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Kultur

In memoriam Alfred Grimm

Alfred Grimm war einer der bedeu­tends­ten Künst­ler, die Dins­la­ken je her­vor­ge­bracht hat, 1 er hat als Kunst­leh­rer am Theo­dor-Heuss-Gym­na­si­um zwei Gene­ra­tio­nen Hein­ser unter­rich­tet und er war – um mal die­se wun­der­vol­le For­mu­lie­rung zu ver­wen­den – ein Freund der Fami­lie.

In die­ser Funk­ti­on bin ich mit sei­ner Kunst auf­ge­wach­sen. Mit Tor­ten­stü­cken, die Deutsch­land reprä­sen­tie­ren soll­ten; mit Schach­bret­tern, auf denen sich Abgrün­de auf­ta­ten, und Röh­ren­fern­se­hern, in denen sich gan­ze Wel­ten ent­span­nen. Alles nicht „schön“ im kon­ven­tio­nel­len (also: lang­wei­li­gen) Sin­ne, alles weit ent­fernt von der Hei­me­lig­keit malen­der Arzt­gat­tin­nen, die die Dins­la­ke­ner Kul­tur­sze­ne in den 1990er Jah­ren domi­nier­te. Aber als Kind nimmt man ja erstaun­lich vie­les als gege­ben hin, und inter­es­sant waren sei­ne Objek­te, die in regel­mä­ßi­gen Abstän­den in der Stadt aus­ge­stellt wur­den und in eben­so regel­mä­ßi­gen Abstän­den für Empö­rung sorg­te, über die die Lokal­pres­se dann groß berich­ten konn­te, aus­ufern­de Leser­brief-Aus­ein­an­der­set­zun­gen inklu­si­ve, alle­mal.

Alfred Grimm (als Leh­rer hat­te ich ihn stets gesiezt; bei unse­rem letz­ten direk­ten Kon­takt vor nun­mehr auch erschre­cken­den elf Jah­ren hat­ten wir uns bei der Anre­de in ein aus­weg­lo­ses Ham­bur­ger-Sie-Sze­na­rio manö­vriert) war in Dins­la­ken gebo­ren und auf­ge­wach­sen, hat­te an der Kunst­aka­de­mie Düs­sel­dorf stu­diert, was den besag­ten Dins­la­ke­ner Lokaljournalist*innen zeit­le­bens und dar­über hin­aus das Syn­onym „Beuys-Schü­ler“ für ihre Tex­te schenk­te, und war dann als Leh­rer für Kunst und (wenn ich mich rich­tig erin­ne­re) Bio­lo­gie an sein altes Gym­na­si­um zurück­ge­kehrt. Gleich­zei­tig hat er sein Leben lang als Künst­ler gear­bei­tet, Aus­stel­lun­gen gemacht und Mahn­ma­le im öffent­li­chen Raum geschaf­fen.

Mahnmal zum Gedenken an die Dinslakener Juden und deren Vertreibung (Künstler: Alfred Grimm)

Sein Mahn­mal zum Geden­ken an die Dins­la­ke­ner Juden und deren Ver­trei­bung wur­de 1993 ein­ge­weiht. Ich erin­ne­re mich noch an eine Prä­sen­ta­ti­on in sei­nem Ate­lier: Es war ihm ein beson­de­res Anlie­gen gewe­sen, das Grau­en des Natio­nal­so­zia­lis­mus ganz kon­kret begreif­bar zu machen; des­we­gen fin­den sich auf dem Lei­ter­wa­gen, mit dem die jüdi­schen Wai­sen­kin­der bei den Novem­ber­po­gro­men 1938 aus der Stadt gebracht wur­den, auch Kis­ten mit Schu­hen, Kno­chen und Gebis­sen, die an die Opfer in den Kon­zen­tra­ti­ons­la­gern erin­nern soll­ten. Die Täter hin­ge­gen wer­den durch das Nega­tiv der Sil­hou­et­te eines uni­for­mier­ten Man­nes sym­bo­li­siert: ein Rah­men, in den man sich hin­ein­stel­len und so buch­stäb­lich in die Per­spek­ti­ve der Täter ver­set­zen kann. Das hat­te schon damals ordent­lich Wums.

Als die Stadt Dins­la­ken noch Geld hat­te und sich eine „Skulp­tu­ren­mei­le“ gönn­te, schuf Alfred Grimm die „Bau­stel­le“, eine Instal­la­ti­on, die auf den ers­ten Blick wie eine bana­le, ver­las­se­ne Stra­ßen­bau­stel­le aus­sah. Auf den zwei­ten lag dar­in ein toter Sol­dat, Gas­mas­ke und Stahl­helm noch auf dem Schä­del. Wie­der ver­such­ten sich Klein­bür­ger in Leser­brie­fen an der seman­ti­schen Ver­mes­sung des Kon­zepts „Kunst“ und ver­wech­sel­ten dabei per­sön­li­chen Geschmack mit Bedeu­tung. Wenn ich mich rich­tig erin­ne­re, wur­de das Werk ursprüng­lich vor der Haus­tür des städ­ti­schen Bau­de­zer­nen­ten auf­ge­baut, der die­sen Gruß auch wenig zu schät­zen wuss­te.

Was man in Zei­ten per­ma­nen­ter Maxi­mal­em­pö­rung im Inter­net ger­ne mal aus den Augen ver­liert: Pro­vo­ka­ti­on ergibt ja nur dann wirk­lich Sinn, wenn sie meh­re­re unter­schied­li­che (idea­ler­wei­se: ansons­ten ver­fein­de­te) Lager auf die Pal­me und so zusam­men­bringt: kon­ser­va­ti­ve Katho­li­ken und Second-Wave-Femi­nis­tin­nen, zum Bei­spiel.

Sein „Mut­ter-Erde-Stuhl“, ein Arran­ge­ment von klei­nen Fabrik­schlo­ten und ande­ren Sym­bo­len der Umwelt­zer­stö­rung im sehr vage ange­deu­te­ten Schoß eines abs­trak­ten weib­li­chen Unter­kör­pers auf einem sehr ech­ten Gynä­ko­lo­gi­schen Stuhl, hat über Jahr­zehn­te immer wie­der zu reflex­haf­ter Empö­rung geführt. Dabei tref­fen Alar­mie­rung und Kunst dort so viel ein­leuch­ten­der auf­ein­an­der als wenn man Kar­tof­fel­brei auf gerahm­te Bil­der wirft.

In sei­ner Kru­zi­fix-Rei­he nahm er den zum Möbel geron­ne­nen Leich­nam Chris­ti und tat ihm mit ver­schie­de­nen Mit­teln (Axt, Strom­ka­bel, Dro­gen) erneut Gewalt an. Hel­le Auf­re­gung unter den loka­len Kon­ser­va­ti­ven (was in einer Klein­stadt ja am Ende fast alle sind)! Ein zu Tode gefol­ter­ter Mann mag völ­lig okay sein (bzw. in Bay­ern drin­gend erwünscht), aber doch bit­te nicht so, dass man sein Leid auch noch erkennt! 2

Legen­där (womög­lich im wört­li­chen Sin­ne) die Geschich­te, wie er, der auf einem Bau­ern­hof leb­te und arbei­te­te, eines Mor­gens ein tot gebo­re­nes Lamm mit zur Schu­le gebracht haben soll, es aufs Leh­rer­pult leg­te und die Schüler*innen auf­for­der­te, es zu zeich­nen. Ich habe nie jeman­den getrof­fen, der per­sön­lich dabei gewe­sen wäre, wes­halb ich für die Wahr­haf­tig­keit der Anek­do­te nicht bür­gen kann, aber es macht Freu­de, mal kurz den Gedan­ken durch­zu­spie­len, was heu­te in Eltern-Whats­App-Grup­pen, auf Social Media und anschlie­ßend in der bun­des­wei­ten Bou­le­vard­pres­se los wäre. (Kann aber natür­lich auch sein, dass die Kin­der ein, zwei Tik­tok-Chal­lenges mit dem Kada­ver durch­füh­ren wür­den und ansons­ten wenig beein­druckt wären — man kann ja heut­zu­ta­ge gar nichts mehr ein­schät­zen oder auch nur unge­fähr mit einem frü­he­ren Jahr­zehnt gleich­set­zen.)

Theodor-Heuss-Gymnasium Dinslaken

Unter den Schüler*innen, die in Kunst-Leis­tungs­kur­sen von Alfred Grimm ihr Abitur abge­legt haben, sind auch mein Onkel Tho­mas, der spä­ter als Foto­graf in San Fran­cis­co Kar­rie­re mach­te, und Andre­as Deja, lang­jäh­ri­ger Chef­zeich­ner bei Dis­ney, der dort qua­si im Allein­gang das Sub­gen­re von gay Dis­ney (Scar, Jafar, Gas­ton) begrün­de­te, 3 wor­über ich auch schon seit Jah­ren schrei­ben woll­te. Zu vie­len ehe­ma­li­gen Schüler*innen hielt er über Jahr­zehn­te Kon­takt, för­der­te sie wei­ter und ver­folg­te ihre Ent­wick­lung mit Wohl­wol­len, womög­lich auch – zu Recht – mit etwas Stolz. Es wird Hun­der­te Men­schen geben, die auf die eine oder ande­re Art von ihm und sei­nem Wesen geprägt wur­den und heu­te in der – Ach­tung, Die­ter-Gor­ny-Wort! – Krea­tiv­wirt­schaft ihr Geld ver­die­nen, vor allem aber eben wei­ter krea­tiv tätig sind. Mein Vater, mei­ne Geschwis­ter und ich gehö­ren dazu.

„Immer wie­der gut, dass das Leh­rer­be­am­ten­tum sehr vie­le Künst­ler zumin­dest öko­no­misch geret­tet hat und das Poten­ti­al wei­ter­trans­por­tiert hat“, wie mein guter Freund und Kol­le­ge Tom The­len sehr gut erkannt hat.

Ich hat­te mei­ne Spiel­wie­se, wenig über­ra­schend, immer eher in den sprach­li­chen Fächern und mei­ne Spar­rings­part­ner in den dor­ti­gen Lehrer*innen gese­hen, aber die weni­gen Jah­re, die ich in der Unter- und Mit­tel­stu­fe bei Alfred Grimm Kunst­un­ter­richt hat­te, haben deut­li­che Spu­ren hin­ter­las­sen. Er woll­te, dass die Kin­der nicht nur „schö­ne“ Bil­der malen, son­dern auch dar­über nach­dach­ten, was sie da tun und war­um. 

Wobei sein Wir­ken weit über die Pro­duk­ti­on von Bil­dern und eine gro­be Ein­füh­rung in Kunst­ge­schich­te und ‑theo­rie hin­aus­reich­te: Ein­mal bot er uns an, ein paar Minu­ten frü­her in die Pau­se zu gehen, wenn wir die Natio­nal­hym­ne sin­gen wür­den. Über­rum­pelt, aber auch auto­ri­täts­er­ge­ben, stimm­ten wir die drit­te Stro­phe des Deutsch­land­lieds an und durf­ten den Klas­sen­raum ver­las­sen — eine ver­schro­be­ne (und damit zu sei­nem Ruf pas­sen­de) Bege­ben­heit, von der ich auch Jahr­zehn­te spä­ter nicht sicher bin, ob sie von ihm als kind­li­cher Spaß gedacht war, als prak­ti­scher All­ge­mein­wis­sens­test für jun­ge Bundesbürger*innen oder als Cha­rak­t­er­prü­fung im Bezug auf Obrig­kei­ten. Selbst die­je­ni­gen, die nach dem Abitur gar kei­ne künst­le­ri­schen Arbei­ten mehr durch­ge­führt haben, wer­den sich immer an ihn und sei­nen mit­un­ter unkon­ven­tio­nel­len Unter­richt erin­nern.

Alfred Grimm konn­te aber auch Geschich­ten erzäh­len: Wie sie als Kin­der im Nach­kriegs­deutsch­land auf einem Acker MG-Muni­ti­on gefun­den 4 und die­se im Klas­sen­raum exakt jenes Gym­na­si­ums, in dem er uns jetzt auch unter­rich­te­te, hin­ter einer Tafel depo­niert hät­ten, fern­ge­zün­det mit einer Lun­te, die sie aus Milch­fla­schen­eti­ket­ten zusam­men­ge­dreht hat­ten. Der Leh­rer habe sich gehö­rig erschreckt, habe empört den Schul­lei­ter geholt und Leug­nen sei sinn­los gewe­sen, weil ja wei­te Tei­le der Wand erheb­li­che, nicht schnell zu besei­ti­gen­de Explo­si­ons­spu­ren auf­ge­wie­sen hät­ten. 

Erst einen Tag vor sei­ner Todes­nach­richt habe ich noch an ihn den­ken müs­sen, als ich mich kurz über einen aggres­si­ven Ver­kehrs­teil­neh­mer in einem knall­bun­ten Opel geär­gert hat­te und mir zum wie­der­hol­ten Mal ein­fiel, wie er sich im Unter­richt mal über einen Mann echauf­fiert hat­te, der mit Akten­ta­sche unter dem Arm und „wip­pen­dem Gang“ die Stra­ße ent­lang gegan­gen sei. Er hat­te sei­ne kur­ze Erre­gung mit dem zeit­los-schö­nen Aus­ruf beschlos­sen: „Kei­ne Haa­re am Sack, aber wip­pen!“ (Über­trie­ben auf­merk­sa­me Zuschauer*innen des Baku­b­logs wer­den die For­mu­lie­rung wie­der­erken­nen. So kön­nen einen Men­schen prä­gen.)

Über Vater und Onkel blie­ben wir in den ers­ten Jah­ren nach mei­nem Abitur in losem Kon­takt, ein­mal – es wird auch schon 20 Jah­re her sein – tra­fen wir uns zufäl­lig in der Stadt und kehr­ten in das Café Mey­er in der Fuß­gän­ger­zo­ne ein, das damals noch exis­tier­te und regel­mä­ßig und ger­ne von ihm fre­quen­tiert wur­de. Jah­re spä­ter kon­tak­tier­te er mich noch ein­mal mit der Bit­te um publi­zis­ti­sche Unter­stüt­zung; ein Vor­ha­ben, das damals irgend­wie im San­de ver­lau­fen ist.

Aus Anlass von Alfred Grimms 80. Geburts­tag ver­an­stal­te­te das städ­ti­sche Muse­um vor zwei­ein­halb Jah­ren eine umfang­rei­che Retro­spek­ti­ve, mit der er es auch in die Regio­nal­aus­ga­be des Kul­tur­kampf­fach­blat­tes „Bild“ schaff­te (gut: es waren ja neben vie­lem Ande­ren auch nack­te Frau­en zu sehen). Ich bekam irgend­wie zu spät davon mit und habe es nicht dort­hin geschafft.

Nun ist Alfred Grimm im Alter von 82 Jah­ren über­ra­schend ver­stor­ben. Am kom­men­den Sonn­tag soll­ten Arbei­ten von ihm Teil einer Aus­stel­lung des Kul­tur­krei­ses Dins­la­ken wer­den, den er mit­be­grün­det hat­te.

Mein Mit­ge­fühl gilt sei­nen Hin­ter­blie­be­nen.

  1. Der Micha­el-Wend­ler-Witz schreibt sich an die­ser Stel­le selbst: []
  2. Wäh­rend ich die­sen Satz schrei­be, fra­ge ich mich, wie ein Kru­zi­fix eigent­lich auf Men­schen wir­ken muss, die nicht mit dem toten Erlö­ser an der Wand auf­ge­wach­sen sind. Wer kommt auf sol­che Ideen?![]
  3. Ja, ja: Es hat­te vor­her auch schon Shir Khan gege­ben.[]
  4. Allein auf den Gedan­ken, dass sowas da – natür­lich! – ein­fach rum­lag, hat­te uns noch kein Geschichts­buch gebracht![]
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Streaming-Tipps Juni 2023

Bevor ich mich mut­maß­lich bald bei Net­flix abmel­de, habe ich mal ein paar Sachen von mei­ner „Das woll­test Du Dir irgend­wann viel­leicht mal ange­se­hen haben“-Liste geschaut: Den Film „Die Schlacht um die Schel­de“, die zweit­teu­ers­te nie­der­län­di­sche Pro­duk­ti­on aller Zei­ten, hat­te ich aus zwei Grün­den sehen wol­len: zum einen, um mein Nie­der­län­disch zu trai­nie­ren, zum ande­ren, weil die titel­ge­ben­de Schel­de bei Wal­che­ren in die Nord­see mün­det, also dort, wo ich seit Jahr­zehn­ten am Liebs­ten mei­ne Urlau­be ver­brin­ge. Die Schlacht an der Schel­de­mün­dung dien­te der Befrei­ung des Hafens von Ant­wer­pen, den die West­al­li­ier­ten für ihre Nach­schub­ver­sor­gung brauch­ten, und war inso­fern eine der vie­len ent­schei­den­den Schlach­ten des 2. Welt­kriegs. Zwi­schen „Der Sol­dat James Ryan“-ähnliche Schlach­ten­sze­nen erzählt der Film eher klei­ne, all­täg­li­che Dra­men, die in kei­nem Geschichts­buch vor­kom­men wür­den, von denen man aber anneh­men muss, dass es sie tau­send­fach gege­ben hat. Unter ande­rem wird der Topos „cha­ris­ma­ti­scher Nazi“ von Jus­tus von Dohn­anyi hier noch mal sehr gru­se­lig neu mit Leben gefüllt. Tat­säch­lich wird in dem Film weni­ger Nie­der­län­di­sche gespro­chen als Deutsch und Eng­lisch (in der deut­schen Syn­chron­fas­sung spre­chen mut­maß­lich wie­der alle die gan­ze Zeit Deutsch, weil das halt immer so ist), aber ich fand ihn schon recht beein­dru­ckend und bedrü­ckend.

Eben­falls bei Net­flix läuft die 40-minü­ti­ge Doku­men­ta­ti­on „The Mar­tha Mit­chell Effect“. Mar­tha Mit­chell war die Ehe­frau von John N. Mit­chell, dem Wahl­kampf­ma­na­ger Richard Nixons und spä­te­rem US-Jus­tiz­mi­nis­ter, und als der Water­ga­te-Skan­dal begann, begann sie sofort, Prä­si­dent Nixon selbst zu beschul­di­gen. Mar­tha Mit­chell wur­de von den mäch­ti­gen Män­nern in Washing­ton dis­kre­di­tiert und als alko­hol­kran­ke mad woman abge­stem­pelt. Ihr Ruf und ihre Ehe waren rui­niert, sie starb bald dar­auf — und fast alle Vor­wür­fe, die sie erho­ben hat­te, stell­ten sich im Nach­hin­ein als wahr her­aus (die ande­ren gel­ten als noch nicht bestä­tigt). Auch die­ser Film ist beein­dru­ckend und bedrü­ckend und auch hand­werk­lich sehr gut gemacht.

Auch der Doku­men­tar­film „Cir­cus Of Books“ läuft auf Net­flix. Die Regis­seu­rin Rachel Mason erzählt hier die Geschich­te ihrer Eltern Karen und Bar­ry, die als jüdi­sches Hete­ro-Paar einen der bedeu­tends­ten Läden für schwu­le Lite­ra­tur und Por­no­gra­fie in LA betrie­ben haben. Wie es dazu kam, ist absurd; wie sich kon­ser­va­ti­ve Poli­tik und die AIDS-Epi­de­mie auf die Arbeit und das Leben der Fami­lie aus­wirk­te, ist erschüt­ternd; und wel­che Fol­gen das Inter­net und Dating Apps für das Geschäft haben, kann man sich aus­ma­len. Dies alles aus nächs­ter Nähe von der Fami­lie geschil­dert zu bekom­men, ist sehr beein­dru­ckend.

Bei Dis­ney+ schließ­lich habe ich „In & Of Its­elf“ gese­hen. Ich hat­te schon eini­ges dar­über gehört, meist ver­bun­den mit dem Hin­weis, dass man nicht erklä­ren kön­ne, was das sei. Das stimmt. For­mal ist es der Mit­schnitt einer Show des Zau­be­rers Derek Del­Gau­dio, die 552 mal in einem klei­nen Thea­ter in New York City zur Auf­füh­rung gekom­men war. Del­Gau­dio zeigt dar­in Taschen­spie­ler­tricks, er erzählt Tei­le sei­ner Lebens­ge­schich­te und sorgt spä­ter für im viel­fa­chen Sin­ne magi­sche Momen­te. Es ist für Zau­be­rei in etwa das, was „Nanet­te“ von Han­nah Gadsby für Come­dy ist: eine völ­li­ge Dekon­struk­ti­on und ein Sprung auf die nächs­te Daseins­stu­fe (und das exak­te Gegen­teil von den Ehr­lich Brot­hers bzw. Mario Barth). Ich kann es lei­der auch nicht erklä­ren, aber dar­um geht es ja: Im Sin­ne von Eli­sa­beth Küb­ler-Ross bin ich recht schnell von deni­al zu accep­tance gesprun­gen und habe gar nicht mehr ver­sucht, zu ver­ste­hen, wie die Tricks funk­tio­nie­ren könn­ten. Ich war Fox Muld­er: I want to belie­ve. Selbst wenn Euch Zau­be­rei gar nicht inter­es­siert, soll­tet Ihr Euch „In & Of Its­elf“ anschau­en! (Nicht zuletzt, weil es eine wahn­sin­nig span­nen­de Erfah­rung ist, von einer title card auf­ge­for­dert zu wer­den, sein Han­dy weg­zu­le­gen und alle Ablen­kung zu unter­las­sen.)


Die­ser Text erschien zuerst in mei­nem News­let­ter, für den man sich hier anmel­den kann.

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Selena Gomez‘ bravoröse Empfängnis

Ich habe das mit dem Ange­bot und der Nach­fra­ge im Bou­le­vard­jour­na­lis­mus noch nie geglaubt. Ich kann mir ein­fach nicht vor­stel­len, dass es Men­schen gibt, die sich mor­gens nach dem Auf­ste­hen fra­gen, was eigent­lich Brad Pitt und Ange­li­na Jolie gera­de machen. Ich den­ke nicht, dass man Klatsch­zeit­schrif­ten und Gos­sip-Blogs erfin­den müss­te, wenn es sie nicht gäbe. Und ich hal­te es für aus­ge­schlos­sen, dass sich die Gedan­ken von älte­ren Men­schen in Arzt­war­te­zim­mern auto­ma­tisch um das (ver­meint­li­che) Pri­vat­le­ben von Volks­mu­si­kan­ten dre­hen wür­den, wenn es die ent­spre­chen­den Quatsch­ma­ga­zi­ne nicht gäbe.

Ent­spre­chend glau­be ich auch nicht, dass Jugend­zeit­schrif­ten die exis­ten­ti­el­len Fra­gen von Jugend­li­chen beant­wor­ten – außer viel­leicht auf den Sei­ten, wo sie die exis­ten­ti­el­len Fra­gen von Jugend­li­chen beant­wor­ten.

Für einen Tag am Bag­ger­see war mir aber nach leich­ter Lek­tü­re, wes­we­gen ich beherzt zum Zen­tral­or­gan für exis­ten­ti­el­le Fra­gen von Jugend­li­chen griff: zur „Bra­vo“.

Selena Gomez: Schwanger beim ersten Mal!? Vergiftet? Schwer krank?
War­um nicht gleich: „Zom­bies! Ali­ens! Vam­pi­re! Dino­sau­ri­er!“?

Jetzt fra­gen Sie sich als unge­bil­de­te, grei­se Leser die­ses Blogs natür­lich erst mal, wer die­ses unbe­kann­te Kind da auf der Titel­sei­te über­haupt ist. Das ist Sele­na Gomez, die Haupt­dar­stel­le­rin der Dis­ney-Chan­nel-Serie „Die Zau­be­rer vom Waver­ly Place“, die Sie ken­nen könn­ten, wenn Sie Ihren min­der­jäh­ri­gen Kin­dern erlau­ben, Super RTL zu gucken. Frau Gomez ist 18 Jah­re alt und seit kur­zem mit Jus­tin Bie­ber liiert, dem womög­lich größ­ten Pop­star unse­rer Tage. Aber das las­sen Sie sich womög­lich tat­säch­lich am Bes­ten alles von irgend­ei­nem Kind erklä­ren – vie­le Eltern freu­en sich ja, wenn man ein sol­ches ein­fach mal für ein paar Stun­den aus­leiht (nach­dem man vor­her um Erlaub­nis gefragt hat).

Jeden­falls: Sele­na Gomez war kürz­lich im Kran­ken­haus.

Was für ein Schock! Mit Blau­licht und Sire­nen wird Sele­na Gomez Don­ners­tag­nacht ins Pro­vi­dence Saint Joseph Medi­cal Cen­ter in Bur­bank bei Los Ange­les ein­ge­lie­fert. Tota­ler Zusam­men­bruch! Unglaub­lich: Weni­ge Minu­ten zuvor ist das Super-Girl noch live auf Sen­dung — in der „Tonight Show“ von Jay Leno im US-TV.

(Nein, die „Tonight Show“ ist natür­lich nicht live.)

Nun könn­te man anneh­men, dass der Kör­per einer 18-Jäh­ri­gen, die seit vier Jah­ren für eine Serie vor der Kame­ra steht, die diver­se Pro­mo-Auf­trit­te absol­viert und noch dazu auf Schritt und Tritt von Papa­raz­zi ver­folgt wird, irgend­wann ein­fach mal schlapp macht. Net­te Idee, aber es gibt doch noch ein paar ande­re:

Ers­te Erklä­rung: Fal­sche Ernäh­rung soll schuld sein. Aber die Gerüch­te­kü­che bro­delt. Waren viel­leicht noch ganz ande­re Fak­to­ren im Spiel?

Reporter Frank vor dem Providence Saint Joseph Medical Center in Burbank/L.A.Zum Bei­spiel Zom­bies, Alie… Nein, nein. „Bravo“-Reporter Frank Sier­ing (der von Los Ange­les aus etwa jedes zwei­te deut­sche Medi­um mit Hol­ly­wood-Geschich­ten belie­fert) hat sich ja nicht umsonst vor „Sels Kran­ken­haus“ foto­gra­fie­ren las­sen, er hat sich „auf Spu­ren­su­che“ bege­ben und her­aus­ge­fun­den, was „wirk­lich in jener Nacht pas­sier­te“. So fand er her­aus, dass Sele­na Gomez „direkt nach der Live-Sen­dung“ ins Kran­ken­haus ein­ge­lie­fert wur­de, sie sich „immer wie­der“ an den Bauch gefasst habe und sie sich „gleich nach der Ankunft“ set­zen muss­te, „weil ihr so übel ist“. Sogar die Num­mer des Ein­zel­zim­mers („auf der 3. Eta­ge des Kran­ken­hau­ses mit Blick auf die Ber­ge“) hat Sier­ing her­aus­ge­fun­den – und wenn sie stimmt, ist ihm damit ein inves­ti­ga­ti­ver Coup gelun­gen, denn außer der „Bra­vo“ kennt und nennt sie kein ande­res Medi­um.

Mehr noch:

Wegen der star­ken Unter­leibs­schmer­zen wird ein Frau­en­arzt zura­te gezo­gen und sofort ein Schwan­ger­schafts-Test gemacht.

Der unbe­stimm­te Arti­kel („ein Schwan­ger­schafts-Test“) ist offen­sicht­lich ein Flüch­tig­keits­feh­ler, denn „Bra­vo“ weiß es eigent­lich noch genau­er:

Diesen Schwangerschafts-Test musste sie machen.

Damit wären „wir“ auch schon beim ers­ten Gerücht, des­sen Doku­men­ta­ti­on die „Bra­vo“ sich auf die Fah­nen geschrie­ben hat. Denn tat­säch­lich wür­de gera­de „alles ganz gut zusam­men­pas­sen“: Das Pär­chen (von Fans offen­bar lie­be­voll „Jele­na“ genannt) habe immer­hin gera­de einen roman­ti­schen Lie­bes-Urlaub auf Hawaii ver­bracht.

Hat­ten sie dort ihr ers­tes Mal? Und ist dabei gleich das pas­siert, was jetzt viel ver­mu­ten?

Das wäre, so „Bra­vo“, gar nicht „so abwe­gig“. Zwar hat das Tee­nie-Maga­zin kein blu­ti­ges Bett­la­ken, das sie abdru­cken kann, aber eine schlüs­si­ge Indi­zi­en­ket­te: Immer­hin hät­ten auch die Müt­ter des Traum­paars ihre Kin­der „extrem früh“ bekom­men.

Jus‘ Mut­ter Pat­tie wur­de mit 18 schwan­ger. Sels Mom Man­dy sogar schon mit 15!

Für die Erkennt­nis, dass Teen­ager­schwan­ger­schaf­ten erb­lich sind, dürf­te min­des­tens ein Medi­zin­no­bel­preis fäl­lig wer­den.

Aber weil so Klatsch­the­men ja ver­gleich­bar mit Ver­schwö­rungs­theo­rien sind – alle schrei­ben von­ein­an­der ab und der Umstand, dass die eige­ne Behaup­tung durch nichts gestützt wird, unter­mau­ert ihre Plau­si­bi­li­tät nur noch mehr -, hat „Bra­vo“ natür­lich noch wei­te­re Gerüch­te in pet­to:

Könn­te es sein, dass der Super­star von Hatern ver­gif­tet wur­de?

(„Hater“ sind Men­schen, die eine bestimm­te Per­son über­haupt nicht aus­ste­hen kön­nen. Im Deut­schen wür­de man viel­leicht „Blog-Kom­men­ta­to­ren“ sagen.)

„Bra­vo“ fin­det das „auch nicht unwahr­schein­lich“ und lie­fert eine erstaun­li­che Begrün­dung:

Immer­hin äußer­ten die Ärz­te sofort den Ver­dacht auf eine Lebens­mit­tel­ver­gif­tung! Dass ihr jemand absicht­lich ver­dor­be­nes Essen ver­ab­reicht hat, konn­te aber bis­lang nicht bewie­sen wer­den.

Welch Glück, dass die Lebens­mit­tel­ver­gif­tung so heißt. Scha­de hin­ge­gen, dass die „Bra­vo“ kein Foto gefun­den hat, auf dem Sele­na Gomez einen „Gift Shop“ ver­lässt.

Für die Gift-Theo­rie spricht laut „Bra­vo“ alles, was dage­gen spricht:

Und Sele­na selbst will das Gan­ze ver­harm­lo­sen: „Ich habe nur zu viel Unge­sun­des geges­sen.“

Womög­lich ein ers­tes Anzei­chen für das Stock­holm-Syn­drom.

Und damit zu Gerücht Num­mer drei, das die „Bra­vo“ ein biss­chen wider­wil­lig auf­zu­grei­fen scheint:

Hat­te Sel einen Schwä­che­an­fall, weil sie zu viel arbei­tet?

Stei­le The­se, für die nur … alles spricht, was „Bra­vo“ so zu berich­ten weiß.

Sels Mom macht sich jeden­falls gro­ße Sor­gen: „Sie will eini­ge Ter­mi­ne strei­chen, um ihre Toch­ter zu ent­las­ten“, ver­rät ein Freund der Fami­lie.

Wie so ein „Freund der Fami­lie“ aus­sieht, hat der Wort­vo­gel vor eini­ger Zeit schon mal so erklärt:

In der Welt der Klatsch­pos­til­len gibt es mehr ima­gi­nä­re Freun­de als in einem Hort vol­ler hyper­ak­ti­ver Vier­jäh­ri­ger.

Fas­sen wir also den Arti­kel, mit dem „Bra­vo“ immer­hin drei Heft­sei­ten gefüllt gekriegt hat, noch ein­mal zusam­men: Sele­na Gomez war kürz­lich im Kran­ken­haus.

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It’s Only Pop (But I Like It)

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Film Gesellschaft

Ungesundes Merchandise

Ich habe es noch nicht geschafft, mir „High School Musi­cal 3“ anzu­se­hen (aber ich wer­de es, das ver­spre­che ich).

Ich möch­te Sie aber auf ein Inter­view auf­merk­sam machen, das NPR mit Ken­ny Orte­ga, dem Regis­seur der „High School Musical“-Filme, geführt hat.

Auf die Fra­ge, was er eigent­lich von die­sem gan­zen Mer­chan­di­se (Ruck­sä­cke, Bett­wä­sche, Schlüs­sel­an­hän­ger, Unter­wä­sche, you name it …) zu „High School Musi­cal“ hal­te, reagier­te er zunächst ein­mal mit einem lan­gen, nach­denk­li­chen Seuf­zer und sag­te dann:

Well, you know, that’s a tough one for me, you know. Tho­se are the folks that give us the money to make the movies. And I would just say that it’s, you know, the par­ents just have to like … be the ones in char­ge. Disney’s gon­na put out wha­te­ver they can put out. There’s a hun­ger for the mer­chan­di­se, but I also think that, you know, at a cer­tain point, it would be unhe­alt­hy to allow too much of it into an individual’s life.

Ich den­ke, mit die­ser Ein­stel­lung wird er sowohl Dis­ney, als auch so man­che Eltern ver­är­gert haben, die ihren Kin­dern erklä­ren müs­sen, war­um sie nicht auch noch die HSM-But­ter­brot­do­se haben kön­nen. Aber ich fin­de sei­ne Ein­stel­lung erfri­schend ehr­lich.

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Digital Gesellschaft

Ein schöner Rücken kann auch ein Skandal sein

„Sag mir, wer Miley Cyrus ist!“, gehör­te bis vor­ges­tern nicht zu den Fra­gen, die ich sofort hät­te beant­wor­ten kön­nen, wenn man mich um halb sechs mor­gens wach­ge­schüt­telt hät­te. Ich bin ein­fach zu alt, um „Han­nah Mon­ta­na“, die über­aus erfolg­rei­che TV-Serie vom Dis­ney Chan­nel, je gese­hen zu haben. Heu­te weiß ich natür­lich, wer Miley Cyrus ist, und Sie alle wer­den es auch wis­sen: sie ist die Haupt­per­son des neu­es­ten „Nackt­skan­dals“ in den USA.

Was war dies­mal gesche­hen? Annie Lei­bo­vitz, die ver­mut­lich bekann­tes­te und renom­mier­tes­te leben­de Foto­gra­fin der Welt, hat­te die 15jährige Ms. Cyrus für „Vani­ty Fair“ foto­gra­fiert – „oben ohne“, wie die Agen­tu­ren ver­mel­den, oder ana­to­misch kor­rekt: mit ent­blöß­tem Rücken. Das Foto dürf­te maxi­mal aus­rei­chen, bei Män­nern Beschüt­zer­instink­te zu wecken und dem Kind die eige­ne Jacke umzu­le­gen, aber es ent­fach­te einen „Skan­dal“, der zumin­dest in die­sem Monat sei­nes­glei­chen sucht.

Denn kaum war das Foto im Wer­be­spot für die Juni-Aus­ga­be von „Vani­ty Fair“ über die ame­ri­ka­ni­schen Bild­schir­me geflim­mert, empör­ten sich die ers­ten Eltern in Inter­net­fo­ren und Blogs:

It’s time that par­ents real­ly start thin­king serious­ly about the Sexua­liza­ti­on of Child­ren, and how mar­ket­ers are tar­ge­ting very young child­ren, caus­ing young girls and boys to grow up way too fast. The only way mar­ket­ers are going to be forced to stop sexua­li­zing child­ren is when par­ents final­ly stand up and say, “We’re not going to take it any­mo­re!”, and boy­cott stores that mar­ket this sort of smut to kids.

Für Dis­ney, wo man mit Miley Cyrus/​Hannah Mon­ta­na unfass­bar viel Geld ver­dient, war schnell klar, dass man reagie­ren muss­te. Man ent­schied sich des­halb zum Angriff auf „Vani­ty Fair“ und Annie Lei­bo­vitz:

A Dis­ney spo­kes­wo­man, Pat­ti McTeague, faul­ted Vani­ty Fair for the pho­to. “Unfort­u­na­te­ly, as the artic­le sug­gests, a situa­ti­on was crea­ted to deli­bera­te­ly mani­pu­la­te a 15-year-old in order to sell maga­zi­nes,” she said.

[New York Times]

Und Miley Cyrus, deren Eltern 1 beim Foto­shoot anwe­send waren, fühl­te sich plötz­lich ver­ra­ten und bereu­te alles:

“I took part in a pho­to shoot that was sup­po­sed to be ‘artis­tic’ and now, see­ing the pho­to­graphs and rea­ding the sto­ry, I feel so embar­ras­sed. I never inten­ded for any of this to hap­pen and I apo­lo­gi­ze to my fans who I care so deep­ly about.”

[eben­da]

Man hät­te ahnen kön­nen, dass zumin­dest ein Teil der ame­ri­ka­ni­schen Eltern­schaft den Welt­un­ter­gang her­auf­zie­hen sieht, wenn ein Vor­bild 2 ihrer Kin­der plötz­lich mit rot­be­mal­tem Mund und blo­ßem Rücken zu sehen ist. Inso­fern hat Jac Che­ba­to­ris nicht Unrecht, wenn er im Inter­net­auf­tritt von „News­week“ schreibt:

But her par­ents atten­ded and moni­to­red the shoot. And Miley hers­elf is by now well stee­ped in the maneu­verings of cele­bri­ty. Wit­ting or unwit­ting, she should have known bet­ter. And she plain­ly did not see the back­lash coming until too late.

Schon letz­te Woche hat­te es einen mit­tel­schwe­ren „Skan­dal“ gege­ben, als im Inter­net pri­va­te Fotos auf­tauch­ten, auf denen Miley Cyrus ihren BH und ihren nack­ten Bauch zeigt. (Hin­weis, 6. August 2008: Die­se Behaup­tung ist offen­bar völ­li­ger Unfug: In der „Huf­fing­ton Post“ war von einem „Cyrus look-ali­ke“ die Rede. Vie­len Dank an Jen für den Hin­weis.) Wie schon im ver­gan­ge­nen Jahr bei Vanes­sa Hud­gens (Star des ande­ren gro­ßen Dis­ney fran­chise „High School Musi­cal“) taten sich als­bald zwei Lager auf: der Piet­cong, der Image und Kar­rie­re sofort rui­niert sah, und das Blog­ger- und Kom­men­ta­to­ren­pack, das ange­sichts von Teen­agern, die auf pri­va­ten Fotos ihre Unter­wä­sche zei­gen, sofort von Por­no­kar­rie­ren zu sab­bern beginnt.

Bei­de Sei­ten ver­ken­nen: In Zei­ten von Digi­tal­ka­me­ras sind Teen­ager, die sich und ihren Kör­per foto­gra­fie­ren, unge­fähr so all­täg­lich wie Kat­zen­bil­der. Sind die­se Teen­ager dann auch noch pro­mi­nent, ist die Chan­ce, dass die Bil­der bin­nen Wochen­frist im Inter­net lan­den, immens hoch. Ver­mut­lich wird man zukünf­tig kei­nen ein­zi­gen Tee­nie-Star fin­den, von dem es kei­ne sol­chen Bil­der gibt. Die­ser Tat­sa­che müs­sen Eltern genau­so ins Auge bli­cken wie der Tat­sa­che, dass ihre eige­nen Kin­der dem ver­mut­lich in nichts nach­ste­hen wer­den. 3

Natür­lich ist die gan­ze Geschich­te von so immensem Nach­rich­ten­wert, dass sie auch im deut­schen Online­jour­na­lis­mus aus­führ­lich gewür­digt wer­den muss. Und zwar in der Net­zei­tung, bei bild.de, stern.de, welt.de, n‑tv.de, „Spie­gel Online“ und im News-Ticker von sueddeutsche.de.

Und bevor Sie sich jetzt wie­der über die „prü­den Amis“ aus­las­sen: der nächs­te „Nazi­skan­dal“ kommt bestimmt!

  1. Ihr Vater Bil­ly Ray Cyrus ist als Coun­try­ro­cker durch­aus Show­biz-erfah­ren.[]
  2. Und genau das dürf­te die­ses komi­sche Miley­/H­an­nah-Kon­strukt für vie­le sein.[]
  3. Gucken Sie jetzt bit­te nicht auf dem Com­pu­ter Ihres Kin­des nach.[]
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Klickbefehl (3): American Edition

Stars & Stripes in New York City

Ste­phen Col­bert will an der Wahl zum US-Prä­si­den­ten im kom­men­den Jahr teil­neh­men – wenn auch nur in South Caro­li­na. Und viel­leicht meint er es damit erns­ter, als man den­ken könn­te, erzählt die „New York Times“. Lus­ti­ger als der Robin-Wil­liams-Film „Man Of The Year“ zum glei­chen The­ma ist die Akti­on schon jetzt.

Der „San Fran­cis­co Chro­nic­le“ berich­tet über Hit­lers Glo­bus, der 62 Jah­re nach Kriegs­en­de in Oak­land auf­ge­taucht ist und im Novem­ber ver­stei­gert wer­den soll.

cracked.com stellt die 20 schlimms­ten Rei­me der Pop­mu­sik­ge­schich­te vor. Tho­se lucky Ame­ri­cans: Es ist kein „Herz“ /​ „Schmerz“ dabei. Dafür wer­den Sie über den „Sie­ger“ über­rascht sein.

Das Wich­tigs­te zum Schluss: Vanes­sa Hud­gens wur­de von Dis­ney gefeu­ert. Oder auch nicht. Oder doch. Oder auch nicht.

Mary-Kate Olsen spielt in der drit­ten Staf­fel der groß­ar­ti­gen TV-Serie „Weeds“ mit. Ihre ers­te gro­ße Sze­ne kann man sich hier anse­hen.

Spea­king of which: Ich habe mir am Sams­tag allen Erns­tes bei­de Tei­le von „High School Musi­cal“ auf Pro Sie­ben ange­se­hen, um die­se pop­kul­tu­rel­le Bil­dungs­lü­cke zu schlie­ßen. Ob ich dar­über jemals mehr als die­se Zei­len hier tip­pen wer­de, weiß ich aber noch nicht.

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Rundfunk Digital Gesellschaft

Wo die Maus die Locken hat

Ich bin der Mei­nung, wir hat­ten die­se Woche noch nicht genug Puber­täts- und Nacke­dei­con­tent. Das lässt sich aber ganz schnell ändern:

Letz­ten Frei­tag ver­öf­fent­lich­te „Spie­gel Online“ einen Arti­kel unter der Über­schrift „Wir­bel um Vanes­sa Hud­gens: Die Tee­nie­stars und das sehr pri­va­te Foto“. Wir­bel um mir per­sön­lich völ­lig unbe­kann­te Men­schen fin­de ich immer inter­es­sant und so erfuhr ich, dass Vanes­sa Hud­gens in dem pop­kul­tu­rel­len Ereig­nis unse­rer Zeit mit­ge­spielt hat, das völ­lig an mir vor­bei­ge­gan­gen ist: „High School Musi­cal“. Der „Wir­bel“ um das „sehr pri­va­te Foto“ bestand dar­in, dass im Inter­net ein Foto auf­ge­taucht war, das die 18jährige Schau­spie­le­rin unbe­klei­det zeigt. Eine Situa­ti­on, die einer nicht gera­de gerin­gen Zahl ihrer (nicht pro­mi­nen­ten) Alters­ge­nos­sin­nen eben­falls dro­hen könn­te.

Nun ist es ja sowie­so schon mal ein inter­es­san­ter Ansatz, über einen „US-Shoo­ting­star“ zu berich­ten, der 98% der eige­nen Ziel­grup­pe völ­lig unbe­kannt sein dürf­te. Noch cle­ve­rer ist natür­lich, im Inter­net über Nackt­fo­tos im Inter­net zu berich­ten – man muss die Bil­der ja nicht mal zei­gen oder ver­lin­ken, die Leser wer­den sie schon von ganz allei­ne fin­den. Und sie­he da: Jo, es gibt ein Nackt­fo­to, man kann es an vie­len Orten fin­den und es ist, um es vor­sich­tig aus­zu­drü­cken: unspek­ta­ku­lär. In Deutsch­land fin­det man das in jedem Bio­lo­gie­buch der ach­ten Klas­se und jede Woche in der „Bra­vo“, in den USA halt eher nur auf den Fest­plat­ten von Teen­agern und irgend­wann dann halt im Inter­net.1

Man kann den sonst aus­schlach­tungs­wü­ti­gen US-Medi­en noch nicht mal vor­wer­fen, sie hät­ten son­der­lich auf­brau­send über den Fall berich­tet. Miss Hud­gens ent­schul­dig­te sich für den Vor­fall (bzw. dafür, die Bil­der je ange­fer­tigt zu haben) und auch als das Gerücht die Run­de mach­te, sie habe die­se oder ähn­li­che Bil­der vor ein paar Jah­ren per E‑Mail an den (in Deutsch­land nun völ­lig unbe­kann­ten) Nickel­ode­on-Star Dra­ke Bell geschickt, sagt der Dis­ney Chan­nel in einer Erklä­rung nur:

„Vanes­sa has apo­lo­gi­zed for what was obvious­ly a lap­se in judgment. We hope she’s lear­ned a valuable les­son.“

„Spie­gel Online“, denen die Geschich­te wirk­lich am … äh: Her­zen lie­gen muss, schrieb ges­tern dann:

Soll­te Hud­gens ihre Rol­le wei­ter spie­len dür­fen, könn­te das Sau­ber­mann-Image des Kon­zerns Scha­den neh­men. Schließ­lich könn­ten, so spe­ku­liert das Blatt, wei­te­re ähn­li­che Bil­der auf­tau­chen. Die Alter­na­ti­ve wäre, die Aktri­ce aus der Show zu wer­fen. Doch dann müss­ten Mil­lio­nen Eltern in ganz Ame­ri­ka ihren Kin­dern erklä­ren, war­um ihr Lieb­ling nicht mehr im drit­ten Film mit­spielt – und das könn­te für Dis­ney ein noch grö­ße­res Desas­ter wer­den.

Es scheint also zumin­dest so, dass Dis­ney die Zug­kraft von Vanes­sa Hud­gens für das fran­chise höher ein­schätzt als die „ver­stö­ren­de Wir­kung“ der Bil­der. Das fin­det nicht nur der Blog­ger McCaf­fer­ty bemer­kens­wert:

With that, an enorm­ous scan­dal sim­ply eva­po­ra­ted. Dis­ney respon­ded in a matu­re and adult man­ner, and the rest of Hol­ly­wood said, “Oh…”

I just do not get it! Hol­ly­wood exe­cu­ti­ves beha­ving in a com­ple­te­ly civi­li­zed way. What is our world coming to?

If this type of beha­vi­or were to con­ti­nue, who knows what else might hap­pen or might have hap­pen­ed? Ima­gi­ne Geor­ge Bush in 2002–2003 tel­ling the nati­on that he real­ly wan­ted to inva­de Iraq, but his inspec­tors were not able to find wea­pons of mass des­truc­tion. Would Geor­ge real­ly have said, “Let’s avo­id a blood bath and spend our time fight­ing the real war on ter­ror.”

Nun kann man hin­ter der gan­zen Akti­on natür­lich einen geschick­ten PR-Schach­zug ver­mu­ten, denn immer­hin ken­nen Sie und ich nun Vanes­sa Hud­gens (mög­li­cher­wei­se sogar bes­ser, als uns lieb ist). Ande­rer­seits dürf­te der der­zei­ti­ge Aus­gang der Geschich­te so kaum zu erwar­ten und das Risi­ko des­halb enorm gewe­sen sein.

Die Eltern­ver­bän­de, die jetzt viel­leicht noch ein biss­chen ran­da­lie­ren wer­den, fal­len unter die Rubrik „Brauch­tum“ und ihre Mit­glie­der wären bes­ser bera­ten, ihren eige­nen Kin­dern ein paar Grund­re­geln in Sachen E‑Mail-Ver­sand von Fotos bei­zu­brin­gen.

Und falls Dis­ney sie doch noch raus­schmeißt: Vanes­sa Hud­gens soll ein Ange­bot über 500.000$ von „Girls Gone Wild“ vor­lie­gen.

1 Das Phä­no­men einer wach­sen­den Zahl jun­ger Leu­te, die Halb­nackt- oder Nackt­bil­der von sich selbst ins Inter­net stel­len, wer­de ich zu einem spä­te­ren Zeit­punkt zu behan­deln ver­su­chen.

Nach­trag 14. Sep­tem­ber: „Spie­gel Online“ hat an dem The­ma wirk­lich einen Nack­ten Nar­ren gefres­sen und bringt heu­te schon die drit­te Mel­dung über Vanes­sa Hud­gens: Sie habe ihren Auf­tritt in der Tonight Show mit Jay Leno abge­sagt.

Der Text kul­mi­niert in die­sem Absatz:

Hud­gens ist bereits die zwei­te Jung­schau­spie­le­rin, die in der jüngs­ten Ver­gan­gen­heit dem TV-Tal­ker Jay Leno einen Korb gege­ben hat. Erst im Juli hat­te sich Lind­say Lohan nach einer Trun­ken­heits­fahrt gewei­gert,
bei Leno auf­zu­tre­ten (mehr…).

Der arme Jay Leno …