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Musik Leben

Another Decade Under The Influence: 2012

This ent­ry is Teil 3 von 10 in the series Ano­ther Deca­de Under The Influence

2012. Ein WDR-Kame­ra­team in mei­ner Woh­nung, das mich für eine Repor­ta­ge über „Bild“ inter­viewt. Eine East-17-Auto­gramm­stun­de in einem Köl­ner Ein­kaufs­zen­trum. Viel auf Kon­zer­ten gewe­sen, viel im Schau­spiel­haus Bochum. Berg­werks­be­sich­ti­gung: Nach vier Gene­ra­tio­nen Berg­leu­ten über mir bin ich zum ers­ten und letz­ten Mal unter Tage. Man­che Freund­schaf­ten hal­ten län­ger, als man denkt. Mei­ne klei­ne Schwes­ter ver­lobt sich. Ein ESC in Baku und eine Bewer­bung für neue Auf­ga­ben. Ein Abend auf Ina Mül­lers Küchen­bank mit Ste­fan Nig­ge­mei­er und Mich­a­lis Pan­te­lou­ris. Baby, bit­te mach Dir nie mehr Sor­gen um Geld! Ein blink-182-Kon­zert, auf dem bei „All The Small Things“ die Welt ste­hen bleibt und sich danach in die ande­re Rich­tung wei­ter­dreht. Und wenn Du mich küsst /​ Schreibt Noel wie­der Songs für Liam. Ein toter Opa, den ich nicht kann­te. Ein Som­mer im Stadt­park und ein biss­chen in Ber­lin. Zehn Jah­re Grand Hotel van Cleef in Ham­burg mit allen, die zur Fami­lie gehö­ren. Die ers­te Geburts­tags­par­ty zuhau­se und die Geburts­stun­de des Insti­tuts für Apo­ka­lyp­ti­schen Schla­ger. „The Fault In Our Stars“, eines der beein­dru­ckends­ten Bücher, das ich je gele­sen habe. Ein Tages­aus­flug zum Bewer­bungs­ge­spräch nach Mün­chen. Schon wie­der so vie­le Aben­de in Knei­pen und WG-Küchen. Hearts from hell col­l­i­de /​ On fire’s high­way tonight /​ We drea­med it, now we know. Der Welt­un­ter­gang fällt (vor­erst) aus, aber etwas Neu­es beginnt. Nicht, was man emp­fin­det /​ Es ist das, was man tut.

Ein Jahr, in dem alles gleich­zei­tig statt­fand, und das sich anfühl­te wie ein Leben: lang, laut, bunt, lus­tig, trau­rig, zwi­schen Pau­se­tas­te, Vor- und Zurück­spu­len. I need time to stop moving /​ I need time to stay use­l­ess. Ein Jahr vol­ler Musik, mit der wei­tes­ten Anrei­se zu einem Kon­zert ever: Um das 13 Jah­re alte Trau­ma eines ver­pass­ten Kon­zerts zu über­win­den, flie­ge ich bis nach Man­ches­ter, um Ben Folds Five end­lich live zu sehen. Fresh white snow for miles /​ Every foot­step will be mine.

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Leben

Another Decade Under The Influence: 2011

This ent­ry is Teil 2 von 10 in the series Ano­ther Deca­de Under The Influence

2011. Wie vie­le Par­tys kann man in die ers­ten Wochen eines Jah­res packen? Wir bekom­men einen Preis fürs Oslog. Flo­ri­an Oster­tag und ich sin­gen „Human“ von den Kil­lers VOR einer Köl­ner Karao­ke-Bar. Ich arbei­te als Autor bei der ECHO-Ver­lei­hung (mit Ina Mül­ler, Joko Win­ter­scheidt, Gary Bar­low und Ste­fan Nig­ge­mei­er). Nein, Omi, die Täto­wie­rung hat nicht weh­ge­tan! Ein ESC in Düs­sel­dorf, einer Stadt, die das möch­te. Ste­fan sagt, wir haben den geils­ten Job der Welt. Zwei Rele­ga­ti­ons­spie­le, die ich am Liebs­ten gar nicht ange­schaut hät­te. So vie­le Aben­de hin­ter den CD-Spie­lern und vor den Boxen. Eine Jah­res­mit­glied­schaft im Fit­ness-Stu­dio (und ich bin tat­säch­lich regel­mä­ßig hin­ge­gan­gen). Ein Hald­ern Pop, bei dem ich irgend­wann gefah­ren bin, weil ich’s nicht mehr ertra­gen habe. Freund­schaf­ten kom­men, Freund­schaf­ten gehen. My pri­va­te life is an insi­de joke /​ No one will explain it to me. Auf drei Hoch­zei­ten gewe­sen, auf kei­ner getanzt. Mein ers­ter rich­ti­ger Urlaub als Erwach­se­ner, so mit Flug und Hotel und so! Eine Rei­se­ta­sche vol­ler CDs. Jour­na­lis­ten möch­ten mit mir über den Bun­des­prä­si­den­ten spre­chen. Eins­li­ve-Kro­ne mit After­show-Par­ty. I wan­na wring it out /​ Every oun­ce /​ I wan­na do the right thing, when the right thing counts. Ein Jahr, das immer noch Voll­gas war, aber in dem ich den Fahrt­wind kaum noch gespürt habe. Alles jud­gen, alles umar­men — manch­mal gleich­zei­tig. Ein Jahr zum Ver­ges­sen (und tat­säch­lich muss­te ich mir das Aller­meis­te erst wie­der anle­sen), aber Ste­fan sag­te: „2011, Lukas, war das Jahr, wo Du Lena end­lich Dein Mix­tape gege­ben hast; wo Du mit Lena und mit Ina Mül­ler gesun­gen hast, …“ — den Rest hab ich dann wie­der ver­ges­sen, aber der Satz hat damals sehr gehol­fen.

Und dann war das natür­lich das Jahr, wo ich im star­ken schot­ti­schen Wind stand, an Tra­vis dach­te und fand: „Das hier gera­de jetzt ist schon ganz schön gut!“

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Musik Leben Gesellschaft

Another Decade Under The Influence: 2010

This ent­ry is Teil 1 von 10 in the series Ano­ther Deca­de Under The Influence

Heu­te in zehn Wochen ist Sil­ves­ter — und mit dem Jahr endet auch das Jahr­zehnt. Vor zehn Jah­ren habe ich das zum Anlass genom­men, hier im Blog eine zehn­tei­li­ge Serie zu ver­öf­fent­li­chen, in der ich sehr, sehr läng­lich auf jedes ein­zel­ne Jahr, sei­ne pop­kul­tu­rel­len und per­sön­li­chen Momen­te zurück­ge­blickt habe. Ich hab nicht mehr so viel Zeit und Ner­ven, 10.000 Zei­chen zu ver­bal­lern, Ihr nicht mehr die Zeit und Auf­merk­sam­keits­span­ne, das zu kon­su­mie­ren – also gibt’s für jedes Jahr ein Foto und ein paar Stich­wor­te. Say hel­lo to #ano­ther­de­ca­de­un­dertheinfluence!

2010. Mei­ne ers­te Woh­nung, ganz für mich allein. Eine unglaub­lich auf­wen­di­ge Reno­vie­rung (mein Papa hat mal eben neu­en Est­rich gegos­sen, bevor wir den Fuß­bo­den ver­legt haben) und das Gefühl, end­lich wie­der ein Zuhau­se zu haben. So vie­le neue Freund*innen, so vie­le gute Gesprä­che, so vie­le Aben­de (und Näch­te) im Frei­beu­ter (wo ich nur in die­sem Jahr, grob über­schla­gen, einen vier­stel­li­gen Betrag zurück­ge­las­sen, aber immer­hin meh­re­re Musik­quiz­ze gewon­nen habe). Zwei Win­ter wie auf Hoth und ein con­s­truc­ti­ve sum­mer. Ein legen­dä­res Hald­ern-Fes­ti­val, eine kaum min­der legen­dä­re Geburts­tags­fei­er, bei der die Leu­te auf den Tischen getanzt haben, bevor sie umfie­len. (Die Tische. Und die Leu­te. Natür­lich alles im Frei­beu­ter.) Ein Kul­tur­haupt­stadt­jahr mit gesperr­ter A40 und Love­pa­ra­de-Kata­stro­phe. Knut­schen und Rau­chen. Mei­ne ers­ten Ein­sät­ze als DJ (die Leu­te ham getanzt, die Leu­te ham geschrien). Dienst­rei­sen nach Oslo (mit Ste­fan Nig­ge­mei­er und Lena Mey­er-Land­rut), Lon­don (mit mei­nem Onkel Tho­mas) und Rom. Mein neu­er Job als BILD­blog-Chef­re­dak­teur mit Auf­trit­ten im Fern­se­hen und Radio. Ein Jahr mit durch­ge­tre­te­nem Gas­pe­dal (und das, obwohl ich, haha­ha, ver­mut­lich nicht mehr als 300 Kilo­me­ter mit dem Auto zurück­ge­legt habe) und exqui­si­tem Sound­track. And my head told my heart /​ Let love grow /​ But my heart told my head /​ This time no /​ This time no. You’­re a beau­tiful girl and you’­re a pret­ty good wai­tress /​ But Jes­se I don’t think I’m the guy. Hal­lo, ich bin Lukas, 27, ich kom­me aus Bochum und das ist mein soge­nann­tes Leben. Ein Jahr, in dem selbst die lei­sen Momen­te laut waren. Da ist es gut, wenn man einen Platz hat, an den man sich zurück­zie­hen kann (zum Schla­fen und zum Arbei­ten, denn was hab ich da wohl sonst noch gemacht?), und an dem einen kei­ne Mit­be­woh­ner stö­ren. End­lich wie­der ein Zuhau­se, end­lich ange­kom­men und sofort auf­ge­bro­chen ins Leben.

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Die­se Serie läuft par­al­lel hier im Blog und auf Insta­gram.

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Digital Politik Gesellschaft

Lucky & Fred: Episode 28

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Im Ber­li­ner Pfef­fer­berg Thea­ter hat sich ein illus­tres Publi­kum ein­ge­fun­den um zwei Tru­ckern aus dem Ruhr­ge­biet zuzu­hö­ren: Lucky und Fred ver­han­deln in gewohn­ter Pod­cast-Manier die aktu­el­le Welt­la­ge von Tem­po­li­mit bis Mei­nungs­frei­heit, vom Brexit bis zum gro­ßen Daten­klau.

Mit ihrem Spe­cial Guest Ste­fan Nig­ge­mei­er spre­chen die bei­den über die Lage des Jour­na­lis­mus in Deutsch­land — und natür­lich über das, was dann doch nicht so schlecht war.

Ein ver­gnüg­li­cher Abend, ein­ge­dampft auf 73 Minu­ten.

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Musik Rundfunk

Peter Urban FAQ

Heu­te Abend ist es wie­der soweit: Mit der Aus­strah­lung des 1. Halb­fi­nals (21 Uhr, One) beginnt auch im Fern­se­hen der Euro­vi­si­on Song Con­test 2018.

Der Blick aus der deutschen Sprecherkabine beim ESC 2018.

Ich sit­ze jetzt das sechs­te Jahr in Fol­ge neben Peter Urban in der deut­schen Spre­cher­ka­bi­ne und assis­tie­re ihm bei den Vor­be­rei­tun­gen und wäh­rend der Sen­dung. Und weil in den letz­ten Jah­ren auf den diver­sen Social-Media-Platt­for­men ver­schie­de­ne Fra­gen immer wie­der gestellt wur­den, habe ich die­se ein­fach mal gesam­melt und beant­wor­tet.

Good evening, Euro­pe! Here are the results for the Peter Urban FAQ:

Was macht Peter Urban den Rest des Jah­res?
Er mode­riert die Musik­sen­dung „NDR 2 Sound­check — Die Peter-Urban Show“ und hat als pen­sio­nier­ter Redak­teur viel Tages­frei­zeit

Wann geht Peter Urban in Ren­te?
Am 26. Juni 2013 wur­de Peter beim NDR offi­zi­ell in den Ruhe­stand ver­ab­schie­det. Seit­dem ist er als frei­er Mit­ar­bei­ter wei­ter für den Sen­der tätig, mode­riert sei­ne Radio­sen­dun­gen und kom­men­tiert den ESC.

Was weiß Peter Urban über­haupt von Musik?
Nun: Er hat sei­ne Dok­tor­ar­beit über Tex­te in der Rock­mu­sik ver­fasst („Rol­len­de Wor­te – Die Poe­sie des Rock“, Fischer Taschen­buch Ver­lag Frank­furt, 1979), arbei­tet seit mehr als 50 Jah­ren als Musik­jour­na­list und spielt seit 40 Jah­ren in der Band Bad News Reuni­on.

Liest Peter Urban auf Twit­ter mit?
Nein. Wäh­rend der Show hat er für sowas gar kei­ne Zeit. Aller­dings twit­te­re ich auf mei­nem Account live aus der deut­schen Spre­cher­ka­bi­ne und wer­fe dabei auch ein Auge auf ande­re Tweets.
Wenn Peter Urban etwas Ähn­li­ches sagt, wie gera­de jemand auf Twit­ter geschrie­ben hat, ist das Zufall: man­che Kom­men­ta­re sind eben nahe­lie­gend, Peters sind aber schon Stun­den vor der Live­show auf­ge­schrie­ben.

Hat Peter Urban einen Twit­ter-Account?
Jah­re­lang muss­te ich die­se Fra­ge mit „Nein“ beant­wor­ten, aber seit ein paar Wochen ist es end­lich soweit: Peter Urban twit­tert! Und er ist auf Insta­gram! (Aller­dings ist er wäh­rend der Shows natür­lich beschäf­tigt.)

Nach­trag, 10. Mai:

Kann Peter Urban nicht mal die Klap­pe hal­ten?
Was ist das denn für ’ne Fra­ge? Aber wenn Sie die Sen­dun­gen ohne Kom­men­tar ver­fol­gen wol­len, kön­nen Sie das z.B. auf eurovision.de oder eurovision.tv tun. (Ja, das ist schwer zu fin­den, so ver­steckt auf den offi­zi­el­len Web­sei­ten, aber: Ent­schul­di­gung, Sie sind doch hier im Inter­net!)

Was macht Peter Urban an den ande­ren 364 Tagen im Jahr?
s.o.
Aller­dings ist Peter beim ESC auch län­ger als einen Tag im Ein­satz: Es gibt allei­ne drei Live­shows, zu denen es jeweils auch einen Tag vol­ler Pro­ben gibt. Und dann reist Peter schon frü­her mit der deut­schen Dele­ga­ti­on an, um die Pro­ben des deut­schen Acts (wie­der­um an zwei Tagen) zu sehen und Pres­se­ter­mi­ne wahr­zu­neh­men.

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Musik

Beim Heimwerken von den Esten lernen

Viel­leicht erin­nern Sie sich ja noch an den ESC 2011 in Düs­sel­dorf und an die est­ni­sche Teil­neh­me­rin:

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Get­ter Jaa­ni hat in die­sem Jahr einen Ver­trag mit Uni­ver­sal Music Bal­tics unter­schrie­ben und die­ser nord­eu­ro­päi­sche Außen­pos­ten der letz­ten größ­ten Plat­ten­fir­ma der Welt hat offen­bar Grö­ße­res vor.

Die ers­te Ver­öf­fent­li­chung war im Som­mer die Sin­gle „Some­thing Good“, zu der es jetzt auch ein Video gibt:

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Ich mag den Song: Die Stro­phen ver­spre­chen ein biss­chen mehr, als der Refrain dann ein­lö­sen kann, aber es klingt abso­lut zeit­ge­mäß und nur ein biss­chen wie ein Lied, das Tay­lor Swift und Sele­na Gomez dan­kend abge­lehnt haben.

Das Video lässt mich aller­dings etwas rät­selnd zurück: Erle­ben die jun­gen Zuschau­er über­haupt noch den Anfang des Songs, wenn davor erst mal 35 Sekun­den nichts pas­siert? Ist dies das ers­te Musik­vi­deo, des­sen Sto­ry­board aus­schließ­lich aus dem Pin­te­rest-Board „Alt­bau­woh­nung in 20 Minu­ten selbst sanie­ren, damit sie voll hyg­ge aus­sieht“ bestand? Sehen Musik­vi­de­os im Jahr 2017 wirk­lich aus wie Insta­gram-Ver­sio­nen eines Wer­be­spots für Bau­spar­kas­sen? Und, apro­pos Wer­be­spot: Get­ter Jaa­ni hat offen­sicht­lich einen Deal mit Nike – aber auch mit Chi­qui­ta? War der Sport­ar­ti­kel­her­stel­ler am Ende schlecht bera­ten, Turn­schu­he für ein paar Hun­dert Euro geschickt zu haben, wäh­rend der Bana­nen-Händ­ler ein­fach nur durch den Umstand, dass man sei­ne Kar­tons auch wahn­sin­nig gut für Umzü­ge zweck­ent­frem­den kann, fast die glei­che air time bekommt?

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Politik Gesellschaft

Lucky & Fred: Episode 12

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Bei einer Packung bel­gi­scher Zucker­waf­feln bespre­chen Lucky & Fred die The­men der ver­gan­ge­nen Wochen. Es geht um ein­ge­wan­der­te Extre­mis­ten, Live-Jour­na­lis­mus, die Pana­ma Papers und die Fra­ge, war­um die Tür­kei der legi­ti­me Nach­fol­ger von Edmund Stoi­ber ist. Dann gilt es wie­der Abschied zu neh­men von Ver­stor­be­nen und die bei­den ver­ra­ten vor­ab ihre letz­ten Wor­te.

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Musik

Song des Tages: Udo Jürgens – Tausend Jahre sind ein Tag

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1000 Jah­re sind ein Tag

by Ghost­ri­de­rin

Zum ers­ten Mal gehört: So ca. 1989/​90, als Titel­mu­sik der gran­dio­sen Zei­chen­trick­se­rie „Es war ein­mal der Mensch“.

Wer musi­ziert da? Udo Jür­gens. ESC-Sie­ger von 1966 („Mer­ci Che­rie“) und eine der weni­gen ech­ten Legen­den, die das deutsch­spra­chi­ge Musik­ge­schäft so her­gibt. Ein Mann, der noch Ansprü­che an sich und sei­ne Kol­le­gen stell­te und ver­meint­li­che Karao­ke- und Par­ty­hits wie „Grie­chi­scher Wein“ und „Ich war noch nie­mals in New York“ schrieb, die unter der bun­ten Mit­gröli­zi­tät bewe­gen­de gro­ße Psy­cho­gram­me des Klein­bür­gers sind. Heu­te wird er 80 und eine der bes­ten Lob­prei­sun­gen kommt von Franz Josef Wag­ner.

War­um gefällt mir das? Natür­lich zunächst mal wegen der Kind­heits­er­in­ne­run­gen. Aber das ist auch ein­fach ein famo­ser Song! Da ist zunächst mal die­ser Kla­vier­sound, der auch aus einer aktu­el­len Cold­play-Num­mer stam­men könn­te. Dann die­se mini­mal vom Zeit­geist (der Song wur­de 1979 auf­ge­nom­men) beein­fluss­te Pro­duk­ti­on und dann natür­lich der Text: „Jo, Kin­der, die Welt geht unter. Sor­ry, unser Feh­ler!“ Wie er auch mit jeder neu­en Stro­phe die Wor­te („Good­will“! „Over­kill“!) immer mehr aus­spuckt!
Jür­gens‘ Song ist ein Mus­ter­bei­spiel des Apo­ka­lyp­ti­schen Schla­gers, zu dem auch „Mein Freund der Baum“ von Alex­an­dra (1968) oder „Jen­seits von Eden“ von Nino de Ange­lo (1983) zäh­len – und auf ’ne Art auch Nico­les ESC-Sie­ger­ti­tel „Ein biss­chen Frie­den“.

[Alle Songs des Tages — auch als Spo­ti­fy-Play­list]

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Musik Digital

Programmhinweis: Bloggenhagen

Ich bin heu­te Mor­gen um 4.50 Uhr auf­ge­stan­den und nach Kopen­ha­gen geflo­gen. Was ich da so erlebt habe und – vor allem – was ich dort in den nächs­ten Tagen als Mit­glied der deut­schen Dele­ga­ti­on beim Euro­vi­si­on Song Con­test erle­ben wer­de, kön­nen Sie in mei­nem klei­nen Video­ta­ge­buch sehen, das ich täg­lich für eurovision.de pro­du­zie­re:

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Mor­gen sind dann – wie­der zu einer etwas unchrist­li­chen Zeit – die ers­ten Pro­ben von Elai­za, am Abend gibt es die tra­di­tio­nel­le Wel­co­me Recep­ti­on, die auch immer ein ganz beson­de­res Ereig­nis ist. Nur, dass Ste­fan dies­mal nicht mit dabei sein wird (und Lena Mey­er-Land­rut und Dirk Elbers auch nicht).

Alle Fol­gen fin­den Sie auf You­Tube, außer­dem pos­te ich bei Twit­ter unter @eurovisionde wei­te­re Ein­drü­cke von hin­ter den Kulis­sen.

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Politik Gesellschaft

Lucky & Fred: Episode 3

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In der April-Aus­ga­be von Lucky & Fred ver­glei­chen wir Franz Josef Wag­ner mit Wolf­gang Schäub­le und Ger­hard Schrö­der mit den ande­ren deut­schen Kanz­lern. Wir spe­ku­lie­ren über eine Welt ohne 11. Sep­tem­ber, spre­chen über unse­re aka­de­mi­schen Lauf­bah­nen und Streik-Erin­ne­run­gen und lie­fern Euch die defi­ni­ti­ve Esels­brü­cke zur Zeit­um­stel­lung.
Außer­dem gibt es eine klei­ne ESC-Vor­schau, eine Art Rei­se­füh­rer Ruhr­ge­biet und irgend­was mit Tas­sen.

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Musik

Opa erzählt vom Rock

Ich hab mir neu­lich ein Stück mei­ner Jugend gekauft, für 1,59 Euro im Gebraucht­wa­ren­be­reich von Ama­zon:

Myballoon (Symbolbild).

Mybal­loon müs­sen irgend­wann im Jahr 2000 oder 2001 mei­ne Auf­merk­sam­keit erregt haben, als ihr Debüt­al­bum „Per­fect View“ in der „Neuheiten“-Sektion der Dins­la­ke­ner Stadt­bi­blio­thek stand – damals mei­ne Haupt­quel­le für neue Musik, die über mein Taschen­geld­bud­get hin­aus­ging. Sie­ben, acht Songs von „Per­fect View“ fan­den ihren Weg in mei­ne MP3-Samm­lung (für gan­ze Alben war der Spei­cher­platz damals noch zu teu­er), wobei ihr „Hit“ „On My Way“ nicht dabei war, wie ich gera­de bei der Wiki­pe­dia-Lek­tü­re amü­siert fest­ge­stellt habe. Aber dafür Songs wie „Never Let You Go“, „Come Around“, „Gre­at Big Days“ und vor allem „Hap­py“, die auf etli­chen Mix­tapes (für mich und ande­re) lan­de­ten und mich so durch Ober­stu­fe und Zivil­dienst beglei­te­ten. Im Som­mer 2003, als die Finanz­not der Kom­mu­nen noch nicht ganz so offen­sicht­lich war, spiel­ten Mybal­loon gar bei frei­em Ein­tritt vor ca. 50 Besu­chern auf dem Dins­la­ke­ner Stadt­fest.

Es war die­ser Sound, wie es ihn damals tau­send­fach gab: Hym­ni­sche Pop­songs mit ein biss­chen Schmiss in der Instru­men­tie­rung, aber auch brei­ten Key­board­flä­chen und Chö­ren im Hin­ter­grund, mit etwas Melan­cho­lie und einem biss­chen Pathos und mit eher ega­len Tex­ten. Es war die gute alte Zeit von Viva Zwei und „Visi­ons“, von Bands wie Goo Goo Dolls, Third Eye Blind, Fee­der, 3 Colours Red oder Vega4. In Deutsch­land gab es Bands wie Rea­dy­ma­de und Miles und – die Wenigs­ten wer­den sich erin­nern – Uncle Ho, Heyday, Hyper­child (Sän­ger: Axel Bos­se), Re!nvented und – zu einem gewis­sen Grad – Rea­m­onn.

Sol­che Musik wird heu­te nicht mehr gemacht. Das Hym­ni­sche ist an vie­len Stel­len dem Wei­ner­li­chen gewi­chen, die E‑Gitarren wur­den aus­ge­stöp­selt und die Key­boards und Syn­the­si­zer wer­den heu­te anders­wo ein­ge­setzt. Eine Zeit­lang klan­gen alle neu­en Bands wie Franz Fer­di­nand und/​oder The Strokes, dann fin­gen jun­ge deut­sche Musi­ker alle­samt an, in ihrer Mut­ter­spra­che zu sin­gen.

Wel­che deut­schen Bands sin­gen denn heu­te noch auf Eng­lisch? Wenn wir die Scor­pi­ons und The Boss Hoss mal außen vor las­sen, sind die Beat­steaks die größ­te unter ihnen, dann kom­men die Dono­ts, dann viel­leicht irgend­wann Slut – alle sind sie seit über 15 Jah­ren dabei, der Nach­wuchs ist nie nach­ge­wach­sen. Die letz­te eng­lisch­spra­chi­ge Band aus Deutsch­land, an die ich mich erin­nern kann, waren Oh, Napo­le­on. Kei­ne Ahnung, was aus denen gewor­den ist, aber der Schlag­zeu­ger hat gera­de sein Solo­de­büt ver­öf­fent­licht – auf Deutsch, natür­lich. Da wirkt die Fra­ge, war­um Deutsch­land beim Euro­vi­si­on Song Con­test eigent­lich immer nur auf Eng­lisch sin­ge, plötz­lich gar nicht mehr so bescheu­ert.

Aber zurück zu Mybal­loon: „Per­fect View“ ist nach heu­ti­gen Maß­stä­ben natür­lich kein dol­les Album – das war es ver­mut­lich nicht mal bei sei­nem Erschei­nen vor 13 Jah­ren. Aber die Songs, die ich damals gehört habe und deren Klang sich unum­kehr­bar mit dem Ein­druck von Son­nen­un­ter­gän­gen am Rhein und dem Geschmack von OhmeinGott­zwin­gen­Sie­mich­nicht­mi­chan­den­Na­men­die­ser­Ge­trän­ke­zuerin­nern ver­knüpft hat, die leuch­ten immer noch vor sich hin. Für 1,59 Euro jetzt auch in mei­nem Regal (zzgl. drei Euro Ver­sand­kos­ten).

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Film Musik

Die besten James-Bond-Songs aller Zeiten

Am Don­ners­tag läuft „Sky­fall“, der 23. und neu­es­te James-Bond-Film, in den deut­schen Kinos an. Da es die Rei­he die­ses Jahr seit 50 Jah­ren gibt, ich seit 17 Jah­ren Fan bin und mich ver­gan­ge­ne Woche auf ein Musik­quiz zum The­ma vor­be­rei­tet habe, hal­te ich es für einen guten Zeit­punkt, Ihnen mei­ne ganz per­sön­li­che Rang­lis­te der bes­ten James-Bond-Songs aller Zei­ten zu prä­sen­tie­ren.

Das ist nicht ganz ein­fach: Geschmä­cker ändern sich über die Jah­re, wir ver­glei­chen hier Songs aus der Zeit, als die Beat­les ihre Kar­rie­re began­nen, mit wel­chen aus dem Zeit­al­ter von Lady Gaga und Jus­tin Bie­ber. Aber letzt­end­lich geht es ja dar­um, was mir im Jahr 2012 gefällt und was nicht.

Bei der Aus­wahl habe ich mich auf die Songs der 23 offi­zi­el­len Fil­me von Eon Pro­duc­tions der Fami­lie Broc­co­li kon­zen­triert und die min­des­tens zwei inof­fi­zi­el­len Bond-Fil­me („Casi­no Roya­le“ von 1967 und „Sag nie­mals nie“ von 1983) außen vor gelas­sen. Dass die Lis­te trotz­dem 25 Songs umfasst, liegt dar­an, dass es eini­ge Fil­me mit je zwei Songs gab.

Aber das wer­den Sie ja jetzt sehen und hören:

25. Shee­na Eas­ton – For Your Eyes Only („In gehei­mer Mis­si­on“, 1981)
Los geht’s mit einem Song, der nicht „für einen James-Bond-Song schlecht“, son­dern auch all­ge­mein­gül­tig schlecht ist. Ein Schmacht­fet­zen, der sei­nen natür­li­chen Lebens­raum erst 1989 erreich­te, als er auf „Kuschel­rock 3“ ver­ewigt wur­de (als bis­her ein­zi­ger Bond-Song über­haupt), und der auch dann noch ster­bens­lang­wei­lig gewe­sen wäre, wenn die Inter­pre­tin eine Stim­me gehabt hät­te. Schnell wei­ter!

24. Rita Coo­lidge – All Time High („Octo­pus­sy“, 1983)
Es war, wie wir noch sehen wer­den, nicht alles schlecht unter Roger Moo­re, aber gut waren die Songs in der mitt­le­ren Pha­se jetzt auch nicht. Wobei „All Time High“ wenigs­tens Poten­ti­al hat­te, wie die Ver­si­on beweist, die David Arnold mit Pulp (die übri­gens erfolg­los am Ideen­wett­be­werb für „Tomor­row Never Dies“ teil­ge­nom­men hat­ten) auf­ge­nom­men hat.

23. Gla­dys Knight – Licence To Kill („Lizenz zum Töten“, 1989)
Und noch ein Schmalz­schla­ger vom Fließ­band, der – gemein­sam mit Pat­ti LaBel­les „If You Asked Me To“ – den Film zu einem musi­ka­li­schen Total­aus­fall wer­den lässt und fast alles ver­eint, was in den Acht­zi­ger Jah­ren musi­ka­lisch falsch gelau­fen ist. Der Song beweist gleich­zei­tig, dass sich nicht jeder Titel eines James-Bond-Films auch ohne wei­te­res in den Text eines Pop­songs ein­flech­ten lässt („I Got a licence to kill /​ And you know I’m going straight for your heart /​ Got a licence to kill /​ Anyo­ne who tri­es to tear us apart“?!?). Und dann ist es mit 5:15 Minu­ten auch noch der längs­te von allen …

22. Car­ly Simon – Nobo­dy Does It Bet­ter („Der Spi­on, der mich lieb­te“, 1977)
Ach Gott, ja. Nicht wirk­lich schlimm wie „For Your Eyes Only“, aber doch ein arg belang­lo­ser Song einer ansons­ten ver­dien­ten Sän­ge­rin. Man merkt, dass Abba damals die Welt beherrsch­ten. Wenn die Strei­cher und Blä­ser nicht so arg chee­sy wären, hät­te das „Baby, you’­re the best“-Finale durch­aus ein schö­ner Moment wer­den kön­nen.

21. Madon­na – Die Ano­ther Day („Stirb an einem ande­ren Tag“, 2002)
Zum 40. Geburts­tag der Rei­he und zum 20. Film woll­ten sich die Pro­du­zen­ten mal rich­tig was gön­nen: Oscar-Preis­trä­ge­rin Hal­le Ber­ry als Bond-Girl, ganz vie­le Quer­ver­wei­se auf die Vor­gän­ger und ein Titel­song von Madon­na soll­ten es sein. Das Posi­tivs­te, was man über den Titel­song sagen kann, ist, dass er „defi­ni­tiv mal was ande­res“ war – und auf eine Art „Toxic“ von Brit­ney Spears vor­weg­nahm. Der Film ist eine an sei­nen eige­nen Digi­tal­ef­fek­ten ersti­cken­de Kata­stro­phe, nach der sich Eon völ­lig zurecht zu einem kom­plet­ten Reboot der Serie ent­schloss. Die bes­te Stel­le ist, wenn Pier­ce Bros­nan zu den Klän­gen von „Lon­don Cal­ling“ von The Clash nach Eng­land fliegt.

20. Lulu – The Man With The Gol­den Gun („Der Mann mit dem gol­de­nen Colt“, 1974)
Eine auch 1974 schon rüh­rend alt­mo­di­sche Idee, die Geschich­te des Films qua­si im Song­text zu erzäh­len. Aber die Blä­ser sind durch­aus Bond-wür­dig. Fun fact: Lulu ist die ein­zi­ge Inter­pre­tin, die sowohl einen Bond-Titel­song gesun­gen als auch den Euro­vi­si­on Song Con­test gewon­nen hat.

19. Chris Cor­nell – You Know My Name („Casi­no Roya­le“, 2006)
Wuss­ten Sie, dass Ali­ce Coo­per („The Man With The Gol­den Gun“) und Blon­die („For Your Eyes Only“) eige­ne Bond-Songs geschrie­ben hat­ten, die dann nicht ver­wen­det wur­den? Ich schrei­be das, weil ich ger­ne was über ver­dien­te Rock­mu­si­ker erzäh­len möch­te, ohne mich die­sem Lied stel­len zu müs­sen. Chris Cor­nell, der pein­lichs­te Über­le­ben­de des Seat­tle-Grunge von vor 20 Jah­ren, mit einem wahn­sin­nig bana­len Song, den ein­zig das Riff mit einem James-Bond-Song ver­bin­det. Ja, es ist „anders“ und „irgend­wie modern“, ohne gleich das Madon­na-Desas­ter zu wie­der­ho­len, aber der Song (und der irgend­wie unrund wir­ken­de Vor­spann) ist der Tief­punkt des ansons­ten wahn­sin­nig guten ers­ten Dani­el-Craig-Films.

18. Sheryl Crow – Tomor­row Never Dies („Der Mor­gen stirbt nie“, 1997)
Als David Arnold Haus­kom­po­nist der Serie wur­de, gab es eine Art Aus­schrei­bung für den Titel­song zu Pier­ce Brosn­ans zwei­tem Bond-Film, an der sich unter ande­rem Pulp, Saint Eti­en­ne, Marc Almond, die Car­di­gans und Space betei­lig­ten. Dass es aus­ge­rech­net Sheryl Crow wur­de, ist ver­mut­lich ein­zig und allein ihrem Welt-Hit „All I Wan­na Do“ von 1994 geschul­det. Im Grun­de ver­eint der Song alles, was man für einen ordent­li­chen Bond-Titel­song braucht, aber er bleibt doch selt­sam blut­leer, fällt aber immer­hin nicht nega­tiv auf.

17. Lou­is Arm­strong – We Have All The Time In The World („Im Geheim­dienst Ihrer Majes­tät“, 1969)
Ja, Lou­is Arm­strong, der ers­te fahr­rad­fah­ren­de Trom­pe­ter auf dem Mond. Eine Legen­de. Und ein völ­lig okay­er Song, der streng genom­men nur die Num­mer 2 im Film ist. Und doch: Was soll denn das?

16. Shir­ley Bas­sey – Moon­ra­ker („Moon­ra­ker“, 1979)
Da ist sie end­lich: Shir­ley Bas­sey, die gro­ße (inzwi­schen) alte Dame des Bond-Titel­songs. Auf den Euro­vi­si­on Song Con­test umge­rech­net wäre sie so etwas wie Lys Assia, Vicky Lean­dros, Caro­la, Fri­da & Agne­tha und Lena zusam­men. Wer drei Bond-Songs gesun­gen hat (und bei min­des­tens zwei wei­te­ren Fil­men zumin­dest auf dem Zet­tel stand), muss aller­dings auch damit leben kön­nen, wenn einer davon auf Platz 16 lan­det, auch wenn es an ihm eigent­lich gar nichts aus­zu­set­zen gibt.

15. Ade­le – Sky­fall („Sky­fall“, 2012)
Das ist jetzt ein biss­chen unfair: Der Song ist neu, ich habe den Film noch nicht gese­hen und weiß nicht, wie das Lied im Vor­spann wirkt. Ade­le macht das durch­aus gut, obwohl ich mir ein biss­chen mehr von dem knal­li­gen „Rol­ling In The Deep“-Sound gewünscht hät­te, und der Song ist nach den bei­den rocki­gen Vor­gän­gern wie­der klas­si­scher Bond. Tat­säch­lich gibt es vor allem einen Grund dafür, dass er so weit hin­ten in die­ser Lis­te auf­taucht: die ande­ren Songs sind ein­fach bes­ser.

14. Matt Mon­ro – From Rus­sia With Love („Lie­bes­grü­ße aus Mos­kau“, 1963)
Der ers­te Bond-Song im eigent­li­chen Sin­ne, weil „Dr. No“ ja kei­nen gesun­ge­nen Titel­song hat­te. Mit 49 Jah­ren Abstand ist es schwer zu sagen, ob der Song damals cool und modern oder doch eher bie­der war. Der kal­te Krieg war damals auf sei­nem Höhe­punkt und Istan­bul, wo Tei­le des Films spie­len, war für die meis­ten Kino­gän­ger ein völ­lig exo­ti­scher Ort und kein Ziel für einen Wochen­end­trip. All das klingt durch bei Matt Mon­ro, der übri­gens ein Jahr spä­ter beim Euro­vi­si­on Song Con­test teil­nahm und Zwei­ter wur­de.

13. Gar­ba­ge – The World Is Not Enough („Die Welt ist nicht genug“, 1999)
Nach Sheryl Crow wag­ten die Pro­du­zen­ten Ende der Neun­zi­ger Jah­re ein biss­chen mehr und ver­pflich­te­ten Gar­ba­ge für den Titel­song, der dann letzt­lich doch erstaun­lich wenig Gar­ba­ge ent­hielt: Sän­ge­rin Shir­ley Man­son beklag­te sich Jah­re spä­ter, die Film­leu­te hät­ten ihnen stän­dig rein­ge­quatscht und am Ende sei qua­si nichts mehr von der Band im Song übrig geblie­ben. Das muss für die Musi­ker frus­trie­rend gewe­sen sein, tut dem Song aber kei­nen Abbruch.

12. Shir­ley Bas­sey – Dia­monds Are Fore­ver („Dia­man­ten­fie­ber“, 1971)
Shir­ley Bas­sey, die zwei­te. Nach­dem schon Sean Con­nery sein Come­back als James Bond fei­er­te und es aber­mals um wert­vol­le Boden­schät­ze ging, lag es wohl nahe, wie bei „Gold­fin­ger“ auf die Wali­se­rin zurück­zu­grei­fen. Sie mach­te das (wie üblich) per­fekt und der letz­te Refrain, wenn die Rhyth­mus­grup­pe rich­tig los­groovt, ist auch nach über vier­zig Jah­ren noch das, was man damals womög­lich als „schmis­sig“ bezeich­net hät­te.

11. a‑ha – The Living Day­lights („Der Hauch des Todes“, 1987)
Der ers­te Auf­tritt von Timo­thy Dal­ton als James Bond wird bis heu­te häu­fig unter­schätzt, dürf­te aber der bes­te Bond-Film der 1980er sein – und der mit dem zweit­bes­ten Titel­song die­ser Deka­de. Die Nor­we­ger von a‑ha sind bis heu­te die ein­zi­gen Nicht-Mut­ter­sprach­ler, die einen James-Bond-Titel­song sin­gen durf­ten. Auch wenn sie mit der Zusam­men­ar­beit mit Kom­po­nis­ten­le­gen­de John Bar­ry alles ande­re als zufrie­den waren, ist der Song eine wun­der­ba­re Kom­bi­na­ti­on aus zeit­ge­nös­si­scher Pop­mu­sik und klas­si­schem Bond-Sound.

10. Jack White & Ali­cia Keys – Ano­ther Way To Die („Ein Quan­tum Trost“, 2008)
Weil das mit dem Rock­sän­ger ja bei „Casi­no Roya­le“ so gut funk­tio­niert hat­te (*hust*), durf­te 2008 Jack White dran, des­sen Kar­rie­re als Sta­di­on- und Kir­mes­be­schal­ler damals noch in den Kin­der­schu­hen steck­te. Ihm zur Sei­te stand im ers­ten Duett der Bond-Geschich­te Ali­cia Keys, die es zwi­schen 2006 und 2009 geschafft hat, von Bob Dylan nament­lich in einem Lied erwähnt zu wer­den, einen James-Bond-Song zu sin­gen und mit Jay‑Z noch einen inter­na­tio­na­len Mega­hit zu haben. Die Kom­bi­na­ti­on der bei­den ist ein biss­chen gewollt außer­ge­wöhn­lich und man kann sich bes­ser zusam­men­pas­sen­de Stim­men vor­stel­len, aber so ein­drucks­voll wur­de seit den Sech­zi­gern kei­ne Gitar­re mehr bei Bond ein­ge­setzt. Der Vor­spann schafft das Kunst­stück, in einem Retro-Stil gehal­ten zu sein, der in sich selbst schon ver­al­tet aus­sieht und mit vier Jah­ren Abstand wirkt, als käme er nicht aus dem Jahr­zehnt, nach dem er aus­se­hen soll (mut­maß­lich 1960er), son­dern aus einem Acht­zi­ger-Jah­re-Com­pu­ter­spiel. Egal.

9. John Bar­ry Orches­tra – On Her Majesty’s Secret Ser­vice („Im Geheim­dienst Ihrer Majes­tät“, 1969)
Für den ers­ten (und ein­zi­gen) Bond-Film mit Geor­ge Lazen­by ver­zich­te­ten die Macher mal wie­der auf einen gesun­ge­nen Titel­song im Vor­spann und knall­ten den Zuschau­ern statt­des­sen die­ses orches­tra­le Brett vor den Latz, das auch nach 42 Jah­ren noch klingt, als sei es soeben von eini­gen fin­di­gen Retro-Pro­du­zen­ten erdacht wor­den. Tat­säch­lich hat­ten sich die Pro­pel­ler­heads das Werk 1997 für David Arnolds Bond-Song-Cover-Pro­jekt „Shaken And Stir­red“ vor­ge­nom­men, wo es zwar mit gei­len Big Beats auf­war­tet, in Sachen Wirk­mäch­tig­keit aber nicht ganz an John Bar­rys Ori­gi­nal her­an­kommt.

8. Nan­cy Sina­tra – You Only Live Twice („Man lebt nur zwei­mal“, 1967)
Okay, in Sachen chee­sy and con­tem­po­ra­ry ste­hen die Strei­cher­ar­ran­ge­ments dem Elend aus den Acht­zi­gern ver­mut­lich in nichts nach, aber es gibt ja noch die galop­pie­ren­den Wes­tern-Ele­men­te und die alles zusam­men­hal­ten­de Stim­me von Nan­cy Sina­tra. Die Strei­cher fei­er­ten 31 Jah­re spä­ter ihre Wie­der­auf­er­ste­hung in Rob­bie Wil­liams‘ „Mill­en­ni­um“ und tra­gen seit­dem noch ein biss­chen wei­ter zu John Bar­rys Ein­nah­men bei.

7. k.d. lang – Sur­ren­der („Der Mor­gen stirbt nie“, 1997)
Noch ein Song, der beim Song Con­test für „Tomor­row Never Dies“ durch­ge­fal­len war, es aber immer­hin auf den Sound­track und in den Abspann schaff­te. „Sur­ren­der“ ist ganz klas­si­scher Bond und gegen ihn kann eigent­lich nur gespro­chen haben, dass k.d. lang eben nicht Sheryl Crow war. Zum Glück. Kom­po­nist ist David Arnold, der auch den Score für „Der Mor­gen stirbt nie“ (und vier wei­te­re Bonds) schrieb, wes­we­gen das Motiv aus „Sur­ren­der“ im Film stän­dig zu hören ist, das des nomi­nel­len Titel­songs hin­ge­gen nie.

6. Mon­ty Nor­man Orches­tra – James Bond The­me („James Bond jagt Dr. No“, 1962)
Das ver­mut­lich bekann­tes­te Motiv der Film­ge­schich­te, das lang­le­bigs­te sowie­so. Die­se unglaub­li­che Cool­ness der Surf-Gitar­re, die auch nach 50 Jah­ren oft kopiert, aber nie erreicht wur­de. Wor­te sind nicht in der Lage, die­se 108 Sekun­den zu beschrei­ben. Welt­kul­tur­er­be!

5. Tom Jones – Thun­der­ball („Thun­der­ball“, 1965)
Man könn­te es sich nicht aus­den­ken: Um den Pos­ten als Sän­ger bei „Thun­der­ball“ kon­kur­rier­ten die bei­den cools­ten Män­ner des Uni­ver­sums – Tom Jones und John­ny Cash. Cashs Song hät­te zwar einen ordent­li­chen Wes­tern-Sound­track abge­ge­ben, pass­te aber über­haupt nicht zu Bond. Aber dafür gab es ja den wali­si­schen Tiger, der – beglei­tet von den Blä­sern, die damals schon die Mau­ern von Jeri­cho zum Ein­sturz gebracht hat­ten – ein­fach alles rich­tig mach­te. Inklu­si­ve des (mut­maß­lich) längs­ten jemals gehal­te­nen Tons der Bond-Geschich­te.

4. Shir­ley Bas­sey – Gold­fin­ger („Gold­fin­ger“, 1964)
„Gold­fin­ger“ gilt als womög­lich bes­ter Bond-Film der Geschich­te, sein Titel­song ist defi­ni­tiv der bes­te der ers­ten Deka­de. Es ist schwer vor­stell­bar, dass auch nur irgend­ein Pop­song aus dem Jahr 2012 in 48 Jah­ren noch so dyna­misch, packend und zeit­los wir­ken wird. Hier passt ein­fach alles! Fun fact: Jim­my Page, spä­te­rer Gitar­rist von Led Zep­pe­lin, ist als Ses­si­on-Musi­ker zu hören.

3. Duran Duran – A View To A Kill („Im Ange­sicht des Todes“, 1985)
Es war, wie gesagt, nicht alles schlecht unter Roger Moo­re: Zum Ende sei­ner Bond-Kar­rie­re im Alter von gefühlt 182 Jah­ren bekam er noch ein­mal einen ordent­li­chen Titel­song in dem fast alles ver­eint ist, was in den Acht­zi­ger Jah­ren musi­ka­lisch rich­tig gelau­fen ist. Ein ech­ter Stamp­fer, zu dem man auf den damals so genann­ten Feten sicher gut schwo­fen konn­te, wie man damals sag­te.

2. Paul McCart­ney & The Wings – Live And Let Die („Leben und ster­ben las­sen“, 1973)
Was ist noch bes­ser, als einen James-Bond-Song gesun­gen und den Euro­vi­si­on Song Con­test gewon­nen zu haben? Klar: Einen James-Bond-Song gesun­gen und vor­her bei den Beat­les gespielt zu haben. Dann kann man in 3:15 Minu­ten auch pro­blem­los min­des­tens drei ver­schie­de­ne Songs anstim­men. „Live And Let Die“ ist immer noch fes­ter und sehr beein­dru­cken­der Pro­gramm­punkt in Paul McCart­neys Solo­kon­zer­ten, bei dem Pyro­tech­nik im Gegen­wert eines Klein­wa­gens zum Ein­satz kommt. (Er ist damit neben „The Living Day­lights“ und „Thun­der­ball“ auch einer von drei Bond-Songs, die ich schon live gehört habe.)

1. Tina Tur­ner – Gol­de­nEye („Gol­de­nEye“, 1995)
„Gol­de­nEye“ war der ers­te James-Bond-Film, den ich im Kino gese­hen habe (dann direkt zwei­mal) und viel­leicht sogar mein ers­ter über­haupt. Inso­fern bin ich viel­leicht ein wenig vor­ein­ge­nom­men, aber es ist doch ein ver­dammt bril­lan­ter Song. Geschrie­ben von Bono und The Edge von U2, die danach auch nicht mehr viel hin­ge­kriegt hät­ten, was bes­ser gewe­sen wäre, und vir­tu­os vor­ge­tra­gen von Tina Tur­ner, die damals im drit­ten oder vier­ten Früh­ling ihrer Kar­rie­re stand. In Kom­bi­na­ti­on mit dem Vor­spann und dem Film ins­ge­samt ist „Gol­de­nEye“ ein­deu­tig der bes­te Bond-Song ever.

Die gan­ze Lis­te (oder so was in der Art) kön­nen Sie auch bei Spo­ti­fy hören.