie mich um Him­mels wil­len nicht, wie man es rhe­to­risch schafft, in einer Debat­te über den Haus­halt einen homo­se­xu­el­len Kar­ne­vals­prin­zen zu ver­un­glimp­fen. Es braucht ver­mut­lich jahr­zehn­te­lan­ge Erfah­rung, Ex-Mit­glied­schaf­ten bei FDP und Schill-Par­tei und jede Men­ge auf­ge­stau­te Homo­pho­bie, um das auf die Rei­he zu krie­gen.[]
  3. Gemeint ist wirk­lich ein Kar­ne­vals­ver­ein, nicht Müh­merts „Offen­si­ve Dins­la­ken“, die spä­ter in Tei­len aller­dings auch noch auf Abstand ging – da sehen Sie mal, was Lokal­po­li­tik wirk­lich bedeu­tet![]
  4. Was man nun wirk­lich nie­man­dem wün­schen kann.[]
  5. Beson­ders lus­tig ist übri­gens, dass offen­bar auch Band­mit­glie­der der Kili­ans, die an jenem Abend gleich­sam Gast­ge­ber waren, Pro­ble­me am Ein­lass hat­ten.[]
  6. An die ich mei­nen Kas­ten schließ­lich auch ver­teil­te.[]
Kategorien
Musik

Listenpanik 03/​09

So eine Flut von Ver­öf­fent­li­chun­gen, die mich per­sön­lich inter­es­siert haben, hat­ten wir zuletzt im … Febru­ar.

Nee, im Ernst: Es war schon hef­tig, was da im März alles in die Plat­ten­lä­den und Down­loads­to­res kam – da kam es gera­de recht, dass Saturn die MP3-Alben für 4,99 Euro das Stück gera­de­zu ver­rammsch­te und ich mich ent­spre­chend preis­güns­tig durch den Monat ret­ten konn­te. Es gab etli­che gute Alben und je einen hei­ßen Anwär­ter auf die Num­mer 1 der Jah­res­charts bei Alben und Songs:

Alben
Pet Shop Boys – Yes
Beim ers­ten Hören fand ich die Sin­gle „Love Etc.“ „nicht sehr gut“, dann wur­de sie immer bes­ser. Die Musik­jour­na­lis­ten schrie­ben, es sei das bes­te Pet-Shop-Boys-Album seit „Very“, aber die glei­chen Jour­na­lis­ten hat­ten auch die neue, irgend­wie völ­lig ega­le U2-Plat­te gelobt. Inso­fern war ich nicht dar­auf vor­be­rei­tet, eines der bes­ten Pop-Alben die­ses gera­de zu Ende gehen­den Jahr­zehnts zu hören – aber ich den­ke, genau das ist „Yes“. Das Album hat ein­fach alles: Par­ty-Tracks, Melan­cho­lie, groß­ar­ti­ge Melo­dien und klu­ge Tex­te. Es ist ein gutes Gefühl zu wis­sen, dass einen eine Band, die man zwei Drit­tel sei­nes Lebens schätzt, immer noch umhau­en kann.

Star­sail­or – All The Plans
Star­sail­or-Fan bin ich erst seit dem Som­mer 2001, als ich die Band erst­mals auf dem Hald­ern Pop spie­len sah. Ihre Alben waren viel­leicht nicht so anspruchs­voll wie die von Cold­play, aber in Sachen „melan­cho­li­scher Indiepop von der Insel“ kommt die Band bei mir gleich hin­ter Tra­vis. „All The Plans“ kann ich des­halb nicht wirk­lich ratio­nal bewer­ten, aber es gibt wie­der die ganz gro­ßen Hym­nen, die man von den ers­ten drei Alben auch schon gewohnt ist. Viel­leicht wer­den Star­sail­or nie alles rich­tig machen, aber falsch gemacht haben sie bis heu­te (von den Auf­nah­me­ses­si­ons mit Phil Spec­tor mal ab) auch noch nichts.

Empire Of The Sun – Wal­king On A Dream
Das sind sie also, die „neu­en MGMT“. Musi­ka­li­sche Par­al­le­len gibt es da durch­aus, aber das ist ver­zeih­lich. „Wal­king On A Dream“ ist – trotz des abschre­cken­den Covers – ein klu­ges Pop-Album, das man so ähn­lich schon vor 25 Jah­ren hät­te ver­öf­fent­li­chen kön­nen. Macht aber auch nix.

Röyk­s­opp – Juni­or
Ganz schön elek­tro­las­tig, die­ser März. Auf sei­nem drit­ten Album klingt das nor­we­gi­sche Elek­tro­nik-Duo mit­un­ter ein biss­chen sehr nach dem fran­zö­si­schen Elek­tro­nik-Duo (gemeint ist Air), aber die klan­gen ja in letz­ter Zeit ein biss­chen sehr nach gar nichts. „Juni­or“ ist von vor­ne bis hin­ten aus­ge­wo­gen, ein­gän­gig und – je nach Ein­stel­lung – ent­span­nend oder bele­bend.

The Fray – The Fray
Ja, ich mag so Musik. Und ich freue mich, dass The Fray drei Jah­re nach ihrem Debüt jetzt offen­bar auch in Deutsch­land den Durch­bruch schaf­fen. Zwar passt ihr melan­cho­li­scher (Cof­fee-And-TV-Trink­spiel: ein Schnaps für jedes „melan­cho­lisch“ in einer Lis­ten­pa­nik) Col­lege-Rock bes­ser in den Herbst als in den Hoch­som­mer, aber der März hat­te sich ja noch alle Mühe gege­ben, herbst­lich aus­zu­se­hen.

A Camp – Colo­nia
Spä­tes­tens seit ich Nina Pers­son vor ein paar Jah­ren per­sön­lich getrof­fen habe, hat die klügs­te und schöns­te Schwe­din der Welt bei mir Nar­ren­frei­heit: Sie dürf­te so ziem­lich jeden Schrott machen und ich wür­de es noch gut fin­den. Sie macht aber kei­nen Schrott, son­dern auch ohne die Car­di­gans ganz her­vor­ra­gen­de Musik, der man allen­falls vor­wer­fen könn­te, ein biss­chen zu sehr nach ihrer Haupt­band zu klin­gen.

Olli Schulz – Es brennt so schön
Zwar habe ich alle bis­he­ri­gen Olli-Schulz-Alben hier, aber wirk­lich gehört habe ich ehr­lich gesagt nur sein Debüt „Brichst Du mir das Herz brech ich Dir die Bei­ne“. Als ich „Mach den Bibo“ zum ers­ten Mal beim Bun­des­vi­si­on Song Con­test sah, dach­te ich, jetzt sei es end­gül­tig vor­bei mit dem Mann, aber sogar die­ser Schwach­sinns-Song wächst, wenn man ihn nur oft genug hört (und weiß, dass die Musik von Wal­ter Schrei­fels stammt). Der Rest von „Es brennt so schön“ ist dann auch kom­plett anders: Eine klu­ge, oft nach­denk­li­che, musi­ka­lisch durch­dach­te und hin und wie­der doch sehr wit­zi­ge Plat­te, die mich aus uner­klär­li­chen Grün­den manch­mal ein wenig an Bruce Springsteen erin­nert.

Ben Lee – The Rebirth Of Venus
Für Ben-Lee-Plat­ten gilt die alte Regel „Kenns­te eine, kenns­te alle“. Im Gegen­satz zu Nickel­back, Rea­m­onn und ähn­li­chen Lang­wei­lern macht aber jedes neue Album des gebür­ti­gen Aus­tra­li­ers immer noch Lau­ne – und zwar gute. Selbst wenn man das Gefühl hat, jeden Song so ähn­lich schon mal gehört zu haben, kann man Lee nicht böse sein. Und dann gibt es ja auf jedem sei­ner Alben immer noch einen Song, der grö­ßer ist als alle ande­ren …

Songs
Ben Lee – Wake Up To Ame­ri­ca
Was für ein unwahr­schein­li­cher Song: Eine vier­ein­halb­mi­nü­ti­ge Lobes­hym­ne auf all das Kaput­te und Wun­der­ba­re an Ame­ri­ka, deren Stro­phen nur gespro­chen wer­den, deren Auto­tu­ne-las­ti­ger Refrain auch eher schlicht wirkt, und deren trei­ben­der Beat einen nach weni­gen Tak­ten völ­lig ein­ge­lullt hat. Ich kann kaum auf­hö­ren, die­ses Lied immer und immer wie­der zu hören, denn es geht direkt ins Herz und bringt einen womög­lich dazu, alle fünf­zig Bun­des­staa­ten zu besu­chen und mit einem Ghet­to­blas­ter über dem Kopf die­se Hym­ne abzu­spie­len. Ganz, ganz gro­ße Kunst! (Blö­der­wei­se gibt es den Song weder bei You­Tube noch bei last.fm zu hören – wohl aber bei iTu­nes zu kau­fen.)

Pet Shop Boys – Pan­de­mo­ni­um
Wenn „Yes“ das neue „Very“ ist, ist „Pan­de­mo­ni­um“ die Neu­auf­la­ge von „I Would­n’t Nor­mal­ly Do That Kind Of Thing“: Ein Lie­bes­lied, in dem alles mit­schwingt, was Lie­be manch­mal so schwie­rig macht, und das doch unein­ge­schränk­te Zunei­gung zum Aus­druck bringt. Eine Hym­ne auf alle Cha­os­mäd­chen und ‑jungs die­ser Welt, uplif­ting as hell. Was sagt es über unse­re Gene­ra­ti­on aus, wenn der­art groß­ar­ti­ge Songs von Män­nern um die fünf­zig geschrie­ben wer­den müs­sen? Allein die­se Blä­ser und die Chö­re!

Star­sail­or – You Never Get What You Deser­ve
Bei James Walsh fra­ge ich mich immer ein biss­chen, was er uns eigent­lich mit dem sagen will, was er da singt. Und dann den­ke ich: Ist das nicht egal, wenn es so schön klingt? Beach­ten Sie den Über­gang von den Stro­phen zum Refrain – so geht Pop.

Im nächs­ten Monat dann: Muff Pot­ter, Bob Dylan und natür­lich Kili­ans.

[Lis­ten­pa­nik, die Serie]

Kategorien
Unterwegs

I Cross The Line

Wie Sie die­sem Blog regel­mä­ßig ent­neh­men kön­nen, sind es gera­de die klei­nen Din­ge, über die ich mich stun­den­lang freu­en könn­te.

Seit zwei Tagen erfreue ich mich an einer ver­mut­lich eher neben­säch­li­chen Ent­de­ckung, die ich mach­te, als ich in einer Gegend unter­wegs war, deren Ein­woh­ner sich aus mir uner­find­li­chen Grün­den dem Müns­ter­land zuge­hö­rig füh­len – obwohl sie genau­so gut am schö­nen Nie­der­rhein woh­nen könn­ten.

Aber sehen Sie selbst:

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen.
Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von YouTube.

[Direkt­link]

Kategorien
Musik

Overwhelmed by their hometown

Ges­tern also spiel­ten die Kili­ans anläss­lich der Ver­öf­fent­li­chung ihres zwei­ten Albums „They Are Cal­ling Your Name“ (erscheint Ende nächs­ter Woche, kann man jetzt schon bei last.fm hören) in ihrer Hei­mat­stadt Dins­la­ken.

Wie es wirk­lich war, wer­den wir am Mon­tag (also 60 Stun­den nach dem Kon­zert) in den Lokal­zei­tun­gen lesen kön­nen. Da wird dann ver­mut­lich auch die exak­te Besu­cher­zahl ste­hen (Cof­fee-And-TV-Schät­zun­gen: 1.200 bis 1.500).

Bis dahin ver­wei­se ich auf unge­fil­ter­te Live-Ein­drü­cke in 13 Fotos und sechs Tweets:

Auf in die Stadt, #Kilians gucken. l:Dinslaken
Kategorien
Musik

Platzangst

Dins­la­ken macht sich bereit für die größ­te Show, die die­se Stadt je gese­hen hat. Schon seit heu­te mor­gen sind die Alko­hol­vor­rä­te des Innen­stadt-Super­markts bedenk­lich unter Durch­schnitt (was aller­dings an den Abi-Zulas­sun­gen lie­gen dürf­te, die heu­te ver­teilt wur­den) und auch das Epi­zen­trum des heu­ti­gen Abends ist seit 11 Uhr vor­be­rei­tet:

Diesert Platz ist vom 3. 4. 91 Ab 11 Uhr gesperrt

Hans-Böckler-Platz in Dinslaken

Hans-Böckler-Platz in Dinslaken

Kategorien
Politik

Der neue Hitler

Vor ein paar Wochen hat­te ich geschrie­ben, Kin­der­por­no­gra­phie habe Ter­ro­ris­mus als … äh: Tot­schlag­ar­gu­ment bei der Ein­schrän­kung von Rech­ten abge­löst.

Kin­der­por­no­gra­phie ist aber nicht nur der neue Osa­ma, sie ist auch der neue Hit­ler.

Den Ein­druck könn­te man zumin­dest bekom­men, wenn man sich anhört, welch beein­dru­cken­de Ver­gleichs­ket­te Bay­erns Innen­mi­nis­ter Joa­chim Herr­mann ges­tern aus dem Hut zau­ber­te:

Kil­ler­spie­le wider­spre­chen dem Wer­te­kon­sens unse­rer auf einem fried­li­chen Mit­ein­an­der beru­hen­den Gesell­schaft und gehö­ren geäch­tet. In ihren schäd­li­chen Aus­wir­kun­gen ste­hen sie auf einer Stu­fe mit Dro­gen und Kin­der­por­no­gra­fie, deren Ver­bot zurecht nie­mand infra­ge stellt.

[Zitiert nach golem.de]

Mir fällt lei­der beim bes­ten Wil­len nichts ein, womit ich die­sen Unfug ver­glei­chen könn­te.