Warum nicht „Wechselgeld“?

Von Lukas Heinser, 18. April 2008 19:20

… und dann war da noch Firstnews, Tochter der Klassik Radio AG und laut Selbstbeschreibung „die größte und leistungsfähigste Unterhaltungs-Nachrichtenagentur im deutschsprachigen Raum“, zu deren Kunden neben diversen Online-Portalen auch viele öffentlich-rechtliche Radiostationen in Deutschland, Österreich und der Schweiz gehören.

Die leidige Shakira-Geschichte ging unter anderem über Firstnews, ebenso die Meldung, wonach sich Lily Allen mit zwei Männern auf einer Toilette aufgehalten habe. In diesem Falle stimmt der Kern wohl, aber Firstnews verbreitete auch folgenden Abschnitt:

Als sie ertappt wurden, erklärte Lily scherzhaft, sie hätte Sex mit den beiden Männern und wolle nicht gestört werden.

(Firstnews ist ein kostenpflichtiges Angebot, auf das man nicht verlinken kann, die Meldung steht aber im Wortlaut unter anderem hier.)

Und jetzt raten Sie mal, was das „Heat“-Magazin, auf das sich Firstnews explizit beruft, geschrieben hat.

Sie kommen nicht drauf:

While Lily laughed off the incident and claimed she’d had a sex change, Johnny was a bit more grumpy, shouting, “Don’t touch me, just don’t touch me!” at the bouncers (like they’d want to – have you seen the state of him?!) and left shortly afterwards.

(Für diejenigen, die wie der Firstnews-Praktikant kein Englisch können: sex change bedeutet „Geschlechtsumwandlung“.)

Ich habe die Redaktionsleiterin von Firstnews letzte Woche angeschrieben und gefragt, warum Ihre Agentur verspätete Aprilscherze und falsche Übersetzungen verbreite. Bis heute hat niemand geantwortet.

Nachtrag, 23. April: Heute kam eine E-Mail der Redaktionsleiterin. Sie sei einige Tage außer Haus gewesen, beide Meldungen seien aber inzwischen „geändert und entsprechend ausgebessert“ worden.


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