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Politik

Be My Kandidat

Ursprüng­lich hat­te ich vor­ge­habt, ein Cas­ting für den deut­schen Grand-Prix-Act 2009 zu star­ten. Aber sowas gab es ja schon mal …

Statt­des­sen ruft Cof­fee And TV hier­mit den Wett­be­werb

be my Kandidat

aus, bei dem Sie (ja: Sie) sich bewer­ben kön­nen, um Kan­di­dat für das Amt des Bun­des­prä­si­den­ten zu wer­den.

Vor­aus­set­zun­gen:

  • Sie sind vor dem 23. Mai 1969 gebo­ren.
  • Sie sind deut­scher Staats­bür­ger.
  • Sie besit­zen das Wahl­recht zum deut­schen Bun­des­tag.
  • Sie pas­sen zumin­dest grob in eine der bei­den Kate­go­rien „Mann“ oder „Frau“.
  • Sie wären im Fal­le Ihrer Wahl bereit, für min­des­tens fünf Jah­re auf die Aus­übung Ihres Beru­fes und mög­li­cher Ämter zu ver­zich­ten.
  • Sie ver­spre­chen, im Fal­le Ihrer Wahl Sgt.-Pepper-Fantasieuniformen als neue Dienst­klei­dung für Poli­zei und Bun­des­wehr vor­zu­schla­gen.

Ihre unver­bind­li­che Bewer­bung kön­nen Sie mit einem Kom­men­tar kund­tun, ich kon­tak­tie­re Sie dann unter der von Ihnen ange­ge­be­nen E‑Mail-Adres­se.

Nach einer ers­ten Sich­tung der Bewer­ber ver­an­stal­ten wir hier im Blog ein gro­ßes Cas­ting, bei dem der bes­te Kan­di­dat ermit­telt wird. Es wird einen läh­men­den Vor­wahl­kampf wie in den USA geben und am Ende müs­sen wir noch ein Mit­glied der Bun­des­ver­samm­lung fin­den, das unse­ren Kan­di­da­ten im nächs­ten Jahr auch zur Wahl vor­schlägt.

Zu gewin­nen gibt es hier nichts, die Wahl durch die Bun­des­ver­samm­lung ist noch weni­ger garan­tiert als der Vor­schlag zur Wahl.

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Rundfunk

Sternstunden der TV-Geschichte

Aus aktu­el­lem Anlass füh­le ich mich ver­pflich­tet, Ihnen ein Video zu prä­sen­tie­ren, das heu­te exakt fünf Jah­re alt wird.

Für alle, die nicht per­sön­lich ange­spro­chen wer­den, beant­wor­tet der Clip immer­hin die (nie gestell­te) Fra­ge, war­um Mari­na Rin­gel nie Mode­ra­to­rin einer gro­ßen Sams­tag­abend­show gewor­den ist:

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[Direkt­link]

<per­sön­li­cher Moment>Herzlichen Glück­wunsch zum Geburts­tag, Mathias!</persönlicher Moment>

PS: Ein wei­te­res Video, an des­sen Ent­ste­hung ich betei­ligt war, gibt’s im Moment im BILD­blog.

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Musik Digital

Auswärtsspiel: Der große Grand-Prix-Führer 2008

Wir wis­sen auch nicht mehr war­um, aber Ste­fan Nig­ge­mei­er und ich, wir haben uns sämt­li­che 43 Titel, die die­ses Jahr in zwei Halb­fi­nals und einem Fina­le am Grand Prix teil­neh­men, ange­hört. Mehr­mals. Und dar­über geschrie­ben. Näm­lich hier.

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Digital

Auswärtsspiel: Heute wegen Twitter

Nach der Bekannt­ga­be der Nomi­nie­run­gen für den Grim­me Online Award in Düs­sel­dorf am ver­gan­ge­nen Don­ners­tag hat Dani­el Fie­ne, Cam­pus­ra­dio-Legen­de von Radio Q und einer der Macher von „Was mit Medi­en“, Kath­rin und mich zum The­ma Twit­ter inter­viewt.

Das Ergeb­nis kann man sich als Pod­cast hier anhö­ren und her­un­ter­la­den.

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Digital

Programmhinweis: Jugendmedienevent 2008

Wenn Sie zwi­schen zwölf und 25 Jah­re alt sind (ich Sie also nicht unbe­dingt sie­zen müss­te) und sich für Medi­en und Jour­na­lis­mus inter­es­sie­ren, hät­te ich da was für Sie:

Die Jun­ge Pres­se ver­an­stal­tet vom 14. bis zum 17. August 2008 in Mainz und Essen (erst zwei Tage Mainz, dann zwei Tage Essen) das Jugend­me­di­en­event 2008.

Für wenig Geld gibt es dort einen Aus­flug zum ZDF und zahl­rei­che Vor­trä­ge und Work­shops mit erfah­re­nen und nam­haf­ten Jour­na­lis­ten – sowie einen mit mir, denn ich wer­de dort etwas über das Web 2.0 im All­ge­mei­nen und Blogs im Spe­zi­el­len erzäh­len.

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Out of „View“

Für schlecht arbei­ten­de Jour­na­lis­ten müs­sen Blogs die Höl­le sein. Hät­te frü­her nie­mand die Mel­dung, dass ein Sex-Video der Pop­sän­ge­rin Shaki­ra auf­ge­taucht sein soll, in Zwei­fel gezo­gen, wenn sie erst mal über­all gestan­den hat, machen sich Blog­ger heu­te einen Spaß dar­aus, die Mel­dung als April­scherz zu ent­tar­nen und Online­por­ta­le und Agen­tu­ren damit heim­zu­su­chen.

Hauptsache Sex-Skandal.

Eigent­lich war das The­ma für mich dann auch geges­sen, aber Num­mer 9 wies in den Kom­men­ta­ren dar­auf hin, dass es die Mel­dung auch in die Mai-Aus­ga­be des Foto-Maga­zins „View“ geschafft hat­te:

Bei “View” glaubt man noch immer an das Shakira-Sex-Video.

Da es ja schon lan­ge nicht mehr um das angeb­li­che Home­vi­deo und den zugrun­de­lie­gen­den April­scherz geht, son­dern um die gene­rel­le Ein­stel­lung von Jour­na­lis­ten zum The­ma Recher­che, schrieb ich eine E‑Mail an die Redak­ti­on von „View“, die in einer – wie ich fand – ein­fa­chen Fra­ge mün­de­te:

Lag der Redak­ti­ons­schluss für das Mai-Heft so früh, dass Sie von der Auf­lö­sung des April­scher­zes (am 2. bzw. 4. April) nichts mit­be­kom­men konn­ten, oder recher­chie­ren Sie in Fäl­len, die das Pri­vat­le­ben von Stars betref­fen, gene­rell nicht wei­ter nach?

Offen­bar hat­te ich mich damit böse im Ton ver­grif­fen, denn in der Ant­wort-E-Mail, die mir Hans-Peter Jun­ker, stell­ver­tre­ten­der Chef­re­dak­teur von „View“, eine Stun­de spä­ter schrieb, fand er zwar loben­de Wor­te für die­ses Blog, fuhr aber fort:

Sie wer­den aber ver­ste­hen, dass ich eine Fra­ge, wie „Lag der Redak­ti­ons­schluss für das Mai-Heft so früh, dass Sie von der Auf­lö­sung des April­scher­zes (am 2. bzw. 4. April) nichts mit­be­kom­men konn­ten, oder recher­chie­ren Sie in Fäl­len, die das Pri­vat­le­ben von Stars betref­fen, gene­rell nicht wei­ter nach?“ nicht beant­wor­ten kann.

Ich den­ke, wenn Sie mein State­ment im Wort­laut so abdru­cken, wer­den das auch Ihre Leser ver­ste­hen.

Nun kann ich über Ihr Ver­ständ­nis natür­lich schwer­lich urtei­len und bemüh­te mich des­halb, mit einer Umfor­mu­lie­rung mei­ner Fra­ge in der Geschmacks­rich­tung „jour­na­lis­tisch“ wei­ter um eine Ant­wort:

Wie war es, trotz der hohen jour­na­lis­ti­schen Stan­dards, die im Hau­se „View“/„Stern“ vor­herr­schen, mög­lich, dass Ihre Redak­ti­on auf die­sen (auf­ge­klär­ten) April­scherz her­ein­ge­fal­len ist?

Doch der Zug war abge­fah­ren:

Sie ken­nen sicher den Satz:
„You never have the second chan­ce to make a first impres­si­on.“

Sie haben lei­der die nied­ri­gen Stan­dards, die ich an einen höf­li­chen und kol­le­gia­len Umgang stel­le, unter­lau­fen.

Ich sehe daher kei­nen Sinn, die­sen Mail­wech­sel fort­zu­set­zen.

Jetzt wer­den Sie wegen mei­ner unver­schäm­ten For­mu­lie­rung nie erfah­ren, wie es der Shaki­ra-Falsch­mel­dung gelun­gen ist, die hohen jour­na­lis­ti­schen Ansprü­che in der Redak­ti­on von „View“ aus­zu­trick­sen. Das tut mir auf­rich­tig leid.

Mit Dank an Mar­kus fürs Abfo­to­gra­fie­ren der Zeit­schrift.

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Digital

Mitbewohner 2.0

Ich bin ja ein gro­ßer Freund des Inter­nets und des Web 2.0. Ich den­ke, dass man dort ten­den­zi­ell alles fin­den kann: Fuß­ball­ergeb­nis­se, Kuchen­re­zep­te, lus­ti­ge Vide­os und den Part­ner fürs Leben.

Nun aber will ich das welt­wei­te Daten­netz auf eine har­te Pro­be stel­len: Ich suche einen neu­en Mit­be­woh­ner für unse­re Drei­er-WG in Bochum!

Falls Sie also Stu­dent an einer der Bochu­mer Hoch­schu­len sind und ein Zim­mer suchen, oder Sie jeman­den ken­nen, der Stu­dent an einer der Bochu­mer Hoch­schu­len ist und ein Zim­mer sucht: hier geht’s lang.

Für alle ande­ren ist es viel­leicht wenigs­tens inter­es­sant zu sehen, ob die­se doch sehr moder­ne Form der Mit­be­woh­ner­su­che funk­tio­niert. Ich wer­de Sie auf dem Lau­fen­den hal­ten!

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Digital

Rein und raus bei mtv.de

Mitt­woch, 9. April 2008
mtv.de berich­tet unter der Über­schrift „Sex­vi­deo – Jetzt auch Shaki­ra?“ über ein angeb­li­ches Sex­vi­deo, das die Sän­ge­rin Shaki­ra mit zwei Män­nern auf einer Yacht zei­gen soll. Die­se Geschich­te ist falsch, es han­del­te sich dabei um den April­scherz eines argen­ti­ni­schen Radio­mo­de­ra­tors (s.a. hier).

Noch am sel­ben Tag weist ein Leser mtv.de mit zwei gleich­lau­ten­den Kom­men­ta­ren auf die­sen Feh­ler hier:

Verschwundener Kommentar bei mtv.de

Frei­tag, 11. April 2008
Nach­dem ich die gan­ze Geschich­te auf­ge­schrie­ben habe, schi­cke ich eine E‑Mail an die Pres­se­spre­che­rin von MTV, in der ich fra­ge, war­um man bei mtv.de auf den Leser­kom­men­tar nicht reagiert und die Sache nicht rich­tig­ge­stellt habe. Außer­dem will ich wis­sen, ob bei mtv.de die Kom­men­ta­re unter den Arti­keln über­haupt gele­sen wer­den.

Am glei­chen Tag geht bei mtv.de ein Wochen­rück­blick online, der unter ande­rem mit fol­gen­der Geschich­te auf­war­tet:

Die Wochenhighlights bei mtv.de

Sams­tag, 12. April 2008
Als ich nach­gu­cken will, ob sich bei mtv.de inzwi­schen etwas getan hat, stel­le ich fest, dass die Geschich­te nach wie vor unkor­ri­giert online steht – aber die Leser­hin­wei­se auf den April­scherz ver­schwun­den sind.

Ent­spre­chend sinn­los wirkt auch der Kom­men­tar, der plötz­lich Num­mer 1 in der Lis­te ist:

Kommentar bei mtv.de

Weil mir das alles etwas merk­wür­dig vor­kommt, kom­men­tie­re ich sel­ber mal, und nach gut andert­halb Stun­den sind wir schon zwei:

Kommentare bei mtv.de

Mon­tag, 14. April 2008
Bei mei­nem Kon­troll­rund­gang stel­le ich fest, dass der Arti­kel und die neu­en Kom­men­ta­re immer noch da sind – nun ist aber plötz­lich der Wochen­rück­blick aus dem Archiv von mtv.de ver­schwun­den.

Die Falsch­mel­dung führt unter­des­sen die Lis­te der „most wan­ted“ (meist­ge­klick­ten) Nach­rich­ten mit Abstand an:

Most wanted news bei mtv.de

Ich nut­ze das Kon­takt­for­mu­lar in der Hoff­nung, irgend­je­man­den zu errei­chen, der mir erklä­ren kann, war­um a) die Falsch­mel­dung nicht nach dem Leser­hin­weis kor­ri­giert, son­dern andert­halb Tage spä­ter noch ein­mal im Wochen­rück­blick wie­der­holt wur­de, b) der ent­spre­chen­de Leser­kom­men­tar plötz­lich ver­schwun­den ist, c) der gan­ze Wochen­rück­blick unauf­find­bar ist und d) ob ange­denk der Reak­tio­nen auf die­sen Arti­kel die Kom­men­ta­re bei mtv.de über­haupt gele­sen wür­den:

Gaga-Kommentare bei mtv.de

Als ich spät­abends noch ein­mal mei­ne E‑Mails che­cke, habe ich immer noch kei­ne Ant­wort von mtv.de bekom­men. Der zuvor ver­schwun­de­ne Wochen­rück­blick ist aber plötz­lich wie­der online und taucht auch im News-Archiv wie­der auf:

Die Wochenhighlights bei mtv.de

Dafür sieht die Lis­te der „most wan­ted“ Nach­rich­ten plötz­lich so aus:

Most wanted news bei mtv.de

Diens­tag, 15. April 2008 (Update)
Die Pres­se­spre­che­rin von MTV ruft mich an, um mir zu erklä­ren, dass mtv.de ein gro­ßer Laden sei, wo nicht alle Kom­men­ta­re sofort gele­sen wür­den. Was mit den Hin­wei­sen des Lesers pas­siert sei, wer­de noch geprüft. Der Wochen­rück­blick sei ver­mut­lich im Zuge eines Daten­bank-Updates kurz­zei­tig ver­schwun­den, ein Hin­weis auf den April­schertz wer­de ein­ge­baut.

Noch war­ten wir dar­auf.

Mitt­woch, 16. April 2008 (2. Update)
mtv.de muss ein sehr gro­ßer Laden sein: Es fehlt näm­lich immer noch jeder Hin­weis auf den April­scherz. Dafür steht dort seit ges­tern ein wei­te­rer Leser­kom­men­tar:

Noch ein Leserkommentar bei mtv.de

Frei­tag, 18. April 2008 (3. Update)
Ich habe mich geirrt: mx weist in den Kom­men­ta­ren dar­auf hin, dass mtv.de sehr wohl bereits am Diens­tag klar­ge­stellt hat, dass es sich um einen April­scherz han­delt – aller­dings in einem Extra-Arti­kel!

In bes­ter „Bild“-Manier heißt es dort, „jetzt“ sei her­aus­ge­kom­men, dass es sich um einen April­scherz gehan­delt habe. Außer­dem schließt der Text mit einem sel­ten däm­lich Hin­ter­tür­chen-Satz:

Vielleicht hat mtv.de ja doch recht gehabt

Wer durch Zufall auf den Ursprungs­ar­ti­kel stößt, muss immer noch glau­ben, dass ein sol­ches Video exis­tiert.

Immer­hin im Wochen­rück­blick taucht die Kor­rek­tur auf – wenn auch irgend­wie komisch for­mu­liert:

mtv.de bedauert, dass es kein Sex-Video von Shakira gibt

Don­ners­tag, 22. Mai 2008 (4. Update)
Ich habe gera­de spa­ßes­hal­ber noch mal nach­ge­schaut: tat­säch­lich hat mtv.de es irgend­wann in den letz­ten fünf Wochen geschafft, den Ursprungs­ar­ti­kel doch noch zu bear­bei­ten.

Er endet jetzt wie folgt:

mtv.de erklärt, dass es doch kein Shakira-Sex-Video gibt

Ich beschlie­ße, den Recht­schreib­feh­ler zu igno­rie­ren und den Fall als abge­schlos­sen zu betrach­ten.

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Digital Gesellschaft

Scheiß auf Freunde bleiben

Kürz­lich frag­te ich in die Run­de der Dins­la­ke­ner Schul- und Jugend­freun­de, ob und wie sie eigent­lich online zu errei­chen wären. MySpace, Face­book, Live­Jour­nal, Twit­ter, last.fm, … – es gäbe da ja zahl­rei­che Mög­lich­kei­ten. Eine der Ant­wor­ten lau­te­te sinn­ge­mäß, der­ar­ti­ge Platt­for­men sei­en Zeit­ver­schwen­dung und dien­ten nur der Aus­brei­tung des Pri­vat­le­bens vor den Augen der Welt­öf­fent­lich­keit, per­sön­li­che Gesprä­che sei­en doch viel bes­ser.

Nun kann man natür­lich dar­über strei­ten, ob eine sol­che Aus­sa­ge nicht eher zu grei­sen Redak­teu­ren Lesern der „Süd­deut­schen Zei­tung“ pas­se als zu auf­ge­schlos­se­nen Mitt­zwan­zi­gern – noch dazu, wenn die­se schon aus beruf­li­chen Grün­den am Erhalt und Aus­bau von Netz­wer­ken inter­es­siert sein soll­ten. Ich will aber gar nicht dar­über urtei­len, jeder Mensch soll bit­te genau so leben und kom­mu­ni­zie­ren, wie er es für rich­tig hält. Ich will auf etwas völ­lig ande­res hin­aus: Die Gesell­schaft wird sich über kurz oder lang nicht mehr (nur) in alt und jung, arm und reich, oder nach Wohn­or­ten auf­tei­len, die Gren­ze wird ent­lang von „online“ und „off­line“ ver­lau­fen.

Natür­lich: Ich ver­wei­ge­re mich ja auch vehe­ment der Nut­zung von Stu­diVZ (seit dem Ein­trag sind bei denen noch mal etwa drei Dut­zend neue Sün­den­fäl­le hin­zu­ge­kom­men). Wer das tut, ver­schließt sich auto­ma­tisch einem brei­ten Teil sei­ner Alters­ge­nos­sen, denn wenn jemand von denen online ist, dann bei Stu­diVZ. Ande­rer­seits stellt sich sowie­so die Fra­ge, ob man Leu­te, denen man in der Uni oder gar in der Schu­le ab und zu „Hal­lo“ gesagt hat, in unre­gel­mä­ßi­gen Abstän­den „Wie geht’s?“ fra­gen und ihnen zum Geburts­tag gra­tu­lie­ren soll­te, wenn einen die ent­spre­chen­de Web­site dar­auf hin­weist. Ich habe Schul­freun­de, die nicht bei Goog­le zu fin­den sind, und zu denen ich seit Jah­ren kei­nen Kon­takt mehr habe, was ich immer­hin auf­rich­ti­ger fin­de, als wenn sie Kar­tei­lei­chen in mei­nem Face­book-Account wären.

Die meis­ten Leu­te, die davon spre­chen „im Inter­net“ zu sein, mei­nen damit ihre E‑Mail-Adres­se für die gan­ze Fami­lie bei T‑Online, bei der sie ein­mal in der Woche nach elek­tro­ni­scher Post gucken. Das ist völ­lig in Ord­nung und wer sei­ne Eltern oder gar Groß­el­tern ein­mal so weit gebracht hat, will ihnen nicht auch noch Use­net, IRC, Instant Mes­sen­ger und VoIP-Diens­te erklä­ren. Als mei­ne Groß­mutter mir ein­mal in einem Neben­satz mit­teil­te, dass sie die­ses Blog hier lese, hät­te ich fast mei­nen Kaf­fee gegen den Fern­se­her über den Tisch geprus­tet.

Außen­ste­hen­den zu erklä­ren, wor­um es sich beim Bar­camp Ruhr oder der re:publica han­del­te, wird schwie­ri­ger, je tie­fer man in der Mate­rie drin ist. Zwar konn­te ich gera­de noch so erklä­ren, was ein Start­up ist („ein jun­ges Unter­neh­men im Inter­net“), aber die Fra­ge nach Twit­ter hät­te ich nicht beant­wor­ten wol­len – geschwei­ge denn die Fra­ge, was man denn davon über­haupt habe.

Wäh­rend die gro­ße Mehr­heit an Leu­ten im Inter­net höchs­tens Nach­rich­ten „Spie­gel Online“ liest, befasst sich ein klei­ner Kreis von Leu­ten mit immer schnel­ler wech­seln­den Spiel­zeu­gen. Aus der Mode gekom­me­ne Sachen sind heu­te nicht mehr „so 2000“, son­dern „so März 2008“. Das, was ich mitt­ler­wei­le doch ganz ger­ne „Web 2.0“ nen­ne, ist selbst für vie­le Leu­te, die in Web­fo­ren und ähn­li­chen 1.0‑Gebilden aktiv sind, oft genug noch ter­ra inco­gni­ta.

Ich war selbst lan­ge Zeit skep­tisch, was vie­le die­ser Din­ge angeht, habe aber mit der Zeit gemerkt, dass es gar nicht weh­tut, Social Net­works zu nut­zen, zu twit­tern oder zu Tref­fen (pl0gbar, Bar­camp, re:publica) hin­zu­ge­hen. So habe ich über das Web 2.0 neue Leu­te ken­nen­ge­lernt und sogar neue Freun­de gefun­den. Mein Bekann­ten­kreis glie­dert sich zuneh­mend in On- und Off­li­ner, wobei ich mit ers­te­ren fast täg­lich in Kon­takt ste­he, mit letz­te­ren meist nur noch zu Weih­nach­ten.

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Musik Digital

In eigener Sache

Eigent­lich woll­te ich schon längst die belieb­te Serie „Lis­ten­pa­nik“ mit den Alben und Songs des Monats März fort­ge­setzt haben. In die­sem Monat erschien aber der­art viel, dass ich noch nicht dazu gekom­men bin, alles zu hören – außer­dem befin­den sich die poten­ti­el­len Lis­ten­kan­di­da­ten Get Cape. Wear Cape. Fly und Gre­gor Meyle noch irgend­wo in der Post.

Zur Über­brü­ckung ver­ra­te ich Ihnen aber schon mal, was ver­mut­lich der Song des Monats März wer­den wird: „Gre­at DJ“ von The Ting Tings.

[Ich hät­te das Video ger­ne direkt ein­ge­bet­tet, aber das scheint Colum­bia grund­sätz­lich nicht zu wol­len. Die­ses böse, böse Inter­netz halt.]

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Digital

Wenn der Moabit losgeht

Hier pas­siert im Moment nahe­lie­gen­der Wei­se nicht viel, da ich auf der re:publica bin. Wie wir Inter­ne­thei­nis unse­re Tage so aus­klin­gen las­sen, wenn wir mit kon­fe­rie­ren durch sind, kann man sich hier anse­hen. Viel­leicht soll­te man es aber bes­ser auch blei­ben las­sen.

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Leben

Total unsymptomatisch

Heu­te mor­gen stand ich vor dem Unper­fekt­haus in Essen um einen völ­lig idio­ti­schen Auf­sa­ger für mei­nen Videobe­richt zum Bar­camp Ruhr zu dre­hen (stay tun­ed for more). Aus dem Augen­win­kel sah ich einen Mann, der erst rechts an dem Gebäu­de vor­bei schlich, in der Hof­ein­fahrt neben­an ver­schwand und wie­der her­vor­kam, dann links vor­bei schlich, dort in einem Haus­ein­gang ver­schwand, um nach min­des­tens einer Minu­te des Suchens dann doch durch die Tür ins Gebäu­de zu gelan­gen, durch wel­che die gan­ze Zeit über Men­schen rein und raus gegan­gen waren.

„Aha“, dach­te ich so für mich, „viel­leicht ein Ent­wick­ler auf der Suche nach neu­en Wegen oder gar ein unbe­tei­lig­ter Pas­sant. Jeden­falls sicher kein Jour­na­list.“

Bei dem Mann han­del­te es sich, wie sich spä­ter her­aus­stell­te, um einen der Abge­sand­ten von derwesten.de.