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Stadt, Land, Flucht

Micha­el Wend­ler will umzie­hen – raus aus der durchs „per­fek­te Pro­mi­din­ner“ berühmt gewor­de­nen wei­ßen Vil­la in Ober­loh­berg.

Das erklär­te der König des Pop­schla­gers und bekann­tes­te Dins­la­ke­ner der „Rhei­ni­schen Post“:

Ein neu­es Domi­zil braucht er, weil „die Wend­ler-Vil­la in Hies­feld zur Pil­ger­stät­te gewor­den ist“. Nachts füh­ren Fans vor, hup­ten und rie­fen: „Wend­ler – komm raus!“ Nicht dass ihn das stör­te, sturm­er­probt durch Fest­zel­te und Mal­lor­ca, aber er will Ade­line schüt­zen, sei­ne sie­ben­jäh­ri­ge Toch­ter. Die Nach­barn auch.

Und die schützt er ver­mut­lich am Bes­ten, indem er in der Zei­tung ver­kün­det, einen stadt­be­kann­ten Rei­ter­hof („das 2003 abge­brann­te Gestüt an der Fran­zo­sen­stra­ße“) auf­kau­fen und sich wäh­rend der Reno­vie­rungs­ar­bei­ten vom Kame­ra­team einer Sat.1‑Dokusoap fil­men las­sen zu wol­len …

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Wie Barack Obama Twitter am Laufen hielt

Bei den Pro­tes­ten, die der­zeit im Iran statt­fin­den, spielt Twit­ter eine wich­ti­ge Rol­le: Demons­tran­ten kön­nen sich dar­über koor­di­nie­ren und Bot­schaf­ten ins Aus­land abset­zen. Um die­sen Kom­mu­ni­ka­ti­ons­weg auf­recht zu erhal­ten, hat Twit­ter am Mon­tag kurz­fris­tig seit lan­gem für ges­tern geplan­te War­tungs­ar­bei­ten auf einen Zeit­punkt ver­scho­ben, als im Iran eh gera­de Nacht war.

Ges­tern ver­brei­te­te Reu­ters die Nach­richt, das US-Außen­mi­nis­te­ri­um habe Twit­ter gedrängt, die War­tungs­ar­bei­ten zu ver­schie­ben:

The U.S. Sta­te Depart­ment said on Tues­day it had cont­ac­ted the social net­wor­king ser­vice Twit­ter to urge it to delay a plan­ned upgrade that would have cut day­ti­me ser­vice to Ira­ni­ans who are dis­pu­ting their elec­tion.

Twit­ter wider­sprach die­ser Dar­stel­lung schon kurz dar­auf im eige­nen Blog:

Howe­ver, it’s important to note that the Sta­te Depart­ment does not have access to our decis­i­on making pro­cess. Nevert­hel­ess, we can both agree that the open exch­an­ge of infor­ma­ti­on is a posi­ti­ve force in the world.

Das war heu­te Nacht um 00:21 Uhr deut­scher Zeit.

Um 03:15 Uhr ticker­te afp:

Twit­ter: War­tungs­ar­bei­ten nicht wegen US-Regie­rung ver­scho­ben

Der Kurz­nach­rich­ten­dienst Twit­ter pocht auf sei­ne Unab­hän­gig­keit: Die Ver­schie­bung von War­tungs­ar­bei­ten inmit­ten der dra­ma­ti­schen Ereig­nis­se im Iran sei nicht auf Bit­ten der US-Regie­rung erfolgt, teil­te Twit­ter-Mit­be­grün­der Biz Stone am Diens­tag mit.

Nun weiß man natür­lich nicht, ob Twit­ter da die Wahr­heit sagt. Aber die bis­he­ri­gen Fak­ten lau­ten: Das Außen­mi­nis­te­ri­um spricht von Kon­tak­ten, Twit­ter erklärt, die Ent­schei­dung selbst getrof­fen zu haben.

Bei Asso­cia­ted Press hat­te man von all dem offen­bar nichts mit­be­kom­men und so war aus der „Bit­te“ des Außen­mi­nis­te­ri­ums heu­te mor­gen um 08:36 Uhr das hier gewor­den:

Twit­ter-War­tung auf Wunsch des US-Außen­mi­nis­te­ri­ums ver­scho­ben

Um 11:04 ging eine wei­te­re AP-Mel­dung über die Ticker, in der unter ande­rem stand:

Wie in Washing­ton ver­lau­te­te, inter­ve­nier­te des­halb das US-Außen­mi­nis­te­ri­um und bat die Betrei­ber, die War­tung auf eine Zeit zu ver­schie­ben, wenn es im Iran Nacht ist. Twit­ter folg­te die­sem Wunsch.

Wäh­rend vie­le Medi­en immer­hin offen lie­ßen, ob Twit­ter dem Wunsch der US-Regie­rung „gefolgt“ sei, und „Focus Online“ expli­zit auf Twit­ters Gegen­dar­stel­lung ver­wies, waren Medi­en, die sich auf AP ver­lie­ßen, auf­ge­schmis­sen:

Wie in Washing­ton ver­lau­te­te, inter­ve­nier­te des­halb das US-Außen­mi­nis­te­ri­um und bat die Betrei­ber, die War­tung auf eine Zeit zu ver­schie­ben, wenn es im Iran Nacht ist. Twit­ter folg­te die­sem Wunsch.

(Handelsblatt.com)

Ange­sichts der Bedeu­tung der Online­me­di­en für die Infor­ma­ti­on der Welt­öf­fent­lich­keit über die Ereig­nis­se im Iran inter­ve­nier­te das US-Außen­mi­nis­te­ri­ums beim Kurz­nach­rich­ten­dienst Twit­ter. Die­ser ver­schob auf Wunsch des Außen­mi­nis­te­ri­ums geplan­te War­tungs­ar­bei­ten, wie meh­re­re Gewährs­leu­te am Diens­tag in Washing­ton berich­te­ten.

(heute.de)

Eine ganz eige­ne Her­an­ge­hens­wei­se fand Bild.de, wo statt Mit­ar­bei­tern des Außen­mi­nis­te­ri­ums gleich jemand ganz ande­res mit Twit­ter gespro­chen haben soll:

Auch der Ein­satz von US-Prä­si­dent Barack Oba­ma dürf­te bei der ira­ni­schen Regie­rung für Miss­mut gesorgt haben. Oba­ma hat­te Twit­ter gebe­ten, die ange­setz­ten War­tungs­ar­bei­ten aus­zu­set­zen, um die Kom­mu­ni­ka­ti­on im Iran irgend­wie auf­recht zu erhal­ten.

Mit Dank auch an Dani S.

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Mein anderes Protest-Problem

Ich habe kurz über­legt, ob ich all das, was ich ges­tern zum The­ma Bil­dungs­streik, Demons­tra­tio­nen und Beset­zungs­ak­tio­nen auf­ge­schrie­ben habe, heu­te noch mal zu den Pro­gramm­punk­ten „Zen­sur­su­la“, „Unwähl­bar­keit“ und „Mit Euch reden wir jetzt gar nicht mehr“ auf­schrei­ben soll.

Aber ers­tens fin­de ich lang­sam auch, dass ich mich stän­dig selbst wie­der­ho­le, und zwei­tens sagt ein Bild Screen­shot ja immer noch mehr als tau­send Wor­te:

Zensiert zurück! Das WordPress-Plugin, um Parteien und Fraktionen auszusperren.

Die Logik dahin­ter ist beein­dru­ckend: „Ihr habt unse­re Argu­men­te nicht hören wol­len, wes­we­gen wir sie jetzt vor Euch ver­ste­cken – gut, wir kön­nen nicht über­prü­fen, ob das über­haupt klappt, aber wenigs­tens haben wir Euch noch eine puber­tä­re Trotz­re­ak­ti­on mit auf den Weg gege­ben.“

Und bevor das jetzt wie­der all­ge­mein die­ser „Inter­net-Com­mu­ni­ty“ in die Schu­he gescho­ben wird: Ich füh­le mich von sol­chen Aktio­nen ziem­lich exakt so gut reprä­sen­tiert wie von einem durch­schnitt­li­chen Abge­ord­ne­ten von CDU/​CSU und SPD. Näm­lich gar nicht.

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Gesellschaft Politik

Mein Protest-Problem

Um das Ver­hält­nis der Ruhr-Uni Bochum zu Stu­den­ten­pro­tes­ten zu ver­ste­hen, muss man wis­sen, dass es in Bochum eher die Aus­nah­me ist, wenn gera­de mal nicht irgend­wo wofür oder woge­gen demons­triert wird. Als vor drei Jah­ren das damals leer­ste­hen­de Quer­fo­rum West (erst Über­gangs­men­sa für die Zeit des Mens­aum­baus, heu­te Tuto­ri­en­zen­trum und für die­se Funk­ti­on denk­bar unge­eig­net) besetzt wur­de, belau­er­ten sich Uni-Ver­wal­tung und Beset­zer etwa acht Mona­te lang, bis das Gebäu­de dann doch von der Poli­zei geräumt wur­de.

Stu­den­ten­ver­tre­tung und Pro­test­ko­mi­tee – ein Wort, bei dem ich im Geis­te immer „Köl­ner Kar­ne­val“ ergän­zen will – schaf­fen es grund­sätz­lich nicht, der rie­si­gen Mehr­heit der Stu­den­ten­schaft ihre Anlie­gen zu erklä­ren. Auf den spär­lich besuch­ten Voll­ver­samm­lun­gen sprin­gen die Red­ner oft bin­nen weni­ger Sät­ze von der Kri­tik am Bil­dungs­sys­tem zur Abschaf­fung des Kapi­ta­lis­mus und dem Krieg in Afgha­ni­stan. Wäh­rend an ande­ren Unis die Pro­fes­so­ren und Dozen­ten ihre Stu­den­ten zur Teil­nah­me am Bil­dungs­streik ermu­ti­gen, haben in Bochum selbst die enga­gier­tes­ten Pro­fes­so­ren kei­ne Lust mehr, sich mit Pro­tes­ten aus­ein­an­der­zu­set­zen, und fra­gen, ob es nicht geeig­ne­te­re Metho­den gäbe, die durch­aus berech­tig­te Kri­tik an der desas­trö­sen Bil­dungs­po­li­tik der schwarz-gel­ben Lan­des­re­gie­rung zu arti­ku­lie­ren.

Heu­te Mor­gen dann wur­de die Uni-Brü­cke bela­gert. Die Pro­test­ler fleh­ten die her­an­strö­men­den Stu­den­ten fast schon an, sich doch ihre Argu­men­te und Zie­le anzu­hö­ren. Aber irgend­wie war die Idee, die Leu­te über und unter Absper­run­gen klet­tern zu las­sen, nicht geeig­net, die gewünscht Bot­schaft zu ver­mit­teln. Die Stu­den­ten waren genervt und mach­ten Wit­ze. Vor dem Zelt des Pro­tes­ko­mi­tees saßen Men­schen, für deren Beset­zung als Stu­den­ten­ver­tre­ter in einem Fern­seh­film man den zustän­di­gen Cas­ting­di­rek­tor wegen Kli­scheelas­tig­keit ent­las­sen hät­te. Und als schließ­lich etwa acht­zig Pro­test­ler die Hör­sä­le stürm­ten und „Soli­da­ri­sie­ren, Mit­mar­schie­ren!“ skan­dier­ten, wuss­te ich plötz­lich wie­der ganz genau, war­um mir das alles nicht gefällt: Ich mag ein­fach kein Gebrüll und kein Mar­schie­ren.

Vor drei Jah­ren war ich für CT das radio bei einer Demons­tra­ti­on gegen Stu­di­en­ge­büh­ren in Düs­sel­dorf und die­ser Tag hat mein Ver­hält­nis zu Pro­test­ak­tio­nen nach­hal­tig gestört: Wäh­rend am Stra­ßen­rand Pas­san­ten stan­den und sich ange­sichts der doch recht all­ge­mein gehal­te­nen Trans­pa­ren­te und Sprech­chö­re frag­ten, wor­um es eigent­lich gin­ge, kam ein Teil der Men­ge auf die Idee, zur Melo­die von „Einer geht noch, einer geht noch rein“ immer wie­der „Ohne Bil­dung wer’n wir Poli­zist“ zu grö­len, was ich auch rück­bli­ckend noch als empö­rens­wer­ten Aus­bruch von Arro­ganz und Men­schen­ver­ach­tung emp­fin­de.

Kaum waren die Absper­run­gen ent­lang der Bann­mei­le um den Land­tag erreicht, hielt es ein Teil der Demons­tran­ten offen­bar für gebo­ten, die­se als ers­tes zu Über­sprin­gen, was die Poli­zei zum Her­an­stür­men ver­an­lass­te. Ich floh der­weil mit einem Redak­ti­ons­nach­weis in der einen und mei­nem Jugend­pres­se­aus­weis in der ande­ren Hand hin­ter die Poli­zei­li­ni­en und tele­fo­nier­te auf­ge­regt in die Live­sen­dung, wäh­rend ein paar Meter wei­ter Chi­na­böl­ler in Rich­tung von Kin­dern und alten Frau­en flo­gen, die sich bizar­rer­wei­se im Park um den Land­tag auf­hiel­ten.

Demons­tran­ten schrien ande­re Demons­tran­ten an, sie soll­ten doch mit dem Scheiß auf­hö­ren. Poli­zis­ten bell­ten in ihre Funk­ge­rä­te, was für Idio­ten denn wohl ver­an­lasst hät­ten, die Men­ge auch noch mit Video­ka­me­ras zu fil­men – auf sol­che Pro­vo­ka­tio­nen kön­ne man ja wohl ver­zich­ten. Eine ande­re Hun­dert­schaft mach­te gera­de Mit­tags­pau­se in der Son­ne. Ich dach­te – und den­ke es gera­de ange­sichts der Mel­dun­gen aus Tehe­ran wie­der -, dass es viel­leicht im Gro­ßen und Gan­zen doch nicht so übel ist, in Deutsch­land zu leben.

Wenn heu­ti­ge Stu­den­ten jetzt von ’68 träu­men, legen sie damit immer­hin die für erfolg­rei­che Revo­lu­tio­nen benö­tig­te Welt­frem­de an den Tag. Zwar neigt Geschich­te dazu, in Abstän­den von etwa vier­zig Jah­ren ver­gleich­ba­re gesell­schaft­li­che Span­nun­gen zu durch­lau­fen, aber die Welt ist 2009 doch in fast jeder Hin­sicht eine ande­re als 1968. Oder: Zumin­dest Deutsch­land ist ein ande­res.

Auch wenn ich per­sön­lich mit mei­nem Stu­di­um ziem­lich zufrie­den bin, weiß ich von genug Leu­ten, bei denen die Bache­lor/­Mas­ter-Stu­di­en­gän­ge zu Desas­tern geführt haben. Ich glau­be in der Tat, dass bil­dungs­po­li­tisch eini­ges, wenn nicht alles, im Argen liegt. Aber mich über­zeu­gen die­se For­men des Pro­tests (zumin­dest die, dich ich bis­her mit­be­kom­men habe) nicht – ich hal­te sie viel eher für kon­tra­pro­duk­tiv. Dass Demons­tra­ti­ons­zü­ge ohne den nöti­gen Rück­halt in der Bevöl­ke­rung allen­falls Mit­leid erzeu­gen, kann man jeden Mon­tag­abend in der Bochu­mer Innen­stadt besich­ti­gen.

Fra­gen Sie mich nicht, wie ich das machen wür­de. Ich leis­te mir nach wie vor die Nai­vi­tät, an die Macht des Dia­logs zu glau­ben und an den Sieg der Ver­nunft. Auch hun­der­te Lan­des- und Bun­des­re­gie­run­gen wer­den mich nicht davon abbrin­gen kön­nen – und mit die­ser Welt­frem­de bin ich doch irgend­wie wie­der ganz bei den Pro­test­lern.

Musik!

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Leben

Endlich gute Nachrichten!

Es war ein biss­chen schwer in letz­ter Zeit: Kli­ma­wan­del, Wirt­schafts­kri­se und die Hoch­zeit von Boris Becker haben der Mensch­heit schwer zuge­setzt.

Aber es wird bes­ser.

Schon über­mor­gen:

Ab Dienstag kann wieder gekegelt werden!
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Digital Sport

Wenn Basketball mal langweilig wird …

Im Fina­le der ame­ri­ka­ni­schen Bas­ket­ball-Liga NBA spie­len LA Lakers und Orlan­do Magic gera­de sie­ben Mal gegen­ein­an­der.

Was glau­ben Sie, wie vie­le Bil­der­ga­le­rien man damit fül­len kann? Also: Mit den pro­mi­nen­ten Zuschau­ern die­ser Spie­le? Wenn man „RP Online“ ist?

Da hät­ten wir zunächst mal eine all­ge­mei­ne, 24-teil­i­ge Bil­der­ga­le­rie, deren Betex­t­ung zwi­schen voll­ende­tem Wahn­sinn und Selbst­iro­nie oszil­liert:

Dagegen hat Rapper Will I Am mächtig Spaß mit Leonardo DiCaprio. Hie einmal von hinten.Von vorn hatten wir den ja schon ein paar Mal.

Zac Efron (ich schreib mal „High School Musi­cal“ in Klam­mern dazu, Sie schei­nen mei­ne Begeis­te­rung für den Dis­ney Chan­nel ja nur bedingt zu tei­len) war übri­gens auch im Publi­kum. Und weil er dabei eine Woll­müt­ze trug (das scheint tat­säch­lich der Auf­hän­ger zu sein), kann man damit natür­lich noch mal eine eige­ne neun­tei­li­ge Bil­der­ga­le­rie befül­len:

In Sachen Basketball kennt Efron sich aus.

In allen drei High-School-Musical-Teilen spielt er Basketball...

... in "17 Again", seinem aktuellen Film, auch.

Ach, und dann war Rihan­na auch noch bei meh­re­ren Spie­len.

Um das beson­de­re Ver­hält­nis von „RP Online“ und Rihan­na zu ver­ste­hen, muss man wis­sen, dass sich im Archiv etli­che Bil­der­ga­le­rien zur jun­gen Sän­ge­rin (aus Bar­ba­dos, Hit: „Umbrel­la“) befin­den, deren Betex­t­ung eigent­lich nur den Schluss zulässt – wir bege­ben uns hier ins schlam­mi­ge Ter­rain der Spe­ku­la­ti­on -, dass bei „RP Online“ ein 15-jäh­ri­ger Prak­ti­kant arbei­tet, des­sen gan­zes Zim­mer mit Rihan­na-Pos­tern tape­ziert ist und der kei­nen Zugang zu kal­ten Duschen hat.

Der fol­gen­de Über­blick ist sicher unvoll­stän­dig: „Rihan­nas sexy Auf­tritt in Kanye Wests Video“ (12 Bil­der), „Rihan­na als Miss Ter­mi­na­tor“ (30 Bil­der, ein­ge­lei­tet mit den Wor­ten „End­lich mal wie­der ein Auf­tritt von einer unse­rer Lieb­lings­sän­ge­rin­nen“), „Hat Rihan­na ihren Geschmack ver­lo­ren?“ (7 Bil­der), „Jus­tin Tim­ber­la­ke schickt Rihan­na in die Wüs­te“ (9 Bil­der), „Wur­de Rihan­na von Chris Brown geschla­gen?“ (7 Bil­der), „Und die Gewin­ne­rin ist… Rihan­na!“ (15 Bil­der), „Rihan­na und Co. erhal­ten ‚Ame­ri­can Music Award‘ “ (23 Bil­der), „Rihan­na – die immer schö­ne Sti­li­ko­ne“ (28 Bil­der), „Rihan­na und Bey­on­cé im Ver­gleich“ (20 Bil­der), „Rihan­na im schrä­gen Gothic-Look“ (11 Bil­der), „Sän­ge­rin Rihan­na als Modell“ (7 Bil­der), „Rihan­na für Unicef – so schön kann Hel­fen sein“ (11 Bil­der), „Rihan­na auf der Mai­län­der Mode­wo­che“ (19 Bil­der), „Duffy und Rihan­na beim Schuh-Shop­ping“ (9 Bil­der), „Rihan­nas sexy Auf­tritt in Mani­la“ (26 Bil­der), „Rihan­na begeis­tert bei den BET-Awards“ (8 Bil­der), „Rihan­na hat sich neu erfun­den“ (13 Bil­der), „Das düs­te­re Video von Rihan­na“ (10 Bil­der), „Für den guten Zweck: Rihan­na mit Milch­bart“ (11 Bil­der), „Rot­licht-Alarm bei Rihan­na“ (8 Bil­der), „Rihan­nas Out­fits im Vier-Punk­te-Check“ (12 Bil­der) und natür­lich der Klas­si­ker „Rihan­na ist stolz auf ihren Po“ (14 Bil­der).

Jeden­falls war Rihan­na auch da. Das reicht für sie­ben Bil­der und kom­pe­ten­te Ein­schät­zun­gen:

Rihanna sieht endlich wieder glücklich aus. Die Sängerin besuchte das Spiel der Los Angeles Lakers bei den Orlando Magic.

Basketball ist halt ab und zu auch mal langweilig. Rihanna, die auch an den Fingern tätowiert ist, vetreibt sich die Zeit mit einem Softdrink.

Nach vier Spie­len füh­ren die Lakers übri­gens 3:1 gegen Orlan­do …

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Digital

Who Are You?

Knock, knock …

Schweinegrippe: Höchste Alarmstufe. Who* ruft Pandemie aus

Dr. Who oder The Who?

*Weltgesundheitsorganisation

Ach so …

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Musik

(Fast) geschenkt!

Ein Dollar

Heut­zu­ta­ge muss man sich ja immer wie­der was neu­es ein­fal­len las­sen, um mit sei­ner Musik wahr­ge­nom­men zu wer­den. „Zahlt was ihr wollt“ ist seit Radio­head durch, aber „Ein Album für einen Dol­lar“ hat­ten wir soweit ich weiß noch nicht.

Fan­far­lo sind eine schwe­disch-eng­li­sche Band, deren Debüt­al­bum „Reser­voir“ im Febru­ar erschie­nen ist – und das man jetzt und bis zum 4. Juli für nur einen Dol­lar (umge­rech­net 71 Euro­cent, zahl­bar per Pay­pal oder Kre­dit­kar­te) auf fanfarlo.com her­un­ter­la­den kann.

Die Musik erin­nert ein biss­chen an Arca­de Fire, Bei­rut, Sigur Rós und Stars und vier Bonus­tracks gibt’s noch dazu, so dass der ein­zel­ne Song noch 14,2 4,7 Euro­cent kos­tet. Den Ope­ner „I’m A Pilot“ kriegt man bei last.fm direkt geschenkt.

Ob sich das Gan­ze für die Band rech­net? Zumin­dest eine gewis­se Auf­merk­sam­keit ist ihnen sicher. Und die nächs­te Tour ist bestimmt aus­ver­kauft.

* * *

Ein gan­zes Album ver­schen­ken Pale, die sich gera­de auf­ge­löst haben. 17 Demos, Out­takes und Remi­xe haben sie zu ihrem Nach­lass „Extras“ zusam­men­ge­stellt, den man direkt auf der Band­home­page her­un­ter­la­den kann.

Ich muss geste­hen, dass ich von Pale bis­her nur ihr letz­tes Album „Brot­her. Sis­ter. Bores!“ kann­te (weil es vor drei Jah­ren beim Grand Hotel van Cleef erschie­nen ist), aber das muss ich drin­gend ändern. Neben jeder Men­ge fei­ner eige­ner Sachen beein­dru­cken auf „Extras“ vor allem zwei Cover­ver­sio­nen: „Gold“ (im Ori­gi­nal von Span­dau Balett, wes­we­gen ich das Lied bei jeder Ber­lin­rei­se beim Halt im Bahn­hof Span­dau anstim­me) und das atem­be­rau­ben­de „Time Is Now“ (Molo­ko).

Wäh­rend es Pale nicht mehr gibt, blei­ben einem die Band­mit­glie­der natür­lich erhal­ten: Schlag­zeu­ger Ste­phan Kochs bloggt bei Rand­pop und sein Bru­der und Sän­ger Hol­ger Kochs hat unter ande­rem das sehr gelun­ge­ne Art­work zum neu­en Kili­ans-Album erstellt.

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Musik Gesellschaft

Ein offener Brief an Jack White

Ein Jahr ist die Fuß­ball­eu­ro­pa­meis­ter­schaft fast schon wie­der her, aber mein Blog-Ein­trag „Wie ich lern­te, ‚Seven Nati­on Army‘ zu has­sen“ ist noch immer unge­schrie­ben.

Er wird es auch blei­ben, denn ich habe einen ande­ren Weg gefun­den, mich mit der Num­mer-Eins-Hym­ne alko­ho­li­sier­ter Men­schen in Deutsch­land aus­ein­an­der­zu­set­zen:

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English Edition

An open letter to Jack White

The White Stripes‘ „Seven Nati­on Army“ has beco­me the num­ber one anthem to be sung bei drunk peo­p­le in Ger­ma­ny. Some­thing needs to be done:

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Politik

Politiker sind auch nur Menschen

Es könn­te doch noch was wer­den mit mei­ner Kar­rie­re als öffent­lich-recht­li­cher Polit­tal­ker. Die­se Erkennt­nis traf mich, als ich es nach einer Minu­te end­lich geschafft hat­te, Die­ter Wie­fel­spütz zu unter­bre­chen.

Zwölf Minu­ten habe ich mich ges­tern mit dem innen­po­li­ti­schen Spre­cher der SPD-Frak­ti­on über fal­sche Zita­te, Inter­net­sper­ren und Zen­sur unter­hal­ten und das Wich­tigs­te aus dem Gespräch steht im BILD­blog.

Für mich hat sich ein­mal mehr bewahr­hei­tet, dass ein­zel­ne Poli­ti­ker im direk­ten Kon­takt durch­aus ver­nünf­tig und sym­pa­thisch wir­ken kön­nen und ihre Posi­tio­nen gar nicht mehr so selt­sam klin­gen, wenn sie mal Gele­gen­heit haben, die­se aus­führ­lich – und nicht auf zwei Sät­ze ver­knappt – zu ver­tre­ten. Wie­fel­spütz hat mir jeden­falls lang und breit dar­ge­legt, dass er und sei­ne Par­tei kei­ner­lei Ambi­tio­nen hät­ten, Inter­net­sper­ren ein­zu­füh­ren, die über die jetzt geplan­ten gegen Kin­der­por­no­gra­phie hin­aus­gin­gen.

Ers­te Prio­ri­tät habe aber sowie­so die Bekämp­fung von Ver­bre­chen selbst, Sper­ren dürf­ten erst ganz am Schluss zum Zuge kom­men. Und wer nicht gegen Geset­ze ver­sto­ße, dür­fe so lan­ge extre­mis­ti­sche Mei­nun­gen ver­tre­ten, wie er wol­le – alles ande­re sei ja Zen­sur, sag­te mir der Poli­ti­ker deut­lich.

Auch Begrif­fe wie „Ser­ver“ oder „Pro­vi­der“ konn­te er kor­rekt ver­wen­den, was man bei Poli­ti­kern ja lei­der immer noch her­vor­he­ben muss. Dass vie­le kin­der­por­no­gra­phi­sche Inhal­te gar nicht auf chi­ne­si­schen oder rus­si­schen Ser­vern lagern wie mir Wie­fel­spütz erzäh­len woll­te, son­dern in Län­dern, mit denen Deutsch­land bes­te Rechts­hil­fe-Bezie­hun­gen hat (dar­un­ter, äh: Deutsch­land), trüb­te das Bild etwas, aber als Erkennt­nis blieb doch: Der Mann wirkt gar nicht wie ein wahn­sin­ni­ger Fürst der Fins­ter­nis, son­dern viel mehr wie einer, der sich Gedan­ken macht und sich aus­drück­lich selbst als Teil der Inter­net­ge­mein­de sieht.

Nach dem län­ge­ren Gespräch woll­te ich Wie­fel­spütz nicht auch noch zum The­ma Com­pu­ter­spie­le befra­gen (es wäre auch nur noch per­sön­li­ches Inter­es­se gewe­sen). Womög­lich hät­ten wir uns da böse in die Wol­le gekriegt, viel­leicht hät­te ich aber auch ein Stück ver­stan­den, was er eigent­lich meint, wenn er sich mit Schlag­wor­ten wie „Gewalt ist jung und männ­lich“ zitie­ren lässt.

Ich wür­de übri­gens den­noch ungern einen öffent­lich-recht­li­chen Polit­talk mode­rie­ren wol­len. Die­se Sen­dun­gen, in denen sich Poli­ti­ker erst anschrei­en, bevor sie anschlie­ßend gemein­sam ein Bier trin­ken gehen, scha­den der Demo­kra­tie mehr als ein paar extra­va­gan­te Mei­nun­gen in einer auf­rich­ti­gen Debat­te. Bes­ser wäre, wenn Poli­ti­ker und Bür­ger ein­fach mal wie­der ins Gespräch kämen.

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Kultur

Kunst im Alltag: Tastaturreinigung

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