Also bitte, taz.de. Ich halte ja auch nichts von diesem Wunderläufer, aber …
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Namenswitze gehen echt nicht!
Nachtrag, 23:19 Uhr:
[via STU und hellojed]
Also bitte, taz.de. Ich halte ja auch nichts von diesem Wunderläufer, aber …
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Namenswitze gehen echt nicht!
Nachtrag, 23:19 Uhr:
[via STU und hellojed]
Auch ohne Zugriff auf die Bilddatenbank der dpa zu haben, glaube ich zu wissen, was dort als erstes Ergebnis auftaucht, wenn man ein Symbolbild zum Thema Datenklau sucht:

(„RP Online“)
(stern.de)

(welt.de)
Regelrecht originell ist da die Idee der „Readers Edition“:

Nachtrag, 20. August: Es gibt übrigens noch eine andere Version des Fotos mit der selben (gleichen? kopierten?) CD:

(turi2.de)
Nachtrag, 22. August: Nur der Vollständigkeit halber:
Hierzu führt das Landgericht aus: “‘Gefickt’, d. h. überführt fühlt sich nur ein Täter, nicht aber ein Unschuldiger” (UA S. 52). Auch dieser Satz trifft selbst in der vom Landgericht angenommenen Deutung in dieser Allgemeinheit kaum zu; unzutreffend ist aber schon die zugrunde liegende Auslegung, denn der zitierte Begriff dürfte im vorliegenden Zusammenhang in den betroffenen sozialen Kreisen in der Regel im Sinne von “Hereinlegen”, “Betrügen”, “Aufs-Glatteis-Führen”, nicht aber im Sinne von “Überführen” gebraucht werden.
Dass viele Richter nicht unbedingt eine Zweitkarriere als Linguisten starten könnten, ist schon länger bekannt. Udo Vetter fügt im lawblog einen weiteren Fall hinzu.
Auch habe Krüger „um eine Zusammenstellung von Theater- und Konzertveranstaltungen und von Einkaufsmöglichkeiten, insbesondere der Schuhgeschäfte“ gebeten. Staatsdiener Krüger, der die Gruppe begleitete, verteidigt seine Planung: „Die Leute wollen sich doch vor Ort was ansehen.“
Wie sich deutsche Politiker, als Volksvertreter immerhin unsere (Ihre, meine) Repräsentanten, im Ausland aufführen, steht im aktuellen „Spiegel“.
[via Thomas Koch]
Neulich habe ich bei Ebay meinen gelben Stern bekommen. (…) Ein gelber Stern!
Franz Josef Wagner muss befürchten, den Titel als Deutschlands wahnsinnigster Journalist zu verlieren. Das, was Matthias Heine da gestern in der „Berliner Morgenpost“ geschrieben hat, ist schlicht unfassbarer Unfug. Sowas hätte mal ein Blogger schreiben sollen …
[via Stefan Niggemeier]
„Spiegel Online“ hat ein Interview mit dem Kriminalisten Stephan Harbort geführt, der gerade ein neues Buch zum Thema Serienmörder veröffentlicht hat.
Die Einleitung des Artikels sieht so aus:

Und so spricht der Polizist darüber, welche Personen wo und wann besonders gefährdet sind:

Journalisten lieben Jubiläen. Im Gegensatz zu tatsächlichen, tagesaktuellen Ereignissen treten diese nicht überraschend auf, man kann die Themen gründlich recherchieren, mit Zeitzeugen sprechen und das Geschehen frei von Affekten in seinen historischen Kontext einordnen. Ich würde nicht ausschließen, dass die ersten Reporter am Abend des 11. September 2001 begannen, ihre große „Ten years after“-Geschichte vorzubereiten.
Dieser Tage jährt sich das Geiseldrama von Gladbeck zum zwanzigsten Mal. Ein im wahrsten Wortsinne tragisches Ereignis, bei dem schlichtweg alles schief ging, was schief gehen konnte, und das insofern in einer Reihe mit dem Olympia-Attentat von München und der Schleyer-Entführung steht. Eine Verkettung von Unerfahrenheit und Inkompetenz auf Seiten der Behörden, ein Totalversagen der berichterstattenden Presse.
Ich bin zu jung, um mich an die drei Tage im August 1988 erinnern zu können, aber man kennt ja die Bilder von Silke Bischoff mit der Pistole an der Schläfe und Hans-Jürgen Rösner mit der Pistole zwischen den Zähnen. Und gerade das Foto von Silke Bischoff macht die große Erinnerungsparade, die schon seit einigen Wochen in den deutschen Medien abgehalten wird, zu einer Gratwanderung.
Bereits vor einem Monat brachte „Bild“ im Zuge einer großen Gladbeck-Serie einen Artikel über Silke Bischoffs Mutter, der wie folgt überschrieben war:

Das Demonstrativpronomen stand da natürlich nicht versehentlich, denn „dieses Bild“ war darüber natürlich noch einmal riesengroß abgedruckt. 1
Fast ähnlich bizarr ist der Spagat, den die „WAZ“ vollbringt: auf derwesten.de ist ein Foto von Tätern, Waffen und Geisel zu sehen, nur wenige Zentimeter über diesem Absatz:

Da weiß man auch nicht, ob die folgende Passage Selbstkritik oder Rechtfertigung sein soll:
Journalisten handeln statt nur zu beobachten. Angesehene Reporter sind unter ihnen, von öffentlich-rechtlichen Sendern und auch von der WAZ. Oft weiß die Presse mehr als die Polizei.
Es ist schwierig, über die Fehler der Presse von damals zu berichten, in der Presse von heute. Und es ist schwierig, diese Fotos zu verwenden. Einerseits gibt es sie, sie sind journalistische Fakten, die damals geschaffen wurden und nicht rückgängig gemacht werden können. Andererseits besteht die Gefahr, mit jedem Wiederabdruck nicht nur das Leid der Angehörigen (s. o.) zu vergrößern, sondern auch die Demütigung der damaligen Opfer zu wiederholen. Wir haben es natürlich mit Zeitdokumenten zu tun, aber man kann sie heute nur zeigen, weil die Medien damals versagt haben. Und so ist es einigermaßen schizophren, das Medienversagen von damals mit genau diesen Fotos zu bebildern.
Wenn man länger über diesen Sachverhalt nachdenkt, befindet man sich plötzlich tief in einer ethischen Grundsatzdiskussion. Wozu sind Bilder wie die von der verängstigten Silke Bischoff auf der Rückbank oder von Hanns Martin Schleyer im durchgeschwitzten Unterhemd da? Sollen sie mahnen, dass sich das Gezeigte nicht wiederholen dürfe, sollen sie Mitleid erzeugen oder sollen sie (abermals) die Sensationsgier befriedigen? 2 Solche Bilder sind durch ihre ständige Wiederholung irgendwann mehr als nur die Abbildung von Ereignissen. Sie werden zu popkulturellen Ikonen, so wie die Einschläge der Flugzeuge am 11. September 2001, die bereits einen Tag später als Dauerschleife Teil des On-Screen-Designs in den Sondersendungen von RTL waren. Sie waren aber genau genommen auch nie nur die Abbildung von Ereignissen, gerade diese Bilder waren selbst Teil der Ereignisse.
Auch stellt sich die Frage, ob es „gut“, „schlecht“ oder „egal“ ist, wenn solche Bilder zu Ikonen werden. Vermutlich kommt es da unter anderem darauf an, ob man sich an die Täter oder an die Opfer erinnert. Es laufen ja ernsthaft immer noch Menschen mit dem Foto von Charles Manson auf dem T‑Shirt herum und Marilyn Manson hat sich ja bewusst nach Marilyn Monroe und Charles Manson benannt. Die Band 18 Summers hieß übrigens lange Jahre Silke Bischoff, was man ganz und gar geschmacklos finden, aber vielleicht auch verstehen kann, wenn Sänger Felix Flaucher erklärt, dass es ihm um das Schicksal einer Einzelperson gehe, das viel stärker berühren kann als das einer anonymen Menge.
Wenn wir als Schüler im Geschichtsunterricht Fotos aus den frisch befreiten Konzentrationslagern gezeigt bekamen, war die Botschaft klar: So etwas darf nie wieder passieren, sorgt gefälligst dafür! Was aber sollen uns die Fotos von Gladbeck 3 heute sagen? Für Journalisten schwingt da natürlich ein „nie wieder“ mit und die – zugegeben eher theoretische – Frage, wie man sich eigentlich selbst in einem solchen Fall verhalten würde. Aber Journalisten sind eine ziemliche Minderheit.
Andererseits rufen Medien in Großbritannien oder den USA schon länger ihre Zuschauer bzw. Leser dazu auf, sich bei großen Ereignissen (also spannenden Katastrophen) an der Berichterstattung zu beteiligen. So kam CNN im vergangenen Jahr an einen Teil seiner Bilder vom Amoklauf in Blacksburg, VA. Udo Röbel, der sich damals als Reporter des Kölner „Express“ besonders unrühmlich hervortat, als er zu den Tätern ins Auto stieg und sie aus der Stadt lotste, sagt jetzt in einem sehr lesenswerten Artikel der „Süddeutschen Zeitung“:
„Aber was ich schon glaube, ist, dass wir irgendwann ein Gladbeck anderer Art kriegen könnten. Inzwischen tummeln sich ja Leute in der Medienwelt, die Journalismus gar nicht gelernt haben. Es gibt Müller, Meier, Schulze, die mit dem Handy unterwegs sind und jederzeit in Situationen kommen können, wo etwas passiert, was sie dann filmen.“
Vielleicht würde ein ähnliches Verbrechen heute unter der 1414 stattfinden.
Lange wird die Erinnerung an „Gladbeck“ und die Selbstreflexion allerdings sowieso nicht vorhalten: am 28. August steht „20 Jahre Ramstein“ an.
Lukas und ich waren beileibe nicht die einzigen, die während des Haldern Pop Festivals live gebloggt haben. Unter anderem auch mit von der Partie: Ingo Schmoll. Einigen hauptsächlich bekannt als Moderator bei Einslive macht er nicht nur seit März 2006 mit Radio Brennt einen schicken eigenen Podcast, sondern verarbeitet Alltägliches seit Kurzem auch in seinem privaten Blog.
Zu gibt es nicht nur Einblicke in seinen Job bei Einslive, sondern aktuell auch Fotos der gerade zuende gegangenen Dreharbeiten eines Kurzfilms mit einem Team des Hessischen Rundfunks, in dem er die Hauptrolle spielt.
Allzu lang gibt es das Blog übrigens noch nicht: Am 1. August ging es los mit dem Foto eines Gagennachweises: In der kommenden, vierten Staffel von Dr. House ist Ingo Synchronsprecher für Fred Durst. Bin jetzt schon gespannt, wie das klingen soll.
Stefan sagt mir regelmäßig, ich solle mich nicht so intensiv mit „RP Online“ beschäftigen, das sei ungesund. Und dann schreibt er solche Einträge …
In den Kommentaren findet sich der Versuch einer Relativierung, der ich mich als ehemaliger freier RP-Lokalschreiber eigentlich gerne anschließen würde:
Was dort über das Geschehen in Kaarst-Büttgen, Erkrath oder Tiefenbroich bei RP-Online zu finden ist, hat sicher kein “New York Times”-Niveau, ist aber ganz normaler Lokaljournalismus.
Aber dann bin ich bei einem kurzen Besuch bei „RP Online“ versehentlich über einen Lokal-Artikel aus Düsseldorf gestolpert. Es geht um die Traditionsgaststätte „Uel“ in der ich auch schon gesessen und Bier etwas getrunken habe:

Dem bisherigen Wirt ist sein Vertrag nicht verlängert worden, er fürchtet, dass nach seinem Abgang die „Ballermann-Szene“ in die traditionsreiche Ratinger Straße schwappen wird.
Andererseits:

Stand der Dinge ist also: der aktuelle Wirt muss raus und fürchtet um den Ruf des Traditionshauses, der Eigentümer sagt, es soll im Wesentlichen alles erhalten bleiben. Und Gäste „befürchten“, dass das Lokal ganz schließen könne.
Wie also, glauben Sie, wird dieser Sachverhalt in einer Überschrift zusammengefasst? Also, bei „RP Online“ bzw. der „Rheinischen Post“?
Klaro:
Gott, ja, das mit dem Blindtext kann ja mal passieren.
Aber muss man das dann auch noch groß anteasern?

Nachtrag, 14. August, 13:40 Uhr: Endlich hat’s jemand gemerkt und den „Beitrag“ entsorgt.
Nachtrag, 18. August: zoomer.de-Geschäftsführer Peter Neumann hat sich in den Kommentaren zu Wort gemeldet:
immerhin – es steht nichts falsches da.
Immerhin, ja.
Während es deutsche Medien mit der Korrektur von Fehlern nicht ganz so genau nehmen …
Entschuldigung, ich erfahre gerade vom Coffee-And-TV-Euphemismusbeauftragten, dass das viel zu freundlich ausgedrückt war.
Während den meisten deutschen Medien die Korrektur ihrer Fehler scheißegal ist, hat sich die „New York Times“ (die auch schon mal wortreich mitgeteilt hatte, die bulgarische Hauptstadt versehentlich „Sophia“ und nicht „Sofia“ genannt zu haben) gestern mit einer ganz besonderen Korrektur hervorgetan:
A listing of credits on April 28, 1960, with a theater review of “West Side Story” on its return to the Winter Garden theater, misstated the surname of the actor who played Action. He is George Liker, not Johnson. (Mr. Liker, who hopes to audition for a role in a Broadway revival of the show planned for February, brought the error to The Times’s attention last month. )
[via „Spiegel Online“, die ihre Fehler im Großen und Ganzen ganz gut korrigieren]
Als Kind habe ich „Logo“, die ZDF-Nachrichten für Kinder, geliebt. Komplexe Sachverhalte wurden mit einfachen Worten und sympathischen Animationen auf eine Ebene heruntergebrochen, die Kinder in den späten Achtzigern und frühen Neunzigern noch verstehen konnten. Heute wäre man wahrscheinlich froh, wenn die Nachrichten der Privatsender ungefähr die Komplexität von „Logo“ erreichen würden.
Dadurch, dass wir immer mehr aus allen Ecken der Welt erfahren, muss uns auch immer mehr erklärt werden. Was zum Henker, war (oder ist) da zum Beispiel gerade in Georgien los? Verstehen das die Kriegsparteien, die Journalisten, die einfachen Leute von der Straße?
Wie sollen also die Nachrichten der Zukunft aussehen? Die Vorstellung, dass auch meine Enkelkinder noch von blonden Frauen und Männern vor einer blauen Wand Meldungen aus aller Welt vorgelesen, selbige aber mitnichten erklärt kriegen, hat einerseits etwas beruhigendes, ist aber auch irgendwie unbefriedigend.
Axel Rudolph, Mediendesign-Student an der Berufsakademie Ravensburg, hat sich für seine Diplomarbeit ein Nachrichtenformat ausgedacht, das zeigen soll,
dass Bildung auch ‚cool‘ aussehen und dabei mehr an Musikfernsehen als an trockenen Geschichtsunterricht erinnern kann.
Um es sich nicht zu einfach zu machen, hat er sich für seinen Pilotfilm auch noch gleich eines der komplexesten Themen unserer Zeit ausgesucht: den Nahostkonflikt. Den in fünf Minuten erklären zu wollen, ist einerseits gewagt, klappt aber andererseits erstaunlich gut. Und optisch ist der Clip sowieso ein Hochgenuss:
Sollten die Nachrichten der Zukunft tatsächlich so aussehen, ich bin mir sicher, dass viel mehr Leute einschalten und die Welt ein bisschen besser verstehen würden.
„Was ist das?“ – „Das ist blaues Licht.“ – „Was macht es?“ – „Es leuchtet blau.“ („Rambo 3“)
Bildergalerien zu betexten, ist keine einfache Sache. Besonders bei Konzertfotos fällt einem irgendwann nichts mehr ein. Das können Sie an bekannter Stelle gut beobachten. 1
Insofern verdient es einfach Applaus, was dem Menschen eingefallen ist, der beim Online-Auftritt des „Kölner Stadt Anzeigers“ Dienst an der Bildergalerie zum Killers- und Massive-Attack-Konzert hatte: