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Licht und Schatten: Bildergalerien

Bil­der­ga­le­rien sind nicht so meins, Kar­ne­val noch viel, viel weni­ger. Trotz­dem will es mir als eine recht gute Idee erschei­nen, aus­ge­rech­net Kar­ne­vals­zü­ge in einer Bil­der­ga­le­rie abzu­fei­ern: Der Foto­graf ist eh vor Ort und ver­knippst etli­che Fil­me Spei­cher­kar­ten und die Kos­tü­mier­ten freu­en sich, wenn Sie am nächs­ten Tag im Inter­net zu sehen sind.

Ges­tern war Kar­ne­vals­zug in Voer­de und die Lokal­re­dak­ti­on der „Rhei­ni­schen Post“ fea­tured die­ses Ereig­nis mit einem Arti­kel und einer dazu­ge­hö­ri­gen 27-teil­i­gen Bil­der­ga­le­rie.

Die „Neue Rhein Zei­tung“, Teil und Zulie­fe­rer des Inter­net-Regio­nal­por­tals „Der­Wes­ten“ hat eben­falls einen Arti­kel und eine Bil­der­ga­le­rie. Das habe ich aber nur durch Zufall fest­ge­stellt: Der Arti­kel ist eher eine Mel­dung und fällt recht kurz aus. Die 31-teil­i­ge Bil­der­ga­le­rie ist dort weder erwähnt noch ver­linkt und wird auch nicht im Feed ver­schickt, sie fand ich auf der Über­sichts­sei­te von Dins­la­ken.

Dins­la­ken? Hat­te ich nicht gera­de noch von Voer­de geschrie­ben? Natür­lich, aber Dins­la­ken und Voer­de tei­len sich einen Lokal­teil mit Hün­xe. Auf der Über­sichts­sei­te von Voer­de fehlt der Zug.

Nach­trag 13:30 Uhr: Im Lau­fe des Vor­mit­tags wur­de die Bil­der­ga­le­rie auf der Voer­der Start­sei­te hin­zu­ge­fügt. Ver­mut­lich war am Sonn­tag­abend ein­fach nie­mand ver­füg­bar. Die Mel­dung zum Zug fehlt dort aber immer noch.

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Im Westen nichts Neues

Ende Novem­ber mach­te ich mich zum ers­ten Mal über Der­Wes­ten, das töf­te neue Online­por­tal der WAZ-Grup­pe lus­tig.

Damals schrieb ich:

Seit unge­fähr drei Wochen wird im Bochu­mer Feed ein Bei­trag spa­zie­ren geführt, der immer da ist, auch wenn alle ande­ren Mel­dun­gen wech­seln. Die Über­schrift lau­tet:

Demenz: Noch vergesslich oder schon dement?

Die­se Über­schrift ver­schwand weni­ge Tage spä­ter aus dem Feed mit Nach­rich­ten aus Bochum. Aber sie fand einen wür­di­gen Nach­fol­ger, der jetzt seit über fünf Wochen dabei ist, egal wel­che ande­ren Mel­dun­gen rund­her­um ste­hen:

Demenz - dieses Thema füllte die Cafeteria

„Bit­te nicht wie­der­wäh­len!“, hie­ße es in der ZDF-Hit­pa­ra­de, „irgend­wie pas­send“, über Der­Wes­ten.

Nach­trag, 6. Janu­ar: Gera­de erst fest­ge­stellt: Auch der Dins­la­ke­ner Feed hat sei­ne eige­ne Kar­tei­lei­che:

Zu früh gefreut

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Back to the Futur II

Es ist (gera­de bei Lokal­zei­tun­gen) nicht gänz­lich unüb­lich, über kul­tu­rel­le Ver­an­stal­tun­gen, deren Ablauf man sich leicht aus­ma­len kann, zu schrei­ben ohne selbst vor Ort gewe­sen zu sein. Dabei muss man natür­lich hof­fen, dass kei­ne unvor­her­ge­se­he­nen Ereig­nis­se gesche­hen (z.B. das Fort­blei­ben eines Hits oder des gan­zen Head­liners) – und dass man nicht ver­se­hent­lich über Ereig­nis­se berich­tet, die noch gar nicht statt­ge­fun­den haben.

Die­se rei­fe Leis­tung voll­brach­te die Lokal­re­dak­ti­on der „Neu­en Rhein Zei­tung“ („NRZ“) in Dins­la­ken 1 die­se Woche. Am Diens­tag, 18. Dezem­ber druck­te sie ein (nicht als sol­ches gekenn­zeich­ne­tes) Archiv­fo­to der Dins­la­ke­ner Band Kukala­ka und schrieb dar­un­ter fol­gen­den Text, den jeder halb­wegs Infor­mier­te als lee­res Norm­ge­schwa­fel erken­nen konn­te:

Die Post ging ab beim Jugend-Musik­fes­ti­val von Stadt Dins­la­ken und Din-Town am Frei­tag­abend in der Kath­rin-Türks-Hal­le. Auf zwei Büh­nen brach­ten 14 loka­le Bands die Hal­le und ihre Fans zum Kochen. Von Hip-Hop bis Rock reich­te die Palet­te des dar­ge­bo­te­nen Pro­gramms. Bis weit in die Nacht hin­ein rock­ten und fei­er­ten die jugend­li­chen Besu­cher, was das Zeug hielt, und der fre­ne­ti­sche Jubel war wohl der schöns­te Dank an die Bands.

Fehlt eigent­lich nur noch der „Höhe­punkt des bun­ten Trei­bens“, für den man frei­lich wis­sen müss­te, wer denn da so gespielt hat – oder eben noch spie­len soll, denn das „Jugend-Musik­fes­ti­val“, das natür­lich auch einen Namen hat, fin­det frei­lich erst am mor­gi­gen Frei­tag, 21. Dezem­ber statt.

Jetzt lau­tet die ers­te Fra­ge natür­lich: Ist das schlimm, wur­de damit die jour­na­lis­ti­sche Sorg­falts­pflicht ver­letzt? Die Ant­wort ist kom­pli­ziert und führt uns hin­ein in den Kanin­chen­bau des Jour­na­lis­mus: Der kon­kre­te Fall, in dem ein Kon­zert beschrie­ben wur­de, bei dem kein Mit­ar­bei­ter gewe­sen sein kann, weil es ja noch gar nicht statt­ge­fun­den hat, ist viel­leicht nicht son­der­lich tra­gisch, er ist bei­na­he lus­tig. Aber er wirft zum Bei­spiel die Fra­ge auf, wie gewis­sen­haft Jour­na­lis­ten, die ein jugend­kul­tu­rel­les Groß­ereig­nis im Kalen­der nicht wie­der­fin­den, bei ande­ren The­men wie Kom­mu­nal­po­li­tik oder Kri­mi­na­li­tät arbei­ten.

Auch ist das Vor­ge­hen nicht ganz klar: War­um ver­wen­det man am Diens­tag ein Archiv­fo­to und einen sol­chen Blind­text, um ein (ver­meint­li­ches) Ereig­nis vom Frei­tag zu beschrei­ben? In der Sams­tags­aus­ga­be ergä­be eine sol­che Pseu­do-Aktua­li­tät ja noch einen Sinn, aber drei Tage spä­ter? Neh­men wir an, man ging in der Redak­ti­on von vor­ne her­ein davon aus, dass das Kon­zert am 14. Dezem­ber sei, und hat dafür kei­ne Mit­ar­bei­ter gefun­den: War­um berich­tet man dann trotz­dem über ein Ereig­nis, das einem so egal ist, dass man sei­nen Ter­min 2 ver­gisst? Nun, viel­leicht kam da einem Redak­teur der übli­che Lokal­zei­tungs-Gedan­ke, wonach die Objek­te der Bericht­erstat­tung ja zumeist auch Abon­nen­ten sind (wes­we­gen man auch nie von miss­lun­ge­nen Kon­zer­ten loka­ler Schul­chö­re, Musik­schu­len oder eben Bands lesen wird) und die­se ja bestimmt ger­ne etwas über sich oder ihre Ver­an­stal­tung in der Zei­tung lesen wür­den.

Irgend­wie ist der „NRZ“ der Feh­ler aber dann doch noch auf­ge­fal­len (oder sie wur­de dar­auf hin­ge­wie­sen), denn ges­tern fand sich in der für bun­te Mel­dun­gen reser­vier­ten „7. Spal­te“ fol­gen­de Bot­schaft:

Da waren wir ein wenig vor­aus­ei­lend. Doch wir hof­fen, dass das Musik­fes­ti­val der Jugend­li­chen beim School’s out am Frei­tag, 21. Dezem­ber, ein wirk­li­cher Erfolg wird. 14 loka­le Bands wer­den auf zwei Büh­nen ab 17.30 Uhr alles von Hip-Hop bis Rock spie­len. Die Tickets kos­ten an der Abend­kas­se 5 Euro, im Vor­ver­kauf (Bür­ger­bü­ros) gibt’s 60 Cent Rabatt. Rein kom­men nur Kids ab 14 Jah­re. Bit­te Aus­weis vor­zei­gen.

Nun ja, was sol­len die Redak­teu­re machen? In Sack und Asche zu Kreu­ze krie­chen und sich „Wir schrei­ben über alles – auch über nie pas­sier­tes“ in die Stirn rit­zen wäre viel­leicht ein wenig zu viel des Guten und offen­bar gibt es in der gan­zen Mit­ar­bei­ter-Kar­tei ja wirk­lich nie­man­den, der sich mit so einem Jugend­the­ma befasst und der städ­ti­schen Pres­se­mit­tei­lung noch etwas hin­zu­fü­gen könn­te. Nur, mal ehr­lich: Wer eine so deut­li­che Scheiß­egal-Hal­tung an den Tag legt, der soll­te sich nicht wun­dern, wenn ihm die letz­ten Leser in drei­ßig Jah­ren weg­ge­stor­ben sind.

[via mei­ne Mut­ter, mal wie­der]

  1. Wo sonst?[]
  2. In der Regel fand das „School’s Out“ – daher auch der Name – immer am letz­ten Frei­tag vor Weih­nach­ten statt.[]
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Politik

Niederrheinische Mengenleere

Wir müs­sen mal für einen kur­zen Moment so tun, als inter­es­sie­re uns die Lokal­po­li­tik in mei­ner frü­he­ren Hei­mat­stadt Dins­la­ken.

Nein, das ist Quatsch. Lokal­po­li­tik inter­es­siert schon in Dins­la­ken nie­man­den mehr, da ist sie hier eigent­lich völ­lig off topic. Ich wäre auch schlicht nicht in der Lage, die Vor­ge­schich­te zu rekon­stru­ie­ren, die zu dem Rats­bür­ger­ent­scheid führ­te, der die Stadt im Moment beschäf­tigt. Nie­mand in Dins­la­ken weiß noch so genau, wor­um es ging, was die Situa­ti­on so beson­ders mach­te, der sich die Wahl­be­rech­tig­ten am ver­gan­ge­nen Sonn­tag (bei strö­men­dem Regen und geöff­ne­ten Geschäf­ten in der Innen­stadt) aus­ge­setzt sahen. Aber wir haben es hier mit einem beein­dru­cken­den Bei­spiel von poli­ti­schem Selbst­ver­ständ­nis zu tun, das ich für all­ge­mein­gül­tig hal­te und Ihnen des­halb nicht vor­ent­hal­ten will.

Nun also doch ganz kurz zur Vor­ge­schich­te: Es geht grob dar­um, ob auf einem Park­platz am Ran­de der Innen­stadt 1 ein Ein­kaufs­zen­trum gebaut wer­den soll. Es ist hier völ­lig uner­heb­lich, wer das bau­en soll, wie das finan­ziert wird und was das alles mit dem MSV Duis­burg zu tun hat. 2 Alles, was Sie jetzt noch wis­sen müs­sen, ist: Die Stim­mung in der Stadt war sehr dage­gen, die Stim­mung in der gro­ßen Koali­ti­on im Rat war sehr dafür.

Ein Bür­ger­be­geh­ren, bei dem sich 6.000 Dins­la­ke­ner gegen die Bebau­ung aus­ge­spro­chen hat­ten, ver­hall­te aus for­ma­len Grün­den unge­hört, aber der Rat beschloss einen frei­wil­li­gen Bür­ger­ent­scheid, bei dem raus­kom­men soll­te, dass „die Dins­la­ke­ner eine Bebau­ung des Plat­zes nicht grund­sätz­lich ableh­nen“. Das ist unge­fähr so sinn­voll wie wenn Eltern zu ihren Kin­dern sagen wür­den: „Okay, wir sehen: Ihr mögt kei­nen Fisch. Ihr habt hier zwar nix zu sagen, aber wir sind mal so groß­zü­gig und räu­men Euch jetzt die Mög­lich­keit ein, uns zu zei­gen, dass Ihr Fisch nicht grund­sätz­lich ablehnt!“ 3

Nun mach­ten aber nur 17,9% der Kin­der von der Mög­lich­keit Gebrauch, sich zum Fisch zu äußern. Zwei Drit­tel davon waren gegen den Fisch bzw. die Bebau­ung, 6.399 Leu­te. Die Stadt­ver­wal­tung hat­te aber fest­ge­legt, dass min­des­tens 11.000 dage­gen sein müss­ten.

Ande­rer­seits waren ja von 55.644 Wahl­be­rech­tig­ten auch nur 3.546 für die Bebau­ung, was eher unso­li­de 6,37% sind. Der Rest zählt (und wir wis­sen, wie das mit schwei­gen­den Mas­sen ist) wohl als „nicht grund­sätz­lich dage­gen“.

Nun wür­de man als nor­ma­ler Mensch sagen: „For­ma­li­tä­ten hin und her: Nach allem, was uns an Zah­len vor­liegt, sind zwei Drit­tel der Leu­te dage­gen und gera­de mal sechs Pro­zent unse­rer Bür­ger ist das Bau­vor­ha­ben so wich­tig, dass sie dafür am Sonn­tag bei Regen ins Wahl­lo­kal trot­ten. Viel­leicht soll­ten wir also doch mal gucken, ob wir das nicht irgend­wie anders machen.“

Und jetzt wer­fen wir bit­te jeg­li­che Logik über Bord, hal­ten uns unbe­dingt noch mal die Zahl von 3.546 Befür­wor­tern vor Augen und zitie­ren die Bür­ger­meis­te­rin Sabi­ne Weiss:

„Es ist wich­tig, dass man sol­che Gren­zen [die 11.000 erfor­der­li­chen Stim­men] setzt, sonst lie­ße sich mit 6000 Stim­men ja die gro­ße Mehr­heit einer Stadt domi­nie­ren. Ich glau­be nicht, dass man sagen kann, dass die, die nicht abge­stimmt haben, gegen die Bebau­ung sind oder dass ihnen die Fra­ge egal ist.“

Bit­te bei­ßen Sie in Ihren eige­nen Schreib­tisch, mei­ner ist schon durch.

  1. „Rand“ heißt hier: fuß­läu­fig durch­aus zu errei­chen, aber durch Gebäu­de und Stra­ßen doch irgend­wie ziem­lich abge­trennt.[]
  2. In Dins­la­ken ist es natür­lich gar nicht uner­heb­lich, da ist es lang­wie­rig und trau­rig. Aber wie gesagt: zu kom­plex, als dass noch irgend­je­mand durch­bli­cken wür­de.[]
  3. Sie ver­ste­hen, war­um eine Kar­rie­re im poli­ti­schen Kaba­rett für mich nicht in Betracht kommt.[]
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Digital

The Lonesome Crowded West

Ich hat­te ja noch gar nicht über „Der­Wes­ten“ geschrie­ben, das wahn­sin­ni­ge neue Online­por­tal der WAZ-Grup­pe. Etwas völ­lig neu­es soll­te es wer­den, Lokal­jour­na­lis­mus 2.0 oder sowas in der Art. Des­halb hat die Ent­wick­lung auch so lan­ge gedau­ert, dass für einen Beta-Test kei­ne Zeit mehr war. Und nach posi­ti­ven Erst­ein­drü­cken kris­tal­li­siert sich lang­sam her­aus: das Ding droht ein Desas­ter zu wer­den.

Ich nut­ze „Der­Wes­ten“ nicht son­der­lich inten­siv, möch­te aber ger­ne per RSS-Feed über die Gescheh­nis­se in Bochum und Dins­la­ken auf dem Lau­fen­den blei­ben. Nach dem Wech­sel vom alten Online-Auf­tritt der WAZ bzw. NRZ zu „Der­Wes­ten“ funk­tio­nier­ten die alten Feeds nicht mehr und ich muss­te mir müh­sam die neu­en raus­su­chen. Das kann bei einem kom­plet­ten Platt­form­wech­sel natür­lich schon mal pas­sie­ren, ist aber trotz­dem unglück­lich.

Seit unge­fähr drei Wochen wird im Bochu­mer Feed ein Bei­trag spa­zie­ren geführt, der immer da ist, auch wenn alle ande­ren Mel­dun­gen wech­seln. Die Über­schrift lau­tet:

Demenz: Noch vergesslich oder schon dement?

Das ist übri­gens die Ori­gi­nal-Über­schrift von derwesten.de in der Ori­gi­nal-Far­be.
Bit­te nicht mit unse­rer Ori­gi­nal-Far­be ver­wech­seln!

Was man aber wirk­lich von „Der­Wes­ten“ hal­ten kann, möch­te ich Ihnen anhand eines will­kür­li­chen Bei­spiels vor­füh­ren – wobei die Will­kür weni­ger bei mir als viel mehr auf Sei­ten der Por­tal­be­trei­ber zuhau­se zu sein scheint.

Begin­nen wir mit der gefet­te­ten Ein­lei­tung, die neben der Über­schrift übri­gens auch der ein­zi­ge Teil des Arti­kels ist, der im Feed­rea­der ange­zeigt wird – man muss also immer auf die Sei­te. 1 Beson­ders gut gefällt mir dabei der Cliff­han­ger zwi­schen Ein­lei­tung

Dort wo bald schon die Bag­ger für das Bochu­mer Kon­zert­haus anrü­cken sol­len, gibt es seit dem 16. …

und Arti­kel

… Novem­ber einen ganz beson­de­ren Park­platz.

Da hat „Der­Wes­ten“ von den Pro­fis gelernt, die bei sueddeutsche.de die Bil­der­ga­le­rien betex­ten. Müs­sen.

Geo-Tagging-Funktion bei “DerWesten”Die eigent­lich sehr sinn­vol­le Geo-Tag­ging-Funk­ti­on, mit der bei jedem Arti­kel der „Ort des Gesche­hens“ ange­zeigt wer­den soll, wird lei­der kaum genutzt – dafür sind näm­lich die User zustän­dig und deren Zahl liegt nach vier Wochen bei der eini­ger­ma­ßen depri­mie­ren­den Zahl von 5655.

In die­sem spe­zi­el­len Fall hät­te es aber natür­lich sehr gehol­fen zu erfah­ren, wo denn wohl der Park­platz, um den es die gan­ze Zeit geht, eigent­lich liegt – das wird ja wohl kaum jeder Bochu­mer auf Anhieb wis­sen. Ich will zu Guns­ten aller Betei­lig­ten mal davon aus­ge­hen, dass die Infor­ma­ti­on beim Umko­pie­ren des Tex­tes ver­lo­ren ging und nicht auch schon in der gedruck­ten WAZ aus­führ­lich über einen anony­men Park­platz berich­tet wur­de. Sie ahnen, in wel­chen Bah­nen wir uns bewe­gen, wenn wir zu Guns­ten der Betei­lig­ten von tech­ni­scher Unfä­hig­keit aus­ge­hen.

Abschlie­ßen möch­te ich aber mit einem Bild, das ja bekannt­lich mehr als tau­send Wor­te sagt. Oder in die­sem Fall auch mehr als zwei:

Unendlich viele Kommentare bei “DerWesten”

  1. „Spie­gel Online“ und n‑tv.de schi­cken nicht mal Kurz­fas­sun­gen oder Ein­lei­tung per RSS[]
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Digital

Internetz: Bald auch am Niederrhein

Ich war grad auf der offi­zi­el­len Web­sei­te mei­ner alten Hei­mat­stadt Dins­la­ken, weil ich etwas nach­gu­cken muss­te.

Mal davon ab, dass die ent­spre­chen­den Infor­ma­tio­nen gut ver­steckt und völ­lig ver­al­tet waren, haben mich vor allem die Links „Feed­back“ und „Impres­sum“ beein­druckt.

„Feed­back“
dinslaken.de: “Feedback”

„Impres­sum“
dinslaken.de: “Impressum”

Nach­trag 15. Novem­ber: Jetzt klappt’s wie­der. Wenn ich mir nicht abso­lut sicher wäre, dass das völ­li­ger Hum­bug ist, wür­de ich ja fast behaup­ten, die städ­ti­schen Infor­ma­ti­ker lesen mein Blog …

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Leben

Zeit ist nicht auf ihrer Seite

Ich habe das Wochen­en­de bei der Fami­lie in Dins­la­ken ver­bracht. Als mich mei­ne Geschwis­ter zum Bahn­hof brach­ten, fiel mir auf, dass die gro­ße Uhr auf dem Bahn­hofs­vor­platz noch auf Som­mer­zeit stand. Nun hat man in Bahn­hofs­nä­he in der Regel eine dif­fu­se Ahnung, wel­che Stun­de die rich­ti­ge sein müss­te – wich­ti­ger wäre da, dass die Uhr vor dem Bahn­hof und die am Gleis mög­lichst syn­chron gehen, damit man bei­spiels­wei­se bei der Park­platz­su­che weiß, ob man sich beei­len soll­te. Natür­lich trifft auch das nicht zu.

Da fiel mir auch wie­der ein, dass schon die letz­te Zeit­um­stel­lung im Früh­jahr, die ja auch kein spon­tan auf­ge­tre­te­nes Ereig­nis war, in Dins­la­ken ver­spä­tet von­stat­ten gegan­gen war. Etwa drei oder vier Wochen stand sie noch auf Win­ter­zeit, bis ich eines Frei­tags am Bahn­hof ankam und mich sehr wun­der­te: Ent­we­der hat­te sich spon­tan ein Loch im Raum-Zeit-Kon­ti­nu­um gebil­det, oder ich war tat­säch­lich vor mei­ner Abfahrt aus Bochum in Dins­la­ken ange­kom­men. Dann fiel mir auf: Die Uhren waren in die fal­sche Rich­tung umge­stellt wor­den und gin­gen nun zwei Stun­den nach.

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Unterwegs Gesellschaft

Niemand ist ein Berliner

Ich bin zurück in Bochum. Fast wäre das schief gegan­gen, da der ICE aus Ber­lin Rich­tung Ruhr­ge­biet aus zwei Zügen besteht, die in Hamm getrennt wer­den, und ich natür­lich zunächst im fal­schen Zug­teil saß. Ich war aber nicht der Ein­zi­ge, den der Gleis­wech­sel und die ver­än­der­te Abfahrt­zeit am Ber­li­ner Haupt­bahn­hof irri­tiert hat­te: In Span­dau rann­ten gleich drei Leu­te aus dem hin­te­ren Teil nach vor­ne und zwei aus dem vor­de­ren nach hin­ten. Obwohl ich Ber­lin als Stadt eigent­lich nicht so mag, war es doch ein sehr schö­ner Auf­ent­halt. Ich habe lau­ter net­te Leu­te getrof­fen und Kreuz­berg ist nach vier dort ver­brach­ten Aben­den tief in mei­nem Her­zen.

Irri­tiert hat mich der Umstand, dass es in Ber­lin Schu­len und Spiel­plät­ze gibt, habe ich doch bis heu­te aus­schließ­lich Men­schen ken­nen­ge­lernt, die frü­hes­tens zum Stu­di­um nach Ber­lin gekom­men sind. Die Vor­stel­lung, es könn­te Per­so­nen geben, die in Ber­lin gebo­ren wur­den, erscheint mir des­halb hoch­gra­dig abwe­gig. Ande­rer­seits fie­le mir spon­tan auch nie­mand aus mei­nem Umfeld ein, der gebür­ti­ger Bochu­mer wäre.

Was auch mal wie­der über­deut­lich wur­de: Egal, wohin man kommt, man trifft immer jeman­den, der eine per­sön­li­che Dins­la­ken-Geschich­te hat. Chris­toph Schult­heis war als Kind sogar schon mal da und erin­ner­te mich gleich an ein schon lan­ge ver­dräng­tes Dins­la­ken-Detail: Im zen­tra­len Kreis­ver­kehr zwi­schen Stadt­hal­le und Super­markt stand lan­ge Jah­re ein gro­ßer gel­ber Weg­wei­ser, wie man ihn von Land- und Bun­des­stra­ßen kennt, der die Rich­tung und Ent­fer­nung nach Ber­lin angab. In Dins­la­ken, das damals noch nicht mal einen eige­nen Auto­bahn­an­schluss hat­te. Es soll­te wohl ein Sym­bol sein, auf dass man die sei­ner­zeit noch vor­herr­schen­de deut­sche Tei­lung im All­tag nicht ver­ges­se. Das Schild gewor­de­ne Weih­nachts­pa­ket an die Ver­wand­ten „drü­ben“.

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Unterwegs

Lukas und die Lokomotivführer: Liveblog

Extre­me Situa­tio­nen erfor­dern extre­me Mit­tel: Ich muss heu­te Abend in Dins­la­ken auf einer Hoch­zeit tan­zen sein. Im Moment bin ich aber noch in Bochum. Zwi­schen mir und mei­nem Ziel steht also der Lok­füh­rer­streik der Gewerk­schaft von dem Mann mit der Bata-Illic-Mas­ke.

Und weil ich nun mal Bahn­fah­ren muss, dach­te ich mir, ich mache mir den Spaß und blog­ge drü­ber – live und … äh: live halt. Da ich kein blog­fä­hi­ges Mobil­te­le­fon habe, wird mei­ne rei­zen­de Assis­ten­tin Kath­rin mei­ne (ver­mut­lich irgend­wann ver­zwei­fel­ten) Anru­fe, SMSen und Rauch­zei­chen hier für mich nie­der­schrei­ben.

Und jetzt geht’s los …

16:29: Bochum Haupt­bahn­hof: Es ist nicht son­der­lich voll und die Anzei­gen­ta­fel sieht auch nor­mal aus. Die wer­den doch nicht etwa ohne mich strei­ken?

16:35: Sit­ze im fah­ren­den Regio­nal­ex­press nach Düs­sel­dorf. Ent­we­der kam der zu früh oder 59 Minu­ten zu spät.

16:46: Ste­hen seit eini­gen Minu­ten in Wat­ten­scheid, weil uns „schon wie­der“ ein ICE über­holt. Auf dem Gegen­gleis: Der Regio­nal­ex­press nach Min­den. Ent­we­der pünkt­lich oder eine vol­le Stun­de zu spät.

16:55: Essen Haupt­bahn­hof: So sieht kein Frei­tag­nach­mit­tag-Fei­er­abend­ver­kehr aus, es sind kaum Leu­te unter­wegs. Und wir fah­ren wei­ter.

17:11: Duis­burg Haupt­bahn­hof: Hier fällt mehr aus, die weni­gen Rei­sen­den wir­ken lethar­gisch. Mein Regio­nal­ex­press nach Dins­la­ken ist mit 5 Minu­ten Ver­spä­tung ange­schla­gen. Seit wann gibts hier eigent­lich Star­bucks?

17:25: Mein neu­er Freund bei Star­bucks mein­te eben, heu­te mor­gen sei der Laden voll mit Gestran­de­ten gewe­sen. Hof­fent­lich haben die da nicht auch schon ihren neu­en Kol­le­gen ein­ge­ar­bei­tet… Mein Regio­nal­ex­press ist da und und auch nur 5 Minu­ten zu spät.

17:40: Schon in Ober­hau­sen-Hol­ten. Letz­te Chan­ce, mich auf­zu­hal­ten, lie­be GDL!

17:46: Dins­la­ken Bahn­hof. Da brauch ich ja län­ger für den Fuß­weg zu mei­nen Eltern als von Bochum hier­hin. Was für eine Live­blog-Bla­ma­ge!

18:16: Honey, I’m home! Ich, der ich bei jeder zwei­ten Bahn­fahrt einen cho­le­ri­schen Anfall krie­ge, des­sen Züge grund­sätz­lich Ver­spä­tung haben, bin sel­ten ruhi­ger und ent­spann­ter Zug gefah­ren. Wenn ein Streik der Lok­füh­rer so aus­sieht, kön­nen die mei­net­we­gen jetzt jeden Tag strei­ken …

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Über den Wolken

Will­kom­men zurück an der Cof­fee-And-TV-Jour­na­lis­ten­schu­le!

Nach­dem wir beim letz­ten Mal gelernt haben, wie man eine Gerichts­re­por­ta­ge ver­fasst, wol­len wir uns heu­te dem Bereich des Musik­jour­na­lis­mus zuwen­den. Beson­ders beliebt auf die­sem Gebiet sind seit län­ge­rem Repor­ta­gen, die einen Künst­ler oder eine gan­ze Band in einem hei­mat­li­chen Umfeld zei­gen. Dafür brau­chen wir zunächst ein­mal eine Band, was nicht ganz so schwer ist: Wir neh­men ein­fach unse­re Cof­fee-And-TV-Haus­ka­pel­le.

Als ers­tes brau­chen wir jetzt (wie bei jedem Arti­kel) einen grif­fi­gen Ein­stieg. Oder aber einen, der so wirr ist, dass man schon aus Neu­gier­de, wie sich der Autor wohl dar­aus befrei­en will, wei­ter­liest:

Ent­we­der hast du als Teen­ager die Gele­gen­heit, vor dem Venue auf dei­nen Lieb­lings­act zu war­ten und dir Auto­gram­me geben zu las­sen – oder du hast sie nicht. Ent­we­der du kennst die Bands nur aus TV, Radio und Inter­net – oder du triffst sie im Plat­ten­la­den. Die Kili­ans kom­men aus Dins­la­ken und tra­fen bis­her nie­man­den. Sie sind eine auf­stre­ben­de Rock­band. Die Fra­ge ist: Trotz­dem oder gera­de des­we­gen?

Was ist mit denen, die nie vor einem „Venue“ stan­den und auf ihren „Lieb­lings­act“ war­te­ten? Wer hät­te in wel­chem Plat­ten­la­den jeman­den tref­fen sol­len? Wie­so ist man eine auf­stre­ben­de Rock­band, obwohl oder weil man nie­man­den in einem Plat­ten­la­den getrof­fen hat? Der Leser ist sofort gefan­gen von die­sen Sät­zen und könn­te sie immer wie­der lesen, ohne dass ihm die Deu­tungs­mög­lich­kei­ten aus­gin­gen.

Im zwei­ten Absatz soll­ten wir dem Leser, der die zu por­trä­tie­ren­de Band noch nicht kennt, kurz erklä­ren, von wem wir spre­chen. Zum Bei­spiel so:

The Kili­ans sind fünf Jungs und kom­men aus die­ser Stadt, und sie sind mitt­ler­wei­le im Blick­feld vie­ler, die sich für Rock­mu­sik inter­es­sie­ren. In Dins­la­ken sind sie allein dadurch schon Stars.

So weiß jeder, dass man in Dins­la­ken, par­don: Dins­la­ken allei­ne dadurch zum Star wird, dass man im Blick­feld vie­ler, die sich für Rock­mu­sik inter­es­sie­ren, ist. Sozio­lo­gen spre­chen sicher von second hand popu­la­ri­ty.

Wenn wir mer­ken, dass wir eigent­lich viel lie­ber über die Stadt schrei­ben möch­ten als über die Band, kön­nen wir jetzt immer noch die Kur­ve krat­zen und Ver­gleichs­grö­ßen her­an­zie­hen:

Um das zu ver­ste­hen, muss man sich klar­ma­chen, wie wenig Orte wie Dins­la­ken von der Distink­ti­on geprägt sind, die in Ham­burg oder Ber­lin all­ge­gen­wär­tig ist.

Eine kla­re Posi­ti­ons­be­stim­mung: Ham­bur­ger und Ber­li­ner wer­den sagen: „Klar, Distink­ti­on, Alter!“, alle Ande­ren wer­den erfurchts­voll nicken und es nicht wagen, nach den in die­sen Metro­po­len vor­herr­schen­den Distink­tio­nen zu fra­gen.

Jetzt haben wir dem Leser unser Bild von Dins… Dins­la­ken schon so genau gezeich­net, dass wir uns ein biss­chen wei­ter aus dem Fens­ter leh­nen und Fak­ten gekonnt igno­rie­ren kön­nen:

Hier schielt kaum jemand auf Düs­sel­dorf oder Köln, die nächs­ten grö­ße­ren Städ­te und die Codes der Indie-Schi­cke­ria bedeu­ten hier gar nichts.

Kei­ner unse­rer Leser wird auch nur ahnen, dass wir schon bei unse­rer Ankunft hal­be Armeen von röh­ren­be­hos­ten Rin­gel­pul­li­trä­gern mit Emo­fri­su­ren gese­hen haben, die gera­de auf dem Weg zu einem Rock­kon­zert in Köln waren. Sol­che Infor­ma­tio­nen wür­den ja auch nur das Bild zer­stö­ren, das wir mühe­voll vor den geis­ti­gen Augen unse­rer Rezi­pi­en­ten auf­zu­bau­en ver­su­chen. Die Mög­lich­keit, dass die der­art über­gan­ge­nen Indie-Kid­dies der Stadt per Leser­brief auf ihre Unter­schla­gung hin­wei­sen könn­ten, lösen wir mit einem klei­nen Logik­wölk­chen: Es gibt sie ja gar nicht, haben wir gera­de noch geschrie­ben.

Als die Kids die bei­den Band­mit­glie­der, beglei­tet von der Pres­se, auf sich zukom­men sehen, fah­ren sie ner­vös aus ihren läs­si­gen Posen auf.

Geschickt geret­tet: Die drei Leser, die sich jetzt wun­dern könn­ten, wo denn plötz­lich bemüht läs­si­ge „Kids“ (als Musik­jour­na­list soll­te man das Wör­ter­buch der Jugend­spra­che stets bei sich füh­ren, und wenn es die Aus­ga­be von 1991 ist) her­kom­men, müs­sen jetzt alle Hirn­mas­se auf die Vor­stel­lung ver­wen­den, wir selbst lie­fen wie in einem Hol­ly­wood­film der drei­ßi­ger Jah­re mit einem Papp­kärt­chen mit der Auf­schrift „Pres­se“ im Hut­band durch die Gegend.

Hat­ten wir über­haupt schon erwähnt, wo die­se lang­wei­li­ge Klein­stadt, die kein Schwein ken­nen muss, liegt? Nein? Dann ist jetzt die Gele­gen­heit, auf das Ruhr­ge­biet hin­zu­wei­sen und gleich eine wei­te­re LKW-Ladung Kli­schees über Text, Lesern und Land­schaft aus­zu­kip­pen:

Ganz ruhr­ge­biets­ty­pisch. Natür­lich ist die ört­li­che Zeche mitt­ler­wei­le nicht mehr in Betrieb. Natür­lich sind alle Arbei­ter ent­las­sen – bis auf ein paar, die mit dem Abbau der Maschi­nen beschäf­tigt sind. Von Momen­ten an sol­chen Orten weiß im Ruhr­ge­biet jeder etwas zu erzäh­len. Auch die Kili­ans. Zechen­ge­schich­ten sind in der Regel Nacht­ge­schich­ten, sie han­deln von Alko­hol und davon, irgend­wo drauf­zu­klet­tern und in den Ster­nen­him­mel zu schau­en.

Es ist egal, wenn dem Absatz nichts vor­aus­ging, wor­auf sich das „ruhr­ge­biets­ty­pisch“ bezie­hen könn­te, denn wir nähern uns dem Höhe­punkt:

Alles, was von sol­chen erhöh­ten Stand­or­ten zu sehen ist, wenn man etwas tie­fer blickt, ist: Koh­le, Stahl und graue Wol­ken. All das impli­ziert in die­ser Gegend zwangs­läu­fig immer auch eines: das Schei­tern. Für eine Rock­band sind das lehr­rei­che Erfah­run­gen. Bewusst oder auch nicht, die Kili­ans haben ihre Schlüs­se dar­aus gezo­gen.

Jaaaaa, die­se vier Sät­ze sind von unend­li­cher Weis­heit und Tie­fe. Zunächst ein­mal wis­sen die Leser anschlie­ßend, dass die (natür­lich immer „grau­en“) Wol­ken im Ruhr­ge­biet nied­ri­ger hän­gen als irgend­wel­che Sachen (Abraum­hal­den, För­der­tür­me, Musik­jour­na­lis­ten­egos), auf die man „drauf­klet­tern“ kann, hoch sind. Dann ler­nen sie, dass Koh­le, Stahl und eben jene grau­en Wol­ken nichts ande­res sind als Meta­phern für „das Schei­tern“ und nicht etwa indus­tri­el­le Roh­stof­fe (die ers­ten bei­den) und Wet­ter­phä­no­me­ne (letz­te­res).

Aber wei­ter im Text: Schei­tern, Koh­le, Stahl und Wol­ken – all das sind „lehr­rei­che Erfah­run­gen“, aus denen die jetzt doch mal wie­der nament­lich zu erwäh­nen­de Band ihre Schlüs­se gezo­gen hat. Spä­tes­tens hier wer­den sich selbst Distink­ti­ons­er­fah­re­ne Leser aus Ham­burg und Ber­lin, Düs­sel­dorf oder Köln von Min­der­wer­tig­keits­kom­ple­xen geplagt auf dem Boden wäl­zen und rufen: „Gro­ßer Musik­jour­na­list, ich bin unwür­dig, Dei­nen Aus­füh­run­gen zu fol­gen, aber sprich wei­ter und ver­giss auch die Fremd­wör­ter nicht, die Du Dir im ‚Ador­no für Anfänger‘-Seminar auf der Rück­sei­te Dei­nes Col­lege­blocks notiert hast!“

Damit haben wir sie im Sack und kön­nen noch ein paar Zita­te der Band­mit­glie­der ein­streu­en. Die inter­es­sie­ren zwar weder uns, noch die Leser, aber eine Band­re­por­ta­ge ohne Band wirkt halt immer etwas schwach. Dafür kön­nen wir sie mit gehäs­si­gen, klei­nen Par­ti­keln anmo­de­rie­ren, die trans­por­tie­ren, dass immer nur der doo­fe Sän­ger gere­det hat:

Wie­der­um Simon: „Wir glau­ben, dass die Leu­te hier auf so was war­ten. Sie wol­len, dass hier nicht nur loka­le Acts spie­len, son­dern auch wel­che, die sie aus dem Radio ken­nen. Die Büh­ne soll auf der Wie­se ste­hen, und das Feu­er­wehr­haus dort hin­ten wird der Back­stage­be­reich.“

Jetzt fehlt nur noch ein Schluss­satz, der das bis­her Gelern­te zusam­men­fasst:

So sieht DIY aus, wenn er nicht aus Washing­ton oder Olym­pia, son­dern aus Dins­la­ken kommt.

Es wird schon nie­mand fra­gen, war­um wir von einem Bun­des­staat oder einer Stadt reden, von der außer uns noch 23 Per­so­nen wis­sen, dass sie als Neben-Hoch­burg des ame­ri­ka­ni­schen Indie­rocks gilt. Wenn sich über­haupt noch jemand etwas fragt, dann, wie wohl DIY aus­se­hen könn­te, bei dem man nicht alles sel­ber macht.

Wenn wir die­se ein­fa­chen Regeln befol­gen, wer­den wir bald schon alle fan­tas­ti­sche Band­por­träts schrei­ben kön­nen, die das Zen­tral­or­gan des deut­schen Qua­li­täts­mu­sik­jour­na­lis­mus, der/​die/​das Intro sicher ger­ne abdruckt.

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Musik Digital

Noch tiefer im Westen

Mei­ne Mut­ter grad so im ICQ: „Hier, Sohn, guck Dir das mal an. Hab ich bei You­Tube gefun­den!“
Ich so: „Mama, was machst Du bei You­Tube?“, dann aber auf den Link geklickt und – Waaaaaaaah!

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Musik Sport

„Alles Strokes!“

Aller guten Din­ge sind drei. Des­we­gen jetzt und hier der letz­te Kili­ans-Con­tent für … na ja, wir wol­len nicht zu viel ver­spre­chen. Aber erst mal der letz­te Kili­ans-Con­tent.

In den Haupt­rol­len: wei­ter­hin Simon den Har­tog und ich, ein Schwe­den­pan­zer und die Stra­ßen von Dins­la­ken. Und wenn ich danach nicht „Poly­lux“ mode­rie­ren darf, weiß ich auch nicht wei­ter …

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(Erst Teil 1 und 2 anschau­en oder gleich die gan­ze Play­list)