Kategorien
Print Politik

Verstrahlt

Für den „Wes­ten“, das in Abwick­lung befind­li­che Inter­net­por­tal der WAZ-Grup­pe, scheint der Wahl­kampf­auf­tritt von Ange­la Mer­kel in Unna das Ereig­nis des Tages gewe­sen zu sein. Immer­hin wur­de der Bericht dar­über zwi­schen­zeit­lich an obers­ter Stel­le auf der Start­sei­te ange­teasert:

Angela Merkel in Unna: Bundeskanzlerin sorgt für strahlende Gesichter. Unna. Nur strahlende Gesichter in der Unnaer Stadthalle. Der Auftritt von Bundeskanzlerin und CDU-Parteichefin Angela Merkel Samstagmittag im Rahmen des NRW-Landtagswahlkampfes war für die Unnaer Christdemokraten so etwas wie eine Krönungsmesse   weiterlesen...

Und wie die Gesich­ter gestrahlt haben:

  • Der loka­le Par­tei­vor­sit­zen­de Wer­ner Por­zy­bot strahl­te natür­lich.
  • Hubert Hüp­pe strahl­te.
  • Ganz beson­ders strahl­ten Han­na Kop­pel­mann, Alex­an­dra Gaber und Rabea Leh­mann in der nicht ganz voll besetz­ten Stadt­hal­le (rund 700 Besu­cher).
  • Strah­len­des Gesicht bei Stadt­hal­len-Chef Horst Bres­an: „Das war eine Punkt­lan­dung. Alles ist rei­bungs­los gelau­fen. Es hat über­haupt kei­ne Pro­ble­me gege­ben.“
  • Strah­len­des Ant­litz von Rudi Fröh­lich, Lei­tungs­kraft bei der Unnaer Poli­zei.

Das ist natür­lich ein sprach­li­ches Mit­tel, das die Men­schen da zu Beginn eines jeden Absat­zes strah­len lässt. Und letzt­lich ist so ein Wahl­kampf­auf­tritt ja nichts ande­res als eine Pro­dukt-Prä­sen­ta­ti­on, über die man auch nur schwer einen brauch­ba­ren, objek­ti­ven Text schrei­ben kann – man kann ja schlecht aus Grün­den der Aus­ge­wo­gen­heit bei allen ande­ren Par­tei­en nach­fra­gen, wie die eigent­lich den Besuch der Kanz­le­rin in ihrer Stadt fan­den. Und den­noch wirkt der Text über die „Regie­rungs-Che­fin (schwar­ze Hose, hell­brau­ner Bla­zer)“ gera­de­zu gro­tesk über­zeich­net. Die CDU-Mit­glie­der­zeit­schrift hät­te kaum ver­klä­ren­der über Ange­la Mer­kel schrei­ben kön­nen, als es Jens Schopp für die „West­fä­li­sche Rund­schau“ getan hat.

Da bekam „der Ex-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te von der Kanz­le­rin von der Red­ner­tri­bü­ne attes­tiert, er sei ‚der bes­te Behin­der­ten­be­auf­trag­ter der Bun­des­re­gie­rung, den man sich nur den­ken kön­ne‘ “, Schü­le­rin­nen haben es „tat­säch­lich geschafft, Ange­la Mer­kel eine klei­ne, töner­ne Frie­dens­tau­be samt Frie­dens­bot­schaft zu über­rei­chen“ und „selbst für Unnas Bür­ger­meis­ter und SPD-Mit­glied Wer­ner Kol­ter war es mehr als nur ein Pflicht­ter­min“. Die Bun­des­kanz­le­rin „gab sie sich staats­män­nisch“ und hol­te „nur gele­gent­lich“ „die Wahl­kampf­keu­le her­aus“. Fehlt eigent­lich nur noch, dass alle auf ihre Kos­ten kamen, immer­hin sag­te Mer­kel ja auch noch was „zur Erhei­te­rung des Audi­to­ri­ums“.

Jens Schopp ist offen­bar nicht, wie ich ursprüng­lich ange­nom­men hat­te, ein Schü­ler, der im Auf­trag der „West­fä­li­schen Rund­schau“ zur mit stau­nen­dem Blick von der ers­ten Poli­tik­ver­an­stal­tung sei­nes Lebens berich­tet: Er ist Redak­teur der Zei­tung.

Dass der­art brat­wurs­ti­ge Tex­te am Mon­tag in Unna in der gedruck­ten Zei­tung erschei­nen, ist das eine – Lokal­jour­na­lis­mus ist die Höl­le, ich wür­de nie im Leben dort­hin zurück­keh­ren und habe neben Mit­leid vor allem Respekt übrig für jene Jour­na­lis­ten, die sich in die Tie­fen von Ver­ei­nen und Klein­kunst und das Span­nungs­feld ver­schie­dens­ter Inter­es­sen­ver­bän­de bege­ben, die sofort mit der Kün­di­gung von Abos dro­hen. War­um man der­ar­ti­ge Arti­kel als Auf­ma­cher auf die Start­sei­te eines ambi­tio­nier­ten Nach­rich­ten­por­tals packt, ist mir aller­dings schlei­er­haft.

War­um man sol­che Kom­men­ta­re ste­hen lässt, aller­dings auch:

Sone Ostarschschlampe kann selbst die blöden paderborner Landbrotärsche begeistern ist ja sonst nix los bei den Flachmännern. Die würden sogar bei einem Wildschweinauftritt Hurra rufen! #1 von P:M:, vor 2 Stunden

Nach­trag, 28. März: Der „Wes­ten“ hat – mal mit, mal ohne Hin­weis – wüst in den Kom­men­ta­ren her­um­mo­de­riert und dabei auch den hier zitier­ten Kom­men­tar ent­fernt.

Kategorien
Digital

Die eiserne Taifun-Lawine

Was halt so pas­siert, wenn man zu nacht­schla­fen­der Zeit (dienst­lich!) auf Bild.de rum­surft:

Man droht, in wil­den Meta­phern-Flu­ten zu ertrin­ken …

Odenwaldschule: Ex-Schüler: "Ich war im Zentrum des Taifuns" Eine Lawine von Missbrauchsfällen überrollt Deutschland. Durch die Berichte ehemaliger Schüler werden neue Details bekannt. mehr ...

… und stößt auf die viel­leicht bizarrs­te Gra­fik der letz­ten hun­dert Jah­re:

Steinhart, unbeugsam, wehrhaft: Angela Merkel (55, CDU) von BILD in die Pose des "Eisernen Kanzlers" Bismarck versetzt. So muss die Kanzlerin den EU-Regierungschefs derzeit vorkommen. Das Original-Bismarck-Denkmal steht übrigens in Hamburg Foto: dpa Picture-Alliance

Jetzt kann ich wie­der nicht schla­fen …

Kategorien
Leben

Hinter all diesen Türen

Bei Recher­chen stößt man manch­mal auf Din­ge, die nichts mit dem aktu­el­len The­ma zu tun haben, aber so außer­ge­wöhn­lich, kuri­os oder toll sind, dass man sie trotz­dem gern mit der Welt tei­len möch­te.

So wie die­se Pres­se­mit­tei­lung der Bre­mer Poli­zei:

Unglaub­lich aber wahr

(9. März 2010) Die Geschich­te fing damit an, dass ges­tern Mit­tag eine älte­re Dame im Bun­ten­tor­stein­weg ihren Abfall aus dem Haus brin­gen woll­te. Nach Erle­di­gung muss­te sie aber fest­stel­len, dass ihre Haus­tür zuge­fal­len und sie kei­nen Haus­tür­schlüs­sel mit­ge­nom­men hat­te. Die Frau wand­te sich dar­auf­hin hil­fe­su­chend an ihren Nach­barn, der sei­ne Schutz­manns­kol­le­gen infor­mier­te. Die sehr auf­ge­reg­te 88 Jah­re alte Frau konn­te den uni­for­mier­ten Hel­fern ledig­lich mit­tei­len, dass ihre Toch­ter im Besitz eines Ersatz­schlüs­sels sei. Deren Adres­se und Tele­fon­num­mer fie­len ihr in der Auf­re­gung nicht mehr ein. Nach­dem die­se Lücke schnell durch die Poli­zei­be­am­ten geschlos­sen wer­den konn­te, wur­de ein Ein­satz­fahr­zeug zur Adres­se der Toch­ter ent­sandt. Die 55-Jäh­ri­ge wur­de auch ange­trof­fen und um Hil­fe gebe­ten. Nach eini­gen Minu­ten muss­ten die Beam­ten aller­dings über Funk ihren Kol­le­gen bei der Mut­ter mit­tei­len, dass es mit der Hil­fe noch dau­ern wird, weil der Toch­ter bei dem Gespräch mit ihnen die Haus­tür zuge­fal­len sei. Einen Ersatz­schlüs­sel hät­te nur die Mut­ter! Dar­auf­hin order­ten die Beam­ten einen Schlüs­sel­dienst zum Bun­ten­tor­stein­weg. Als die Toch­ter sich jetzt auf den Weg machen woll­te, um ihren Ersatz­schlüs­sel bei der Mut­ter abzu­ho­len, fiel ihr sied­end­heiß ein, dass sie das Mit­tag­essen auf dem Herd hat­te. Logi­sche Kon­se­quenz – ihre Haus­tür wur­de jetzt von der eilig infor­mier­ten Feu­er­wehr geöff­net. Außer einem leich­ten Brand­ge­ruch wur­den kei­ne wei­te­ren Schä­den fest­ge­stellt. Nach­dem der Schlüs­sel­dienst die Haus­tür der Mut­ter geöff­net hat­te, wur­de auch hier leich­ter Brand­ge­ruch wahr­ge­nom­men. Auch die Mut­ter hat­te ihr Essen auf dem Herd gehabt. Die Mit­tag­essen bei Mut­ter und Toch­ter waren nach Anga­ben der Ein­satz­kräf­te gut durch­ge­kocht.

Eine Ver­fil­mung mit Inge Mey­sel in der Haupt­rol­le ist angeb­lich bereits in Pla­nung.

Kategorien
Musik

Creative, common

Aus Grün­den, die heu­te ver­mut­lich nie­mand mehr kennt, sehen die Ver­an­stal­ter der Echo-Ver­lei­hung ihren Preis noch immer in einer Rei­he mit Gram­my und Brit Award ste­hen. (Fai­rer­wei­se muss man bemer­ken, dass „in einer Rei­he“ nicht „in einer Liga“ bedeu­tet.)

Am 4. März wird der Echo mal wie­der ver­lie­hen und Prof. Die­ter Gor­ny, Insol­venz­ver­wal­ter der deut­schen Ton­trä­ger­indus­trie, lässt sich anläss­lich der Aus­zeich­nung der kom­mer­zi­ell erfolg­reichs­ten Musi­ker mit den Wor­ten zitie­ren:

"Hier geht es um Kreativität, um Kultur und um Kunst", Prof. Dieter Gorny, Vorstandsvorsitzender Bundesverband Musikindustrie e.V.

„Vor­her­seh­bar­keit, Ver­kaufs­zah­len und Ver­zweif­lung“ wären als Beschrei­bung des zu erwar­ten­den Abends zwar pas­sen­der, aber natür­lich längst nicht so … krea­tiv.

Alles, was es sonst noch zu sagen gäbe, hat Tim Ren­ner schon gesagt.

Kategorien
Leben Kultur

Schwanzvergleich des Tages

Abends an der The­ke. Als Rück­geld für das bezahl­te Bier gab es unter ande­rem ein uns völ­lig unbe­kann­tes 2‑Eu­ro-Stück. Wir scher­zen. „Haha, das Bild auf der Rück­sei­te sieht ja aus wie ein… Penis.“ Gro­ßes Geläch­ter, wir eini­gen uns dar­auf, dass dem so sei.

2-Euro-Münze mit Motiv "Idol von Pornos"

Einen Tag spä­ter. Aus rei­ner Neu­gier­de, woher die Mün­ze stammt, ein­fach mal die all­wis­sen­de Inter­net­such­ma­schi­ne ange­wor­fen und bei Wiki­pe­dia gelan­det. Und mit gro­ßen Augen und her­un­ter­ge­klapp­ter Kinn­la­de auf die Beschrei­bung star­rend. Wie beun­ru­hi­gend gut die­se auf unse­re Scher­ze pass­te: Die (übri­gens zyprio­ti­sche) Euro-Mün­ze zeigt das soge­nann­te „Idol von Por­nos“…

oder auch nicht. Es ist aber auch hunds­ge­mein, dass die Buch­sta­ben­kom­bi­na­ti­on „rn“ dem „m“ so ähn­lich ist…

Kategorien
Digital Print

Gute Frage

Seit eini­ger Zeit stellt die „Rhei­ni­sche Post“ in ihren Lokal­tei­len die „Fra­ge des Tages“: Mehr oder weni­ger gut auf­ge­hängt an einen Arti­kel der aktu­el­len Aus­ga­be müs­sen sich die Leser für „Ja“ oder „Nein“ ent­schei­den. Die Fra­gen rei­chen von all­ge­mein („Inter­es­sie­ren Sie sich für die Geschich­te Ihrer Hei­mat­stadt?“, „Sind Sie ver­är­gert über den Win­ter­dienst?“) bis hin zu für Außen­ste­hen­de unver­ständ­lich („Bedeu­tet das Abschnei­den der Musik­schü­ler beim Wett­be­werb Jugend musi­ziert einen Image­ge­winn für Wesel?“, „Begrü­ßen Sie die den Beschluss des RAG-Regio­nal­ra­tes?“).

Am nächs­ten Tag wird das Ergeb­nis des Vor­ta­ges bekannt gege­ben (ohne Nen­nung der Teil­neh­mer­zahl) und die nächs­te ega­le Fra­ge gestellt. So sind jeden Tag ein paar Qua­drat­zen­ti­me­ter Zei­tung sicher gefüllt und „RP Online“ bekommt auch noch ein paar Klicks ab.

Heu­te stellt die Lokal­re­dak­ti­on Dins­la­ken end­lich mal eine Fra­ge zur Abstim­mung, die nicht ganz so egal ist:

Frage des Tages: Ja Nein Abschicken

Nach­trag, 11.50 Uhr: Ange­regt durch die­sen Ein­trag hat „RP Online“ die Fra­ge nach­ge­reicht. Sie ist nur min­der­phi­lo­so­phisch, für Außen­ste­hen­de unver­ständ­lich und lau­tet:

Fin­den Sie es gut, dass die Toi­let­ten­an­la­ge im Burg­thea­ter erneu­ert wird?

Und: Nein, es geht nicht um Wien.

Kategorien
Digital

Ein Loch ist im Dach

Bei der Schal­ker Veltins-Are­na ist – mög­li­cher­wei­se in Fol­ge der hohen Schnee­last, 80 Mil­lio­nen Exper­ten spe­ku­lie­ren schon wie­der – ein Teil des Glas­fa­ser­dachs ein­ge­ris­sen.

Damit man sich selbst ein Bild der Lage machen kann, hat „Der Wes­ten“, das Online-Por­tal der WAZ-Medi­en­grup­pe, eine klei­ne Bil­der­ga­le­rie zusam­men­ge­stellt, die das Aus­maß des Scha­dens zeigt:

Das Dach der Veltins-Arena in Gelsenkirchen, Spielstätte des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04, ist in einem Teilbereich über der Haupttribühne eingebrochen. Foto: Martin Möller / WAZ FotoPool

Das Dach der Veltins-Arena in Gelsenkirchen, Spielstätte des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04, ist in einem Teilbereich über der Haupttribühne eingebrochen. Foto: Martin Möller / WAZ FotoPool

Das Dach der Veltins-Arena in Gelsenkirchen, Spielstätte des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04, ist in einem Teilbereich über der Haupttribühne eingebrochen. Foto: Martin Möller / WAZ FotoPool

Das Dach der Veltins-Arena in Gelsenkirchen, Spielstätte des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04, ist in einem Teilbereich über der Haupttribühne eingebrochen. Foto: Martin Möller / WAZ FotoPool

Das Dach der Veltins-Arena in Gelsenkirchen, Spielstätte des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04, ist in einem Teilbereich über der Haupttribühne eingebrochen. Foto: Martin Möller / WAZ FotoPool

Das Dach der Veltins-Arena in Gelsenkirchen, Spielstätte des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04, ist in einem Teilbereich über der Haupttribühne eingebrochen. Foto: Martin Möller / WAZ FotoPool

Ent­we­der der Foto­graf hat sich (bei Tem­pe­ra­tu­ren um den Gefrier­punkt) kei­nen Mil­li­me­ter bewegt, wäh­rend er die Bil­der gemacht hat – oder „Der Wes­ten“ zeigt ein­fach sechs Mal das glei­che Bild in einem ande­ren Aus­schnitt.

Kategorien
Leben

Don’t mention the war!

Manch­mal braucht es kei­nen Kon­text.

Manch­mal ist es ein­fach schön, Freun­de zu haben, die einem abfo­to­gra­fier­te Wer­be­an­zei­gen aus dem US-„Playboy“ vom Novem­ber 1970 schi­cken:

Lufthansa - At long last: a German uniform you'll love seeing around
Kategorien
Print

Kaminzimmerhumor

Irgend­wann muss den Redak­teu­ren der „Frank­fur­ter All­ge­mei­nen Sonn­tags­zei­tung“ auf­ge­fal­len sein, dass ihr „Streit­ge­spräch“ zwi­schen Bun­des­wis­sen­schafts­mi­nis­te­rin Annet­te Scha­van und dem Stu­den­ten­ver­tre­ter Tho­mas War­nau vor All­ge­mein­plät­zen nur so strotz­te, kei­ner Debat­te – schon gar nicht der aktu­el­len um Stu­di­en­re­for­men – irgend­et­was Neu­es hin­zu­zu­fü­gen hat­te und ins­ge­samt so ein­schlä­fernd war, dass man es auch gegen Schlaf­stö­run­gen hät­te ver­schrei­ben kön­nen.

Und genau in die­sem Moment wer­den sie sich gedacht haben: „Ver­su­chen wir halt, alles mit der Bild­un­ter­schrift wie­der raus­zu­rei­ßen“, und haben mir damit den Sonn­tag ver­süßt.

Seite 5 der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" vom 29. November 2009

Die Minis­te­rin und der Stu­dent dis­ku­tie­ren über die Stu­di­en­re­form vor der 35 000 Bän­de umfas­sen­den Marx-Engels-Gesamt­aus­ga­be in gerech­ter Spra­che im Kamin­zim­mer unse­rer Ber­li­ner Redak­ti­on.

Kategorien
Musik Digital

Weihnachtsbasteln mit AFP

Ich weiß nicht, wie es um das pop­kul­tu­rel­le Inter­es­se der Mit­ar­bei­ter der Agence France Pres­se bestellt ist (oder auf wel­chem Pla­ne­ten sie sich in den letz­ten Wochen auf­ge­hal­ten haben).

Aber irgend­wie hal­te ich es nach den jüngs­ten Erfolgs­mel­dun­gen dann doch für etwas gewagt, eine aktu­el­le Mel­dung über Rob­bie Wil­liams mit die­sem Satz enden zu las­sen:

Der­zeit bas­telt er an sei­nem Come­back.

Kategorien
Print Digital

Local Boy In The Photograph

Ihm täten Lokal­zei­tungs­fo­to­gra­fen leid, schreibt der Blog­ger Sca­ry­duck. Sie sei­en hoch talen­tiert und schwach bezahlt und wür­den los­ge­schickt, um unglück­li­che Men­schen zu foto­gra­fie­ren, die auf Hun­de­hau­fen deu­ten.

In sei­nem Blog „Angry peo­p­le in local news­pa­pers“ will Sca­ry­duck des­halb die Arbeit die­ser Foto­gra­fen fei­ern. Zu sehen gibt es wüten­de Men­schen in Lokal­zei­tun­gen.

Und das scheint ein eini­ger­ma­ßen uner­schöpf­li­ches Feld zu sein:

Screenshot: apiln.blogspot.com

Mich erin­ner­te das Pro­jekt an die Samm­lung des Foto­gra­fen Peter Pil­ler, auf den ich vor eini­gen Jah­ren durch das „Süd­deut­sche Zei­tung Maga­zin“ auf­merk­sam gewor­den war. In sei­nem „Archiv Peter Pil­ler“ zeigt er Fotos aus Lokal­zei­tun­gen, fein säu­ber­lich nach Moti­ven („durch­schnit­te­ne Ein­wei­hung­bän­der“, „in Löcher bli­cken“, „Video­stills der Geld­kar­ten­be­trü­ger“, „Tat­ort­häu­ser“, „regio­na­les Leuch­ten“, „Auto berüh­ren“, „Tanz vor Logo“, …) sor­tiert.

Beson­ders ange­tan haben es mir die „Bedeu­tungs­flä­chen“:

Screenshot: peterpiller.de

Kategorien
Film

Hauptschul Musical

Apro­pos Oh, Napo­le­on: Die sind mit ihrem Song „Lovers In Your Head“ auch auf einem aktu­el­len Films­ound­track ver­tre­ten.

Der Film heißt „Gangs“ und der Höher-schnel­ler-wei­ter-Trai­ler ver­spricht, ganz nach dem schö­nen Mot­to „LASS LIEBER ALLES ANZÜNDEN!“, mehr. Von allem:

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen.
Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von YouTube.

Motor­rä­der!
Mas­ken!
Scrat­ches!
Bal­lett!
Jimi Blue Och­sen­knecht!
Wil­son Gon­za­les Och­sen­knecht!
Lie­be!
Cabri­os!
Hun­de!
Kri­mi­nel­le!
Kon­flik­te!
Brü­der!
Ver­fol­gungs­jag­den!
Oneli­ner!
Pin­kel­wit­ze!
Kalau­er!
Dono­ts!

Isses nich doll? Die­se Mischung aus „West Side Sto­ry“ und „Die wil­den Ker­le“, aus „Die fet­ten Jah­re sind vor­bei“ und „James Bond – Der Mor­gen stirbt nie“? Das muss ja ein Hit wer­den.

Und trotz­dem hat der Film – wohl, weil die Alters­frei­ga­be ab 12 Jah­ren die Kern­ziel­grup­pe aus­siebt – nach drei Wochen eher ent­täu­schen­de 345.359 Zuschau­er.