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Musik Digital

Zwei Finnen mit einer Klappe

Eigent­lich soll­te hier ja Pau­se sein wegen Hald­ern-Live­ge­b­log­ge da drü­ben, aber …

Sie ahnen nie, wel­ches Medi­um sich schon am ers­ten Tag der Hald­ern-Bericht­erstat­tung mit einer lus­ti­gen klei­nen Ver­wechs­lung her­vor­ge­tan hat.

Na gut, Sie wis­sen es ver­mut­lich eh schon:

Eigentlich sollten ursprünglich die „Mystery Jets“ spielen, für die Band waren kurzfristig „Noah and the Whale“ eingesprungen. Aber auch die mussten gestern absagen, also ging Liam Finn in die Annalen ein als die Band, die das Jubiläumsfestival eröffnet hat.

Nee, wirk­lich nicht. Das (sehr gute) Album von Liam Finn (Sohn von Neil und Nef­fe von Tim Finn, die eben­falls nicht hier sind) erscheint zwar im Herbst auf dem Hald­ern-Pop-Label, aber der Mann ist im Moment in den USA auf Tour. Ges­tern gespielt hat/​haben finn. aus Ham­burg. Hab ich irgend­wo gele­sen.

[mehr „RP Online“]

Nach­trag, 9. August: Wenn bei der „Rhei­ni­schen Post“ auf eines Ver­lass ist, dann auf die Feh­ler­kor­rek­tur:

Aber auch die mussten gestern absagen, also ging finn. in die Annalen ein als die Band, die das Jubiläumsfestival eröffnet hat.

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Musik Digital

Programmhinweis: Haldern-Blog

Heu­te star­tet in Rees-Hald­ern am schö­nen Nie­der­rhein das 25. Hald­ern-Pop-Fes­ti­val. Mit dabei sind unter ande­rem The Dodos, Fleet Foxes, Maxï­mo Park, Fla­ming Lips, Kula Shaker, Edi­tors, Kate Nash, Kili­ans, Iron & Wine, Guil­l­emots, Okker­vil River und Bernd Bege­mann – aber auch Kath­rin und ich.

Im Zuge einer feind­li­chen Über­nah­me (die aber sehr freund­lich ablief) wer­den wir das Hald­ern-Blog, das im ver­gan­ge­nen Jahr von den Kol­le­gen von Mujuk betrie­ben wur­de, mit Inhal­ten fül­len. Freu­en Sie sich auf aktu­el­le Fotos, Inter­views (hof­fent­lich) und das übli­che Geme­cker über das nie­der­rhei­ni­sche Wet­ter. Hier wird es in den kom­men­den Tagen ent­spre­chend ein wenig ruhi­ger zuge­hen.

Haldern Blog

Dis­clo­sure: Das Hald­ern-Blog wird unab­hän­gig vom, aber in enger Zusam­men­ar­beit mit dem Hald­ern-Pop-Ver­an­stal­ter Raum 3 betrie­ben. Wir bekom­men dafür kein Geld, aber (wie die meis­ten ande­ren Jour­na­lis­ten auch) frei­en Zugang zum Fes­ti­val.

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Digital

Mehr Selbstreferentialität kann ich nicht

Für ihre Juni-Aus­ga­be ihres Maga­zins hat­ten mir (und drei ande­ren Medi­en­schaf­fen­den) die Redak­teu­re des Medi­en­ma­ga­zins „Insight“ die Fra­ge „Wie stop­fen Sie das Som­mer­loch? gestellt“

Damals hielt ich fol­gen­de Ant­wort für wit­zig:

Da ich viel über Medien schreibe, gibt es bei mir kein Sommerloch. Die zahlreichen "lustigen" Reportagen und Schalten, mit denen Zuschauer und Leser so qequält werden, bieten genug Stoff bis September. Und falls ich doch ein Sommerloch verspüre, erzähle ich einfach dem nächsten Reporter, ich hätte einen Pottwal im Baggerloch gesehen, und warte ab.

Ich wür­de die Fra­ge heu­te anders beant­wor­ten.

Unter Bezug­nah­me auf mei­nen Ein­trag von letz­ter Woche und nach loser Rück­spra­che mit mir ver­öf­fent­lich­te die Pres­se­stel­le der Stadt Dins­la­ken am ver­gan­ge­nen Don­ners­tag fol­gen­de Pres­se­mit­tei­lung:

Dins­la­ken in den Medi­en
Selbst­iro­nie ist gefragt – auch Gelas­sen­heit

Dinslaken/​München/​Frankfurt. Pünkt­lich zur Rei­se­zeit erschien kürz­lich in der renom­mier­ten Süd­deut­schen Zei­tung (SZ) unter „Hip­pen­stocks Stra­te­gien“ ein Car­toon: Vor der Rezep­ti­on eines offen­bar über­buch­ten Hotels ein Ehe­paar mit Kof­fern. Der Por­tier dahin­ter zu den Tou­ris­ten: „In der ers­ten Woche tei­len Sie Ihr Zim­mer mit einem Ehe­paar aus Dins­la­ken – ich den­ke, des­halb der Rabatt.“

In der aktu­el­len Aus­ga­be des Sati­re­ma­ga­zins „Tita­nic“ geht es in einem ande­ren Car­toon auch um die­se Stadt. Der hier gebo­re­ne Lukas Hein­ser, der­zeit in Bochum woh­nend, befürch­tet, durch die bun­des­weit kurz hin­ter­ein­an­der ver­brei­te­ten Kari­ka­tu­ren sei Dins­la­ken in der Medi­en­land­schaft offen­bar „end­gül­tig irgend so ein hin­ter­wäld­le­ri­sches Kaff“ gewor­den.

Der jun­ge Mann, der in sei­nem Block (www.coffeeandtv.de) gele­gent­lich aus und über sei­ne Hei­mat­stadt schreibt, teil­te der Stadt­pres­se­stel­le über­dies mit, Wet­ter­ex­per­te Jörg Kachelm­ann und TV-Plau­de­rer Roger Wil­lem­sen hät­ten sich läs­ternd über die Stadt im Grü­nen aus­ge­las­sen. Unter ande­rem soll Wil­lem­sen die Star-Sopra­nis­tin San­dra Schwarz­haupt gefragt haben, war­um sie in New York und nicht zum Bei­spiel in Dins­la­ken stu­diert habe.

Was Jörg Kachelm­ann, der Inten­dant der Dins­la­ke­ner Burg­hof­büh­ne und ich dazu zu sagen haben, kön­nen Sie drü­ben bei Ste­fan in den Kom­men­ta­ren lesen.

Ich war­te der­weil auf einen Anruf auf­ge­reg­ter Lokal­re­dak­teu­re, die ein gro­ßes Por­trät über mich brin­gen wol­len. Ist ja Som­mer­loch.

PS: Ich bin gar nicht in Dins­la­ken gebo­ren.

Nach­trag, 9. August: Mehr Selbst­re­fe­ren­tia­li­tät kann ich wohl

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Leben Unterwegs

Der Weg ist das Ziel (2)

Ich muss an mei­nem Timing arbei­ten. Meis­tens läuft es so: Ich rege mich über man­geln­den Ser­vice eines ehe­ma­li­gen Staats­be­triebs auf, tip­pe schon mal den Blog­ein­trag, möch­te aber auch noch die Gegen­sei­te hören. Also schrei­be ich eine E‑Mail an die Pres­se­stel­le, den­ke nach vier ant­wort­lo­sen Arbeits­ta­gen, dass dar­auf nie­mand mehr reagie­ren wird 1 und stel­le den Bei­trag online. Und dann kommt kur­ze Zeit spä­ter die Ant­wort des Unter­neh­mens.

Das war im Mai bei DHL so (Teil 1, Teil 2) und es ist auch jetzt bei der Deut­schen Bahn wie­der so.

Lesen Sie also erst, wor­über ich mich dies­mal auf­ge­regt habe, und dann die Ant­wort des „Zen­tra­len Kun­den­dia­logs“ 2:

Sehr geehr­ter Herr Hein­ser,

vie­len Dank für Ihre E‑Mail vom 28. Juli die­ses Jah­res an Herrn […]. Wir wur­den gebe­ten, Ihnen zu ant­wor­ten.

Es tut uns leid, dass Ihre Rei­se nach Ams­ter­dam und zurück nicht rei­bungs­los ver­lief. Die inter­na­tio­na­le Ver­bin­dung Frank­furt – Ams­ter­dam wird von Fahr­zeu­gen bedient, die beson­de­re tech­ni­sche Eigen­schaf­ten haben müs­sen, damit sie auch im Aus­land ein­ge­setzt wer­den kön­nen. Die­se Fahr­zeu­ge sind auf das für den plan­mä­ßi­gen Betrieb unter Ein­rech­nung von Reser­ven erfor­der­li­che Maß begrenzt. In Aus­nah­me­fäl­len kann es jedoch vor­kom­men, dass durch kurz­fris­ti­ge Fahr­zeug­aus­fäl­le nicht mehr alle Zug­leis­tun­gen gefah­ren wer­den kön­nen. In sol­chen Fäl­len kom­men Ersatz­maß­nah­men zum Tra­gen wie z. B. vor­zei­ti­ges Wen­den von Zügen in Utrecht oder Arn­hem inklu­si­ve Benen­nung von alter­na­ti­ven Fahr­mög­lich­kei­ten. Hier han­delt es sich um Aus­nah­men, die nicht jede Woche auf­tre­ten und inso­fern men­gen­mä­ßig schlecht quan­ti­fi­zier­bar sind.

Die bei­den Fäl­le, die zeit­lich dicht bei­ein­an­der lagen, ereig­ne­ten sich in einer Pha­se mit erhöh­tem Fahr­zeug­schad­stand. Am 23. Juli war der vor­ge­se­he­ne Trieb­zug bei Bereit­stel­lung in Ams­ter­dam nicht ein­satz­fä­hig und konn­te erst zwei Stun­den spä­ter ein­ge­schränkt ver­wen­det wer­den. Die Fahrt am 25. Juli konn­te erst in Arn­hem begin­nen, weil an die­sem Tag ein Fahr­zeug weni­ger zur Ver­fü­gung stand.

Sehr geehr­ter Herr Hein­ser, Sie kön­nen sicher sein, dass die­se bei­den Vor­fäl­le Aus­nah­men und nicht die Regel dar­stel­len. Gemäß unse­ren Pas­sa­gier­rech­ten haben Sie bei Ver­spä­tung eines Fern­ver­kehrs­zu­ges von über 60 Minu­ten Anspruch auf einen Gut­schein im Wert von 20 Pro­zent des Fahr­kar­ten­wer­tes. Falls Sie dies noch nicht in Anspruch genom­men haben, bit­ten wir um eine kur­ze Mit­tei­lung und Über­sen­dung einer Kopie Ihrer Fahr­kar­te an die unten genann­te Adres­se (ger­ne
auch per Fax oder E‑Mail), wir wer­den Ihnen dann einen ent­spre­chen­den Gut­schein zusen­den.

Wir freu­en uns, wenn unse­re Aus­füh­run­gen die Hin­ter­grün­de ver­deut­li­chen konn­ten und hof­fen, dass Ihre zukünf­ti­gen Rei­sen so ver­lau­fen, wie Sie und auch wir uns dies wün­schen – ange­nehm und pünkt­lich.

Mit freund­li­chen Grü­ßen

Das ist ja nett und auf­schluss­reich. Für mich als Lai­en fas­zi­nie­rend ist, dass ein Fahr­zeug weni­ger offen­bar schon zu so einem rie­si­gen Cha­os füh­ren kann. Aber das ist ja irgend­wie auch ver­ständ­lich: die­se Züge sind sicher sehr teu­er in der Anschaf­fung, unge­nutz­te Züge kos­ten dop­pelt und falls man doch mal einen Ersatz­zug über hat, dann ver­mut­lich am ande­ren Ende der Repu­blik. Man kennt das ja aus dem eige­nen Haus­halt.

Sprach­lich inter­es­sant fin­de ich übri­gens die Bin­nen­an­re­de im vor­letz­ten Absatz. Ich hab sowas noch nie gele­sen – außer im Schrei­ben von DHL. Ver­mut­lich han­delt es sich dabei um einen über Jahr­zehn­te ent­wi­ckel­ten und erprob­ten Tipp aus dem „Rat­ge­ber für Kun­den­be­schwich­ti­gungs­brie­fe“.

  1. Ich bin ja auch nicht so grö­ßen­wahn­sin­nig und erwar­te das allen Erns­tes – ich hal­te es nur für ein Gebot der Fair­ness, ihnen die Mög­lich­keit einer Stel­lung­nah­me ein­zu­räu­men.[]
  2. Ist das nicht ein wun­der­ba­rer Name? Wolf Schnei­der echauf­fiert sich immer über den „Ser­vice Point“ der Deut­schen Bahn. Dass das sel­be Unter­neh­men einen „Zen­tra­len Kun­den­dia­log“ hat/​beschäftigt/​führt, ver­schweigt er jedes Mal.[]
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Digital

Der Westen hält an Sex-Angeboten fest

Feh­ler macht wirk­lich jeder mal. Oft ist man auch noch zu betriebs­blind, sie wahr­zu­neh­men. Aber dafür gibt es ja immer wie­der Men­schen, die einen auf den Feh­ler hin­wei­sen. Nicht, weil sie sel­ber frei von Feh­lern wären, son­dern gera­de weil sie wis­sen, wie ärger­lich Feh­ler sind und wie ger­ne und schnell man sie wie­der­gut­ma­chen oder kor­ri­gie­ren möch­te.

Soweit die Theo­rie. Kom­men wir nun zum Online­jour­na­lis­mus: Vor etwa andert­halb Mona­ten hat­te die „WAZ“ über eine Pres­se­kon­fe­renz des Ryan­air-Chefs Micha­el O’Lea­ry berich­tet und dabei einen Scherz nicht als sol­chen erkannt (die Älte­ren wer­den sich erin­nern).

Nicht wei­ter schlimm, man erkann­te den Feh­ler im Haus als sol­chen und Katha­ri­na Bor­chert, Chef­re­dak­teu­rin des „WAZ“-Onlineportals derwesten.de) schrieb mir direkt am nächs­ten Mor­gen:

Ich war­te auf einen Rück­ruf von Herrn Pott, dann soll­te es einen Bei­trag im Kor­rek­tur­blog geben, der auch unter dem Arti­kel ver­linkt wird.

[Herr Pott war der Ver­fas­ser des feh­ler­haf­ten Arti­kels – er hat­te auf mei­nen Kon­takt­ver­such gar nicht erst reagiert.]

Das Gan­ze ist, wie gesagt, etwa andert­halb Mona­te her und pas­siert ist seit­dem – Sie wer­den es ange­sichts des Vor­spanns und des ver­such­ten Span­nungs­auf­baus längst erra­ten haben – nichts. Der Arti­kel steht immer noch fröh­lich in sei­ner ursprüng­li­chen Form online und wer heu­te oder in ein paar Jah­ren per Such­ma­schi­ne oder im Wes­ten-Archiv dar­auf stößt, wird nach wie vor glau­ben, eine Flug­ge­sell­schaft habe sexu­el­le Leis­tun­gen an Bord anbie­ten wol­len.

Nun fragt man sich natür­lich (zumin­dest tue ich das): War­um tut der Wes­ten nicht, was sei­ne Che­fin ange­kün­digt hat? Immer­hin muss­te man ja damit rech­nen, dass ich den Arti­kel im Auge behal­te und hier wie­der und wie­der dar­auf her­um­rei­te.

Eine mög­li­che Lösung: Es ist ihnen egal. Und zwar nicht nur, was schlecht gelaun­te Blog­ger über sie schrei­ben, son­dern auch, was in ihrem eige­nen Por­tal steht. Das wäre (vor allem der zwei­te Teil) aus jour­na­lis­ti­scher Hin­sicht fatal. Beson­ders, wenn man sich extra ein Kor­rek­tur­blog leis­tet und ankün­digt einen Feh­ler kor­ri­gie­ren zu wol­len.

Eine ande­re Lösung: Herr Pott hat nie zurück­ge­ru­fen und des­halb konn­te Frau Bor­chert das alles gar nicht kor­ri­gie­ren (las­sen).

Was mich zu einer (irgend­wie beun­ru­hi­gen­den) Fra­ge brach­te, die ich Katha­ri­na Bor­chert am 23. Juni und am 18. Juli zukom­men ließ:

Gehört es zur Redak­ti­ons­po­li­tik der „WAZ“ bzw. von derwesten.de, Feh­ler nur im Ein­ver­neh­men mit dem Autor eines Arti­kels zu kor­ri­gie­ren (bzw. eben nicht zu kor­ri­gie­ren, wenn der Autor unein­sich­tig ist)?

Ich habe bis heu­te kei­ne Ant­wort erhal­ten.

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Digital

Auswärtsspiel: Kanal 14

Für sei­nen Pod­cast Kanal 14 hat mich Sebas­ti­an Keil nach mei­ner Mei­nung zum neu­en Musik­por­tal Roc­ca­tune gefragt. Mit dabei sind Roc­ca­tune-Chef Con­stan­tin Thys­sen, Tho­mas Knü­wer und Dju­re Mei­nen.

Hören und/​oder her­un­ter­la­den kann man das Gan­ze hier.

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Selbstbezogen und unprofessionell

Der „Spie­gel“ hat sich eine self-ful­fil­ling pro­phe­cy gebas­telt. „Die Beta-Blog­ger“ steht drü­ber – ein Wort­spiel, das im für schlech­te Wort­spie­le bekann­ten Blog coffeeandtv.de noch vor der End­kon­trol­le den Gna­den­schuss bekom­men hät­te – und sie füllt in der mor­gen erschei­nen­den Aus­ga­be drei Sei­ten.

Egal, was man über Blog­ger schreibt, hin­ter­her wird man von ihnen doch nur ver­dro­schen, weil man nix ver­stan­den oder mit den fal­schen Leu­ten gespro­chen hat.

steht da ziem­lich zu Beginn und damit ist eigent­lich alles gesagt.

Genau­so gut könn­te da auch ste­hen „das Gan­ze nach dem Wür­zen eine hal­be Stun­de zie­hen las­sen“, oder „Schö­nes Wet­ter drau­ßen, was?“, aber das wür­de ver­mut­lich nicht dazu füh­ren, dass die­se schreck­lich selbst­re­fe­ren­ti­el­len Blog­ger hin­ter­her schrei­ben, der „Spie­gel“ hät­te nichts ver­stan­den.

Gleich drei Autoren haben an dem „Stück“ („Spiegel“-Sprech) mit­ge­strickt, was der Kohä­renz etwas scha­det, dem Text aber ansons­ten nicht hilft. Wer sich für Blogs inter­es­siert, erfährt nichts Neu­es, und wer vor­her noch nie von Blogs gehört hat­te, wird nach­her („Ist ein biss­chen so, als wür­de man sich einer Sek­te nähern, die in inter­nen Gra­ben­kämp­fen ver­sun­ken ist.“) nichts mehr davon hören wol­len.

Der Arti­kel krankt schon an der Grund­an­nah­me, die Jour­na­lis­ten jedes Mal täti­gen, wenn sie einem soge­nann­ten Mas­sen­phä­no­men gegen­über­ste­hen, das sie nicht ver­ste­hen: sie ver­all­ge­mei­nern, sche­ren alle über einen Kamm und wol­len Zusam­men­hän­ge sehen, wo kei­ne sind. Nor­ma­ler­wei­se lau­tet das Wort, das sol­che Tex­te durch­zieht „Gene­ra­ti­on irgend­was“, dies­mal heißt es „Blogo­sphä­re“.

Dabei ist die Blogo­sphä­re weder eine Gemein­schaft von Gleich­ge­sinn­ten, noch ist sie völ­lig zer­strit­ten – sie ist eine völ­lig alber­ne Modell­vor­stel­lung, deren Sinn­lo­sig­keit einem klar wird, wenn man das Wort ein­fach mal durch „Gesell­schaft“ ersetzt. In Wahr­heit heißt Blogo­sphä­re näm­lich: die schie­re Sum­me aller Men­schen, die blog­gen.

Es gibt blog­gen­de Jour­na­lis­ten, blog­gen­de Haus­frau­en, blog­gen­de Schü­ler, blog­gen­de Bestat­ter und blog­gen­de Hartz-IV-Emp­fän­ger – man könn­te von einer blog­gen­den Gesell­schaft spre­chen. Und all die­se Men­schen haben so viel oder wenig gemein­sam, wie Jour­na­lis­ten, Haus­frau­en, Schü­ler, Bestat­ter und Hartz-IV-Emp­fän­ger im All­tag gemein­sam haben. Blogs sind ein Medi­um, ein Mit­tel zum Zweck. Man wird unter Blog­gern auf ähn­li­che vie­le net­te Men­schen, auf ähn­lich vie­le Arsch­lö­cher tref­fen, wie in der Welt da drau­ßen – viel­leicht gibt es unter Blog­gern über­durch­schnitt­lich vie­le Men­schen mit einem gewis­sen Mit­tei­lungs­be­dürf­nis, aber das ist dann auch schon alles.

Natür­lich gibt es Blog­ger, die akti­ver sind und sich bei­spiels­wei­se regel­mä­ßig tref­fen – aber auch das gibt es in Form von Stamm­ti­schen, Ver­ei­nen und Freun­des­krei­sen in der Wirk­lich­keit und hat viel­leicht mehr mit den ent­spre­chen­den Leu­ten zu tun als mit ihrer Pro­fes­si­on.

Ich kann das Bedürf­nis ver­ste­hen, all das Tol­le, Klu­ge, Beun­ru­hi­gen­de, Absto­ßen­de und Neue, das man in Blogs so fin­den kann, irgend­wie einer grö­ße­ren Leser­schaft zu vor­stel­len zu wol­len. In Blogs kann man meis­tens für eine klar umris­se­ne Ziel­grup­pe mit Vor­kennt­nis­sen schrei­ben, aber Jour­na­lis­mus braucht Pro­to­ty­pen und des­halb ist Keith Richards Rock’n’Roll, Kurt Cobain Grunge und Gerard Way Emo (wenn nicht gera­de Han­ni, Nan­ni und Kaf­fee­kan­ni Emo sind).

Also setzt man sich hin, schreibt alles auf, was einem dazu ein­fällt (BILD­blog, Don Alphon­so, Poli­ti­cal­ly Incor­rect, Huf­fing­ton Post) und guckt im Tele­fon­buch unter „B“ wie „Blog­ger“ nach. Nur wird man dem The­ma Blogs damit unge­fähr so gerecht wie ein Blog­ein­trag über Jour­na­lis­mus, der von „Bild“, „Spie­gel“ und irgend­ei­ner Schü­ler­zei­tung han­delt und bei dem Roger Wil­lem­sen, Gün­ther Jauch und Tho­mas Leif was über Jour­na­lis­mus sagen dür­fen. Es ist letzt­lich wie mit den Blin­den und dem Ele­fan­ten.

Jeder Blog­ger schreibt über die The­men, die ihn inter­es­sie­ren, und wenn sich nie­mand zur „glo­ba­len Finanz­kri­se“, dem „Min­dest­lohn“ oder der „Ver­ar­mung des Mit­tel­stands“ äußern will, dann tut das halt nie­mand. Natür­lich tut es trotz­dem jemand, denn auch in den Leser­brief­spal­ten und Call-In-Sen­dun­gen der Radio­sta­tio­nen äußern sich ja Leu­te zu die­sen The­men, von denen sie kei­ne Ahnung haben. Es braucht kei­ne Vor­schrif­ten und kei­ne Lis­ten, was in deut­schen Blogs falsch läuft.

Der Ver­gleich mit ame­ri­ka­ni­schen Blogs (also den rele­van­ten, nicht denen bei MySpace) ist natür­lich nahe­lie­gend, aber auch unfair: die Unter­schie­de zwi­schen Deutsch­land und den USA sind ein­fach zu groß. In den USA gibt es Main­stream-Medi­en mit extre­men Posi­tio­nen, die eine Gegen­öf­fent­lich­keit brau­chen. Wir könn­ten uns ja glück­lich schät­zen, wenn deut­sche Medi­en über­haupt irgend­wel­che Posi­tio­nen ver­trä­ten. Außer­dem gibt es hier­zu­lan­de ein­fach kei­ne Debat­ten­kul­tur, die man digi­tal fort­set­zen könn­te.

Für mich gilt außer­dem: Ich will gar kei­ne gesell­schaft­li­che Rele­vanz haben. Ich schrei­be, weil mir Schrei­ben Spaß macht, seit ich den­ken kann – sogar schon län­ger, als ich eigent­lich schrei­ben kann. Statt ortho­gra­phisch frag­wür­di­ger Geschich­ten über einen „Baua“, der „in Unmacht fellt“, und die mei­ne Eltern lesen (und loben) muss­ten, kann hier heu­te jeder, den es inter­es­siert, lesen, wel­che Musik mir gefällt und was mich alles am der­zei­ti­gen Zustand des deutsch­spra­chi­gen Jour­na­lis­mus stört. Ich habe auch immer schon lus­ti­ge klei­ne Video­fil­me gedreht – frü­her muss­ten die Freun­de mei­ner Eltern deren Vor­füh­rung durch­lei­den, heu­te kann das via You­Tube jeder, der will. Das Inter­net ist das ein­fachs­te Mit­tel, den Kram, den ich sonst für mich selbst machen wür­de, unver­bind­lich einem grö­ße­ren Publi­kum zur Ver­fü­gung zu stel­len. Das erfolgt für bei­de Sei­ten frei­wil­lig (wer’s nicht lesen mag, muss nicht, und wenn ich kei­nen Bock hab, schreib ich nichts) und kos­ten­los.

Und natür­lich wer­den jetzt jede Men­ge Blog­ger über den Arti­kel schrei­ben und sich aus die­sem oder jenem Grund dar­über auf­re­gen. Wer sich für Blogs inter­es­siert, erfährt dar­aus nichts Neu­es, und wer vor­her noch nie von Blogs gehört hat­te, wird es sowie­so nicht lesen. Durch die stän­di­ge Gegen­über­stel­lung der Begrif­fe „Blog­ger“ und „Jour­na­list“ ent­steht der Ein­druck, es gin­ge um zwei unver­ein­ba­re Lager und Blog­ger wür­den Jour­na­lis­ten grund­sätz­lich has­sen (was zumin­dest auf mich nicht zutrifft). Es gibt kei­nen Kampf, des­we­gen wird es auch kei­ne Gewin­ner und Ver­lie­rer geben. Außer natür­lich die „Spiegel“-Autoren, die am Ende Recht behal­ten mit ihrer Vor­her­sa­ge.

(Immer­hin steht vor dem Wort „Blog“ jedes Mal der Arti­kel „das“. Man wird ja beschei­den.)

Nach­trag, 21. Juli: Den Arti­kel gibt’s jetzt auch bei „Spie­gel Online“. Dabei hät­te ich es tau­send Mal lus­ti­ger gefun­den, einen Arti­kel über Blogs nur off­line zu ver­brei­ten.

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Stille Gefängnispost (Teil 2)

Die­ser Ein­trag ergibt nur nach der Lek­tü­re des ers­ten Teils Sinn. Wenn über­haupt.

Ich weiß nicht, ob man bei „Spie­gel Online“ heu­te über­haupt noch zum Arbei­ten gekom­men ist. War es mir ges­tern weder tele­fo­nisch noch per E‑Mail mög­lich gewe­sen, eine Stel­lung­nah­me zum „Fal­ten-Fritzl-Fall“ (Chef­re­dak­teur Rüdi­ger Ditz) zu bekom­men, gin­gen heu­te eini­ge E‑Mails von spiegel.de-Adressen bei mir ein. Gut, ein Teil davon waren Abwe­sen­heits­no­ti­zen, aber Rele­van­tes war auch dabei.

Chef­re­dak­teur Rüdi­ger Ditz selbst ant­wor­te­te am Nach­mit­tag und erklär­te, man gehe der Sache gera­de nach. Um 18:12 Uhr kam dann eine E‑Mail der Pan­ora­ma-Che­fin Patri­cia Drey­er.

Sie schrieb (wie auch im Ursprungs­ar­ti­kel steht), dass man nach Sich­tung der „Mirror“-Nachricht Kon­takt mit dem (angeb­li­chen) Zitat­ge­ber Oberst­leut­nant Huber-Günst­ho­fer auf­ge­nom­men habe. Der habe die Fra­ge, ob er mit dem „Mir­ror“ gespro­chen habe, ver­neint (was ja als gesi­cher­te Erkennt­nis gel­ten darf).

Gegen­über „Spie­gel Online“ habe Herr Huber-Günst­ho­fer gesagt, er kön­ne die „Geschich­te mit der Creme“ nicht bestä­ti­gen. Auf mei­ne Fra­ge, ob Herr Fritzl denn um Haut­creme gebe­ten habe, hat­te der Oberst­leut­nant ja geant­wor­tet, er habe die Creme gegen­über der „Kro­nen­zei­tung“ als Bei­spiel erwähnt. Was er genau zum Repor­ter der „Kro­nen­zei­tung“ gesagt hat, ist also wei­ter ein wenig unklar.

Und dann beging „Spie­gel Online“ einen klei­nen, aber ent­schei­den­den Feh­ler, der mir genau­so hät­te pas­sie­ren kön­nen:

Aus die­ser Aus­kunft Herrn Huber-Günst­ho­fers uns gegen­über zogen wir den Schluss, dass er sich nicht wie im „Mir­ror“ zitiert geäu­ßert hat­te.

Ob er mit ande­ren Medi­en über das The­ma Fritzl und Fal­ten­creme gespro­chen habe, haben wir Herrn Huber-Günst­ho­fer nicht gefragt.

Die Glei­chung „Mir­ror-Zitat falsch = Mir­ror-Zitat erfun­den“ lag ein­fach auf der Hand. Wer hät­te auch auf die Idee kom­men kön­nen, dass das „Mirror“-Zitat eine etwas holp­ri­ge Über­set­zung eines über­geig­ten „Kronenzeitung“-Zitats war?

Nun gut, „Spie­gel Online“ hät­te auf die Idee kom­men kön­nen:

Wir haben dar­auf­hin den „Mir­ror“ kon­tak­tiert, wo wir die Aus­kunft erhiel­ten, man habe die Infor­ma­ti­on einer Agen­tur­mel­dung ent­nom­men.

Und?

Wir haben kei­nen Ver­such unter­nom­men, die­se „Agen­tur­mel­dung“ selbst in Augen­schein zu neh­men, da uns nach den Äuße­run­gen des Herrn Huber-Günst­ho­fer belegt schien, dass die Mel­dung des „Mir­ror“, Fritzl ver­lan­ge nach einer Anti-Fal­ten­creme, so nicht stimm­te.

Mist!

In ihrer E‑Mail schrieb Frau Drey­er, es sei „ohne Zwei­fel ein Ver­säum­nis“, dass man den Arti­kel der „Kro­nen­zei­tung“ nicht gekannt habe. Das hät­te ande­rer­seits schon fast kri­mi­na­lis­ti­schen Ein­satz erfor­dert, denn selbst in der Agen­tur­mel­dung von Cen­tral Euro­pean News (CEN), wo man die Mel­dung aus der „Kro­nen­zei­tung“ für den eng­lisch­spra­chi­gen Markt über­setzt hat­te, fehl­te jeder Hin­weis auf die „Kro­ne“. Und in den Medi­en, die die Infor­ma­tio­nen von CEN wei­ter­ver­brei­te­ten und flei­ßig Details dazu erfan­den, fehl­te jeder Hin­weis auf CEN.

Nach Anga­ben von Frau Drey­er war­tet man bei „Spie­gel Online“ im Moment auf eine Ant­wort, von wel­chem „Gefäng­nis­ver­ant­wort­li­chen“ sich CEN die Zita­te hat­te bestä­ti­gen las­sen.

Für uns war Herr Huber-Günst­ho­fer heu­te bis Stand Absen­dung die­ser Mail nicht zu errei­chen.

Unter­des­sen hat „Spie­gel Online“ den Vor­spann des Tex­tes gekürzt und den Arti­kel mit fol­gen­der Anmer­kung ver­se­hen:

Anmer­kung der Redak­ti­on: SPIEGEL ONLINE hat eine zunächst in die­sem Arti­kel publi­zier­te For­mu­lie­rung, „Neu­ig­kei­ten“ über Fritzl wür­den „erfun­den“, ent­fernt.

Quel­le der vom „Mir­ror“ publi­zier­ten Agen­tur­mel­dung war offen­bar ein Bericht in der öster­rei­chi­schen „Kro­nen­zei­tung“, der gegen­über Erich Huber-Günst­ho­fer angeb­lich bestä­tig­te, Fritzl habe nach einer Haut­creme ver­langt – was er SPIEGEL ONLINE gegen­über aller­dings demen­tier­te.

Bleibt die Fra­ge, wel­che Rele­vanz eigent­lich die Beschaf­fen­heit der Haut des „Inzest-Mons­ters aus Amstet­ten“ („Bild“) hat. Und war­um Mel­dun­gen über ihn (es) offen­bar immer den Umweg über das Aus­land neh­men müs­sen.

[Fort­set­zung folgt bestimmt …]

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Digital

Super-Vertretungs-Symbolfotos (1)

Nor­ma­ler­wei­se ist Herr Nig­ge­mei­er ja für Sym­bol­fo­tos zustän­dig. Der ist aber gera­de in Urlaub. Weil die Sym­bol­fo­to-Bestü­cker der gro­ßen Online­me­di­en aber kei­ner­lei Rück­sicht auf sowas neh­men (und auch auf sonst nichts), hau­en sie wei­ter flei­ßig Sym­bol­fo­tos raus.

So wie die­ses:

Qualitätszeitungen haben gute Aussichten im Internet

Bit­te ach­ten Sie genau auf die Bild­un­ter­schrift und auf die Aus­sa­ge des bebil­der­ten Arti­kels!

[ein­ge­sandt von Sascha Lobo]

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Musik

Listenpanik 05/​08 (Ein Fragment)

Bald ist Juli. Dann muss auf die Alben des Monats Juni zurück­ge­blickt wer­den. Das heißt, es „muss“ natür­lich gar nichts, das ist ja nur den Stress, den man sich sel­ber macht. Noch ist aber auch die Lis­te für den Monat Mai noch unfer­tig, was mich um so fer­ti­ger macht.

Und weil mir gera­de nicht viel mehr ein­fällt und beim Musik­jour­na­lis­mus eh unwich­tig ist, was man schreibt (wich­tig ist nur die kor­rek­te Schreib­wei­se von Künst­ler- und Album­na­men und eine unge­fäh­re Wer­tung, die schon allein durch die Erwäh­nung auf die­ser Lis­te vor­ge­nom­men wird), ver­öf­fent­li­che ich hier und jetzt ein­fach das, was ich bis­her habe. Ohne Rück­sicht auf Ver­lus­te und dies­mal ohne Plat­zie­run­gen:

Alben
Death Cab For Cutie – Nar­row Stairs
So ein biss­chen sind sie ja die Cold­play Ame­ri­kas: Death Cab For Cutie sind von der eins­ti­gen Indie-Band zu den Lieb­lin­gen von alt und jung gewor­den und seit „O.C., Cali­for­nia“ weiß auch jeder, dass wah­re Fans sie nur „Death Cab“ nen­nen.
Geschenkt: „Nar­row Stairs“ ist ein wenig lau­ter und sper­ri­ger gera­ten als der Vor­gän­ger „Plans“ (allein die Idee, eine acht­ein­halb­mi­nü­ti­ge Sin­gle zu ver­öf­fent­li­chen!) und ist natür­lich schon wie­der groß­ar­tig. Sechs gute Alben muss man auch erst mal schaf­fen – „O.C., Cali­for­nia“ hat­te vier Staf­feln, davon eine gute.

The Notwist – The Devil, You + Me
„Gut Ding will Weil­heim haben“ – irgend­ein deut­scher Musik­jour­na­list wird das sicher geschrie­ben haben über die Band aus der ober­bay­ri­schen Pro­vinz, deren letz­tes Album auch schon wie­der sechs Jah­re zurück­liegt – als Band, wohl­ge­merkt, denn mit diver­sen Neben­pro­jek­ten haben die Acher-Brü­der Mar­kus und Micha, Mar­tin „Con­so­le“ Gret­sch­mann und ihr stän­dig uner­wähnt blei­ben­der Drum­mer Andi Haberl in der Zwi­schen­zeit bestimmt einen hal­ben Plat­ten­schrank gefüllt.
Jetzt also wie­der The Notwist: „The Devil, You + Me“ klingt orga­ni­scher und weni­ger elek­tro­nisch als ihr Meis­ter­werk „Neon Gol­den“, ist aber min­des­tens genau­so gut. (Wie­so eigent­lich „aber“?) Wäre „gro­ßes Kino“ kei­ne bru­talst abge­dro­sche­ne Phra­se, es trä­fe auf die­ses Album zu, so schnell ent­ste­hen klei­ne Fil­me im Kopf.

The Ting Tings – We Star­ted Not­hing
Über­hit „Gre­at DJ“
… wie eine Mischung aus Cans­ei De Ser Sexy und The Clash

MGMT – Ora­cu­lar Spec­ta­cu­lar
Guil­l­emots – Red
Clue­so – So Sehr Dabei

Songs
The Notwist – Good Lies
Wie vie­le ver­schie­de­ne Mög­lich­kei­ten gibt es, den sel­ben Satz zu sin­gen? Sie kön­nen es ger­ne nach­zäh­len bei Mar­kus Acher, Sie kön­nen es aber auch blei­ben las­sen und sich ganz auf die­ses wun­der­vol­le Lied kon­zen­trie­ren.

Death Cab For Cutie – The Ice Is Get­ting Thin­ner
Gut: So lang­sam sind dann mal alle Meta­phern durch für die Bezie­hung, aus der lang­sam, aber sicher die Luft ent­weicht. Und trotz­dem: So schön wie Ben Gib­bard hat das schon lan­ge nie­mand mehr besun­gen. Eine ech­tes Gän­se­haut-Lied, des­sen Kopf­stim­men-Gesang man aller­dings nur nach­ah­men soll­te, wenn man allei­ne ist.

The Ting Tings – That’s Not My Name
Clue­so – Kei­nen Zen­ti­me­ter

schon seit Mona­ten drau­ßen, aber immer noch gut

[Lis­ten­pa­nik – Die Serie]

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Digital

Voilà Inspiration

Manch­mal fällt es einem schwer, auf dem Boden zu blei­ben, wenn beson­de­re Din­ge pas­sie­ren. Ich wer­de es trotz­dem ver­su­chen, obwohl ich jetzt weiß, dass ich einen jun­gen Men­schen dazu inspi­riert habe, sei­ne Zeit zu ver­schwen­den sich an einem The­ma abzu­ar­bei­ten, an dem man sich gar nicht genug abar­bei­ten kann.

Mei­ne Damen und Her­ren: Klaas-Wil­helm nimmt in sei­nem Blog Vier zu Drei eine Bil­der­ga­le­rie von „RP Online“ aus­ein­an­der, die ich noch gar nicht ent­deckt hat­te, aber selbst für „RP Online“ eine neue … äh: Qua­li­tät dar­stellt. Und er beruft sich dabei aus­drück­lich auf Cof­fee And TV.

Ich bin gerührt. Ehr­lich.

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Digital Gesellschaft

Klickbefehl (11)

Ich war vor­hin bei einer Dis­kus­si­ons­run­de über Daten­schutz und „Daten­ex­hi­bi­tio­nis­mus“ (der hoch­ver­ehr­te frü­he­re Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Ger­hart Baum). Sie bot wenig neu­es und die auch von mir immer wie­der ver­tre­te­nen The­sen, dass es doch irgend­wann egal sei, wenn erst mal alle alles online gesetzt hät­ten, woll­te so recht auch nie­mand gel­ten las­sen.

Schön, dass aus­ge­rech­net heu­te ein Arti­kel in der Net­zei­tung erscheint, in dem sich Mal­te Wel­ding mit dem The­ma befasst und so klu­ge Sät­ze schreibt wie

Die Alter­na­ti­ve dazu, vom Per­so­nal­chef gegoo­gelt zu wer­den, ist: Nicht im Netz zu erschei­nen. Wäre ich jedoch Per­so­nal­chef und wür­de einen Bewer­ber bei Goog­le nicht fin­den, wür­de ich mich fra­gen, ob der Betref­fen­de die letz­ten Jah­re tot war, Analpha­bet ist oder sich nur anonym im Netz rum­treibt auf Fetisch­sei­ten, deren The­ma dicke Frau­en, die viel zu schwe­re Ruck­sä­cke tra­gen, sind. Wie man es also macht, macht man es falsch.

oder

Ich kann es nicht nach­voll­zie­hen, war­um man auf Par­tys Fotos macht und sie im Dut­zend ins Inter­net stellt. Genau­so­we­nig, wie unse­re Groß­el­tern ver­ste­hen konn­ten, dass unse­re Eltern die Kör­per­pfle­ge ein­stell­ten und Fri­seur­be­su­che ver­wei­ger­ten oder unse­re Urgroß­el­tern, dass unse­re Groß­el­tern Jazz hör­ten.

Sie kön­nen den Arti­kel hier lesen und soll­ten es auch tun!