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Affig

Hmmm …

Na ja …

Ich weiß nicht …

Also …

Ich kann mich irren, aber ich habe das Gefühl, da ist was schief gelau­fen bei der Beschrif­tung der Bil­der­ga­le­rie zur Love­pa­ra­de bei „RP Online“:

Eine Krankenschwester verarztet zwei Gorillas.

Zumal das gleich Bild zwei Klicks spä­ter etwas ganz ande­res zei­gen soll:

Übermütig lehnen sich zwei Tänzerinnen aus einem Wagen.

Wobei: noch span­nen­der ist ja eigent­lich die Fra­ge, war­um die Love­pa­ra­de in Dort­mund für die Düs­sel­dor­fer von „RP Online“ offen­bar im Aus­land liegt …

...aktuelles/panorama/ausland/...

Nach­trag, 21:45 Uhr: „RP Online“ hat an der Gale­rie geschraubt. Das dop­pel­te Bild ist nur noch ein­mal da, aber die zwei Goril­las wer­den wir wohl nie zu Gesicht bekom­men. Scha­de eigent­lich.

Nach­trag, 21. Juli: Hur­ra! Tom hat Kran­ken­schwes­ter und Goril­las ent­deckt.

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Stille Gefängnispost (Teil 2)

Die­ser Ein­trag ergibt nur nach der Lek­tü­re des ers­ten Teils Sinn. Wenn über­haupt.

Ich weiß nicht, ob man bei „Spie­gel Online“ heu­te über­haupt noch zum Arbei­ten gekom­men ist. War es mir ges­tern weder tele­fo­nisch noch per E‑Mail mög­lich gewe­sen, eine Stel­lung­nah­me zum „Fal­ten-Fritzl-Fall“ (Chef­re­dak­teur Rüdi­ger Ditz) zu bekom­men, gin­gen heu­te eini­ge E‑Mails von spiegel.de-Adressen bei mir ein. Gut, ein Teil davon waren Abwe­sen­heits­no­ti­zen, aber Rele­van­tes war auch dabei.

Chef­re­dak­teur Rüdi­ger Ditz selbst ant­wor­te­te am Nach­mit­tag und erklär­te, man gehe der Sache gera­de nach. Um 18:12 Uhr kam dann eine E‑Mail der Pan­ora­ma-Che­fin Patri­cia Drey­er.

Sie schrieb (wie auch im Ursprungs­ar­ti­kel steht), dass man nach Sich­tung der „Mirror“-Nachricht Kon­takt mit dem (angeb­li­chen) Zitat­ge­ber Oberst­leut­nant Huber-Günst­ho­fer auf­ge­nom­men habe. Der habe die Fra­ge, ob er mit dem „Mir­ror“ gespro­chen habe, ver­neint (was ja als gesi­cher­te Erkennt­nis gel­ten darf).

Gegen­über „Spie­gel Online“ habe Herr Huber-Günst­ho­fer gesagt, er kön­ne die „Geschich­te mit der Creme“ nicht bestä­ti­gen. Auf mei­ne Fra­ge, ob Herr Fritzl denn um Haut­creme gebe­ten habe, hat­te der Oberst­leut­nant ja geant­wor­tet, er habe die Creme gegen­über der „Kro­nen­zei­tung“ als Bei­spiel erwähnt. Was er genau zum Repor­ter der „Kro­nen­zei­tung“ gesagt hat, ist also wei­ter ein wenig unklar.

Und dann beging „Spie­gel Online“ einen klei­nen, aber ent­schei­den­den Feh­ler, der mir genau­so hät­te pas­sie­ren kön­nen:

Aus die­ser Aus­kunft Herrn Huber-Günst­ho­fers uns gegen­über zogen wir den Schluss, dass er sich nicht wie im „Mir­ror“ zitiert geäu­ßert hat­te.

Ob er mit ande­ren Medi­en über das The­ma Fritzl und Fal­ten­creme gespro­chen habe, haben wir Herrn Huber-Günst­ho­fer nicht gefragt.

Die Glei­chung „Mir­ror-Zitat falsch = Mir­ror-Zitat erfun­den“ lag ein­fach auf der Hand. Wer hät­te auch auf die Idee kom­men kön­nen, dass das „Mirror“-Zitat eine etwas holp­ri­ge Über­set­zung eines über­geig­ten „Kronenzeitung“-Zitats war?

Nun gut, „Spie­gel Online“ hät­te auf die Idee kom­men kön­nen:

Wir haben dar­auf­hin den „Mir­ror“ kon­tak­tiert, wo wir die Aus­kunft erhiel­ten, man habe die Infor­ma­ti­on einer Agen­tur­mel­dung ent­nom­men.

Und?

Wir haben kei­nen Ver­such unter­nom­men, die­se „Agen­tur­mel­dung“ selbst in Augen­schein zu neh­men, da uns nach den Äuße­run­gen des Herrn Huber-Günst­ho­fer belegt schien, dass die Mel­dung des „Mir­ror“, Fritzl ver­lan­ge nach einer Anti-Fal­ten­creme, so nicht stimm­te.

Mist!

In ihrer E‑Mail schrieb Frau Drey­er, es sei „ohne Zwei­fel ein Ver­säum­nis“, dass man den Arti­kel der „Kro­nen­zei­tung“ nicht gekannt habe. Das hät­te ande­rer­seits schon fast kri­mi­na­lis­ti­schen Ein­satz erfor­dert, denn selbst in der Agen­tur­mel­dung von Cen­tral Euro­pean News (CEN), wo man die Mel­dung aus der „Kro­nen­zei­tung“ für den eng­lisch­spra­chi­gen Markt über­setzt hat­te, fehl­te jeder Hin­weis auf die „Kro­ne“. Und in den Medi­en, die die Infor­ma­tio­nen von CEN wei­ter­ver­brei­te­ten und flei­ßig Details dazu erfan­den, fehl­te jeder Hin­weis auf CEN.

Nach Anga­ben von Frau Drey­er war­tet man bei „Spie­gel Online“ im Moment auf eine Ant­wort, von wel­chem „Gefäng­nis­ver­ant­wort­li­chen“ sich CEN die Zita­te hat­te bestä­ti­gen las­sen.

Für uns war Herr Huber-Günst­ho­fer heu­te bis Stand Absen­dung die­ser Mail nicht zu errei­chen.

Unter­des­sen hat „Spie­gel Online“ den Vor­spann des Tex­tes gekürzt und den Arti­kel mit fol­gen­der Anmer­kung ver­se­hen:

Anmer­kung der Redak­ti­on: SPIEGEL ONLINE hat eine zunächst in die­sem Arti­kel publi­zier­te For­mu­lie­rung, „Neu­ig­kei­ten“ über Fritzl wür­den „erfun­den“, ent­fernt.

Quel­le der vom „Mir­ror“ publi­zier­ten Agen­tur­mel­dung war offen­bar ein Bericht in der öster­rei­chi­schen „Kro­nen­zei­tung“, der gegen­über Erich Huber-Günst­ho­fer angeb­lich bestä­tig­te, Fritzl habe nach einer Haut­creme ver­langt – was er SPIEGEL ONLINE gegen­über aller­dings demen­tier­te.

Bleibt die Fra­ge, wel­che Rele­vanz eigent­lich die Beschaf­fen­heit der Haut des „Inzest-Mons­ters aus Amstet­ten“ („Bild“) hat. Und war­um Mel­dun­gen über ihn (es) offen­bar immer den Umweg über das Aus­land neh­men müs­sen.

[Fort­set­zung folgt bestimmt …]

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Stille Gefängnispost

Die fol­gen­de Geschich­te wird ein biss­chen kom­pli­ziert. Legen Sie also bes­ser schon mal Papier und Blei­stift bereit, wie Sie es beim Betrach­ten der „Lin­den­stra­ße“ oder beim Lesen von John-Gris­ham-Büchern tun, um den Über­blick zu behal­ten.

Josef Fritzl, das darf als gesi­cher­te Infor­ma­ti­on gel­ten, sitzt zur Zeit in der Jus­tiz­an­stalt St. Pöl­ten in Unter­su­chungs­haft. Der als „Inzest-Mons­ter aus Amstet­ten“ bekannt gewor­de­ne Mann war­tet dort auf sei­nen Pro­zess, der Ende des Jah­res begin­nen soll.

Der „Dai­ly Mir­ror“, eine die­ser gru­se­li­gen bri­ti­schen Bou­le­vard­zei­tun­gen, berich­te­te am Diens­tag, Fritzl habe den Gefäng­nis­arzt um Anti-Fal­ten-Creme gebe­ten. Noch am sel­ben Tag nahm Bild.de die Geschich­te dank­bar auf und erfand noch hin­zu, Fritzl habe „wohl kein Spiel“ der Fuß­ball-EM ver­passt.

Inzest-Drama von Amstetten: Josef Fritzl verlangt im Knast nach Anti-Falten-Creme

Fast zeit­gleich berich­te­te „Spie­gel Online“ über den „Mirror“-Artikel und war­te­te mit einem über­ra­schen­den Twist auf:

Der Gefäng­nis­spre­cher weiß nichts davon. Auf Nach­fra­ge von SPIEGEL ONLINE sag­te Huber-Günst­ho­fer, er habe nie mit dem „Dai­ly Mir­ror“ gespro­chen.

Er kön­ne sich nicht erklä­ren, wie die bri­ti­sche Zei­tung dazu kom­me, ihn zu zitie­ren.

An die­sem Punkt wäre es eine schö­ne Geschich­te fürs BILD­blog gewe­sen: „Bild.de schreibt eine Falsch­mel­dung des ‚Dai­ly Mir­ror‘ ab“.

So ein­fach aber war es nicht: der „Mir­ror“ war längst nicht das ein­zi­ge bri­ti­sche Medi­um, das über die Anti-Fal­ten-Creme berich­tet hat­te. Neben diver­sen Bou­le­vard­me­di­en fand sich die Mel­dung auch beim renom­mier­ten „Dai­ly Tele­graph“ – und die wer­den ja kaum unge­prüft aus dem „Mir­ror“ abschrei­ben.

Über­haupt stand ja schon bei „Spie­gel Online“:

Mit die­ser Aus­sa­ge kon­fron­tiert, teilt der „Dai­ly Mir­ror“ mit, man habe die Infor­ma­tio­nen „einer Agen­tur­mel­dung“ ent­nom­men.

Eine Nach­fra­ge beim „Tele­graph“ ergab: Die Agen­tur, die die­se Mel­dung ver­brei­tet hat­te, heißt „Cen­tral Euro­pean News“ (CEN) und sitzt in Wien. Kein deut­scher Jour­na­list hat je von ihr gehört. Dort war man sehr freund­lich und koope­ra­tiv und teil­te mir mit, die Nach­richt aus der öster­rei­chi­schen „Kro­nen­zei­tung“ zu haben.

Und dort stand am 12. Juli 2008:

Kurze Spaziergänge im Hof - Einziger Wunsch: Hautcreme - Häftling Fritzl verpasst keinen Bericht über seine Horrortaten!

„Der ein­zi­ge Extra­wunsch von Josef Fritzl war bis­her eine Haut­creme“, so Oberst­leut­nant Erich Huber-Günst­ho­fer von der Jus­tiz­an­stalt St. Pöl­ten.

Bevor CEN die Mel­dung an den „Dai­ly Mir­ror“ schick­te, habe man extra noch mal bei den Gefäng­nis­ver­ant­wort­li­chen nach­ge­fragt und sich die Zita­te bestä­ti­gen las­sen, so die Agen­tur. Ent­spre­chend über­rascht sei man des­halb auch über den Arti­kel bei „Spie­gel Online“ gewe­sen: zwar stimmt es ja wohl, dass der Gefäng­nis­spre­cher nicht mit dem „Dai­ly Mir­ror“ gespro­chen hat – aber das muss­te er ja auch nicht, weil es sich ja eigent­lich um eine Mel­dung der „Kro­nen­zei­tung“ gehan­delt hat­te. Und mit deren Repor­ter hat Oberst­leut­nant Huber-Günst­ho­fer dann schon gespro­chen, wie er mir auf Anfra­ge bestä­tig­te. Die viel­zi­tier­te Haut­creme habe er aller­dings schon im Gespräch mit der „Kro­nen­zei­tung“ eher bei­spiel­haft genannt, um auf die All­täg­lich­keit von Fritzls Wün­schen hin­zu­wei­sen.

Die Behaup­tun­gen („Kro­nen­zei­tung“, „Dai­ly Mir­ror“, „Bild“), dass Fritzl vor allem oder aus­schließ­lich Berich­te über sich selbst lese oder schaue, bezeich­ne­te Erich Huber-Günst­ho­fer im Übri­gen als über­trie­ben: Die Fern­se­her in den Zel­len ver­füg­ten über 22 Pro­gram­me und da es kei­ne 24-Stun­den-Über­wa­chung gebe, wüss­te auch die Gefäng­nis­ver­wal­tung nicht, was sich ein Gefan­ge­ner da genau anse­he. Glei­ches gel­te für Zei­tun­gen: „Ob er die Wit­ze­sei­te oder den Sport­teil liest, kann ich Ihnen nicht sagen.“

Es blei­ben frei­lich immer noch ein paar Fra­gen offen:

  • Wie­so muss eine Mel­dung der öster­rei­chi­schen „Kro­nen­zei­tung“ erst einen Umweg über Eng­land neh­men, ehe sie von „Bild“ auf­ge­grif­fen wird?
  • War­um hat „Spie­gel Online“ nicht nach der Agen­tur­mel­dung gesucht, auf die sich der „Dai­ly Mir­ror“ beru­fen hat?
  • Wie wur­de eigent­lich aus der „Haut­creme“ (Huber-Günst­ho­fer, „Kro­nen­zei­tung“) die „Anti-Fal­ten-Creme“ („Bild“)?

Ach, letz­te­res lässt sich ganz leicht durch einen klei­nen Über­set­zungs­feh­ler bei CEN erklä­ren, den der „Dai­ly Mir­ror“ ahnungs­los auf­ge­grif­fen und Bild.de eben­so ahnungs­los zurück­über­setzt hat:

Incest mons­ter Josef Fritzl is a fre­quent visi­tor to the pri­son doc­tor to com­plain about aches and pains and has asked for a sup­p­ly of anti aging face cream.

Meh­re­re Ver­su­che, mit den Ver­ant­wort­li­chen bei „Spie­gel Online“ Kon­takt auf­zu­neh­men, ver­lie­fen erfolg­los. Unter­des­sen hat Bild.de den Arti­kel off­line genom­men und CEN hat ange­kün­digt, sich wegen fal­scher Unter­stel­lun­gen bei einer ent­spre­chen­den Stel­le (falls es so etwas wie eine „Ger­man Press Asso­cia­ti­on“ gibt) über „Spie­gel Online“ beschwe­ren zu wol­len.

Mit Dank an die vie­len BILD­blog-Hin­weis­ge­ber!

Nach­trag, 18. Juli: Zur Stel­lung­nah­me von „Spie­gel Online“ bit­te hier ent­lang!

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Rundfunk Leben

Kirmescontent

Irgend­wie kamen mir die Moti­ve, mit denen die 573. Cran­ger Kir­mes bewor­ben wird, so selt­sam ver­traut vor:

Werbemotiv der Cranger Kirmes

Werbemotiv der Cranger Kirmes

Ich wuss­te dann auch recht schnell wie­der, woher:

iPod-Werbeplakat

Woher mir die Cran­ger Kir­mes bekannt vor­kam, wuss­te ich frei­lich sofort:

[audio:http://www.coffeeandtv.de/wp-content/uploads/2008/07/kirmeskoenig.mp3]

Aus der „Früh­schicht“ auf CT das radio am 10. August 2005. Es lachen die Kol­le­gin Cor­du­la Pütz und ich.

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Digital

Missglückte Produktnamen (Teil 712)

Forher - Lifestyle für Sie.

Von den Erfin­dern von „Fiel­leicht“, „Fer­gnü­gen“ und „Vrü­her“.

[via Horizont.net]

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Leben Gesellschaft

Paradigm City (Eine Odyssee)

Nicht gänz­lich über­ra­schend ende­te vor zwei Wochen auch die letz­te aller Über­gangs­fris­ten im lang­sams­ten aller Bun­des­län­der – und so trat auch im von kolum­bia­ni­schen Tabak­ka­r­tel­len kon­trol­lier­ten Nord­rhein-West­fa­len das in Kraft, was man leicht­fer­tig „Rauch­ver­bot“ nennt. In Bochum, immer­hin der Knei­pen­haupt­stadt des Ruhr­ge­biets, hört man von ein­zel­nen Gast­stät­ten, die sich auch dran hal­ten.

Am ver­gan­ge­nen Wochen­en­de weil­te ich zu Ver­wand­ten­be­su­chen in Dins­la­ken. Die Stadt krank­te schon zu mei­ner Zeit dar­an, dass man dort eigent­lich nichts ande­res tun kann als sich zu betrin­ken, es aber kei­ne geeig­ne­ten Loka­li­tä­ten für der­ar­ti­ge Plä­ne gibt. Am Sams­tag­abend hat­te ich aber eini­ge lie­be Men­schen um mich gesam­melt und gemein­sam fühl­ten wir uns unbe­sieg­bar für unser Vor­ha­ben: Jetzt, wo nir­gends mehr geraucht wer­den darf, woll­ten wir end­lich mal eine Knei­pen­tour durch all die Schup­pen machen, in die wir uns bis­her nicht hin­ein­ge­traut hat­ten.

Um den halb­her­zi­gen Ver­such eines Span­nungs­auf­baus direkt an die­ser Stel­le abzu­wür­gen: wir sind geschei­tert. Kläg­lich. Mit wehen­den Segeln, Pau­ken und Trom­pe­ten. Es begann näm­lich schon mal damit, dass die Som­mer­fe­ri­en kei­ne gute Zeit für Knei­pen­tou­ren sind. Gut die Hälf­te der Gast­stät­ten auf unse­rer ima­gi­nä­ren Lis­te begrüß­te uns mit geschlos­se­nen Roll­lä­den und dem Hin­weis auf aus­ge­dehn­te Betriebs­fe­ri­en. Immer­hin: die Vor­stel­lung, dass sämt­li­che Alt­her­ren­knei­pen­wir­te der Stadt einen gemein­sa­men Kegel­ur­laub ver­brach­ten, die hat­te was.

Die nächs­ten Läden, die wir pas­sier­ten, waren inzwi­schen in Rau­cher­clubs umge­wan­delt wor­den. Damit schie­den sie für unser Vor­ha­ben der rauch­frei­en Knei­pen­tour natür­lich aus und auch sonst wer­de ich jetzt weder den einen noch den ande­ren Schup­pen jemals von innen zu sehen bekom­men – was ange­sichts des­sen, was man schon von außen sehen kann, aller­dings aufs Hef­tigs­te begrüßt wer­den muss. Auch auf die Gefahr hin, den Ruf sämt­li­cher Dins­la­ke­ner Innen­ar­chi­tek­ten für immer zu zer­stö­ren: Knei­pen, die wie die Gas­tro­no­mie­zei­le eines Son­nen­stu­di­os aus­se­hen, gehen gar nicht!

Nach zwan­zig Minu­ten Rum­ge­gur­ke auf nicht ganz ver­kehrs­si­che­ren Fahr­rä­dern durch eine glück­li­cher­wei­se ver­kehrs­freie Innen­stadt (in der es nach dem Hoch­klap­pen der Bür­ger­stei­ge übri­gens nach Pfer­de­mist riecht) blie­ben noch genau zwei Loka­le übrig: die über die Gren­zen der Stadt bekann­te „Sze­ne­knei­pe“ „Ulcus“ und das Leh­rer-in-Leder­wes­ten-trin­ken-Rot­wein-Lokal „Zur Adler-Apo­the­ke“.

Der „Ulcus“ ist die ver­mut­lich ein­zi­ge Sze­ne­knei­pe der Welt, in der jun­ge Men­schen beim Weg­ge­hen auf ihre eige­nen Eltern tref­fen kön­nen, dafür wird Ser­vice dort in bes­ter Ber­li­ner Sze­ne­knei­pen-Tra­di­ti­on klein geschrie­ben (und das nicht nur, weil es sich dabei ursprüng­lich um ein eng­li­sches Wort han­del­te). In bes­ter Ver­ken­nung des Geset­zes­tex­tes hat­te man dort einen klei­nen Neben­raum zur Nicht­rau­cher­zo­ne erklärt, was wit­zi­ger­wei­se dazu führt, dass man, wenn man in die Nicht­rau­cher­zo­ne, auf Toi­let­te oder zur The­ke (Sie erin­nern sich: Ser­vice) will, durch den voll­ge­qualm­ten Haupt­raum muss. Immer­hin liegt der Nicht­rau­cher­be­reich ein biss­chen nied­ri­ger, so dass der Qualm eini­ger­ma­ßen drau­ßen bleibt – eine Tür oder wenigs­tens einen Vor­hang gibt es näm­lich auch nicht. Das Argu­ment, die meis­ten Gäs­te woll­ten ja rau­chen, soll­te jetzt bes­ser nie­mand brin­gen, denn der Nicht­rau­cher­raum war voll, wäh­rend wir im Rau­cher­raum immer­hin noch eine hal­be Bank hät­ten beset­zen kön­nen. Woll­ten wir aber nicht.

Also die „Apo­the­ke“ – wie der Name schon sagt eine alte Apo­the­ke mit einer Innen­ein­rich­tung aus der Kai­ser­zeit und viel Lie­be zum Detail. Dass auch hier im Haupt­raum (The­ke, Ein­gang, Durch­gang zu den Toi­let­ten) geraucht wer­den darf und wir auf Anhieb gar kei­nen Nicht­rau­cher­raum erspä­hen konn­ten, war uns zu die­sem Zeit­punkt egal. Wir hat­ten Durst und müde Kno­chen. Wir ver­brach­ten einen net­ten Abend und die Bedie­nung war freund­lich.

Das mit dem Rauch­ver­bot aber, das scheint in Dins­la­ken noch in wei­ter Fer­ne zu lie­gen. Viel­leicht hät­te das Ord­nungs­amt nicht vor­ab in der Pres­se ver­kün­den sol­len, dass man eh nicht kon­trol­lie­ren wer­de …

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Musik Rundfunk

A TV Script Ending

„Spie­gel Online“ hat einen Repor­ter zum Kon­zert von Death Cab For Cutie in Ham­burg geschickt. Neben aller­lei Cold­play- und Nir­va­na-Ver­glei­chen schli­chen sich auch fol­gen­de Pas­sa­gen in den Text:

Im Seat­tle von 2008 freut man sich bei Sub­Pop, wenn die Label-Mus­ter­schü­ler The Shins wie­der ein­mal mit einem Song in der Teen­ager­lie­bes­kum­mer-unter-Pal­men-Sei­fen­oper „O.C., Cali­for­nia“ zu hören sind.

[…]

Ein Gast­auf­tritt bei „O.C.“ ist in den Staa­ten mitt­ler­wei­le eine ähn­li­che Erfolgs­ga­ran­tie wie hier­zu­lan­de ein Gig bei „Wet­ten, dass…?“ oder frü­her bei „Geld oder Lie­be“.

Im „Seat­tle von 2008“ wäre man aber wohl eher erstaunt, wenn man noch einen neu­en Song bei „O.C., Cali­for­nia“ plat­zie­ren könn­te – lief doch die letz­te Fol­ge der Serie am 22. Febru­ar 2007. Also eher „eine ähn­li­che Erfolgs­ga­ran­tie“ wie „Geld oder Lie­be“ heut­zu­ta­ge.

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Digital

My City Of Ruins

Die fol­gen­den bei­den Mel­dun­gen ste­hen in kei­ner­lei Kon­text zuein­an­der (neh­me ich an). Sie zei­gen nur die Band­brei­te der Ereig­nis­se, mit denen sich eine sym­pa­thi­sche Klein­stadt am rech­ten Nie­der­rhein zur Zeit so her­um­schla­gen muss:

Die Staats­an­walt­schaft ermit­telt gegen den Dins­la­ke­ner Sozi­al­de­zer­nen­ten

und

Mit­ten in Dins­la­ken: War­um läuft die­se Nack­te durch die City?

(Sie sor­gen aller­dings auch dafür, dass ich die Fra­ge, wo ich denn her­kom­me, vol­ler Stolz mit … äh: „Bochum“ beant­wor­ten kann.)

Nach­trag, 11. Juli, 01:50 Uhr:

Meistgelesene News-Artikel: 1. Zapfsäulen-Schwindel! Öl-Multis verkaufen Super als Normalbenzin, 2. Mitten in Dinslaken: Warum läuft diese Nackte durch die City?, 3. Feuchtgebiete: Ekelbuch wird Theater-Stück, 4. Metzger vor Gericht: Stieftochter 248-mal vergewaltigt, 5. Die Weltregierung: Wer steht am besten da?

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Rundfunk Print

Kennste einen, kennste alle

Ges­tern Abend star­te­te im ZDF mit Woo­dy Allens „Match Point“ die sech­zehn­te Auf­la­ge der „Som­mer­nachts­phan­ta­sien“. In die­ser Film­rei­he zeigt der Sen­der seit 1993 im – Sie ahnen es – Som­mer ero­ti­sche Fil­me.

Viel­leicht hät­te man das dem Men­schen mit­tei­len sol­len, der bei „RP Online“ über die Rei­he schrei­ben muss­te:

Der Vor­stoß des „Zwei­ten“ kommt uner­war­tet. Eigent­lich passt die Serie eher zu Sen­dern wie RTL II oder Vox. Den­noch wagt sich nun auch der als züch­tig bekann­te Sen­der mit sechs mehr oder weni­ger ero­ti­schen Strei­fen wie Woo­dy All­ans „Match­point“ oder Clé­ment Vir­gos „Mein ers­ter Mord“ in neue Gebie­te vor.

Auch sonst wirkt der Arti­kel, der natür­lich von einer 20-teil­i­gen Bil­der­ga­le­rie mit Sze­nen­bil­dern aus den Fil­men der „Som­mer­nachts­phan­ta­sien“ beglei­tet wird, selt­sam schlecht gelaunt und … bie­der:

Auch wenn die Fil­me alle samt nicht aus Deutsch­land stam­men, so hal­ten zumin­dest hie­si­ge Bei­spie­le wie Char­lot­te Roche und ihr Best­sel­ler „Feucht­ge­bie­te“ oder Skan­dal-Rap­pe­rin Lady „Bitch“ Ray mit ihrem tabu­lo­sen Auf­tritt bei „Schmidt & Pocher“ als Argu­men­te für mehr Ero­tik und Sex im öffent­lich-recht­li­chen Fern­se­hen her.

Sie fin­den die Erwäh­nung von Char­lot­te Roches Roman­erfolg „Feucht­ge­bie­te“ ein wenig arg bemüht? Nun, unter Medi­en­jour­na­lis­ten scheint er gera­de schwer in Mode zu sein, denn auch im „Köl­ner Stadt Anzei­ger“ steht zum Start der „Som­mer­nachts­phan­ta­sien“:

Woo­dy All­ans „Match­point“ ist heu­te (22.15 Uhr) der sof­te Auf­takt der „Som­mer­nachts­fan­ta­sien“, die sich in die­sem Jahr wei­ter in jene „Feucht­ge­bie­te“ wagen, von denen man annahm, sie wür­den näch­tens nur von Pri­vat­sen­dern betre­ten: die blon­de Schau­spie­le­rin Nola (Scar­lett Johans­son) zieht den schö­nen Ten­nis­leh­rer Chris (Jona­than Rhys Mey­ers) in einen Stru­del von Begehr­lich­kei­ten.

Und in der „Welt“ steht über „Match Point“:

Es ist ein eher sof­ter Auf­schlag für eine Film­rei­he, die sich immer wei­ter in Regio­nen vor­wagt, von denen man dach­te, sie wür­den eher von RTL II beackert wer­den. Das ZDF hat die so genann­ten „Feucht­ge­bie­te“ ent­deckt.

Jetzt sagen Sie natür­lich zu Recht, die bei­den Zita­te klän­gen ein wenig ähn­lich. Das könn­te dar­an lie­gen, dass die Arti­kel in der „Welt“ und im „Köl­ner Stadt Anzei­ger“ bei­de von Ant­je Hil­de­brandt geschrie­ben wur­den. Die klei­nen Umfor­mu­lie­run­gen, die die bei­den Arti­kel anfangs unter­schei­den, hören irgend­wann auf, bis bei­de Arti­kel eini­ger­ma­ßen wort­gleich enden.

Wie gesagt: die Arti­kel bei „Welt“ und „Köl­ner Stadt Anzei­ger“ stam­men bei­de von der glei­chen frei­en Jour­na­lis­tin, was man mora­lisch dis­ku­tie­ren könn­te, urhe­ber­recht­lich aber ein­wand­frei ist. Der Arti­kel bei „RP Online“ hin­ge­gen, der sprach­lich und struk­tu­rell an die bei­den ande­ren erin­nert, den hat Frau Hil­de­brandt nach eige­nen Anga­ben nicht geschrie­ben.

Schau­en wir uns die letz­ten drei Absät­ze bei „RP Online“ doch ein­mal im direk­ten Ver­gleich zu den (ins­ge­samt wesent­lich län­ge­ren) Hil­de­brandt-Tex­ten an:

„RP Online“ „Welt“ „Köl­ner Stadt Anzei­ger“
Rich­tig schlüpf­rig wird es dage­gen erst im letz­ten Teil am 11. August. Dann sen­det das ZDF in „Lie­be Mich“ („Lie with me“) einen Strei­fen, der schon bei der Erst­aus­strah­lung auf der Ber­li­na­le 2006 unter ande­rem Auf­se­hen erreg­te. Als „schärfs­tes“ Bett­hup­ferl ver­kauft ZDF-Redak­teu­rin Doris Schren­ner jedoch den kana­di­schen Film „Lie with me“ (auf deutsch: „Lie­be mich!“), der auf der Ber­li­na­le 2006 erheb­li­ches Auf­se­hen erreg­te – in ers­ter Linie wegen sei­ner expli­zi­ten Sex­sze­nen. Als „schärfs­tes“ Bett­hup­ferl bewirbt ZDF-Redak­teu­rin Doris Schren­ner den kana­di­schen Film „Lie with me“ („Lie­be mich!“), der auf der Ber­li­na­le 2006 Auf­se­hen erreg­te – in ers­ter Linie wegen sei­ner expli­zi­ten Sex­sze­nen:
Das ZDF ver­weist in der Dis­kus­si­on um die schärfs­ten „Som­mer­nachts­phan­ta­sien“ in der 16-jäh­ri­gen Geschich­te der Rei­he unter­des­sen auf die Frei­wil­li­ge Selbst­kon­trol­le (FSK). Die­se erteilt den Fil­men eine Frei­ga­be ab 16 Jah­ren und stellt dem ZDF damit die Erlaub­nis für eine Aus­strah­lung nach 22 Uhr aus. Fragt man Doris Schren­ner aus der ZDF-Spiel­film­re­dak­ti­on, nach wel­chen Aspek­ten sie und ihr Kol­le­ge Man­fred Etten die Fil­me für die Rei­he „Som­mer­nachts­fan­ta­sien“ aus­wäh­len, ver­weist sie auf das Güte­sie­gel der Frei­wil­li­gen Selbst­kon­trol­le der Film­wirt­schaft (FSK): Frei­ge­ge­ben ab 16 Jah­ren. Fragt man Doris Schren­ner aus der ZDF-Spiel­film­re­dak­ti­on, nach wel­chen Aspek­ten sie und ihr Kol­le­ge Man­fred Etten die Fil­me für die Rei­he „Som­mer­nachts­fan­ta­sien“ aus­wäh­len, ver­weist sie auf das Güte­sie­gel der Frei­wil­li­gen Selbst­kon­trol­le der Film­wirt­schaft (FSK): Frei­ge­ge­ben ab 16 Jah­ren.
Außer­dem errei­che den Sen­der nur äußerst sel­ten Beschwer­de­post wegen zu frei­zü­gi­gen Auf­nah­men. Ein ech­tes Phä­no­men – wenn es dabei bleibt. Beschwer­den, nein Beschwer­den über all­zu frei­zü­gi­ge Auf­nah­men erreich­ten den Sen­der nur sel­ten. Beschwer­den über all­zu frei­zü­gi­ge Auf­nah­men erreich­ten den Sen­der nur sel­ten.

Sogar die fal­sche Schreib­wei­se von Woo­dy Allens Namen in Frau Hil­de­brandts Arti­keln („Allan“) taucht im Text von „RP Online“ wie­der auf.

Mei­ne Fra­ge, wie man sich die­se frap­pie­ren­den Ähn­lich­kei­ten erklä­ren kön­ne, hat „RP Online“ noch nicht beant­wor­tet.

Nach­trag, 17:53 Uhr: Jetzt kam doch noch eine Ant­wort aus der Online-Redak­ti­on. Hier der voll­stän­di­ge, von Gruß­for­meln berei­nig­te Wort­laut:

[S]icherlich hat unser Autor einen Text zu einem The­ma geschrie­ben, das auch Frau Hil­de­brandt bear­bei­tet hat. Ich wüss­te nicht, was dage­gen spricht.

Nach­trag, 9. Juli 2008, 17:05 Uhr: Sie ahnen nicht, wie „RP Online“ jetzt doch noch auf die­sen Blog-Ein­trag (und des­sen Ver­lin­kung bei Ste­fan Nig­ge­mei­er) reagiert hat:

Woo­dy Allan heißt jetzt Allen.

Also dann: „Mein ers­ter Mord“ ist von Nick Gut­he und nicht, wie von Euch behaup­tet, von Clé­ment Vir­go. Die Zeit läuft …

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Rundfunk Digital

Fahnenfluch (Metaware)

Da haben die Gra­fi­ker bei den „Tages­the­men“ also schon wie­der eine fal­sche Flag­ge ein­ge­blen­det – dies­mal die ame­ri­ka­ni­sche.

Und weil viel­leicht nicht jeder Deut­sche exakt weiß, wie die „Stars And Stripes“ aus­se­hen, erklärt „RP Online“ noch­mal, was genau noch­mal der Feh­ler war:

Kurz vor dem Ende der Sen­dung zeig­te die ARD nicht je drei rote und wei­ße Strei­fen, son­dern drei rote und vier wei­ße.

Na ja, fast

Nach­trag, 21:54 Uhr: Wie gesagt: „RP Online“ liest hier mit und stellt jetzt (etwas umständ­lich) klar:

Kurz vor dem Ende der Sen­dung zeig­te die ARD nicht je drei rote und wei­ße Strei­fen am lin­ken Rand unter­halb des Ster­nen­fel­des, son­dern einen wei­ßen zu viel.

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Musik Digital

„1966 hätten sie beinahe in Marburg gespielt“

Stel­len Sie sich vor, Sie müss­ten eine Mel­dung über Paul McCart­ney und Geor­ge Har­ri­son schrei­ben. Weil es eine Hand­voll Men­schen gibt, die noch nie von den Beat­les gehört haben, sol­len Sie auch einen kur­zen erklä­ren­den Absatz über die­se Band ein­fü­gen.

Wo fan­gen Sie an: Bei den Mil­lio­nen von Plat­ten, die die Band ver­kauft hat und heu­te noch ver­kauft? Bei der „Beat­le­ma­nia“, die damals die Welt über­roll­te und bis heu­te ihres­glei­chen sucht? Bei den rie­si­gen Ver­mö­gen, die jedes Band­mit­glied erwirt­schaf­tet hat? Damit, dass die Band nicht weni­gen Beob­ach­tern als die bes­te aller Zei­ten gilt?

Nun, der Mit­ar­bei­ter von dpa ent­schied sich für eine Lösung, die sicher nicht falsch ist, den Beat­les dann aber doch irgend­wie nicht wirk­lich gerecht wird:

Zu einem der größ­ten Hits der Beat­les gehört „I Want To Hold Your Hand“ von 1963. Unter dem Titel „Komm, gib mir dei­ne Hand“ nah­men sie das Lied sogar auf Deutsch auf.

[gefun­den bei „Spie­gel Online“ und n‑tv.de]

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Was fällt Ihnen alles zum Begriff „Schule“ ein?

Dal­li, Dal­li:

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[Screen­shot: schulferien.org]

Mit Dank an Oli­ver M. für die Ein­sen­dung.