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Digital Politik

Tooooot! Tot in Düsseldorf!

Weil ich ein wenig Angst habe, mich in etwas hin­ein­zu­stei­gern, und ich beim The­ma „RP Online“ eh zu Blut­hoch­druck nei­ge, dach­te ich mir, ich fra­ge ein­fach mal Sie, die sach­kun­di­gen Leser:

Was hal­ten Sie von der Idee, die Trau­er­fei­er für den ver­stor­be­nen Düs­sel­dor­fer Ober­bür­ger­meis­ter Joa­chim Erwin mit einem Live-Ticker zu beglei­ten, ver­gleich­bar dem zum Schla­ger-Grand-Prix am letz­ten Sams­tag?

[via Tho­mas Knü­wer im Twit­ter]

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Digital

Embedded journalism

In der ver­gan­ge­nen Woche tauch­te bei You­Tube ein Video auf, dass den rus­si­schen Oppo­si­ti­ons­po­li­ti­ker und Ex-Schach­welt­meis­ter Gari Kas­pa­row auf einer Ver­an­stal­tung zeigt. Plötz­lich kommt ein männ­li­ches Geni­tal mit Rotor­blät­tern her­an­ge­schwebt, das von einem Per­so­nen­schüt­zer Kas­pa­rows unschäd­lich gemacht wird.

Soweit eine ganz inter­es­san­te Geschich­te und ein recht wit­zi­ges Video. Bei „RP Online“ ent­schied man sich heu­te, dar­über zu berich­ten – und zwar in Form eines klei­nen Ein­lei­tungs­tex­tes und einer sech­zehn­tei­li­gen Bil­der­ga­le­rie. Wer sich durch die durch­ge­klickt hat, wird mit einem Link zum Video belohnt.

Das gan­ze Elend in sech­zehn Bil­dern (kli­cken Sie auf den Strei­fen für die Groß­an­sicht):

“RP Online” fotografiert ein YouTube-Video ab

Wer nicht so viel kli­cken will:

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen.
Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von YouTube.

[Direkt­link]

Über­haupt scheint es bei „RP Online“ kei­ne fes­ten Regeln zu geben, wie man mit You­Tube-Clips umzu­ge­hen hat: mal wer­den sie in den Arti­kel ein­ge­bun­den (wie im Fal­le der „Nackt-Ste­war­dess“, des „pein­li­chen Micro­soft-Vide­os“ oder der Neu­jahrs­an­spra­che von Gui­do Wes­ter­wel­le), mal wird das ent­spre­chen­de Video immer­hin ver­linkt (wie im Arti­kel über das „irre Gespenst“, in der Bil­der­ga­le­rie über den „irren You­tube-Hype um Rick Ast­ley“ oder eben ganz am Ende von Bil­der­ga­le­rien), und mal müss­ten die Leser das Video schon selbst suchen (wie bei dem „mys­te­riö­sen Zwerg“ oder – beson­ders merk­wür­dig – der vier­und­zwan­zig­tei­li­gen Bil­der­ga­le­rie „Die bes­ten You­Tube-Vide­os des Jah­res“).

PS: Wenn „RP Online“ im Fal­le des flie­gen­den Glieds übri­gens noch zwei Minu­ten recher­chiert hät­te, hät­te man noch schrei­ben kön­nen, dass es ursprüng­lich zwei flie­gen­de Phal­li gab.

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Digital

Die Top-Themen von „RP Online“

… am 22. Mai 2008, kurz nach 18 Uhr:

Top-Themen bei “RP Online”

[Alle Screen­shots: „RP Online“, Zusam­men­stel­lung: Cof­fee And TV]

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Print Gesellschaft

Klappe zu, Affe tot

Düs­sel­dorfs Ober­bür­ger­meis­ter Joa­chim Erwin ist in der Nacht zum Diens­tag ver­stor­ben und da er bereits seit län­ge­rem schwer krank war, lagen die Nach­ru­fe natür­lich schon fer­tig getippt in der Schub­la­de.

Wäh­rend die „Rhei­ni­sche Post“ in sal­bungs­vol­len Wor­ten auf das Leben und Wir­ken zurück­blickt, wäh­rend sogar poli­ti­sche Geg­ner loben­de Wor­te für den wirk­lich nicht unum­strit­te­nen Ver­stor­be­nen fin­den, ent­schied sich die „Neue Rhein Zei­tung“ („NRZ“) für einen ganz ande­ren, eher gewag­ten Weg: über dem Arti­kel des Düs­sel­dor­fer Redak­ti­ons­lei­ters Frank Preuss prangt zwar das Wort „Nach­ruf“, aber eigent­lich han­delt es sich um eine ver­mut­lich lan­ge geplan­te Abrech­nung:

Wer, schwerst­krank und abge­ma­gert, die Öffent­lich­keit wis­sen lässt, dass er am Tag der Arbeit mit Ver­kehrs­pla­nern in sei­nem Gar­ten dis­ku­tiert, löst nicht Bewun­de­rung aus, son­dern Mit­leid. Das gilt auch für den, der immer wie­der ver­kün­det, wie vie­le Urlaubs­ta­ge er der Stadt doch schen­ke. Wenn es um Düs­sel­dorf ging, dann ging es vor allem um ihn: Vor­schlä­ge, die ande­re mach­ten, hat­ten kaum Über­le­bens­chan­cen. Und Erwin genoss über sei­ne gesam­te Amts­zeit die Mär, dass ohne ihn nichts funk­tio­nie­ren kön­ne in die­ser Stadt.

[…]

Erwin, Schnell­den­ker mit stoi­ber­scher Akten­kennt­nis, enor­mem Fleiß und unbrems­ba­rer Ent­schei­dungs­freu­de, aber auch unbe­herrscht und ohne Kor­rek­tiv, war einer, der sich noch selbst ver­göt­ter­te, wenn ande­re ihn längst gelobt hat­ten. Dem es nicht lang­te, Sie­ge still und damit stil­voll zu genie­ßen: „Ich schwim­me auf einer Woge der Begeis­te­rung”, dik­tier­te er Jour­na­lis­ten Ende 2000. Sei­ne Eigen­wer­bung nahm bald krank­haf­te Züge an. Sich selbst zu hin­ter­fra­gen, lag nicht in sei­nem Uni­ver­sum, Kri­ti­ker bügel­te er in oft klein­ka­rier­ter Form ab. Dass erst Sou­ve­rä­ni­tät Grö­ße aus­macht, hat sich ihm nie offen­bart.

Nie Fra­gen, nur Lek­tio­nen

Und als er Rudi Assau­er, dem Mana­ger des FC Schal­ke 04, beim Anblick der Gel­sen­kir­che­ner Are­na einen Vor­trag dar­über hielt, wie man so etwas bes­ser bau­en kön­ne, teil­te der stau­nend Belehr­te das Schick­sal aller Gesprächs­part­ner Erwins: Der glaub­te nicht nur alles bes­ser zu wis­sen, er glaub­te es auch bes­ser zu kön­nen. Joa­chim Erwin stell­te nie Fra­gen, er erteil­te Lek­tio­nen.

Eine Cha­rak­ter­schwä­che, die den Ruf der Lan­des­haupt­stadt in der Nach­bar­schaft als Heim­statt der Groß­spu­ri­gen zemen­tier­te und Ver­su­che regio­na­ler Zusam­men­ar­beit oft im Keim erstick­te. Nie­mand hat­te Lust, sich vor­füh­ren zu las­sen. „Wer nur geliebt wer­den will, kann nichts gestal­ten”, begrün­de­te Erwin und gewähr­te sich so Asyl.

Die Lis­te derer, die er men­schen­ver­ach­tend behan­del­te und belei­dig­te, ist lang. Letz­tes Opfer: die von ihm nicht erwünsch­te Umwelt­de­zer­nen­tin. Mit Medi­ka­men­ten voll­ge­pumpt wur­de er selbst im Ange­sicht des Todes nicht ent­spann­ter, nur im Ton sanf­ter. Man müs­se auch „mal hören, dass man ein Arsch ist”, hat er bei einem Vor­trag einst gesagt. Nur: Wer hät­te sich das in einem Kli­ma der Angst getraut?

In den Kom­men­ta­ren ent­sponn sich sogleich eine aus­gie­bi­ge Dis­kus­si­on (so also kriegt Der­Wes­ten sei­ne Com­mu­ni­ty ans Lau­fen), ob man denn sowas machen kön­ne: ein­tre­ten auf einen, des­sen Leich­nam noch nicht mal kalt ist.

Es gibt Lob für die muti­ge Ent­schei­dung:

Es gibt und gab nicht vie­le Jour­na­lis­ten die sich trau­en einen Teil der Wahr­heit über Herrn Erwin zu schrei­ben. Einer davon war Herr Preuss.

Die meis­ten ande­ren haben geschwie­gen.

Es gibt böse Kom­men­ta­re, die sogar extra das Wort „Schrei­ber­ling“ aus dem „Rat­ge­ber für erzürn­te Leser­brief­schrei­ber“ her­aus­ge­sucht haben:

Der Mann, der da geschrie­ben hat ist ein völ­lig uner­träg­li­cher Mensch, der von nor­ma­len mit­tel­eu­ro­päi­schen Umgangs­for­men offen­sicht­lich noch nie etwas gehört hat. Kein Aus­hän­ge­schild für die Zei­tung, son­dern ein­fach nur ein erbärm­li­cher, medio­krer, klei­ner Schrei­ber­ling, der an das Niveau eines Joa­chim Erwin nie­mals her­an­rei­chen wird.

An die­sem sehr kon­kre­ten Bei­spiel kann man eine zen­tra­le Fra­ge dis­ku­tie­ren, die nicht nur für den Jour­na­lis­mus, son­dern für unse­re gan­ze Kul­tur wich­tig ist: Wie geht man mit Ver­stor­be­nen um, über die man bedeu­tend mehr Schlech­tes als Gutes sagen könn­te? Streng genom­men könn­te man lob­hu­deln­de Nach­ru­fe als unjour­na­lis­ti­sche Lügen­ge­schich­ten brand­mar­ken und sich über die Auf­rich­tig­keit von „Schrei­ber­lin­gen“ wie Frank Preuss freu­en. Ande­rer­seits fal­len Sät­ze wie „eigent­lich war er ja schon ’n Arsch“ für gewöhn­lich frü­hes­tens beim drit­ten Schnaps nach dem Beer­di­gungs­kaf­fee und nicht unbe­dingt am offe­nen Grab.

Das Geheim­nis dahin­ter heißt Pie­tät und sorgt unter ande­rem dafür, dass man die Fra­ge „Wie sehe ich aus?“ mit­un­ter nicht ganz wahr­heits­ge­mäß beant­wor­tet. Wer das für Lügen hält, fin­det es ver­mut­lich auch „auf­rich­tig“, wenn er von unfreund­li­chen Super­markt­kas­sie­re­rin­nen ange­pflaumt wird.

Letzt­lich muss wohl jeder für sich selbst beant­wor­ten, was schlim­mer ist: Ein Nach­ruf, der die For­mu­lie­rung „den wären wir los“ nur unter Anstren­gung ver­mei­det, oder die Staats­trau­er-Ambi­tio­nen von „RP Online“ (nicht unter „Düs­sel­dorf ver­liert sein Herz“ zu haben), „Cen­ter TV“ und WDR. Viel­leicht auch ein­fach bei­des.

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Rundfunk

Housebesuch

Ich habe erst heu­te (und damit pas­send zum ges­tern gesen­de­ten Staf­fel­fi­na­le) fest­ge­stellt, dass „RP Online“ vor mehr als einem Jahr sechs Medi­zi­ner zu „Dr. House“ befragt hat.

Sie fin­den die Serie alle­samt unrea­lis­tisch und Dr. Gre­go­ry House min­des­tens unsym­pa­thisch, wenn nicht gar unhalt­bar, aber das soll uns nicht groß inter­es­sie­ren, denn es han­delt sich ja um eine fik­tio­na­le Serie und nicht um einen medi­zi­ni­schen Fach­auf­satz.

Ihre Ein­schät­zun­gen sind nichts­des­to­trotz fast durch­gän­gig inter­es­sant und hier in einer sie­ben­tei­li­gen Klick­stre­cke nach­zu­le­sen.

Nach­trag, 8. Mai: Mei­ne Mut­ter wies mich dar­auf hin, dass die „NRZ“ vor ein paar Wochen etwas ganz ähn­li­ches gemacht hat. Aller­dings ist der Arzt, der die Serie dort ana­ly­siert, Fan.

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Digital

Drunter und drüber mit RP-Online

Will­kom­men zu unse­rem klei­nen Quiz „Spre­chen Sie RPO?“, bei dem es gilt, eine Über­schrift ins Deut­sche zu über­set­zen.

Wor­um geht es wohl in einem „Arti­kel“, den RP-Online wie folgt über­schreibt?

Gisele Bündchen zeigt, was Frau drunter trägt

Sie haben es natür­lich sofort an der Prä­po­si­ti­on „drun­ter“ erkannt: es geht um Schu­he, auf­be­rei­tet in einer fünf­zehn­tei­li­gen Bil­der­ga­le­rie, in der im Prin­zip vier­zehn Mal das glei­che Motiv zu sehen ist.

Beglei­tet wird die­ser „Arti­kel“ in bes­ter RP-Online-Tra­di­ti­on nicht von drei, nicht von vier und nicht von fünf, son­dern von sechs wei­te­ren Bil­der­ga­le­rien:

Sechs Bildergalerien braucht’s schon

Wenn man alle durch­klickt, hat man 131 neue Klicks gene­riert.

Bodo Hom­bach, Chef der WAZ-Grup­pe, hat übri­gens eine Prä­mie aus­ge­setzt, wenn das WAZ-Por­tal derwesten.de RP-Online bis zum Jah­res­en­de als füh­ren­des regio­na­les Inter­net­an­ge­bot in NRW ablöst. Ich hät­te da ja durch­aus einen Mas­ter­plan, den ich Herrn Hom­bach gegen einen gerin­gen Obu­lus ger­ne aus­führ­lich erklä­re …

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Film Print

Kulturhauptstadt 2008 (2)

„Ein­plal­fo“ schlägt mir die T9-Funk­ti­on mei­nes Mobil­te­le­fons jedes Mal vor, wenn ich „Dins­la­ken“ schrei­ben will (danach kommt „Ein­plalfn“ und erst dann der rich­ti­ge Orts­na­me). Es ist sehr alt und kennt noch nicht die Kul­tur­me­tro­po­le am Nie­der­rhein, aus der heut­zu­ta­ge jeder zwei­te Nach­wuchs­künst­ler kommt.

Die neu­es­ten Mel­dun­gen stam­men vom König des Pop­schla­gers, Micha­el Wend­ler, des­sen sechs Jah­re alte Pri­vat­in­sol­venz die „Bild“-Zeitung letz­te Woche pas­send zum Char­t­ein­stieg „ent­hüllt“ hat (Teil 1, Teil 2, Teil 3 und ges­tern end­lich das Inter­view), und ges­tern dann die Welt­pre­mie­re des Films „Lauf um Dein Leben“, der zu wei­ten Tei­len in der Stadt gedreht wur­de.

Letz­te­rem Ereig­nis ver­dan­ken wir auch die­se wun­der­ba­re Bil­der­ga­le­rie bei „RP Online“, die eine der wohl schmuck­lo­ses­ten Film­pre­mie­ren west­lich von Kasach­stan zei­gen dürf­te – ich sag nur „Der Haus­halts­wa­ren-Dis­coun­ter“.

[Die­ser Ein­trag ist eine Fort­set­zung von „Kul­tur­haupt­stadt 2008“]

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Print Digital

Latte niedriger gelegt

heute-online.ch, 7. April:

Flotter Dreier mit Shakira auf Sextape?

orf.at, 9. April:

Shakira: Beim flotten Dreier gefilmt?

nachrichten.ch, 9. April:

Shakira beim flotten Dreier gefilmt?

mtv.de, 9. April:

Sexvideo - Jetzt auch Shakira?

rp-online.de, 9. April:

Erpressung mit Shakira-Sex-Video?

Alle die­se Fra­gen las­sen sich recht ein­fach beant­wor­ten:

NEIN!

Wenn die Men­schen, die die­se Über­schrif­ten in ihre Redak­ti­ons­sys­te­me getippt haben, am glei­chen Com­pu­ter kurz eine Goog­le-Anfra­ge (in etwa shaki­ra sex tape oder art­ver­wand­tes) gestar­tet hät­ten, wären sie even­tu­ell auf die­se neu­see­län­di­sche Nach­rich­ten­sei­te gesto­ßen, auf die­ses Blog bei sfgate.com oder auf die­sen Bei­trag bei popcrunch.com. Sie hät­ten bin­nen Sekun­den her­aus­ge­fun­den, dass die „Gerüch­te“, nach denen „angeb­lich“ ein Video exis­tie­ren „soll“, das Shaki­ra bei einem „flot­ten Drei­er“ zeigt, auf einem April­scherz beru­hen.

Als schwei­zer, öster­rei­schi­sche und deut­sche Medi­en die Geschich­te am Mitt­woch die­ser Woche auf­zu­grei­fen began­nen, war also schon vier bis sechs Tage klar, dass sie nicht stimmt. Bei mtv.de frag­te ein Kom­men­ta­tor bereits am Mitt­woch­abend, war­um man dort einen auf­ge­klär­ten April­scherz ver­brei­te – und erhielt wenig über­ra­schend kei­ne Ant­wort. Die schwei­zer Bou­le­vard-Sei­te 20minuten.ch hat ihre Geschich­te vom Diens­tag ohne einen wei­te­ren Kom­men­tar aus dem Netz genom­men, im Goog­le-Archiv kann man sie aber noch nach­le­sen und sich dar­über wun­dern, dass dem zustän­di­gen Mit­ar­bei­ter bei sei­ner angeb­li­chen Online­re­cher­che nichts auf­ge­fal­len sein soll:

Wie der Online­dienst und wei­te­re Blogs berich­ten, soll das ero­ti­sche Streif­chen ein offi­zi­el­les Beweis­stück in einem Pro­zess sein, den Sanz gegen zwei ehe­ma­li­ge Ange­stell­te füh­re.

Der „Ber­li­ner Kurier“ geht ges­tern (10. April) zwar auf die Zwei­fel an der Geschich­te ein

Pech nur, dass die Pop-Ama­zo­ne und ihre zwei Gala­ne von dem Drei­er gar nichts mit­be­kom­men haben wol­len. Ver­tre­ter des Tri­os sag­ten: „Es gibt kei­ne Mög­lich­keit, dass ein sol­ches Video exis­tiert. Es han­delt sich um ein bös­ar­ti­ges Gerücht ohne Basis.“

schafft aber in der Über­schrift kacken­dreist Fak­ten:

Shakira beim Sex mit zwei Männern gefilmt

Beson­ders beein­dru­ckend ist natür­lich das, was Radio NRJ schreibt, wo man die Mel­dung offen­bar als ers­tes deutsch­spra­chi­ges Medi­um ver­brei­te­te:

Sowohl Shaki­ra als auch Anto­nio de la Rúa und Ale­jan­dro Sanz demen­tie­ren die Berich­te. Von einem April-Scherz ist die Rede…

Ich weiß jetzt einen wei­te­ren Grund, war­um ich April­scher­ze has­se: Weil Jour­na­lis­ten den Blöd­sinn auch nach der Auf­klä­rung noch wei­ter­ver­brei­ten.

[via die Kom­men­ta­re bei Ste­fan Nig­ge­mei­er]

Nach­trag, 16:55 Uhr: Bei RP-Online hat man’s bemerkt und reagiert ent­spre­chend:

RP-Online entschuldigt sich.

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Digital

„RP Online“ greift ins Klo

In den USA muss­te eine Frau ope­ra­tiv von ihrer Klo­bril­le getrennt wer­den, weil sie zwei Jah­re lang auf ihrer Toi­let­te geses­sen hat­te und mit die­ser ver­wach­sen war. Es ist eine merk­wür­di­ge Geschich­te, die ver­mut­lich mit ernst­haf­ten psy­chi­schen Pro­ble­men zusam­men­hängt, und über die man sich des­halb nicht wei­ter aus­las­sen und schon gar nicht lus­tig machen soll­te.

Anders als „RP Online“, wo man es offen­bar für nötig hielt, das The­ma mit den fol­gen­den jour­na­lis­ti­schen Zusatz­in­for­ma­tio­nen noch zu ver­tie­fen:

“RP Online” greift ins Klo

Nach­trag, 12:45 Uhr: Huch! Die drei Bil­der­ga­le­rien sind aus dem Arti­kel ver­schwun­den – und durch „20 schier unglaub­li­che Mel­dun­gen“ ersetzt wor­den …

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Musik

Über Listen

Jedes Jahr im Dezem­ber ist es das glei­che Elend: Musik­zeit­schrif­ten und Web­sei­ten-Betrei­ber rufen ihre Leser zum Ein­sen­den derer per­sön­li­chen Jah­res­hit­pa­ra­den auf und ich sit­ze mit zer­wühl­ten Haa­ren und wir­rem Blick vor mei­nem Com­pu­ter und einem Berg von Noti­zen und ver­su­che, Ord­nung in das Musik­jahr zu brin­gen.

Den­ke ich wäh­rend des Jah­res immer, es sei­en ja dies­mal nicht soooo vie­le gute Songs und Alben erschie­nen, zwi­schen denen ich mich ent­schei­den müs­se, wird die­se Ein­schät­zung spä­tes­tens beim Anblick der extra dafür ange­leg­ten iTu­nes-Play­list bzw. der eige­nen Sta­tis­tik bei last.fm zunich­te gemacht. Immer­hin weiß ich jetzt, wel­che Songs ich am häu­figs­ten gehört habe – aber waren das auch die bes­ten? Und wie defi­nie­re ich „die bes­ten“? Nach pseu­do-objek­ti­ven Kri­te­ri­en oder danach, wie viel Spaß ich beim Hören habe? Wür­de ich ein­fach mei­nen häu­figs­ten und pene­tran­tes­ten Ohr­wurm zum „Song des Jah­res“ ernen­nen, wäre das „Umbrel­la“ von Rihan­na – aber auch nur, weil „Durch den Mon­sun“ von Tokio Hotel, der mir nach den EMAs drei Wochen lang im Hirn kleb­te, schon zwei Jah­re alt ist.

Dabei trägt es nicht gera­de zur schnel­len Fin­dung bei, wenn der eige­ne Musik­ge­schmack immer eklek­ti­scher wird und sich auf der Long­list mun­ter Indierock­bands, Girl­groups, Hip-Hop­per, Main­stream-Pop­per, Deutsch­punks und Elek­tro­ni­ker tum­meln. Denn, mal im Ernst: Wie soll ich „Love Me Or Hate Me“ mit „Don’t Stop Now“ ver­glei­chen, wie „D.A.N.C.E.“ mit „Imi­ta­tio­nen“?

Nun wird der Außen­ste­hen­de viel­leicht den­ken: „War­um tut sich die­ser jun­ge Mann das an? War­um ver­schwen­det er sei­ne Zeit mit so unbe­deut­sa­men Über­le­gun­gen? Er soll lie­ber was gegen den Treib­haus­ef­fekt tun oder der CDU die Herd­prä­mie aus­re­den!“ Das Erstel­len per­sön­li­cher Bes­ten­lis­ten nimmt sich gegen das Elend in Dar­fur oder auch nur das vor der eige­nen Haus­tür natür­lich lächer­lich und klein aus, aber in die­sen Dimen­sio­nen den­ken Pop­kul­tur­fans nicht. Und selbst wenn: Es wür­de kaum etwas ändern.

Wer „High Fide­li­ty“ gele­sen und sich dar­in wie­der­ge­fun­den hat, ist von einem inne­ren Zwang getrie­ben, das Unsor­tier­ba­re sor­tie­ren zu wol­len und die gro­ße Unord­nung, die Rock’n’Roll nun mal ist, in geord­ne­te Bah­nen len­ken zu müs­sen. Dabei müs­sen auch so ver­schie­de­ne Dimen­sio­nen wie der Song, bei dem man das ers­te Mal ein Mäd­chen geküsst hat, und das Lied, das man als ers­tes gehört hat, als Elliott Smith sich umge­bracht hat, irgend­wie mit­ein­an­der ver­gli­chen wer­den kön­nen.

Genau die­sem Dilem­ma bin ich jetzt aus­ge­setzt. Aber ich kann Ihnen ver­si­chern: Sie wer­den es auch noch!

PS: Da ich kei­ne pas­sen­de Stel­le in die­sem Ein­trag gefun­den habe, wo ich den wun­der­ba­ren jüngs­ten Bei­trag in Phil­ipp Hol­steins Pop­kul­tur­blog bei „RP Online“ hät­te ver­lin­ken kön­nen, mache ich es ein­fach geson­dert hier.

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Hilfe! (Ambulant oder stationär)

Es ist beun­ru­hi­gend, ja gera­de­zu skan­da­lös, was da seit ges­tern durch die deut­sche Medi­en­land­schaft geis­tert: Der Medi­zi­ni­sche Dienst der Spit­zen­ver­bän­de der Kran­ken­kas­sen (MDS) ver­öf­fent­lich­te ges­tern sei­nen Prüf­be­richt zur Qua­li­tät in der ambu­lan­ten und sta­tio­nä­ren Pfle­ge. Noch bevor das Papier offi­zi­ell vor­ge­stellt wur­de, hat­te die „Bild“-Zeitung eine gro­ße Titel­ge­schich­te zu dem The­ma gebracht, die jetzt nicht so hun­der­pro­zen­tig exakt war, um es mal vor­sich­tig aus­zu­drü­cken.

Was folg­te, zeig­te mal wie­der, dass Jour­na­lis­ten einer dpa-geti­cker­ten „Bild“-Schlagzeile mehr ver­trau­en als ihrer eige­nen Lese­kom­pe­tenz, denn statt auch nur mal nach­zu­gu­cken, ob die Behaup­tun­gen von „Bild“ rich­tig sind, schrie­ben sie die­se mun­ter ab.

Oft krei­sen die Berich­te um die Behaup­tung von „Bild“, jeder drit­te Pati­ent bekom­me nicht genug zu essen oder zu trin­ken.

„Spie­gel Online“ schreibt ab:

Der aktu­el­le Prüf­be­richt des Medi­zi­ni­schen Diens­tes der Spit­zen­ver­bän­de der Kran­ken­kas­sen (MDS) offen­bart einem Bericht der „Bild“-Zeitung zufol­ge skan­da­lö­se Zustän­de bei ambu­lan­ten Pfle­ge­diens­ten und in deut­schen Pfle­ge­hei­men. Dem­nach bekommt nach die­sem Bericht jeder drit­te Pfle­ge­fall (Hei­me: 34,4 Pro­zent; ambu­lan­te Pfle­ge: 29,6 Pro­zent) nicht genug zu essen und zu trin­ken.

Auch die „Süd­deut­sche Zei­tung“ beruft sich lie­ber auf „Bild“ statt auf den Bericht selbst:

Jeder drit­te Pfle­ge­fall bekom­me nicht genug zu Essen und zu Trin­ken, schreibt die Bild-Zei­tung unter Beru­fung auf den Bericht. In Hei­men sei­en es 34,4 Pro­zent der Fäl­le, bei der ambu­lan­ten Pfle­ge 29,6 Pro­zent.

Die­ses Spiel über Ban­de ist immer­hin ein biss­chen weni­ger irre­füh­rend als das, was tagesschau.de behaup­tet:

Dem­nach bekommt offen­bar jede drit­te zu pfle­gen­de Per­son nicht genug Essen und Trin­ken.

Und der Voll­stän­dig­keit hal­ber auch noch n‑tv.de:

Etwa jeder drit­te Pfle­ge­be­dürf­ti­ge bekom­me nicht genug zu essen und zu trin­ken.

Nun mag es eini­ger­ma­ßen ver­ständ­lich erschei­nen, dass kein Jour­na­list mal eben 212 Sei­ten voll Daten und Fak­ten durch­ar­bei­ten will. Muss er aber gar nicht, denn eine schlich­te Suche nach dem Wort „Ernäh­rung“ im PDF-Doku­ment hät­te zum Bei­spiel auf Sei­te 48 ver­wie­sen, wo es heißt:

Die fest­ge­stell­ten Män­geln bei der Ernäh­rung und Flüs­sig­keits­ver­sor­gung sind nicht unbe­dingt gleich­be­deu­tend mit einer bereits ein­ge­tre­te­nen Unter­ernäh­rung oder einer Dehy­drat­a­ti­on.

Auf Sei­te 66 steht:

Bei 65,6 % der im 1. HJ 2006 in die Prü­fung ein­ge­zo­ge­nen Bewoh­ner lagen bei der Ernäh­rung und Flüs­sig­keits­ver­sor­gung kei­ne Qua­li­täts­pro­ble­me vor. Bei 34,4 % der Per­so­nen wur­den Män­gel fest­ge­stellt. Auch hier sind die­se Män­gel nicht unbe­dingt gleich­be­deu­tend mit einer ein­ge­tre­te­nen Unter­ernäh­rung oder einer Dehy­drat­a­ti­on.

Immer­hin heute.de hat es irgend­wie geschafft, die Tat­sa­chen rich­tig aus dem Bericht abzu­pin­nen:

Der Bericht weist nach wie vor Män­gel bei der Ernäh­rung und Flüs­sig­keits­ver­sor­gung der Pfle­ge­be­dürf­ti­gen aus. Bei etwa jedem drit­ten Fall (Hei­me: 34,4 Pro­zent; ambu­lan­te Pfle­ge: 29,6 Pro­zent) stell­ten die Prü­fer Defi­zi­te fest. Sie kri­ti­sier­ten etwa unzu­rei­chen­de Gewichts­kon­trol­len oder eine feh­len­de Ermitt­lung des Ener­gie­be­darfs der Bewoh­ner. Dies bedeu­te aber nicht unbe­dingt, dass die Betrof­fe­nen jeweils unter­ver­sorgt oder man­gel­haft ernährt sei­en, hieß es.

Im Ver­gleich zum letz­ten Bericht, der das 2. Halb­jahr 2003 erfass­te, hat sich die Qua­li­tät der Pfle­ge auf bei­na­he jedem Gebiet ver­bes­sert, wenn auch mit­un­ter nur ganz leicht.
„Bild“ wür­dig­te die­sen Sach­ver­halt mit vier Wor­ten:

Geän­dert hat sich wenig.

Das mag bei einer ent­spre­chen­den Aus­le­gung des Wor­tes „wenig“ ja sogar noch rich­tig sein, bei Heri­bert Prantls Kom­men­tar in der heu­ti­gen „Süd­deut­schen Zei­tung“ wur­de dar­aus aber schon ein:

Seit Jah­ren hat sich nichts ver­bes­sert – doch nie­mand reagiert.

(Dass Prantl 34,4 bzw. 29,6 % für „Fast die Hälf­te der Men­schen in den unter­such­ten Pfle­ge­hei­men“ hält, die auch noch „Hun­ger und Durst“ „lei­det“, schlägt dann dem Fass die Kro­ne ins Gesicht.)

Dabei hät­te man nur das Vor­wort lesen müs­sen, um von der Ver­bes­se­rung der Situa­ti­on zu erfah­ren:

Die Pfle­ge­ein­rich­tun­gen haben in den zurück­lie­gen­den drei Jah­ren erkenn­ba­re Anstren­gun­gen unter­nom­men, um die Pfle­ge­qua­li­tät in den Pfle­ge­ein­rich­tun­gen wei­ter­zu­ent­wi­ckeln. Bei vie­len Qua­li­täts­kri­te­ri­en las­sen sich Ver­bes­se­run­gen nach­wei­sen. Ein Teil die­ser Ent­wick­lun­gen ist auch auf die Wir­kung der Arbeit des MDK zurück­zu­füh­ren. Der Bericht zeigt aber auch, dass die Pfle­ge nach wie vor ein Qua­li­täts­pro­blem hat, aus dem sich ein erheb­li­cher Opti­mie­rungs­be­darf in den ambu­lan­ten Pfle­ge­diens­ten und sta­tio­nä­ren Pfle­ge­ein­rich­tun­gen ergibt.

„Spie­gel Online“ schaff­te es immer­hin, einen zwei­ten Arti­kel hin­ter­her­zu­schie­ben, wo man unter der Über­schrift „Pfle­ge ver­bes­sert – Pro­ble­me blei­ben“ fol­gen­des lesen kann:

„Die Pfle­ge-Schan­de“, titelt die „Bild“-Zeitung heu­te und pran­gert die skan­da­lö­sen Miss­stän­de in deut­schen Alten­hei­men an. Die Prü­fer der Kran­ken­kas­sen sind über­rascht: Denn seit ihrem letz­ten Bericht hat sich die Lage fast über­all ver­bes­sert – auch wenn die Pro­ble­me blei­ben.

Lei­der ist die­se par­ti­el­le Rich­tig­stel­lung im ers­ten Arti­kel, wo „Spie­gel Online“ noch mun­ter den „Bild“-Blödsinn zitiert, nicht ver­linkt.

Regel­recht reflek­tiert wirkt da schon der Arti­kel bei „RP Online“:

Der jüngs­te Prüf­be­richt des Medi­zi­ni­schen Diens­tes zei­ge, dass es in den ver­gan­ge­nen Jah­ren bei allen wich­ti­gen Ver­sor­gungs­kri­te­ri­en Ver­bes­se­run­gen gege­ben habe, wenn auch auf nied­ri­gem Niveau. „Die Pfle­ge hat nach wie vor ein Qua­li­täts­pro­blem“, räum­te Ger­del­mann ein. […] Dies bedeu­te aber nicht, dass es einen „Pfle­ge­skan­dal“ gebe.

Und so haben wir seit ges­tern zwei Skan­da­le in Deutsch­land: Die von der „Bild“-Zeitung aus­ge­ru­fe­ne „Pfle­ge­schan­de“, bei der genau genom­men natür­lich jeder Fall von unzu­rei­chen­der Behand­lung schreck­lich und skan­da­lös ist, und die kaum wahr­ge­nom­me­ne, lei­der auch kaum noch über­ra­schen­de Tat­sa­che, dass die Ver­fech­ter des Qua­li­täts­jour­na­lis­mus lie­ber schnell irgend­was wei­ter­plap­pern, als nur mal für zehn Minu­ten selbst zu recher­chie­ren.

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Vor-„Bild“

Vor zwei Mona­ten hat­te ich mal in einem Neben­satz fal­len las­sen, dass sich „Bild“ und „Rhei­ni­sche Post“ nicht mehr groß inhalt­lich unter­schei­den, seit die „RP“ einen Chef­re­dak­teur (Sven Gös­mann) und einen Online-Chef (Oli­ver Eckert) hat, die bei­de zuvor bei „Bild“ aktiv waren. Ich hat­te mich längst damit abge­fun­den, dass die „RP“ die etwas klein­for­ma­ti­ge­re, dicke­re (und teu­re­re) Rhein­land-Aus­ga­be von „Bild“ ist. Jetzt muss­te ich aber fest­stel­len: Ver­giss die „Rhei­ni­sche Post“, sie sind über­all!

Heu­te steht in „Bild“ und bei „Bild.de“:

Brötchen-Millionär Heiner Kamps spricht in BILD: Darum ging ich nicht zu Gülcans Hochzeit

Der Arti­kel ist übri­gens eini­ger­ma­ßen amü­sant. Wel­cher Sohn möch­te von sei­nem Vater drei Tage nach der (ers­ten) Hoch­zeit nicht einen Satz wie die­sen hören lesen?

„Aber ich den­ke, dass Sebas­ti­an durch die­se Erfah­run­gen schlau­er gewor­den ist. Das wird er bestimmt nicht wie­der machen.“

Dar­um soll es aber gar nicht gehen. Auch nicht um den grund­sätz­li­chen Nach­rich­ten­wert die­ser Mel­dung (Stich­wort „Som­mer­loch“). Aber viel­leicht dar­um:

Gülcan-Hochzeit: Jetzt spricht Heiner Kamps

Der Arti­kel bei „RP Online“ ist eigent­lich nur eine leicht gekürz­te Ver­si­on des „Bild“-Artikels mit ein biss­chen mehr indi­rek­ter Rede. Damit ist man aber nicht allei­ne: Die Zita­te von Hei­ner Kamps gin­gen über die Agen­tu­ren und tauch­ten anschlie­ßend bei „die-news.de“, „Focus Online“, „europolitan.de“ und (natür­lich) „Spie­gel Online“ auf. Und auch die nächs­te „Bild“-Meldung tickert gera­de mun­ter durchs Land:

Ex-Terroristin Mohnhaupt will Namen ändern

Es ist ja schon mal eine Wei­ter­ent­wick­lung, dass „Bild“ inzwi­schen „Ex-Ter­ro­ris­tin“ schreibt. Die Mel­dung dazu ist übri­gens denk­bar unspek­ta­ku­lär und geht so (unge­kürzt):

Karls­ru­he – Die im März nach 24 Jah­ren Haft auf Bewäh­rung ent­las­se­ne Ex-RAF-Ter­ro­ris­tin Bri­git­te Mohn­haupt (58, Foto) will eine neue Iden­ti­tät:

Nach BILD-Infor­ma­tio­nen aus Jus­tiz­krei­sen hat sie eine Namens­än­de­rung bean­tragt.

Mohn­haupt, die von der Bewäh­rungs­hil­fe­or­ga­ni­sa­ti­on „Neu­start“ betreut wird, lebt im Süden Deutsch­lands.

Und soll dort eine Anstel­lung in einer Auto­tei­le­fa­brik erhal­ten haben. (koc)

Und was macht „RP Online“?

Nach Entlassung aus der Haft: Neue Identität für Ex-Terroristin Mohnhaupt?

Immer­hin: Hier wird das ver­meint­li­che „Bild“-Fakt in der Über­schrift hin­ter­fragt. Was sagt der Text?

Ham­burg (RPO). Im März wur­de die ehe­ma­li­ge RAF-Ter­ro­ris­tin Bri­git­te Mohn­haupt nach 24 Jah­ren aus der Haft ent­las­sen. Einem Medi­en­be­richt zufol­ge hat sie nun eine Namens­än­de­rung bean­tragt, um ein neu­es Leben begin­nen zu kön­nen.

Mohn­haupt, die von der Bewäh­rungs­hil­fe­or­ga­ni­sa­ti­on „Neu­start“ betreut wer­de, lebe im süd­deut­schen Raum und habe dort eine Anstel­lung in einer Auto­tei­le­fa­brik erhal­ten, berich­tet die „Bild“-Zeitung.

„Schrei­be wört­li­che in indi­rek­te Rede um“, hieß die Auf­ga­ben­stel­lung in Deutsch-Klas­sen­ar­bei­ten der ach­ten Klas­se. Heu­te nennt man das wohl „Qua­li­täts­jour­na­lis­mus“