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Alder!

Gemäß Humor- und Scherz­ge­setz (HumSchG) erhe­be ich Anspruch auf fol­gen­den Namens­witz für Sport­re­dak­teu­re:

Ein deut­scher Spie­ler bei der EM wird zwei Adler auf dem Tri­kot haben: einen auf der Brust, einen als Schrift­zug auf dem Rücken.

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Viele Kühe machen Souveränität

Ja, wie hat Bay­ern Mün­chen denn jetzt gespielt?

Dortmund wirft Bremen raus, Bayern mit Mühe
[Spie­gel Online]

Bayern souverän, Hansa fliegt raus
[Net­zei­tung]

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Posh The Button

Die ers­ten zehn Tage des Janu­ars waren die gro­ßen Macher und Ent­schei­der wohl noch im Weih­nachts­ur­laub, am elf­ten kehr­ten sie an ihre Schreib­ti­sche zurück und mach­ten und ent­schie­den: Jür­gen Klins­mann wird Trai­ner beim FC Bay­ern Mün­chen, Jens Leh­mann nicht Tor­wart bei Borus­sia Dort­mund, Bur­da stellt sei­ne Zeit­schrift „Max“ ein und Ulf Pos­ch­ardt ver­lässt „Vani­ty Fair“. Die ers­te Aus­ga­be in der preis­wer­te­ren Rücken­draht­hef­tung war damit wohl die letz­te, die „Posh“ mit einem sei­ner ein­zig­ar­ti­gen Edi­to­ria­le („prä­gnant, unver­hoh­len, unan­ge­passt“, so ein Leser­brief­schrei­ber) eröff­nen durf­te. Und so muss­te ich mir trotz anders lau­ten­der Vor­sät­ze doch noch mal ein Heft kau­fen. 1

Ulf Poschardt: Ein verschenktes JahrAls die deut­sche Aus­ga­be des renom­mier­ten Peo­p­le-Maga­zins im letz­ten Febru­ar mit gro­ßem Tam­tam anlief, wur­de die Start­auf­la­ge von angeb­lich 500.000 Exem­pla­ren fast aus­schließ­lich von Medi­en­jour­na­lis­ten auf­ge­kauft. Wie es danach mit den Ver­kaufs­zah­len aus­sah, wuss­te man län­ge­re Zeit nicht. Als es dann über­ra­schend doch noch Zah­len gab, lagen die mit 172.000 ver­kauf­ten Exem­pla­ren im 3. Quar­tal 2007 (s. die IVW-Auf­la­gen­lis­te, S. 170) deut­lich höher, als die meis­ten Beob­ach­ter erwar­tet hät­ten. So ganz ernst genom­men wur­den die Zeit­schrift und ihr Chef­re­dak­teur nie, dafür hat­te man sich im Vor­feld („das Maga­zin für Mover und Shaker“, die kom­plett wei­ße Innen­ein­rich­tung der Redak­ti­on) zu pein­lich ver­hal­ten. Und auch Aktio­nen wie das Inter­view von Michel Fried­man (der für „Vani­ty Fair“ eini­ge inter­es­san­te Repor­ta­gen geschrie­ben hat) mit Horst Mahler unter der Über­schrift „So spricht man mit Nazis“ brach­te dem Blatt eher Spott und Kri­tik als jour­na­lis­ti­sches Renom­mee ein und die stän­di­ge Kampf­preis-Ver­ram­schung für einen Euro gab dem Leser auch nicht gera­de das Gefühl, ein hoch­wer­ti­ges Pro­dukt in der Hand zu haben. Egal, ob gera­de Lind­say Lohan, Geor­ge Cloo­ney, der Papst, Ange­la Mer­kel oder Knut auf dem Titel­bild waren: „Vani­ty Fair“ hat es nicht mal ins War­te­zim­mer mei­nes Fri­seurs geschafft.

Auf Zug­fahr­ten habe ich „Vani­ty Fair“ trotz­dem hin und wie­der ger­ne gele­sen durch­ge­blät­tert – auch weil man, wie Dani­el Fie­ne rich­tig bemerkt, kaum sonst so viel Heft für so wenig Geld bekam. Aber irgend­wann nerv­te mich die per­ma­nen­te Nich­tig­keit des Blat­tes und ich konn­te das wirt­schafts­li­be­ra­le, neo­kon­ser­va­ti­ve Geschwur­bel in den Edi­to­ri­als von Ulf „die FDP wäh­len ist Punk“ Pos­ch­ardt nicht mehr sehen:

In Deutsch­land war es ein ver­schenk­tes Jahr. Poli­tisch eines der Idio­tie. Sein Tri­um­pha­tor hieß Oskar Lafon­taine. Mit der Grün­dung der Lin­ken und ihrem schnel­len poli­ti­schen Erfolg auch in West­deutsch­land hat er die Agen­da des Jah­res bestimmt. Anstatt über die Zukunft zu spre­chen, über die Chan­cen der Glo­ba­li­sie­rung und die Her­aus­for­de­run­gen der Wis­sens­ge­sell­schaft, dis­ku­tier­te das Land abwech­selnd über Fra­gen des 19. Jahr­hun­derts oder der 70er-Jah­re. Das Land führ­te selbst­be­trun­ken einen inne­ren Mono­log über Gerech­tig­keit und Gleich­heit. Und das so, als wäre der angel­säch­si­sche „Raub­tier­ka­pi­ta­lis­mus“ über die Deut­schen wie eine Seu­che her­ein­ge­bro­chen.

Nun ist Pos­ch­ardt nicht mal ein Jahr nach dem Start frei­wil­lig gegan­gen (oder er wur­de es gar). Iro­ni­scher­wei­se fin­det sich in sei­ner letz­ten Aus­ga­be ein Inter­view mit Mat­thi­as Matus­sek, eben­falls frisch geschass­ter Kul­tur­chef des „Spie­gels“. Die bei­den reden über die Vor­tei­le des Katho­li­zis­mus. Es ist ein Witz. Und Pos­ch­ardt reicht damit sei­ne Bewer­bung für die Nach­fol­ge Ste­fan Aus­ts ein.

  1. Dass auf dem Cover „Exklu­siv: Nata­lie Port­man über ihre ers­ten Nackt­sze­nen“ stand, hat mit mei­ner Kauf­ent­schei­dung nichts zu tun.[]
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Sport Leben

Wie Wetter gemacht wird

Heu­te ist es kalt. Das erfuhr ich im Super­markt. Zwar wür­de ich per­sön­lich 15°C Mit­te Okto­ber als nicht wirk­lich kalt bezeich­nen, aber es ist immer­hin knap­pe zehn Grad käl­ter als am Wochen­en­de.

Viel wich­ti­ger ist aber, dass ich dort auch erfuhr, war­um es jetzt kalt ist/​wird: Das liegt dar­an, dass Bochum am Sams­tag gegen Bay­ern spielt. Auch in den letz­ten Jah­ren sei es da immer kalt gewe­sen, erklär­te die Kas­sie­re­rin der Frau am Bäcke­rei­t­re­sen.

Wie das Spiel aus­ge­hen wird, habe ich lei­der nicht erfah­ren.

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Digital Leben

Panik ohne Listen

Pop­kul­tur­lieb­ha­ber nei­gen mit­un­ter dazu, alles in Lis­ten zu orga­ni­sie­ren. Das wis­sen wir spä­tes­tens seit Nick Horn­bys „High Fide­li­ty“ (Platz 2 mei­ner Lieb­lings­bü­cher, Platz 4 mei­ner Lieb­lings­fil­me).

Ich habe schon mein Leben lang Spaß an Lis­ten und Sta­tis­ti­ken. Den Grand Prix Euro­vi­si­on de la Chan­son habe ich haupt­säch­lich wegen der ellen­lan­gen, wahn­sin­nig ermü­den­den Punk­te­ver­ga­be am Schluss geschaut. Ich habe sogar mit Play­mo­bil-Figu­ren eige­ne Grand Pri­x­es aus­ge­tra­gen, wobei auch dort die Ver­ga­be und Berech­nung der Jury­stim­men der für mich unter­halt­sams­te Teil waren. Ich habe vor Fuß­ball­welt­meis­ter­schaf­ten deren Aus­gang berech­net (Welt­meis­ter 1994 wur­de Deutsch­land mit einem 2:1 gegen Argen­ti­ni­en) und eige­ne Sport­li­gen gegrün­det und durch­ge­rech­net – alles noch mit Papier und Kugel­schrei­ber.

Als ich anfing, Kas­set­ten­mäd­chen­kas­set­ten auf­zu­neh­men, habe ich die genau­en Play­lists in den Com­pu­ter ein­ge­tra­gen. So wuss­te ich hin­ter­her, wel­che Songs das ent­spre­chen­de love inte­rest bereits von mir erhal­ten hat­te, kann aber heu­te auch rela­tiv schnell über­prü­fen, was die essen­ti­el­len Hits auf bis­her über 65 Mix­tapes und ‑CDs waren: „Try, Try, Try“ von den Smas­hing Pump­kins, „Just Loo­king“ von den Ste­reo­pho­nics und „Charm Attack“ von Leo­na Naess kom­men auf jeweils fünf Ein­sät­ze (bei den Bands lie­gen Tra­vis mit 56 Songs vor den Ste­reo­pho­nics und Ben Folds Five mit jeweils 46).

Seit vie­len Jah­ren füh­re ich Excel-Tabel­len, in denen ich ver­mer­ke, wel­che CDs ich wann und wo für wel­chen Preis gekauft habe (im ver­gan­ge­nen Jahr 63 Alben und Sin­gles für durch­schnitt­lich 7,77 Euro) oder wann ich wo mit wem im Kino war und wel­chen Film wir dort gese­hen haben (frü­her sogar noch mit einer Bewer­tung für jeden Film ver­se­hen).

Hät­ten wir uns im Mathe­ma­tik-Grund­kurs noch mit Sta­tis­tik beschäf­tigt, wäre mein Abitur­schnitt (den ich über­ra­schen­der­wei­se nicht vor­ab berech­net hat­te) bestimmt bes­ser aus­ge­fal­len.

Ich bin also das, was man einen „Sta­tis­tik­freak“ nen­nen könn­te, und wür­de nicht groß wider­spre­chen, wenn mir jemand einen mil­den Autis­mus auf dem Gebiet unter­stell­te.

Des­halb bin ich auch ziem­lich trau­rig, dass Blogscout dicht gemacht hat. So long and thanks for all the num­bers.

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Digital

Wer zu früh kommt, braucht für den Spott nicht zu sorgen

Deutschland verliert gegen Argentinien bei tagesschau.de
(Screen­shot: tagesschau.de am 30. Juni 2006)

Eigent­lich woll­te ich das Bild ja erst am ers­ten Jah­res­tag des „Bit­te­ren Vier­tel­fi­nal-Aus“ pos­ten, aber es scheint mir gera­de so pas­send. Manch­mal ist das aber auch wirk­lich eine Seu­che mit den vor­be­rei­te­ten Online-Inhal­ten, die sich sel­ber ins Netz stel­len und dann auch noch gese­hen wer­den …

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Sport

Liveblog: Deutschland – San Marino

18:30 Uhr Ich begrü­ße die Zuschau­er hier in mei­nem Eltern­haus und an den hei­mi­schen Com­pu­tern und wün­sche uns allen einen schö­nen Fuß­ball­abend. Den wird es lei­der nicht geben, denn mode­riert wird das Rah­men­pro­gramm von Johan­nes Beker­ner, der offen­bar den Ger­hard-Del­ling-Wort­spiel­preis der Kriegs­blin­den gewin­nen will.

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Sport Digital

Programmhinweis

Nach dem gro­ßen Erfolg des Grand Prix Live­blogs mit inte­grier­tem Sauf­spiel will ich mor­gen mal wie­der ein sol­ches star­ten. Der Grund Vor­wand ist das Län­der­spiel Deutsch­land – San Mari­no, bei dem jeder Tref­fer der deut­schen Mann­schaft gefei­ert wer­den will. Das Hin­spiel ende­te 13:0

Fuß­ball-Live­blog
Deutsch­land – San Mari­no
Sams­tag, 2. Juni 2007
ab 18:30 Uhr
auf coffeeandtv.de

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Print Sport

„Es gibt doch nichts Schlimmeres als nervende B‑Promis.“

Wie jeder Fuß­ball- und Nicht-Bay­ern-Fan, so habe natür­lich auch ich eine ordent­li­che Abnei­gung gegen den FC Bay­ern Mün­chen. Wie vie­le ande­re Nicht-Bay­ern-Fans hege aber auch ich gro­ße Sym­pa­thien für Meh­met Scholl. Der Mit­tel­feld­spie­ler, der sich auch als Sam­pler-Kom­pi­lie­rer einen Namen gemacht hat, been­det heu­te sei­ne Kar­rie­re als Pro­fi­fuß­bal­ler.

Grund genug für die Süd­deut­sche Zei­tung, noch ein­mal ein aus­führ­li­ches Inter­view mit ihm zu füh­ren – auch wenn er sonst ungern Inter­views gibt:

Ich woll­te mich eben nur dann äußern, wenn ich auch etwas zu sagen habe. Ich woll­te das Gefühl haben, dass mir jemand zuhört. Vie­le Leu­te geben Inter­views nicht, weil sie was zu sagen haben, son­dern weil sie wo erschei­nen möch­ten. Sie bezie­hen ihren Markt­wert daher und wer­den mit Wer­be­ver­trä­gen belohnt. Das ist in Ord­nung. Aber nichts für mich.

Es ist ein Anek­do­ten­rei­ches, selbst­kri­ti­sches und ver­söhn­li­ches Inter­view, das ein­mal mehr das Bild bestä­tigt, das man von Meh­met Scholl all­ge­mein so hat: Ein Typ, den man in einer Knei­pe erst auf den zwei­ten Blick ent­deckt, dem man ein Bier aus­ge­ben und sich nett mit ihm unter­hal­ten wür­de.

Mir ging es um den Erhalt einer gewis­sen Lebens­qua­li­tät – und zudem dar­um, den Leu­ten nicht auf die Ner­ven zu gehen. Es gibt doch nichts Schlim­me­res als ner­ven­de B‑Promis.

Es ist aber auch nicht zuletzt des­halb ein tol­les Inter­view, weil man sich die Sze­ne­rie (zwei­ein­halb Stun­den im Restau­rant, am Neben­tisch sitzt Ste­fan Effen­berg nebst Gat­tin) so leb­haft vor­stel­len kann – inklu­si­ver der ungläu­bi­gen Bli­cke der SZ-Redak­teu­re bei die­ser Sze­ne:

Meh­met Scholl: Stellt’ euch mal vor, ich täusch’ an und lau­fe auf Uli Hoe­neß auf. Dann sin­ke ich wie die Tita­nic!

SZ: Das will ja kei­ner. Wo wer­den Sie dann künf­tig Ihren Spiel­trieb aus­le­ben?

Meh­met Scholl: Kegeln wer­de ich.

SZ: KEGELN?

Ich wün­sche Meh­met Scholl, dass er heu­te noch mal ein Tor schießt (es wäre sein ers­tes in die­ser Sai­son) – und nur sei­net­we­gen dür­fen die Bay­ern heu­te aus­nahms­wei­se mal gewin­nen.

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Sport

Who Let The Dogs Out?

Wenn der Arti­kel nicht hält, was die Über­schrift ver­spricht …

Star-Coach Mourinho rastet wegen Terrier aus
(Screen­shot: Spie­gel Online)

Bei die­ser Mel­dung dach­te ich als alter Borus­sia-Mön­chen­glad­bach-Fan (Bit­te, kei­ne Häme!) natür­lich: „Was hat Ber­ti Vogts jetzt ange­stellt?“

Die Wahr­heit ist eher öde: Weil der Hund (Sie ahnen die Ras­se) des Chel­sea-Trai­ners nach einer Aus­lands­rei­se angeb­lich unge­impft nach Groß­bri­tan­ni­en ein­ge­führt wur­de, woll­te die Poli­zei das Tier nach den lan­des­üb­li­chen Vor­schrif­ten in Qua­ran­tä­ne packen. Dar­auf­hin ras­te­te der mit­un­ter als cho­le­risch bezeich­ne­te Coach aus. Toll!

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Gott und die Welt: Ein Interview mit James Dean Bradfield

Mor­gen erscheint „Send Away The Tigers“, das ach­te Album der Manic Street Pre­a­chers (aus­führ­li­che Bespre­chung folgt). Zeit, für ein Gespräch mit deren Sän­ger James Dean Brad­field.

Das letz­te Manics-Album “Life­b­lood” wur­de von der Kri­tik und den Hörern nicht so gut auf­ge­nom­men. Waren die Solo­pro­jek­te von Dir und Nicky der Ver­such, neue Ener­gie für die Manics zu sam­meln?

Ehr­lich gesagt glau­be ich, dass wir nach den Reak­tio­nen auf „Life­b­lood“ eine Aus­zeit neh­men muss­ten. Wir hat­ten das Gefühl, irgend­wie unse­re Per­spek­ti­ve ver­lo­ren zu haben, und wuss­ten zum aller­ers­ten Mal nicht, was wir als nächs­tes tun woll­ten. Ich den­ke, dass unse­re Solo­pro­jek­te neu­es Leben in die Manics gebracht haben. Die neu­en Songs klin­gen sehr leben­dig und nach Rock’n’Roll. Sie sind viel opti­mis­ti­scher, seit ich die­ses Solo­ding gemacht habe.

Wenn wir über Per­spek­ti­ven spre­chen: Ihr habt Mil­lio­nen von Plat­ten ver­kauft und zum Jah­res­wech­sel 1999/​2000 eine rie­si­ge Show im Mill­en­ni­um Sta­di­um in Car­diff gespielt – wie moti­viert man sich nach sol­chen Aktio­nen wie­der, neu­es zu machen?

Wenn ich je Schwie­rig­kei­ten hät­te, mich selbst zu moti­vie­ren, wür­de ich auf­ge­ben. Es ist ver­dammt ein­fach, sich für eine Show wie die im Mill­en­ni­um Sta­di­um zu moti­vie­ren – eigent­lich für jede Show. Ich mache das jetzt, seit ich 15 war, und es war mir von Anfang an klar: Ich fin­de nicht viel Kathar­sis im Song­wri­ting, aber sehr viel, wenn wir spie­len. Für mich ist Kathar­sis, wenn das Emo­tio­na­le auf das Kör­per­li­che trifft. Und des­halb lie­be ich es, Kon­zer­te zu spie­len. Selbst, wenn es ein Kon­zert ist, das ich nie spie­len woll­te, ist es für mich das ein­fachs­te auf der Welt, moti­viert zu sein.

Ihr wart immer und seid auch heu­te noch eine sehr poli­ti­sche Band. Wie ist das in Zei­ten, wo immer noch kein Frie­den im Nahen Osten herrscht und die Men­schen fast über­all gegen sozia­le Ein­schnit­te pro­tes­tie­ren: inwie­fern hat das die neu­en Songs beein­flusst?

Ich den­ke, die letz­ten fünf, sechs Jah­re waren für die poli­ti­sche Lin­ke die größ­te Her­aus­for­de­rung, der sie sich je stel­len muss­te. Die zen­tra­le Fra­ge lau­tet, ob sie an die Demo­kra­tie glau­ben oder einen Got­tes­staat gut­hei­ßen. Die Lin­ken haben Reli­gi­on immer gehasst, eines ihrer Grund­prin­zi­pi­en lau­tet, dass Reli­gi­on das Opi­um des Vol­kes ist. Die Mischung von Staat und Kir­che ist eine Tod­sün­de für die Lin­ke.
Im Irak hat­ten wir plötz­lich die Situa­ti­on, dass eine Theo­kra­tie gestürzt wur­de, aber eine impe­ria­lis­ti­sche ame­ri­ka­ni­sche Macht hat sie ersetzt. Ich glau­be, dass hat die Lin­ke sehr ver­wirrt im Hin­blick dar­auf, was sie will. Dabei geht es weni­ger um die Krie­ge an sich, son­dern viel mehr um das Selbst­ver­ständ­nis der Lin­ken.

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Musik

Eine Idee zur Gewalt

Wenn Dani­el schon gerech­ter­wei­se von Mode­st Mou­se schwärmt, füh­le ich mich genö­tigt, auf die wun­der­vol­le Rose Kemp hin­zu­wei­sen, die ich unlängst schon auf Plattentests.de abfei­ern muß­te. Zu ihrem bewe­gen­den Gemüts­bre­cher „Vio­lence“ haben Frá­n­çois und Rozi Plain ein stim­mungs­vol­les Video in Sepia­far­ben gedreht. Bunt ist anders. Aber sicher­lich längst nicht so inten­siv.

Und mit dem Geprü­gel der Dumpf­ba­cken nicht nur im Fuß­bal­los­ten die­ses Lan­des, son­dern auch in ande­ren gro­ßen Fuß­ball­na­tio­nen wie Spa­ni­en oder Ita­li­en hat das zum Glück so wenig zu tun wie nur was.