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Heute anonym

In ihren emsi­gen Bestre­bun­gen, der „Bild“-Zeitung immer ähn­li­cher zu wer­den, ist die „Rhei­ni­sche Post“ einen gan­zen Schritt wei­ter­ge­kom­men.

Die Sams­tags­aus­ga­be sah so aus:

“Rheinische Post” vom 25. August 2007

Über das Foto der Deut­schen-Bank-Zen­tra­le ist ein Brief gelegt, den eine Düs­sel­dor­fer Anwalts­kanz­lei an die Deut­sche Bank geschickt hat. In der Gra­fik­ab­tei­lung der „RP“ gab man sich größ­te Mühe, die­sen Brief zu anony­mi­sie­ren – und dabei trotz­dem dem gro­ßen Vor­bild treu zu blei­ben:

Beinahe anonym in der “RP”
(Rote Far­be: „Rhei­ni­sche Post“, Schwar­ze Bal­ken: Cof­fee And TV)

Bei­na­he wie die Pro­fis

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Digital

„Spiegel Online“ ist seiner Zeit voraus

Was ist dies­mal merk­wür­dig?

Letzter Beitrag: in sieben Stunden

Ein Blick in den Thread zeigt aller­dings, dass die Bei­trä­ge von ges­tern stam­men und das Pro­blem wohl eher im Script lie­gen dürf­te als im Raum-Zeit-Kon­ti­nu­um.

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Digital Musik

Pete, der Pate

Für einen Moment war ich schon ver­wirrt, als ich mei­nen aktu­el­len Goog­le-Alert auf Pete Doh­erty bekam:

Mächtigster Drogenboss Kolumbiens in Brasilien gefasst

Beim Klick auf den Link stell­te ich dann aber fest: Alles ganz lang­wei­lig, zwei ganz ver­schie­de­ne Geschich­ten. Na ja, viel­leicht nicht ganz

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Digital

Spiegelkinder

Im letz­ten Jahr­tau­send, als ich noch die „Com­pu­ter Bild“ gele­sen habe (die mir erklär­te, wie man unter „Word 97“ einen Flip­per star­ten kann, und dass man das Wort „Brow­ser“ als „Brau­ser“ aus­spricht), zeich­ne­ten sich deren Arti­kel durch teils erschüt­tern­de „Wort­spie­le“ in der Über­schrift aus. Ich erin­ne­re mich an „Brenn­punkt CD“, „Eulen nach Daten“ und „Han­dy hoch“ oder sowas in der Art.

Heu­te brau­che ich kei­ne „Com­pu­ter Bild“ mehr. Heu­te habe ich „Spie­gel Online“:

“Fluch der Karibit” bei “Spiegel Online”

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Leben

Eisen- und Haushaltswaren

Ich hof­fe doch, ich tre­te nie­man­dem zu nahe, wenn ich schrei­be, dass die Lek­tü­re von Pres­se­mit­tei­lun­gen der Poli­zei Bre­men bis­her nicht zu mei­nen Hob­bies gehör­te, weil ich mir ein­fach nicht vor­stel­len konn­te, dass die Ereig­nis­se in der Han­se­stadt für mich als Bochu­mer (und wir haben immer­hin Toto & Har­ry) unter­halt­sam sein könn­ten.

Ich habe mich geirrt:

POL-HB: Nr: 0447 – Poli­zei spreng­te alle Ket­ten

Bre­men (ots) – -
Ort: Bre­men, Flie­der­stra­ße
Zeit: 26. Juli 2007, 10.50 Uhr

Die “ fes­seln­den Momen­te des Lebens“ erleb­te ges­tern Mor­gen eine 23-jäh­ri­ge Bre­me­rin, und das gleich über meh­re­re Stun­den. Die jun­ge Frau bat die Poli­zei über Not­ruf um Hil­fe, da sie der­zeit ans Bett gefes­selt sei. Als die Beam­ten bei der ver­meint­lich hilf­lo­sen Frau ein­tra­fen, war die Erleich­te­rung bei der 23-Jäh­ri­gen groß. Nach einer Par­ty am Vor­abend, die sich durch den groß­zü­gi­gen Aus­schank alko­ho­li­scher Geträn­ke offen­bar recht kurz­wei­lig gestal­te­te, über­mann­te die letz­ten Gäs­te dann auch noch der Über­mut. Bevor sie die Ört­lich­keit ver­lie­ßen, ket­te­ten sie die Gast­ge­be­rin ein­ver­nehm­lich mit einem Paar Hand­schel­len an den Bett­pfos­ten und ver­schwan­den fei­xend in den grau­en Mor­gen. Nach ein paar Stun­den Schlaf woll­te sich die jun­ge Frau befrei­en, stell­te dann aber kon­ster­niert fest, dass nicht das mit rotem Plüsch ver­se­he­ne Paar Hand­fes­seln benutzt wur­de, wel­ches sich per Hand öff­nen lässt. Viel­mehr kam eine Neu­erwer­bung des dort offen­sicht­lich zu den Haus­halts­wa­ren zäh­len­den Arm­schmucks zum Ein­satz. Für die­ses Paar fehl­te jedoch der Schlüs­sel, so dass die hand­werk­li­chen Fähig­kei­ten der Poli­zei­be­am­ten gefor­dert waren. Mit einem Bol­zen­schnei­der wur­de die Ket­te durch­trennt, und mit einem Draht konn­ten die Fes­seln auf­ge­schlos­sen wer­den. Ohne den wei­te­ren Ver­lauf der recht unter­halt­sa­men Par­ty genau­er zu hin­ter­fra­gen, ver­lie­ßen die Beam­ten dis­kret den Ort des Gesche­hens.

[via „Spie­gel Online“]

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Übliches Ableben

Am Flug­ha­fen von San Fran­cis­co ist ein toter Chi­ne­se im Bauch eines Flug­zeugs ent­deckt wor­den – offen­bar ein blin­der Pas­sa­gier aus Shang­hai.

Für die Art, wie der „San Fran­cis­co Chro­nic­le“ die­sen und ver­gleich­ba­re Fäl­le beschreibt, müss­te man eigent­lich eine Stei­ge­rungs­form von „lako­nisch“ erfin­den:

Bodies are peri­odi­cal­ly found in the wheel wells of air­planes, usual­ly after peo­p­le seek covert ent­ry into the United Sta­tes or Euro­pe. Such sto­wa­ways usual­ly die during the flight.

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Digital

Kneipenbekanntmachung

Ich bin nicht unbe­dingt immer son­der­lich schnell, was das Auf­spü­ren neu­er Trends angeht. Noch ist es nicht so schlimm, dass ich bei „Poly­lux“ anfan­gen müss­te, aber die Nach­fol­ge von Mat­thi­as Horx wer­de ich so bald nicht antre­ten. Würd‘ ich mal so vor­her­sa­gen …

Des­halb ist das, wor­über ich neu­lich bei Tho­mas Knü­wer gestol­pert bin, viel­leicht schon gar nicht mehr wirk­lich das hipps­te, neu­es­te Space-Age-Ding im Web 9 3/​4. Aber ich fin­de es ganz und gar groß­ar­tig und möch­te es ger­ne mit mög­lichst vie­len Men­schen tei­len:

Kloß und Spinne
(Screen­shot: youtube.com)

Es geht um „Kloß und Spin­ne“, eine Ani­ma­ti­ons­se­rie von Vol­ker Strü­bing, die man am Bes­ten als eine Mischung aus „Ditt­sche“ und „South Park“ beschrei­ben kann, gar­niert mit ganz viel von dem, was ich als Ruhr­pott­ler für Ber­li­ner Lokal­ko­lo­rit hal­ten wür­de. Das sind unglaub­lich wit­zi­ge und anrüh­ren­de Car­toons, die ich am Liebs­ten in einer End­los­schlei­fe gucken wür­de.

Bis­her gibt es vier Epi­so­den („Com­pu­ter kaputt!“, „Kli­ma­ka­ta­stro­phe“, „Gehack­tes!“ und „Die Höl­le war och schon­ma bes­ser!“), die alle knapp fünf Minu­ten lang sind und mit so viel Krea­ti­vi­tät und Lie­be zum Detail gestal­tet wur­den, dass man sich fragt, wozu man eigent­lich noch Fern­se­hen braucht. Ein Blog hat Vol­ker Strü­bing übri­gens auch.

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Print Musik

„Wie man’s spricht!“

Eine der wich­tigs­ten Regeln, die man lernt, wenn man für die Lokal­re­dak­ti­on einer Tages­zei­tung ers­te Berich­te über Kanin­chen­züch­ter­ver­ei­ne und Schul­thea­ter­auf­füh­run­gen schreibt, lau­tet: „Frag lie­ber noch mal nach, wie man den Namen rich­tig schreibt!“

Das gilt natür­lich haupt­säch­lich für Kanin­chen­züch­ter wie Man­fred Sub­c­zier­c­zyk und Nach­wuchs­schau­spie­le­rin­nen wie Sabi­na Schney­da. Bei Rock­stars, die man zwecks O‑Ton-Abson­de­rung kon­tak­tiert, muss man nicht mehr unbe­dingt nach­fra­gen. Das wür­de ja irgend­wie pein­lich wir­ken und man kann ja zur Not im Inter­net nach­schau­en, wie der Inter­view­part­ner rich­tig geschrie­ben wird.

Soll­te man viel­leicht sogar:
Wer ist Tees Ullmann?
(Screen­shot: taz.de, Her­vor­he­bung: Cof­fee & TV)

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Leben Unterwegs

Greetings From Co

Offen­bar ist Inkom­pe­tenz kein Pri­vi­leg der deut­schen Post, auch die ame­ri­ka­ni­schen Kol­le­gen wis­sen zu beein­dru­cken:

*** *******CO, California

Gut, dass ich weiß, woher die Post­kar­te kommt. Lesen wür­de ich es näm­lich nicht kön­nen.

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Digital

Spiegel Online macht die Nacht zum Tag

Zuge­ge­ben: Es ist etwas unge­wöhn­lich, wie in man­chen Län­dern die Uhr­zei­ten auf­ge­schrie­ben wer­den. Und das ame­ri­ka­ni­sche „a.m.“ (ante meri­diem – vor dem Mit­tag) und „p.m.“ (post meri­diem – nach dem Mit­tag) kann man schnell mal durch­ein­an­der­brin­gen, beson­ders bei Zei­ten um zwölf Uhr rum. Aber dar­um geht es gar nicht.

Zu den ver­ei­tel­ten Bom­ben­an­schlä­gen in Lon­don schreibt die BBC:
01:25 Uhr nachts bei der BBC
(Screen­shot: bbc.co.uk, Her­vor­he­bung: Cof­fee & TV)

So ziem­lich alle ande­ren Quel­len grei­fen die­se Zahl auf und rech­nen sie viel­leicht auch noch in die deut­sche Orts­zeit um.

Nur bei Spie­gel Online geht man (mal wie­der) eige­ne Wege:
Nachmittag bei SpOn
(Screen­shot: spiegel.de, Her­vor­he­bung: Cof­fee & TV)

Dabei hät­te doch irgend­wem auf­fal­len kön­nen, dass Nacht­clubs, die im Text sechs Mal erwähnt wer­den, Nach­mit­tags eher sel­ten geöff­net sind …

Nach­trag 1. Juli, 18:10 Uhr: In der (kaum rei­ße­risch beti­tel­ten) Chro­no­lo­gie „Drei Tage Angst: Alarm in Groß­bri­tan­ni­en“ ist nun kor­rekt von „01.00 Uhr (Orts­zeit)“ die Rede – im Ursprungs­ar­ti­kel ist aber immer noch „Nach­mit­tag“.

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Digital Gesellschaft

Nicht immer gut

Wer guckt sich eigent­lich die­se alber­nen Bil­der­ga­le­rien auf den Start­sei­ten diver­ser Web­mail-Diens­te an? Ich, zum Bei­spiel, wenn ich mich gera­de mal wie­der ver­klickt habe.

Und so stieß ich bei gmx.de auf eine Gale­rie, die wie folgt vor­ge­stellt wur­de:

GMX glaubt, dass manche Prominentenoutings der Karriere geschadet haben.
(Screen­shot: gmx.de)

Mal davon ab, dass auch hier mal wie­der mun­ter die Begrif­fe „Outing“ und „Coming-Out“ durch­ein­an­der gewor­fen wer­den, ist die Lis­te der Pro­mi­nen­ten (Hape Ker­ke­ling, Elton John, Pink, Peter Pla­te, Micha­el Sti­pe, Geor­ge Micha­el, Lilo Wan­ders, Tho­mas Her­manns, Klaus Wowe­reit, Melis­sa Ether­idge, Hel­la von Sin­nen, Jür­gen Domi­an, Dirk Bach, Vera Int-Veen und Ellen de Gene­res) unge­fähr so span­nend wie eine Fla­sche Pro­sec­co, die seit dem letzt­jäh­ri­gen Chris­to­pher Street Day offen rum­steht – man fragt sich eigent­lich nur, wer Georg Uecker und Maren Kroy­mann ver­ges­sen hat.

Natür­lich könn­te man sich jetzt fra­gen, bei wel­cher der genann­ten Per­so­nen sich das Coming-Out/Ou­ting denn als „nicht gut“ für die Kar­rie­re erwie­sen habe. „Na, für Ellen de Gene­res zum Bei­spiel“, ruft da gmx.de:

Als sie sich in einer Epi­so­de als lebisch outet, wird der Sen­der von Geld­ge­bern unter Druck gesetzt und setzt die Sen­dung ab.

Nein, ich weiß auch nicht, was „lebisch“ ist und ob sowas die Kar­rie­re zer­stö­ren kann. Aber wenn wir der Wiki­pe­dia trau­en kön­nen, schob man es bei ABC wohl auch eher auf die schwä­cheln­den Quo­ten und den Druck reli­giö­ser Orga­ni­sa­tio­nen nach de Gene­res‘ Coming-Out, als man „Ellen“ 1998 aus­lau­fen ließ.

Apro­pos Wiki­pe­dia: die scheint bei der Recher­che für den Arti­kel die Bild­be­gleit­tex­te eine wich­ti­ge Rol­le gespielt zu haben. So heißt es bei Ernie Rein­hardt (Lilo Wan­ders):

… im Zweifelsfall war’s die Wikipedia
(Screen­shot: gmx.de, Her­vor­her­bung: Cof­fee & TV)

Viel Arbeit war also offen­bar nicht von­nö­ten, um die Lis­te zu erstel­len und ein paar Fak­ten zusam­men­zu­tra­gen. Und trotz­dem kann man auch an so einer Auf­ga­be noch schei­tern:

Die meis­ten Men­schen ver­bin­den Elton John nur mit jener schwer ver­dau­li­chen Bal­la­de „Cand­le in the wind“, die 1997 zu Ehren der ver­stor­be­nen Lady Di in jedem Radio-Sen­der der Welt run­ter­ge­lei­ert wur­de. Trotz des Prä­di­kats „meist­ver­kauf­te Sin­gle aller Zei­ten“ muss sich der mitt­ler­wei­le geadel­te Sir Elton John für die­sen Schmacht­fet­zen auch heu­te noch Kri­tik gefal­len las­sen.

wird dem Leben ’n‘ Werk von Elton John jetzt viel­leicht nicht so ganz gerecht, ist aber harm­los ver­gli­chen mit dem, was bei Hape Ker­ke­ling steht:

Der 1964 gebo­re­ne Come­dy-Star oute­te sich Anfang der 90er-Jah­re als homo­se­xu­ell

Ist das jetzt nur unglück­lich for­mu­liert oder bewuss­tes Ver­schlei­ern der Tat­sa­che, dass Ker­ke­ling (wie auch Alfred Bio­lek) 1991 von Regis­seur Rosa von Praun­heim in der RTL-Sen­dung „Explo­siv – Der hei­ße Stuhl“ geoutet wur­de? Eine Pra­xis, die unter ande­rem der Bund les­bi­scher und schwu­ler Jour­na­lis­tIn­nen ver­ur­teilt.

Aber was soll so ein Para­dies­vo­gel-Sam­mel­al­bum unter dem Titel „Pro­mi­nen­te auf dem CSD? Die­se Stars könn­ten Sie dort tref­fen“ über­haupt? Und wer guckt sich die­se alber­nen Bil­der­ga­le­rien auf den Start­sei­ten diver­ser Web­mail-Diens­te eigent­lich an?

Gerüch­ten zufol­ge „könn­te“ man auf „dem CSD“ (gemeint ist ver­mut­lich der Chris­to­pher Street Day in Ber­lin am ver­gan­ge­nen Wochen­en­de, Köln kommt aber z.B. auch noch) auch hete­ro­se­xu­el­le Pro­mi­nen­te tref­fen. Und homo- oder bise­xu­el­le Nicht-Pro­mi­nen­te. Und hete­ro­se­xu­el­le Nicht-Pro­mi­nen­te. Und und und …

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Digital

Sachen gibt’s …

Goog­le Alerts sind was tol­les: Man gibt ein­mal einen Such­be­griff ein und bekommt dann jedes Mal, wenn der Begriff im Netz auf­taucht, eine E‑Mail. So habe ich Dank mei­nes Goog­le Alerts auf Bil­ly Wil­der heu­te das hier erfah­ren:

Über Bil­ly Wil­der spricht Hans­jörg Just in der Rei­he „Krank­heit und Tod berühm­ter Per­sön­lich­kei­ten“ am Mon­tag, 2. Juli, 17.15 Uhr, im Hör­saal der Inne­ren Medi­zin, Bau 205 an der Kli­nik.

Klingt sogar span­nend.