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Der Westen hält an Sex-Angeboten fest

Feh­ler macht wirk­lich jeder mal. Oft ist man auch noch zu betriebs­blind, sie wahr­zu­neh­men. Aber dafür gibt es ja immer wie­der Men­schen, die einen auf den Feh­ler hin­wei­sen. Nicht, weil sie sel­ber frei von Feh­lern wären, son­dern gera­de weil sie wis­sen, wie ärger­lich Feh­ler sind und wie ger­ne und schnell man sie wie­der­gut­ma­chen oder kor­ri­gie­ren möch­te.

Soweit die Theo­rie. Kom­men wir nun zum Online­jour­na­lis­mus: Vor etwa andert­halb Mona­ten hat­te die „WAZ“ über eine Pres­se­kon­fe­renz des Ryan­air-Chefs Micha­el O’Lea­ry berich­tet und dabei einen Scherz nicht als sol­chen erkannt (die Älte­ren wer­den sich erin­nern).

Nicht wei­ter schlimm, man erkann­te den Feh­ler im Haus als sol­chen und Katha­ri­na Bor­chert, Chef­re­dak­teu­rin des „WAZ“-Onlineportals derwesten.de) schrieb mir direkt am nächs­ten Mor­gen:

Ich war­te auf einen Rück­ruf von Herrn Pott, dann soll­te es einen Bei­trag im Kor­rek­tur­blog geben, der auch unter dem Arti­kel ver­linkt wird.

[Herr Pott war der Ver­fas­ser des feh­ler­haf­ten Arti­kels – er hat­te auf mei­nen Kon­takt­ver­such gar nicht erst reagiert.]

Das Gan­ze ist, wie gesagt, etwa andert­halb Mona­te her und pas­siert ist seit­dem – Sie wer­den es ange­sichts des Vor­spanns und des ver­such­ten Span­nungs­auf­baus längst erra­ten haben – nichts. Der Arti­kel steht immer noch fröh­lich in sei­ner ursprüng­li­chen Form online und wer heu­te oder in ein paar Jah­ren per Such­ma­schi­ne oder im Wes­ten-Archiv dar­auf stößt, wird nach wie vor glau­ben, eine Flug­ge­sell­schaft habe sexu­el­le Leis­tun­gen an Bord anbie­ten wol­len.

Nun fragt man sich natür­lich (zumin­dest tue ich das): War­um tut der Wes­ten nicht, was sei­ne Che­fin ange­kün­digt hat? Immer­hin muss­te man ja damit rech­nen, dass ich den Arti­kel im Auge behal­te und hier wie­der und wie­der dar­auf her­um­rei­te.

Eine mög­li­che Lösung: Es ist ihnen egal. Und zwar nicht nur, was schlecht gelaun­te Blog­ger über sie schrei­ben, son­dern auch, was in ihrem eige­nen Por­tal steht. Das wäre (vor allem der zwei­te Teil) aus jour­na­lis­ti­scher Hin­sicht fatal. Beson­ders, wenn man sich extra ein Kor­rek­tur­blog leis­tet und ankün­digt einen Feh­ler kor­ri­gie­ren zu wol­len.

Eine ande­re Lösung: Herr Pott hat nie zurück­ge­ru­fen und des­halb konn­te Frau Bor­chert das alles gar nicht kor­ri­gie­ren (las­sen).

Was mich zu einer (irgend­wie beun­ru­hi­gen­den) Fra­ge brach­te, die ich Katha­ri­na Bor­chert am 23. Juni und am 18. Juli zukom­men ließ:

Gehört es zur Redak­ti­ons­po­li­tik der „WAZ“ bzw. von derwesten.de, Feh­ler nur im Ein­ver­neh­men mit dem Autor eines Arti­kels zu kor­ri­gie­ren (bzw. eben nicht zu kor­ri­gie­ren, wenn der Autor unein­sich­tig ist)?

Ich habe bis heu­te kei­ne Ant­wort erhal­ten.

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Kultur

Tagewerk

Klas­si­ker oder kei­ne Klas­si­ker? Spie­gel-Best­sel­ler­lis­te oder doch lie­ber im Buch­la­den stö­bern? Eigent­lich ganz egal – die Haupt­sa­che ist doch: Bücher sol­len Freu­de machen und einen auf irgend­ei­ne Wei­se berei­chern.

Des­halb hier mein Buch­tipp für den Som­mer!

„Alle Tage“ von Teré­zia Mora

Nun, der Titel ver­rät – eigent­lich gar nichts, es wirft eher mehr Fra­gen auf. Auch das Cover ist außer tau­ben­grau nicht wirk­lich hilf­reich. Nein. Man muss sich schon selbst auf Ent­de­ckungs­rei­se bege­ben um her­aus­zu­fin­den war­um „Alle Tage“ so heißt, wie es heißt.

Man braucht aber ein wenig Geduld damit, um sich an einen ganz wun­der­bar neu­en und fil­mi­schen Schreib­stil zu gewöh­nen. Kur­ze Sät­ze. Bil­der und Emo­tio­nen pras­seln auf den Leser nie­der. Ver­wir­rend, mäan­dern­de Pas­sa­gen, selt­sa­me Geschich­ten und merk­wür­di­ge Men­schen kreu­zen den Weg. Ein klein wenig David Lynch hier und da. Aber man wird belohnt, belohnt mit einem Gefühl von Zufrie­den­heit. Man hät­te es schon viel frü­her lesen sol­len. Wirk­lich!

Es gab in mei­ner bis­he­ri­gen Leser­kar­rie­re kein Buch das einen schö­ne­ren und melo­di­sche­ren Anfang hat­te als die­ses, kön­nen Bücher melo­di­sche Anfän­ge über­haupt haben? Well… lest hier und urteilt selbst:

„Nen­nen wir die Zeit jetzt, nen­nen wir den Ort hier. Beschrei­ben wir bei­des wie folgt…“

Der Prot­ago­nist mit dem melo­di­schen Namen Abel Nema wird eines Tages, in einem Hin­ter­hof in einer Stadt die im Osten des Lan­des steht, tot auf­ge­fun­den. Nicht nur tot, son­dern kopf­über hän­gend von einem Gelän­der, ein wenig Fle­der­maus-like. Geüb­te Kri­mi­na­lis­ten oder sol­che die Kri­mis eher im Fern­sehn ver­fol­gen oder auch lesen, fra­gen sich natür­lich gleich. Wer wars? Und war­um? Und wie?

Nun, geklärt wird alles. Es ist aber mit­nich­ten ein Kri­mi im her­kömm­li­chen Sin­ne. Es ist über­haupt kein Kri­mi. Denn es gibt kei­nen Ermitt­ler oder einen Mord aus Lei­den­schaft oder graue Mafio­si oder Hin­ter­män­ner. Nein.

Der Ermitt­ler, nen­nen wir ihn Ent­de­cker von Abels Welt, ist der Leser selbst.

Man ent­deckt also die­sen Abel Nema und auch das er ein Genie ist. Er stammt aus dem Osten der Welt, aller­dings kann nicht mehr zurück, denn dort herrscht Krieg. Er lernt Spra­chen wie ande­re das Lau­fen, am Ende sind es zehn. Er fin­det eine Frau mit Namen Mer­ce­des und begibt sich mit ihr in eine Schein­ehe. Sein ein­zi­ger Freund ist Omar, Mer­ce­des‘ Sohn.

Doch Abel Nema fin­det kei­ne Ruhe, denn die Sehn­sucht ist immer stär­ker als er, sie lässt ihn nicht los und bringt ihn immer wei­ter weg und wie­der zurück. Bis es zu Ende ist. Auf sei­nem Weg begeg­net er vie­len Men­schen und man­che keh­ren immer mal wie­der zurück. Doch was man immer spürt, ist die Ein­sam­keit die Abel Nema ver­spürt, ob er gera­de in Beglei­tung ist oder in einem Zug sitzt, oder in einem Park.

Doch das soll jetzt nicht nach Depres­si­on klin­gen oder nach Dau­er­me­lan­cho­lie. Nein. Es ist eher eine Geschich­te die dem Leser eine Welt, jen­seits unse­rer zeigt, die es gibt und in der Geschich­ten wie Abels pas­sie­ren kön­nen. Bücher, die einem einen Mensch beschrei­ben, der so ganz ander ist als die Prot­ago­nis­ten, die wir toll fin­den. Es ist eher der Anti-Prot­ago­nist, den man gern hat und man weiß nicht so genau war­um.

Noch schnell was zur Autorin: Teré­zia Mora, ist in Ungarn gebo­ren und stu­dier­te Hun­ga­ro­lo­gie und Thea­ter­wis­sen­schaf­ten in Ber­lin. Arbei­tet heu­te als Schrift­stel­le­rin und Dra­ma­ti­ke­rin.

Noch schnell was zum Buch: Mit 10 Ören ist man dabei. Gibt es im Han­del, seit kur­zem auch auf Eng­lisch – dort heißt es „Day in Day out“. Und natür­lich als Hör­buch für ein paar mehr Öre.

Was war euer schöns­ter Buch­an­fang? Kennt ihr das Buch schon?  Habt ihr Buch­tipps? Immer her damit!

Auf wie­der­le­sen, eure Nischen-Anni­ka! Schö­nen Som­mer =)

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Digital Gesellschaft

Sommerschlussverkauf mal anders

Die Waren­haus­ket­te Her­tie hat heu­te beim Esse­ner Amts­ge­richt den Insol­venz­an­trag ein­ge­reicht. Was mich als Wirt­schafts­laie immer ein biss­chen über­rascht: Dies geschieht, damit der Betrieb der 73 Waren­häu­ser der frü­he­ren Kar­stadt-Kom­pakt-Grup­pe (dar­un­ter Häu­ser, die frü­her schon ein­mal Her­tie hie­ßen, bevor Kar­stadt Her­tie auf­ge­kauft und die Läden umbe­nannt hat­te) auf­recht­erhal­ten wer­den kann. Der eng­li­sche Mut­ter­kon­zern Dawnay Day war in erheb­li­che Schief­la­ge gera­ten, wes­we­gen die Zukunft von Her­tie kei­ne andert­halb Jah­re nach der Umbe­nen­nung nun in den Ster­nen steht.

Die Mel­dung wird (neben den Ange­stell­ten) auch die Stadt­obe­ren von Dins­la­ken sehr beun­ru­hi­gen – deren Plä­ne, ein neu­es Ein­kaufs­zen­trum in der Innen­stadt zu bau­en, fuß­ten näm­lich unter ande­rem auf der vagen Hoff­nung, dass Her­tie sich am Bau betei­li­gen wür­de. Jetzt könn­te es pas­sie­ren, dass es in Dins­la­ken bald nicht ein­mal mehr das alte Her­tie-Kauf­haus gibt.

Die vie­len An- und Ver­käu­fe, Um- und Rück­be­nen­nun­gen bei Kar­stadt und Her­tie sind natür­lich unglaub­lich ver­wir­rend. Als man sich bei „RP Online“ dar­an mach­te, „Zehn Fak­ten über Her­tie“ auf­zu­schrei­ben (natür­lich nicht etwa in einer Lis­te, son­dern in einer ver­damm­ten Klick­stre­cke) schlug das Schick­sal unbarm­her­zig zu:

Die Zulieferung der Waren vom Karstadt-Quelle-Konzern hat Hertie nach und anch eingestellt. Heute kommen 80 Prozent der Waren von der Arcandor AG

Um die gan­ze Trag­wei­te die­ser zwei Sät­ze zu ver­ste­hen, müs­sen Sie zwei Din­ge wis­sen:
Ers­tens sind die „80 Pro­zent“ offen­bar aus der Wiki­pe­dia abge­schrie­ben – aber lei­der genau falsch:

Bis Mit­te 2007 soll­ten 80 Pro­zent des Sor­ti­men­tes auf ande­re Zulie­fe­rer als die Arcan­dor AG umge­stellt wer­den.

Und zwei­tens ist „Arcan­dor“ seit 2007 der neue Name von … nun ja: Kar­stadt-Quel­le.

Nach­trag, 22:51 Uhr: Aus den „Zehn Fak­ten zu Her­tie“ sind neun „Fak­ten zu Her­tie“ gewor­den. Wer die Zulie­fe­rer sind oder nicht sind, erfährt der Leser jetzt nicht mehr.

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Digital

Auswärtsspiel: Kanal 14

Für sei­nen Pod­cast Kanal 14 hat mich Sebas­ti­an Keil nach mei­ner Mei­nung zum neu­en Musik­por­tal Roc­ca­tune gefragt. Mit dabei sind Roc­ca­tune-Chef Con­stan­tin Thys­sen, Tho­mas Knü­wer und Dju­re Mei­nen.

Hören und/​oder her­un­ter­la­den kann man das Gan­ze hier.

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Politik Gesellschaft

Zigaretten statt Eier

Also, wenn ich das aktu­el­le Urteil des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts zum Nicht­rau­cher­schutz rich­tig ver­stan­den habe, lau­tet es sinn­ge­mäß: Wer so einen Wischi-Waschi-Nicht­rau­cher­schutz mit Rau­cher­räu­men zulässt, muss auch zulas­sen, dass in Eck­knei­pen geraucht wird, die klei­ner als 75 m2 sind und kein eige­nes Essen ver­kau­fen. Aber: Jeder soll wis­sen, dass auch ein abso­lu­tes Rauch­ver­bot mit dem Grund­ge­setz ver­ein­bar wäre – wenn die Gesetz­ge­ber nur die Eier dazu hät­ten, es auch ein­zu­füh­ren.

Also eigent­lich das Übli­che: Win-Win für alle Betei­lig­ten bei gleich­zei­ti­ger Schel­te unaus­ge­go­re­ner Geset­ze.

Höre ich Wider­spruch von Juris­ten?

Nach­trag, 16:40 Uhr: Nad­ja Erb hat für die „Frank­fur­ter Rund­schau“ eine klu­ge und beson­ne­ne Ein­schät­zung des Urteils geschrie­ben.

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Print Politik

Was der „Süddeutschen Zeitung“ heilig ist (und was nicht)

Wenn ich das damals im Kin­der­got­tes­dienst rich­tig ver­stan­den habe, sieht der lie­be Gott alles, petzt aber nicht. Für ihn gilt das wohl umfas­sends­te Zeug­nis­ver­wei­ge­rungs­recht und was man ihm erzählt, geht nie­man­den sonst etwas an. Wenn man ihm einen Brief schreibt, ist des­sen Inhalt dar­über hin­aus noch von so etwas Welt­li­chem wie dem Brief­ge­heim­nis geschützt.

Barack Oba­ma, der sich gera­de an so eini­ges gewöh­nen muss, konn­te sich also eigent­lich auf der siche­ren Sei­te wäh­nen, als er ver­gan­ge­ne Woche in Jeru­sa­lem ein schrift­li­ches Gebet in eine Rit­ze der Kla­ge­mau­er schob. Immer­hin hat­ten das schon Mil­lio­nen von Men­schen gemacht, dar­un­ter Papst Johan­nes Paul II.

Barack Oba­ma muss­te nicht unbe­dingt damit rech­nen, dass ein Reli­gi­ons­stu­dent (aus­ge­rech­net!) sei­nen Zet­tel aus der Mau­er por­keln und an die Zei­tung Maa­riv wei­ter­ge­ben wür­de – und dass die die­sen Brief dann abdru­cken wür­de.

Nicht, dass Oba­ma Schlim­mes geschrie­ben hät­te, es geht viel mehr um Ver­trau­en und ein uraltes reli­giö­ses Sym­bol. Ent­spre­chend kann man auch den Auf­schrei ver­ste­hen, der nun durch die Medi­en geht und auch die „Süd­deut­sche Zei­tung“ erfass­te:

Der markt­schreie­ri­schen Zei­tung Maa­riv aller­dings sind offen­bar nicht alle Bot­schaf­ten hei­lig. Am Wochen­en­de ver­öf­fent­lich­te das Blatt auf sei­ner Titel­sei­te die von Oba­ma hand­schrift­lich ver­fass­te Note – und lös­te damit erheb­li­che Empö­rung aus, vor allem bei der Kla­ge­mau­er-Ver­wal­tung. Sie sieht nun ihre Glaub­wür­dig­keit in Gefahr, beson­ders bei den Beten­den, die ihre Bot­schaf­ten faxen oder mai­len.

Wie „hei­lig“ der „Süd­deut­schen Zei­tung“ Oba­mas Bot­schaft war, kön­nen Sie frei­lich dar­an able­sen, dass sie die­se gleich zwei­mal druck­te: ein­mal ins Deut­sche über­setzt und ein­mal als Foto des Ori­gi­nal­b­riefs.

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Print

Mit „D“ wie „Provinz“

Ich habe ja, wie ich schon mehr­fach erzählt habe, die ers­ten zwan­zig Jah­re mei­nes Lebens in Dins­la­ken ver­bracht – nicht durch­gän­gig, aber eben doch „wohn­haft“.

Für Roger Wil­lem­sen war „Dins­la­ken“ eine Zeit lang ein Syn­onym für „irgend so ein total hin­ter­wäld­le­ri­sches Kaff“, und ich erin­ne­re mich, dass er das min­des­tens zwei Mal in „Wil­lem­sens Woche“ unter Beweis stell­te: Als Jörg Kachelm­ann zu Gast war, for­der­te Wil­lem­sen, das Kli­ma­phä­no­men El Niño möge doch Dins­la­ken holen, und die Sopra­nis­tin San­dra Schwarz­haupt frag­te er, war­um sie in New York Gesangs­un­ter­richt genom­men habe und nicht zum Bei­spiel in Dins­la­ken.

Jetzt scheint Dins­la­ken end­gül­tig zum Syn­onym für „irgend so ein total hin­ter­wäld­le­ri­sches Kaff“ gewor­den zu sein – wie sonst ist es zu erklä­ren, dass der Orts­na­me inner­halb weni­ger Wochen gleich in zwei Car­toons füh­ren­der deut­scher Car­too­nis­ten auf­tauch­te?

Den Anfang mach­ten „Hip­pen­stocks Stra­te­gen“ in der „Süd­deut­schen Zei­tung“ vom 5. Juli:

"In der ersten Woche teilen Sie Ihr Zimmer mit einem Ehepaar aus Dinslaken - ich denke deshalb der Rabatt"

Die Ver­wen­dung hier erfolgt mit freund­li­cher Geneh­mi­gung des Zeich­ners Dirk Meiss­ner.

Und in der aktu­el­len „Tita­nic“ ist ein zwei­sei­ti­ger Car­toon von Katz & Goldt, in dem unter ande­rem fol­gen­des Bild vor­kommt:

"Ach je, in Dinslaken regnet's"

Die Ver­wen­dung hier erfolgt mit freund­li­cher Geneh­mi­gung des Comic­du­os Katz & Goldt.

[unter ande­rem via mei­nen Vater]

Nach­trag, 29. Juli: Wie ich gehört habe, soll sich der Inten­dant des Lan­des­thea­ters Burg­hof­büh­ne (aus Dins­la­ken) bei der Redak­ti­on der „Süd­deut­schen Zei­tung“ über die obe­re Kari­ka­tur beschwert haben.

Nach­trag, 5. August: Wie der Inten­dant das Lan­des­thea­ters Burg­hof­büh­ne sich bei der Redak­ti­on der „Süd­deut­schen Zei­tung“ über die obe­re Kan­di­da­tur beschwert hat (und wie man in Mün­chen dar­auf reagier­te) steht heu­te in der Lokal­aus­ga­be der „Rhei­ni­schen Post“.

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Politik

Und ein Haken für Juli …

Gleich drei Ver­glei­che zum Preis von einem lie­fert die Büso-Che­fin, Ang­lo-hol­län­di­sche-Ver­schwö­rungs-Geg­ne­rin und Atom­strom­ak­ti­vis­tin Hel­ga Zepp-LaRou­che in ihrem aktu­el­len Kom­men­tar zu Barack Oba­mas Deutsch­land-Besuch. Der Füh­rer ist selbst­ver­ständ­lich mit dabei:

Das wirk­lich erschre­cken­de aber war nicht Oba­mas Rede, die inhalt­lich nichts brach­te, was er nicht schon vor­her gesagt hät­te, von eini­gen Bezü­gen auf die Luft­brü­cke ein­mal abge­se­hen, wor­auf jeder pro­fes­sio­nel­le Reden­schrei­ber kom­men muß­te. Viel beun­ru­hi­gen­der ist, daß die deut­schen Mas­sen anschei­nend nichts aus der Geschich­te gelernt haben, und bei bom­bas­tisch auf­ge­zo­ge­nen Mas­sen­ver­samm­lun­gen offen­sicht­lich eine fata­le Nei­gung haben, in Manien zu ver­fal­len. Dabei scheint es egal zu sein, ob es Hit­ler in Nürn­berg, Gor­by auf Deutsch­land­rei­se, der Dalai Lama oder eben jetzt das Souf­flé Oba­ma ist.

Auf eine etwas ande­re Art wit­zig (und zuge­ge­be­ner­ma­ßen näher an mei­nem Humor) ist da der Kom­men­tar von Jon Ste­wart in der „Dai­ly Show“:

Hier kli­cken, um den Inhalt von www.thedailyshow.com anzu­zei­gen.

[Direkt­oba­ma]

Eine unvoll­stän­di­ge Lis­te der schöns­ten Nazi-Ver­glei­che seit 1945 fin­den Sie nach wie vor hier.

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Unterwegs

Amsterdamcontent

Cof­fee­shop And TV und touri2 prä­sen­tie­ren: Tul­pen Impres­sio­nen aus Ams­ter­dam.

Herengracht in Amsterdam
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The Dark Knight (Heinz Sielmann Cut)

Fle­der­maus­fil­me sol­len ja zur Zeit schwer ange­sagt sein, hab ich gele­sen.

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[Direkt­tier]

Mit Dank an Kame­ra­kind Jus­tus!

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Leben Unterwegs

Räuber und Gedärm

Es gibt gute Grün­de, kei­ne Bank zu über­fal­len. Der nahe­lie­gends­te: dar­auf ste­hen hohe Stra­fen. Wenn man nicht sofort erwischt wird, wird man in „Akten­zei­chen XY … unge­löst“ von einem schlech­ten Lai­en­schau­spie­ler por­trä­tiert, der der Mei­nung ist, wil­des Her­um­ge­fuch­tel und ein alber­ner Akzent täten sei­ner Rol­le gut. Soll­te man die Haft end­lich hin­ter sich gebracht haben, ist längst noch nicht alles vor­bei: es dro­hen Ein­la­dun­gen zu Beck­mann und/​oder Ker­ner, die man auch noch anneh­men muss, weil man das Geld braucht. Mög­li­cher­wei­se wird es auch unmög­lich, jemals noch­mal ein Kon­to zu eröff­nen.

Bei mir kommt ein ganz prak­ti­scher Grund dazu.

Auf der Durch­rei­se im Duis­bur­ger Haupt­bahn­hof dach­te ich mir, ich geh noch mal eben Geld abhe­ben. Direkt am Hin­ter­aus­gang liegt näm­lich eine Volks­bank. Da ging ich mit Ruck­sack und Rei­se­ta­sche hin­ein, hol­te etwas Geld aus der Wand und woll­te beschwing­ten Schrit­tes, weil Cold­play im Ohr, mei­nen Weg fort­set­zen. Mit mei­ner Rei­se­ta­sche in der Hand trat ich auf die Stra­ße und ver­hed­der­te mich im her­un­ter­hän­gen­den Tra­ge­rie­men. Ich stol­per­te, ver­hin­der­te einen Sturz, sah dabei aber sicher nicht son­der­lich ele­gant aus. Dann ging ich noch einen Schritt, hat­te aber nicht bemerkt, dass sich mein Fuß immer noch in dem ver­damm­ten Rie­men befand, und stol­per­te erneut. Dicke Kin­der star­ten mich mit­lei­dig an und für einen Moment befürch­te­te ich, mein altes Bun­des­ju­gend­spiel­trau­ma wür­de wie­der her­vor­bre­chen.

Zum Glück gibt es im Duis­bur­ger Haupt­bahn­hof einen der bes­ten Bäcker der Repu­blik. Rha­bar­ber­tört­chen sind eine ganz her­vor­ra­gen­de Ner­ven­nah­rung.

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Leben

Geht ins Ohr

Ich höre ger­ne Musik, wenn ich unter­wegs bin. Man hört zwar immer wie­der auch sehr schö­ne Sachen, wenn man in Super­markt­kas­sen­schlan­gen, an U‑Bahn-Hal­te­stel­len und an der Uni mit offe­nen Ohren durch die Welt geht, aber gera­de mor­gens will ich mich ger­ne noch ein wenig vor der bösen, bösen Wirk­lich­keit ver­ste­cken. 1

Wer viel unter­wegs Musik hört, hat einen recht hohen Ver­schleiß an Kopf­hö­rern. 2 Mal tritt man beim Schu­he­an­zie­hen drauf, mal gera­ten sie in den Staub­sauger und manch­mal ver­hed­dert man sich damit ein­fach in sich schlie­ßen­den U‑Bahn-Türen. Wenn das alles nicht pas­siert, bre­chen ein­fach irgend­wann die Kabel, weil man sie stän­dig unschön auf­wi­ckeln muss, wenn man das mobi­le Musikab­spiel­ge­rät in die Tasche steckt.

Des­halb muss ich regel­mä­ßig los und neue Ohr­hö­rer kau­fen. Ich fürch­te, seit mei­nem ers­ten Sony-Disc­man mehr Geld für Kopf­hö­rer aus­ge­ge­ben zu haben als für die dar­an ange­schlos­se­nen Gerä­te. 3 Wenn man mal über­ra­schend Ohr­hö­rer gefun­den hat, mit denen man weit­ge­hend zufrie­den ist 4, kann man sicher sein, dass es sie nach der Ver­schrot­tung der aktu­el­len Aus­ga­be nicht mehr geben wird. Ohr­hö­rer sind ein von Tech­nik­jour­na­lis­ten nur wenig gewür­dig­ter Markt – ver­mut­lich wird die Pro­dukt­pa­let­te alle drei­ein­halb Wochen ein­mal kom­plett umge­stellt.

Sony scheint sich von heu­te auf mor­gen kom­plett aus dem Markt zurück­ge­zo­gen zu haben, dafür sehen man­che (sünd­haft teu­ren) Gerä­te so aus, als wag­ten sie sich in Regio­nen vor, wo kein Wat­te­stäb­chen zuvor gewe­sen ist. Ich suche mir dann immer das Pro­dukt aus, das am ehes­ten an die letz­te Inkar­na­ti­on von Ohr­hö­rern erin­nert und das preis­lich unter zehn Euro liegt. Und jetzt muss ich mal gucken, was mei­ne Ohren dazu sagen.

  1. Ich höre die Musik nicht son­der­lich laut, gera­de so, dass sie alles ande­re über­deckt. Neh­me ich die Ohr­hö­rer aus dem Ohr, kann ich die Musik in zehn Zen­ti­me­tern Ent­fer­nung nicht mehr hören. Des­we­gen ist mir eini­ger­ma­ßen unvor­stell­bar, wie laut die Musik bei Men­schen sein muss, die mit ihren Kopf­hö­rern gan­ze Regio­nal­zug­wa­gen beschal­len. Viel­leicht sind deren Kopf­hö­rer aber auch anders gebaut und geben den Schall aus­schließ­lich nach außen ab. (Je län­ger ich dar­über nach­den­ke: Das sind Kopf­hö­rer, die nach außen laut­stark Tech­no spie­len und innen hören die jun­gen Leu­te dann Udo Jür­gens oder Hör­bü­cher von Her­mann Hes­se.) []
  2. Damit mei­ne ich nicht die­se Din­ger mit den Bügeln oben dran, son­dern die­se klei­nen Stöp­sel, mit deren Hil­fe man das Ohren­schmalz tie­fer in den Hör­ka­nal drü­cken kann.[]
  3. Ein­zig über­trof­fen viel­leicht von den Aus­ga­ben für Bat­te­rien. Zum Glück hat mein MP3-Play­er einen ein­ge­bau­ten Akku.[]
  4. Mensch­li­che Ohren sind ja so unter­schied­lich, dass man­che Geheim­diens­te Kar­tei­en mit Ohr­ab­drü­cken ange­legt haben.[]