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„Irony is over. Bye bye.“
(Pulp – The Day After The Revolution)
In der „Zeit“ von letzter Woche beschreibt Nina Pauer zwei postmoderne Phänomene: das der Fremdscham und der Ironie. Anhand von Casting- und Kuppelshows, von „Bad Taste“-Partys und „Bravo Hits“ verhandelt sie das Zelebrieren von Dingen, die man eigentlich verabscheut. Die Überschrift „Wenn Ironie zum Zwang wird“ verknappt den sehr lesenswerten Artikel leider etwas, denn tatsächlich geht es hier um zwei Phänomene mit ähnlichen Symptomen und einer gewissen Schnittmenge.
Da sind zum einen die Fernsehshows, die ähnlich funktionieren wie der sprichwörtliche Autounfall: Sie ziehen ihre Faszination aus dem „Grauen“, dessen sich der Zuschauer nicht erwehren kann. Castingshows möchte ich mal ausklammern, die sehe ich nicht (mehr). Viele werden offenbar von zutiefst verbitterten Zynikern verantwortet, die im Leben nicht die Eier hätten, sich vor drei Leute (geschweige denn eine Fernsehkamera) zu stellen, um ein Lied zu singen. Ihnen sollen die Fußnägel einwachsen und die Haare ausfallen. 1 Die Partnersuchen bei „Bauer sucht Frau“ oder „Schwiegertochter gesucht“ mögen ähnlich zynisch produziert sein, lassen meines Erachtens aber auch Raum für mehr.
Wenn sich heute Menschen auf der Couch oder im Internet versammeln, um gemeinsam „Bauer sucht Frau“ zu schauen (und vor allem zu besprechen), dann machen sie dabei Dinge, die Menschen seit Jahrtausenden tun: So hoffen sie auf den kathartischen Effekt von „Jammer und Schauder“, den schon Aristoteles in seiner „Poetik“ beschrieben hat – nur, dass sich Aristoteles unter „Jammer und Schauder“ etwas anderes vorgestellt hat als gelbe Pullover und Zungenwurstbrote. Auch war es in früheren Jahrhunderten ein beliebter Zeitvertreib der Oberschicht, sich die Leute, die in einem damals so genannten „Irrenhaus“ einsaßen, anzusehen wie Tiere im Zoo.
Heute sind die Opfer dieser Besichtigungen nicht mehr „irre“, sondern „peinlich“, was ein noch subjektiveres Urteil ist. Niemand, der noch alle Tassen im Schrank hat, würde auf die Idee kommen, aufs Land zu fahren um Bauern beim Brautwerben zuzusehen, aber wenn RTL das schon mal gemacht hat, kann man sich das ja mal ansehen. Das Prinzip gleicht dem des „delightful horror“, der sich einstellt, wenn man aus dem Lehnstuhl heraus die Schilderungen von unerklärlichen Phänomenen oder brutalen Verbrechen in den Büchern der Schauerromantik liest – nur, dass wir heute selbst festlegen, wovor es uns schaudert.
Nina Pauer schreibt:
Pünktlich um 20.15 Uhr formieren sich die Abiturienten, Studenten, Doktoranden oder vielversprechenden Berufseinsteiger zu einem vergnügten Publikum, das bei Chips und Süßigkeiten nichts anderes tut, als sich der lustvollen Konträrfaszination des Schlimmen hinzugeben. „Wie peinlich ist das denn?!“, kreischt der Chor, den Zeigefinger kollektiv auf den Fernseher gerichtet.
Ich bin auch öfters Teil solcher Runden, wenn RTL (wie aktuell) wieder einmal Schwiegertöchter und Bauernfrauen sucht. Alle Teilnehmer würde ich als durchaus aufgeklärte Menschen mit einem reinen Herzen bezeichnen, Zyniker sind keine dabei. Gerade deshalb habe ich mich schon öfter gefragt, ob es moralisch eigentlich verantwortbar ist, diese Sendungen zu gucken und zu kommentieren.
Grundsätzlich könnte man erst einmal sagen, dass es kein Opfer im klassischen Sinne gibt – die Kandidaten kriegen mögliche böse Kommentare ja gar nicht mit. 2 Auch das Begucken dieser Menschen erfolgt ja nur aus zweiter Hand – das Kind ist schon in den Brunnen gefallen, also kann man es sich auch ansehen. Letzteres ist natürlich Quatsch: Wenn niemand mehr hinsehen würde, wie RTL Kinder in den Brunnen schmeißt, würde der Sender sicher damit aufhören. Und man muss sich ja auch keine tödlichen Unfälle im Rennsport ansehen, nur weil sie auf Video gebannt sind.
Ich glaube nicht, dass die Geringschätzung anderer die Hauptmotivation ist, solche Sendungen zu sehen – der Reiz entsteht aus dem Gemeinschaftsgefühl heraus, was man als billiges Mittel zur Fraternisierung abtun, aber auch neutral oder positiv werten kann. Kaum jemand möchte oder kann so eine Sendung alleine sehen. Darüber hinaus ist es ja auch so, dass das Stirnrunzeln über Fliesentische, Tiefkühlpizzen und Kosenamen nicht allzu lang eine befriedigende Freizeitbeschäftigung abgibt. Wenn ich eine Sendung nur schlimm fände, würde ich sie nicht gucken. 3 Bei „Bauer sucht Frau“ gibt es aber immer wieder rührende Elemente, in denen das besserwisserische Lachen echtem Mitgefühl weicht. 4
Als Vera Int-Veen im Februar den „Regalauffüller“ Stefan an die Frau zu bringen versuchte, war das nicht mehr im Mindesten witzig: Der Mann hatte so offensichtliche Probleme, sich zu artikulieren und mit den Situationen zurecht zu kommen, in denen ihn das Produktionsteam platziert hatte, dass die Arschlochhaftigkeit der Macher alles andere überstrahlte. In der aktuellen Staffel von „Bauer sucht Frau“ geht der bisher größte Fremdschammoment auf das Konto von Moderatorin Inka Bause: Zum ersten Mal sucht ein homosexueller Bauer einen, ja: Mann und Bause war von der Situation so offensichtlich überfordert, dass sie ihn mit den Worten ansprach: „Du bist ja hier der erste Bauer Deiner Art.“ Als der „pfleißige Pferdewirt“ ganz locker „Der erste schwule Bauer, ja“, antwortete, fragte Bause noch einmal nach, ob sie „das so sagen“ dürfe. So schlimm können zehntausend Zungenküsse bei offenem Mund nicht sein.
Ich glaube übrigens, dass diese Kuppelshows auch mit Kandidaten funktionieren würden, die den Zuschauern deutlich ähnlicher sind: 5 Liebe und vor allem ihre Anbahnung ist nie clever. 6 Im Leben geht es fast nie zu wie bei „Ally McBeal“ oder bei „Bridget Jones“, wo sich gutaussehende Menschen im leichten Schneefall auf offener Straße küssen, nachdem sie eine geistreiche Bemerkung gemacht haben.
Vor vielen Jahren, in der Daily Soap „Unter uns“, schrieb die Person der Ute, die damals frisch in die Schillerallee zurückgekehrt war, einen Brief an ihren späteren Ehemann Till, in dem sie erklärte, sie sei derart verliebt, dass sie bei jedem Liebeslied im Radio mitsingen müsse, auch bei den Schlagern, die sie früher immer peinlich und doof gefunden habe. 7 Das, meine Damen und Herren, ist Liebe! Sie ist peinlich, aber ohne wären wir nicht hier.
Doch zurück zur „Fremdscham“ und zum „Peinlichen“, das Nina Pauer beschreibt: Andere Leute peinlich finden ist eine Emotion, die meist in der Pubertät erstmalig auftaucht und dann vor allem gegen die eigenen Eltern gerichtet ist. Das ist von der Natur so gewollt: Das Leben beschert einem so ein paar Jahre unbeschwerter Freiheit und sinnloser Freiheitskämpfe, ehe die Erkenntnis einkehrt, dass biologische Veranlagung und Erziehung mächtiger sind als jedes Schamgefühl und man natürlich wie die eigenen Eltern geworden ist. Als ausgleichende Gerechtigkeit finden einen dann zwanzig Jahre später die eigenen Kinder peinlich.
Sich für eine andere Person zu schämen, ist aber auch eine weitgehend irrationale Reaktion, zumal, wenn man in keinerlei persönlicher Verbindung zu dieser Person steht. Die wissenschaftliche Erforschung dieses Phänomens steht allerdings noch ziemlich am Anfang.
Nina Pauer führt aus:
Als gemeinsames Ritual wirkt die Fremdscham wie eine Kompensation der individuellen Angst, die ansonsten überall lauert. Denn wie schwer ist es, diesem allgegenwärtigen Adjektiv „peinlich“, das unsere Zeit bestimmt, zu entrinnen! Nahezu unmöglich und vor allem furchtbar anstrengend ist es geworden, im weit und subtil verästelten analog-virtuellen Netzwerk stets die Balance aus lässigem Understatement, hübscher Ironie und gleichzeitiger Selbstvermarktung zu pflegen. Die Codes sind unendlich: Mit dem neuesten Smartphone prahlen? Peinlich! Immer noch keines haben? Peinlich! Zuckersüße Pärchenfotos auf Facebook veröffentlichen? Peinlich! Das eigene Mittagessen abfotografieren, den Stolz über den neuen Job allzu offensichtlich zeigen? Zu viele Freunde haben? Zu wenige? Peinlich, peinlich! Musik hochladen, die alle schon kennen? Musik hochladen, die nie irgendwer kennt? PEINLICH!
Wenn tatsächlich alles peinlich ist, man also in jeder Situation nur verlieren kann, ist ja alles wieder völlig nivelliert und man kann nur gewinnen.
Frau Pauer nutzt diese Passage aber, um von der Fremdscham zur „inszenierten Fremdscham“ und damit zur Ironie zu kommen. Ironie, das lernt man irgendwann als Kind, ist das Gegenteil von dem zu sagen, was man meint – also eigentlich das, was man vorher als „Lügen“ kennengelernt hat und was man nicht tun sollte. Das trifft den Sachverhalt zwar nur zum Teil, ist aber das, was sich die allermeisten Menschen unter „Ironie“ vorstellen und es entsprechend praktizieren. Das ist natürlich sterbenslangweilig.
Als Travis im Jahr 2000 anfingen, „Baby One More Time“ von Britney Spears auf ihren Konzerten zu covern, gingen viele erst einmal von Ironie aus. Aber Fran Healy, der das Lied mit viel Inbrunst vortrug, sagte, sie hätten den Song einfach nachgespielt, weil sie ihn so schön fanden. Und tatsächlich wäre es auch dann noch ein schönes Lied, wenn Komponist und Texter Max Martin sich beim Schreiben über die Naivität und Dummheit seines Lyrischen Ichs kaputt gelacht hätte.
„Irony is certainly not something I want to be accused of“, hat Craig Finn, der Sänger meiner Lieblingsband The Hold Steady, mal gesagt und ich finde auch, dass Liedtexte möglichst aufrichtig sein sollten. 8 Dann besteht zwar schnell wieder die Gefahr der Fremdscham, aber damit muss man klar kommen. Man kann das Werk verurteilen, sollte dem Künstler aber Respekt zollen.
Die Zeit der ironisch gemeinten Beiträge beim Eurovision Song Contest, die notwendig war, um das schnarchige Schlagerevent der 1990er Jahre zu entstauben, ist ja inzwischen zum Glück auch wieder vorbei. Als ich im Mai von jetzt.de zum Duslog interviewt wurde, war der Reporter sehr versessen darauf, uns eine ironische Haltung zum Grand Prix zu unterstellen. Natürlich kann man die musikalischen Beiträge nicht alle ernst nehmen, 9 aber wenn ich die Veranstaltung in Oslo scheiße gefunden hätte, wäre ich sicher kein zweites Mal hingefahren.
Natürlich sollte man sich selbst und die Welt nicht zu ernst nehmen, aber man sollte auch nicht bis zur Selbstverleugnung mit den Augen zwinkern. Ich könnte schlicht keine Musik hören, die ich nicht mag, keine Klamotten (oder gar Frisuren oder Gesichtsbehaarungen) tragen und auch nichts in meine Wohnung stellen oder hängen, was ich nicht irgendwie gut finde. „We Built This City“ von Starship ist einer der kanonisch schrecklichsten Songs der Musikgeschichte, aber irgendetwas spricht das Lied in mir an – und das meine ich nicht auf die „So schlecht, dass es schon wieder gut ist“-Art. Andererseits würde ich nie in Skinny Jeans rumlaufen, weil ich die einfach mordsunbequem finde.
Benjamin von Stuckrad-Barre hat schon 1999 einen Text über Ironie verfasst, 10 in dem er von der „Drüberlustigmachmühle“ schreibt und dann eine Frage aufwirft, die er sich sogleich selbst beantwortet:
Tennissocken sind fürchterlich, keine Frage, aber ist nicht das zwangsverordnete Drüberlachen noch schlimmer? Und dann tragen also Leute wieder Tennissocken, aus Protest, und das ist vielleicht zu verstehen, aber ja auch so krank, weil sie damit also, nur der Abgrenzung wegen, schlimme Socken tragen. Und dann nicht einfach still diese Socken dünnlaufen, sondern tatsächlich ERKLÄREN, warum sie die tragen, um sich zumindest, oh ja, INHALTLICH zu unterscheiden von jenen, die diese Socken nicht schon wieder, sondern immer noch tragen. Irgendwie muß man die Neuzeit ja rumkriegen.
Im „Zeit“-Artikel steht dieses aktuelle Beispiel:
In engen braunen Männerslips über rosa Trainingsanzügen aus Ballonseide trifft man sich, am besten mit einem allein zum Zweck der Party gewachsenen fiesen Schnauzer im Gesicht, zum Dosenstechen in der Küche.
Noch bevor die Hipster so genannt wurden, gab es den „Irony-Schnäuz“. Irgendwann gab es dann die ironisch gebrochenen Hipster, die echte Hipster eigentlich scheiße fanden, aber genauso rumliefen. Der Schnauzbart war zu diesem Zeitpunkt schon mindestens zwei Mal umgedeutet worden, aber da geht sicher noch mehr. Nur: Warum?
In einem Text aus dem Juli 1999 11 beklagt sich Max Goldt über Menschen, die eine goldene Schallplatte oder eine Urkunde auf der Gästetoilette platzieren:
So wird die Toilette zum Ort der Inszenierung von Selbstironie, einer Eigenschaft, die in der westlichen Zivilisation hoch im Kurs steht. Deshalb ist es erheblich eitler, seine Zertifikate in Bad oder WC unterzubringen, als sie naiv und arglos im Wohnzimmer zur Schau zu stellen.
Goldt erklärt auch 12 den Unterschied zwischen Zynismus und Sarkasmus:
Zynismus ist eine destruktive Lebensauffassung, während Sarkasmus das Resultat von trotziger Formulierungskunst ist, die über einen spontanen Zorn auf ein Meinungseinerlei hinweghilft. Zynismus ist ein Resultat von Enttäuschung und innerer Vereinsamung. Er besteht im Negieren aller Werte und Ideale, im Verhöhnen der Hoffnung, im Haß auf jedes Streben nach Besserung.
Sind dann die beschriebenen „Bad Taste“-Partys nicht eher zynisch als ironisch?
Ich verstehe den Reiz nicht, der darin liegen sollte, sich so zu kleiden, wie man nie aussehen wollte, und Musik zu hören, die man nie hören wollte. Erstens grenzt das doch an Schizophrenie und zweitens finde ich das unfair gegenüber den Leuten, denen diese Musik etwas bedeutet. Denn auch wenn ich Schlager oder Volksmusik kitschig und doof finden sollte, so gibt es doch Leute, denen diese Musik etwas bedeutet. 13 Ich finde es auch langweilig, ein Album nur des Verrisses wegen zu verreißen.
Auch Chuck Klosterman hat sich dem Thema Ironie gewidmet. 14 Er schreibt:
An ironist is someone who says something untrue with unclear sincerity; the degree to which that statement is funny is based on how many people realize it’s false. If everybody knows the person is lying, nobody cares. If nobody knows the person is lying, the speaker is a lunatic. The ideal ratio is 65–35: If a slight majority of the audience cannot tell that the intention is comedic, the substantial minority who do understand will feel better about themselves. It’s an exclusionary kind of humor.
Wenn jeder Depp alles nur noch „ironisch“ meint, ist es kein Witz mehr, dann ist es nicht mal mehr Komödie, sondern Tragödie.
Nina Pauer schreibt dazu in der „Zeit“:
Wo potenziell alles peinlich ist, bleibt nichts als der ewige ironische Reflex. Die Ironie wird zum Standard und die Distanz zum Zwang. Dann regieren die Zwinkersmileys, die alles Gesagte, Geschriebene, Getane sofort relativieren, um bloß immer „safe“ zu sein. Von der Freude an der Peinlichkeit ist dann nicht mehr viel übrig. Die Lust wird zu ihrem Gegenteil, zur Langeweile.
Es ist nicht nur langweilig, es ist auch wahnsinnig anstrengend.
Klosterman stellt in seinem Essay den Weezer-Sänger Rivers Cuomo, den Regisseur Werner Herzog und den amerikanischen Politiker Ralph Nader nebeneinander, denen er allesamt nachweist bzw. unterstellt, völlig ironiefrei zu sein. Herzog etwa sagt, er habe einen „Defekt“, der ihn daran hindere, Ironie zu verstehen, und Klosterman fügt an, die meisten von uns hätten das gegenteilige Problem: Wir würden auch dort Ironie verstehen, wo gar keine vorhanden ist.
Rivers Cuomo trug das, was man heute „Nerdbrille“ nennt, immerhin schon in den frühen Neunzigern, als es grad nicht cool oder lustig war. 15 Heute schreibt er Lieder darüber, dass er in Beverly Hills wohnen wolle, und Klosterman ist sich sicher, dass Cuomo das genau so meint. Die Fans wären allerdings enttäuscht, weil sie es für Ironie hielten und sich verarscht fühlten – und das ist dann natürlich auch schon wieder Ironie, und zwar die des Schicksals.
Die Postmoderne hat, neben Fremdscham und Über-Ironisierung, noch ein weiteres Phänomen hervorgebracht: Ständig hinterfragt man jetzt alles, vor allem aber sich selbst. Wer sich fragt, ob er irgendetwas gut finden dürfe, hat noch nichts verstanden. Er hat die Freiheit (fast) alles gut zu finden, was er gut finden mag. Allenfalls die Auswahl potentiell gut findbarer Dinge und Personen kann einen etwas überfordern.
Das bedeutet natürlich letztlich auch: Man kann auch „Bauer sucht Frau“ gucken, ohne sich dafür zu schämen.
Vergangenen Donnerstag stand ich kurz davor, mir mehrere Gliedmaßen abzunagen: Ich saß in einer Kölner Mehrzweckhalle und als wäre das nicht schon schlimm genug, fand in dieser Halle zu diesem Zeitpunkt auch noch der Bundesvision Song Contest statt. Stefan Raabs innerdeutscher Grand Prix, der sich nicht so recht zwischen staatstragendem Gestus und ironischer Distanz entscheiden kann, konnte es in Sachen Show und Unterhaltung nicht mit dem europäischen Vorbild aufnehmen. Das war zu erwarten gewesen. Womit eher nicht zu rechnen war: Dass der ESC dem BuViSoCo auch musikalisch überlegen sein würde.
Seit einiger Zeit fühle ich mich, als stünde ich an irgendeinem Bahnhof am Gleis und der popmusikalische Zug sei einfach ohne mich weitergefahren, immer weiter in die Provinz hinein. BuViSoCo-Sieger Tim Bendzko, Philipp Poisel, der Rapper Casper, der Tomte-lose Thees Uhlmann – ihre Platten werden von vielen Kritikern gelobt und von irrsinnig vielen Menschen gut gefunden, denen ich sonst durchaus Musikgeschmack unterstellen würde. Und ich stehe fassungslos daneben und fühle mich, als wären plötzlich Alle Fans des VfL Wolfsburg.
Deutschsprachige Musik, so scheint es, zerfällt dieser Tage in zwei Extreme: Auf der einen Seite der Diskurspop von Tocotronic, Jochen Distelmeyer oder Ja, Panik, der von Zeitschriften wie „Spex“ und „Intro“ abgefeiert, aber so richtig dann doch von niemandem verstanden wird, auf der anderen die gefühligen Singer/Songwriter, deren Songs die Musikredaktionen deutscher Radiosender vor zehn Jahren noch den Kollegen von WDR 4 rübergeschoben hätten. Indie ist nicht nur Mainstream geworden, sondern in Teilen auch zum Schlager geronnen.
Als vor sieben, acht Jahren die „neueste deutsche Welle“ ausgerufen wurde, weil Bands wie Wir Sind Helden, Juli oder Silbermond plötzlich in Sachen Absatzzahlen und Airplay erfolgreich waren, war schon zu befürchten, als was für eine Farce sich die Geschichte wiederholen würde. So wie Anfang der Achtziger auf Kraftwerk, Ideal und die Fehlfarben irgendwann Markus, Hubert Kah und Fräulein Menke gefolgt waren, würde auch diesmal das ganze System in sich zusammenstürzen, bis nur noch ein paar One Hit Wonder für den Nachfolger der „ZDF-Hitparade“ übrig blieben und dann würde über Jahre kein Label mehr deutschsprachige Musiker unter Vertrag nehmen und kein Radiosender sie spielen.
Doch es kam schlimmer als befürchtet: Der Erfolg von Bands wie Silbermond, Revolverheld oder Culcha Candela erwies sich als einigermaßen nachhaltig und die ganzen verzweifelten Nachzügler-Signings, die den Plattenfirmen in den Achtzigern irgendwann um die Ohren geflogen waren, erwiesen sich jetzt, in den Zeiten ihrer schlimmsten Krise, zumeist als güldene Glücksgriffe. Die verdammte Blase wollte einfach nicht mehr platzen!
Als Andrea Berg bei der diesjährigen Echo-Verleihung ein wenig patzig mehr als nur eine Schlager-Kategorie beim deutschen Musikpreis einforderte, brachte das die ohnehin schlechte Stimmung in der Halle nicht gerade nach vorne. Dabei waren unter der Überschrift „Album des Jahres (national oder international)“ folgende Werke nominiert gewesen: „Große Freiheit“ von Unheilig, „Schwerelos“ von Andrea Berg, das „Best Of“ von Helene Fischer, „My Cassette Player“ von Lena und „A Curious Thing“ von Amy Macdonald. Es muss schon ein erstaunlicher gesellschaftlicher Wandel stattgefunden haben, wenn die junge, weibliche Antwort auf Chris de Burgh und das Album der deutschen ESC-Teilnehmerin („Schlager-Grand-Prix“, wie manche Menschen heute noch sagen) die unschlagerhaftesten Vertreter bei den meistverkauften Alben des Jahres darstellen.
Moderatorin Ina Müller hatte bei der Verleihung des Volksmusik-Echos an die Amigos lautstark dazu aufgerufen, die Wände zwischen den Schubladen einzureißen, dabei wollten die anwesenden coolen und klatschfaulen Rockstars und Plattenfirmenmenschen sich nur nicht eingestehen, dass das längst geschehen war. Quer durch alle Kategorien nominiert waren ein zotteliger Geiger, der sich kommerziell erfolgreich an der Interpretation von Rocksongs versucht hatte; ein alternder Chansonnier; ein jugendlicher Chansonnier; eine Opernsänger-Boygroup, die Popsongs nachschmettert; der Erfinder des Gothic-Schlagers und nicht zuletzt Ina Müller selbst, deren Songs von Frank Ramond geschrieben werden, der seit Jahren mit seinen augenzwinkernden Wortspielereien für Annett Louisan, Barbara Schöneberger und Roger Cicero den Massengeschmack trifft wie kaum ein Zweiter.
Was uns zu Casper bringt, jenem „Konsens-Rapper“, dessen Album „XOXO“ überraschend, angesichts des medialen „Geheimtipp“-Overkills im Vorfeld aber durchaus konsequenterweise auf Platz 1 der Charts eingestiegen war. Dies ist die Stelle, an der ich fairerweise erklären sollte, dass ich bis auf wenige Ausnahmen mit deutschsprachigem Hiphop so rein gar nichts anfangen kann. Das war in den 1990ern noch ganz lustig, als alle wie die amerikanischen Vorbilder auf dicke Hose machten, missfällt mir jetzt aber zunehmend. Dabei will ich nicht mal ausschließen, dass man auch auf Deutsch hintergründige, witzige und gute Texte rappen kann – allein mangelt es den meisten Vertretern dieses Genres schon an den dafür notwendigen Fertigkeiten, sprich: Skills. Es reicht mir nicht, wenn sich einer holprig durch die Sätze quält. Womöglich fehlt mir das notwendige Enzym oder Gen, aber in meinen Ohren fällt „Das war’s. Auf das, was war / Zwischen all den Ficks auf dem Tisch aus dem Glas / Und hätt‘ ich dich nie gekannt / Wär‘ der Ben bloß der Casper der rappt / Aber du wärst nur die Frau von der Bar“ (Casper) sprachlich und inhaltlich sogar noch hinter „Verpiss dich / Ich weiß genau, Du vermisst mich“ (Tic Tac Toe) zurück. 1 Wenn das „Studentenrap“ sein soll (und Sie müssen sich das auch noch in Caspers Schiffschaukelbremserstimme vorstellen), kann ich auf eine Begegnung mit „Sonderschülerrap“ bestens verzichten.
Doch die Vertonung von Tagebucheinträgen wird geschätzt. Es ist eine „neue“, womöglich „schonungslose Offenheit“. Klopstock 2.0. Da ist es auch nicht verwunderlich, dass Tomte-Sänger Thees Uhlmann (der mit Casper bei gleich zwei Tracks kooperiert) auf seiner ersten Solo-Single tote Fische besingt.
Doch, tatsächlich: „Zum Laichen und Sterben ziehen die Lachse den Fluss hinauf“ verkündet er und preist auf seinem Album wie in zahlreichen Interviews das Dorfleben. Bei Tomte hatte er noch davon gesungen, „sein Versagen nicht länger Überzeugung zu nennen“, auf seinem selbstbetitelten Solodebüt zelebriert er jetzt genau das. Von Journalisten lässt er sich dabei mit Bruce Springsteen vergleichen – und wenn die es nicht tun, macht er es eben selbst. Zwar konnte nicht einmal der Boss über eine Supermarktkassiererin singen, ohne dass man vor Fremdscham in einen Turm aus Konservendosen springen wollte, aber das hält Uhlmann nicht davon ab, dieses Feld mit „Das Mädchen von Kasse 2“ noch einmal zu beackern. Ich erkenne den Versuch an, den gesellschaftlich Übersehenen ein Denkmal bauen zu wollen, aber, Entschuldigung!, das konnten Pur besser – und die mussten dafür zur Strafe im Studionebel der „Hitparade“ stehen.
Überhaupt müssen wir Abbitte leisten bei Pur, der Münchener Freiheit, Reinhard Mey, Wolf Maahn, Heinz-Rudolf Kunze, Klaus Lage, Bap, Purple Schulz und vor allem bei Udo Jürgens. 2 Von mir aus soll Tim Bendzko nur noch kurz die Welt retten wollen und Andreas Bourani (dessen „Nur in meinem Kopf“ ich für ein paar Wochen sogar ziemlich toll fand) wie ein Eisberg glänzen und scheinen wollen, aber dann können wir nicht mehr mit dem Finger auf die Leute zeigen, die ein paar Jahrzehnte zuvor das Gleiche gemacht haben.
Die Uhlmann’schen Heimatmelodien und die ganzen waschlappigen Liebesbeteuerungen der jungen Liedermacher sind die popkulturelle Rückkehr zum Biedermeier. Sie liefern das „kleine bisschen Sicherheit“ in „dieser schweren Zeit“, das Silbermond schon vor zweieinhalb Jahren eingefordert hatten. Dieser Eskapismus ins Innerste zeigte sich dann auch am Treffendsten im Namen jener Band, die sich beim Bundesvision Song Contest einen Moment wünschte, der „echt“ und „perfekt“ ist: Glasperlenspiel. Hermann Hesse ist ja tatsächlich das, was uns am volkswirtschaftlichen Abgrund noch gefehlt hat: Wanderungen durch Indien, ein bisschen Metaphysik und dann hinein in die Selbstauslöschung. Die Bücher von Margot Käßmann verkaufen sich schon verdächtig gut.
Gewiss, das alles sind Geschmacksfragen. Und die kann man sich ja oft genug selbst nicht beantworten. Ich verstehe zum Beispiel nicht, warum ich das Debütalbum von Gregor Meyle (Zweiter bei Stefan Raabs vorletzter Casting-Show) immer noch ganz charmant finde, beim ähnlich romantisch gelagerten Philipp Poisel aber immer kurz vor der Selbstentleibung stehe. 3
Vielleicht hängt meine Abneigung auch mit der Sprache zusammen, wobei Thees Uhlmann gleich das beste Gegenargument gegen diese These ist, denn bei Tomte waren seine Texte ja über weite Teile noch unpeinlich bis großartig. Andererseits: Eine Aussage wie „Du hast die Art verändert, wie Du mich küsst“ würde man ohne zu Zögern dem Werk der Andrea Berg zuordnen. Auf Englisch taugt es beim Rapper Example zu einem der besten Songs des Jahres. Und irgendwie war es gar nicht so schlimm, als Prince oder Chris Martin auf Englisch sangen, der Verflossenen niemals Kummer bereitet haben zu wollen. Wenn jetzt einer singt, „Ich wollte nie, dass Du weinst“, wünscht man sich doch dringend Rammstein herbei, die bitte das genaue Gegenteil deklamieren sollen, nur damit mal ein bisschen Leben in der Bude ist.
„Keiner, wirklich keiner, braucht deutsche Songwriter“ singt Friedemann Weise in seinem sehr unterhaltsamen Lied, das nur einen kleinen Haken hat: Das einzige, was noch schlimmer ist als schonungslose Offenheit in Liedtexten, ist ungehemmte Ironie. Deswegen sind die Toten Hosen bei all ihrer Schlimmheit immer noch den Ärzten vorzuziehen, die jedweden Hinweis auf eine Haltung vermissen lassen.
Die zentrale Frage jedoch bleibt: Warum sind heute Musiker mit Texten erfolgreich, die junge Menschen noch vor wenigen Jahren rundheraus als kitschig abgelehnt hätten? Sind die Hörer sensibler geworden oder nur toleranter? Und was hat das alles mit der WM 2006 zu tun?
Offenlegung: Ich habe an der diesjährigen Echo-Verleihung mitgearbeitet und bin mit einigen der hier gedissten Künstler persönlich bekannt.
Seit vergangenem Sonntag halten Stefan Niggemeier und ich in uns einem Luftkurort pensionierter Generäle versteckt – in Düsseldorf. Der Grund dafür ist der Eurovision Song Contest, der dieses Jahr überraschend in der Stadt zwischen Köln und Dinslaken stattfindet. Was wir hier genau machen, kann man in bereits vier Folgen auf duslog.tv verfolgen.
Vorher habe ich noch knapp 10.000 Zeichen darüber geschrieben, was uns hier mutmaßlich erwarten wird. Diesen Text finden Sie in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Der Journalist“ und auf journalist.de.

Bochum/Berlin, 18. Februar 2011. Lukas Heinser und Stefan Niggemeier haben heute in einer Pressemitteilung bekanntgegeben, dass sie sich auch vom Austragungsort Düsseldorf nicht davon abhalten werden, den Eurovision Song Contest erneut mit einem Videoblog zu begleiten. Im vergangenen Jahr hatten sie sich ohne Stativ und Windschutz nach Norwegen durchgeschlagen und mit ihrem OSLOG nach Meinung vieler Experten einen maßgeblichen Beitrag zum Erfolg von Lena Meyer-Landrut geleistet.
Heinser und Niggemeier selbst errangen in einem etwas weniger beachteten Wettbewerb den dritten Platz: in der Kategorie Unterhaltung bei der Wahl zu den „Journalisten des Jahres 2010“. Die Jury des „Medium Magazins“ fand, dass OSLOG „selbstironisch mit dem Medienhype um Lena spielte“ und „vorführte, welches Potential in einem solchen Blog stecken kann“. Heinser, dessen Ehrgeiz von Kennern mit dem von Stefan Raab verglichen wird, kommentierte das mit den Worten: „Beim nächsten Mal werden wir dieses verdammte Potential ausschöpfen!‘ “
Während die Personalfrage nach der Absage von Thomas Gottschalk und Günther Jauch ähnlich schnell entschieden war wie bei der deutschen Interpretin, war der Name der OSLOG-Neuauflage lange offen. Entwürfe wie dueslog.tv, dussellog.tv, und dorflog.tv wurden schließlich verworfen zugunsten von DUSLOG.tv. Das bewährte Konzept aus vergeigten Anmoderationen, exklusiven Interviews und vergessenen Interpretennamen soll beibehalten werden. Geplant ist allerdings eine weitere Qualitätssteigerung. „Wir erwägen die Investition in einen Windschutz für das Mikrofon“, sagt Heinser. Niggemeier ergänzt: „Und ich werde diesmal weniger Namen verwechseln als letztes Jahr in Dänemark.“
Die heiße Phase mit täglichen Videoberichten beginnt Anfang Mai. Bereits heute werden die neuen Seiten eingeweiht, die von Markus „Herm“ Hermann frisch tapeziert und mit einem noch moderneren Fernsehgerät ausgestattet wurden: Das Finale des deutschen Vorentscheides wird ab ca. 20 Uhr in einem Liveblog auf duslog.tv begleitet.
Das Jahr 2010 ist zwar gerade erst zu elf Zwölfteln vorbei, aber die Jahresrückblicke gehören zur Adventszeit wie Spekulatius und Lebkuchen. Da wollen auch wir nicht länger warten und gehen – als Erste – in die Vollen:
Tommy Finke, Ben Redelings und ich blicken zurück auf die Fußball-WM, den Sieg Lena Meyer-Landruts beim Eurovision Song Contest, das Kulturhauptstadt-Jahr und vieles mehr. Nur hier, im Internet!
Zu data-epi-spacing den data-epi-spacing vielen data-epi-spacing interessanten data-epi-spacing Erfahrungen, data-epi-spacing die data-epi-spacing ich data-epi-spacing in data-epi-spacing Oslo data-epi-spacing gemacht data-epi-spacing habe, data-epi-spacing zählt data-epi-spacing diese data-epi-spacing hier:
Nachdem data-epi-spacing ich data-epi-spacing den data-epi-spacing ESC-Songs data-epi-spacing einige data-epi-spacing Tage data-epi-spacing ausgesetzt data-epi-spacing war data-epi-spacing (die data-epi-spacing Ohrwürmer data-epi-spacing aus data-epi-spacing Dänemark data-epi-spacing und data-epi-spacing Norwegen data-epi-spacing sind data-epi-spacing immer data-epi-spacing noch data-epi-spacing nicht data-epi-spacing ausgeheilt), data-epi-spacing fand data-epi-spacing ich data-epi-spacing sie data-epi-spacing gar data-epi-spacing nicht data-epi-spacing mehr data-epi-spacing so data-epi-spacing schlimm. data-epi-spacing Mehr data-epi-spacing noch: data-epi-spacing Bei data-epi-spacing vielen data-epi-spacing Songs, data-epi-spacing die data-epi-spacing uns data-epi-spacing der data-epi-spacing norwegische data-epi-spacing Top-40-Radiosender data-epi-spacing im data-epi-spacing Frühstücksraum data-epi-spacing des data-epi-spacing Hotels data-epi-spacing jeden data-epi-spacing Morgen data-epi-spacing über data-epi-spacing unsere data-epi-spacing Frühstücksflocken data-epi-spacing kippte, data-epi-spacing kamen data-epi-spacing Stefan data-epi-spacing und data-epi-spacing ich data-epi-spacing überein, data-epi-spacing dass data-epi-spacing das data-epi-spacing „jetzt data-epi-spacing auch data-epi-spacing irgendwie data-epi-spacing eine data-epi-spacing Grand-Prix-Nummer data-epi-spacing sein data-epi-spacing könnte“. data-epi-spacing (Das data-epi-spacing spricht data-epi-spacing im data-epi-spacing Wesentlichen data-epi-spacing eher data-epi-spacing gegen data-epi-spacing Top-40-Musik data-epi-spacing im data-epi-spacing Allgemeinen data-epi-spacing als data-epi-spacing für data-epi-spacing die data-epi-spacing Eurovisionsbeiträge, data-epi-spacing aber data-epi-spacing nun data-epi-spacing gut.)
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Das data-epi-spacing sind data-epi-spacing Stanfour data-epi-spacing (von data-epi-spacing der data-epi-spacing Nordseeinsel data-epi-spacing Föhr, data-epi-spacing Sie data-epi-spacing erinnern data-epi-spacing sich) data-epi-spacing und data-epi-spacing Demi data-epi-spacing Lovato data-epi-spacing (die data-epi-spacing Sie data-epi-spacing aus data-epi-spacing „Camp data-epi-spacing Rock“ data-epi-spacing kennen). data-epi-spacing Der data-epi-spacing Song data-epi-spacing stammt data-epi-spacing aus data-epi-spacing dem data-epi-spacing Soundtrack data-epi-spacing zu data-epi-spacing „Camp data-epi-spacing Rock data-epi-spacing 2“, data-epi-spacing diese data-epi-spacing spezielle data-epi-spacing Version data-epi-spacing wurde data-epi-spacing extra data-epi-spacing für data-epi-spacing den data-epi-spacing deutschen data-epi-spacing Markt data-epi-spacing aufgenommen data-epi-spacing zusammengemischt. data-epi-spacing Im data-epi-spacing Film data-epi-spacing singt data-epi-spacing Joe data-epi-spacing Jonas data-epi-spacing von data-epi-spacing den data-epi-spacing Jonas data-epi-spacing Brothers data-epi-spacing und data-epi-spacing so data-epi-spacing langsam data-epi-spacing glaube data-epi-spacing ich data-epi-spacing wirklich, data-epi-spacing dass data-epi-spacing die data-epi-spacing Disney-Channel-Filme data-epi-spacing das data-epi-spacing amerikanische data-epi-spacing Äquivalent data-epi-spacing zum data-epi-spacing ESC data-epi-spacing sind.
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Aber data-epi-spacing dann data-epi-spacing diese data-epi-spacing Middle data-epi-spacing 8, data-epi-spacing auf data-epi-spacing die data-epi-spacing sofort data-epi-spacing die data-epi-spacing Rückung data-epi-spacing folgt! data-epi-spacing Das data-epi-spacing ist data-epi-spacing Songwriting data-epi-spacing vom data-epi-spacing Reißbrett, data-epi-spacing angelehnt data-epi-spacing an data-epi-spacing die data-epi-spacing bewährten data-epi-spacing Akkordfolgen data-epi-spacing von data-epi-spacing 3 data-epi-spacing Doors data-epi-spacing Down data-epi-spacing und data-epi-spacing Nickelback. data-epi-spacing Die data-epi-spacing ungestüme data-epi-spacing Instrumentierung data-epi-spacing mit data-epi-spacing Schlagzeug data-epi-spacing und data-epi-spacing E‑Gitarren, data-epi-spacing die data-epi-spacing Dynamik data-epi-spacing simulieren data-epi-spacing soll data-epi-spacing (heißt data-epi-spacing ja data-epi-spacing nicht data-epi-spacing umsonst data-epi-spacing „Camp data-epi-spacing Rock“), data-epi-spacing bei data-epi-spacing der data-epi-spacing aber data-epi-spacing auch data-epi-spacing der data-epi-spacing Oma data-epi-spacing nicht data-epi-spacing die data-epi-spacing Kaffeetasse data-epi-spacing aus data-epi-spacing der data-epi-spacing Hand data-epi-spacing fällt. data-epi-spacing Also data-epi-spacing im data-epi-spacing Prinzip data-epi-spacing Bryan data-epi-spacing Adams data-epi-spacing konsequent data-epi-spacing zu data-epi-spacing Ende data-epi-spacing gedacht.
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Okay, es ist Werbung. Aber es ist Werbung für ein Produkt, das das inflationär gebraucht „Kult“-Label mehr als verdient hat: Converse-Schuhe sind Teil unserer Popkultur und sie sind cool. Und dann kriegen sie auch noch einen exklusiven, kostenlos herunterladbaren Werbesong von Kid Cudi (der offenbar nichts falsch machen kann), Bethany Cosentino (Best Coast) und Rostam Batmanglij (Vampire Weekend):
Das Einzige, was mich an dem Video irritiert: Die auffallenden Parallelen zum Musikvideo des diesjährigen Grand-Prix-Beitrags aus Estland:
[via Bambi]
Erinnern data-epi-spacing Sie data-epi-spacing sich data-epi-spacing noch data-epi-spacing an data-epi-spacing den data-epi-spacing schrecklichen data-epi-spacing dänischen data-epi-spacing Beitrag data-epi-spacing beim data-epi-spacing Eurovision data-epi-spacing Song data-epi-spacing Contest data-epi-spacing in data-epi-spacing Oslo?
Herr data-epi-spacing Niggemeier data-epi-spacing und data-epi-spacing ich data-epi-spacing haben data-epi-spacing – data-epi-spacing während data-epi-spacing wir data-epi-spacing versuchten, data-epi-spacing uns data-epi-spacing diesen data-epi-spacing Ohrwurm data-epi-spacing gegenseitig data-epi-spacing aus data-epi-spacing dem data-epi-spacing Kopf data-epi-spacing zu data-epi-spacing prügeln data-epi-spacing – data-epi-spacing lange data-epi-spacing darüber data-epi-spacing nachgedacht, data-epi-spacing woran data-epi-spacing uns data-epi-spacing dieser data-epi-spacing Song data-epi-spacing alles data-epi-spacing erinnert. data-epi-spacing „Every data-epi-spacing Breath data-epi-spacing You data-epi-spacing Take“ data-epi-spacing (oder, data-epi-spacing für data-epi-spacing die data-epi-spacing Jüngeren: data-epi-spacing „I’ll data-epi-spacing Be data-epi-spacing Missing data-epi-spacing You“) data-epi-spacing war data-epi-spacing natürlich data-epi-spacing dabei, data-epi-spacing mit data-epi-spacing ein data-epi-spacing bisschen data-epi-spacing fremder data-epi-spacing Hilfe data-epi-spacing kamen data-epi-spacing wir data-epi-spacing auch data-epi-spacing auf data-epi-spacing „The data-epi-spacing Best“ data-epi-spacing von data-epi-spacing Tina data-epi-spacing Turner data-epi-spacing und data-epi-spacing einen data-epi-spacing Hauch data-epi-spacing von data-epi-spacing „Dancing data-epi-spacing Queen“ data-epi-spacing kann data-epi-spacing man data-epi-spacing im data-epi-spacing Refrain data-epi-spacing auch data-epi-spacing erkennen.
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Statler & Waldorf, Abbott & Costello, Simon & Garfunkel – die Liste glorreicher Duos ist lang.
Und damit zu etwas völlig Anderem: In knapp zwei Wochen findet in Oslo der Eurovision Song Contest statt. Auf den Schultern von Lena Meyer-Landrut lastet eine höhere Erwartungshaltung als auf denen von Jogi Löw, denn es geht darum, nach 28 Jahren endlich wieder Weltmeister Papst Meistersänger zu werden.
Aus Gründen, die uns selbst nicht ganz klar sind und die wir noch nicht einmal mit „Alkohol“ angeben können, fahren Stefan Niggemeier und ich nach Oslo, um uns den ganzen Irrsinn aus der Nähe anzuschauen und kleine Filme darüber ins Internet zu stellen.
Die Pilotfolge sehen Sie hier:
Alles weitere finden Sie dann auf oslog.tv.

Ich fühle mich ein bisschen wie die alte Frau, für die ich beim Zivildienst immer einkaufen musste: Viel zu viel Essen da, aber es könnte ja immer überraschend jemand vorbeikommen. (Die alte Frau hatte allerdings mehr und härteren Alkohol zuhause als ich.)
Aber es soll ja ein längerer Abend werden:
Sie werden es vermutlich noch nicht mitbekommen haben, aber morgen ist wieder die Veranstaltung, die seit einigen Jahren „Eurovision Song Contest“ genannt wird und nie „Grand Prix d’Eurovision de la Chanson“ hieß.
Im Gegensatz zu den letzten beiden Jahren, als Stefan Niggemeier und ich uns bereits im Vorfeld durch alle Beiträge gekämpft haben, habe ich in diesem Jahr keine Ahnung, was mich beim Finale in Moskau erwartet: Ich habe keines der Halbfinals gesehen und selbst den deutschen Titel habe ich bisher nicht (bewusst) gehört.
Das sind natürlich die besten Voraussetzungen für einen zünftigen Grand-Prix-Abend mit Käsehäppchen, Metigel und russischem Wodka (auf den ich aus persönlichen Gründen allerdings verzichten werde).
Das große Liveblog startet (wie schon 2007 und 2008) um kurz vor 21 Uhr. Bild und Ton entnehmen Sie bitte dem Programm des Ersten Deutschen Fernsehens oder eurovision.tv.