Sommerschlussverkauf mal anders

Von Lukas Heinser, 31. Juli 2008 16:14

Die Warenhauskette Hertie hat heute beim Essener Amtsgericht den Insolvenzantrag eingereicht. Was mich als Wirtschaftslaie immer ein bisschen überrascht: Dies geschieht, damit der Betrieb der 73 Warenhäuser der früheren Karstadt-Kompakt-Gruppe (darunter Häuser, die früher schon einmal Hertie hießen, bevor Karstadt Hertie aufgekauft und die Läden umbenannt hatte) aufrechterhalten werden kann. Der englische Mutterkonzern Dawnay Day war in erhebliche Schieflage geraten, weswegen die Zukunft von Hertie keine anderthalb Jahre nach der Umbenennung nun in den Sternen steht.

Die Meldung wird (neben den Angestellten) auch die Stadtoberen von Dinslaken sehr beunruhigen – deren Pläne, ein neues Einkaufszentrum in der Innenstadt zu bauen, fußten nämlich unter anderem auf der vagen Hoffnung, dass Hertie sich am Bau beteiligen würde. Jetzt könnte es passieren, dass es in Dinslaken bald nicht einmal mehr das alte Hertie-Kaufhaus gibt.

Die vielen An- und Verkäufe, Um- und Rückbenennungen bei Karstadt und Hertie sind natürlich unglaublich verwirrend. Als man sich bei „RP Online“ daran machte, „Zehn Fakten über Hertie“ aufzuschreiben (natürlich nicht etwa in einer Liste, sondern in einer verdammten Klickstrecke) schlug das Schicksal unbarmherzig zu:

Die Zulieferung der Waren vom Karstadt-Quelle-Konzern hat Hertie nach und anch eingestellt. Heute kommen 80 Prozent der Waren von der Arcandor AG

Um die ganze Tragweite dieser zwei Sätze zu verstehen, müssen Sie zwei Dinge wissen:
Erstens sind die „80 Prozent“ offenbar aus der Wikipedia abgeschrieben – aber leider genau falsch:

Bis Mitte 2007 sollten 80 Prozent des Sortimentes auf andere Zulieferer als die Arcandor AG umgestellt werden.

Und zweitens ist „Arcandor“ seit 2007 der neue Name von … nun ja: Karstadt-Quelle.

Nachtrag, 22:51 Uhr: Aus den „Zehn Fakten zu Hertie“ sind neun „Fakten zu Hertie“ geworden. Wer die Zulieferer sind oder nicht sind, erfährt der Leser jetzt nicht mehr.

Affig

Von Lukas Heinser, 20. Juli 2008 16:39

Hmmm …

Na ja …

Ich weiß nicht …

Also …

Ich kann mich irren, aber ich habe das Gefühl, da ist was schief gelaufen bei der Beschriftung der Bildergalerie zur Loveparade bei „RP Online“:

Eine Krankenschwester verarztet zwei Gorillas.

Zumal das gleich Bild zwei Klicks später etwas ganz anderes zeigen soll:

Übermütig lehnen sich zwei Tänzerinnen aus einem Wagen.

Wobei: noch spannender ist ja eigentlich die Frage, warum die Loveparade in Dortmund für die Düsseldorfer von „RP Online“ offenbar im Ausland liegt …

...aktuelles/panorama/ausland/...

Nachtrag, 21:45 Uhr: „RP Online“ hat an der Galerie geschraubt. Das doppelte Bild ist nur noch einmal da, aber die zwei Gorillas werden wir wohl nie zu Gesicht bekommen. Schade eigentlich.

Nachtrag, 21. Juli: Hurra! Tom hat Krankenschwester und Gorillas entdeckt.

Sommerloch

Von Lukas Heinser, 11. Juli 2008 21:35

Im Freizeitpark: Elefant packt Kind mit Kinderwagen, Im Freizeitpark: Elefant packt Kind mit Kinderwagen, Top-Ratgeber: Im Freizeitpark: Elefant packt Kind mit Kinderwagen
Nein, das ist keine Photomontage, sondern ein Screenshot der „Panorama“-Seite bei „RP Online“. Allerdings muss man zugeben, dass sich dieser Anblick wegen der rotierenden Teaser nur etwa jede Minute für ein paar Sekunden bietet.

Kennste einen, kennste alle

Von Lukas Heinser, 8. Juli 2008 16:32

Gestern Abend startete im ZDF mit Woody Allens „Match Point“ die sechzehnte Auflage der „Sommernachtsphantasien“. In dieser Filmreihe zeigt der Sender seit 1993 im – Sie ahnen es – Sommer erotische Filme.

Vielleicht hätte man das dem Menschen mitteilen sollen, der bei „RP Online“ über die Reihe schreiben musste:

Der Vorstoß des „Zweiten“ kommt unerwartet. Eigentlich passt die Serie eher zu Sendern wie RTL II oder Vox. Dennoch wagt sich nun auch der als züchtig bekannte Sender mit sechs mehr oder weniger erotischen Streifen wie Woody Allans „Matchpoint“ oder Clément Virgos „Mein erster Mord“ in neue Gebiete vor.

Auch sonst wirkt der Artikel, der natürlich von einer 20-teiligen Bildergalerie mit Szenenbildern aus den Filmen der „Sommernachtsphantasien“ begleitet wird, seltsam schlecht gelaunt und … bieder:

Auch wenn die Filme alle samt nicht aus Deutschland stammen, so halten zumindest hiesige Beispiele wie Charlotte Roche und ihr Bestseller „Feuchtgebiete“ oder Skandal-Rapperin Lady „Bitch“ Ray mit ihrem tabulosen Auftritt bei „Schmidt & Pocher“ als Argumente für mehr Erotik und Sex im öffentlich-rechtlichen Fernsehen her.

Sie finden die Erwähnung von Charlotte Roches Romanerfolg „Feuchtgebiete“ ein wenig arg bemüht? Nun, unter Medienjournalisten scheint er gerade schwer in Mode zu sein, denn auch im „Kölner Stadt Anzeiger“ steht zum Start der „Sommernachtsphantasien“:

Woody Allans „Matchpoint“ ist heute (22.15 Uhr) der softe Auftakt der „Sommernachtsfantasien“, die sich in diesem Jahr weiter in jene „Feuchtgebiete“ wagen, von denen man annahm, sie würden nächtens nur von Privatsendern betreten: die blonde Schauspielerin Nola (Scarlett Johansson) zieht den schönen Tennislehrer Chris (Jonathan Rhys Meyers) in einen Strudel von Begehrlichkeiten.

Und in der „Welt“ steht über „Match Point“:

Es ist ein eher softer Aufschlag für eine Filmreihe, die sich immer weiter in Regionen vorwagt, von denen man dachte, sie würden eher von RTL II beackert werden. Das ZDF hat die so genannten „Feuchtgebiete“ entdeckt.

Jetzt sagen Sie natürlich zu Recht, die beiden Zitate klängen ein wenig ähnlich. Das könnte daran liegen, dass die Artikel in der „Welt“ und im „Kölner Stadt Anzeiger“ beide von Antje Hildebrandt geschrieben wurden. Die kleinen Umformulierungen, die die beiden Artikel anfangs unterscheiden, hören irgendwann auf, bis beide Artikel einigermaßen wortgleich enden.

Wie gesagt: die Artikel bei „Welt“ und „Kölner Stadt Anzeiger“ stammen beide von der gleichen freien Journalistin, was man moralisch diskutieren könnte, urheberrechtlich aber einwandfrei ist. Der Artikel bei „RP Online“ hingegen, der sprachlich und strukturell an die beiden anderen erinnert, den hat Frau Hildebrandt nach eigenen Angaben nicht geschrieben.

Schauen wir uns die letzten drei Absätze bei „RP Online“ doch einmal im direkten Vergleich zu den (insgesamt wesentlich längeren) Hildebrandt-Texten an:

„RP Online“ „Welt“ „Kölner Stadt Anzeiger“
Richtig schlüpfrig wird es dagegen erst im letzten Teil am 11. August. Dann sendet das ZDF in „Liebe Mich“ („Lie with me“) einen Streifen, der schon bei der Erstausstrahlung auf der Berlinale 2006 unter anderem Aufsehen erregte. Als „schärfstes“ Betthupferl verkauft ZDF-Redakteurin Doris Schrenner jedoch den kanadischen Film „Lie with me“ (auf deutsch: „Liebe mich!“), der auf der Berlinale 2006 erhebliches Aufsehen erregte – in erster Linie wegen seiner expliziten Sexszenen. Als „schärfstes“ Betthupferl bewirbt ZDF-Redakteurin Doris Schrenner den kanadischen Film „Lie with me“ („Liebe mich!“), der auf der Berlinale 2006 Aufsehen erregte – in erster Linie wegen seiner expliziten Sexszenen:
Das ZDF verweist in der Diskussion um die schärfsten „Sommernachtsphantasien“ in der 16-jährigen Geschichte der Reihe unterdessen auf die Freiwillige Selbstkontrolle (FSK). Diese erteilt den Filmen eine Freigabe ab 16 Jahren und stellt dem ZDF damit die Erlaubnis für eine Ausstrahlung nach 22 Uhr aus. Fragt man Doris Schrenner aus der ZDF-Spielfilmredaktion, nach welchen Aspekten sie und ihr Kollege Manfred Etten die Filme für die Reihe „Sommernachtsfantasien“ auswählen, verweist sie auf das Gütesiegel der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK): Freigegeben ab 16 Jahren. Fragt man Doris Schrenner aus der ZDF-Spielfilmredaktion, nach welchen Aspekten sie und ihr Kollege Manfred Etten die Filme für die Reihe „Sommernachtsfantasien“ auswählen, verweist sie auf das Gütesiegel der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK): Freigegeben ab 16 Jahren.
Außerdem erreiche den Sender nur äußerst selten Beschwerdepost wegen zu freizügigen Aufnahmen. Ein echtes Phänomen – wenn es dabei bleibt. Beschwerden, nein Beschwerden über allzu freizügige Aufnahmen erreichten den Sender nur selten. Beschwerden über allzu freizügige Aufnahmen erreichten den Sender nur selten.

Sogar die falsche Schreibweise von Woody Allens Namen in Frau Hildebrandts Artikeln („Allan“) taucht im Text von „RP Online“ wieder auf.

Meine Frage, wie man sich diese frappierenden Ähnlichkeiten erklären könne, hat „RP Online“ noch nicht beantwortet.

Nachtrag, 17:53 Uhr: Jetzt kam doch noch eine Antwort aus der Online-Redaktion. Hier der vollständige, von Grußformeln bereinigte Wortlaut:

[S]icherlich hat unser Autor einen Text zu einem Thema geschrieben, das auch Frau Hildebrandt bearbeitet hat. Ich wüsste nicht, was dagegen spricht.

Nachtrag, 9. Juli 2008, 17:05 Uhr: Sie ahnen nicht, wie „RP Online“ jetzt doch noch auf diesen Blog-Eintrag (und dessen Verlinkung bei Stefan Niggemeier) reagiert hat:

Woody Allan heißt jetzt Allen.

Also dann: „Mein erster Mord“ ist von Nick Guthe und nicht, wie von Euch behauptet, von Clément Virgo. Die Zeit läuft …

Fahnenfluch (Metaware)

Von Lukas Heinser, 4. Juli 2008 18:51

Da haben die Grafiker bei den „Tagesthemen“ also schon wieder eine falsche Flagge eingeblendet – diesmal die amerikanische.

Und weil vielleicht nicht jeder Deutsche exakt weiß, wie die „Stars And Stripes“ aussehen, erklärt „RP Online“ nochmal, was genau nochmal der Fehler war:

Kurz vor dem Ende der Sendung zeigte die ARD nicht je drei rote und weiße Streifen, sondern drei rote und vier weiße.

Na ja, fast

Nachtrag, 21:54 Uhr: Wie gesagt: „RP Online“ liest hier mit und stellt jetzt (etwas umständlich) klar:

Kurz vor dem Ende der Sendung zeigte die ARD nicht je drei rote und weiße Streifen am linken Rand unterhalb des Sternenfeldes, sondern einen weißen zu viel.

Schönheit liegt in der Summe

Von Lukas Heinser, 27. Juni 2008 23:13

Da hat also Landau Media mal durchgezählt, über welche „Spielerfrau“ während der bisherigen EM so am meisten berichtet worden ist, und kam zu der Erkenntnis, unter den Partnerinnen der deutschen Spieler sei dies Sarah Brandner, die Freundin von Bastian Schweinsteiger gewesen.

„Spiegel Online“ berichtet darüber, „Focus Online“ unter der Überschrift „Medienlieblinge: Miss Schweinsteiger ist die Nr. 1“ ebenfalls, und auch die „Peiner Allgemeine Zeitung“ brachte die AP-Meldung, bei der es – das nur noch mal zur Erinnerung – um die Frage ging, welche deutsche Spielerfrau die meiste Medienaufmerksamkeit bekommen hat.

Und was schreibt „RP Online“ über die Meldung?

Deutschlands Spielerfrauen: \"Schweinis\" Sarah ist die Schönste

Nachtrag, 29. Juni: Ich denke, jetzt können wir sicher sein: die lesen hier mit und reagieren – im Gegensatz zu derwesten.de – auch auf die Einträge.

Der neue Teaser heißt jetzt jedenfalls beinahe passend so:

DFB-Spielerfrauen: Brandner ist die Beliebteste

„… bei den Medien“ war vielleicht einfach zu lang für die kleine Fläche.

Der Artikel ist jetzt übrigens so überschrieben:

Voilà Inspiration

Von Lukas Heinser, 20. Juni 2008 0:33

Manchmal fällt es einem schwer, auf dem Boden zu bleiben, wenn besondere Dinge passieren. Ich werde es trotzdem versuchen, obwohl ich jetzt weiß, dass ich einen jungen Menschen dazu inspiriert habe, seine Zeit zu verschwenden sich an einem Thema abzuarbeiten, an dem man sich gar nicht genug abarbeiten kann.

Meine Damen und Herren: Klaas-Wilhelm nimmt in seinem Blog Vier zu Drei eine Bildergalerie von „RP Online“ auseinander, die ich noch gar nicht entdeckt hatte, aber selbst für „RP Online“ eine neue … äh: Qualität darstellt. Und er beruft sich dabei ausdrücklich auf Coffee And TV.

Ich bin gerührt. Ehrlich.

Ein Bild besteht aus tausend Worten

Von Lukas Heinser, 18. Juni 2008 19:54

Wir machen heute mal ein Gedankenexperiment. Stellen Sie sich bitte vor, was ein seriöses Internetportal, das nicht nur auf Klicks aus ist, nach einer solchen Einleitung schreiben würde:

Bei den Jungen Grünen in der Schweiz kann man Aufkleber mit Sprüchen bestellen, die SUVs an den Pranger stellen. „Ich bin auch ein Panzer“ steht beispielsweise darauf in Anspielung auf den Hummer zu lesen.

Und jetzt stellen Sie sich bitte vor, wie sich „RP Online“ dem Thema annehmen würde. Der folgende Satz ist dabei ein guter Hinweis:

Im Folgenden sehen Sie, wie kreativ die Partei ist.

Natürlich hat „RP Online“ eine Bildergalerie zum Thema gebastelt. Das besondere dabei ist, dass jedes der zehn Bilder auf der linken Seite das immer gleiche Foto (eine Fahne der Jungen Grünen) zeigt, während auf der rechten Seite jedes Mal ein anderer … nun ja: Text steht (Bild 1, Bild 2, Bild 3, Bild 4, Bild 5, Bild 6, Bild 7, Bild 8, Bild 9, Bild 10).

Zum Mitschreiben: „RP Online“ baut eine Bildergalerie mit zehn Grafiken, die sich alle nur im Text unterscheiden.

Das scheint selbst für die Verantwortlichen bei „RP Online“ ein bisschen too much zu sein. Wie ich darauf komme? Och, die Überschrift deutet darauf hin:

Anti-SUV-Sprüche der Jungen Grünen Schweiz (nicht verwenden)

Nachtrag, 19. Juni: Wie angesichts des „(nicht verwenden)“ zu erwarten war, ist die Bildergalerie inzwischen im Datennirvana von „RP Online“ verschwunden. [via Birgit in den Kommentaren]

Alles zur EM bei „RP Online“

Von Lukas Heinser, 10. Juni 2008 18:20

Die \"schöne Alena\" und andere EM-Themen

Was sagen Sie? Das eine Bild hat da doch gar nichts zu suchen? Michael Ballack ist doch gar keine Frau?

Ja, ja, Sie haben recht. Dafür können Sie, wenn Sie draufklicken, kostenlose Klingeltöne herunterladen:

Unser Angebot für Sie: Der Klingelton zur Holland-Gala gegen Weltmeister Italien. Den dritten Treffer der Niederländer durch van Bronckhorst. Starten Sie den Klingelton hier. Treffer von Lukas Podolski im Vorrunden-Spiel der deutschen Mannschaft gegen Polen. Starten Sie den Klingelton hier! Der Treffer von Kroatiens Luka Modric im Vorrunden spiel gegen Österreich. Starten Sie den Klingelton hier! Der Treffer von Vaclav Sverkos zum 1:0 für Tschechien im Eröffnungsspiel gegen die Schweiz. Starten Sie den Klingelton hier! Der Treffer von Raul Meireles zum 2:0 für Portugal im Vorrundenspiel gegen die Türkei. Starten Sie den Klingelton hier! Der 2:1-Siegtreffer von Oliver Bierhoff im EM-Finale von 1996 gegen Tschechien. Starten Sie den Klingelton hier! Unser Partner http://www.klingelkick.de/ bietet für je 6,99 Euro weitere individuelle Klingeltöne.

Jetzt fragen Sie natürlich zurecht, ob es sich bei den letzten beiden Zeilen nicht um Werbung handele, die entsprechend gekennzeichnet werden müsse.

Na, aber das hat „RP Online“ doch gemacht:

Nachrichten aus dem Ressort Euro 2008 - EM-Klingeltöne

Nachtrag 13. Juni: Inzwischen steht über dem Hinweis auf den „Partner“ das kleine, aber entscheidende Wörtchen „Anzeige“.

Kunst im Alltag: Mediengruppe RP „RP Online“

Von Lukas Heinser, 3. Juni 2008 11:24

Ich habe mich geirrt, all diese Jahre.

Ich hatte ja allen Ernstes gedacht, „RP Online“ sei ein Nachrichtenportal im Internet. Wer „RP Online“ aber mit den Maßstäben des Onlinejournalismus misst, bekommt Bluthochdruck und schlechte Laune. Noch mehr, als wenn man in der großen Print-Schwester „Rheinische Post“ nach Journalismus sucht.

Jetzt habe ich endlich verstanden: „RP Online“ ist ein Multimedia-Kunst-Projekt. Die zahlreichen Agenturmeldungen, die unter dem eigenen Kürzel „RPO“ Wort für Wort übernommen werden, stehen in der Tradition der Ready-mades von Marcel Duchamp. Die Heiligenverehrung für den jüngst verstorbenen Düsseldorfer Oberbürgermeister muss vermutlich als Neuinterpretation von Andy Warhols „Mao“ gesehen werden. Dada ist eh mindestens die Hälfte der Inhalte.

Und wenn „RP Online“ heute ab 13 Uhr im „Retro-Ticker“ das EM-Viertelfinale zwischen England und Deutschland vom 29. April 1972 in Echtzeit nachempfinden wird, ist das wahrscheinlich ein Verweis auf das Dokumentartheater von Peter Weiss, Heinar Kipphardt und Rolf Hochhuth.

Man sollte so etwas viel stärker würdigen.

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