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Im Weg, im Netz

WDR-Kameras beim Haldern Pop 2008

WDR-Kameras beim Haldern Pop 2008

WDR-Kameras beim Haldern Pop 2008

WDR-Kameras beim Haldern Pop 2008

Ja, es war ein biss­chen schwie­rig, beim Hald­ern Pop Fotos zu machen, auf denen kei­ne Fern­seh­ka­me­ras des omni­prä­sen­ten WDR zu sehen waren. Die Foto­gra­fen im Gra­ben klag­ten sich gegen­sei­tig ihr Leid und die zah­len­den Zuschau­er in den ers­ten Rei­hen übten sich im Dran­vor­bei­gu­cken.

Aber Rache ist süß: die High­lights des Hald­ern Pop 2008 – dem­nächst (viel­leicht) irgend­wann mit­ten in der Nacht im WDR-„Rockpalast“, aber schon jetzt auf You­Tube. Gefilmt von Fans für Fans:

Intro Fla­ming Lips (vom WDR gar nicht auf­ge­zeich­net)

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Musik Digital

Zwei Finnen mit einer Klappe

Eigent­lich soll­te hier ja Pau­se sein wegen Hald­ern-Live­ge­b­log­ge da drü­ben, aber …

Sie ahnen nie, wel­ches Medi­um sich schon am ers­ten Tag der Hald­ern-Bericht­erstat­tung mit einer lus­ti­gen klei­nen Ver­wechs­lung her­vor­ge­tan hat.

Na gut, Sie wis­sen es ver­mut­lich eh schon:

Eigentlich sollten ursprünglich die „Mystery Jets“ spielen, für die Band waren kurzfristig „Noah and the Whale“ eingesprungen. Aber auch die mussten gestern absagen, also ging Liam Finn in die Annalen ein als die Band, die das Jubiläumsfestival eröffnet hat.

Nee, wirk­lich nicht. Das (sehr gute) Album von Liam Finn (Sohn von Neil und Nef­fe von Tim Finn, die eben­falls nicht hier sind) erscheint zwar im Herbst auf dem Hald­ern-Pop-Label, aber der Mann ist im Moment in den USA auf Tour. Ges­tern gespielt hat/​haben finn. aus Ham­burg. Hab ich irgend­wo gele­sen.

[mehr „RP Online“]

Nach­trag, 9. August: Wenn bei der „Rhei­ni­schen Post“ auf eines Ver­lass ist, dann auf die Feh­ler­kor­rek­tur:

Aber auch die mussten gestern absagen, also ging finn. in die Annalen ein als die Band, die das Jubiläumsfestival eröffnet hat.

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Programmhinweis: Haldern-Blog

Heu­te star­tet in Rees-Hald­ern am schö­nen Nie­der­rhein das 25. Hald­ern-Pop-Fes­ti­val. Mit dabei sind unter ande­rem The Dodos, Fleet Foxes, Maxï­mo Park, Fla­ming Lips, Kula Shaker, Edi­tors, Kate Nash, Kili­ans, Iron & Wine, Guil­l­emots, Okker­vil River und Bernd Bege­mann – aber auch Kath­rin und ich.

Im Zuge einer feind­li­chen Über­nah­me (die aber sehr freund­lich ablief) wer­den wir das Hald­ern-Blog, das im ver­gan­ge­nen Jahr von den Kol­le­gen von Mujuk betrie­ben wur­de, mit Inhal­ten fül­len. Freu­en Sie sich auf aktu­el­le Fotos, Inter­views (hof­fent­lich) und das übli­che Geme­cker über das nie­der­rhei­ni­sche Wet­ter. Hier wird es in den kom­men­den Tagen ent­spre­chend ein wenig ruhi­ger zuge­hen.

Haldern Blog

Dis­clo­sure: Das Hald­ern-Blog wird unab­hän­gig vom, aber in enger Zusam­men­ar­beit mit dem Hald­ern-Pop-Ver­an­stal­ter Raum 3 betrie­ben. Wir bekom­men dafür kein Geld, aber (wie die meis­ten ande­ren Jour­na­lis­ten auch) frei­en Zugang zum Fes­ti­val.

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Digital

In eigener Sache

Ich habe ges­tern beim Ent­sor­gen von Spam­kom­men­ta­ren ver­se­hent­lich (die­se Haken, die sich immer sel­ber irgend­wo set­zen) zwölf bis 15 rich­ti­ge Kom­men­ta­re ent­sorgt. Das tut mir leid.

Da ich aber noch alle Benach­rich­ti­gun­gen im Post­ein­gang habe, wer­de ich die Kom­men­ta­re jetzt hän­disch rekon­stru­ie­ren. Wenn Sie die E‑Mail-Benach­rich­ti­gung für neue Kom­men­ta­re akti­viert haben, wer­den Sie gleich einen ziem­li­chen Rutsch von Kom­men­ta­ren unter mei­nem Namen erhal­ten, die ich danach umfor­ma­tie­ren muss.

Ich bit­te die Unan­nehm­lich­kei­ten zu ent­schul­di­gen, in ein paar Stun­den soll­te wie­der alles in Ord­nung sein.

Nach­trag, 11:34 Uhr: Jetzt soll­te wie­der alles da sein. Gehäs­sig­kei­ten und Geläch­ter bit­te in den Kom­men­ta­ren, wüs­te Beschimp­fun­gen nur per E‑Mail.

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Musik Rundfunk

Warum tut denn niemand was?

Es gibt Pres­se­mit­tei­lun­gen, die hin­ter­las­sen nichts als Angst und Schre­cken.

Hier die High­lights der ver­gan­ge­nen Tage:

Der Count­down auf der Söh­ne Mann­heims-Web­site kün­digt es an: in weni­gen Tagen ist es soweit – ab dem 08.08.08 ist die neue Sin­gle „Das Hat Die Welt Noch Nicht Gese­hen“ der Söh­ne end­lich im Han­del und als Down­load erhält­lich.

(Löwen digi­tal, Digi­ta­les Pro­dukt­ma­nage­ment)

Unter dem Titel „Der Dativ ist dem Geni­tiv sein Tod“ prä­sen­tiert das WDR Fern­se­hen drei Fol­gen der BASTIAN-SICK-SCHAU. Nach­dem der Jour­na­list und Best­sel­ler-Autor Bas­ti­an Sick mit sei­ner wit­zi­gen Mischung aus Lesung, Deutsch­stun­de und Gram­ma­tik-Come­dy seit län­ge­rem schon die größ­ten Hal­len füllt, bekommt Deutsch­lands bekann­tes­ter Sprach­pfle­ger nun end­lich sei­ne eige­ne Fern­seh­show: Das Bes­te aus sei­nen Büh­nen­pro­gram­men, kom­bi­niert mit Sket­chen, hoch­ka­rä­ti­gen Gäs­ten und einem klei­nen „Deutsch-Quiz“.

(WDR Fern­se­hen)

Die­se Nach­richt dient dem Ver­such, tech­ni­sche Pro­ble­me beim email-Ver­sand zu lösen.
Vie­len Dank für Ihr Ver­ständ­nis und freund­li­che Grü­ße
ZDF-Pres­se­stel­le

(ZDF, nach meh­re­ren Mona­ten jetzt offen­bar end­lich gelöst)

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Digital

Die Top-Themen von „RP Online“ (2)

"Schöne Sienna ist wieder solo" / "Sienna Miller ist wieder Single"

Kei­ne Angst, es han­delt sich natür­lich um zwei ver­schie­de­ne Arti­kel über … Sien­na Mil­ler, die wie­der solo ist.

Emp­feh­lens­wert ist aber auch der Arti­kel in der Mit­te, der mit sie­ben Bil­der­ga­le­rien bestückt ist, dar­un­ter eine, die selbst für „RP Online“-Verhältnisse ein wenig extra­va­gant ist.

[mehr „RP Online“]

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Digital Musik

Über das Saugen (Over The Rainbow)

Die MCPS-PRS Alli­ance, das bri­ti­sche Äqui­va­lent zur GEMA, hat gemein­sam mit dem ame­ri­ka­ni­schen Markt­for­schug­nsun­ter­neh­men Big­Cham­pa­gne eine Stu­die über das Down­load­ver­hal­ten der User beim letz­ten Radio­head-Album „In Rain­bows“ her­aus­ge­ge­ben. Und die kommt zu inter­es­san­ten Ergeb­nis­sen.

Wir erin­nern uns: Radio­head hat­ten im ver­gan­ge­nen Okto­ber ihr Album „In Rain­bows“ für zwei Mona­te zum Down­load ange­bo­ten und die Hörer konn­ten dafür so viel Geld bezah­len, wie sie woll­ten – auch nichts. Weil Radio­head sich immer noch aus­schwei­gen, wie vie­le Leu­te das Album auf der offi­zi­el­len Sei­te her­un­ter­ge­la­den haben, kann Big­Cham­pa­gne nur Zah­len zu den Tor­rent-Down­loads prä­sen­tie­ren: 2,3 Mil­lio­nen Mal wur­de das Album zwi­schen dem 10. Okto­ber und dem 3. Novem­ber 2007 dort (ille­gal) her­un­ter­ge­la­den, 400.000 Mal allein am ers­ten Tag. Ande­re Alben nam­haf­ter Künst­ler kom­men auf Wer­te von bis zu 150.000 pro Woche.

Bei der „taz“ hat man die Stu­die ent­we­der nicht ganz gele­sen oder falsch ver­stan­den, denn der Arti­kel zur Stu­die ist mit „Expe­ri­ment geschei­tert“ über­schrie­ben. Klar: Wenn die Leu­te das Album lie­ber Klau­en, als es geschenkt zu neh­men, könn­te man das so sehen.

Die Macher der Stu­die Stu­die aller­dings wol­len das längst nicht so ver­stan­den wis­sen:

[A]nyone who has made it to the end of this paper and assu­mes that the pro­ject was a fail­ure has missed two cri­ti­cal points: first­ly, lots of peo­p­le bought the album in any one of its three for­mats and lots of peo­p­le went to see the show – and the word ‚lots‘ is robust no mat­ter which com­pa­ra­ti­ve mea­su­re you use. Second­ly, the wider pur­po­se of this paper is in many ways echo­ing the tone of the recent artic­le in The Eco­no­mist: ‚Pira­cy is a bad thing. But some­ti­mes com­pa­nies can use it to their advan­ta­ge‘.

[Der „Vor­teil“ war unter ande­rem, dass die Band ein zusätz­li­ches Kon­zert im Lon­do­ner Vic­to­ria Park anset­zen muss­te, weil der Andrang der Fans so groß war.]

Als Grund, war­um die Leu­te das Album lie­ber per Tor­rent gezo­gen haben als von der offi­zi­el­len Sei­te, gibt die Stu­die neben den tech­ni­schen Pro­ble­men am ers­ten Tag (Ser­ver­aus­fall, etwas umständ­li­cher Bestell­vor­gang) vor allem einen wei­te­ren an: die Leu­te ken­nen ihre Tor­rent­tra­cker, weil sie sie täg­lich nut­zen, und kamen gar nicht auf die Idee, es woan­ders zu ver­su­chen (auch wenn bzw. gera­de weil es das Album auch auf offi­zi­el­lem Weg für umsonst gab).

It is even less popu­lar to use phra­ses like ‚brand repu­ta­ti­on‘ when tal­king about the same sites the music indus­try cha­rac­te­ri­ses as shady, fly-by-night, and out­right cri­mi­nal. Make no mista­ke: The Pira­te Bay is a powerful brand with a ster­ling repu­ta­ti­on in the minds of mil­li­ons of young music fans.

Die Autoren zie­hen dann die Nine Inch Nails hin­zu, die ihr letz­tes Album „The Slip“ eben­falls zum kos­ten­lo­sen Down­load ange­bo­ten hat­ten – aller­dings in bes­se­rer Qua­li­tät und mit einem viel ein­fa­che­ren Pro­ze­de­re als Radio­head. Und sie­he da: die Mehr­heit der Leu­te lud das Album von der offi­zi­el­len Sei­te her­un­ter, nicht als Tor­rent. Das heißt also: Wenn man mit den bekann­ten Sys­te­men kon­kur­rie­ren will, muss man vor allem leicht zu bedie­nen sein – was im Übri­gen für das Prin­zip iTu­nes sprä­che.

Der span­nends­te Absatz der Stu­die indes sagt noch etwas ganz ande­res aus:

Fre­quent­ly, music indus­try pro­fes­sio­nals sug­gest that an increase in legi­ti­ma­te sales must neces­s­a­ri­ly coin­ci­de with a com­men­su­ra­te reduc­tion in pira­cy, as if this were a fact. Yet, the com­pa­ny Big­Cham­pa­gne has made no such con­sis­tent obser­va­ti­on in near­ly a deca­de of ana­ly­sing the­se data. Rather, it finds that pira­cy rates fol­low awa­re­ness and inte­rest. In other words, if you do a good job cul­ti­vat­ing a legi­ti­ma­te sales sto­ry, you must also expect a simi­lar up-tick in grey mar­ket acti­vi­ty. The big­gest sel­ling albums and songs are near­ly always the most wide­ly-pira­ted, regard­less of all the ‚anti-pira­cy‘ tac­tics employ­ed by music com­pa­nies.

Gut, dafür hät­te es jetzt nicht unbe­dingt eine Stu­die gebraucht, aber dass die­se Fak­ten mal in einer Ver­öf­fent­li­chung ste­hen, die die MCPS-PRS Alli­ance unter „Inde­pen­dent Stu­dies“ ver­öf­fent­licht (und an der ihr Chef-Öko­nom Will Page mit­ge­schrie­ben hat), das ist doch mal zumin­dest ein biss­chen inter­es­sant.

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Digital

Mehr Selbstreferentialität kann ich nicht

Für ihre Juni-Aus­ga­be ihres Maga­zins hat­ten mir (und drei ande­ren Medi­en­schaf­fen­den) die Redak­teu­re des Medi­en­ma­ga­zins „Insight“ die Fra­ge „Wie stop­fen Sie das Som­mer­loch? gestellt“

Damals hielt ich fol­gen­de Ant­wort für wit­zig:

Da ich viel über Medien schreibe, gibt es bei mir kein Sommerloch. Die zahlreichen "lustigen" Reportagen und Schalten, mit denen Zuschauer und Leser so qequält werden, bieten genug Stoff bis September. Und falls ich doch ein Sommerloch verspüre, erzähle ich einfach dem nächsten Reporter, ich hätte einen Pottwal im Baggerloch gesehen, und warte ab.

Ich wür­de die Fra­ge heu­te anders beant­wor­ten.

Unter Bezug­nah­me auf mei­nen Ein­trag von letz­ter Woche und nach loser Rück­spra­che mit mir ver­öf­fent­lich­te die Pres­se­stel­le der Stadt Dins­la­ken am ver­gan­ge­nen Don­ners­tag fol­gen­de Pres­se­mit­tei­lung:

Dins­la­ken in den Medi­en
Selbst­iro­nie ist gefragt – auch Gelas­sen­heit

Dinslaken/​München/​Frankfurt. Pünkt­lich zur Rei­se­zeit erschien kürz­lich in der renom­mier­ten Süd­deut­schen Zei­tung (SZ) unter „Hip­pen­stocks Stra­te­gien“ ein Car­toon: Vor der Rezep­ti­on eines offen­bar über­buch­ten Hotels ein Ehe­paar mit Kof­fern. Der Por­tier dahin­ter zu den Tou­ris­ten: „In der ers­ten Woche tei­len Sie Ihr Zim­mer mit einem Ehe­paar aus Dins­la­ken – ich den­ke, des­halb der Rabatt.“

In der aktu­el­len Aus­ga­be des Sati­re­ma­ga­zins „Tita­nic“ geht es in einem ande­ren Car­toon auch um die­se Stadt. Der hier gebo­re­ne Lukas Hein­ser, der­zeit in Bochum woh­nend, befürch­tet, durch die bun­des­weit kurz hin­ter­ein­an­der ver­brei­te­ten Kari­ka­tu­ren sei Dins­la­ken in der Medi­en­land­schaft offen­bar „end­gül­tig irgend so ein hin­ter­wäld­le­ri­sches Kaff“ gewor­den.

Der jun­ge Mann, der in sei­nem Block (www.coffeeandtv.de) gele­gent­lich aus und über sei­ne Hei­mat­stadt schreibt, teil­te der Stadt­pres­se­stel­le über­dies mit, Wet­ter­ex­per­te Jörg Kachelm­ann und TV-Plau­de­rer Roger Wil­lem­sen hät­ten sich läs­ternd über die Stadt im Grü­nen aus­ge­las­sen. Unter ande­rem soll Wil­lem­sen die Star-Sopra­nis­tin San­dra Schwarz­haupt gefragt haben, war­um sie in New York und nicht zum Bei­spiel in Dins­la­ken stu­diert habe.

Was Jörg Kachelm­ann, der Inten­dant der Dins­la­ke­ner Burg­hof­büh­ne und ich dazu zu sagen haben, kön­nen Sie drü­ben bei Ste­fan in den Kom­men­ta­ren lesen.

Ich war­te der­weil auf einen Anruf auf­ge­reg­ter Lokal­re­dak­teu­re, die ein gro­ßes Por­trät über mich brin­gen wol­len. Ist ja Som­mer­loch.

PS: Ich bin gar nicht in Dins­la­ken gebo­ren.

Nach­trag, 9. August: Mehr Selbst­re­fe­ren­tia­li­tät kann ich wohl

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Digital

Links liegengelassen

Dass zoomer.de, das angeb­lich ach so zweinul­li­ge Nach­rich­ten­por­tal der Holtz­brinck-Grup­pe, aus­ge­rech­net sei­ne Inter­net- und Com­pu­ter­the­men bei Golem.de ein­kauft raus­ko­piert, könn­te man natür­lich ein biss­chen pein­lich fin­den. Aber bes­ser, man holt sich exter­nes Fach­wis­sen, als man dilet­tiert intern.

Schon etwas pein­li­cher ist es da, im Arti­kel über das rund­erneu­er­te del.icio.us kon­se­quent auf einen Link zu der bespro­che­nen Sei­te zu ver­zich­ten – anders übri­gens als im Ori­gi­nal­ar­ti­kel bei Golem.

Wie 2.0 zoomer.de – und vor allem sei­ne Leser­schaft – wirk­lich ist, kann man schön an den Kom­men­ta­ren zu die­sem Arti­kel über Twit­ter able­sen.

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Musik Digital

Warum Fran Healy so gut schläft

Ich bin seit Jah­ren gro­ßer Fan von Tra­vis. Nicht nur, dass die Musik (bei­na­he) immer toll ist, Fran Hea­ly sagt auch von Zeit zu Zeit sehr klu­ge Sachen, von denen man sich wünscht, es wür­den die betref­fen­den Leu­te zuhö­ren.

Zum Bei­spiel aktu­ell zu einem Fall, den man bei torrentfreak.com nach­le­sen kann: Tra­vis hat­ten zur Ver­brei­tung des neu­en Songs „J. Smith“ per MP3 auf­ge­ru­fen – wie man das eben heut­zu­ta­ge so macht. Plötz­lich mel­de­te sich die IFPI, die Inter­na­tio­nal Fede­ra­ti­on of the Pho­no­gra­phic Indus­try, bei Kevin, der den Song in sei­nem Blog So Much Silence gehos­tet hat­te, und for­der­ten ihn zur Löschung auf. (Das heißt: genau genom­men for­der­ten sie ihn auf, einen Song von Her­cu­les And Love Affair zu löschen, weil sie sich da wohl irgend­wie mit der Zuord­nung ver­tan hat­ten.) Kevin schrieb Fran Hea­ly an, der prompt reagier­te und klar stell­te, dass der Song wei­ter ver­brei­tet wer­den soll. Die IFPI, die ja angeb­lich im Namen der Künst­ler gegen das Unrecht in der Welt kämpft, muss­te zuge­ben, von einer sol­chen Geneh­mi­gung nichts mit­be­kom­men zu haben.

Und auf Anfra­ge von torrentfreak.com leg­te Fran dann rich­tig los:

With a view to music, the inter­net is like radio. The only major dif­fe­rence is that, at the moment, I don’t get a PRS pay­ment ever­y­ti­me my song is lis­ten­ed to.

The pro­blem is, the busi­ness is try­ing to fit old rules on a new model. Like try­ing to fit the squa­re peg in the round hole. I think someone has to sit down and re-wri­te the rules for the new model.

[…]

As far as ille­gal file­sha­ring goes. The­re are peo­p­le who will buy albums and peo­p­le who will record them off fri­ends. If you took away the Inter­net this would still hap­pen so I don’t lose any sleep. Good­night.

Jetzt müss­te er das nur noch irgend­wie sei­nen Plat­ten­bos­sen ver­kli­ckern.

Ach, und run­ter­la­den kön­nen Sie „J. Smith“ jetzt hier – ganz legal und mit Ein­wil­li­gung des Künst­lers. (Das Album „Ode To J. Smith“ kön­nen Sie sich bei Gefal­len dann ab dem 26. Sep­tem­ber kau­fen.)

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Digital

Der Westen hält an Sex-Angeboten fest

Feh­ler macht wirk­lich jeder mal. Oft ist man auch noch zu betriebs­blind, sie wahr­zu­neh­men. Aber dafür gibt es ja immer wie­der Men­schen, die einen auf den Feh­ler hin­wei­sen. Nicht, weil sie sel­ber frei von Feh­lern wären, son­dern gera­de weil sie wis­sen, wie ärger­lich Feh­ler sind und wie ger­ne und schnell man sie wie­der­gut­ma­chen oder kor­ri­gie­ren möch­te.

Soweit die Theo­rie. Kom­men wir nun zum Online­jour­na­lis­mus: Vor etwa andert­halb Mona­ten hat­te die „WAZ“ über eine Pres­se­kon­fe­renz des Ryan­air-Chefs Micha­el O’Lea­ry berich­tet und dabei einen Scherz nicht als sol­chen erkannt (die Älte­ren wer­den sich erin­nern).

Nicht wei­ter schlimm, man erkann­te den Feh­ler im Haus als sol­chen und Katha­ri­na Bor­chert, Chef­re­dak­teu­rin des „WAZ“-Onlineportals derwesten.de) schrieb mir direkt am nächs­ten Mor­gen:

Ich war­te auf einen Rück­ruf von Herrn Pott, dann soll­te es einen Bei­trag im Kor­rek­tur­blog geben, der auch unter dem Arti­kel ver­linkt wird.

[Herr Pott war der Ver­fas­ser des feh­ler­haf­ten Arti­kels – er hat­te auf mei­nen Kon­takt­ver­such gar nicht erst reagiert.]

Das Gan­ze ist, wie gesagt, etwa andert­halb Mona­te her und pas­siert ist seit­dem – Sie wer­den es ange­sichts des Vor­spanns und des ver­such­ten Span­nungs­auf­baus längst erra­ten haben – nichts. Der Arti­kel steht immer noch fröh­lich in sei­ner ursprüng­li­chen Form online und wer heu­te oder in ein paar Jah­ren per Such­ma­schi­ne oder im Wes­ten-Archiv dar­auf stößt, wird nach wie vor glau­ben, eine Flug­ge­sell­schaft habe sexu­el­le Leis­tun­gen an Bord anbie­ten wol­len.

Nun fragt man sich natür­lich (zumin­dest tue ich das): War­um tut der Wes­ten nicht, was sei­ne Che­fin ange­kün­digt hat? Immer­hin muss­te man ja damit rech­nen, dass ich den Arti­kel im Auge behal­te und hier wie­der und wie­der dar­auf her­um­rei­te.

Eine mög­li­che Lösung: Es ist ihnen egal. Und zwar nicht nur, was schlecht gelaun­te Blog­ger über sie schrei­ben, son­dern auch, was in ihrem eige­nen Por­tal steht. Das wäre (vor allem der zwei­te Teil) aus jour­na­lis­ti­scher Hin­sicht fatal. Beson­ders, wenn man sich extra ein Kor­rek­tur­blog leis­tet und ankün­digt einen Feh­ler kor­ri­gie­ren zu wol­len.

Eine ande­re Lösung: Herr Pott hat nie zurück­ge­ru­fen und des­halb konn­te Frau Bor­chert das alles gar nicht kor­ri­gie­ren (las­sen).

Was mich zu einer (irgend­wie beun­ru­hi­gen­den) Fra­ge brach­te, die ich Katha­ri­na Bor­chert am 23. Juni und am 18. Juli zukom­men ließ:

Gehört es zur Redak­ti­ons­po­li­tik der „WAZ“ bzw. von derwesten.de, Feh­ler nur im Ein­ver­neh­men mit dem Autor eines Arti­kels zu kor­ri­gie­ren (bzw. eben nicht zu kor­ri­gie­ren, wenn der Autor unein­sich­tig ist)?

Ich habe bis heu­te kei­ne Ant­wort erhal­ten.

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Digital Gesellschaft

Sommerschlussverkauf mal anders

Die Waren­haus­ket­te Her­tie hat heu­te beim Esse­ner Amts­ge­richt den Insol­venz­an­trag ein­ge­reicht. Was mich als Wirt­schafts­laie immer ein biss­chen über­rascht: Dies geschieht, damit der Betrieb der 73 Waren­häu­ser der frü­he­ren Kar­stadt-Kom­pakt-Grup­pe (dar­un­ter Häu­ser, die frü­her schon ein­mal Her­tie hie­ßen, bevor Kar­stadt Her­tie auf­ge­kauft und die Läden umbe­nannt hat­te) auf­recht­erhal­ten wer­den kann. Der eng­li­sche Mut­ter­kon­zern Dawnay Day war in erheb­li­che Schief­la­ge gera­ten, wes­we­gen die Zukunft von Her­tie kei­ne andert­halb Jah­re nach der Umbe­nen­nung nun in den Ster­nen steht.

Die Mel­dung wird (neben den Ange­stell­ten) auch die Stadt­obe­ren von Dins­la­ken sehr beun­ru­hi­gen – deren Plä­ne, ein neu­es Ein­kaufs­zen­trum in der Innen­stadt zu bau­en, fuß­ten näm­lich unter ande­rem auf der vagen Hoff­nung, dass Her­tie sich am Bau betei­li­gen wür­de. Jetzt könn­te es pas­sie­ren, dass es in Dins­la­ken bald nicht ein­mal mehr das alte Her­tie-Kauf­haus gibt.

Die vie­len An- und Ver­käu­fe, Um- und Rück­be­nen­nun­gen bei Kar­stadt und Her­tie sind natür­lich unglaub­lich ver­wir­rend. Als man sich bei „RP Online“ dar­an mach­te, „Zehn Fak­ten über Her­tie“ auf­zu­schrei­ben (natür­lich nicht etwa in einer Lis­te, son­dern in einer ver­damm­ten Klick­stre­cke) schlug das Schick­sal unbarm­her­zig zu:

Die Zulieferung der Waren vom Karstadt-Quelle-Konzern hat Hertie nach und anch eingestellt. Heute kommen 80 Prozent der Waren von der Arcandor AG

Um die gan­ze Trag­wei­te die­ser zwei Sät­ze zu ver­ste­hen, müs­sen Sie zwei Din­ge wis­sen:
Ers­tens sind die „80 Pro­zent“ offen­bar aus der Wiki­pe­dia abge­schrie­ben – aber lei­der genau falsch:

Bis Mit­te 2007 soll­ten 80 Pro­zent des Sor­ti­men­tes auf ande­re Zulie­fe­rer als die Arcan­dor AG umge­stellt wer­den.

Und zwei­tens ist „Arcan­dor“ seit 2007 der neue Name von … nun ja: Kar­stadt-Quel­le.

Nach­trag, 22:51 Uhr: Aus den „Zehn Fak­ten zu Her­tie“ sind neun „Fak­ten zu Her­tie“ gewor­den. Wer die Zulie­fe­rer sind oder nicht sind, erfährt der Leser jetzt nicht mehr.