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My name is Adam, I’m your biggest fan

Man kennt das ja aus den ein­schlä­gi­gen Büchern und den Schil­de­run­gen von Vätern, Onkels oder ande­ren alten Leu­ten: Wie die Men­schen frü­her vor dem elter­li­chen Radio geses­sen haben, das Mikro­fon des Kas­set­ten­re­kor­ders vor den Boxen und dann hof­fen, dass einer die­ser damals ver­mut­lich „hip“ oder „fet­zig“ genann­ten Songs läuft. Schnell auf „Auf­neh­men“ drü­cken und dann beten, dass der Mode­ra­tor sei­ne ver­damm­te Klap­pe hält. Ach, ich hab es doch selbst noch so gemacht!

Spä­ter kam dann das Musik­fern­se­hen und man konn­te den gan­zen Quatsch mit Video­re­cor­dern wie­der­ho­len, die natür­lich immer dann von Auf­nah­me­be­reit­schaft auf Stop wech­sel­ten, wenn der erhoff­te Clip end­lich kam. Ob man sich das Band mit den gesam­mel­ten Vide­os jemals anse­hen wür­de, war zweit­ran­gig.

Und dann: Das Inter­net. Mit dem Auf­kom­men von Tausch­bör­sen waren obsku­re B‑Seiten und Live­ver­sio­nen der Lieb­lings­bands plötz­lich in Reich­wei­te. Zwar tropf­ten sie anfangs nur in Modem-Geschwin­dig­keit durch die Lei­tung, aber hin­ter­her hat­te man (wenn die Lei­tung nicht unter­bro­chen wur­de) einen Song, den man rauf und run­ter hören konn­te. Man­che stell­te eine Band oder ein Künst­ler einen neu­en Song in schlech­ter Audio­qua­li­tät im soge­nann­ten Real­play­er ins Inter­net und man konn­te die Wie­der­ga­be an der Sound­kar­te mit­schnei­den – vor­aus­ge­setzt, die Band­brei­te reich­te für eine ruck­el­freie Wie­der­ga­be.

Damals habe ich auch noch phy­si­sche Sin­gles gekauft: Zehn, elf D‑Mark (spä­ter sechs, sie­ben Euro) für drei, vier Songs. Aber man hat­te den ers­ten Track des neu­en Travis‑, Cold­play- oder Oasis-Albums, bevor das end­lich auf den Markt kam, und man hat­te B‑Seiten. Man­che B‑Seiten aus die­ser Zeit habe ich öfter gehört als man­che Album­tracks aus der jün­ge­ren Schaf­fens­pha­se die­ser Bands.

Dann wur­de alles anders: Irgend­wann gab es kein Musik­fern­se­hen mehr und nach mei­ner Arbeit beim Cam­pus­ra­dio hat­te ich auch den Über­blick über Sin­gles ver­lo­ren. Alben erschie­nen ein­fach irgend­wann und man hat­te sie nicht mehr schon seit Wochen (weil: bemus­tert), son­dern bekam davon teil­wei­se gar nichts mehr mit. Die letz­ten Jah­re waren schwach, was mei­ne eige­ne Hin­ga­be und mein Fan­dom angeht. Dafür kauft man dann immer öfter die teu­re Spe­cial Edi­ti­on, deren zwei­te CD oder DVD dann unge­hört und unbe­se­hen im Regal ver­staubt, nach­dem man das eigent­li­che Album ein ein­zi­ges Mal in den Com­pu­ter gescho­ben hat, um es zu rip­pen. Oder es gibt gleich gar kei­nen phy­si­schen Ton­trä­ger mehr, son­dern nur noch die nack­te, digi­ta­le Musik.

In der letz­ten Zeit habe ich nicht viel neue Musik gehört: Seit dem Hald­ern vor allem abwech­selnd The Natio­nal und Del­phic, die das Ren­nen um das Album des Jah­res bis­her unter sich aus­ma­chen. Die neue Sin­gle von Wir Sind Hel­den habe ich zum ers­ten Mal gehört, als ich mir am Frei­tag das Album gekauft habe – von dem ich dann so ent­täuscht war, dass ich ihm bis­her noch kei­ne zwei­te Chan­ce gege­ben habe.

Dafür habe ich das Wie­der­erwa­chen mei­nes Fan­doms beob­ach­ten kön­nen: Stän­dig trieb ich mich auf der Web­site der Manic Street Pre­a­chers rum, bis dort end­lich das Video zur (ganz okay­en) neu­en Sin­gle ver­öf­fent­licht wur­de. In der Zwi­schen­zeit war ich dort aber immer­hin über die Ori­gi­nal­de­mo von „The Girl From Tiger Bay“ gestol­pert, das die Band für Shir­ley Bas­seys letz­tes Album geschrie­ben hat­te.

Und auch die Vor­bo­ten des gemein­sa­men Albums von Ben Folds und Nick Horn­by habe ich genau im Auge und ver­spü­re dank des Trai­lers sogar ech­te Vor­freu­de:

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Mit den … äh: Akti­ons­künst­lern Pom­pla­moo­se haben Folds und Horn­by noch einen wei­te­ren Song auf­ge­nom­men (in dem Horn­by sogar selbst zu hören ist), des­sen Geschich­te Ben Folds sehr schön auf sei­ner Web­site erklärt:

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Das klingt alles toll. Nach dem letzt­lich dann doch eher mit­tel­gu­ten „Way To Nor­mal“ freue ich mich tat­säch­lich auf das neue Album. Die Delu­xe-Edi­ti­on ist jeden­falls bestellt.

Die ers­te Hör­pro­be vom neu­en Jim­my-Eat-World-Album klingt übri­gens ganz schreck­lich.

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Es gilt das erbrochene Wort

Ich ver­eh­re Jochen Malms­hei­mer seit mehr als einer Deka­de. Ich schrie­be nicht, wenn er und sein dama­li­ger Tre­sen­le­sen-Kol­le­ge Frank Goo­sen mir nicht gezeigt hät­ten, was man alles Schö­nes mit der deut­schen Spra­che anfan­gen kann (der Rest mei­nes Schrei­bens stützt sich auf die Gesamt­wer­ke von Ben­ja­min von Stuck­rad-Bar­re, Chris­ti­an Kracht und natür­lich Max Goldt). Des­halb freut es mich beson­ders, dass Herrn Malms­hei­mer das gelun­gen ist, was in unse­rer bei­der Hei­mat­stadt Bochum maxi­mal alle zwei Wochen pas­siert: Er hat einen „Eklat“ aus­ge­löst.

Ort und Grund war die Eröff­nung des Zelt­fes­ti­vals Ruhr, das auch in die­sem Jahr wie­der hoch­ka­rä­ti­ge Künst­ler, aber auch Acts wie Ich + Ich, die Simp­le Minds oder die H‑BlockX an den Gesta­den des male­ri­schen Kem­n­ader Sees ver­sam­melt. Malms­hei­mer war gela­den, ein Gruß­wort zu spre­chen, und er nutz­te die Gele­gen­heit, dass die gesam­te Stadt­spit­ze wehr­los vor ihm saß, zu einer „Sua­da“ („West­deut­sche All­ge­mei­ne Zei­tung“), um „vom Leder zu zie­hen“ (ebd.), zu einer „Lita­nei“ („Ruhr Nach­rich­ten“) und um zu „scho­cken“ (ebd.).

Da ich nicht zu den rund 500 gela­de­nen Wür­den­trä­gern aus Poli­tik, Wirt­schaft und Kul­tur gehör­te (it’s a long way to the top, even in Bochum), muss ich mich auf die Aus­zü­ge aus der elf­sei­ti­gen Rede ver­las­sen, die die „Ruhr Nach­rich­ten“ ins Inter­net gestellt haben. Die­se gefal­len mir jedoch außer­or­dent­lich.

Zum Bei­spiel das, was Malms­hei­mer über das geplan­te, jedoch nicht vor der Wie­der­kehr Chris­ti fer­tig­ge­stell­te Bochu­mer Kon­zert­haus zu sagen hat:

…dies ist die Stadt, die voll­mun­dig, um nicht zu sagen: groß­mäu­lig, die Not­wen­dig­keit zur Instal­la­ti­on eines voll­kom­men unnüt­zen Kon­zert­hau­ses ver­kün­det, ohne einen Bedarf dafür zu haben und die Kos­ten des lau­fen­den Betrie­bes decken zu kön­nen, und das alles in einem Kul­tur­raum, der inzwi­schen über mehr nicht aus­ge­las­te­te Kon­zert­häu­ser ver­fügt, als er Orches­ter unter­hält, und die das alles dann doch nicht hin­kriegt, weil der Regie­rungs­prä­si­dent zum Glück sol­chen und ähn­li­chen Unfug einer Gemein­de unter­sagt hat, die ihre Rech­nun­gen in einer Grö­ßen­ord­nung im Kel­ler ver­schlampt, die unser­ei­nen für Jah­re in den Knast bräch­te und die finan­zi­ell noch nicht mal in der Lage ist, die Frost­schä­den des letz­ten Win­ters im Stra­ßen­netz zu besei­ti­gen…

Den gekürz­ten Rest gibt’s auf ruhrnachrichten.de.

Malms­hei­mers Wor­te jeden­falls ver­fehl­ten nicht ihr Ziel. Ober­bür­ger­meis­te­rin Otti­lie Scholz ließ eine erneu­te Ein­la­dung, sich zu bla­mie­ren, nicht unge­nutzt ver­fal­len, wie die „WAZ“ berich­tet:

Die Ober­bür­ger­meis­te­rin beschwer­te sich bei den Ver­an­stal­tern, die­se distan­zier­ten sich sogleich von ihrem Gast; in sei­nem „pola­ri­sie­ren­den Vor­trag“ habe Malms­hei­mer „für sich selbst gespro­chen“.

Das hat­te Malms­hei­mer selbst frei­lich direkt klar­ge­stellt – aber dafür hät­te man ihm natür­lich zuhö­ren müs­sen:

Dabei möch­te ich gleich zu Beginn dar­auf hin­wei­sen, dass ich, anders als jene, die vor mir adres­sier­ten, aus­schließ­lich für mich sel­ber spre­che, eine Fähig­keit, die ich mir unter Mühen antrai­nier­te und die mich eigent­lich seit­dem hin­rei­chend aus­füllt.

[via Jens]

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Wer kann am längsten?

Das mit den Charts ist natür­lich sowie­so so eine Sache: Bis vor weni­gen Jah­ren wur­den die Hit­pa­ra­den der meist­ver­kauf­ten Ton­trä­ger noch mit Hil­fe der Kno­chen von im Mond­licht geschlach­te­ten Hüh­nern errech­net. Mitt­ler­wei­le lis­ten sie tat­säch­li­che Ver­käu­fe auf, aber was drückt das schon aus, solan­ge die abso­lu­ten Zah­len geheim gehal­ten wer­den und man in man­chen Wochen angeb­lich schon mit drei­stel­li­gen Absatz­zah­len in die Top 100 kommt?

Die­se Woche wur­de den­noch eine klei­ne Sen­sa­ti­on gefei­ert: Die Band Unheil…

Moment, bevor ich wei­ter­schrei­be: Ich habe kei­ne Ahnung, wer oder was Unhei­lig ist oder wie ihre Musik klingt. Die Sin­gle „Gebo­ren um zu Leben“, die angeb­lich über Wochen die Charts und die Radio­sta­tio­nen domi­niert hat und in die­ser Zeit meh­re­re Mil­li­ar­den Male gekauft wur­de, habe ich ein ein­zi­ges Mal ver­se­hent­lich im Musik­fern­se­hen gese­hen. Ich fand’s nicht gut, aber auch zu egal, um mich dar­über auf­zu­re­gen, solan­ge es noch Revol­ver­held gibt.

Unhei­lig jeden­falls ist eine klei­ne Sen­sa­ti­on gelun­gen: 15 Mal stand ihr Album „Gro­ße Frei­heit“ auf Platz 1 der deut­schen Charts – ein Mal öfter als Her­bert Grö­ne­mey­ers „Ö“ von 1988.

Wich­tig ist hier das Wört­chen „öfter“, denn wäh­rend Grö­ne­mey­er 14 Wochen am Stück die Chart­spit­ze blo­ckier­te, gin­gen Unhei­lig immer mal wie­der „auf Eins“. Die Behaup­tung „am längs­ten“ wäre also falsch.

Und damit kom­men wir zu einer Pres­se­mit­tei­lung, die Media Con­trol, das Unter­neh­men, das in Deutsch­land die Charts ermit­telt, am Diens­tag ver­schick­te:

Unglaub­li­cher Rekord für den Gra­fen und sei­ne Band Unhei­lig: Zum 15. Mal ste­hen sie mit „Gro­ße Frei­heit“ an der Spit­ze der media con­trol Album-Charts – und legen damit das am längs­ten auf eins plat­zier­te deut­sche Album aller Zei­ten hin.

Dabei schloss man sich der For­mu­lie­rung von Unhei­ligs Plat­ten­fir­ma Uni­ver­sal an, die am Vor­tag ver­kün­det hat­te:

Seit die­ser Woche ist Unhei­lig mit dem aktu­el­len Album „Gros­se Frei­heit“ mit ins­ge­samt 15 Wochen an der Spit­ze der deut­schen Album­charts das am längs­ten auf Num­mer 1 plat­zier­te deut­sche Album aller Zei­ten!

Mit die­sen Vor­la­gen stan­den die Chan­cen auf eine feh­ler­freie Bericht­erstat­tung bei Null:

Die Plat­te „Gro­ße Frei­heit“ ist das am längs­ten auf eins plat­zier­te deut­sche Album in den deut­schen Charts.

(„Welt Online“)

Damit ist die Plat­te „das am längs­ten auf eins plat­zier­te deut­sche Album“.

(dpa)

Damit ist die Plat­te das am längs­ten auf Rang eins plat­zier­te deut­sche Album aller Zei­ten.

(„RP Online“)

Zum 15. Mal ste­hen sie mit ihrer Plat­te „Gro­ße Frei­heit“ an der Spit­ze der Album-Charts und legen damit das am längs­ten auf Platz 1 plat­zier­te deut­sche Album aller Zei­ten hin, wie Media Con­trol mit­teil­te.

(Bild.de)

Und weil die Anzahl der Chart­plat­zie­run­gen kei­ner­lei Schlüs­se auf die tat­säch­li­chen Absatz­zah­len zulässt, ist die For­mu­lie­rung von motor.de beson­ders falsch:

Damit ver­drängt Bernd Hein­rich Graf, wie der Musi­ker mit bür­ger­li­chen Namen heißt, sei­nen Kol­le­gen Her­bert Grö­ne­mey­er vom ewi­gen Thron der am meist­ver­kauf­ten deutsch­spra­chi­gen Pop-Alben aller Zei­ten.

Das Schö­ne ist: Es ist alles noch kom­pli­zier­ter. Media Con­trol ist näm­lich erst seit 1977 für die Erfas­sung der deut­schen Musik­charts zustän­dig, vor­her oblag die­se Auf­ga­be dem Maga­zin „Musik­markt“. Und das führ­te vom 31. Mai bis zum 3. Okto­ber 1974 – und damit geschla­ge­ne 18 Wochen – „Otto 2“ von Otto Waal­kes auf Platz 1. Somit wür­den Unhei­lig, die heu­te mal wie­der von der Spit­zen­po­si­ti­on gefal­len sind, noch vier Wochen feh­len zum Rekord.

Aber auch hier gibt es wie­der einen Haken: Der „Musik­markt“ hat die Charts damals noch Monats­wei­se ver­öf­fent­licht, man kann also nicht sagen, ob sich wäh­rend der 18 Wochen nicht viel­leicht mal das eine oder ande­re Album für eine Woche bes­ser ver­kauft hat als „Otto 2“.

Wie gesagt: Das mit den Charts ist so eine Sache. Aber was wären die Medi­en und die Plat­ten­fir­men ohne sie?

Mit Dank auch an Mar­co Sch.

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Blumenkübel

Ich kann Ihnen die Geschich­te beim bes­ten Wil­len nicht erklä­ren – lesen Sie sie doch bit­te ein­fach hier nach.

Aber den Song zum Hype, den kann ich Ihnen lie­fern. Hier:

Down­load-Link
(Rechts kli­cken und „Ziel spei­chern unter …“ wäh­len)

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Musik Kultur

No Use For A Frame

So gla­mou­rös, wie man es sich viel­leicht vor­stellt, ist es es gar nicht, als Foto­graf bei Rock­kon­zer­ten zu arbei­ten: Gewiss, man kommt kos­ten­los rein, aber man muss auch Bands foto­gra­fie­ren, die man selbst uner­träg­lich fin­det, und die Arbeits­be­din­gun­gen ver­schlech­tern sich zuse­hends. Wenn’s beson­ders schlimm läuft, kommt bei­des zusam­men.

Wir wol­len sie also lob­prei­sen, die Män­ner und Frau­en, die sich mit teu­rem Equip­ment in die schma­len Grä­ben vor der Büh­ne drän­geln, nur durch hüft­ho­he Git­ter getrennt von hys­te­ri­schen Kon­zert­gän­gern in den ers­ten Rei­hen und jeder­zeit in Wurf­wei­te exzen­tri­scher Musi­ker. Ihnen ver­dan­ken wir 500-teil­i­ge Klick­stre­cken „So war das bei Prin­ce in der Wald­büh­ne“ und manch­mal schaf­fen sie Bil­der, die die rohe Ener­gie eines Gigs ein­fan­gen und somit selbst zu Klas­si­kern wer­den.

Rahmenlos 360° (Plakat)Drei die­ser Men­schen haben jetzt genug Mate­ri­al zusam­men­ge­tra­gen, um dar­aus eine Aus­stel­lung zusam­men­zu­stel­len: Die „Musik­fo­to­gra­fen“ Micha­el Kel­len­benz, Julia­ne Duda und mei­ne gute Freun­din Mar­ti­na Dri­gnat, stel­len ab mor­gen im Ham­bur­ger Knust aus.

Der Titel der Aus­stel­lung lau­tet „Rah­men­los 360°“ und ist damit – um mal eine Phra­se zu ver­mei­den – Pro­gramm: Statt in Rah­men wer­den die Bil­der näm­lich in teils auf­wen­di­gen Instal­la­tio­nen prä­sen­tiert.

Die Aus­stel­lung läuft bis zum 1. Novem­ber, mor­gen um 18 Uhr ist fei­er­li­che Eröff­nung mit Live­mu­sik.

Rah­men­los 360°
im Knust, Ham­burg
6. August – 1. Novem­ber 2010

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Musik Rundfunk

In Assoziationsketten gelegt

Die ZDF-Pres­se­stel­le ver­kün­det soeben fol­gen­de Nach­richt:

Claus Theo Gärt­ner ali­as Detek­tiv Josef Matu­la hat Grund zum Fei­ern: Wenn am heu­ti­gen Mitt­woch, 4. August 2010, die ers­te Klap­pe zur neu­en Fol­ge der ZDF-Kri­mi­se­rie „Ein Fall für zwei“ fällt, hat er den Kri­mi­klas­si­ker „Der­rick“ über­run­det. Mit 282 Fol­gen in der Rol­le des Pri­vat­de­tek­tivs bricht Gärt­ner den Rekord von Horst Tap­pert, der ins­ge­samt 281 Mal in der Rol­le des Ober­inspek­tors „Der­rick“ die Zuschau­er begeis­ter­te.

Ich neh­me das als Vor­wand, Ihnen die fol­gen­den Vide­os zu zei­gen:

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Und wenn Sie jetzt sagen: „Das ist doch alles alt!“, dann sage ich: „Stimmt! Allen vor­an Claus Theo Gärt­ner.“

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Die Achse des Blöden

Im heiß umkämpf­ten Ren­nen um den däm­lichs­ten Text zur Love­pa­ra­de-Kata­stro­phe ist „Welt Online“ mög­li­cher­wei­se unein­hol­bar in Füh­rung gegan­gen:

Tragische Orte: Duisburg verewigt sich auf der Landkarte des Grauens. Winnenden, Hoyerswerda, Eschede – der Schrecken klingt meist nach Provinz. Nun ist auch Duisburg auf der Landkarte des Grauens gelandet.

Autorin Bren­da Stroh­mai­er offen­bart dabei eine beein­dru­cken­de Phan­ta­sie:

Duis­burg ist auf der Land­kar­te des Grau­ens gelan­det. Orte wie Ramstein(offizielle Home­page), Winnenden(hier), Mügeln(hier) haben sich dort unfrei­wil­lig ver­ewigt, eben­so Bad Kleinen(hier) und Gladbeck(hier), Tscher­no­byl und Bho­pal. Wür­de man die per­fek­te Kar­te davon zeich­nen, so müss­te man auch eine maka­ber anmu­ten­de Legen­de ent­wer­fen. Bestimm­te Sym­bo­le stün­den für Unfall, Miss­brauch, Rechts­ra­di­ka­lis­mus. Und ver­schie­de­ne Far­ben für ver­schie­de­ne Opfer­zah­len. In Klam­mern hin­ter den Orten wür­de wohl jeweils die Jah­res­zahl der Kata­stro­phe ste­hen.

Die per­fek­te Kar­te des Grau­ens soll­te natür­lich auch noch die zen­tra­le Gedenk­stät­te und den Tag der all­jähr­li­chen Gedenk­ver­an­stal­tun­gen ver­zeich­nen.

Und natür­lich soll­te die Kar­te einen ziem­lich gro­ßen Maß­stab haben, weil die Orte ja alle so klein sind:

Wie eine Anti-Image­kam­pa­gne kata­pul­tiert das Unglück die Orte in eine Welt des unge­woll­ten Ruhms, in der ganz eige­ne, zyni­sche Regeln gel­ten. Eine davon: Je klei­ner und unbe­kann­ter der Ort, des­to wahr­schein­li­cher lan­det er wegen eines Ver­bre­chens auf der Land­kar­te. Der Schre­cken klingt meist nach Pro­vinz.

Schre­cken klingt also nach Pro­vinz, aber nicht nur: Er kann auch nach Groß­städ­ten klin­gen. Aber Groß­städ­te kön­nen auch ein Schutz sein.

Oder wie es Frau Stroh­mai­er selbst for­mu­liert:

Grö­ße schützt nicht immer: Sogar Metro­po­len lan­den auf der Welt­kar­te des fins­te­ren Ruh­mes – wenn das Aus­maß der Kata­stro­phe ent­spre­chend dimen­sio­niert ist. Seit dem 11. Sep­tem­ber 2001 klingt selbst New York nach Tra­gö­die. Und seit dem 24. Juli eben auch Duis­burg, die mit fast 500.000 Ein­woh­nern fünft­größ­te Stadt Nord­rhein-West­fa­lens. Doch die Grö­ße birgt auch die Chan­ce, dass der Name auf der Schre­ckens­kar­te wie­der ver­blasst.

Viel­leicht ist es also letzt­lich ent­schei­dend, ob eine Stadt egal wel­cher Grö­ße einen Mist­hau­fen hat, und was die Häh­ne auf dem so tun oder auch nicht.

Das Prin­zip hin­ter die­sem Text ist natür­lich nicht neu: Im ver­gan­ge­nen Jahr hat­te die Web­site der „Mün­che­ner Abend­zei­tung“ kurz nach dem Amok­lauf von … na klar: Win­nen­den in einer Klick­stre­cke bereits die „Orte des Grau­ens“ gekürt und schwa­fe­lig ver­kün­det:

Es gibt Orte, die für immer den Stem­pel des Grau­ens ver­passt bekom­men haben. Wenn man ihren Namen hört, denkt man unwill­kür­lich an die schreck­li­chen Taten und mensch­li­chen Tra­gö­di­en, die sich dort abge­spielt haben.

Das alles hat mit Jour­na­lis­mus natür­lich nichts mehr am Hut, es ist eine self ful­fil­ling pro­phe­cy, ähn­lich wie der Off-Kom­men­tar in der WDR-Son­der­sen­dung am Sams­tag­abend, in dem die Spre­che­rin bedeu­tungs­schwer ver­kün­de­te, das sei­en jetzt Bil­der, die die Men­schen nie mehr ver­ges­sen wer­den – Bil­der, die allein inner­halb der ein­stün­di­gen Sen­dung da gera­de zum vier­ten Mal über den Bild­schirm flim­mer­ten.

Bei Frau Stroh­mai­ers Land­kar­ten-Text kann man es sogar ganz prak­tisch über­prü­fen:

Neh­men wir Bries­kow-Fin­ken­heerd, 2500 Bewoh­ner, süd­lich von Frankfurt/​Oder gele­gen.

Na, klingelt’s?

Oder muss jemand nicht an die neun toten Babys den­ken, die im Som­mer 2005 gefun­den wur­den?

Ganz ehr­lich? Bis eben nicht, Frau Stroh­mai­er, bis eben nicht! Aber die Ein­woh­ner von Bries­kow-Fin­ken­heerd dan­ken es Ihnen sicher, dass sie die­se klei­ne Erin­ne­rungs­lü­cke bei mir geschlos­sen haben.

Es ist erstaun­lich, wie viel man auf logi­scher und sprach­li­cher Ebe­ne falsch machen kann, aber Bren­da Stroh­mai­er lässt auch nichts unver­sucht, ihre eige­ne The­se Wirk­lich­keit wer­den zu las­sen: Dass im Arti­kel selbst eine Stadt­so­zio­lo­gin zu Wort kommt, die rela­tiv zuver­sicht­lich ist, was Duis­burgs zukünf­ti­ge Kon­no­ta­tio­nen angeht? Geschenkt. Dass seit Sams­tag in ers­ter Linie von Unglü­cken, Kata­stro­phen und Tra­gö­di­en „bei der Love­pa­ra­de“ die Rede ist? Egal. Haupt­sa­che: Duis­burg. Oder „Duis­berg“, wie es gleich im ers­ten Satz heißt.

Dis­clo­sure: Ich bin in Duis­burg gebo­ren und schon mal von „Welt Online“ abge­mahnt wor­den.

Mit Dank an David S.

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Siehste!

Hin­ter­her hat man es ja sowie­so immer gewusst. Im Nach­hin­ein ist jedem klar, dass es die rich­ti­ge Ent­schei­dung gewe­sen war, die Love­pa­ra­de 2009 in Bochum abzu­sa­gen. Aber was haben wir damals auf den Stadt­obe­ren rum­ge­hackt …

Gut, die Art und Wei­se der Absa­ge war pein­lich gewe­sen: Nach Mona­ten plötz­lich fest­zu­stel­len, dass die Stadt dann doch irgend­wie zu klein ist, deu­te­te ent­we­der auf erstaun­lich schwa­che Orts­kennt­nis­se hin – oder auf einen besorg­nis­er­re­gen­den „Das muss doch irgend­wie zu schaf­fen sein“-Aktionismus, der die Augen vor der Rea­li­tät ver­schließt. Letzt­lich haben sie es in Bochum noch gemerkt, die Schuld an der Absa­ge der Deut­schen Bahn in die Schu­he gescho­ben und Häme und Spott ein­fach aus­ge­ses­sen. Dass der dama­li­ge Poli­zei­prä­si­dent, der sich laut­stark gegen die Durch­füh­rung der Love­pa­ra­de aus­ge­spro­chen hat­te, neun Mona­te spä­ter in den vor­zei­ti­gen Ruhe­stand ver­setzt wur­de, hat­te ja ganz ande­re Grün­de.

Erstaun­lich aber: Von der Sicher­heit war in all den Arti­keln, Kom­men­ta­ren und Pres­se­mit­tei­lun­gen kaum die Rede. Das kam nur am Ran­de zur Spra­che:

Ganz ande­re Risi­ken bewe­gen Mar­tin Jan­sen. Dem Lei­ten­den Poli­zei­di­rek­tor wäre die Rol­le zuge­fal­len, den wohl größ­ten Poli­zei­ein­satz aller Zei­ten in Bochum zu koor­di­nie­ren. „Wir hät­ten die Love­pa­ra­de nur unter Zurück­stel­lung erheb­li­cher Sicher­heits­be­den­ken ver­tre­ten.“ Knack­punkt ist nach sei­ner Ein­schät­zung der Bochu­mer Haupt­bahn­hof.

Aber um die Sicher­heit der zu erwar­ten­den Men­schen­mas­sen ging es auch im Vor­feld der Duis­bur­ger Love­pa­ra­de öffent­lich nie, immer nur um die Kos­ten:

Fritz Pleit­gen, Vor­sit­zen­der und Geschäfts­füh­rer der Ruhr.2010, beob­ach­tet mit gro­ßer Sor­ge, wie sehr die Aus­wir­kun­gen der Finanz­kri­se den Städ­ten der Metro­po­le Ruhr zu schaf­fen machen. Beson­ders prä­gnant sei das aktu­el­le Bei­spiel Love­pa­ra­de in Duis­burg. „Hier müs­sen alle Anstren­gun­gen unter­nom­men wer­den, um die­ses Fest der Sze­ne­kul­tur mit sei­ner inter­na­tio­na­len Strahl­kraft auf die Bei­ne zu stel­len.“

Dabei hät­te das Argu­ment „Men­schen­le­ben“ bestimmt auch Dampf­plau­de­rer wie Prof. Die­ter Gor­ny beein­dru­cken kön­nen, der im Janu­ar mal wie­der das tat, was er am Bes­ten kann, und groß tön­te:

„Man muss sich an einen Tisch setz­ten und den Wil­len bekun­den, die Love­pa­ra­de durch­zu­füh­ren, statt klein bei­zu­ge­ben.“ Die Poli­tik müs­se sich dahin­ge­hend erklä­ren, dass sie sagt: „Wir wol­len die Ver­an­stal­tung und alle Kraft ein­set­zen, sie zu ret­ten!“

Gor­ny, der sonst kei­nen öffent­li­chen Auf­tritt aus­lässt, hat sich seit Sams­tag­nach­mit­tag zurück­ge­zo­gen. Er sei „schwer erschüt­tert“, erklär­te die Ruhr.2010 auf Anfra­ge, und füg­te hin­zu:

Wir haben beschlos­sen, dass für die Kul­tur­haupt­stadt aus­schließ­lich Fritz Pleit­gen als Vor­sit­zen­der der Geschäfts­füh­rung spricht und bit­ten, dies zu respek­tie­ren.

Aber es gibt ja immer noch die Jour­na­lis­ten, die sich spä­tes­tens seit der denk­wür­di­gen Pres­se­kon­fe­renz am Sonn­tag­mit­tag als Ermitt­ler, Anklä­ger und Rich­ter sehen. Und als Sach­ver­stän­di­ge:

„We were the only news­pa­per that said: ‚No. Stop it. The city is not pre­pared. We will not be able to cope with all the­se peo­p­le,“

lässt sich Götz Mid­del­dorf von der „Neu­en Ruhr Zei­tung“ in der „New York Times“ zitie­ren.

Bei „Der Wes­ten“ for­der­te Mid­del­dorf bereits am Sonn­tag laut­stark den Rück­tritt von Ober­bür­ger­meis­ter Sau­er­land und kom­men­tier­te:

Auf die Fra­ge der NRZ, ob man nicht gese­hen habe, dass Duis­burg nicht geig­net ist für die Love­pa­ra­de ging der OB nicht ein, sprach von „Unter­stel­lung“ und wies mög­li­ches Mit­ver­schul­den der Stadt zurück.

Ich habe mich lan­ge durch alte Arti­kel gewühlt, aber nichts der­glei­chen gefun­den. Da das auch an der unfass­bar unüber­sicht­li­chen Archiv­su­che bei „Der Wes­ten“ lie­gen kann, habe ich Herrn Mid­del­dorf gefragt, nach wel­chen Arti­keln ich Aus­schau hal­ten soll­te. Eine Ant­wort habe ich bis­her nicht erhal­ten.

Wie kri­tisch die Duis­bur­ger Pres­se war, kann man zum Bei­spiel an Pas­sa­gen wie die­ser able­sen:

Die Orga­ni­sa­to­ren gaben sich am Diens­tag aller­dings sehr opti­mis­tisch, dass es kein Cha­os geben wer­de. „Die eine Mil­li­on Besu­cher wird ja nicht auf ein­mal, son­dern über den Tag ver­teilt kom­men“, so Rabe. Es sei zwar nicht aus­zu­schlie­ßen, dass der Zugang wäh­rend der zehn­stün­di­gen Ver­an­stal­tung kurz­zei­tig gesperrt wer­den müs­se, aber der­zeit gehe man nicht davon aus. Und wenn der Fall doch ein­tre­te, „dann haben wir ganz unter­schied­li­che Maß­nah­men, mit denen wir das pro­blem­los steu­ern kön­nen“, ver­spricht der Sicher­heits­de­zer­nent – bei den Details woll­te er sich nicht in die Kar­ten schau­en las­sen.

(Kri­tisch ist da der letz­te Halb­satz, neh­me ich an.)

Arti­kel wie der Kom­men­tar „Die Love­pa­ra­de als Glücks­fall“ vom 23. Juli oder die groß­spu­ri­gen Über­trei­bun­gen von Ord­nungs­de­zer­nent Rabe und Ver­an­stal­ter Lopa­vent die Kapa­zi­tät des Fes­ti­val­ge­län­des betref­fend sind plötz­lich off­line – „Tech­nik­pro­ble­me“, wie mir der Pres­se­spre­cher der WAZ-Grup­pe bereits am Diens­tag erklär­te.

Den (vor­läu­fi­gen) Gip­fel des Irr­sinns erklomm aber Rolf Hart­mann, stell­ver­tre­ten­der Redak­ti­ons­lei­ter der „WAZ“ Bochum. Anders als sei­ne Kol­le­gen, die sich hin­ter­her als akti­ve Mah­ner und War­ner sahen, schaff­te es Hart­mann in sei­nem Kom­men­tar am Diens­tag, völ­lig hin­ter dem The­ma zu ver­schwin­den:

Mei­ne Güte, war man Anfang 2009 über OB & Co her­ge­fal­len, als die Stadt Bochum die Love­pa­ra­de 2009 in Bochum absag­te.

„Man.“

Nach­trag, 1. August: Ste­fan Nig­ge­mei­er hat in der „Frank­fur­ter All­ge­mei­nen Sonn­tags­zei­tung“ über das glei­che The­ma geschrie­ben.

Ihm hat Götz Mid­del­dorf auch geant­wor­tet:

Auf Nach­fra­ge räumt Mid­del­dorf ein, dass Sicher­heits­be­den­ken nicht das The­ma waren. „Wir waren immer gegen die Love­pa­ra­de, aber aus ande­ren Grün­den.“ Dann muss die „Inter­na­tio­nal Herald Tri­bu­ne“ ihn mit sei­nem Lob für die eige­ne, ein­zig­ar­ti­ge Weit­sich­tig­keit wohl falsch ver­stan­den haben? „Das ver­mu­te ich mal“, ant­wor­tet Mid­del­dorf. „Das ist nicht ganz rich­tig.“ Er klingt nicht zer­knirscht.

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Digital Gesellschaft

silence.

Ich woll­te was schrei­ben.

Muss ich jetzt nicht mehr.

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Musik

The Rumours have it

Vor vier Jah­ren sag­te ich zum „Visions“-Redakteur Oli­ver Usch­mann: „In fünf Jah­ren bringt Ihr eine Titel­sto­ry über die Musik­sze­ne in Dins­la­ken.“ Wie auch bei ande­ren Pro­gno­sen kann ich im Nach­hin­ein nicht sagen, ob ich das eigent­lich ernst gemeint habe, oder mich von einer Mischung aus Opti­mis­mus und Grö­ßen­wahn lei­ten ließ. Aber: Das könn­te hin­kom­men.

Die nächs­te Ras­sel­ban­de, die sich anschickt, Dins­la­kens Ruf vom deut­schen Oma­ha (oder wenigs­tens: vom deut­schen Bor­län­ge) in die Welt zu tra­gen, sind The Rumours. Rezen­sen­ten schrei­ben gern, die Musi­ker sähen aus und klän­gen, als kämen sie aus Eng­land oder den USA, aber das ist natür­lich Quatsch. Inzwi­schen soll­te klar sein, dass sie aus­se­hen und klin­gen wie jun­ge Men­schen aus Dins­la­ken eben so aus­se­hen und klin­gen. Außer­dem beneh­men sie sich natür­lich auch so, aber das wür­de jetzt zu pri­vat.

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Als ich die vier jun­gen Her­ren vor drei­ein­halb Jah­ren zum ers­ten Mal live gese­hen habe, haben sie mir anschlie­ßend auf einem Bier­de­ckel ihre See­len ver­kauft. Wie all­ge­mein üblich habe ich auch die­ses Doku­ment ver­schlampt, was aber auch ganz gut ist, da mir der „Business“-Teil von „Musik­busi­ness“ nach wie vor Angst macht. Da reicht es mir, sagen zu kön­nen, dass Schlag­zeu­ger Samu­el San­ders frü­her in mei­ner Band Occi­dent getrom­melt hat.

Im Juni erschien jetzt das Debüt­al­bum „From The Cor­ner Into Your Ear“, das nicht schlecht, aber lei­der auch ein biss­chen lang­wei­lig gewor­den ist. Nach dem furio­sen Ope­ner, der Sin­gle „Like A Cat On A Hot Tin Roof“, fällt das Album ab, was nicht unbe­dingt an den Songs liegt, son­dern eher an der doch etwas bie­de­ren Pro­duk­ti­on.

Live anse­hen soll­te man sich The Rumours aber auf alle Fäl­le – zum Bei­spiel am mor­gi­gen Sams­tag, wenn die klei­nen Strol­che, die jun­gen Hüp­fer, die wil­den Foh­len beim Bochum Total auf­spie­len. Für umme!

The Rumours
Sams­tag, 17. Juli 2010
17 Uhr
Eins-Live-Büh­ne (Ecke Ring/​Viktoriastr.), Bochum

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Digital Sport

Chucky, die Mördergruppe

Was eine „Todes­grup­pe“ bei Fuß­ball­tur­nie­ren ist, weiß ich ja. Aber das hier?

Özil macht aus seinem Wunsch, zu einem großen verein wechseln zu wollen, keine Mördergruppe, wird im Daily Express zitiert: "Ich möchte Titel gewinnen. Und in England gibt es zwei Teams, mit denen das klappen kann: Chelsea und ManUtd."

Ein­ge­sandt von Olaf.

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Musik Gesellschaft

Schuhe verkaufen

Okay, es ist Wer­bung. Aber es ist Wer­bung für ein Pro­dukt, das das infla­tio­när gebraucht „Kult“-Label mehr als ver­dient hat: Con­ver­se-Schu­he sind Teil unse­rer Pop­kul­tur und sie sind cool. Und dann krie­gen sie auch noch einen exklu­si­ven, kos­ten­los her­un­ter­lad­ba­ren Wer­be­song von Kid Cudi (der offen­bar nichts falsch machen kann), Betha­ny Cosen­ti­no (Best Coast) und Ros­tam Bat­man­g­lij (Vam­pi­re Weekend):

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Das Ein­zi­ge, was mich an dem Video irri­tiert: Die auf­fal­len­den Par­al­le­len zum Musik­vi­deo des dies­jäh­ri­gen Grand-Prix-Bei­trags aus Est­land:

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[via Bam­bi]