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Bolt-Medaille für taz.de

Also bit­te, taz.de. Ich hal­te ja auch nichts von die­sem Wun­der­läu­fer, aber …

Zweifel an Sprint-Rekorden: Witz-Bolt verarscht alle

Namens­wit­ze gehen echt nicht!

Nach­trag, 23:19 Uhr:

200-Meter-Finale: Ein Bolt für alle Fälle
(„Spie­gel Online“)

[via STU und hel­lo­jed]

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Möchtest Du meine CD-R-Sammlung sehen?

Auch ohne Zugriff auf die Bild­da­ten­bank der dpa zu haben, glau­be ich zu wis­sen, was dort als ers­tes Ergeb­nis auf­taucht, wenn man ein Sym­bol­bild zum The­ma Daten­klau sucht:


(„Spie­gel Online“)


(tagesschau.de)


(„RP Online“)
(stern.de)


(„Weser Kurier“)


(„Net­zei­tung“)


(welt.de)


(derwesten.de)


(„Neu­es Deutsch­land“)


(„Köl­ner Stadt Anzei­ger“)

Regel­recht ori­gi­nell ist da die Idee der „Rea­ders Edi­ti­on“:

Nach­trag, 20. August: Es gibt übri­gens noch eine ande­re Ver­si­on des Fotos mit der sel­ben (glei­chen? kopier­ten?) CD:

(turi2.de)

Nach­trag, 22. August: Nur der Voll­stän­dig­keit hal­ber:


(„RP Online“)

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Klickbefehl (13)

Hier­zu führt das Land­ge­richt aus: “‘Gefickt’, d. h. über­führt fühlt sich nur ein Täter, nicht aber ein Unschul­di­ger” (UA S. 52). Auch die­ser Satz trifft selbst in der vom Land­ge­richt ange­nom­me­nen Deu­tung in die­ser All­ge­mein­heit kaum zu; unzu­tref­fend ist aber schon die zugrun­de lie­gen­de Aus­le­gung, denn der zitier­te Begriff dürf­te im vor­lie­gen­den Zusam­men­hang in den betrof­fe­nen sozia­len Krei­sen in der Regel im Sin­ne von “Her­ein­le­gen”, “Betrü­gen”, “Aufs-Glatt­eis-Füh­ren”, nicht aber im Sin­ne von “Über­füh­ren” gebraucht wer­den.

Dass vie­le Rich­ter nicht unbe­dingt eine Zweit­kar­rie­re als Lin­gu­is­ten star­ten könn­ten, ist schon län­ger bekannt. Udo Vet­ter fügt im law­blog einen wei­te­ren Fall hin­zu.

* * *

Auch habe Krü­ger „um eine Zusam­men­stel­lung von Thea­ter- und Kon­zert­ver­an­stal­tun­gen und von Ein­kaufs­mög­lich­kei­ten, ins­be­son­de­re der Schuh­ge­schäf­te“ gebe­ten. Staats­die­ner Krü­ger, der die Grup­pe beglei­te­te, ver­tei­digt sei­ne Pla­nung: „Die Leu­te wol­len sich doch vor Ort was anse­hen.“

Wie sich deut­sche Poli­ti­ker, als Volks­ver­tre­ter immer­hin unse­re (Ihre, mei­ne) Reprä­sen­tan­ten, im Aus­land auf­füh­ren, steht im aktu­el­len „Spie­gel“.

[via Tho­mas Koch]

* * *

Neu­lich habe ich bei Ebay mei­nen gel­ben Stern bekom­men. (…) Ein gel­ber Stern!

Franz Josef Wag­ner muss befürch­ten, den Titel als Deutsch­lands wahn­sin­nigs­ter Jour­na­list zu ver­lie­ren. Das, was Mat­thi­as Hei­ne da ges­tern in der „Ber­li­ner Mor­gen­post“ geschrie­ben hat, ist schlicht unfass­ba­rer Unfug. Sowas hät­te mal ein Blog­ger schrei­ben sol­len …

[via Ste­fan Nig­ge­mei­er]

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Keine Kausalität

„Spie­gel Online“ hat ein Inter­view mit dem Kri­mi­na­lis­ten Ste­phan Har­b­ort geführt, der gera­de ein neu­es Buch zum The­ma Seri­en­mör­der ver­öf­fent­licht hat.

Die Ein­lei­tung des Arti­kels sieht so aus:

Serienkiller-Buch: "Lotterie des Todes". Weiblich, ledig, arglos: Der Kriminalist Stephan Harbort analysiert in seinem neuen Buch, was für Menschen deutschen Serienmördern zum Opfer gefallen sind. Mit SPIEGEL ONLINE spricht der Polizist nun erstmalig darüber, welche Personen wo und wann besonders gefährdet sind.

Und so spricht der Poli­zist dar­über, wel­che Per­so­nen wo und wann beson­ders gefähr­det sind:

Harbort: In der Mehrzahl der Fälle sind die Opfer von Serienmördern weiblich, ledig und stammen eher aus dem sozial schwachen Milieu. Daraus sollte man jedoch keine Kausalität herleiten und sagen, wer diese Merkmale auf sich vereint, der ist besonders gefährdet. Dafür sind sie zu unspezifisch, außerdem spielt der Zufall eine zu große Rolle.

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Die ungelegten Blues-Eier des Milchkaffee-Gedächtnisses

Wer auch immer den Sack mit den Stil­blü­ten in der Dins­la­ke­ner Lokal­re­dak­ti­on der „Rhei­ni­schen Post“ ver­ges­sen hat: er soll­te ihn schleu­nigst abho­len!

Der Umzug des Stadtarchivs ins Johannahaus hätte sicher Charme. Die historische Bedeutung des Gemäuers, das noch dazu im Herzen der Altstadt und in unmittelbarere Nähe zum städtischen Museum Voswinckelshof liegt, passte hervorragend für die Unterbringung des „städtischen Gedächtnisses“. Doch noch handelt es sich bei dieser Lösung um ein völlig ungelegtes Ei.

 Dinslaken (RP) Tango schmeckt nach Sommer und duftet nach bitter-süßem Milchkaffee, zumindest wenn „Quadro Nuevo“ ihn spielen. Bei der Fantastival-Jazznacht im Burginnenhof lud das Quartett zu einer sinnlichen Reise durch Europa ein.  In Polen hat die Sonne den Blues. Sie ist müde, und so schwermütig, dass der anschließende Spaziergang durch die engen Gassen Neapels im beinahe verklungenen Italien der 20er Jahre geradezu verträumt daher kommt, federleicht, warm, zärtlich.

Dis­clo­sure: Genau dort habe ich mei­ne ers­ten jour­na­lis­ti­schen Geh­ver­su­che unter­nom­men.

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20 Jahre Totalversagen

Jour­na­lis­ten lie­ben Jubi­lä­en. Im Gegen­satz zu tat­säch­li­chen, tages­ak­tu­el­len Ereig­nis­sen tre­ten die­se nicht über­ra­schend auf, man kann die The­men gründ­lich recher­chie­ren, mit Zeit­zeu­gen spre­chen und das Gesche­hen frei von Affek­ten in sei­nen his­to­ri­schen Kon­text ein­ord­nen. Ich wür­de nicht aus­schlie­ßen, dass die ers­ten Repor­ter am Abend des 11. Sep­tem­ber 2001 began­nen, ihre gro­ße „Ten years after“-Geschichte vor­zu­be­rei­ten.

Die­ser Tage jährt sich das Gei­sel­dra­ma von Glad­beck zum zwan­zigs­ten Mal. Ein im wahrs­ten Wort­sin­ne tra­gi­sches Ereig­nis, bei dem schlicht­weg alles schief ging, was schief gehen konn­te, und das inso­fern in einer Rei­he mit dem Olym­pia-Atten­tat von Mün­chen und der Schley­er-Ent­füh­rung steht. Eine Ver­ket­tung von Uner­fah­ren­heit und Inkom­pe­tenz auf Sei­ten der Behör­den, ein Total­ver­sa­gen der bericht­erstat­ten­den Pres­se.

Ich bin zu jung, um mich an die drei Tage im August 1988 erin­nern zu kön­nen, aber man kennt ja die Bil­der von Sil­ke Bisch­off mit der Pis­to­le an der Schlä­fe und Hans-Jür­gen Rös­ner mit der Pis­to­le zwi­schen den Zäh­nen. Und gera­de das Foto von Sil­ke Bisch­off macht die gro­ße Erin­ne­rungs­pa­ra­de, die schon seit eini­gen Wochen in den deut­schen Medi­en abge­hal­ten wird, zu einer Grat­wan­de­rung.

Bereits vor einem Monat brach­te „Bild“ im Zuge einer gro­ßen Glad­beck-Serie einen Arti­kel über Sil­ke Bisch­offs Mut­ter, der wie folgt über­schrie­ben war:

20 Jahre nach Gladbeck: Dieses Bild lässt die Mutter der toten Silke nie mehr los

Das Demons­tra­tiv­pro­no­men stand da natür­lich nicht ver­se­hent­lich, denn „die­ses Bild“ war dar­über natür­lich noch ein­mal rie­sen­groß abge­druckt. 1

Fast ähn­lich bizarr ist der Spa­gat, den die „WAZ“ voll­bringt: auf derwesten.de ist ein Foto von Tätern, Waf­fen und Gei­sel zu sehen, nur weni­ge Zen­ti­me­ter über die­sem Absatz:

Dass es überhaupt dieses Bild gibt: der Täter, die Waffe, die Geisel. Und dann aus dem Off diese Frage, was für eine Frage! "Was fühlen Sie so, mit der Waffe am Hals?" Silke Bischoff guckt fast freundlich über das Mikrofon, es ist ihr bald so nah wie der Revolver. "Gut", sagt sie, sie habe bloß Angst, "dass jemand umgebracht wird oder so".

Da weiß man auch nicht, ob die fol­gen­de Pas­sa­ge Selbst­kri­tik oder Recht­fer­ti­gung sein soll:

Jour­na­lis­ten han­deln statt nur zu beob­ach­ten. Ange­se­he­ne Repor­ter sind unter ihnen, von öffent­lich-recht­li­chen Sen­dern und auch von der WAZ. Oft weiß die Pres­se mehr als die Poli­zei.

Es ist schwie­rig, über die Feh­ler der Pres­se von damals zu berich­ten, in der Pres­se von heu­te. Und es ist schwie­rig, die­se Fotos zu ver­wen­den. Einer­seits gibt es sie, sie sind jour­na­lis­ti­sche Fak­ten, die damals geschaf­fen wur­den und nicht rück­gän­gig gemacht wer­den kön­nen. Ande­rer­seits besteht die Gefahr, mit jedem Wie­der­ab­druck nicht nur das Leid der Ange­hö­ri­gen (s. o.) zu ver­grö­ßern, son­dern auch die Demü­ti­gung der dama­li­gen Opfer zu wie­der­ho­len. Wir haben es natür­lich mit Zeit­do­ku­men­ten zu tun, aber man kann sie heu­te nur zei­gen, weil die Medi­en damals ver­sagt haben. Und so ist es eini­ger­ma­ßen schi­zo­phren, das Medi­en­ver­sa­gen von damals mit genau die­sen Fotos zu bebil­dern.

Wenn man län­ger über die­sen Sach­ver­halt nach­denkt, befin­det man sich plötz­lich tief in einer ethi­schen Grund­satz­dis­kus­si­on. Wozu sind Bil­der wie die von der ver­ängs­tig­ten Sil­ke Bisch­off auf der Rück­bank oder von Hanns Mar­tin Schley­er im durch­ge­schwitz­ten Unter­hemd da? Sol­len sie mah­nen, dass sich das Gezeig­te nicht wie­der­ho­len dür­fe, sol­len sie Mit­leid erzeu­gen oder sol­len sie (aber­mals) die Sen­sa­ti­ons­gier befrie­di­gen? 2 Sol­che Bil­der sind durch ihre stän­di­ge Wie­der­ho­lung irgend­wann mehr als nur die Abbil­dung von Ereig­nis­sen. Sie wer­den zu pop­kul­tu­rel­len Iko­nen, so wie die Ein­schlä­ge der Flug­zeu­ge am 11. Sep­tem­ber 2001, die bereits einen Tag spä­ter als Dau­er­schlei­fe Teil des On-Screen-Designs in den Son­der­sen­dun­gen von RTL waren. Sie waren aber genau genom­men auch nie nur die Abbil­dung von Ereig­nis­sen, gera­de die­se Bil­der waren selbst Teil der Ereig­nis­se.

Auch stellt sich die Fra­ge, ob es „gut“, „schlecht“ oder „egal“ ist, wenn sol­che Bil­der zu Iko­nen wer­den. Ver­mut­lich kommt es da unter ande­rem dar­auf an, ob man sich an die Täter oder an die Opfer erin­nert. Es lau­fen ja ernst­haft immer noch Men­schen mit dem Foto von Charles Man­son auf dem T‑Shirt her­um und Mari­lyn Man­son hat sich ja bewusst nach Mari­lyn Mon­roe und Charles Man­son benannt. Die Band 18 Sum­mers hieß übri­gens lan­ge Jah­re Sil­ke Bisch­off, was man ganz und gar geschmack­los fin­den, aber viel­leicht auch ver­ste­hen kann, wenn Sän­ger Felix Flau­cher erklärt, dass es ihm um das Schick­sal einer Ein­zel­per­son gehe, das viel stär­ker berüh­ren kann als das einer anony­men Men­ge.

Wenn wir als Schü­ler im Geschichts­un­ter­richt Fotos aus den frisch befrei­ten Kon­zen­tra­ti­ons­la­gern gezeigt beka­men, war die Bot­schaft klar: So etwas darf nie wie­der pas­sie­ren, sorgt gefäl­ligst dafür! Was aber sol­len uns die Fotos von Glad­beck 3 heu­te sagen? Für Jour­na­lis­ten schwingt da natür­lich ein „nie wie­der“ mit und die – zuge­ge­ben eher theo­re­ti­sche – Fra­ge, wie man sich eigent­lich selbst in einem sol­chen Fall ver­hal­ten wür­de. Aber Jour­na­lis­ten sind eine ziem­li­che Min­der­heit.

Ande­rer­seits rufen Medi­en in Groß­bri­tan­ni­en oder den USA schon län­ger ihre Zuschau­er bzw. Leser dazu auf, sich bei gro­ßen Ereig­nis­sen (also span­nen­den Kata­stro­phen) an der Bericht­erstat­tung zu betei­li­gen. So kam CNN im ver­gan­ge­nen Jahr an einen Teil sei­ner Bil­der vom Amok­lauf in Blacksburg, VA. Udo Röbel, der sich damals als Repor­ter des Köl­ner „Express“ beson­ders unrühm­lich her­vor­tat, als er zu den Tätern ins Auto stieg und sie aus der Stadt lots­te, sagt jetzt in einem sehr lesens­wer­ten Arti­kel der „Süd­deut­schen Zei­tung“:

„Aber was ich schon glau­be, ist, dass wir irgend­wann ein Glad­beck ande­rer Art krie­gen könn­ten. Inzwi­schen tum­meln sich ja Leu­te in der Medi­en­welt, die Jour­na­lis­mus gar nicht gelernt haben. Es gibt Mül­ler, Mei­er, Schul­ze, die mit dem Han­dy unter­wegs sind und jeder­zeit in Situa­tio­nen kom­men kön­nen, wo etwas pas­siert, was sie dann fil­men.“

Viel­leicht wür­de ein ähn­li­ches Ver­bre­chen heu­te unter der 1414 statt­fin­den.

Lan­ge wird die Erin­ne­rung an „Glad­beck“ und die Selbst­re­fle­xi­on aller­dings sowie­so nicht vor­hal­ten: am 28. August steht „20 Jah­re Ram­stein“ an.

  1. Dass das Foto inzwi­schen aus der Online-Ver­si­on des Arti­kels ent­fernt wur­de, hat wenig zu bedeu­ten – erfah­rungs­ge­mäß hat das bei Bild.de häu­fig mit Bild­rech­ten und sel­ten mit Anstand zu tun.[]
  2. Der Fall Schley­er unter­schei­det sich vom Fall Bisch­off inso­fern, als die Ent­füh­rer die Fotos selbst gemacht haben – zum einen, um zu bewei­sen, dass sie Schley­er tat­säch­lich in ihrer Gewalt haben und er noch lebt, zum ande­ren sicher auch, um ihr Opfer zu demü­ti­gen.[]
  3. „Glad­beck“ ist ja in die­sem Fall auch nur ein ver­ein­fa­chen­des Schlag­wort, Sil­ke Bisch­off wur­de ja in Bre­men als Gei­sel genom­men, die berühmt-berüch­tig­ten Fotos ent­stan­den auf der Dom­plat­te in Köln.[]
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Everybody comes to Schmollywood

Ingo und Paul

Lukas und ich waren bei­lei­be nicht die ein­zi­gen, die wäh­rend des Hald­ern Pop Fes­ti­vals live gebloggt haben. Unter ande­rem auch mit von der Par­tie: Ingo Schmoll. Eini­gen haupt­säch­lich bekannt als Mode­ra­tor bei Eins­li­ve macht er nicht nur seit März 2006 mit Radio Brennt einen schi­cken eige­nen Pod­cast, son­dern ver­ar­bei­tet All­täg­li­ches seit Kur­zem auch in sei­nem pri­va­ten Blog.

Zu gibt es nicht nur Ein­bli­cke in sei­nen Job bei Eins­li­ve, son­dern aktu­ell auch Fotos der gera­de zuen­de gegan­ge­nen Dreh­ar­bei­ten eines Kurz­films mit einem Team des Hes­si­schen Rund­funks, in dem er die Haupt­rol­le spielt.

All­zu lang gibt es das Blog übri­gens noch nicht: Am 1. August ging es los mit dem Foto eines Gagen­nach­wei­ses: In der kom­men­den, vier­ten Staf­fel von Dr. House ist Ingo Syn­chron­spre­cher für Fred Durst. Bin jetzt schon gespannt, wie das klin­gen soll.

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Die „Rheinische Post“ schafft Fakten

Ste­fan sagt mir regel­mä­ßig, ich sol­le mich nicht so inten­siv mit „RP Online“ beschäf­ti­gen, das sei unge­sund. Und dann schreibt er sol­che Ein­trä­ge

In den Kom­men­ta­ren fin­det sich der Ver­such einer Rela­ti­vie­rung, der ich mich als ehe­ma­li­ger frei­er RP-Lokal­schrei­ber eigent­lich ger­ne anschlie­ßen wür­de:

Was dort über das Gesche­hen in Kaarst-Bütt­gen, Erkrath oder Tie­fen­broich bei RP-Online zu fin­den ist, hat sicher kein “New York Times”-Niveau, ist aber ganz nor­ma­ler Lokal­jour­na­lis­mus.

Aber dann bin ich bei einem kur­zen Besuch bei „RP Online“ ver­se­hent­lich über einen Lokal-Arti­kel aus Düs­sel­dorf gestol­pert. Es geht um die Tra­di­ti­ons­gast­stät­te „Uel“ in der ich auch schon geses­sen und Bier etwas getrun­ken habe:

 Düsseldorf (RP) Gerüchte um das Traditionslokal „Uel“ auf der Ratingerstraße im Herzen der Altstadt: Gäste befürchten, dass ihr Stammlokal, in dem schon der Dichter Theodor Fontane und der Künstler Joseph Beuys verkehrten, im kommenden Jahr dicht machen wird.

Dem bis­he­ri­gen Wirt ist sein Ver­trag nicht ver­län­gert wor­den, er fürch­tet, dass nach sei­nem Abgang die „Bal­ler­mann-Sze­ne“ in die tra­di­ti­ons­rei­che Ratin­ger Stra­ße schwap­pen wird.

Ande­rer­seits:

Hauseigentümer Schöneborn beruhigt: „Natürlich bleibt der Name „Uel“. Ich bin aber aus verschiedenen Gründen unzufrieden mit dem bisherigen Pächter. Herrn Sudhoff hat im übrigen selbst angedeutet, dass er sich über kurz oder lang zurückziehen will.“  Mit einem neuen Pächter ist schon einen Vorvertrag abgeschlossen worden. Schöneborn: „Ein ganz hervorragender Gastronom. Wir werden einige Dinge verbessern und verschönern. Aber es kommt hier kein Schickimicki-Lokal rein. Der Stil des Traditionslokals bleibt auf jeden Fall erhalten.“

Stand der Din­ge ist also: der aktu­el­le Wirt muss raus und fürch­tet um den Ruf des Tra­di­ti­ons­hau­ses, der Eigen­tü­mer sagt, es soll im Wesent­li­chen alles erhal­ten blei­ben. Und Gäs­te „befürch­ten“, dass das Lokal ganz schlie­ßen kön­ne.

Wie also, glau­ben Sie, wird die­ser Sach­ver­halt in einer Über­schrift zusam­men­ge­fasst? Also, bei „RP Online“ bzw. der „Rhei­ni­schen Post“?

Kla­ro:

Angst um Stimmung auf der Ratinger: Traditionslokal "Uel" schließt

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Y?

Nach der Wahl in Hessen 13.08.2008, 20:40 Uhr XXXXXX xxxxxxx xxxxxxxxxx

Gott, ja, das mit dem Blind­text kann ja mal pas­sie­ren.

Aber muss man das dann auch noch groß anteasern?

Thema: Nach der Wahl in Hessen XXXXXXXX XXXXXXXXX

Nach­trag, 14. August, 13:40 Uhr: End­lich hat’s jemand gemerkt und den „Bei­trag“ ent­sorgt.

Nach­trag, 18. August: zoomer.de-Geschäftsführer Peter Neu­mann hat sich in den Kom­men­ta­ren zu Wort gemel­det:

immer­hin – es steht nichts fal­sches da.

Immer­hin, ja.

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„New York Times“: Wir korrigieren jeden Fehler

Wäh­rend es deut­sche Medi­en mit der Kor­rek­tur von Feh­lern nicht ganz so genau neh­men …

Ent­schul­di­gung, ich erfah­re gera­de vom Cof­fee-And-TV-Euphe­mis­mus­be­auf­trag­ten, dass das viel zu freund­lich aus­ge­drückt war.

Wäh­rend den meis­ten deut­schen Medi­en die Kor­rek­tur ihrer Feh­ler scheiß­egal ist, hat sich die „New York Times“ (die auch schon mal wort­reich mit­ge­teilt hat­te, die bul­ga­ri­sche Haupt­stadt ver­se­hent­lich „Sophia“ und nicht „Sofia“ genannt zu haben) ges­tern mit einer ganz beson­de­ren Kor­rek­tur her­vor­ge­tan:

A lis­ting of cre­dits on April 28, 1960, with a thea­ter review of “West Side Sto­ry” on its return to the Win­ter Gar­den thea­ter, missta­ted the sur­na­me of the actor who play­ed Action. He is Geor­ge Liker, not John­son. (Mr. Liker, who hopes to audi­tion for a role in a Broad­way revi­val of the show plan­ned for Febru­ary, brought the error to The Times’s atten­ti­on last month. )

[via „Spie­gel Online“, die ihre Feh­ler im Gro­ßen und Gan­zen ganz gut kor­ri­gie­ren]

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Have you ever seen the light?

„Was ist das?“ – „Das ist blau­es Licht.“ – „Was macht es?“ – „Es leuch­tet blau.“ („Ram­bo 3“)

Bil­der­ga­le­rien zu betex­ten, ist kei­ne ein­fa­che Sache. Beson­ders bei Kon­zert­fo­tos fällt einem irgend­wann nichts mehr ein. Das kön­nen Sie an bekann­ter Stel­le gut beob­ach­ten. 1

Inso­fern ver­dient es ein­fach Applaus, was dem Men­schen ein­ge­fal­len ist, der beim Online-Auf­tritt des „Köl­ner Stadt Anzei­gers“ Dienst an der Bil­der­ga­le­rie zum Kil­lers- und Mas­si­ve-Attack-Kon­zert hat­te:

"Blaues Licht auf der Bühne."

  1. Ich hal­te es übri­gens für erwäh­nens­wert, dass der Foto­graf von „RP Online“, den wir auf dem Hald­ern getrof­fen haben, sehr nett war. Ich bin mir nicht sicher, was ich erwar­tet hat­te – viel­leicht einen pfer­de­fü­ßi­gen Affen mit dem Wort „Klick­stre­cke“ in die Stirn geritzt oder etwas in der Art. Dem war aber nicht so.[]