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Musik

Check your papers and the TV

Heu­te Abend spielt Ben Folds in der Zeche. Um die ohne­hin schon gro­ße Vor­freu­de noch ein biss­chen anzu­hei­zen, hier ein paar aus­ge­wähl­te Live­vi­de­os:

Errant Dog (neu­er Song)

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Musik

Rockin‘ The Suburbs

Im Spät­herbst 1999 gin­gen Ben Folds Five, die Band, die ich gera­de und bis ans Ende aller Tage zu mei­ner Lieb­lings­band ernannt hat­te, in Deutsch­land auf Tour – im Auf­trag des „Rol­ling Stone“ und gemein­sam mit Tra­vis, die ich wenig spä­ter zu einer mei­ner abso­lu­ten Lieb­lings­bands ernann­te, und Gay Dad. Da Köln und Müns­ter für sech­zehn­jäh­ri­ge Dins­la­ke­ner unend­lich weit waren, ging ich auf kei­nes der Kon­zer­te und dach­te: „Die kom­men schon wie­der.“

Ein Jahr spä­ter hat­ten sich Ben Folds Five auf­ge­löst und Ben Folds kam das nächs­te Mal im Som­mer 2005 nach Deutsch­land. Mög­lich gewor­den war das durch die „Ben Folds Socie­ty“, die Unter­schrif­ten für eine Rück­kehr des Pia­no­ro­ckers nach Deutsch­land gesam­melt hat­te. Und natür­lich war ich bei bei­den Kon­zer­ten dabei, auch wenn das bedeu­te­te, sowohl nach Ber­lin, als auch nach Köln rei­sen zu müs­sen. Im ver­gan­ge­nen Jahr war ich immer­hin bei sei­nem Kon­zert in Köln dabei.

Die­ses Jahr muss ich Ben Folds nir­gend­wo­hin hin­ter­her­fah­ren müs­sen, die­ses Jahr spielt er einen Stein­wurf von mir ent­fernt: in der Zeche in Bochum.

Alle Tour­da­ten:
30.06.2008: Ham­burg, Grün­span
02.07.2008: Bochum, Zeche
03.07.2008: Mann­heim, Alte Feu­er­wa­che
05.07.2008: Bonn, Rhein­kul­tur-Fes­ti­val

Fei­ern wol­len wir die­se gute Nach­richt mit Folds‘ Ver­si­on eines mei­ner Lieb­lings­lie­der:

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Musik Digital

Sex sells anything

Amazon.de meint der­zeit, preis­wer­te CDs unter der Über­schrift „Sex-Sym­bo­le“ ver­kau­fen zu müs­sen.

Da fin­den sich dann nahe­lie­gen­de Kan­di­da­tin­nen wie Nel­ly Fur­ta­do, Suga­ba­bes, Rihan­na, Shaki­ra, Vanes­sa Para­dis oder Nata­lie Imbru­glia; bedingt nach­voll­zieh­ba­res wie Avril Lavi­gne, Chris­ti­na Agui­lera, Kylie Mino­gue, Ashan­ti, Rob­bie Wil­liams oder Ronan Kea­ting; bereits Ver­stor­be­ne wie Elvis Pres­ley und Aali­yah; in Wür­de Geal­ter­te (Bri­git­te Bar­dot, Jane Bir­kin, Leo­nard Cohen, Bob Dylan, Tom Jones, Euryth­mics) und nur Geal­ter­te (Kim Wil­de, Tom­my Lee, Bil­ly Idol, Aer­o­s­mith, Skid Row, Rod Ste­wart, Tina Tur­ner). Es gibt Unver­meid­li­ches wie Brit­ney Spears und Madon­na, spe­cial inte­rests wie Shania Twa­in, Loo­na, Michel­le, Eva­ne­s­cence und Roger Cice­ro – und es gibt von mir hoch ver­ehr­te Künst­ler, die ich in die­sem Kon­text nun wirk­lich nicht erwar­tet hät­te: The Clash und Ben Folds.

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Musik

Jetzt bloß nicht lachen!

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Musik Digital

Allerletztes.fm

Ich fin­de, ich habe noch nicht genug Sta­tis­ti­ken und Lis­ten für 2007 gepos­tet. Des­we­gen hier und jetzt als Zuga­be: die Aus­wer­tung mei­nes last.fm-Accounts!

Meist­ge­hör­te Songs
1. Tra­vis – Col­der (40 Mal)
2. Tra­vis – Batt­le­ships (35)
3. Tra­vis – Clo­ser (32)
4. Wir Sind Hel­den – The Geek (Shall Inhe­rit) (29)
5. Kai­ser Chiefs – Ruby (27)
6. Kili­ans – Fight The Start (25)
6. Bloc Par­ty – I Still Remem­ber (25)
8. Shout Out Louds – Tonight I Have To Lea­ve It (24)
8. The Kil­lers – Read My Mind (24)
8. The Blood Arm – Sus­pi­cious Cha­rac­ter (24)
8. Mika – Grace Kel­ly (24)
12. Tra­vis – My Eyes (23)
12. Kili­ans – When Will I Ever Get Home (23)
12. Muff Pot­ter – Die Guten (23)
12. Rihan­na feat. Jay‑Z – Umbrel­la (23)
16. The Fray – How To Save A Life (22)
16. The Pos­tal Ser­vice – Such Gre­at Heights (22)
16. Bloc Par­ty – Sun­day (22)
16. Manic Street Pre­a­chers – Your Love Alo­ne Is Not Enough (22)
16. Tra­vis – Sel­fi­sh Jean (22)
21. The Fray – Over My Head (Cable Car) (21)
22. Manic Street Pre­a­chers – Indi­an Sum­mer (20)
22. Gui­ded By Voices – Hold On Hope (20)
22. Get Cape. Wear Cape. Fly – The Chro­nic­les Of A Bohe­mi­an Teen­ager (Part 2) (20)
22. Get Cape. Wear Cape. Fly – War Of The Worlds (20)

Meist­ge­hör­te Künst­ler
1. Tra­vis (534 Songs)
2. Manic Street Pre­a­chers (378)
3. The Kil­lers (313)
4. Jim­my Eat World (228)
5. Ben Folds (227)
6. R.E.M. (223)
7. Oasis (210)
8. Get Cape. Wear Cape. Fly (196)
9. Wir Sind Hel­den (191)
9. Ste­reo­pho­nics (191)
9. Ben Folds Five (191)
12. Muff Pot­ter (190)
13. Kili­ans (187)
14. Rob­bie Wil­liams (180)
15. Bloc Par­ty (177)
16. The Wall­flowers (173)
17. The Fray (165)
18. The Wea­k­erthans (160)
19. Tom­te (156)
20. Shout Out Louds (155)
20. The Ata­ris (155)
20. Lily Allen (155)
23. The Smas­hing Pump­kins (148)
24. Finn Brot­hers (145)
25. Mika (141)

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Musik Rundfunk

Sternstunden der Hörfunkgeschichte

Bratwurst, Messdiener, Photosynthese, Körperfettwaage

Simon den Har­tog hat am Mon­tag­abend einen Kas­ten Bier gewon­nen.

Die obi­gen Begrif­fe erreich­ten den Sän­ger der Kili­ans kurz vor sei­nem Live-Inter­view bei „Eins­Li­ve Plan B“ per SMS. Wenn er alle vier ins Gespräch ein­flie­ßen las­se, bekom­me er von mir einen Kas­ten aus­ge­ge­ben, schrieb ich ihm. Er ant­wor­te­te nur „Dann hör genau hin mein lie­ber!“, und hau­te sie alle nach­ein­an­der raus.1 Da der Kon­text mit­un­ter etwas gewagt war, wer­den ihn eini­ge Hörer nun für völ­lig durch­ge­knallt hal­ten. Für mich ist er mein Held des Tages.

Und für den Kas­ten zitie­re ich ger­ne einen wei­te­ren Hel­den, näm­lich den gro­ßen Ben Folds, der sei­ne Sach­be­schä­di­gung am Flü­gel in der Ber­li­ner Colum­bia­hal­le vor zwei Jah­ren wie folgt kom­men­tier­te: „I’m hap­py to pay for it!“

1 Ger­ne wür­de ich auf einen Pod­cast der Sen­dung oder einen ähn­li­chen Audio­be­weis ver­lin­ken, aber Eins­Li­ve, der cra­zy-coo­le Jugend­sen­der des WDR, hat sol­che tech­ni­schen Spie­le­rei­en offen­bar noch nicht im Ange­bot.

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Digital Musik

Don’t Let The Sun Go Down On Me

Das Geständ­nis vor­weg: Ich mag Elton John. Es muss am Kla­vier lie­gen, die­sem Instru­ment, das mich sogar kurz­zei­tig glau­ben lässt, Songs von Oran­ge Blue gut zu fin­den. Elton John hat aber auch eini­ge groß­ar­ti­ge Songs geschrie­ben und spä­tes­tens seit „Almost Famous“ (oder aller­spä­tes­tens seit Ben Folds‘ Inter­pre­ta­ti­on) wis­sen wir, dass „Tiny Dancer“ ein ganz, ganz gro­ßer Song ist.

Elton John hat auch eini­ge schlim­me Din­ge getan: Dro­gen genom­men, die erfolg­reichs­te Sin­gle aller Zei­ten ver­öf­fent­licht und Zei­chen­trick-Fil­me besun­gen. Letz­te­res ist aber (s. Phil Coll­ins) ver­zeih­lich, ers­te­res unter Umstän­den auch.

Jetzt hat Elton John dem bri­ti­schen Bou­le­vard­blatt „Sun“ einen klei­nen Gesin­nungs­auf­satz in die letz­te Mitt­wochs­aus­ga­be dik­tiert, in dem er for­dert, das Inter­net zu schlie­ßen.

We’re tal­king about things that are going to chan­ge the world and chan­ge the way peo­p­le lis­ten to music and that’s not going to hap­pen with peo­p­le blog­ging on the inter­net.

Die­ser selt­sam kon­ser­va­ti­ve Satz dürf­te in die­sem Moment wider­legt sein, denn Ihre Art, Elton Johns Musik zu hören, hat sich doch sicher mit der Lek­tü­re sei­nes klei­nen Tex­tes geän­dert, oder etwa nicht?

I do think it would be an incre­di­ble expe­ri­ment to shut down the who­le inter­net for five years and see what sort of art is pro­du­ced over that span.

Ob Mr John weiß, wie vie­le Bands mitt­ler­wei­le ihre Songs und Arran­ge­ments via E‑Mail erar­bei­ten, weil ihre Mit­glie­der bei­spiels­wei­se ein paar Tau­send Kilo­me­ter ent­fernt leben wie bei Mari­ti­me?

Die­ser klei­ne Text ist aber auch geeig­net, eine Fra­ge auf den Tisch zu brin­gen, die ich mir am Sams­tag im Vor­feld des dann geknick­ten Jan-Delay-Auf­tritts gestellt habe: Wel­che Aus­wir­kung hat eigent­lich das, was man als Per­sön­lich­keit eines Musi­kers wahr­nimmt, auf die Rezep­ti­on der Musik?

Nun: Idea­ler­wei­se gar kei­ne. Hip-Hop-Künst­ler wir­ken fast durch die Bank irre, und auch mit Liam Gal­lag­her oder Bil­ly Cor­gan wür­de ich eher ungern zu Abend essen. Trotz­dem gibt es nichts Idio­ti­sche­res, als sei­ne pri­va­te Plat­ten­samm­lung zu dezi­mie­ren, wenn ein Künst­ler mal wie­der irgend­wie nega­tiv auf­ge­fal­len ist. Das Geld ist eh schon futsch, da kann man die Plat­te auch ruhig im Regal las­sen und wie­der rein­hö­ren, wenn man nicht mehr weiß, war­um man den Musi­ker zwi­schen­durch mal so doof fand.

Sie wer­den des­halb auch nie erra­ten, wes­sen Musik ich gera­de lau­sche …

[via Pop­kul­tur­jun­kie]

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Musik

Autumnsongs

Als ich heu­te Mor­gen erwach­te, war drau­ßen Herbst. „Nun ja“, dach­te ich, „das kann ja mal pas­sie­ren!“ Ich ver­warf mei­ne eigent­li­chen Blog­plä­ne für heu­te, warf iTu­nes an und mich nebst Buch aufs Bett. Dann war mir aber doch für einen Moment lang­wei­lig und des­halb stel­le ich jetzt hier exklu­siv die Top Twen­ty mei­ner liebs­ten Herbst-Alben vor:

20. Manic Street Pre­a­chers – This Is My Truth Tell Me Yours (VÖ: 25. August 1998)
Über­le­bens­gro­ßer Brit­pop des wali­si­schen Tri­os. Jeder Song eine Hym­ne, jedes Streich­in­stru­ment eine Umar­mung.
Defi­ni­ti­ver Herbst­song: „The Ever­las­ting“

19. The Smas­hing Pump­kins – Ado­re (VÖ: 2. Juni 1998)
Die unend­li­che Trau­rig­keit der zum Trio geschrumpf­ten Pump­kins ging wei­ter. Bil­ly Cor­gan spielt mit Drum­com­pu­tern rum und ist doch redu­zier­ter denn je.
Defi­ni­ti­ver Herbst­song: „Blank Page“

18. Dan Bern – New Ame­ri­can Lan­guage (VÖ: 6. Mai 2002)
Ame­ri­ka­ni­scher Singer/​Songwriter, der das exak­te Mit­tel­ding zwi­schen Bob Dylan und Elvis Cos­tel­lo ist. Scha­de, dass das kei­ner kennt.
Defi­ni­ti­ver Herbst­song: „Albu­quer­que Lul­la­by“

17. Get Cape. Wear Cape. Fly – The Chro­nic­les Of A Bohe­mi­an Teen­ager (VÖ: 16. Febru­ar 2007)
Der Jun­ge mit der Gitar­re und dem Drum­com­pu­ter aus Groß­bri­tan­ni­en. Muss sich eigent­lich noch im kalen­da­ri­schen Herbst bewei­sen, wird das aber sicher schaf­fen.
Defi­ni­ti­ver Herbst­song: „Call Me Ishma­el“

16. Toploa­der – Onka’s Big Moka (VÖ: 14. August 2000)
Das One Hit Won­der mit dem Bubble­gum Radio­pop. Trotz­dem ist nicht nur das Album­co­ver wun­der­bar herbst­lich, son­dern auch die Musik.
Defi­ni­ti­ver Herbst­song: „Only For A While“

15. Embrace – If You’­ve Never Been (VÖ: 5. Sep­tem­ber 2001)
Die Brit­pop-Brü­der, die nicht Oasis sind, mit ihrem eigent­lich schwächs­ten Album. Trotz­dem ein ech­ter Herbst-Dau­er­bren­ner mit eini­gen gro­ßen Melo­dien.
Defi­ni­ti­ver Herbst­song: „Make It Last“

14. The Fray – How To Save A Life (VÖ: 27. Okto­ber 2006)
Col­lege­rock auf dem Kla­vier, gemacht von vier über­zeug­ten Chris­ten aus Den­ver. Man muss schon einen Soft Spot für eine gewis­se Men­ge Pathos haben, dann ist es aber groß­ar­tig.
Defi­ni­ti­ver Herbst­song: „Hea­ven For­bid“

13. Radio­head – Kid A (VÖ: 29. Sep­tem­ber 2000)
Das gro­ße, sper­ri­ge Meis­ter­werk der bes­ten Band unse­rer Zeit. Unbe­schreib­lich und unbe­schreib­lich gut.
Defi­ni­ti­ver Herbst­song: „How To Dis­ap­pear Com­ple­te­ly“

12. The Finn Brot­hers – Ever­yo­ne Is Here (VÖ: 20. August 2004)
Neil und Tim Finn haben mit Split Enz und Crow­ded House bei­na­he im Allein­gang die Musik­ge­schich­te Neu­see­lands und Aus­tra­li­en geschrie­ben. Als Finn Brot­hers schrei­ben sie dar­an wei­ter.
Defi­ni­ti­ver Herbst­song: „Edi­ble Flowers“

11. Kash­mir – Ziti­li­tes (VÖ: 11. August 2003)
Die Wie­der­auf­nah­me von „Kid A“ mit ande­ren, däni­schen Mit­teln. Kash­mir machen alles rich­tig und sichern sich einen Platz in den Musi­kan­na­len, Kate­go­rie: „Stän­dig über­se­he­ne Genies“.
Defi­ni­ti­ver Herbst­song: „The After­math“

10. Maxi­mi­li­an Hecker – Infi­ni­te Love Songs (VÖ: 28. Sep­tem­ber 2001)
Sie kön­nen Fal­sett­ge­sang und hoff­nungs­los roman­ti­sche Tex­te nicht aus­ste­hen? Dann wer­den Sie mit die­sem Album nicht glück­lich wer­den. Alle ande­ren schon.
Defi­ni­ti­ver Herbst­song: „The Days Are Long And Fil­led With Pain“

09. The Car­di­gans – Long Gone Befo­re Day­light (VÖ: 24. März 2003)
Mit die­sem Folk-Album zeig­ten die Car­di­gans end­gül­tig allen, dass sie kein Bubble­gum Pop One Hit Won­der sind. Und wer vor­her noch nicht in Nina Pers­son ver­liebt war, war es danach.
Defi­ni­ti­ver Herbst­song: „You’­re The Storm“

08. Death Cab For Cutie – Plans (VÖ: 29. August 2005)
Mit „O.C., Cali­for­nia“ und einem Major­la­bel im Rücken erober­ten DCFC end­lich die Welt im Sturm. Wäre aber auch zu scha­de gewe­sen, wenn man die­ses groß­ar­ti­ge Indiepop-Album über­se­hen hät­te.
Defi­ni­ti­ver Herbst­song: „Dif­fe­rent Names For The Same Thing“

07. Muff Pot­ter – Heu­te wird gewon­nen, bit­te (VÖ: 15. Sep­tem­ber 2003)
Nach Jah­ren des Übens und Fin­ger­wund­spie­lens an der Deutsch­punk-Front waren Muff Pot­ter bereit für ihr Meis­ter­werk. 14 Songs zwi­schen Bord­stein­kan­te und Mond, die alles um einen her­um ver­ges­sen machen.
Defi­ni­ti­ver Herbst­song: „Das Ern­te 23 Dank­fest“

06. The Pos­tal Ser­vice – Give Up (VÖ: 28. April 2003)
Death-Cab-Sän­ger Ben Gib­bard und Dntel-Mas­ter­mind Jim­my Tam­bo­rel­lo zei­gen auf zehn Songs, dass sich Elek­tro­nik und Folk­songs nicht aus­schlie­ßen müs­sen – und die Welt von Indi­edis­co-DJs und Sound­track-Kom­pi­lie­rern war hin­fort nicht mehr die Sel­be.
Defi­ni­ti­ver Herbst­song: „The Dis­trict Sleeps Alo­ne Tonight“

05. Cold­play – Parach­u­tes (VÖ: 21. Juli 2000)
Bevor sie Fuß­ball­sta­di­en und Vor­abend­se­ri­en beschall­ten, waren Cold­play für einen Herbst die klei­nen ver­husch­ten Indien­erds, die einen über uner­füll­te Lie­ben und nass­kal­te Heim­we­ge vom Schul­sport hin­weg­trös­te­ten. We live in a beau­tiful world und everthing’s not lost.
Defi­ni­ti­ver Herbst­song: „We Never Chan­ge“

04. Ben Folds – Rockin‘ The Sub­urbs (VÖ: 11. Sep­tem­ber 2001)
Das ers­te Solo­al­bum nach dem Ende von Ben Folds Five, erschie­nen an dem Tag, nach dem nichts mehr so war wie zuvor. Groß­ar­ti­ge Songs vol­ler Kla­vie­re und Melan­cho­lie – und vol­ler Witz und Iro­nie.
Defi­ni­ti­ver Herbst­song: „Car­ry­ing Cathy“

03. Star­sail­or – Love Is Here (VÖ: 19. Okto­ber 2001)
Sie soll­ten die nächs­ten Cold­play wer­den, wenn nicht auch noch Jeff und Tim Buck­ley und mög­li­cher­wei­se Nick Dra­ke – das konn­te ja kaum klap­pen. Star­sail­or lie­fer­ten trotz­dem ein unglaub­lich groß­ar­ti­ges Album ab – und lie­ßen Cold­play dann den Vor­tritt bei der Welt­kar­rie­re.
Defi­ni­ti­ver Herbst­song: „Fever“

02. R.E.M. – Auto­ma­tic For The Peo­p­le (VÖ: 1. Okto­ber 1992)
R.E.M. schaff­ten den end­gül­ti­gen Sprung vom Geheim­tipp zu Mega­stars – sonst änder­te sich nichts. Wer wis­sen will, wie sowas geht, soll­te das Album hören.
Defi­ni­ti­ver Herbst­song: Alle – ein­fach alle.

01. Tra­vis – The Man Who (VÖ: 28. Mai 1999)
Kein Wun­der, dass das Album in Deutsch­land erst im Herbst so rich­tig sei­ne Hörer fand: der Som­mer ’99 war ein­fach zu tro­cken für „Why Does It Always Rain On Me?“. Wer die Bedeu­tung des Wor­tes „Melan­cho­lie“ erfah­ren will, ist hier rich­tig. Alle ande­ren auch.
Defi­ni­ti­ver Herbst­song: „Turn“

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Musik

Unsichtbar und namenlos: Die neue Travis im Detail

Am ver­gan­ge­nen Frei­tag erschien „The Boy With No Name“, das mitt­ler­wei­le fünf­te Album von Tra­vis. Mit dem zeit­gleich erschie­nen neu­en Album der Manic Street Pre­a­chers und den bereits ange­kün­dig­ten neu­en Alben von R.E.M., den Ste­reo­pho­nics, Ash und Slut kön­nen wir also in die­sem Jahr die Wie­der­kehr des Musik­jah­res 2001 fei­ern – nur, dass zumin­dest Tra­vis, Manics, Pho­nics und Ash damals noch irgend­wie mehr Auf­merk­sam­keit auf sich gezo­gen haben.

Auch für Tra­vis gibt es die Track-by-track-Ana­ly­se – wie immer total sub­jek­tiv und vol­ler Quer­ver­wei­se:

3 Times And You Lose
So ruhig hat noch kein Tra­vis-Album begon­nen: Erst nach 43 Sekun­den set­zen Bass und Schlag­zeug ein, um Fran Hea­ly, sei­ne Akus­tik­gi­tar­re und den Chor­ge­sang zu beglei­ten. Von da an ist es ein som­mer­lich-fluf­fi­ger Pop­song, der auch gut auf „The Invi­si­ble Band“ gepasst hät­te – und damit die Marsch­rich­tung vor­gibt.

Sel­fi­sh Jean
„Lust For Life“? „Life­styl­es Of The Rich And Famous“? Das dürf­te die … nun ja: schnells­te Tra­vis-Num­mer aller Zei­ten sein, man ist fast ver­sucht, etwas wie „nach vor­ne gehen“ zu schrei­ben. Dar­auf soll­te man sogar einen gepfleg­ten Rock’n’Roll tan­zen dür­fen – wenn man’s denn kann. Eine der Über­ra­schun­gen des Albums – und des­halb auch einer der bes­ten Songs. Dass hier Tei­le der Uralt-B-Sei­te „Stan­ding On My Own“ recy­celt wer­den, fällt weder auf, noch wäre es schlimm.

Clo­ser
Die bereits andern­orts gelob­te ers­te Sin­gle. Sie braucht ihre zwei, drei Durch­läu­fe, dann ist es sofort einer der Lieb­lings­songs. Der Echo-Gesang der zwei­ten Stro­phe ist ein Tra­vis-typi­scher Gän­se­haut­mo­ment, der auf­zeigt, war­um man die­se Band noch mal so ger­ne hat.

Big Chair
Was ist das denn, eine Funk-Bal­la­de oder doch eher der Ver­such, Drum’n’­Bass auf ech­ten Instru­men­ten zu spie­len? Was auch immer Tra­vis sich dabei gedacht haben: Es ist ein wun­der­schö­nes Lied dar­aus gewor­den, schon wie­der bei­na­he tanz­bar, aber dafür viel zu laid back. Mit dem schöns­ten Kla­vier­ge­klim­per seit Rob­bie Wil­liams‘ „Feel“. Und dass das Lied auch von Kea­ne stam­men könn­te, ist für kei­ne der bei­den Bands belei­di­gend gemeint. Text­lich ver­mut­lich die Ant­wort auf Her­bert Grö­ne­mey­ers „Stuhl im Orbit“.

Batt­le­ships
„Be My Baby“ haben Tra­vis schon mal als B‑Seite auf­ge­nom­men, dies­mal bor­gen sie sich des­halb nur das Intro. „When will you car­ry me home /​ Like the woun­ded star in the movie“ beginnt das Lied, das im Refrain eine zwar etwas abge­grif­fe­ne, aber nicht min­der anrüh­ren­de Kriegs­me­ta­pher für das Schei­tern einer Bezie­hung durch­de­kli­niert: „We’­re batt­le­ships, driftin‘ in an alley river /​ Takin‘ hits, sin­king it’s now or never /​ Over­board, drow­nin‘ in a sea of love and hate but it’s too late /​ Batt­le­ship down“. Herz­zer­rei­ßend, groß­ar­tig, „The Man Who“-Niveau!

Eyes Wide Open
Huch: Eine rot­zi­ge (aber lei­se) E‑Gitarre und eine Four-To-The-Flo­or-Bass­drum in der Stro­phe, ein schwung­vol­ler Beat im Refrain. Das hät­te (auch in text­li­cher Hin­sicht) auch bes­tens aufs letz­te Oasis-Album gepasst. Außer­ge­wöhn­lich, aber nicht unbe­dingt der Über­song.

My Eyes
Musi­ka­lisch und the­ma­tisch die Fort­set­zung von „Flowers In The Win­dow“. Damals ging’s ums Kin­der­krie­gen, jetzt ist der Nach­wuchs da: „You’­ve got my eyes /​ We can see, what you’ll be, you can’t dis­gu­i­se /​ And eit­her way, I will pray, you will be wise /​ Pret­ty soon you will see the tears in my eyes“. Das ist dann wohl das Lied für Clay, Fran Hea­lys Sohn, des­sen Wochen der Namen­lo­sig­keit dem Album sei­nen Titel gaben. Die schöns­te Vater-Sohn-Num­mer seit Ben Folds‘ „Still Fight­ing It“ – und auch fast so gut.

One Night
Jedes Tra­vis-Album braucht offen­bar ein „Luv“ oder „After­glow“, an das man sich schon beim nächs­ten Track kaum noch erin­nert. Und mit Zei­len wie „One night can chan­ge ever­y­thing in your life /​ One night can make ever­y­thing alright“ gewinnt man auch kei­nen Blu­men­topf. Wie die vor­ge­nann­ten Songs aber auch, so fügt sich die­ser Titel gut in den Album­kon­text ein und eig­net sich so gut als Fül­ler.

Under The Moon­light
Tra­vis, die unge­krön­ten Köni­ge der fan­tas­ti­schen B‑Sei­ten-Cover­ver­sio­nen, packen ein frem­des Lied auf eines ihrer Alben! Wobei, was heißt hier „fremd“? Geschrie­ben wur­de „Under The Moon­light“ von Susie Hug, einer engen Freun­din der Band, deren letz­tes Album nicht nur von Fran Hea­ly pro­du­ziert wur­de, son­dern bei dem auch noch drei Vier­tel der Band (Bas­sist Dou­gie Pay­ne muss­te grad umzie­hen) als Back­ing Band zu hören sind. Selt­sam (aber kein biss­chen schlimm) ist nur, dass es sich bei der Dame, die im Hin­ter­grund singt, nicht um Susie Hug, son­dern um KT Tunstall han­delt.

Out In Space
Das obli­ga­to­ri­sche Lied ohne Schlag­zeug. Klingt wie ein Über­bleib­sel der „Invi­si­ble Band“-Sessions und hat die glei­che atmo­sphä­ri­sche Dich­te. Seit der Regen vor mei­nem Fens­ter die Hit­ze abge­löst hat, passt die­ser Song auch.

Col­der
Das Schlag­zeug rum­pelt, Andy Dun­lops Gitar­ren sir­ren und Fran Hea­ly singt „I’m in love with ever­y­thing“ – klingt nach guter Lau­ne? Quark: „The sky is fal­ling down /​ And there’s an angel on the ground /​ It’s get­ting col­der“. Fünf Pfund, dass es hier um einen ver­flucht kal­ten Win­ter geht. Im Refrain kommt erst­ma­lig ein Voco­der zum (spar­sa­men, aber prä­gnan­ten) Ein­satz, in der Midd­le 8 erwar­ten und Har­fen und Mund­har­mo­ni­ka. Der bes­te Tra­vis-Song seit vie­len Jah­ren, eine Kopf­nick- und Arme­aus­brei­te-Hym­ne für die pathe­ti­schen Momen­te im Leben.

New Ams­ter­dam
Oh, ein Lied über New York, hat­ten wir ja noch nie. Der lyrisch schwächs­te Tra­vis-Song seit „She’s So Stran­ge“. Dass New York einen sprach­los macht, ist klar. Dass dabei aber trotz­dem noch gute Song­tex­te ent­ste­hen kön­nen, haben zuletzt Tom­te bewie­sen. Musi­ka­lisch trotz­dem schön.

Sai­ling Away
Drei von jetzt fünf Tra­vis-Alben haben Hid­den Tracks, die­se Quo­te schlägt nur noch Rob­bie Wil­liams. Hier ist der aktu­el­le: Ein beschwing­ter Schun­k­ler, der vor allem mit dem (doch wohl hof­fent­lich beab­sich­tig­ten) The-Clash-Zitat „I live by the river“ punk­ten kann. Ein hüb­scher Abschluss der Plat­te und tau­send- ach: mil­li­ar­den­fach bes­ser als der letz­te Schot­te, der übers Segeln sang. Wie, das ist ja auch über­haupt nicht schwer? Na gut: stimmt.

Fazit
Okay, ich bin ehr­lich: Ich bin über­zeug­ter Tra­vis-Fan. Gera­de des­halb war ich aber irgend­wie immer unzu­frie­den mit „12 Memo­ries“, weil es mir irgend­wie ein biss­chen ver­krampft, unrund und über­am­bi­tio­niert erschien. „The Boy With No Name“ schal­tet da zwei Gän­ge zurück und ist des­halb eher als direk­ter Nach­fol­ger von „The Invi­si­ble Band“ anzu­se­hen – was sich übri­gens auch in den son­nen­durch­flu­te­ten Ame­ri­ka-Fotos der jewei­li­gen Book­lets wie­der­spie­gelt. Trotz­dem gibt es auch ein paar gro­ße „The Man Who“-Momen­te.
Es ist das ers­te Tra­vis-Album, dass nicht nur Fran-Hea­ly-Songs beinhal­tet: Neben der exter­nen Zulie­fe­rung „Under The Moon­light“ stam­men „3 Times And You Lose“ und „Big Chair“ (Andy Dun­lop) und „Col­der“ (Dou­gie Pay­ne) zumin­dest teil­wei­se aus der Feder ande­rer Band­mit­glie­der, die ihre Song­wri­ter­qua­li­tä­ten schon auf diver­sen B‑Seiten bewei­sen durf­ten. (Ich glau­be, ich soll­te mal drin­gend eine Lis­te mit den bes­ten Tra­vis-B-Sei­ten zusam­men­stel­len – das dürf­te deren zweit­bes­tes Album wer­den.)
Die Band tat ver­mut­lich sehr gut dar­an, den Breit­wand-Tüft­ler Bri­an Eno nach ein paar Tagen in die Wüs­te zu schi­cken und das Album statt­des­sen mit Ste­ve Orchard und ihrem lang­jäh­ri­gen Beglei­ter Nigel God­rich zu pro­du­zie­ren.
Zu der von Jan Wig­ger auf­ge­stell­ten Behaup­tung, Tra­vis-Fans sei­en „auf­fal­lend genüg­sam“ und erwar­ten eh immer nur das Glei­che, kann man ste­hen, wie man will, die­ses Album lie­fert inner­halb des Tra­vis-Kos­mos doch die ein oder ande­re Neue­rung und kann viel­leicht im Kreis der Keane‑, Snow-Pat­rol- und Cold­play-Anhän­ger sogar noch den einen oder ande­ren neu­en Fan abgrei­fen.
Die letz­te Fra­ge, die sich jetzt noch stellt: Ist der im Book­let über­schwäng­lich mit Dank bedach­te „Wolf­gang Doeb­ling“ wirk­lich Wolf­gang Doebe­l­ing vom Rol­ling Stone?

Travis - The Boy With No Name
Tra­vis – The Boy With No Name

VÖ: 04.05.2007
Label: Inde­pen­di­en­te
Ver­trieb: SonyBMG

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Musik

Ein Klavier, ein Klavier!

Jetzt betrei­ben wir die­ses Blog seit fast drei Mona­ten und ich habe immer noch kei­nen Satz über Ben Folds ver­lo­ren. Das ist inso­fern skan­da­lös, als Folds mein abso­lu­ter Lieb­lings­künst­ler ist, der gar nicht genug gewür­digt wer­den kann. Wer noch nie etwas von Ben Folds oder sei­ner frü­he­ren Band Ben Folds Five gehört hat, möge sich bit­te erst ein paar Minu­ten schä­men und die­se Bil­dungs­lü­cke anschlie­ßend schlie­ßen.
Der Zustand des Nicht­ge­schrie­ben­ha­bens ändert sich heu­te, denn gleich zwei, nun ja: über­ra­schen­de bis ver­wir­ren­de Mel­dun­gen aus dem Hau­se Folds erblick­ten das Licht der Welt:

Zum einen wird Folds das Solo­de­büt der Dres­den-Dolls-Sän­ge­rin Aman­da Pal­mer pro­du­zie­ren. Zwar bestand wohl nicht ernst­haft die Gefahr, Pal­mers Solo­al­bum könn­te nicht auch ohne Folds gelin­gen, aber so besteht natür­lich beson­de­rer Grund zur Freu­de. Denn Folds‘ letz­te Pro­duk­ti­ons­ar­beit war das klei­ne Meis­ter­werk „Has Been“ von Wil­liam „Cap­tain Kirk“ Shat­ner – und des­sen Vor­gän­ger aus dem Jahr 1969 gilt immer­hin als eines der schlech­tes­ten Alben ever. Wenn Folds also aus einem altern­den Welt­raum­cow­boy nur das Bes­te raus­holt, was soll er dann erst bei Miss Pal­mer machen?

Zum zwei­ten ging heu­te per News­let­ter und MySpace-Blog eine Bot­schaft in die Welt, die am Bes­ten gleich wört­lich zitiert wird:

i need a vaca­ti­on. but i hate vaca­ti­ons becau­se i don’t know what to do with my time. so i stay­ed up all last night dia­l­ing up fri­ends who play music who also want a vaca­ti­on and most of them told me to call back when i was sober and not crying.

i’ll ring them up again today, but my point is that i’d like to get a lot of talen­ted musi­cal artists tog­e­ther in one holi­day moment of glo­ry with pos­si­bly a few come­di­ans and have some kind of magi­cal expe­ri­ence ..MAN.

the idea of pain­ting a lar­ge bus psy­che­de­lic pur­ple, not taking baths for a week and dri­ving around the coun­try jamming out on one chord about the war got shot down quick­ly. ever­yo­ne wan­ted to bring their blackberry’s and sing about their record com­pa­nies, then the­re was an issue becau­se some of the musi­cal acts wan­ted cor­po­ra­te spon­sor­ship on the side of the bus etc. we’ll get ever­yo­ne on board.… soon. my peo­p­le will come up with some­thing and cont­act their peo­p­le who will cont­act your peo­p­le and we’ll make my vaca­ti­on fan­ta­sies come true.

Um eine Phra­se zu ver­mei­den: Man darf gespannt sein.