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Bist Du noch wach? — 5. Was bringt Dich zum Lachen?

In der fünften Folge „Bist Du noch wach?“ sprechen Sue und Lukas über Tannenbäume, Tiervideos und lebenswerte Städte.

Lukas verrät exklusiv den lustigsten Witz der Welt und die Schönheit des Ruhrgebiets — außerdem lachen wir sehr viel und es geht sehr viel um Nudeln.

Wenn Ihr uns schreiben wollt (zum Beispiel, weil Ihr eigene Fragen habt), könnt Ihr das unter bistdunochwach@coffeeandtv.de tun!

Shownotes:

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Digital Politik Gesellschaft

Lucky & Fred: Episode 29

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Let op! Drempels: Ohne Publikum, aber mit Handwerkern im Hintergrund begehen Lucky & Fred den Internationalen Frauentag. Sie diskutieren über Doppel- und Familiennamen, Karneval als Teil einer deutschen Identität und den ganzen Quatsch, den die SPD so mit sich machen lässt.

Die beiden plaudern über ihre Familien und ihre Arbeit, Fred gibt Christian Lindner Tipps und dann gilt es Abschied zu nehmen von vielen, vielen Prominenten, darunter auch ehemaligen Kollegen.

Zum Schluss gibt es wie immer Lichtblicke — und die Ankündigung gleich zwei neuer Liveshows!

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Gesellschaft Rundfunk

Über Humor

Da war ja jetzt auch nicht unbedingt mit zu rechnen gewesen, dass Geisteswissenschaften in Deutschland doch noch zum Mainstream-Thema werden. Aber in einem Land mit 80 Millionen Bundestrainern und 80 Millionen Anti-Terror-Experten ist natürlich auch noch Platz für 80 Millionen Germanisten.

Nach den großen Erfolgen der Proseminarreihe “Remix und Zitat” (vgl. Hegemann, 2010; zu Guttenberg, 2011) und der Übung “Reime sind Schweine: Das politische Gedicht im 21. Jahrhundert” (vgl. Grass, 2012) befinden wir uns bereits seit vorletztem Wintersemester in der Ringvorlesung “Was muss Humor können sein dürfen?” (vgl. Hebdo, 2015), für die wir auch in diesem Jahr wieder mehr Referenten als Zuhörer haben gewinnen können.

Weil nicht der gesamte Stoff klausurrelevant ist, habe ich mir erlaubt, eine kleine Handreichung zusammenzustellen, die nur die zentrale Frage “Was ist eigentlich lustig?” beantwortet:

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Nun, da wir diese Frage geklärt hätten, können Sie den Rest des Tages nutzen, um das Haus zu putzen, mit Ihren Kindern zu spielen, oder ein gutes, trauriges Buch zu lesen!

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Politik Gesellschaft

Lucky & Fred: Episode 9

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Am Anschlag auf Charlie Hebdo und die Pressefreiheit führt auch bei uns kein Weg dran vorbei: Wir diskutieren, was Satire darf, und fragen uns, wie man Salafist wird, während Lucky überraschend sein Mitgefühl für Karnevalisten entdeckt.
Über einen Umweg nach Wien gelangen wir nach Griechenland und zur Geldmaschine Olympische Spiele.
Fred hält einen Nachruf auf Altbundespräsident Richard von Weizsäcker und Lucky freut sich auf die Oberbürgermeisterwahl in Bochum.

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Gesellschaft

No one’s laughing at God, we’re all laughing with God

Ich habe mit dem von “Bild” herbeigekreischten “Schwuchtel-Skandal” bei der Kölner Stunksitzung, über den ich gestern im BILDblog geschrieben habe, verschiedene Probleme.

Da ist zunächst einmal ein germanistisches: Da stellt sich ein Kabarettist hin und sagt in seiner Rolle als Ex-Bischof Walter Mixa folgende Worte:

Aber der Höhepunkt war der Weltjugendtag hier in Köln: Benedikt und Joachim, der zum-Lachen-in-den-Keller-geht-Meisner, ließen sich wie zwei frischvermählte Schwuchteln über den Rhein schippern.

Nun wäre es verständlich, wenn sich Homosexuellenverbände über die Verwendung der despektierlichen Vokabel “Schwuchtel” beklagten (wobei man nicht weiß, wie der echte Walter Mixa im privaten Rahmen über diese Bevölkerungsgruppe spricht), aber es würde wohl kaum jemand ausschließen, dass sich nicht irgendwo zwei Schwule finden ließen, die nach ihrer Verpartnerung in grotesken Gewändern auf einem Schiff feiern wollen.

Man muss schon Politiker sein, um aus dem obigen Vergleich etwas anderes zu machen, wie die Katholische Nachrichten Agentur (kna) zusammenfasst:

Die Darstellung von Papst und Kardinal als “Schwuchteln” sei “niveaulos und absolut primitiv”, sagte Martin Lohmann, Chef des Arbeitskreises engagierter Katholiken in der CDU, der in Düsseldorf erscheinenden “Rheinischen Post” (Dienstag).

Der frühere bayrische Wissenschaftsminister (!) Thomas Goppel geht gleich einen Schritt weiter und bemüht seinerseits einen Vergleich:

Der Sprecher der “Christsozialen Katholiken in der CSU”, Thomas Goppel, hatte den WDR vor einer Fernsehausstrahlung gewarnt. Den betroffenen Kabarettisten Bruno Schmitz nannte er einen “degoutanten Versager”, der sich “im geistigen Sinn wie die U-Bahn-Randalierer” verhalte. CSU-Rechtspolitiker Norbert Geis erklärte, der Karnevals-Beitrag sei ein “Ausdruck von Bosheit und Dummheit”. Das sei “nicht einmal unterstes Niveau: bodenlos,” kritisierte Geis.

Immerhin: Mit Gewalt im öffentlichen Personennahverkehr verbindet die Bayern fast so eine lange Tradition wie mit der katholischen Kirche.

* * *

Was mich ebenfalls verwirrt ist die Empörung, die sich unter bislang eher unbekannten Vereinen und Verbänden Raum bricht:

Der Bundesverband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung (KKV) hat den WDR aufgefordert, eine Papst Benedikt XVI. und Kardinal Joachim Meisner verunglimpfende Szene aus der “Stunksitzung” nicht auszustrahlen. Der Sender solle Flagge zeigen und auf die Gefühle von Christen Rücksicht nehmen, forderte der KKV-Vorsitzende Bernd-M. Wehner am Freitag in Köln. Diese machten “immerhin etwa zwei Drittel der Rundfunkgebührenzahler” aus, sagte er.

An diesen Ausführungen ist so gut wie alles empörenswert: Zunächst einmal verbitte ich mir als Christ die Vereinnahmung und Entmündigung durch Herrn Wehner und seinen Verein. Als Protestant tangiert es meine religiösen Gefühle nullkommagarnicht, wenn irgendwelche Kardinäle und Bischöfe verspottet werden. Und das hat nichts mit der Konfession zu tun: Auch mögliche Witze über die Trunkenheitsfahrt von Margot Käßmann lassen meine religiösen Empfindungen unberührt. Ich mag sie schlecht und unlustig finden (wie den unsäglichen Käßmann-Standup von Harald Schmidt), aber sie richten sich gegen – Entschuldigung, liebe Katholiken – Menschen und nicht gegen meine Religion. Und selbst wenn, würde ich den Sketch gerne selbst sehen und mich notfalls von allein darüber echauffieren — eine Bevormundung durch den WDR im Namen irgendwelcher Verbände ist da wenig sachdienlich.

“Bild” räumte Goppel in der Münchener Regionalausgabe ebenfalls Raum für seine Empörung ein und freute sich in der Kölner Ausgabe (zu früh, s. BILDblog), dass der WDR auf eine Ausstrahlung des Sketches verzichten werde. Dabei handelt es sich um die gleiche Zeitung, die Kurt Westergaard, den Zeichner der umstrittenen Mohammed-Karikaturen, als “mutig” und Angela Merkels Laudatio auf ihn als “großes Bekenntnis zur Freiheit der Presse und der Meinungen” bezeichnet hatte.

Ich bin mir sicher, dass ein guter Teil der Menschen, die nun den Mixa-Darsteller Bruno Schmitz beschimpfen und bedrohen, andererseits der Meinung sind, dass die Reaktionen auf Westergaards Zeichnungen in Teilen der muslimischen Welt völlig übertrieben und barbarisch waren. Da kann man ja noch froh sein, dass es im Islam keine kalendarisch verordneten Phasen der Witzigkeit gibt, in denen sich irgendwelche Menschen mit einem etwas anderen Humorverständnis über Jesus oder Maria lustig machen.

* * *

Damit sind wir bei einem Religionsverständnis angekommen, das mich als gläubiger Christ verwirrt und das auf einer rationalen Ebene allenfalls “irrational” zu nennen ist: Mir ist völlig schleierhaft, warum Menschen, die an einen allmächtigen Gott glauben, meinen, diesen verteidigen zu müssen.

Wenn sich dieser Gott von Menschen beleidigt fühlt, sollte er doch selbst genug Möglichkeiten haben, dies den Betreffenden kurzfristig (Sintflut, beim Kacken vom Blitz getroffen) oder langfristig (an der Himmelspforte abgewiesen) mitzuteilen. Auf gar keinen Fall braucht er popelige Menschen, die in seinem Namen sauer sind und ihn somit entmündigen.

Ich mag mich da irren (und werde das sicher noch früh genug erfahren), aber ein Gott, der Wesen wie das Nilpferd, den Nasenbären oder Sarah Palin erschaffen hat, hat doch offenbar einen ziemlich guten Humor und bedarf demnach nicht der (mutmaßlich unverlangten) Fürsprache von humorfreien Menschen wie Eva Herman oder Thomas Goppel.

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Print Politik

“Spiegel”-Eier

Eine Nahtoderfahrung der besonderen Art machte ich vor einigen Jahren, als ich bei der Lektüre der Satireseite schandmaennchen.de derart heftig zu lachen begann, dass ich mich nach einigen Minuten nach Luft ringend auf meinem Teppichboden wälzte. (Einen Lustgewinn habe ich dabei allerdings nicht verspürt.) Grund war ein angebliches Zitat aus dem “Spiegel” über Helmut Kohl, seine Büroleiterin Juliane Weber und Frühstückseier.

Über Jahre habe ich versucht, dieses Zitat zu verifizieren und den exakten Wortlaut zu finden. Irgendwie muss ich mich bei der Verwendung der “Spiegel”-Archivsuche sehr dämlich angestellt haben.

Gestern jedenfalls berichtete das NDR-Medienmagazin “Zapp” über den uralten Artikel und jetzt kann ich Ihnen das Zitat endlich im Wortlaut präsentieren:

Wie gewohnt serviert des Kanzlers langjährige Mitarbeiterin Juliane Weber ihrem Chef den Kaffee. Sie schlägt ihm auch die Eier auf, weil der Kanzler sie so heiß nicht anfassen mag.

Ja, zugegeben: Brüllkomisch fand ich es jetzt auch nicht mehr.

Dafür hat der “Spiegel” sich kürzlich an einer Neuauflage seiner Fips-Asmussen-Politkommentierung versucht und dabei die ohnehin schon niedrig liegende Latte gerissen:

Die Kommunistin Sahra Wagenknecht, intime Kennerin von Lafontaines Positionen und nicht nur in Streikfragen mit ihm auf Augenhöhe, verlangt wie er regelmäßig französische Verhältnisse.

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Rhabarbarack Obamandarine

Der Grat zwischen augenzwinkernder Ironie und himmelschreiender Peinlichkeit ist schmal.

In diesem Fall bin ich aber sicher, dass sich die Macher auf der guten Seite befinden:

Ben & Jerry's: Yes, Pecan!

Immerhin machen Ben & Jerry ganz hervorragendes Eis und eine ihrer anderen Sorten heißt “Cherry Garcia”.

[via Cem Basman, mit Dank an Paule und Björn für die Hinweise]

Mehr Obama-Vergleiche gibt’s hier.

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Rundfunk Gesellschaft

Nicht lustig

Vielleicht ist es ein grundsätzlicher Fehler, sich mit “TV Total” überhaupt auseinandersetzen zu wollen. Dieser allenfalls noch lauwarmen Mischung aus Resteverwertung und Crosspromotion, die inzwischen in etwa so schlimm ist wie das Unterschichtenfernsehen, das beim Start der Sendung vor neuneinhalb Jahren noch in den Einspielern zu sehen war. Dieser Show, die zuletzt Aufmerksamkeit erregte, weil sich ein Kandidat ins Studio erbrach. Aber weil ich die Sendung gestern Abend versehentlich gesehen habe, will ich mich doch mal kurz aufregen:

Vorgestern wurden die Spielorte für die Frauenfußball-WM 2011 in Deutschland bekannt gegeben — und Mönchengladbach und Bochum sind dabei!

Das Thema Frauenfußball finden die Gag-Autoren (und ich habe lange überlegt, ob ich das Wort in Gänsefüßchen packen soll, fand das dann aber zu Leserbrief-mäßig) von “TV Total” sowieso total lustig, weil sie da immer ihre Lesben-Witze, die Hans-Werner Olm und Jürgen von der Lippe seit Mitte der Achtziger unbesehen zurückgehen lassen, unterbringen können. Für gestern hatte man sich aber folgendes ausgedacht: Raab, der seine Witzchen wie immer mit einer “Scheißegal”-Haltung, bei der Harald Schmidt neidisch würde, von Pappen abzulesen versuchte, sollte immer wieder auf die Meldung zu sprechen kommen, aber bevor er die Spielorte vorstellen konnte, sollte immer irgendeine “total wichtige Eilmeldung” von der Sorte “Sack Reis in China umgefallen” eingeschoben werden. So unwichtig ist Frauenfußball nämlich, ha ha. Zusätzlich wurden zwei hässliche Männer als Mannsweiber kostümiert, “Birgit Prinz” und “Kerstin Garefrekes” genannt und immer wieder für später als Gäste angekündigt, wobei für ihren Auftritt am Ende – ha ha – natürlich keine Zeit mehr blieb.

Dass die deutsche Fußballnationalmannschaft der Frauen seit 1997 fünf internationale Titel gewonnen hat (zum Vergleich: die der Männer im gleichen Zeitraum null) — geschenkt. Es geht mir auch noch nicht mal um den unverholenen Sexismus, der solche Aktionen durchweht (der disqualifiziert die Macher der Sendung selbst laut genug). Es ist nur einfach so, dass solche Einlagen nicht mal lustig wären, wenn Raab sie in einem Clownkostüm und einem auf die Stirn getackerten Schild mit der Aufschrift “Lustig! Lachen” vortragen würde.

Allein zur Meldung, dass in den Stadien von Borussia Mönchengladbach und dem VfL Bochum Fußballländerspiele stattfinden sollen, fielen mir als Gladbach-Fan und Bochum-Sympathisant ein Halbdutzend Witze über die derzeitige Situation bei den beiden Mannschaften ein. Auch die Spielorte Augsburg, Dresden, Leverkusen, Sinsheim und Wolfsburg böten genug Möglichkeit, sich wenigstens über die Städte lustig zu machen, wenn man schon doof irgendwas bashen will. Sich irgendwas Witziges zu dem Thema auszudenken, ist erstens nicht schwer und zweitens Aufgabe von einem Haufen von Gag-Autoren.

Und dann die Nummer mit den “vergessenen Gästen”, die jegliches Timing vermissen ließ: Natürlich ist die auch noch schlecht geklaut, denn der Gag bei Jimmy Kimmel besteht ja darin, einen Weltstar zu “vergessen” und nicht nachgebaute Vertreterinnen einer Sportart, die medial sowieso nicht gerade überrepräsentiert ist. Wenn die Nummer überhaupt zu irgendwas taugte, dann als abschreckendes Beispiel.

Aber es sind ja nicht nur die Autoren. Die können sich viel erlauben, weil es in Deutschland sowieso keine guten Comedy-Shows als Konkurrenz gibt und der Humor der Deutschen nicht umsonst weltweiten Spott genießt. Es ist auch der Moderator, dem seine eigene Sendung so völlig egal ist, dass die besten Lacher in dem Moment entstehen, wenn es ihm selbst auffällt. Stefan Raab ist sicher ein verdienstvoller TV-Schaffender (vermutlich der Wichtigste in diesem Jahrzehnt), aber “TV Total” ist ein völliges Desaster.

Alles, wirklich alles an der Sendung ist schlimm: der Standup; die Ausschnitte, die inzwischen weitgehend unkommentiert und reflektiert abgenudelt werden; die Einspieler mit lustigen Straßeninterviews, die erstens soooo 1998 sind und bei denen zweitens die Fragen in der Nachbearbeitung von diesem Mann mit der ach-so-lustigen Stimme vorgelesen werden; die Gäste, die Raab völlig egal sind, und über die er die Hintergrund-Infos allenfalls während der Show liest.

Alle paar Wochen, wenn Tiere zu Gast sind oder die Hersteller von Elektrorollern, ist Raab bei der Sache. Dann macht es ihm Spaß und mit ein wenig Glück kommen dabei wirklich lustige, bisweilen brillante Aktionen rum. Wenn irgendein Redakteur Wert darauf legen würde, unterhaltsames Fernsehen zu produzieren, würde er an genau der Stelle ansetzen. Aber so lange ProSieben die Verträge trotz sinkender Quoten verlängert, scheinen alle zufrieden zu sein. Und wenn die einzige “Konkurrenz” ungefähr drei Mal im Jahr unter dem Titel “Schmidt & Pocher” versendet wird, ist das sogar fast nachzuvollziehen. Zuschauer, die echte Late-Night-Unterhaltung wollen, sehen sich eh die US-Originale im Internet an.

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Mahlzeit!

Ich weiß ja, dass ich einen seltsamen Humor habe. Das musste ich mir schon in der Schule immer wieder anhören. ((Der häufigste Satz, den ich in der Schule von Lehrern gehört habe, war übrigens: “Lukas, Du weißt ja, was man sagt: Genie und Wahnsinn liegen dicht beieinander …”))

Aber diese Liste hier fand ich wirklich brüllkomisch:

Hunde- und Katzenfutter in den Geschmacksrichtungen Rind, Schaf, Geflügel, Wild, Pferd, Frutti di Mare, Welpen, Senioren und Allergiker

Und wie ich auf diese Seite gestoßen bin, verrate ich Ihnen ein andermal.

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Musik

Best Imitation Of Himself

Ben Folds und Band live

Ben Folds hatte immer schon einen besonderen Humor: die erste EP seiner Band Majosha hieß “Party Night: Five Songs About Jesus” und beinhaltete vier Songs, von denen natürlich keiner von Jesus handelte. Eigentlich logisch, dass das Trio, mit dem er schließlich international bekannt wurde, Ben Folds Five hieß.

Sein neues Album, das Ende September erscheinen soll, wird “Way To Normal” heißen, was für Folds-Verhältnisse fast schon ein langweiliges Wortspiel ist. Wer das Album bereits jetzt illegal aus Tauschbörsen herunterladen will, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auf neun Songs stoßen, die nicht wirklich das neue Album sind – aber irgendwie doch.

In einer Mischung aus Diebstahlsicherung und Wahnsinn hatten sich Folds, sein Bassist Jared Reynolds und sein Schlagzeuger Sam Smith im Juli für acht Stunden in einem irischen Studio eingeschlossen und sechs Fake-Songs aufgenommen. Sie haben (fast) die gleichen Titel wie die Songs von “Way To Normal”, sind aber komplett andere Lieder. Angereichert werden sie mit den Singles “Hiroshima” und “You Don’t Know Me” (gemeinsam mit Regina Spector), sowie einer Alternativ-Version von “Cologne”, einem Song, dessen Entstehung ich und alle anderen Besucher von Folds’ letztjährigem Kölner Konzert beiwohnen durften.

Die Texte sind mitunter extrem albern, entstanden sie doch binnen kürzester Zeit und entstammen zum Teil der Feder des Schlagzeugers (ein Vorgehen, das bei Ben Folds Five damals immerhin zum großartigen “Song For The Dumped” geführt hatte), aber musikalisch ist Folds fast besser als auf seinem letzten richtigen Album “Songs For Silverman”. Wenn die echten Songs so gut werden wie die falschen, wird “Way To Normal” ein Fest.

Folds ist natürlich nicht der Erste, der auf die Idee kam, ein gefälschtes Album über Tauschbörsen zu verteilen: Olli Schulz, ebenfalls für seinen Humor bekannt (gefürchtet), hatte etwas sehr ähnliches bereits vor gut zwei Jahren gemacht.

Mehr zu den Hintergründen des falschen “Way To Normal” und einen Track-by-Track-Vergleich gibt’s beim amerikanischen “Rolling Stone”.

Wer das geschenkte, falsche Album herunterladen will, ohne versehentlich das richtige zu klauen, ist bei der Fansite wokeupwaytoolate.com an der richtigen Adresse.

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Print

Barfuß im Quark

Okay, die Idee lag nahe, vielleicht zu nahe.

Aber ich finde, man kann einen Artikel über den heute beginnenden Lieferstreik der Milchbauern durchaus so betiteln, wie es die “Frankfurter Rundschau” getan hat:

Bauern im Ausstand: No Milk today

Und wo wir gerade dabei sind:

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Leben

Kurt Beck wird Kanzlerkandidat der SPD

Nennen Sie mich humorlos, aber ich hasse Aprilscherze. Ich werde jeden, der sich heute daran versucht, für mindestens 15 Minuten verachten.

Das liegt unter anderem an dem Trauma, das ich erlitt, als ich vor zehn Jahren feststellte, dass es den von der Filmzeitschrift “Cinema” angekündigten Director’s Cut von James Camerons “Titanic” (inkl. Gastauftritt von Arnold Schwarzenegger als Kellner) nie geben wird. Ich stand schon fast an der Kinokasse, als ich den “Witz” bemerkte.

Aprilscherze funktionieren nach dem Prinzip “Freude plus Fallhöhe”, bzw. “Ärger plus Fallhöhe”: Man erzählt eine Geschichte, bei der sich die Zuhörer auf etwas freuen, das nie kommen wird, oder sich über etwas ärgern, das nie stattgefunden hat. Kinder oder andere logisch denkende Wesen würden das “Lügen” nennen.

Als Chuck Klosterman heute vor zwei Jahren das ewig verschobene Guns-n’-Roses-Album “Chinese Democracy” rezensierte, war das schon irgendwie witzig, aber nicht halb so gut wie die letzte Woche angekündigte (offensichtlich ernst gemeinte) PR-Aktion von Dr Pepper zum Thema.

Wenn ich mir so ansehe, wie viel Mühe sich manche Medien mit der Vorbereitung ihres Aprilscherzes gegeben haben, dann weiß ich auch, wieso diese den Rest des Jahres über so schwach sind. Bei anderen würde eine weitere Falschmeldung gar nicht auffallen.

Allerdings muss ich der Fairness halber sagen, dass es zumindest immer mal wieder ein paar sehr liebevoll durchdachte Aprilscherze gab und vermutlich auch geben wird: Das WDR-“Zeitzeichen” brachte vor vielen Jahren einen Bericht über die Einführung von Sächsisch als Unterrichtsfach in der DDR und bei Spiegel Online einestages findet sich die schöne Geschichte aus dem “Guardian” von 1977 über die Entdeckung der Inselrepublik San Serriffe. Aber wenn ich auf die reingefallen wäre, hätte ich sie vermutlich auch doof gefunden.