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„Welt Online“ auf den Spuren vieler

Oli­ver Mich­alsky, stell­ver­tre­ten­der Chef­re­dak­teur von „Welt Online“ freut sich: ges­tern ver­zeich­ne­te das Por­tal erst­mals mehr als acht Mil­lio­nen page impres­si­ons.

Dafür ver­ant­wort­lich sein könn­te unter ande­rem die­se 39-teil­i­ge Klick­stre­cke über die Not­was­se­rung in New York, die­se eben­falls auf der Start­sei­te ver­link­te Klick­stre­cke zur Not­lan­dung einer Qan­tas-Maschi­ne aus dem ver­gan­ge­nen Juli (25 Tei­le) und die­se Klick­stre­cke zum Flug­zeug­ab­sturz in Madrid (August 2008, 13 Tei­le, auch auf der Start­sei­te ver­linkt).

Aber ich will Herrn Mich­alskys Freu­de gar nicht schmä­lern. Mit gro­ßen Wor­ten und vie­len Aus­ru­fe­zei­chen lobt er in einer inter­nen E‑Mail die Arbeit der Kol­le­gen, die die­sen Erfolg mög­lich gemacht haben.

Ich hab Ihnen hier mal die wich­tigs­te Stel­le raus­ge­sucht:

Betreff: Die WELT-Gruppe sagt: Internet? Yes, we can!

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Rundfunk Digital

Von der Attraktivität deutscher TV-Nachrichten

Sie wer­den es mitt­ler­wei­le alle mit­be­kom­men haben: Ges­tern Nach­mit­tag (Orts­zeit) fie­len bei einem Air­bus A320 kurz nach dem Start am La Guar­dia Air­port bei­de Trieb­wer­ke aus und der Pilot muss­te die Maschi­ne auf dem Hud­son River not­lan­den.

Dass alle 155 Insas­sen über­lebt haben, darf man wohl getrost als ziem­li­ches Glück bezeich­nen: zwar ist der Hud­son eini­ger­ma­ßen breit und frei von Brü­cken und damit – im Gegen­satz zum East River auf der ande­ren Sei­te Man­hat­tans – durch­aus für Not­was­se­run­gen geeig­net, aber ein Flug­zeug auf einem viel befah­re­nen Fluss auf­zu­set­zen und es anschlie­ßend zu eva­ku­ie­ren, wäh­rend es lang­sam im eis­kal­ten Was­ser unter­geht, das zählt schon zu den außer­ge­wöhn­li­che­ren Auf­ga­ben eines Lini­en­pi­lo­ten.

Wer ges­tern Abend unse­rer Zeit beim Micro­blog­ging-Dienst twit­ter rein­ge­schaut hat, wur­de über die Lage bes­tens infor­miert: als eine der ers­ten Mel­dun­gen gab es ein Foto, das Janis Krums, der zufäl­lig auf einer der Fäh­ren im Hud­son und damit direkt am Unfall­ort war, mit sei­nem iPho­ne gemacht hat­te. twitpic.com brach zeit­wei­se unter dem Ansturm zusam­men und ziem­lich vie­le Nach­rich­ten­sei­ten berich­te­ten dar­über.

Wer mit einem Live­ti­cker von Augen­zeu­gen und eben­falls twit­tern­den Nach­rich­ten­agen­tu­ren ver­sorgt wur­de, für den waren die Infor­ma­tio­nen, mit denen das deut­sche Fern­se­hen sei­ne Zuschau­er zu beglü­cken ver­such­te, natür­lich ein Desas­ter. Statt ein­fach „ins Inter­net“ zu gucken, griff man lie­ber auf dün­ne Agen­tur­mel­dun­gen und Repor­ter vor Ort zurück.

Dabei ist es ein über­hol­ter Irr­glau­be der Nach­rich­ten­ma­cher, bei einem Ereig­nis erst mal an den Ort des Gesche­hens schal­ten zu müs­sen. Dort steht dann ein über­for­der­ter Repor­ter den Ret­tern im Weg rum und kann sei­ne Ein­drü­cke schil­dern – wobei er sich natür­lich gera­de gar kei­ne eige­nen Ein­drü­cke ver­schaf­fen kann, weil er ja in einer zwar atmo­sphä­ri­schen, aber weit­ge­hend Infor­ma­ti­ons­lo­sen Schal­te mit einem wiss­be­gie­ri­gen Repor­ter gefan­gen ist. Wenn er Glück hat, hat er vor­her einen Pas­san­ten fra­gen kön­nen, ob der einen lau­ten Knall gehört habe.

Nun wür­de ich nicht so weit gehen und sagen, das Inter­net kön­ne schon jetzt das Fern­se­hen erset­zen. Wenn sich mei­ne Groß­el­tern, Eltern und vie­le mei­ner Freun­de über der­ar­ti­ge Ereig­nis­se infor­mie­ren wol­len, schal­ten sie natür­lich irgend­ei­nen Nach­rich­ten­sen­der ein und auch ich hat­te zwi­schen­durch CNN lau­fen, wo Wolf Blit­zer einen der Pas­sa­gie­re gera­de tele­fo­nisch der­art mit Fra­gen löcher­te, als müs­se er selbst noch in die­ser Nacht den Unter­su­chungs­be­richt der Luft­auf­sichts­be­hör­de ver­fas­sen.

Aber was die deut­schen Nach­rich­ten­sen­dun­gen da über den Äther schi­cken, war eine dump­fe Mischung aus Kaf­fee­satz­le­sen mit Tan­te Mimi, Onkel Heinz erzählt vom Angeln und Klein-Fritz­chen erzählt sei­ner Mut­ti, wie es in der Kir­che war, obwohl er wäh­rend­des­sen Fuß­ball­spie­len war.

„Zahl­rei­che Fähr­schif­fe ver­su­chen, Über­le­ben­de zu ret­ten“, teaser­te RTL sein „Nacht­jour­nal“ an, was wohl eben­so rich­tig, aber weit weni­ger dra­ma­tisch war als das „Es gibt kei­ne Anzei­chen für einen Ter­ror­an­schlag“, mit dem Gabi Bau­er die ARD-Nach­rich­ten­at­trap­pe „Nacht­ma­ga­zin“ eröff­ne­te, bevor sie eine Vier­tel­stun­de spä­ter Thors­ten Schä­fer-Güm­bel mit der Fra­ge, wie wich­tig Sex im Wahl­kampf sei (gemeint war wohl eher „Sex­ap­peal“), völ­lig aus der Fas­sung brach­te.

Den beson­de­ren Ernst der Lage konn­te man dar­an erken­nen, dass n‑tv sei­ne geplan­ten „Natio­nal Geographic“-Reportagen kipp­te und live auf Sen­dung ging. Wäh­rend CNN, Fox News, MSNBC und BBC World ziem­lich beein­dru­cken­de Live-Bewegt­bil­der aus New York hat­ten (die Hub­schrau­ber der gro­ßen Net­works schwe­ben ja eh die gan­ze Zeit über der Stadt), hat­te n‑tv einen Mode­ra­tor im Stu­dio, meh­re­re „Brea­king News“-Laufbänder, ein paar Fotos und einen Repor­ter am Tele­fon. Und der sag­te, wenn ich ihn nicht völ­lig falsch ver­stan­den habe, dass es wohl „bald“ die ers­ten Han­dy-Fotos und ‑Vide­os im Inter­net zu sehen geben wür­de. Zu die­sem Zeit­punkt war twit­pic bereits down und bei flickr gab es jede Men­ge Foto­stre­cken und Ein­zel­bil­der zu sehen. Sogar ers­te Wit­ze.

Es geht mir gar nicht dar­um, Inter­net und Fern­se­hen gegen­ein­an­der aus­spie­len zu wol­len – und die Zei­tun­gen von heu­te waren schon gedruckt, bevor das Flug­zeug über­haupt abge­ho­ben hat­te. Aber ich den­ke, dass auch die Men­schen, die nicht bei twit­ter, flickr und Face­book unter­wegs sind, ein Anrecht auf aktu­el­le Infor­ma­tio­nen haben. Und die bekommt man heu­te nun wirk­lich so ein­fach und bil­lig wie noch nie. Auch als Nach­rich­ten­re­dak­teur des deut­schen Fern­se­hens.

Nach­trag, 20:20 Uhr: Auch mei­ne Freun­de von „RP Online“ berich­ten über die Fotos bei twit­ter und bei flickr.

Das Sen­sa­tio­nel­le dar­an: Sie schaf­fen das ohne einen ein­zi­gen Link!

Nach­trag, 17. Janu­ar, 00:23 Uhr: Zwei Tweets spä­ter hat „RP Online“ alles ver­linkt.

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Print Gesellschaft

Schon wieder das Vergessen

Vor lau­ter Oba­manie ist eine ande­re Lis­te etwas in Ver­ges­sen­heit gera­ten.

Aber irgend­ei­ne PR-Agen­tur fin­det sich ja immer wie­der, die den Kar­ren in den brau­nen Dreck steu­ert:

Tchi­bo und Esso haben nach einer Anfra­ge der Frank­fur­ter Rund­schau eine gemein­sa­me PR-Akti­on gestoppt, die bun­des­weit an rund 700 Tank­stel­len unter dem Slo­gan „Jedem den Sei­nen“ für Kaf­fee­sor­ten warb.

berich­tet die „Frank­fur­ter Rund­schau“ heu­te ein ganz klein wenig wich­tig­tue­risch.

Auch um den obli­ga­to­ri­schen Empör­ten muss­te sich die Zei­tung selbst küm­mern:

Salo­mon Korn, Vize­prä­si­dent des Zen­tral­rats der Juden in Deutsch­land, sag­te der FR, das Pla­kat sei ent­we­der eine „nicht zu über­bie­ten­de Geschmack­lo­sig­keit“ oder ein Bei­spiel „tota­ler Geschichts­un­kennt­nis“. Solan­ge es noch einen ein­zi­gen Men­schen gebe, der bei der Rede­wen­dung an Buchen­wald den­ke, sei es unmög­lich, sie zu ver­wen­den.

Dafür waren die Redak­teu­re so freund­lich, noch ein paar wei­te­re Unter­neh­men auf­zu­schrei­ben, die mit „Jedem das Sei­ne“ gewor­ben hat­ten – oder hat­ten wer­ben wol­len. Von Rewe, Bur­ger King und der Mer­kur-Bank hat­te ich in dem Zusam­men­hang auch noch nicht gehört.

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Print

Der schwarze Gürtel im Nervensägen

Als ich noch ein klei­ner Jun­ge war und mit mei­ner Fami­lie in der Innen­stadt von Dins­la­ken wohn­te, fuhr die Stra­ßen­bahn­li­nie 903 direkt hin­ter unse­rem Haus ent­lang. Mit mei­nem bes­ten Freund habe ich oft an den Glei­sen gespielt (was man natür­lich, lie­be Kin­der an den Bild­schir­men zuhau­se, nie tun soll­te) und ein, zwei Mal bin ich auch (natür­lich in Beglei­tung Erwach­se­ner) mit der Stra­ßen­bahn nach Duis­burg und von da aus wei­ter in den Zoo gefah­ren.

War­um erzäh­le ich Ihnen das? Ralf Birk­han hat für die „NRZ“ eine Repor­ta­ge über die Linie 903, mit der man durch halb Duis­burg juckeln kann, geschrie­ben. Es ist eine sehr atmo­sphä­ri­sche Schil­de­rung gewor­den, die sprach­li­chen Bil­der sind manch­mal etwas zu bemüht, aber man­che Sät­ze sind auch ganz groß­ar­tig in ihrer Schlicht­heit:

An der Hal­te­stel­le „Fischer­stra­ße” in Hoch­feld ist der Mit­tag gekom­men, sonst nie­mand.

Und weil hier ja viel zu oft über schlech­ten Jour­na­lis­mus geme­ckert und guter viel zu sel­ten gelobt wird, möch­te ich Ihnen die Repor­ta­ge mit dem lei­der fürch­ter­lich ver­un­glück­ten Titel „Stra­ßen­bahn-Linie 903: mit­tags beim „Kua­för” – abends das Arbei­ter-Bier“ hier­mit ans Herz legen – auch, wenn Sie noch nie in Duis­burg waren.

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Musik Digital

Allerletztes.fm 2008

Wer­fen wir einen letz­ten Blick zurück auf die Musik des ver­gan­ge­nen Jah­res!

last.fm wur­de ja pri­mär für Sta­tis­tik- und Lis­ten­ge­eks wie mich ent­wi­ckelt, die Social-Net­work-Kom­po­nen­te ist da eher ein Neben­ef­fekt. Ich habe mei­nen neu­en iPod auch nur, damit auch die unter­wegs gehör­ten Musik­stü­cke in mei­ne Sta­tis­ti­ken mit ein­flie­ßen. Für 2009 wer­den die Zah­len also (von Radio- und Kon­zert­be­schal­lung viel­leicht mal ab) noch exak­ter sein – für 2008 tun’s aber auch fast exak­te Sta­tis­ti­ken.

Etwas erstaun­lich fin­de ich, dass unter den 25 meist­ge­hör­ten Künst­lern des Jah­res gleich acht sind, die 2008 kei­ne neu­en Alben ver­öf­fent­licht haben – dar­un­ter der unan­ge­foch­te­ne Spit­zen­rei­ter:

Meist­ge­hör­te Künst­ler
1. Hem (353 Songs)
2. R.E.M. (253)
3. Tra­vis (223)
4. Tom­te (203)
5. Cold­play (200)
6. The Kil­lers (195)
7. Goldf­rapp (178)
8. Hotel Lights (175)
9. Oasis (169)
10. Kett­car (161)
11. Slut (153)
12. The Clash (140)
13. Ste­reo­pho­nics (138)
14. The Beat­les (128)
15. Danko Jones (127)
16. Ben Folds (124)
17. The Smas­hing Pump­kins (117)
18. Manic Street Pre­a­chers (116)
19. Jim­my Eat World (114)
20. Nada Surf (110)
21. Ben Folds Five (106)
22. Gre­gor Meyle (105)
23. Niz­lo­pi (103)
24. Star­sail­or (93)
24. Death Cab For Cutie (93)

Meist­ge­hör­te Songs
1. Goldf­rapp – A&E (50 Mal)
2. The Kil­lers – Human (47)
3. The Gas­light Anthem – Old White Lin­coln (27)
4. Gre­gor Meyle – Nie­mand (25)
4. R.E.M. – Super­na­tu­ral Super­se­rious (25)
6. Hem – Not Cali­for­nia (23)
7. Cold­play – Viva La Vida (22)
7. Cold­play – Vio­let Hill (22)
9. Ste­fa­nie Heinz­mann – My Man Is A Mean Man (20)
9. Black Lab – Lonely Boy (20)
11. Hotel Lights – Ame­lia Bright (19)
11. Hem – Hotel Fire (19)
11. Tom­te – Der letz­te gro­ße Wal (19)
14. Tra­vis – Song To Self (18)
14. Gre­gor Meyle – Irgend­wann (18)
14. Tra­vis – J. Smith (18)
17. Hem – The Burnt-Over Dis­trict (17)
17. Tra­vis – Get Up (17)
17. Tra­vis – Befo­re You Were Young (17)
20. Stef­fi List – Break The Silence (16)
20. Goldf­rapp – Some Peo­p­le (16)
20. R.E.M. – Living Well Is the Best Reven­ge (16)
23. Slut – If I Had A Heart (15)
23. Sigur Rós – Inní Mér Syn­gur Vitley­sin­gur (15)
23. Gre­at Lake Swim­mers – Your Rocky Spi­ne (15)
23. Goldf­rapp – Mons­ter Love (15)

[und hier die Hits des Vor­jah­res]

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Digital Politik

That’s Not My Name

Es ist immer ein beru­hi­gen­des Gefühl, wenn man fest­stellt, man ist nicht allein. Ich freue mich zum Bei­spiel immer, wenn ich auf ande­re Men­schen sto­ßen, zu deren Hob­bies es offen­bar eben­falls gehört, merk­wür­di­ge Lis­ten zu erstel­len.

Mar­cus Mei­er scheint so ein Mensch zu sein und das macht ihn mir sehr sym­pa­thisch. Für das (ohne­hin sehr lesens­wer­te) Blog Ruhrbarone.de und zu Ehren von Thors­ten Schä­fer-Güm­bel hat er eine ganz außer­ge­wöhn­li­che Lis­te erstellt: die Top Fif­ty der beson­ders lyri­schen Poli­ti­ker-Dop­pel-Nach­na­men mit min­des­tens einem Umlaut. (Wie man ein sol­ches Vor­ha­ben angeht, ist mir offen gestan­den schlei­er­haft.)

Hier geht’s lang.

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Print Digital

Brüste – Jetzt auch in Deutschland!

Face­book fin­det stil­len­de Müt­ter obs­zön und löscht Bil­der von Brust und Baby.

schrieb die „taz“ ges­tern. Aus­lö­ser war ver­mut­lich eine Pro­test­ak­ti­on von stil­len­den Müt­tern vor der Haupt­ver­wal­tung von Face­book, die von etwa 11.000 Men­schen online beglei­tet wur­de, indem die­se Still­fo­tos zu ihren User­bild­chen mach­ten. Face­book hat­te näm­lich immer mal wie­der Fotos, auf denen zu viel Brust zu sehen gewe­sen war, ein­fach gelöscht. Und in die­sem „immer mal wie­der“ liegt der Knack­punkt, den der „taz“-Artikel ver­schweigt.

Anders als bei­spiels­wei­se heise.de am 31. Dezem­ber 2008 schrieb, hat­te die Platt­form damit näm­lich nicht „im Herbst die­ses Jah­res ange­fan­gen“, son­dern bereits im Jahr 2007 – ein Blick in die Face­book-Grup­pe „Hey, Face­book, breast­fee­ding is not obs­ce­ne!“ hät­te da aus­ge­reicht.

Aber „taz“ und Hei­se sind nicht die ein­zi­gen deut­schen Medi­en, die erst durch die Berich­te eng­lisch­spra­chi­ger Medi­en über die Pro­test­ak­ti­on auf­ge­wacht sind: Stern.de, das „Netz­ge­flüs­ter“ der „Han­no­ver­schen All­ge­mei­nen Zei­tung“, der Medi­en­dienst Mee­dia, „RP Online“ natür­lich und Zoomer.de („Doch was sich die inter­ne Zen­sur des Online­netz­wer­kes jetzt geleis­tet hat, geht über­haupt nicht“) – sie alle tun so, als sei der Umstand, dass Face­book sol­che Bil­der löscht, eine Neu­ig­keit.

Bild.de, wo es natür­lich eine Bil­der­ga­le­rie mit stil­len­den Müt­tern gibt, schreibt:

Aus­ge­löst hat den Wir­bel Kel­li Roman (23) aus Kali­for­ni­en.

Gemeint ist damit jene Kel­li Roman, die das „Time“-Magazin kürz­lich zu der gan­zen Sache inter­viewt hat­te, und neben deren Foto die „Time“-Redakteure fol­gen­den Satz geschrie­ben hat­ten:

This pho­to­graph of Kel­li Roman breast­fee­ding her baby was remo­ved from Face­book a year and a half ago.

Und wenn Sie das Gefühl haben, über die­se gan­ze Face­book-löscht-Still­fo­tos-Num­mer schon mal vor län­ge­rer Zeit gele­sen zu haben: das kann natür­lich sein …

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Digital

Macworld Expo: Erste Eindrücke vom neuen Apple

Heu­te beginnt in San Fran­cis­co, CA die Mac­world Expo, die Mes­se für alles rund um die Pro­dukt­pa­let­te von Apple.

Dank unse­rer guten Kon­tak­te vor Ort kön­nen wir schon jetzt das ers­te High­light vor­stel­len:

iTouch myself by Apple

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Print

Keine dramatischen Veränderungen

Las­sen Sie sich nichts erzäh­len von Kri­se und Ver­än­de­run­gen im neu­en Jahr. Rau­cher, über­ge­wich­ti­ge und fau­le Men­schen wis­sen: So ein Jah­res­wech­sel muss nicht zwangs­läu­fig eine Bedeu­tung haben.

Und man­che Kon­stan­ten im Leben sind sowie­so über alles erha­ben:

Das war die letz­te „Bild“-Titel-Schlagzeile 2008 …

Linkspartei-Chef: Todes-Drama um Bisky-Sohn

… und das die ers­te 2009:

CDU-Ministerpräsident Althaus: Todes-Drama auf Ski-Piste

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Sport Print

Von der Bedeutung, Ernst zu sein

Ich woll­te das ver­gan­ge­ne Jahr nicht schon wie­der mit der Medi­en­grup­pe RP been­den, aber das hier ist noch lie­gen geblie­ben und muss raus:

Die „Rhei­ni­sche Post“ ist auf­grund ihrer geo­gra­phi­schen Ver­or­tung ein wich­ti­ges Medi­um, wenn es um mei­nen Lieb­lings­ver­ein Borus­sia Mön­chen­glad­bach geht. Und die Redak­ti­on macht ihre Arbeit da in der Regel gar nicht mal schlecht.

Aber was die „RP“ da am Sil­ves­ter­mor­gen noch raus­ge­hau­en hat, das war irgend­wie merk­wür­dig:

Borussia Mönchengladbach: Liegt über dem Klub ein Fluch?

Hat „Bild“ die feind­li­che Über­nah­me der „Rhei­ni­schen Post“ end­lich abge­schlos­sen?

Nein, die Lage ist viel … erns­ter:

Fuß­ball ist nicht wit­zig. Fuß­ball ist eine ziem­li­che erns­te Ange­le­gen­heit. Dar­über macht man kei­ne Spä­ße. Ehr­lich. Schon gar nicht, wenn man Fan von Borus­sia Mön­chen­glad­bach ist.

Sie erken­nen an dem ein­ge­scho­be­nen „Ehr­lich“, dass sich hier gleich jemand am schlimms­ten und gleich­zei­tig unzer­stör­bars­ten Lokal­jour­na­lis­mus-Gen­re ver­su­chen wird: der Glos­se.

Auch optisch ist der Text eine Her­aus­for­de­rung, wer­den zusam­men­ge­hö­ren­de Neben­sät­ze doch nicht nur durch einen Punkt, son­dern gleich auch noch durch einen Absatz aus­ein­an­der­ge­ris­sen:

[…] Es wur­den zwar fast nur noch Her­ren mit klang­vol­len Namen (dar­un­ter ein gewis­ser Kahé) ver­pflich­tet.

Etwas in Ver­ges­sen­heit ist dabei aber offen­sicht­lich gera­ten, dass die Koor­di­na­ti­on zwi­schen Hirn und Bei­nen beim Fuß­ball einen nicht zu unter­schät­zen­den Anteil ein­nimmt. […]

Und weil bei der Medi­en­grup­pe RP Dada ja bekannt­lich groß geschrie­ben wird, hier noch ein Pot­pour­ri unzu­sam­men­hän­gen­der Sät­ze:

Dank gilt in die­sem Zusam­men­hang den Pro­du­zen­ten von Han­dy-Klin­gel­tö­nen in Form der Ver­eins­hym­ne „Die Elf vom Nie­der­rhein“. Neu­lich in der Regio­nal­bahn war es dann mal wie­der so weit. Anruf, Hym­ne, Kla­ge­lied. „Ja, ja“, raunzt ein älte­rer Herr von neben­an hin­über und lächelt dabei so ver­ständ­nis­voll, als ob er ein Klein­kind auf­mun­tern will, das beim Mur­mel­wer­fen eine ziem­lich lan­ge Pech­sträh­ne hat, „kom­men bestimmt auch wie­der bes­se­re Zei­ten.“

Der Text endet übri­gens mit dem Satz:

Man­che ver­ste­hen ein­fach den Ernst der Lage nicht.

Mir geht’s da ganz anders.

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Rundfunk Fernsehen

… as every year

Stel­len Sie sich vor, Sie sind Redak­teur bei einem Bou­le­vard­ma­ga­zin, einer Tages­zei­tung oder einem belie­bi­gen For­mat­ra­dio­sen­der.

Ja, das ist schon schlimm, aber jetzt kommt’s: Stel­len Sie sich bit­te wei­ter vor, Sie haben sich wie­der mal zu spät um die Urlaubs­pla­nung geküm­mert und wis­sen jetzt schon, dass Sie im kom­men­den Jahr „zwi­schen den Jah­ren“ arbei­ten müs­sen – also in der extrem lang­wei­li­gen Zeit zwi­schen Weih­nach­ten und Sil­ves­ter, in der außer rie­si­gen Natur­ka­ta­stro­phen und bür­ger­kriegs­ähn­li­chen Zustän­den eigent­lich nie was pas­siert.

Damit Sie das Pro­gramm irgend­wie gefüllt krie­gen, gibt Ihnen das Dienst­leis­tungs­blog Cof­fee And TV schon jetzt eine klei­ne Lis­te mit The­men an die Hand, die Sie wäh­rend der nächs­ten 361 Tage abar­bei­ten kön­nen:

  • Geschen­ke umtau­schen: Schi­cken Sie einen Repor­ter in ein belie­bi­ges Kauf­haus und las­sen Sie ihn von Gut­schei­nen und Umtausch­ak­tio­nen faseln. Wich­tig: Kli­schee­ge­mäß Socken, Kra­wat­ten, o.ä. erwäh­nen!
  • Abneh­men: Alle Men­schen wer­den über Weih­nach­ten dick. War­um weiß kein Mensch. Glau­ben einem aber eh alle unbe­se­hen. Exper­ten (Arzt, Ernäh­rungs­wis­sen­schaft­le­rin, Har­ry Wijn­ford) vor die Kame­ra zer­ren. Evtl. wäh­rend einer der diver­sen Preis­ver­lei­hun­gen schon mal Pro­mi­nen­te nach Abspeck­tipps fra­gen (dabei drin­gend auf mög­li­che Schleich­wer­bung achten!!!!1).
  • Feu­er­werk: Ist urst gefähr­lich. Schau­fens­ter­pup­pen in die Luft spren­gen, Feu­er­wehr oder Pyro­tech­ni­ker inter­view­en. Wich­tig: Vor ost­eu­ro­päi­schen Pro­duk­ten war­nen (haben kein Prüf­zei­chen).
  • Vor­sät­ze fürs neue Jahr: Pro­mi­nen­te (Preis­ver­lei­hung, s.o.) oder Stra­ßen­um­fra­ge. Obsku­re Sta­tis­ti­ken ein­brin­gen. Exper­te: Schwie­rig. Viel­leicht Pete Doh­erty o.ä.
  • Das wird anders: Neue Mün­zen, Steu­er­sät­ze, Geset­ze, Ver­ord­nun­gen. Kann man einen Tag von leben. Stra­ßen­um­fra­gen bei benach­tei­lig­ten Min­der­hei­ten (Steu­er­zah­ler, Rau­cher, etc.) nicht ver­ges­sen!
  • Sil­ves­ter­fei­er: So fei­ert Pro­mi XY oder Ihre Nach­ba­rin. Zwecks Abwechs­lung auch an Exo­ten den­ken (s. Blan­co, Rober­to; Cord­a­lis, Cos­ta; Farr­ag, Nad­ja Abd El; Baf­foe, Liz). Gut kom­bi­nier­bar mit:
  • Rezep­te: Kochen geht immer, beson­ders zu Sil­ves­ter. Ope­ner: Schnitt­bil­der von Raclette, Fon­due, Karp­fen blau (s. Archiv).
  • Haus­mit­tel gegen Kater: Pro­mi­nen­te (s.o.), Stra­ßen­um­fra­ge, Arzt, Apo­the­ke­rin, etc. Wich­tig: In der Anmo­de­ra­ti­on den Mode­ra­tor von „mei­ner Oma“ erzäh­len las­sen.
  • Din­ner For One: Läuft zum xy. Mal. Pro­mi­nen­te erzäh­len oder nach­spie­len las­sen, gut mit Quiz (Sitzordnung!!!1) kom­bi­nier­bar. Auf alle Fäl­le dar­auf hin­wei­sen, dass der Sketch in Eng­land „völ­lig unbe­kannt“ ist (geht auch als Auf­hän­ger, dann GB-Kor­re­spon­den­ten früh­zei­tig um eine alber­ne Stra­ßen­um­fra­ge bit­ten).

Alter­na­tiv könn­ten Sie natür­lich auch den Krem­pel von die­sem Jahr wie­der­ho­len. Oder den vom letz­ten Jahr. Oder vom vor­letz­ten …

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Digital

Barack Obama und Lukas Heinser können es

(Nicht erschre­cken, ich bin’s nur.)

Mei­ne Damen und Her­ren, ich möch­te Sie bit­ten, den Eier­li­kör kurz zur Sei­te zu stel­len, sich viel­leicht eine Wun­der­ker­ze vom Vor­rat für mor­gen abzu­zwa­cken und sich von den Plät­zen zu erhe­ben. Applaus für den Star­gast des heu­ti­gen Abends: Howard Car­penda­le!

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Ich kenn ihn aus dem Fern­sehn Inter­net
Seit über einem Jahr
Am Anfang war ich skep­tisch
Doch am Ende war mir klar
Wenn einer etwas ändert bloggt
Dann ist es sicher er
Und ich hätt auch mit geschrien getrack­backt
Wenn ich dabei gewe­sen wär

Yes We Can

Es war die Nacht der Näch­te
Und ich war bis mor­gens wach
Und ich wünsch­te mir nichts mehr als dass
die­ser schwar­ze schma­le Mann es schafft
Ich wär gern dabei gewe­sen
So wie tau­sen­de zwei oder drei mit ihm
Und ich hätt mit ihnen allen
In den Him­mel das Twit­ter rein geschrien

Yes We Can

Jawohl, er hat es geschafft: Lukas Hein­ser ist mit dem Gol­de­nen Blog­ger 2008 aus­ge­zeich­net wor­den. Er wur­de in der gro­ßen Publi­kums­ab­stim­mung zum „Bes­ten Blog­ger deutsch“ gewählt. Frau Fran­zi und die Her­ren Knü­wer und Fie­ne über­ga­ben den tra­di­ti­ons­rei­chen Preis ges­tern Abend im Rah­men einer glanz­vol­len Sofa­run­de mit Kon­fe­renz­schal­tung.

Lukas Hein­ser nahm die Wür­di­gung gefasst und äußer­lich gelas­sen auf. Ver­mut­lich weiß er, dass die eigent­li­che Arbeit jetzt erst beginnt. Dass er die vie­len Hoff­nun­gen, die in ihn gesetzt wer­den, nicht ent­täu­schen darf.

Aber wenn Sie die Kraft auf­brin­gen, oben im You­Tube-Fens­ter auf „Replay“ zu kli­cken, wis­sen Sie, dass man alles kann, wenn man nur an sich glaubt.

Lukas: Ich hab immer an dich geglaubt.

(Schluch­zend ab.)