Tooooot! Tot in Düsseldorf!

Von Lukas Heinser, 29. Mai 2008 18:32

Weil ich ein wenig Angst habe, mich in etwas hineinzusteigern, und ich beim Thema „RP Online“ eh zu Bluthochdruck neige, dachte ich mir, ich frage einfach mal Sie, die sachkundigen Leser:

Was halten Sie von der Idee, die Trauerfeier für den verstorbenen Düsseldorfer Oberbürgermeister Joachim Erwin mit einem Live-Ticker zu begleiten, vergleichbar dem zum Schlager-Grand-Prix am letzten Samstag?

[via Thomas Knüwer im Twitter]

Embedded journalism

Von Lukas Heinser, 28. Mai 2008 17:44

In der vergangenen Woche tauchte bei YouTube ein Video auf, dass den russischen Oppositionspolitiker und Ex-Schachweltmeister Gari Kasparow auf einer Veranstaltung zeigt. Plötzlich kommt ein männliches Genital mit Rotorblättern herangeschwebt, das von einem Personenschützer Kasparows unschädlich gemacht wird.

Soweit eine ganz interessante Geschichte und ein recht witziges Video. Bei „RP Online“ entschied man sich heute, darüber zu berichten – und zwar in Form eines kleinen Einleitungstextes und einer sechzehnteiligen Bildergalerie. Wer sich durch die durchgeklickt hat, wird mit einem Link zum Video belohnt.

Das ganze Elend in sechzehn Bildern (klicken Sie auf den Streifen für die Großansicht):

“RP Online” fotografiert ein YouTube-Video ab

Wer nicht so viel klicken will:

[Direktlink]

Überhaupt scheint es bei „RP Online“ keine festen Regeln zu geben, wie man mit YouTube-Clips umzugehen hat: mal werden sie in den Artikel eingebunden (wie im Falle der „Nackt-Stewardess“, des „peinlichen Microsoft-Videos“ oder der Neujahrsansprache von Guido Westerwelle), mal wird das entsprechende Video immerhin verlinkt (wie im Artikel über das „irre Gespenst“, in der Bildergalerie über den „irren Youtube-Hype um Rick Astley“ oder eben ganz am Ende von Bildergalerien), und mal müssten die Leser das Video schon selbst suchen (wie bei dem „mysteriösen Zwerg“ oder – besonders merkwürdig – der vierundzwanzigteiligen Bildergalerie „Die besten YouTube-Videos des Jahres“).

PS: Wenn „RP Online“ im Falle des fliegenden Glieds übrigens noch zwei Minuten recherchiert hätte, hätte man noch schreiben können, dass es ursprünglich zwei fliegende Phalli gab.

Die Top-Themen von „RP Online“

Von Lukas Heinser, 22. Mai 2008 18:58

… am 22. Mai 2008, kurz nach 18 Uhr:

Top-Themen bei “RP Online”

[Alle Screenshots: „RP Online“, Zusammenstellung: Coffee And TV]

Klappe zu, Affe tot

Von Lukas Heinser, 21. Mai 2008 15:01

Düsseldorfs Oberbürgermeister Joachim Erwin ist in der Nacht zum Dienstag verstorben und da er bereits seit längerem schwer krank war, lagen die Nachrufe natürlich schon fertig getippt in der Schublade.

Während die „Rheinische Post“ in salbungsvollen Worten auf das Leben und Wirken zurückblickt, während sogar politische Gegner lobende Worte für den wirklich nicht unumstrittenen Verstorbenen finden, entschied sich die „Neue Rhein Zeitung“ („NRZ“) für einen ganz anderen, eher gewagten Weg: über dem Artikel des Düsseldorfer Redaktionsleiters Frank Preuss prangt zwar das Wort „Nachruf“, aber eigentlich handelt es sich um eine vermutlich lange geplante Abrechnung:

Wer, schwerstkrank und abgemagert, die Öffentlichkeit wissen lässt, dass er am Tag der Arbeit mit Verkehrsplanern in seinem Garten diskutiert, löst nicht Bewunderung aus, sondern Mitleid. Das gilt auch für den, der immer wieder verkündet, wie viele Urlaubstage er der Stadt doch schenke. Wenn es um Düsseldorf ging, dann ging es vor allem um ihn: Vorschläge, die andere machten, hatten kaum Überlebenschancen. Und Erwin genoss über seine gesamte Amtszeit die Mär, dass ohne ihn nichts funktionieren könne in dieser Stadt.

[…]

Erwin, Schnelldenker mit stoiberscher Aktenkenntnis, enormem Fleiß und unbremsbarer Entscheidungsfreude, aber auch unbeherrscht und ohne Korrektiv, war einer, der sich noch selbst vergötterte, wenn andere ihn längst gelobt hatten. Dem es nicht langte, Siege still und damit stilvoll zu genießen: „Ich schwimme auf einer Woge der Begeisterung”, diktierte er Journalisten Ende 2000. Seine Eigenwerbung nahm bald krankhafte Züge an. Sich selbst zu hinterfragen, lag nicht in seinem Universum, Kritiker bügelte er in oft kleinkarierter Form ab. Dass erst Souveränität Größe ausmacht, hat sich ihm nie offenbart.

Nie Fragen, nur Lektionen

Und als er Rudi Assauer, dem Manager des FC Schalke 04, beim Anblick der Gelsenkirchener Arena einen Vortrag darüber hielt, wie man so etwas besser bauen könne, teilte der staunend Belehrte das Schicksal aller Gesprächspartner Erwins: Der glaubte nicht nur alles besser zu wissen, er glaubte es auch besser zu können. Joachim Erwin stellte nie Fragen, er erteilte Lektionen.

Eine Charakterschwäche, die den Ruf der Landeshauptstadt in der Nachbarschaft als Heimstatt der Großspurigen zementierte und Versuche regionaler Zusammenarbeit oft im Keim erstickte. Niemand hatte Lust, sich vorführen zu lassen. „Wer nur geliebt werden will, kann nichts gestalten”, begründete Erwin und gewährte sich so Asyl.

Die Liste derer, die er menschenverachtend behandelte und beleidigte, ist lang. Letztes Opfer: die von ihm nicht erwünschte Umweltdezernentin. Mit Medikamenten vollgepumpt wurde er selbst im Angesicht des Todes nicht entspannter, nur im Ton sanfter. Man müsse auch „mal hören, dass man ein Arsch ist”, hat er bei einem Vortrag einst gesagt. Nur: Wer hätte sich das in einem Klima der Angst getraut?

In den Kommentaren entsponn sich sogleich eine ausgiebige Diskussion (so also kriegt DerWesten seine Community ans Laufen), ob man denn sowas machen könne: eintreten auf einen, dessen Leichnam noch nicht mal kalt ist.

Es gibt Lob für die mutige Entscheidung:

Es gibt und gab nicht viele Journalisten die sich trauen einen Teil der Wahrheit über Herrn Erwin zu schreiben. Einer davon war Herr Preuss.

Die meisten anderen haben geschwiegen.

Es gibt böse Kommentare, die sogar extra das Wort „Schreiberling“ aus dem „Ratgeber für erzürnte Leserbriefschreiber“ herausgesucht haben:

Der Mann, der da geschrieben hat ist ein völlig unerträglicher Mensch, der von normalen mitteleuropäischen Umgangsformen offensichtlich noch nie etwas gehört hat. Kein Aushängeschild für die Zeitung, sondern einfach nur ein erbärmlicher, mediokrer, kleiner Schreiberling, der an das Niveau eines Joachim Erwin niemals heranreichen wird.

An diesem sehr konkreten Beispiel kann man eine zentrale Frage diskutieren, die nicht nur für den Journalismus, sondern für unsere ganze Kultur wichtig ist: Wie geht man mit Verstorbenen um, über die man bedeutend mehr Schlechtes als Gutes sagen könnte? Streng genommen könnte man lobhudelnde Nachrufe als unjournalistische Lügengeschichten brandmarken und sich über die Aufrichtigkeit von „Schreiberlingen“ wie Frank Preuss freuen. Andererseits fallen Sätze wie „eigentlich war er ja schon ’n Arsch“ für gewöhnlich frühestens beim dritten Schnaps nach dem Beerdigungskaffee und nicht unbedingt am offenen Grab.

Das Geheimnis dahinter heißt Pietät und sorgt unter anderem dafür, dass man die Frage „Wie sehe ich aus?“ mitunter nicht ganz wahrheitsgemäß beantwortet. Wer das für Lügen hält, findet es vermutlich auch „aufrichtig“, wenn er von unfreundlichen Supermarktkassiererinnen angepflaumt wird.

Letztlich muss wohl jeder für sich selbst beantworten, was schlimmer ist: Ein Nachruf, der die Formulierung „den wären wir los“ nur unter Anstrengung vermeidet, oder die Staatstrauer-Ambitionen von „RP Online“ (nicht unter „Düsseldorf verliert sein Herz“ zu haben), „Center TV“ und WDR. Vielleicht auch einfach beides.

Housebesuch

Von Lukas Heinser, 7. Mai 2008 20:10

Ich habe erst heute (und damit passend zum gestern gesendeten Staffelfinale) festgestellt, dass „RP Online“ vor mehr als einem Jahr sechs Mediziner zu „Dr. House“ befragt hat.

Sie finden die Serie allesamt unrealistisch und Dr. Gregory House mindestens unsympathisch, wenn nicht gar unhaltbar, aber das soll uns nicht groß interessieren, denn es handelt sich ja um eine fiktionale Serie und nicht um einen medizinischen Fachaufsatz.

Ihre Einschätzungen sind nichtsdestotrotz fast durchgängig interessant und hier in einer siebenteiligen Klickstrecke nachzulesen.

Nachtrag, 8. Mai: Meine Mutter wies mich darauf hin, dass die „NRZ“ vor ein paar Wochen etwas ganz ähnliches gemacht hat. Allerdings ist der Arzt, der die Serie dort analysiert, Fan.

Drunter und drüber mit RP-Online

Von Lukas Heinser, 1. Mai 2008 15:33

Willkommen zu unserem kleinen Quiz „Sprechen Sie RPO?“, bei dem es gilt, eine Überschrift ins Deutsche zu übersetzen.

Worum geht es wohl in einem „Artikel“, den RP-Online wie folgt überschreibt?

Gisele Bündchen zeigt, was Frau drunter trägt

Sie haben es natürlich sofort an der Präposition „drunter“ erkannt: es geht um Schuhe, aufbereitet in einer fünfzehnteiligen Bildergalerie, in der im Prinzip vierzehn Mal das gleiche Motiv zu sehen ist.

Begleitet wird dieser „Artikel“ in bester RP-Online-Tradition nicht von drei, nicht von vier und nicht von fünf, sondern von sechs weiteren Bildergalerien:

Sechs Bildergalerien braucht’s schon

Wenn man alle durchklickt, hat man 131 neue Klicks generiert.

Bodo Hombach, Chef der WAZ-Gruppe, hat übrigens eine Prämie ausgesetzt, wenn das WAZ-Portal derwesten.de RP-Online bis zum Jahresende als führendes regionales Internetangebot in NRW ablöst. Ich hätte da ja durchaus einen Masterplan, den ich Herrn Hombach gegen einen geringen Obulus gerne ausführlich erkläre …

Kulturhauptstadt 2008 (2)

Von Lukas Heinser, 22. April 2008 14:29

„Einplalfo“ schlägt mir die T9-Funktion meines Mobiltelefons jedes Mal vor, wenn ich „Dinslaken“ schreiben will (danach kommt „Einplalfn“ und erst dann der richtige Ortsname). Es ist sehr alt und kennt noch nicht die Kulturmetropole am Niederrhein, aus der heutzutage jeder zweite Nachwuchskünstler kommt.

Die neuesten Meldungen stammen vom König des Popschlagers, Michael Wendler, dessen sechs Jahre alte Privatinsolvenz die „Bild“-Zeitung letzte Woche passend zum Charteinstieg „enthüllt“ hat (Teil 1, Teil 2, Teil 3 und gestern endlich das Interview), und gestern dann die Weltpremiere des Films „Lauf um Dein Leben“, der zu weiten Teilen in der Stadt gedreht wurde.

Letzterem Ereignis verdanken wir auch diese wunderbare Bildergalerie bei „RP Online“, die eine der wohl schmucklosesten Filmpremieren westlich von Kasachstan zeigen dürfte – ich sag nur „Der Haushaltswaren-Discounter“.

[Dieser Eintrag ist eine Fortsetzung von „Kulturhauptstadt 2008“]

Latte niedriger gelegt

Von Lukas Heinser, 11. April 2008 15:34

heute-online.ch, 7. April:

Flotter Dreier mit Shakira auf Sextape?

orf.at, 9. April:

Shakira: Beim flotten Dreier gefilmt?

nachrichten.ch, 9. April:

Shakira beim flotten Dreier gefilmt?

mtv.de, 9. April:

Sexvideo - Jetzt auch Shakira?

rp-online.de, 9. April:

Erpressung mit Shakira-Sex-Video?

Alle diese Fragen lassen sich recht einfach beantworten:

NEIN!

Wenn die Menschen, die diese Überschriften in ihre Redaktionssysteme getippt haben, am gleichen Computer kurz eine Google-Anfrage (in etwa shakira sex tape oder artverwandtes) gestartet hätten, wären sie eventuell auf diese neuseeländische Nachrichtenseite gestoßen, auf dieses Blog bei sfgate.com oder auf diesen Beitrag bei popcrunch.com. Sie hätten binnen Sekunden herausgefunden, dass die „Gerüchte“, nach denen „angeblich“ ein Video existieren „soll“, das Shakira bei einem „flotten Dreier“ zeigt, auf einem Aprilscherz beruhen.

Als schweizer, österreischische und deutsche Medien die Geschichte am Mittwoch dieser Woche aufzugreifen begannen, war also schon vier bis sechs Tage klar, dass sie nicht stimmt. Bei mtv.de fragte ein Kommentator bereits am Mittwochabend, warum man dort einen aufgeklärten Aprilscherz verbreite – und erhielt wenig überraschend keine Antwort. Die schweizer Boulevard-Seite 20minuten.ch hat ihre Geschichte vom Dienstag ohne einen weiteren Kommentar aus dem Netz genommen, im Google-Archiv kann man sie aber noch nachlesen und sich darüber wundern, dass dem zuständigen Mitarbeiter bei seiner angeblichen Onlinerecherche nichts aufgefallen sein soll:

Wie der Onlinedienst und weitere Blogs berichten, soll das erotische Streifchen ein offizielles Beweisstück in einem Prozess sein, den Sanz gegen zwei ehemalige Angestellte führe.

Der „Berliner Kurier“ geht gestern (10. April) zwar auf die Zweifel an der Geschichte ein

Pech nur, dass die Pop-Amazone und ihre zwei Galane von dem Dreier gar nichts mitbekommen haben wollen. Vertreter des Trios sagten: „Es gibt keine Möglichkeit, dass ein solches Video existiert. Es handelt sich um ein bösartiges Gerücht ohne Basis.“

schafft aber in der Überschrift kackendreist Fakten:

Shakira beim Sex mit zwei Männern gefilmt

Besonders beeindruckend ist natürlich das, was Radio NRJ schreibt, wo man die Meldung offenbar als erstes deutschsprachiges Medium verbreitete:

Sowohl Shakira als auch Antonio de la Rúa und Alejandro Sanz dementieren die Berichte. Von einem April-Scherz ist die Rede…

Ich weiß jetzt einen weiteren Grund, warum ich Aprilscherze hasse: Weil Journalisten den Blödsinn auch nach der Aufklärung noch weiterverbreiten.

[via die Kommentare bei Stefan Niggemeier]

Nachtrag, 16:55 Uhr: Bei RP-Online hat man’s bemerkt und reagiert entsprechend:

RP-Online entschuldigt sich.

„RP Online“ greift ins Klo

Von Lukas Heinser, 13. März 2008 1:47

In den USA musste eine Frau operativ von ihrer Klobrille getrennt werden, weil sie zwei Jahre lang auf ihrer Toilette gesessen hatte und mit dieser verwachsen war. Es ist eine merkwürdige Geschichte, die vermutlich mit ernsthaften psychischen Problemen zusammenhängt, und über die man sich deshalb nicht weiter auslassen und schon gar nicht lustig machen sollte.

Anders als „RP Online“, wo man es offenbar für nötig hielt, das Thema mit den folgenden journalistischen Zusatzinformationen noch zu vertiefen:

“RP Online” greift ins Klo

Nachtrag, 12:45 Uhr: Huch! Die drei Bildergalerien sind aus dem Artikel verschwunden – und durch „20 schier unglaubliche Meldungen“ ersetzt worden …

Über Listen

Von Lukas Heinser, 5. Dezember 2007 13:38

Jedes Jahr im Dezember ist es das gleiche Elend: Musikzeitschriften und Webseiten-Betreiber rufen ihre Leser zum Einsenden derer persönlichen Jahreshitparaden auf und ich sitze mit zerwühlten Haaren und wirrem Blick vor meinem Computer und einem Berg von Notizen und versuche, Ordnung in das Musikjahr zu bringen.

Denke ich während des Jahres immer, es seien ja diesmal nicht soooo viele gute Songs und Alben erschienen, zwischen denen ich mich entscheiden müsse, wird diese Einschätzung spätestens beim Anblick der extra dafür angelegten iTunes-Playlist bzw. der eigenen Statistik bei last.fm zunichte gemacht. Immerhin weiß ich jetzt, welche Songs ich am häufigsten gehört habe – aber waren das auch die besten? Und wie definiere ich „die besten“? Nach pseudo-objektiven Kriterien oder danach, wie viel Spaß ich beim Hören habe? Würde ich einfach meinen häufigsten und penetrantesten Ohrwurm zum „Song des Jahres“ ernennen, wäre das „Umbrella“ von Rihanna – aber auch nur, weil „Durch den Monsun“ von Tokio Hotel, der mir nach den EMAs drei Wochen lang im Hirn klebte, schon zwei Jahre alt ist.

Dabei trägt es nicht gerade zur schnellen Findung bei, wenn der eigene Musikgeschmack immer eklektischer wird und sich auf der Longlist munter Indierockbands, Girlgroups, Hip-Hopper, Mainstream-Popper, Deutschpunks und Elektroniker tummeln. Denn, mal im Ernst: Wie soll ich „Love Me Or Hate Me“ mit „Don’t Stop Now“ vergleichen, wie „D.A.N.C.E.“ mit „Imitationen“?

Nun wird der Außenstehende vielleicht denken: „Warum tut sich dieser junge Mann das an? Warum verschwendet er seine Zeit mit so unbedeutsamen Überlegungen? Er soll lieber was gegen den Treibhauseffekt tun oder der CDU die Herdprämie ausreden!“ Das Erstellen persönlicher Bestenlisten nimmt sich gegen das Elend in Darfur oder auch nur das vor der eigenen Haustür natürlich lächerlich und klein aus, aber in diesen Dimensionen denken Popkulturfans nicht. Und selbst wenn: Es würde kaum etwas ändern.

Wer „High Fidelity“ gelesen und sich darin wiedergefunden hat, ist von einem inneren Zwang getrieben, das Unsortierbare sortieren zu wollen und die große Unordnung, die Rock’n’Roll nun mal ist, in geordnete Bahnen lenken zu müssen. Dabei müssen auch so verschiedene Dimensionen wie der Song, bei dem man das erste Mal ein Mädchen geküsst hat, und das Lied, das man als erstes gehört hat, als Elliott Smith sich umgebracht hat, irgendwie miteinander verglichen werden können.

Genau diesem Dilemma bin ich jetzt ausgesetzt. Aber ich kann Ihnen versichern: Sie werden es auch noch!

PS: Da ich keine passende Stelle in diesem Eintrag gefunden habe, wo ich den wunderbaren jüngsten Beitrag in Philipp Holsteins Popkulturblog bei „RP Online“ hätte verlinken können, mache ich es einfach gesondert hier.

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