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Musik Digital

Weihnachtsbasteln mit AFP

Ich weiß nicht, wie es um das pop­kul­tu­rel­le Inter­es­se der Mit­ar­bei­ter der Agence France Pres­se bestellt ist (oder auf wel­chem Pla­ne­ten sie sich in den letz­ten Wochen auf­ge­hal­ten haben).

Aber irgend­wie hal­te ich es nach den jüngs­ten Erfolgs­mel­dun­gen dann doch für etwas gewagt, eine aktu­el­le Mel­dung über Rob­bie Wil­liams mit die­sem Satz enden zu las­sen:

Der­zeit bas­telt er an sei­nem Come­back.

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Print Politik

„Spiegel“-Eier

Eine Nah­tod­erfah­rung der beson­de­ren Art mach­te ich vor eini­gen Jah­ren, als ich bei der Lek­tü­re der Sati­re­sei­te schandmaennchen.de der­art hef­tig zu lachen begann, dass ich mich nach eini­gen Minu­ten nach Luft rin­gend auf mei­nem Tep­pich­bo­den wälz­te. (Einen Lust­ge­winn habe ich dabei aller­dings nicht ver­spürt.) Grund war ein angeb­li­ches Zitat aus dem „Spie­gel“ über Hel­mut Kohl, sei­ne Büro­lei­te­rin Julia­ne Weber und Früh­stücks­ei­er.

Über Jah­re habe ich ver­sucht, die­ses Zitat zu veri­fi­zie­ren und den exak­ten Wort­laut zu fin­den. Irgend­wie muss ich mich bei der Ver­wen­dung der „Spiegel“-Archivsuche sehr däm­lich ange­stellt haben.

Ges­tern jeden­falls berich­te­te das NDR-Medi­en­ma­ga­zin „Zapp“ über den uralten Arti­kel und jetzt kann ich Ihnen das Zitat end­lich im Wort­laut prä­sen­tie­ren:

Wie gewohnt serviert des Kanzlers langjährige Mitarbeiterin Juliane Weber ihrem Chef den Kaffee. Sie schlägt ihm auch die Eier auf, weil der Kanzler sie so heiß nicht anfassen mag.

Ja, zuge­ge­ben: Brüll­ko­misch fand ich es jetzt auch nicht mehr.

Dafür hat der „Spie­gel“ sich kürz­lich an einer Neu­auf­la­ge sei­ner Fips-Asmus­sen-Polit­kom­men­tie­rung ver­sucht und dabei die ohne­hin schon nied­rig lie­gen­de Lat­te geris­sen:

Die Kommunistin Sahra Wagenknecht, intime Kennerin von Lafontaines Positionen und nicht nur in Streikfragen mit ihm auf Augenhöhe, verlangt wie er regelmäßig französische Verhältnisse.

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Musik Rundfunk

Swim for the music that saves you

In der von mir hoch­ver­ehr­ten „Dai­ly Show“ mit Jon Ste­wart sind Musik­gäs­te eher eine Sel­ten­heit. Wenn ich nie­man­den ver­drängt habe, gab es in den drei Jah­ren, die ich die Show jetzt sehe, genau zwei Musi­kacts: Cold­play und Bruce Springsteen.

Ohne Andrew McMa­hon zu nahe tre­ten zu wol­len: Sei­ne Band Jack’s Man­ne­quin gehört eher nicht in die Rei­he die­ser Sta­di­on­fül­len­den Super­stars. Um so über­ra­schen­der und schö­ner, dass er in der letz­ten Show vor der ein­wö­chi­gen Thanks­gi­ving-Pau­se zu Gast sein durf­te, um zwei Songs aus sei­nem (sehr, sehr guten) aktu­el­len Album „The Glass Pas­sen­ger“ (s.a. Lis­ten­pa­nik 07/​09) vor­zu­stel­len.

Bei „Swim“ hat er gegen­über der Album­ver­si­on mal eben die kom­plet­te Phra­sie­rung geän­dert, aber wer beim Satz­ge­sang kei­ne Gän­se­haut bekommt, ist mut­maß­lich schon län­ger tot:

The Dai­ly Show With Jon Ste­wart Mon – Thurs 11p /​ 10c
Jack’s Man­ne­quin – Swim
www.thedailyshow.com

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Dai­ly Show
Full Epi­so­des
Poli­ti­cal Humor Health Care Cri­sis

„The Reso­lu­ti­on“ wur­de im Fern­se­hen abge­würgt, ist im Inter­net aber erfreu­li­cher­wei­se in vol­ler Län­ge zu hören (und sehen):

The Dai­ly Show With Jon Ste­wart Mon – Thurs 11p /​ 10c
Exclu­si­ve – Jack’s Man­ne­quin – The Reso­lu­ti­on
www.thedailyshow.com

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Dai­ly Show
Full Epi­so­des
Poli­ti­cal Humor Health Care Cri­sis
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Digital Gesellschaft Fernsehen

Auswärtsspiel: Einheitsbrei

Jah­re­lang war ich fest davon über­zeugt, dass mei­ne ältes­te Live-TV-Erin­ne­rung vom 9. Novem­ber 1989 stammt. Jeden­falls erin­ne­re ich mich dar­an, wie Men­schen mit Häm­mern auf eine bun­te Mau­er ein­schlu­gen. Im Ver­lauf des Erin­ne­rungs­over­kills in den ver­gan­ge­nen Wochen fiel mir aller­dings auf, dass ich als Kin­der­gar­ten­kind wohl kaum Abends nach 23 Uhr vor dem elter­li­chen Fern­se­her geses­sen haben dürf­te. (Genau genom­men möch­te ich ins Blaue hin­ein ein­fach mal bezwei­feln, dass es damals über­haupt Live­bil­der gab, denn um 23 Uhr stand doch sicher schon der Sen­de­schluss vor der Tür der drei Fern­seh­pro­gram­me.)

Jeden­falls war ich sehr ent­täuscht, als ich fest­stell­te, dass mei­ne ältes­te Live-TV-Erin­ne­rung dann wohl doch eher vom Sams­tag, 11. Novem­ber 1989 stammt und wahr­schein­lich noch nicht mal eine Live-TV-Erin­ne­rung ist.

JEDENFALLS: Der 6. Jahr­gangs der elec­tro­nic media school (ems) in Pots­dam hat zum gro­ßen Mau­er­fall-Jubi­lä­um die Inter­net­sei­te einheits-brei.de gestar­tet. Für die­ses Pro­jekt wur­den auch ein paar Blog­ger gefragt, wie ihnen die dies­jäh­ri­gen Fei­er­lich­kei­ten gefal­len hät­ten und was sie in fünf Jah­ren nicht wie­der sehen wol­len. Ich war einer der Befrag­ten und bin beim Ver­such, mich auf die gewünsch­ten „drei bis vier Sät­ze“ zu beschrän­ken, mal wie­der geschei­tert.

„So bit­te nicht mehr!“ auf einheits-brei.de

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Gesellschaft

Narrenhände

Bildungsstreik

Bildung für alle!

Irgend­wie habe ich das Gefühl, dass das Semes­ter­ti­cket nächs­tes Jahr schon wie­der teu­rer wird …

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Musik Gesellschaft

If anyone asks …

Ich hab län­ger über­legt, ob ich noch was über den media­len Over­kill schrei­ben soll, der Deutsch­land seit dem Tod von Robert Enke fest im Griff hat. Dar­über, wie ich mich ges­tern ange­sichts des „Bild“-Titels „Deutsch­land weint mit Frau Enke“ an die Zeit nach dem 11. Sep­tem­ber 2001 erin­nert fühl­te, als schon mal die Kol­lek­ti­vie­rung der per­sön­li­chen Emp­fin­dung völ­lig die tat­säch­li­che per­sön­li­che Aus­ein­an­der­set­zung ver­hin­der­te.

Am Mitt­woch­abend war ich in Düs­sel­dorf beim Kon­zert von Wea­k­erthans-Sän­ger John K. Sam­son. Bevor er den (wun­der­wun­der­schö­nen) Song „Pam­phle­teer“ anstimm­te, sprach Sam­son die „Elegy For Gump Wors­ley“ vom letz­ten Wea­k­erthans-Album. Gump Wors­ley war ein kana­di­scher Eis­ho­ckey­tor­wart, der unter Flug­angst litt und in der Sai­son 1968/​69 einen Ner­ven­zu­sam­men­bruch erlitt:

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(Das Video ent­stand ein paar Tage vor­her im Kon­zert­haus Dort­mund.)

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Musik

I Wish I Knew Natalie Portman

Hip-Hop gehört ja nicht unbe­dingt zu den Kern­ge­bie­ten mei­nes musi­ka­li­schen Inter­es­ses, aber dass K‑OS zu den Guten gehört, das wuss­te ich. Dass er im Okto­ber ein neu­es Album ver­öf­fent­licht hat, wuss­te ich bis eben nicht. Auch nicht, dass sei­ne aktu­el­le Sin­gle Sau­kra­tes und Nel­ly Fur­ta­do fea­tured, Phan­tom Pla­nets „Cali­for­nia“ zitiert und „I Wish I Knew Nata­lie Port­man“ heißt.

Jetzt weiß ich es – und der Song ist ver­dammt cool:

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[via Uwe Vieh­mann]

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Print

Wüstenbeschimpfungen

Viel­leicht hat „Bild“ da am Don­ners­tag ver­se­hent­lich das eige­ne Gesamt­werk in 336 Zei­chen zusam­men­ge­fasst: Den gan­zen Sexis­mus, die gan­ze Into­le­ranz gegen­über ande­ren Mei­nun­gen, die gan­ze Scha­den­freu­de und das gan­ze Aus-nichts-eine-Mel­dung-machen-Müs­sen.

Und alles nur, weil sie Sahra Wagen­knecht zum „Ver­lie­rer“ machen woll­ten:

Ausriss: "Bild" vom 12. November 2009

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Print

99 Kriegsminister

Falls Sie heu­te noch nicht am Kiosk waren: Las­sen Sie’s! Es lohnt sich nicht.

Fol­gen­des hät­te Sie in etwa erwar­tet:

Titelseite "Süddeutsche Zeitung", 13. November 2009

Titelseite "Frankfurter Allgemeine Zeitung", 13. November 2009

Titelseite "Der Tagesspiegel", 13. November 2009

Titelseite "Berliner Zeitung", 13. November 2009

Titelseite "Welt Kompakt", 13. November 2009

Titelseite "Braunschweiger Zeitung", 13. November 2009

Titelseite "Ruhr Nachrichten", 13. November 2009

Gut, es geht natür­lich auch … anders:

Titelseite "Bild", 13. November 2009

Titelseite "Hamburger Morgenpost", 13. November 2009

Titelseite "Berliner Kurier", 13. November 2009

Zwei Titel­ge­schich­ten zum Preis von einer bekom­men nur die Leser der „Abend­zei­tung“:

Titelseite "Abendzeitung", 13. November 2009

[Alle Titel­sei­ten via Mee­dia]

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Musik

„Mit Essen spielt man nicht“ im Wandel der Zeit

Ja, klar: Auch als Musik­vi­deo-Regis­seur kann man nicht täg­lich das Rad neu erfin­den.

Aber …

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[Ste­fa­nie Heinz­mann – Unbre­aka­ble, 2009]

Also bit­te:

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[Tra­vis – Sing, 2001]

(Mal davon ab, lie­gen natür­lich auch noch Wel­ten zwi­schen den Songs.)

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Musik Leben

Von Windeln verweht

Die frü­he­re NASA-Astro­nau­tin Lisa Nowak muss 50 Sozi­al­stun­den ableis­ten und an einem acht­stün­di­gen anger-manage­ment Semi­nar teil­neh­men, das ent­schied jetzt ein Gericht in Flo­ri­da.

Nowak hat­te vor fast drei Jah­ren eine ganz beson­de­re Form der Berühmt­heit erlangt, als sie 900 Mei­len am Stück mit ihrem Auto fuhr (wich­ti­ges Detail: sie soll wäh­rend der Fahrt Win­deln getra­gen haben, um nicht anhal­ten zu müs­sen), um der neu­en Freun­din ihres frü­he­ren Gelieb­ten Pfef­fer­spray ins Gesicht zu sprü­hen.

Die Geschich­te ist pop­kul­tu­rell auf ewig fest­ge­hal­ten in einem Song, den Ben Folds am dar­auf fol­gen­den Abend in der Köl­ner Live Music Hall impro­vi­sier­te (in mei­nem Bei­sein, wohl­ge­merkt!), und der spä­ter in leicht ver­än­der­ter Form unter dem Titel „Colo­gne“ auf sei­nem drit­ten Solo­al­bum „Way To Nor­mal“ ver­öf­fent­licht wur­de:

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[Direkt­link]

Den Titel die­ses Ein­trags habe ich scham­los bei Thees Uhl­mann geklaut.

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Print Sport Rundfunk

Sprachlosigkeit: Die nächsten Tage

Edi­to­ri­sche Notiz: Die­sen Ein­trag habe ich ges­tern Nacht und heu­te Mor­gen kon­zi­piert. Als er fer­tig war, war er schon lan­ge über­holt. Ich ver­öf­fent­li­che ihn trotz­dem.

11. Novem­ber
Die ARD eröff­net ihren Abend mit einem „Brenn­punkt“ zum Tode Robert Enkes, es mode­riert Rein­hold Beck­mann. Weil die DFB-Pres­se­kon­fe­renz fast schon in gan­zer Län­ge in der „Tages­schau“ zu sehen war, unter­hält sich Beck­mann für den Rest der Sen­dung mit „Kicker“-Chefredakteur Rai­ner Holz­schuh. Zu Gast bei „Stern TV“ sind Ex-Natio­nal­tor­hü­ter Eike Immel, irgend­ein Psy­cho­lo­ge und „Super­nan­ny“ Katha­ri­na Saal­frank, die erklä­ren soll, wel­che Per­spek­ti­ven ein acht Mona­te altes Mäd­chen hat, deren Adop­tiv­va­ter sich gera­de umge­bracht hat. Gün­ther Jauch ver­spricht, dass man sich für die nächs­te Aus­ga­be um den Zug­fah­rer bemü­hen wer­de, der zur Zeit lei­der noch unter Schock ste­he. Zu Gast bei „Mar­kus Lanz“ ist Ex-Natio­nal­tor­hü­ter und ZDF-Exper­te Oli­ver Kahn, der zum The­ma „Sport­ler und Emo­tio­nen“ lei­der wenig bei­zu­tra­gen hat.

12. Novem­ber
„Bild“ macht mit einem ganz­sei­ti­gen Foto von der Pres­se­kon­fe­renz von Enkes Wit­we auf. Auf Sei­te 6 ist ein Fak­si­mi­le des Abschieds­briefs abge­bil­det, dar­über: „So sieht der BILD-Zeich­ner die letz­ten Sekun­den im Leben von Robert Enke.“ Die „ZDF-Repor­ter“ haben „aus gege­be­nem Anlass“ mal unter­sucht, wie leicht man eigent­lich auf so Bahn­glei­se gelan­gen kann. Bei „Harald Schmidt“ par­odiert man die Medi­en­hys­te­rie, indem man im Ver­lauf der Sen­dung gan­ze 19 Mal zu einem Repor­ter schal­tet, der neben dem Ein­gang zur Stu­dio­toi­let­te steht.

13. Novem­ber
„Enke tot, Schwei­negrip­pe und heu­te auch noch Frei­tag der 13.“, titelt „Bild“ etwas unge­lenk, aber in Hor­ror­film-Optik. Der NDR muss eine ande­re Fol­ge der „NDR-Quiz­show“ sen­den als vor­ge­se­hen, weil einem Redak­teur gera­de noch ein­ge­fal­len ist, dass es bei einer Fra­ge um den Tor­wart von Han­no­ver 96 geht. Bei „Aspek­te“ im ZDF hat man sich ent­schie­den, Peter Hand­kes „Die Angst des Tor­manns beim Elf­me­ter“ mit ein paar Ver­satz­stü­cken anti­ker Tra­gö­di­en zu kom­bi­nie­ren.

14. Novem­ber
Nach­dem „Bild“ den vier­ten Tag in Fol­ge mit Enke auf­macht, macht sich in Fan­fo­ren Empö­rung breit. Ein­zel­ne Kom­men­ta­to­ren rufen zum Boy­kott der Zei­tung auf. Statt des abge­sag­ten Län­der­spiels Deutsch­land – Chi­le zeigt das ZDF einen Film mit Vero­ni­ka Fer­res.

15. Novem­ber
Horst-Eber­hard Rich­ter ver­han­delt in der „Frank­fur­ter All­ge­mei­nen Sonn­tags­zei­tung“ anhand der Bei­spie­le Robert Enke und Sebas­ti­an Deis­ler die Unmensch­lich­keit des Pro­fi­fuß­balls. Im „Dop­pel­pass“ des DSF sto­ßen Jörg Won­tor­ra und Udo Lat­tek auf das Andenken von Robert Enke an.