Mehr Selbstreferentialität kann ich nicht

Von Lukas Heinser, 4. August 2008 15:12

Für ihre Juni-Ausgabe ihres Magazins hatten mir (und drei anderen Medienschaffenden) die Redakteure des Medienmagazins „Insight“ die Frage „Wie stopfen Sie das Sommerloch? gestellt“

Damals hielt ich folgende Antwort für witzig:

Da ich viel über Medien schreibe, gibt es bei mir kein Sommerloch. Die zahlreichen "lustigen" Reportagen und Schalten, mit denen Zuschauer und Leser so qequält werden, bieten genug Stoff bis September. Und falls ich doch ein Sommerloch verspüre, erzähle ich einfach dem nächsten Reporter, ich hätte einen Pottwal im Baggerloch gesehen, und warte ab.

Ich würde die Frage heute anders beantworten.

Unter Bezugnahme auf meinen Eintrag von letzter Woche und nach loser Rücksprache mit mir veröffentlichte die Pressestelle der Stadt Dinslaken am vergangenen Donnerstag folgende Pressemitteilung:

Dinslaken in den Medien
Selbstironie ist gefragt – auch Gelassenheit

Dinslaken/München/Frankfurt. Pünktlich zur Reisezeit erschien kürzlich in der renommierten Süddeutschen Zeitung (SZ) unter „Hippenstocks Strategien“ ein Cartoon: Vor der Rezeption eines offenbar überbuchten Hotels ein Ehepaar mit Koffern. Der Portier dahinter zu den Touristen: „In der ersten Woche teilen Sie Ihr Zimmer mit einem Ehepaar aus Dinslaken – ich denke, deshalb der Rabatt.“

In der aktuellen Ausgabe des Satiremagazins „Titanic“ geht es in einem anderen Cartoon auch um diese Stadt. Der hier geborene Lukas Heinser, derzeit in Bochum wohnend, befürchtet, durch die bundesweit kurz hintereinander verbreiteten Karikaturen sei Dinslaken in der Medienlandschaft offenbar „endgültig irgend so ein hinterwäldlerisches Kaff“ geworden.

Der junge Mann, der in seinem Block (www.coffeeandtv.de) gelegentlich aus und über seine Heimatstadt schreibt, teilte der Stadtpressestelle überdies mit, Wetterexperte Jörg Kachelmann und TV-Plauderer Roger Willemsen hätten sich lästernd über die Stadt im Grünen ausgelassen. Unter anderem soll Willemsen die Star-Sopranistin Sandra Schwarzhaupt gefragt haben, warum sie in New York und nicht zum Beispiel in Dinslaken studiert habe.

Was Jörg Kachelmann, der Intendant der Dinslakener Burghofbühne und ich dazu zu sagen haben, können Sie drüben bei Stefan in den Kommentaren lesen.

Ich warte derweil auf einen Anruf aufgeregter Lokalredakteure, die ein großes Porträt über mich bringen wollen. Ist ja Sommerloch.

PS: Ich bin gar nicht in Dinslaken geboren.

Nachtrag, 9. August: Mehr Selbstreferentialität kann ich wohl

12 Kommentare

  1. Jens
    4. August 2008, 15:36

    Man muss das Leben in Dinslaken beschaulich sein wenn die sonst nichts zu tun haben. ;)

  2. gaga
    4. August 2008, 16:26

    so süß..
    trotzdem glückwunsch für die publicity

  3. Johanna
    4. August 2008, 16:47

    Ich bin jetzt verwirrt, wer was, wann, wie gesagt bzw. zitiert hat. Aber ich bin ja auch oft verwirrt.
    Ich für meinen Teil hatte, bis ich hier gelandet bin eine spezielle Meinung über Dinslaken. Muss sogar sagen, dass ich mir unsicher bin, ob ich je irgendwie, irgendwas davon gehört hatte.
    Habe lange Zeit im schönen Quickborn gewohnt, wo es auch extremst beschaulich ist und so ähnlich stelle ich mir auch Dinslaken vor. Und Ja, da wo Mike Krüger wohnt.

    P.s.: Wo bist du denn geboren?

  4. Johanna
    4. August 2008, 16:48

    oh, es sollte K(!)eine spezielle meinung heißen!

  5. Lukas
    4. August 2008, 20:05

    Wo bist du denn geboren?

    In Duisburg.

  6. Johanna
    4. August 2008, 21:40

    Hm, tja nun… Offenbach a. M. ist definitiv schlimmer.

  7. Michael
    4. August 2008, 22:06

    Klar geht noch mehr Selbstreferenzialität – indem du die PM selbst verfasst! Gib’s zu, Lukas, du hast das K in „Block“ nur eingestreut, um die Spuren zu verwischen…

  8. Philipp
    5. August 2008, 12:58

    @Johanna
    Offenbach ist schlimmer als Dinslaken? Was redest du? Wir reden doch hoffentlich nicht vom gleichen Offenbach (am Main!). Du wolltest anscheinend irgendwie ein „Ja hier ist es noch schlimmer“ bringen. Aber du hast definitv daneben gegriffen.

  9. Johanna
    5. August 2008, 14:14

    @Philipp Ich meinte Offenbach ist schlimmer als Duisburg.

  10. SvenR
    5. August 2008, 20:31

    Joahanna, was fällt Ihnen ein. Wenn hier einer Offenbach am Main schlecht machen darf, dann bin ich das. Bin schließlich selbst da geboren worden und habe das gleiche meinen bislang zwei Kindern angetan.

    Wobei, ich hab‘ mich zwischenzeitlich zweimal operieren lassen, man sieht’s fast gar nicht mehr. Kann aber auch mit der leichten Adipositas zusammenhängen…

    Was mir wirklich Angst macht (keinen Sinn, Alberto), ist dass am Samstag der Studiopublikumsfragesteller bei Genial Daneben auch aus Dinslaken stammte und die „fünfhundert Öcken eingesackt“ hat.

  11. Pottblog
    9. August 2008, 21:02

    Dinslaken ist in aller Munde – auch im Westen…

    Während Lukas von Coffee & TV noch vom Haldern-Festival im Haldern-Blog berichtet, hat er es bereits in die NRZ Dinslaken bzw. in den Artikel Internet-Dorfgeflüster um Dinslaken geschafft.
    Grund sind u.a. seine Beiträge Mit ……

  12. Coffee And TV: » Alea iacta est
    20. August 2008, 1:33

    […] wollte nicht mehr so viel über Dinslaken bloggen. Wirklich, ich wollte mich lösen. Roger Willemsen hatte ja eh alles […]