Kategorien
Digital Politik Gesellschaft

Wir sind noch nicht so weit

Es gibt wohl mal wie­der Grund für Kri­tik an der Bun­des­re­gie­rung und jede Men­ge Auf­schreie aus der Blogo­sphä­re. Eini­ge Stim­men mei­nen gar, die Bun­des­re­gie­rung wol­le den Faschis­mus ein­füh­ren.

Ich hal­te das für Unsinn. Die­se Bun­des­re­gie­rung könn­te den Faschis­mus nicht ein­füh­ren, wenn sie es woll­te. Sie kann nur ver­se­hent­lich den Boden dafür berei­ten.

Denn wenn man sich die Pres­se­kon­fe­renz ange­se­hen hat, auf der Nicht-Wil­helm von Gut­ten­berg, Ursu­la von der Ley­en und Bri­git­te Zypries heu­te über die Inter­net­sper­ren gegen Kin­der­por­no­gra­phie gespro­chen haben, kann man nur zu einem Schluss kom­men: Die­se Men­schen wis­sen wirk­lich nicht, wovon sie reden. Es gilt das glei­che wie in den Debat­ten über Bun­destro­ja­ner und „Kil­ler­spie­le“: Ja, die Betei­lig­ten sind ahnungs­los – aber bös­wil­lig? Wohl kaum.

Don Dah­l­mann und Tho­mas Knü­wer haben schö­ne Tex­te geschrie­ben über die „Sys­tem­kämp­fe“ bzw. die „digi­ta­le Spal­tung“, die der Gesell­schaft dro­hen. Ich habe das vor einem Jahr auch schon mal an ganz pri­va­ten Bei­spie­len durch­ex­er­ziert.

Und bei aller ver­mut­lich sehr berech­tig­ten Kri­tik an den gan­zen Vor­ha­ben die­ser Ber­li­ner Dilet­tan­ten fra­ge ich mich immer wie­der, ob wir „Inter­net­ak­ti­vis­ten“, deren Zahl ich mal sehr groß­zü­gig auf 500.000 Men­schen schät­zen möch­te, nicht so eine Art digi­ta­le Auto­schrau­ber sind: Nerds mit einem schö­nen Hob­by, das aber gesell­schaft­lich nur bedingt rele­vant ist.

Die Mil­lio­nen­gro­ßen Nut­zer­zah­len von You­Tube, MySpace, Face­book und Stu­diVZ soll­ten nicht dar­über hin­weg­täu­schen, dass das Inter­net für die aller­meis­ten Nut­zer in Deutsch­land so etwas ähn­li­ches ist wie ein Auto (isch abe gar keins) für mich: Es ist prak­tisch, aber wie es funk­tio­niert und was damit noch mög­lich wäre, ist irgend­wie egal. Für die­se Men­schen ist Goog­le „das Inter­net“, und sie nut­zen es, um mit Freun­den zu kom­mu­ni­zie­ren, für die Uni zu recher­chie­ren und bil­li­ge Flug­rei­sen zu buchen. Eine Zen­sur von regie­rungs­kri­ti­schen Inter­net­sei­ten, wie sie immer wie­der an die Wand gemalt wird, hät­te für die­se Gele­gen­heits-User ver­mut­lich die glei­che Bedeu­tung wie ein Tem­po­li­mit für mich: Es wäre ihnen egal.

Selbst wenn wir eine Mil­li­on wären: Wir stün­den immer noch mehr als 80 Mil­lio­nen Men­schen gegen­über. Zwar ist Mas­se in den sel­tens­ten Fäl­len ein Beleg für die Rich­tig­keit von Ideen, aber über deren wah­re Bedeu­tung ent­schei­det immer noch der Ver­lauf der Geschich­te. Und so wird die Zukunft zei­gen, ob das Inter­net mit all sei­nen Chan­cen und Gefah­ren, mit all dem Tol­len und Abscheu­li­chen (das ich ja immer schon nur für eine digi­ta­le Abbil­dung der Lebens­wirk­lich­keit gehal­ten habe), wirk­lich in eine Rei­he mit den gro­ßen Errun­gen­schaf­ten der Mensch­heit (Feu­er, Rad, geschnit­ten Brot) gehört, oder ob es „nur“ ein sehr, sehr gutes Werk- und Spiel­zeug war.

Mich beschlei­chen immer wie­der Zwei­fel, ob das World Wide Web wirk­lich das gro­ße Demo­kra­tie-Instru­ment ist, als das es gefei­ert wird. Ich glau­be schon, dass da ein enor­mes Poten­ti­al vor­han­den ist, aber noch weiß kaum jemand davon. Die Deut­schen schimp­fen einer­seits seit Erfin­dung ihres Lan­des auf „die da oben“, sind aber ande­rer­seits in besorg­nis­er­re­gend hoher Zahl mit der „Arbeit“ von Ange­la Mer­kel zufrie­den. Die­sen Men­schen die Chan­ce auf Mit­be­stim­mung zu geben käme ver­mut­lich ähn­lich gut an, wie wenn man ihren Flie­sen­tisch zer­schlü­ge und ihnen „Du bist frei von den Fes­seln des Klein­bür­ger­tums!“ ent­ge­gen rie­fe.

PS: Per­sön­lich ent­täuscht bin ich von Ursu­la von der Ley­en, die ich bis­her immer für eine kom­pe­ten­te und erfri­schend pro­gres­si­ve Fami­li­en­mi­nis­te­rin gehal­ten habe. Ich weiß nicht, ob sie ein­fach schlech­te Bera­ter hat, oder ob ihr die Ber­li­ner Luft nicht bekommt. Aber letz­te­res wäre durch­aus ver­ständ­lich.

Kategorien
Digital Politik

Was tun wenn’s brennt? Stopschilder aufstellen!

Hilft fast immer: Einfach die Augen schließen!

Es war ver­mut­lich rei­ner Zufall, dass Gün­ther Jauch aus­ge­rech­net ges­tern bei „Wer wird Mil­lio­när?“ die Fra­ge stell­te, was gemäß Arti­kel 5 des Grund­ge­set­zes in Deutsch­land nicht statt­fin­de. Wo doch gera­de am Vor­mit­tag die Ver­tre­ter von fünf Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­un­ter­neh­men gemein­sam mit Bun­des­fa­mi­li­en­mi­nis­te­rin Ursu­la von der Ley­en einen Ver­trag unter­schrie­ben hat­ten, wonach sie ab Okto­ber ein­fach den Zugang zu Inter­net­sei­ten sper­ren, auf denen kin­der­por­no­gra­phi­sche Inhal­te lie­gen bzw. ver­mu­tet wer­den.

Man soll sich den ekel­er­re­gen­den Schwein­kram halt nicht mehr so leicht angu­cken kön­nen. Um auf Num­mer Sicher zu gehen, könn­te man natür­lich auch gleich alle Com­pu­ter beschlag­nah­men oder allen Bun­des­bür­gern die Augen aus­ste­chen – Tadaa! Schon kann das kei­ner mehr sehen. Unse­re Bun­des­re­gie­rung ist unge­fähr so kom­pe­tent wie der gefrä­ßi­ge Plap­per­kä­fer von Tra­al, der annimmt, dass er einen auch nicht sehen kann, wenn man ihn nicht sieht.

In Blogs und auf Nach­rich­ten­sei­ten erfreu­en sich Feu­er als Ver­gleichs­grö­ße gro­ßer Beliebt­heit:

Bei einem Wald­brand, um im Bild zu blei­ben, wür­de nie­mand auf die Idee kom­men, nur einen Para­vent davor zu stel­len, mit der Auf­schrift: Stopp, ab hier wird es heiß und gefähr­lich. Damit zufäl­lig vor­bei­kom­men­de Spa­zier­gän­ger die Flam­men nicht sehen – zumin­dest, solan­ge sie nicht um den Para­vent her­um­lau­fen.

Genau das aber geschieht beim Miss­brauch von Kin­dern. Statt die Ser­ver mit den Inhal­ten abzu­schal­ten, die Flam­men also zu löschen, wird nur ein Stopp­schild davor gehängt. Erreich­bar sind die Fotos und Fil­me wei­ter­hin. Zumin­dest für all jene, die sich die Mühe machen, um den Para­vent her­um­zu­ge­hen.

Das popu­lis­ti­sche Geham­pel der Minis­te­rin 1 wird nur noch getoppt von Hans-Peter Uhl, einem mir bis­her unbe­kann­ten 2 Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten der CSU, der es (offen­bar ohne rot zu wer­den) fer­tig brach­te, fol­gen­des bei abgeordnetenwatch.de zu Pro­to­koll zu geben:

Für mich steht jedoch fest, dass z.B. das Frei­heits­recht eines Kin­des, nicht sexu­ell miss­braucht und Pädo­phi­len zur Schau gestellt zu wer­den, um eini­ges höher zu bewer­ten ist als eine ver­ab­so­lu­tier­te „Frei­heit des Inter­nets“ oder ande­res dum­mes Geschwätz. Die gan­ze pseu­do-bür­ger­rechts­en­ga­gier­te Hys­te­rie von Pseu­do-Com­pu­ter­ex­per­ten, man müs­se um jeden Preis ein „unzen­sier­tes Inter­net“ ver­tei­di­gen etc. – vgl. www.ccc.de -, fällt für mich in die Kate­go­rie: juris­tisch ohne Sinn und Ver­stand und mora­lisch ver­kom­men.

Nun krie­ge ich gene­rell bei Ver­wen­dung des Prä­fi­xes „Pseu­do“ ein ganz star­kes Zie­hen im Nacken und in der rech­ten Hand. Die Art, wie Uhl hier Beden­ken und Kri­tik von Leu­ten wie dem renom­mier­ten Rechts­pro­fes­sor Tho­mas Hoe­ren abbü­gelt, ist aber der­art ekel­er­re­gend und arro­gant, dass es mich schlicht fas­sungs­los zurück­lässt.

Was der Innen­ex­per­te tun möch­te, damit Kin­der nicht nur nicht „Pädo­phi­len zur Schau gestellt“ wer­den, son­dern auch schlicht nicht sexu­ell miss­braucht wer­den, ver­rät er lei­der nicht.

Der klei­ne, klei­ne Trost (der vor allem bei CSU-Abge­ord­ne­ten natür­lich weit­ge­hend wert­los ist): Auch pseu­doo­fe Leu­te wie Hans-Peter Uhl müs­sen sich einer Wie­der­wahl stel­len.

[via Eupho­rie­fet­zen]

  1. Auf die Idee muss man auch erst mal kom­men, poten­ti­el­len Kin­der­por­no­kon­su­men­ten ein Stop­schild (Ver­zei­hung: „Stopp“-Schild) unter die Nase zu hal­ten.[]
  2. Offen­bar lohnt die Beschäf­ti­gung mit die­sem Mann: Er gilt als „Innen­ex­per­te“, redet ger­ne wir­res Zeug und for­dert die Über­wa­chung „ter­ror­ver­däch­ti­ger“ Zwölf­jäh­ri­ger.[]
Kategorien
Digital

Top Secret

Und da soll noch jemand behaup­ten, Goog­le wür­de es mit der Anony­mi­sie­rung bei Street View nicht ganz genau neh­men:

Screenshot: maps.google.com

Kategorien
Leben Gesellschaft

Homegrown Terror

Vor­hin hat­te ich noch zwei Absät­ze über mei­ne Schu­le und die Fol­ge von Amok­läu­fen geschrie­ben.

Was ich nicht ahnen konn­te: Zu die­sem Zeit­punkt war das Theo­dor-Heuss-Gym­na­si­um in Dins­la­ken in hel­ler Auf­re­gung. Im Inter­net (aha!) hat­te jemand mit einem Amok­lauf gedroht – „Wahr­schein­lich ein Nach­ah­mungs­tä­ter“, wie die „Rhei­ni­sche Post“ berich­tet.

Wäh­rend sich bei derwesten.de Kom­men­ta­re besorg­ter Eltern sam­meln, habe ich mei­nen Bru­der Jus­tus, der in die­sem Jahr am THG sein Abitur macht, gebe­ten, mir sei­ne Ein­drü­cke vom Vor­mit­tag zu schil­dern:

Als ich heut mor­gen zur Schu­le lief, war ich spät dran. Von weit weg habe ich zwei Poli­zei­au­tos gese­hen. Erst dach­te ich, die Poli­zei wür­de wie­der armen Schü­lern Geld für das Fah­ren auf der fal­schen Stra­ßen­sei­te abneh­men, aber als ich dann noch 2 Mann­schafts­wa­gen sah dach­te ich mir, es muss was grö­ße­res sein.

Die ers­ten bei­den Stun­den ver­lie­fen nor­mal, nach der 1. gro­ßen Pau­se blie­ben jedoch alle Schü­ler auf dem Schul­hof, da fiel erst auf, dass sich kein Leh­rer auf dem Schul­hof befand. Die­se haben in der Zwi­schen­zeit, im Leh­rer­zim­mer ein­ge­schlos­sen, einen Crash­kurs in Sachen Amok­ver­hal­ten bekom­men. In der Situa­ti­on hat man sich gefragt: „Wenn alle Leh­rer und Poli­zis­ten im Leh­rer­zim­mer sind, wer passt dann hier auf, falls wirk­lich einer Amok lau­fen soll­te?“

Eine hal­be Stun­de spä­ter ging der Unter­richt wei­ter und unser Leh­rer hat uns mit­ge­teilt, dass in einem Chat im Inter­net ein Schü­ler des THGs eine Amok­war­nung geschrie­ben hat. Als Vor­sichts­maß­nah­me sol­len die Türen abge­schlos­sen wer­den und bei einem bestimm­ten Code­wort durch die Laut­spre­cher soll­ten Tische umge­wor­fen wer­den und die Schü­ler sich flach auf den Boden legen.

In der Frei­stun­de danach wur­de bekannt, dass der User­na­me irgend­was mit Mar­cus wäre und jeder Mar­cus der Schu­le ver­hört wur­de. Bei man­chen soll die Poli­zei sogar zuhau­se gewe­sen sein. Als ich mit einem Freund den Schul­hof ver­las­sen woll­te, wur­de uns mit­ge­teilt, dass wir beim Wie­der­be­tre­ten des Schul­hofs unse­ren Aus­weis vor­zei­gen müs­sen. All­ge­mei­ner Unter­richts­schluss war um 13.15 Uhr, damit die Poli­zis­ten Fei­er­abend machen kön­nen. Nächs­ten Mon­tag und Diens­tag soll die Schu­le eben­falls über­wacht wer­den.

Alles in allem waren 2 Motor­rad­po­li­zis­ten im Stadt­park, 2 Mann­schafts­wa­gen, 4 Strei­fen­wa­gen und auch noch ein Zivil­fahr­zeug rund ums Schul­ge­län­de posi­tio­niert.

Wir hat­ten nicht wirk­lich Angst. Eher kamen Scher­ze von allen Sei­ten zu den Mar­kusen unse­rer Schu­le. Kei­ner ist wirk­lich davon aus­ge­gan­gen das was pas­sie­ren wür­de, bis auf ein paar jun­ge Leh­re­rin­nen.

Kategorien
Digital

Potemkinsche Webseiten

Zu den gro­ßen Mys­te­ri­en der Moder­ne gehört für mich der Berufs des Such­ma­schi­nen-Opti­mie­rers. 1 Die­ser opti­miert nicht etwa Such­ma­schi­nen, son­dern er bas­telt so lan­ge an Inter­net­sei­ten her­um, bis die­se in den Such­ergeb­nis­sen der Such­ma­schi­nen mög­lichst weit vor­ne auf­tau­chen. Es erstaunt mich, dass es offen­bar einen wach­sen­den Markt für Men­schen mit die­sen Fähig­kei­ten gibt, aber es gibt ja auch einen Markt für gol­de­ne Hun­de­fut­ter­näp­fe und einen für getra­ge­ne Unter­ho­sen. 2

Nun ist Such­ma­schi­nen-Opti­mie­rung (oder kna­ckig: SEO) an sich nichts schlim­mes, wenn es nur dar­um geht, sei­ne Inhal­te mög­lichst gut zu plat­zie­ren. Zwar soll­te man davon aus­ge­hen, dass Goog­le von allei­ne merkt, was für mich wirk­lich rele­vant ist, aber man kann da ja ruhig noch ein biss­chen nach­hel­fen. 3 Im Extrem­fall lie­gen die von den Such­ma­schi­nen-Opti­mie­rern betreu­ten Web­sei­ten ein paar Mona­te auf Platz 1, ehe Goog­le sich wie­der was neu­es ein­fal­len lässt. Rich­tig ärger­lich wird es aber da, wo es gar kei­ne Inhal­te gibt.

Auf mei­nem Schreib­tisch liegt das neue Album von Ben Lee. 4 Zu einem Song woll­te ich ger­ne den Lied­text nach­schla­gen, wes­we­gen ich lyrics „ben lee“ „wake up to ame­ri­ca“ bei Goog­le ein­gab. Dass das Album noch gar nicht ver­öf­fent­licht wur­de und des­halb auch noch nie­mand die Lied­tex­te ken­nen soll­te, wuss­te ich nicht – auf der bei­lie­gen­den Pres­se­info war der 13. Febru­ar als Ver­öf­fent­li­chungs­ter­min ver­merkt.

Trotz­dem fand Goog­le 467 Sei­ten zu die­ser Such­an­fra­ge. Die Top-Such­ergeb­nis­se sahen so aus:

Ergebnisse 1 - 10 von ungefähr 467 für lyrics "ben lee" "wake up to america".

Die übli­chen Sei­ten, die man sonst so fin­det, wenn man nach Song­tex­ten sucht.

Nur: Bei Nr. 1 sah der Song­text so aus:

These lyrics are missing. Could you please submit them? Did you know we give out free CDs every week to people who submit the most lyrics?

Nr. 2:

Wake Up To America: Add lyrics for this track

Nr. 3:

Track : Wake up to america. Lyrics not found. To add this lyrics

usw. usf.

Nir­gend­wo gab es die Tex­te (weil Ben Lee sie sel­ber noch nicht online hat, was die ein­fachs­te Quel­le wäre), aber über­all gab es schon mal die fer­ti­ge Sei­te mit Künst­ler­na­men und Song­ti­tel in der Pfad­an­ga­be und über­all habe ich min­des­tens einen Klick gene­riert und jede Men­ge Wer­bung gese­hen.

Ent­schul­di­gung, aber das ist für mich Ver­ar­schung hil­fe­su­chen­der Men­schen und Ver­mül­lung des Inter­nets.

  1. Zu den klei­nen Mys­te­ri­en gehört die – seit ges­tern beant­wor­te­te – Fra­ge, war­um mei­ne Kek­se so selt­sam ver­packt sind.[]
  2. Zumin­dest in Asi­en.[]
  3. Übri­gens scheint kein „SEO-Papst“ so gut zu sein, dass ich bei mei­nen hilf­lo­sen Goog­le-Recher­chen zu irgend­wel­chen tech­ni­schen Pro­ble­men auf eine wirk­lich rele­van­te Sei­te sto­ße.[]
  4. Das ich sehr nett fin­de, aber dazu spä­ter mehr.[]
Kategorien
Print Digital

Der „Spiegel“ muss in Zweifelhaft

Natür­lich sieht das immer ein biss­chen komisch aus, wenn man den eige­nen Arbeit­ge­ber lobt, aber die­ses Titel­bild hät­te ich auch dann gut gefun­den, wenn ich nicht stu­den­ti­sche Hilfs­kraft beim „Frei­tag“ wäre:

Merkels neues Gesicht

Frü­her hät­te man sol­che Titel­gra­fi­ken auf dem „Spie­gel“ gefun­den – und da wäre die Umset­zung zuge­ge­be­ner­ma­ßen auch noch ein biss­chen bes­ser gewe­sen.

Aber der „Spie­gel“ ist schon lan­ge das, was offen­bar jede Medi­en­le­gen­de hier­zu­lan­de („Tages­schau“, das „Mit­tags­ma­ga­zin“ auf WDR 2, Tho­mas Gott­schalk, Harald Schmidt) wer­den muss: ein Schat­ten sei­ner selbst. Und des­halb sieht sein Cover heu­te so aus:

Fremde Freunde - Vom zweifelhaften Wert digitaler Beziehungen

Ob und inwie­fern social net­works unser Leben und unse­ren Umgang mit­ein­an­der beein­flus­sen, ist ja ein The­ma, an dem ich mich das ein oder ande­re Mal abzu­ar­bei­ten ver­sucht habe.

Mein grund­sätz­li­ches Inter­es­se war aber bei der Über­schrift (ein Wun­der, dass sie nicht „Fal­sche Freun­de“ lau­te­te) recht schnell ver­raucht. Ich muss­te den Arti­kel aber gar nicht erst lesen und mich dar­über auf­re­gen, denn bei­des hat Tho­mas Knü­wer dan­kens­wer­ter­wei­se schon über­nom­men.

PS: Mar­kus Becke­dahl von netzpolitik.org hat­te schon ges­tern auf den Arti­kel ver­wie­sen und ihn für nicht ganz so schei­ße befun­den. Er ver­weist zusätz­lich auf ein Inter­view mit dem Lei­ter des „Spiegel“-Hauptstadtbüros, in dem die­ser sich mit der Aus­sa­ge zitie­ren lässt, er sei „so gut wie gar nicht im Netz unter­wegs“ und kön­ne des­halb kei­ne gute Web­site emp­feh­len.

PPS: Ich habe ges­tern mit einer Über-Sieb­zig­jäh­ri­gen Ver­wand­ten tele­fo­niert, die mei­nes Wis­sens noch nie vor einem Com­pu­ter geses­sen hat, und die trotz­dem eine sehr viel dif­fe­ren­zier­te­re und posi­ti­ve­re Mei­nung zu Blogs (sie benutz­te wirk­lich das Wort „Blog“) und Inter­net hat­te, als ich sie beim „Spie­gel“ je erlebt habe.

Kategorien
Digital

Klickbefehl (15)

Es gibt Tage, da hal­te ich das Inter­net für einen gro­ßen Irr­tum. Die Idee, dass jeder sei­ne noch so ent­rück­te Mei­nung in die Welt schrei­en darf, erscheint mir unend­lich dumm, und ich wür­de am Liebs­ten mei­nen Com­pu­ter im nächst­ge­le­ge­nen Fluss ver­sen­ken. Aber durch Bochum fließt kein Fluss.

Und dann gibt es Tage, an denen lese ich im Inter­net Tex­te, die so klug, so toll geschrie­ben und so anrüh­rend sind, dass ich mich fra­ge, wie Men­schen ohne die­ses Medi­um leben kön­nen.

Heu­te ist ein Tag der zwei­ten Sor­te, denn Tors­ten Dewi hat einen wun­der­ba­ren Text geschrie­ben über einen frü­he­ren Arbeits­kol­le­gen, der kürz­lich ver­stor­ben ist. Und die­sen Text soll­ten Sie lesen: „Der Max Fried­mann, den ich kann­te…“

Kategorien
Print Digital

Der letzte Strohhalm könnte blühen

Blühende Strohhalme (Symbolfoto: Lukas Heinser)

In der letz­ten tages­ak­tu­el­len Fern­seh­sen­dung, die ich mir noch anse­he, der „Dai­ly Show“, war am Mon­tag der Jour­na­list Wal­ter Isaac­son zu Gast, um über die Zukunft des Jour­na­lis­mus zu spre­chen:

Hier kli­cken, um den Inhalt von media.mtvnservices.com anzu­zei­gen.

Im Wesent­li­chen hat er dabei (das war ja der Auf­hän­ger sei­nes Auf­tritts) sei­ne Titel­sto­ry aus dem aktu­el­len „Time“-Magazine para­phra­siert: Ein Jour­na­lis­mus, der sich nur auf Wer­be­kun­den ver­las­se, ver­lie­re ers­tens sei­ne Bin­dung zum Rezi­pi­en­ten und kön­ne zwei­tens in Kri­sen­zei­ten (so wie … jetzt) schnell ganz ohne Geld daste­hen, so Isaac­son.

Aber er hat ja schon eine Idee:

So I am hoping that this year will see the dawn of a bold, old idea that will pro­vi­de yet ano­ther opti­on that some news orga­niza­ti­ons might choo­se: get­ting paid by users for the ser­vices they pro­vi­de and the jour­na­lism they pro­du­ce.

Das klingt in Zei­ten, in denen eine zuneh­men­de Zahl von Zei­tun­gen und Zeit­schrif­ten ihre Archi­ve kos­ten­los ins Inter­net stellt und Goog­le das Sei­ne dazu bei­trägt, zunächst ein­mal völ­lig ana­chro­nis­tisch.

Isaac­son manö­vriert sich dann auch etwas in argu­men­ta­ti­ven Treib­sand, wenn er ange­sichts einer blü­hen­den Open-Source-Sze­ne aus­ge­rech­net Bei­spie­le wie die­ses anführt:

For exam­p­le, when Bill Gates noti­ced in 1976 that hob­by­ists were free­ly sha­ring Alta­ir BASIC, a code he and his col­le­agues had writ­ten, he sent an open let­ter to mem­bers of the Home­brew Com­pu­ter Club tel­ling them to stop. „One thing you do is pre­vent good soft­ware from being writ­ten,“ he rai­led. „Who can afford to do pro­fes­sio­nal work for not­hing?“

Ande­rer­seits weiß auch ich – bei aller Sym­pa­thie für Open Source, Musik-Ver­schen­ken und ähn­li­chem -, dass wir alle irgend­wie Geld ver­die­nen müs­sen. Auch ich wür­de ger­ne irgend­wann mal eine Fami­lie ernäh­ren kön­nen.

Und so kommt Isaac­son zu einem Schluss, dem ich mir eigent­lich nur anschlie­ßen kann:

We need some­thing like digi­tal coins or an E‑ZPass digi­tal wal­let — a one-click sys­tem with a real­ly simp­le inter­face that will per­mit impul­se purcha­ses of a news­pa­per, maga­zi­ne, artic­le, blog or video for a pen­ny, nickel, dime or wha­te­ver the crea­tor choo­ses to char­ge.

Isaac­son denkt dabei an lächer­lich erschei­nen­de Prei­se (5 Cent pro Arti­kel, 10 Cent für eine Tages­aus­ga­be, 2 Dol­lar für einen Monat), die sich aber sicher schnell ordent­lich sum­mie­ren wür­den.

iTu­nes und der App­s­to­re fürs iPho­ne bewei­sen, dass Men­schen durch­aus bereit sind, Geld für Pro­duk­te zu zah­len – es muss nur ganz ein­fach funk­tio­nie­ren. Als Bezah­lung für jour­na­lis­ti­sche Arbeit (dann aber bit­te gute!) wären soge­nann­te Micro­pay­ment-Sys­te­me durch­aus denk­bar. Man müss­te nur erst­mal eines (er)finden, das ein­fach funk­tio­niert und uni­ver­sell ein­setz­bar ist.

Die nächs­ten Schrit­te wären klar: Wenn jeder Geld zah­len und emp­fan­gen könn­te, könn­ten Nach­wuchs­bands vir­tu­el­le Hüte auf ihrer MySpace-Sei­te auf­stel­len, wir könn­ten Blog­gern ein paar Cent zuste­cken, wenn uns ihre Arti­kel gefal­len haben, oder dem Foto­gra­fen unse­res Desk­top-Hin­ter­grund­bil­des eine klei­ne finan­zi­el­le Auf­merk­sam­keit zukom­men las­sen.

Und wir könn­ten noch wei­ter gehen: Statt Rund­funk­ge­büh­ren über eine kaf­ka­es­ke Behör­de ein­zie­hen zu las­sen, könn­ten sich die öffent­lich-recht­li­chen Sen­der direkt ent­loh­nen las­sen. Nie­mand, den es nicht inter­es­siert, müss­te noch die viel­zi­tier­ten Volks­mu­sik-Sen­dun­gen sub­ven­tio­nie­ren. Das Geld könn­te direkt in die ein­zel­nen Redak­tio­nen flie­ßen und mein Geld wür­de zu null Pro­zent in Eins-Live-Come­dy gesteckt, aber an die Macher des „Zeit­zei­chens“ gehen.

Kategorien
Musik Digital

For Me This Is Heaven

Ich war grad im Pro­be­raum von Jim­my Eat World.

Also, nicht räum­lich, aber schon irgend­wie. Und drei­hun­dert ande­re waren auch da.

Die Band hat­te via twit­ter dar­auf hin­ge­wie­sen, dass sie gera­de ustream – ein Pro­gramm mit dem man live Bewegt­bild ins Inter­net strea­men kann – tes­ten wür­den. Als ich ankam, hat­ten sie etwa 30 Zuschau­er und spiel­ten im Pro­be­raum an ihren Lap­tops rum.

Im Lau­fe der Zeit kamen über 300 Zuschau­er vor­bei, was einer­seits viel für so eine spon­ta­ne Akti­on ist, ande­rer­seits auch ver­dammt wenig für eine Band, die seit Jah­ren eher die grö­ße­ren Clubs und Hal­len füllt. Und so wur­den wir Teil eines exklu­si­ven Spek­ta­kels, in des­sen Ver­lauf sie „Lucky Den­ver Mint“, „A Sun­day“ und „Just Watch The Fire­works“ spiel­ten (die Band probt gera­de für die Tour anläss­lich des zehn­ten Geburts­tags ihres Albums „Cla­ri­ty“).

Jimmy Eat World live im Web

Und wäh­rend die Band da so spiel­te, konn­ten sich die Zuschau­er direkt neben dem Video­fens­ter im Chat unter­hal­ten, ohne dass ihr Gemur­mel jeman­den gestört hät­te. Einer fass­te es dann auch sehr schön zusam­men: „Man it’s like I’m 16 again“.

Es sind Geschich­ten wie die­se, die mir zei­gen, war­um ich das Inter­net mag. Die­ses gan­ze Gere­de von „Demo­kra­ti­sie­rung“ und „Zukunft des Jour­na­lis­mus“ mag sich als Irr­glau­be und kur­zer Trend her­aus­stel­len (viel­leicht auch nicht, wer mag sowas schon vor­her­sa­gen?), aber sol­che rela­tiv klei­nen Aktio­nen wie ein­mal bei einer der eige­nen Lieb­lings­bands in den Pro­be­raum zu spin­xen, die betref­fen und begeis­tern mich per­sön­lich.

Kategorien
Print Digital

Eine Woche voller Freitage

Wenn Sie sich rudi­men­tär für Medi­en inter­es­sie­ren, wer­den Sie es mög­li­cher­wei­se schon mit­be­kom­men haben: Die Wochen­zei­tung „Frei­tag“ hat sich einen Arti­kel (die Wort­art, nicht die Text­sor­te), ein neu­es Lay­out und einen neu­en Inter­net­auf­tritt gegönnt.

Bei freitag.de sol­len die Leser alles kom­men­tie­ren, aber auch sel­ber blog­gen kön­nen. Beson­ders bemer­kens­wer­te Leser­bei­trä­ge lan­den dann auch in der gedruck­ten Zei­tung und wer­den ent­spre­chend ent­lohnt.

Ich bin beim neu­en freitag.de als „Netz­wer­ker“ dabei, was bedeu­tet, dass ich mich mit eini­gen ande­ren um eine Ver­zah­nung der Sei­te mit der Blogo­sphä­re küm­me­re, ein biss­chen auf die Com­mu­ni­ty schaue und dort ein eige­nes Blog zum The­ma Medi­en füh­re.

Ich fin­de das Kon­zept sehr gut (sonst wür­de ich dort nicht mit­ma­chen) und wür­de mich freu­en, wenn Sie in Zukunft auch regel­mä­ßig beim „Frei­tag“ vor­bei­schau­en wür­den.

Kategorien
Digital

Change

Ach­tung: Noch mal erhöh­te Selbst­re­fe­ren­tia­li­tät!

Vie­len Dank für die vie­len Kom­men­ta­re, E‑Mails und sons­ti­gen Nach­rich­ten, die Sie mir in mei­ner klei­nen Sinn­kri­se haben zukom­men las­sen.

Mir war durch­aus klar, dass das nach extrem ekli­gem fishing for com­pli­ments aus­se­hen könn­te und wür­de, aber eigent­lich ging es mir pri­mär um den Arti­kel von Paul Carr und dar­um, anders wahr­ge­nom­men zu wer­den als man wahr­ge­nom­men wer­den will. (Anders wahr­ge­nom­men als man ist wird man eh.)

Mir ist auch klar, dass man auf schö­ne, klei­ne Video­clips und Link­tipps meis­tens nicht kom­men­tiert, ein­fach, weil es nichts zu sagen gibt. Eini­ge Leu­te haben heu­te zum ers­ten Mal hier kom­men­tiert und das freut mich sehr, denn die­ses klei­ne Blog soll ja auch eine Begeg­nungs­stät­te … Oh, Ver­zei­hung, der Pfle­ger kommt und sagt, ich sol­le mei­ne Tablet­ten neh­men.

Jeden­falls klan­gen im Gro­ßen und Gan­zen zwei Sachen an:

1. Oba­ma nervt lang­sam
Ja, das geht mir ähn­lich. Ich habe lang­sam Angst, dass das hier ein Fach­blog für Oba­ma-Ver­wei­se wird. Um das abzu­wen­den, habe ich ein­fach ein Fach­blog für Oba­ma-Ver­wei­se auf­ge­macht: noyoucant.wordpress.com.

Es beinhal­tet alle bis­he­ri­gen Ein­trä­ge (die hier auch erhal­ten blei­ben) und bereits einen neu­en Bei­trag.

2. War­um „Sie“?
Nun, ich war der Mei­nung, dass es höf­li­cher wäre. Ich bin mitt­ler­wei­le in einem Alter, wo man nicht mehr zusam­men­zuckt, son­dern sich freut, wenn man von Schü­lern gesiezt wird.

Aber hier ist Web 2.0, da gel­ten ande­re Regeln und Berufs­ju­gend­li­che wie Die­ter Gor­ny sind weit weg.

Des­we­gen stel­le ich ger­ne die Fra­ge, die auch „Bild“ (wer sonst?) schon gestellt hat:

Wol­len wir uns alle duzen?

Kategorien
Digital Gesellschaft

You don’t know me at all

Ach­tung: Erhöh­te Selbst­re­fe­ren­tia­li­tät!

Ich weiß weder, wer Micha­el Arring­ton, noch, was Tech­crunch ist. 1 Aber dass er bei dem/​der/​dem DLD in Mün­chen 2 ange­spuckt wur­de, das habe sogar ich mit­be­kom­men.

Jeder Mensch weiß, dass man sowas nicht macht, und der­je­ni­ge, der es getan hat, wird sich hof­fent­lich eine ordent­li­che Ohr­fei­ge von sei­ner Mama ein­han­deln, wenn sie dahin­ter kommt. Ande­rer­seits hat er ver­mut­lich sowie­so genug Pro­ble­me.

Paul Carr, von dem ich eben­falls nicht weiß, wer er ist und was er sonst so schreibt, hat für den Online-Auf­tritt des „Guar­di­an“ einen sehr lesens­wer­ten Arti­kel geschrie­ben, in dem er sei­ne eige­nen Erfah­run­gen auf dem/​der/​dem DLD und bei ähn­li­chen Ereig­nis­sen beschreibt. Wie die Leu­te auf ihn zukom­men und ihn für irgend­wel­che Gehäs­sig­kei­ten loben, die er mal geschrie­ben oder get­wit­tert hat, und ihn fra­gen, ob er die­se Ver­an­stal­tung und jene Per­son mor­gen auch wie­der öffent­lich schlach­ten wür­de.

Und obwohl mir die­se Welt – wie oben oft genug ange­merkt – fremd ist, kamen mir Carrs Schil­de­run­gen selt­sam ver­traut vor.

Wenn ich hier mal etwas vor­stel­le, was mir wirk­lich gefällt, fal­len die Reak­tio­nen beschei­den aus: ein Kom­men­tar oder gar kei­ner. Wenn ich mich ein biss­chen über Sym­bol­fo­tos von dpa lus­tig mache, gibt’s deut­lich mehr.

Natür­lich habe ich in den letz­ten drei Wochen jede Men­ge schwach­sin­ni­ger Oba­ma-Anbie­de­run­gen auf­ge­schrie­ben. Zum einen, weil ich ein­mal damit ange­fan­gen hat­te und ich alle Bei­spie­le auf die eine oder ande­re Art bemer­kens­wert fand, zum ande­ren, weil unse­re Leser mich mit Ein­sen­dun­gen über­häuft haben. Als ich die Post­kar­te in mei­nem Brief­kas­ten fand, war ich glei­cher­ma­ßen belus­tigt von der idio­ti­schen Kar­te und gerührt von der Ges­te, dass ein mir unbe­kann­ter Mensch mir sowas ein­fach wei­ter­ge­lei­tet hat.

Ich habe schon ernst­haft über­legt, ob ich über Blog-Bei­trä­ge wie die zum dpa-Sym­bol­bild oder den gan­zen Oba­mas viel­leicht „Ach­tung, irrele­vant!“ schrei­ben soll­te, damit ja nie­mand glaubt, dahin­ter ste­cke mehr als mein schlich­ter Wunsch, das kurz auf­zu­schrei­ben.

Wir haben Cof­fee And TV vor fast zwei Jah­ren als Grup­pen­blog gestar­tet, 3 in dem es um alles gehen soll­te, was uns inter­es­siert. Ich woll­te Musik, Fil­me und Bücher, die mir gefal­len, mit mög­li­chen Lesern tei­len und vor Sachen war­nen, die mir per­sön­lich nicht so gefal­len. Dass das The­ma Medi­en immer mehr Platz ein­nahm, lag dar­an, dass ich mich immer stär­ker damit beschäf­tigt habe und mir vie­le Din­ge auf­ge­fal­len sind, die mich mit­un­ter empört haben 4 oder die ich erwäh­nens­wert fand, weil sie lus­tig, merk­wür­dig oder auch ein­fach nur gut waren. Dass es mehr Platz braucht, wenn man über bizar­re Stil­le-Post-Spiel­chen und Unge­reimt­hei­ten bei der Recher­che schreibt, als wenn man eben einen guten Text emp­feh­len will, 5 liegt wohl in der Natur der Sache.

Natür­lich ist es etwas hin­der­lich, dass hier im Blog kur­ze Quatsch-Bei­trä­ge und län­ge­re Gedan­ken­gän­ge, die mir wich­tig sind, völ­lig gleich­be­rech­tigt über­ein­an­der ste­hen. Hier gibt es kei­ne Auf­ma­cher und kei­ne „Kurz notiert“-Spalte und das mag ich eigent­lich auch. Ich ver­traue dar­auf, dass die Leser mer­ken, was mir wich­tig ist und was nicht, und ich bin mir sicher, dass das bei den meis­ten auch ganz gut gelingt.

Als ich am Mon­tag die Mel­dung der „Ber­li­ner Zei­tung“ zum Atom­müll­la­ger Asse ver­link­te und mit dem spon­ta­nen Gedan­ken, der mir beim Hören der Mel­dung gekom­men war, anrei­cher­te, dach­te ich, dass die dras­ti­schen Wor­te, die ich hier im Blog sonst nie benut­ze, für sich spre­chen und mei­ner Resi­gna­ti­on gegen­über unse­rer Bun­des­re­gie­rung Aus­druck ver­lei­hen wür­den. Statt­des­sen erfuhr ich aus den Kom­men­ta­ren, 6 dass die­ses Blog „von sinn­lo­ser Pole­mik, Hoch­nä­sig­keit, pseu­do-poli­ti­schen Anma­ßun­gen und Klug­schei­ße­rei“ lebe.

Da frag­te ich mich schon: Mache ich auf Sie wirk­lich den Ein­druck eines arro­gan­ten, bla­sier­ten Men­schen, der nie weiß, wor­über er schreibt und sowie­so nur aus­tei­len will?

Falls ja, wür­de ich näm­lich sofort auf­hö­ren mit die­sem Blog.

  1. Und Sie sind bit­te so anstän­dig und schrei­ben jetzt nicht alle „Das ist doch … !“[]
  2. Da weiß ich auch nicht so ganz, was das ist aber das ist auch uner­heb­lich.[]
  3. Und es ist immer noch eines, auch wenn die Autoren weni­ger gewor­den sind und ich am häu­figs­ten schrei­be.[]
  4. Wobei ich von nie­man­dem erwar­te, dass er mei­ne Empö­rung tei­len muss.[]
  5. Beach­ten Sie dazu die Rubrik „Lese­tipps“ in der rech­ten Spal­te die­ses Blogs.[]
  6. Natür­lich von einem anony­men Kom­men­ta­tor.[]