Henryk M. Broder schrieb vor ein paar Wochen, wir vom BILDblog seien Wichser. Wochenlang habe ich mich gefragt, woher er das weiß. Dann fiel mir auf: Er saß auf meinem Nachttisch. Seit Jahren.

Nachtrag, 13. März: Passend dazu …
Der Gewinner des diesjährigen Wolfgang-Thierse-Lookalike-Wettbewerbs ist …

Was läuft da eigentlich im Online-Angebot der deutschen „Vanity Fair“ schief? Also, von den üblichen Problemen mal ab.

(Die Startseite von vanityfair.de im Firefox)

(Die gleiche Seite im Internet Explorer)
Wir machen mal wieder ein kleines Rätsel:
Aus wie vielen Artikeln bei n‑tv.de habe ich die folgenden Screenshots zusammengestellt?
Da haben wir ein Symbolbild …

… ein Video …

… und diese Überschrift:

Na, was glauben Sie? Wie viele Artikel waren das?
Drei? Sind Sie sich sicher?
Nun, die drei Screenshötte stammen aus …
*Trommelwirbel*
… ein und demselben Artikel.
Das ist Blödsinn, sagen Sie? Und fragen sich, worum es denn in einem Artikel gehen soll, der mit Löwen bebildert ist, ein Video von Roland Koch zeigt und in der Überschrift von Liebe und Frühstück faselt?
Mein Gott, sind Sie phantasielos: Um die Stimmung in der großen Koalition, natürlich!
Der Preis für die beste Über-Überschrift dürfte in diesem Jahr dann wohl an dwdl.de gehen:

Ich muss zugeben: Manchmal bin ich doch etwas überrascht, was für Grafiken die automatische Albumcover-Importier-Funktion von iTunes so apportiert.

Ende November machte ich mich zum ersten Mal über DerWesten, das töfte neue Onlineportal der WAZ-Gruppe lustig.
Damals schrieb ich:
Seit ungefähr drei Wochen wird im Bochumer Feed ein Beitrag spazieren geführt, der immer da ist, auch wenn alle anderen Meldungen wechseln. Die Überschrift lautet:
Diese Überschrift verschwand wenige Tage später aus dem Feed mit Nachrichten aus Bochum. Aber sie fand einen würdigen Nachfolger, der jetzt seit über fünf Wochen dabei ist, egal welche anderen Meldungen rundherum stehen:

„Bitte nicht wiederwählen!“, hieße es in der ZDF-Hitparade, „irgendwie passend“, über DerWesten.
Nachtrag, 6. Januar: Gerade erst festgestellt: Auch der Dinslakener Feed hat seine eigene Karteileiche:

Dr. Markus Dewender, Vorsitzender der Hilfsorganisation „Kinder brauchen uns“ und Bambi-Preisträger, hat gar keinen Doktortitel. Das berichtet der „Spiegel“ in seiner aktuellen Ausgabe und inzwischen hat sich Dewender offenbar selbst angezeigt, um „zur raschen Aufklärung“ beizutragen. So weit so alltäglich tragisch.
Bei der „Rheinischen Post“ hielt man es offenbar für eine total knorke Idee, den heutigen Artikel über den falschen Doktor gleich mit einem falschen Markus Dewender zu bebildern, denn irgendwie hat der Mann auf dem Foto so gar keine Ähnlichkeit mit dem Mann, der hier, hier, hier und sogar bei „RP Online“ Markus Dewender ist:

(links: Der falsche Mann in der „Rheinischen Post“ von heute, rechts: Der richtige Mann bei „RP Online“)
Der von der RP abgedruckte Mann ist übrigens Dr. med. Matthias Angrés, medizinischer Vorstand des Vereins „Kinder brauchen uns“.
PS: Zumindest optisch näher gelegen hätte die „Rheinische Post“, wenn sie fälschlicherweise das Foto aus dem nebenstehenden Artikel verwendet hätte, das den Gewinner der „5 Millionen SKL Show“ zeigt.
Sa-gen-haft!
Keine 24 Stunden nach dem großen Finale bei „Popstars On Stage“ ist die erste Single abgemischt und das Video zusammengeschnitten. „Haunted“ von Room 2012 gibt es jetzt „exklusiv auf BILD.de“ zu sehen – oder eben bei MyVideo oder YouTube:
Den Song gibt’s übrigens schon was länger, nur hieß er damals noch „My Love“ und war von Justin Timberlake.
Ich hatte ja noch gar nicht über „DerWesten“ geschrieben, das wahnsinnige neue Onlineportal der WAZ-Gruppe. Etwas völlig neues sollte es werden, Lokaljournalismus 2.0 oder sowas in der Art. Deshalb hat die Entwicklung auch so lange gedauert, dass für einen Beta-Test keine Zeit mehr war. Und nach positiven Ersteindrücken kristallisiert sich langsam heraus: das Ding droht ein Desaster zu werden.
Ich nutze „DerWesten“ nicht sonderlich intensiv, möchte aber gerne per RSS-Feed über die Geschehnisse in Bochum und Dinslaken auf dem Laufenden bleiben. Nach dem Wechsel vom alten Online-Auftritt der WAZ bzw. NRZ zu „DerWesten“ funktionierten die alten Feeds nicht mehr und ich musste mir mühsam die neuen raussuchen. Das kann bei einem kompletten Plattformwechsel natürlich schon mal passieren, ist aber trotzdem unglücklich.
Seit ungefähr drei Wochen wird im Bochumer Feed ein Beitrag spazieren geführt, der immer da ist, auch wenn alle anderen Meldungen wechseln. Die Überschrift lautet:

Das ist übrigens die Original-Überschrift von derwesten.de in der Original-Farbe.
Bitte nicht mit unserer Original-Farbe verwechseln!
Was man aber wirklich von „DerWesten“ halten kann, möchte ich Ihnen anhand eines willkürlichen Beispiels vorführen – wobei die Willkür weniger bei mir als viel mehr auf Seiten der Portalbetreiber zuhause zu sein scheint.
Beginnen wir mit der gefetteten Einleitung, die neben der Überschrift übrigens auch der einzige Teil des Artikels ist, der im Feedreader angezeigt wird – man muss also immer auf die Seite. 1 Besonders gut gefällt mir dabei der Cliffhanger zwischen Einleitung
Dort wo bald schon die Bagger für das Bochumer Konzerthaus anrücken sollen, gibt es seit dem 16. …
und Artikel
… November einen ganz besonderen Parkplatz.
Da hat „DerWesten“ von den Profis gelernt, die bei sueddeutsche.de die Bildergalerien betexten. Müssen.
Die eigentlich sehr sinnvolle Geo-Tagging-Funktion, mit der bei jedem Artikel der „Ort des Geschehens“ angezeigt werden soll, wird leider kaum genutzt – dafür sind nämlich die User zuständig und deren Zahl liegt nach vier Wochen bei der einigermaßen deprimierenden Zahl von 5655.
In diesem speziellen Fall hätte es aber natürlich sehr geholfen zu erfahren, wo denn wohl der Parkplatz, um den es die ganze Zeit geht, eigentlich liegt – das wird ja wohl kaum jeder Bochumer auf Anhieb wissen. Ich will zu Gunsten aller Beteiligten mal davon ausgehen, dass die Information beim Umkopieren des Textes verloren ging und nicht auch schon in der gedruckten WAZ ausführlich über einen anonymen Parkplatz berichtet wurde. Sie ahnen, in welchen Bahnen wir uns bewegen, wenn wir zu Gunsten der Beteiligten von technischer Unfähigkeit ausgehen.
Abschließen möchte ich aber mit einem Bild, das ja bekanntlich mehr als tausend Worte sagt. Oder in diesem Fall auch mehr als zwei:


Screenshot: n‑tv.de