Best Imitation Of Himself

Von Lukas Heinser, 18. August 2008 11:29

Ben Folds und Band live

Ben Folds hatte immer schon einen besonderen Humor: die erste EP seiner Band Majosha hieß „Party Night: Five Songs About Jesus“ und beinhaltete vier Songs, von denen natürlich keiner von Jesus handelte. Eigentlich logisch, dass das Trio, mit dem er schließlich international bekannt wurde, Ben Folds Five hieß.

Sein neues Album, das Ende September erscheinen soll, wird „Way To Normal“ heißen, was für Folds-Verhältnisse fast schon ein langweiliges Wortspiel ist. Wer das Album bereits jetzt illegal aus Tauschbörsen herunterladen will, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auf neun Songs stoßen, die nicht wirklich das neue Album sind – aber irgendwie doch.

In einer Mischung aus Diebstahlsicherung und Wahnsinn hatten sich Folds, sein Bassist Jared Reynolds und sein Schlagzeuger Sam Smith im Juli für acht Stunden in einem irischen Studio eingeschlossen und sechs Fake-Songs aufgenommen. Sie haben (fast) die gleichen Titel wie die Songs von „Way To Normal“, sind aber komplett andere Lieder. Angereichert werden sie mit den Singles „Hiroshima“ und „You Don’t Know Me“ (gemeinsam mit Regina Spector), sowie einer Alternativ-Version von „Cologne“, einem Song, dessen Entstehung ich und alle anderen Besucher von Folds‘ letztjährigem Kölner Konzert beiwohnen durften.

Die Texte sind mitunter extrem albern, entstanden sie doch binnen kürzester Zeit und entstammen zum Teil der Feder des Schlagzeugers (ein Vorgehen, das bei Ben Folds Five damals immerhin zum großartigen „Song For The Dumped“ geführt hatte), aber musikalisch ist Folds fast besser als auf seinem letzten richtigen Album „Songs For Silverman“. Wenn die echten Songs so gut werden wie die falschen, wird „Way To Normal“ ein Fest.

Folds ist natürlich nicht der Erste, der auf die Idee kam, ein gefälschtes Album über Tauschbörsen zu verteilen: Olli Schulz, ebenfalls für seinen Humor bekannt (gefürchtet), hatte etwas sehr ähnliches bereits vor gut zwei Jahren gemacht.

Mehr zu den Hintergründen des falschen „Way To Normal“ und einen Track-by-Track-Vergleich gibt’s beim amerikanischen „Rolling Stone“.

Wer das geschenkte, falsche Album herunterladen will, ohne versehentlich das richtige zu klauen, ist bei der Fansite wokeupwaytoolate.com an der richtigen Adresse.

5 Kommentare

  1. diaet
    18. August 2008, 11:59

    Wie cool – danke für den Tipp, bin schon gespannt auf die Cologne-Version! (Wie das mit dem „fast besser als Songs for Silverman“ klappen soll, frage ich mich allerdings ebenfalls schon ;))

  2. diaet
    19. August 2008, 0:14

    „4-3-2-1… I’m letting you go“
    …hm…
    irgendwie habe ich den Wortlaut anders in Erinnnerung ;)

    (Aber wenigstens kommen die Astronautin und die Windeln vor)

  3. Jaaa, Blog.
    19. August 2008, 0:33

    Echter Fake – Ben folds it twice…

    (Das schäbig schlechte Wortspiel bitte ich zu entschuldigen.)
    Weil sich der erschreckend grandiose Ben Folds vollkommen klar ist, dass sein neues Album “Way to normal” ins Netz gelangt, sobald es irgendwer in den Händen hatte, dachte si…

  4. Ommelbommel
    20. August 2008, 17:23

    Spektor. Das ist doch mal ein Duett, auf das ich mich freue, ich liebe ihre Stimme. Und überhaupt alles an ihrer Musik.

  5. Coffee And TV: » “Way To Normal”: Neue Ben-Folds-CD zu gewinnen
    25. September 2008, 16:45

    […] das dritte offizielle Solo-Album von Ben Folds. Nachdem Folds die Tauschbörsennutzer mit einer Fake-Version gefoppt hatte, steht jetzt also das Original im […]