Ach ja, liebe „WAZ“ in Bochum, wie war das noch mal mit der deutschen Fahne?

Ach ja, liebe „WAZ“ in Bochum, wie war das noch mal mit der deutschen Fahne?

Nun ist diese Fußball-EM also auch schon wieder vorbei. Deutschland hat sie nicht gewonnen (was zu erwarten war), ist aber Zweiter geworden (was nicht zu erwarten war).
Somit ist es Zeit für den Coffee-And-TV-EM-Rückblick:
Die Gastgeber
Legen wir ausnahmsweise mal, was wir bei der Hymne nie tun würden, die Hand aufs Herz: Schweizer und Österreicher gelten den Deutschen ja irgendwie als die etwas weltfernen Stiefcousins. Die, die so ähnlich wie wir reden, aber doch anders, und die, die beruhigenderweise immer noch schlechter Fußball spielen als die Deutschen.
Entsprechend war es dann auch das erste wichtige Turnier, bei dem alle Gastgeber die Vorrunde nicht überstanden, was wohl auch die Stimmung vor Ort etwas trübte. Von Österreich und der Schweiz bekam man im Fernsehen leider viel zu wenig mit, die Bilder aus den Innenstädten hätten auch in Dresden, Hannover oder einer anderen deutschen Stadt, in der ich noch nie war, gedreht sein können. Doch gestern nach dem Finale wurde klar: die Gastgeber waren die bescheidenen kleinen Brüder von Deutschland 2006. Alles war ein bisschen gedämpfter, stilvoller.
Die Favoriten
Ja, das war etwas merkwürdig: Mein Europameistertipp Tschechien überstand die Vorrunde ebensowenig wie meine Lieblingsmannschaft Schweden, die Italiener retteten sich mit Mühe und Not gegen die dann ausgeschiedenen Franzosen über die Gruppenphase, und Griechenland bewies endlich, dass der Gewinn der EM vor vier Jahren wirklich nur ein Betriebsunfall der Fußballgeschichte gewesen war. Vorher hatten sie uns allerdings mit dem 0:2 gegen Schweden eines der grauenhaftesten Spiele des Profisports geboten.
Nachdem sie in der Vorrunde den Weltmeister, den Vizeweltmeister und schließlich mit einer B‑Mannschaft auch noch die Rumänen in Grund und Boden gedemütigt hatten, galten die Holländer als klarer Favorit, was sich alsbald als die bei diesem Turnier unliebsamste Rolle herausstellte: Zack!, brachen sie gegen die Russen ein wie eine labbrige Fritte im Nordseesturm. Von allen Gruppenersten schaffte es gerade mal Spanien, sich nach einem freudlosen Spiel gegen die Italiener durchzusetzen – aber auch nur, weil deren Elfmeterglück nach dem Berliner WM-Finale bis mindestens 2044 aufgebraucht ist. Portugal scheiterte an den Deutschen, die zur Überraschung aller ein gutes Spiel ablieferten, die Kroaten, die wirkten als hätte man ihnen das mit Elfmeterschießen erst nach Ende der Verlängerung erklärt, scheiterten letztlich an der unfassbaren Last-Minute-Macht der Türken.
Um die dem Turnier innewohnende Tragik auf die Spitze zu treiben, erwischte es im Halbfinale ausnahmsweise mal die Türkei in der letzten Minute, woraufhin Deutschland versehentlich im Finale stand, in das am Folgetag die Spanier einzogen. Auch Guus Hiddinks Russen, die sich im ersten Gruppenspiel gegen Spanien trickreich totgestellt und danach alles dominiert hatten, konnten die Iberer (Sportjournalismus geht nicht ohne Thesaurus) nicht mehr stoppen.
Im Finale musste Spanien nur noch Deutschland schlagen, was dann auch kein Problem mehr war, weil die Deutschen neben Philipp Lahm und Jens Lehmann ausschließlich Doppelgänger ihrer Stammelf aufgestellt hatten. Beim einzigen Gegentor kamen sich konsequenterweise Lahm und Lehmann in die Quere.
Dies Spanier wurden völlig verdient Europameister und bewiesen bei der Pokalübergabe auch noch, dass sie deutlich besser erzogen sind als die Italiener, die sich den Cup vor zwei Jahren einfach selbst verliehen hatten. Michel Platini wirkte wie ein Lehrer auf Klassenfahrt, als er inmitten der spanischen Spieler die am wenigsten hässliche Sporttrophäe der Welt (man ist ja schon für Kleinigkeiten dankbar) Iker Casillas in die Hand drückte.
Deutschland
Die eigentliche Sensation ereignete sich bereits am 8. Juni: Deutschland gewann ein EM-Spiel. Viel mehr hatten sich Joachim Löw und seine Mannschaft wohl nicht vorgenommen, weswegen man im darauffolgenden Spiel gegen Kroatien einfach mal alles (außer dem eigenen Harn) laufen ließ. Ich habe glücklicherweise die zweite Halbzeit verschlafen und wurde erst pünktlich zur roten Karte gegen Bastian Schweinsteiger wieder wach. Vermutlich zum letzten Mal in der Nationalmannschaft gesehen haben wir David Odonkor, bei Mario Gomez wird sehr, sehr viel Aufbauarbeit nötig sein.
Gegen Österreich erlebte man endlich wieder die klassische deutsche Turniermannschaft wie bei der EM ’96 oder der WM 2002: schwach spielen, hinten sauber halten, vorne eine Standardsituation ausnutzen, weiterkommen. Gegen Portugal siegte dann Bastian Schweinsteiger im Alleingang, wie er das jetzt offenbar immer gegen Portugal machen will, und gegen die Türkei war Deutschland so unfassbar schlecht, dass es einzig und allein dem grundsympathischen Philipp Lahm und dessen Siegtor zu verdanken war, dass ich mir das Finale überhaupt ansehen wollte. Das Trauma des Halbfinals, dass man sich über einen völlig unverdienten Sieg freuen sollte, wiederholte sich gestern Abend dann zum Glück nicht: Nach zehn Minuten Fußball wollte das Deutsche Team auch mal „was mit Rasen“ machen und servierte den Spaniern die Torchancen auf einem Silbertablett mit Platinintarsien. Wenn man der spanischen Mannschaft einen Vorwurf machen kann, dann den, dass ihre Chancenausbeute genauso schlecht war wie bei allen anderen Mannschaften ab dem Viertelfinale. Ich möchte hiermit die neue Regel vorschlagen, dass, wenn zwei Mannschaften es nicht schaffen, innerhalb von 120 Minuten wenigstens ein Tor zu schießen, einfach beide aus dem Turnier ausscheiden.
Nicht unerwähnt bleiben sollte Angela Merkel, die im Stadion nicht nur die wichtigste Entscheidung ihrer bisherigen Amtszeit traf (Bastian Schweinsteiger motivieren), sondern auf der Tribüne und im Interview einmal mehr ihren Fußballsachverstand bewies. Ich möchte sie hiermit ganz ehrlich als kommende DFB-Präsidentin vorschlagen, was sicher auch im Hinblick auf 2011 ein schönes Signal wäre.
Regeln & Schiedsrichter
Die schon länger bestehende Regelung, dass in der Gruppenphase bei Punktgleichheit der direkte Vergleich zähle, sorgte dank des gut ausgearbeiteten Spielplans dafür, dass gleich drei Gruppensieger schon vor dem letzten Spiel feststanden, weswegen sie entsprechend mit einer B- bis C‑Mannschaft (Oma der Nachbarin des Busfahrers) aufliefen. Andererseits gab es so in jeder Gruppe ein Endspiel um den zweiten Tabellenplatz. Das zwischen der Türkei und Tschechien schrieb Fußballgeschichte, als die Tschechen es in den letzten Spielminuten nicht schafften, den Ball auch nur in die Nähe des türkischen Tores zu schlagen, in dem seit der roten Karte gegen den türkischen Torwart ein Feldspieler stand. Außerdem gab es noch eine gelbe Karte für einen Ersatzspieler auf der Bank.
Die WM 2006 hatte den unverdienten Elfmeter der Italiener (ja, ich weiß, dass das ein Pleonasmus ist) gegen die Australier und die drei gelben Karten gegen Josip Simunic in einem Spiel, ist mir aber sonst nicht durch größere Schiedsrichter-Inkompetenzen in Erinnerung geblieben. Diesmal war es anders: die Fehlentscheidungen häuften sich und bei manchen Szenen fragte man sich, ob man – so das wirklich die Elite der europäischen Unparteiischen sein sollte – in Zukunft bei einer EM nicht besser Kollegen aus Trinidad und Tobago einfliegen sollte. Gab es vor Spielen Geschrei um die Nationalität eines Schiedsrichters (der Deutsche bei Spanien – Italien, der Schweizer bei Deutschland – Türkei, der Italiener im Finale), gaben sich diese größte Mühe, die Bedenken zu zerstreuen, in dem sie konsequent gegen die von ihnen vermeintlich bevorzugte Mannschaft pfiffen. Nur beim Handspiel Lehmanns an der Strafraumlinie bei erschöpftem Auswechselkontingent zwanzig Minuten vor Schluss kam den Deutschen mal die Inkompetenz des Schiri-Gespanns entgegen.
Der Tiefpunkt war da freilich schon lange erreicht gewesen: die Verbannung beider Trainer auf die Tribüne im Spiel Österreich – Deutschland war eine gefährliche Mischung aus den Ego-Problemen des sogenannten vierten Offiziellen und der Unentspanntheit des spanischen Schiedsrichters. Die UEFA bewies Humor, indem sie beide Trainer für je ein Spiel sperrte und eben jenen Spanier im Viertelfinale gegen Portugal als vierten Mann aufstellte. Wo er dann auch kurz davor stand, wenigstens den portugiesischen Trainer auf die Tribüne schicken zu lassen.
Immerhin eine Schiedsrichter-Entscheidung blieb positiv in Erinnerung: im Spiel Holland – Italien wusste der Schiedsrichter, dass das vermeintliche Abseitstor keines war (also kein Abseits, ein Tor war es ja sehr wohl).
Fernsehen
Schlimmer als Schiedsrichter und Deutsche waren immerhin noch die Leute, die uns den Fußball ins Haus bringen: es ging gar nichts. Nichts.
Béla Réthy, von den Printkollegen merkwürdigerweise immer über den grünen Klee gelobt, nervt nur. Er redet in einem fort, nur als im Halbfinale plötzlich das Bild ausfiel und man auf sein Gequassel angewiesen war, wurden seine Sätze knapper. Tom Bartels kann selbst Fußballkrimis zum Sandmännchen degradieren, so dass man gestern Angst haben musste, die deutschen Spieler hätten versehentlich seinen Kommentar aufs Ohr bekommen und seien deshalb so müde. Steffen Simon ist einer dieser Menschen, die beim Italiener „brusketta“ und „jnokki“ bestellen, weil sie mal ein Semester in der Volkshochschule waren. Besonders peinlich wurde es immer dann, wenn er einen ausländischen Namen zum gefühlt hundertsten Mal vorgeturnt hatte, und man anschließen den muttersprachlichen Stadionsprecher etwas ähnliches, aber doch ganz anderes sagen hörte. Wie wohltuend bodenständig war dagegen Wolf-Dieter Poschmann, der alles so aussprach wie man’s schreibt.
Beckmann und Kerner gehen per se nicht, in keiner Rolle und auf keinem Sender, mit Netzer und Delling sollte langsam auch mal gut sein, Jürgen Klopp ist mir unsympathisch. Urs Meyer geht, der großartige Mehmet Scholl kam bei Beckmann (s.o.) nicht wirklich zur Entfaltung. Monika Lierhaus wirkte bei den Trainerinterviews immer wie Kai Diekmann bei der Papstaudienz (außer in dem unpassenden Moment, wo sie endlich mal journalistisch wirken wollte) und Katrin Müller-Hohenstein … ach ja. Als ich es einmal nicht mehr aushielt mit Béla Réthy und im Radio weiterhören wollte, war dort grad Sabine Töpperwien am Mikrofon und relativierte wieder einiges, wenn auch nicht alles, was ich schlechts über Réthy zu sagen hätte.
Es sei an dieser Stelle nur noch einmal darauf hingewiesen: diese Kommentatoren, Moderatoren und sonstigen Sportjournalistendarsteller werden von uns allen bezahlt. Gutes Personal ist halt schwer zu finden.
Die Fans
Was soll das eigentlich mit diesem „Schland“ und wann und wo hat das angefangen? An die Beflaggung von Wohnhäusern und Automobilen hat man sich zwei Jahre nach der Geburt des „positiven Patriotismus“ inzwischen gewöhnt, die Reichsparteitagsverweise sind längst nur noch Brauchtum und Ironie.
Wie undogmatisch die Deutschen sind zeigte sich immer wieder, wenn die gleichen Leute, die morgens beim „Bild“-Kauf über die Benzinpreise jammerten, Abends beim Autokorso (nach dem Österreich-Spiel!) den Gegenwert eines Finaltickets in den Innenstädten verbrannten. Auch die Boulevardpresse schaffte diesen Spagat, indem sie vor dem Halbfinale gegen die Türkei gleichzeitig zu Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit aufrief und für die kommende Nacht bürgerkriegsähnliche Zustände voraussagte.
Das Coffee-And-TV-Redaktionsteam bewies seine große Fußballkompetnz, indem es sich vor dem Eröffnungsspiel mit Fahnen eindeckte, die allesamt zum Ende der Vorrunde eingeholt werden konnten: Schweden, Griechenland und die Schweiz spielten ungefähr so gut, wie wir tippten. In der familieninternen Tipprunde musste ich mich nicht nur meinem Bruder, sondern auch meinen Eltern und meiner Schwester geschlagen geben. Aber als Borussia-Mönchengladbach-Fan ist man leiden gewohnt.
So geht’s weiter …
Am 9./10. August startet der DFB-Pokal, eine Woche später die Bundesliga. Mönchengladbach ist wieder da, wo es hingehört, der MSV Duisburg auch.
Die Nationalmannschaft wird sich für die WM 2010 qualifizieren und wenn sie da plötzlich die Leistungen aus so manchen Qualifikationsspielen und dem EM-Viertelfinale wiederholen, könnte das schon was werden. Außerdem spricht 2006: 3., 2008: 2. für 2010: 1. Die einzige Alternative wäre eine goldene Generation im deutschen Team: wie die Portugiesen immer schön spielen und Favorit sein, es dann aber nie schaffen. Die Rolle des ewig erfolglosen Geheimfavoriten ist seit gestern Abend unbesetzt.
Ich brauchte eine neue kurze Hose. Nein, das ist falsch: niemand über 18 braucht eine kurze Hose, wenn er nicht gerade im Urlaub oder Fußballprofi ist. Ich wollte aber für den Privatgebrauch trotzdem eine kurze Hose haben, die ich bei großer Hitze in der Wohnung tragen kann.
Diese doch recht schlichte Ausgangskonstellation erwies sich recht schnell als einigermaßen problematisch. Der Kauf neuer Kleidungsstücke, die keine T‑Shirts oder Socken sind, bereitet mir immer großes Unbehagen. Ich verbringe oft mehrere Tage in Geschäften und finde doch nichts. Meine Schuhe werde ich tragen, bis sie mir von den Füßen fallen.
Ich hätte mir auch kaum eine schlechtere Saison für meinen Investitionsversuch aussuchen können, denn die vorherrschenden Trends haben mit meinem Geschmack in etwa so viel zu tun wie meine Frisur mit den aktuellen Moden. Die Unsitte, eigentlich okaye Kleidungsstücke mit wahllosen Zahlenfolgen und barocken Ornamenten zu bedrucken, ist noch lange nicht abgerissen, und Taschen werden auf kurzen Hosen nach wie vor zahlreich untergebracht, nicht aber an den Stellen, wo sie sein sollten. Meine Frage, wer zum Henker denn Hosen trüge, auf denen ein österreichischerer Doppelkopfadler und eine französische Königslilie prangen, und an die etwa 17 Taschen, Laschen und Schlaufen angenäht sind, wurde leider alsbald wortlos beantwortet. Mit solchen Menschen wollte ich nichts gemein haben.
Außerdem scheinen dieses Jahr Hosen in Mode zu sein, die bereits über dem Knie enden. Das geht bei mir aus vielerlei Hinsicht nicht: erstens prangt auf meinem rechten Knie die unschöne Narbe eines Badeunfalls, zweitens sind meine Beine so kurz, dass Hosen, die bei normalen Menschen über dem Knie enden, bei mir genau bis zur Mitte der Kniescheibe reichen, und drittens will ich einfach keine Hosen, die so viel Bein zeigen. Meine Beine sind hässlich genug, je weniger man davon sieht, desto besser.
Meine Begleiterin erwies sich als deutlich härter im Nehmen, als ich es war: sie schleppte mich in immer noch einen Laden und wenn ich angesichts belegter Umkleidekabinen schon wieder gehen wollte, hielt sie mich an der Jacke fest und zwang mich zu weiteren Anproben. Schließlich hatte ich tatsächlich eine Hose gefunden, die für meinen Geschmack lang genug war, gut saß, nicht zu viele alberne Taschen in Kniehöhe hatte und angenehm leicht war. Der Preis war zwar so hoch wie für normale, ganze, also lange Hosen, lag aber noch unter der mir selbst auferlegten Höchstgrenze.
Es blieb das Problem der Farbe: möglicherweise gibt es auch für Modekonzerne Quoten, einen bestimmten Prozentsatz Schwerbehinderte einzustellen. Aber müssen es ausgerechnet Blinde sein, die dann in der Designabteilung arbeiten? Die an sich tolle Hose war im Modefarbton „Schlamm“ gehalten, war also nach menschlichen Maßstäben braun, was eher so indirekt eine Farbe ist. Was man denn dazu bitte tragen solle, fragte ich entgeistert die freundliche Verkäuferin. Beige ginge sehr gut (ich war nicht beim Afrikakorps), weiß (habe ich wenig, weil’s schnell dreckig wird), grün (hab ich nur als Gladbach-Trikot, dessen schwarz wiederum nicht zum Braun passt) oder hellblau (gut, dass ich ein Junge bin). Ich ging im Geiste meinen Kleiderschrank durch, wie mir die Dame geraten hatte, und kam zu dem Schluss, dass meine Waschmaschine und das von mir benutzte Waschmittel den Farbton schon nach drei Wäschen in ein schmuckes Grau-Anthrazit-Staubfarben verwandeln würde, und kaufte das gute Stück.
Jetzt muss ich nur noch in Urlaub fahren.
Wie bebildert man das, wenn ein Mann seine beiden Kinder tötet und seine Ehefrau schwer verletzt?
Am besten gar nicht?
Oder doch so wie der „Kölner Stadt-Anzeiger“?

Da hat also Landau Media mal durchgezählt, über welche „Spielerfrau“ während der bisherigen EM so am meisten berichtet worden ist, und kam zu der Erkenntnis, unter den Partnerinnen der deutschen Spieler sei dies Sarah Brandner, die Freundin von Bastian Schweinsteiger gewesen.
„Spiegel Online“ berichtet darüber, „Focus Online“ unter der Überschrift „Medienlieblinge: Miss Schweinsteiger ist die Nr. 1“ ebenfalls, und auch die „Peiner Allgemeine Zeitung“ brachte die AP-Meldung, bei der es – das nur noch mal zur Erinnerung – um die Frage ging, welche deutsche Spielerfrau die meiste Medienaufmerksamkeit bekommen hat.
Und was schreibt „RP Online“ über die Meldung?

Nachtrag, 29. Juni: Ich denke, jetzt können wir sicher sein: die lesen hier mit und reagieren – im Gegensatz zu derwesten.de – auch auf die Einträge.
Der neue Teaser heißt jetzt jedenfalls beinahe passend so:

„… bei den Medien“ war vielleicht einfach zu lang für die kleine Fläche.
Der Artikel ist jetzt übrigens so überschrieben:

Wie es so ist, wenn man ein neues Spielzeug hat, hab ich heute erst mal mit meinem MacBook rumgespielt. Im Überschwang des Neuen hab ich dann auch mal mit Garageband 08 rumgespielt und innerhalb einer Dreiviertelstunde folgende Miniatur aufgenommen:
[audio:http://www.coffeeandtv.de/wp-content/uploads/2008/06/post_scriptum.mp3]Auf den ersten Blick ist Garageband recht ordentlich, man kann damit eine Menge, wenn auch natürlich nicht alles machen. Für Demos ist es ideal, weil man gerade nicht vorhandene Instrumente wie Klavier, Schlagzeug oder Streicher sogar mit der Laptoptastatur einspielen kann. Und dafür, dass es beim System kostenlos dabei war (wie auch iMovie und diverser anderer Kram) will ich echt nicht meckern. Morgen guck ich mir die Samples an und baue mir dann auch einen weltweiten Hit.
Nachtrag, 28. Juni: Extra für SvenR: Der Remix inkl. Streichern und Drums.
[audio:http://www.coffeeandtv.de/wp-content/uploads/2008/06/ps_remix.mp3]Und falls jemand die Originalversion herunterladen möchte: einmal hier rechts klicken und „Speichern unter“ wählen.
Heute vor 15 Jahren ging ein Polizeieinsatz gründlich schief. Es war der GSG-9-Einsatz in Bad Kleinen und der GSG-9-Beamte Michael Newrzella, der an diesem Tag vom RAF-Terroristen Wolfgang Grams erschossen wurde, ist das letzte Todesopfer durch Terrorismus auf deutschem Boden.
Die Bundeszentrale für politische Bildung zählt in den letzten 15 Jahren 85 Todesopfer rechter Gewalt in Deutschland.
Auf eine ersehnte Paket-Lieferung zu warten dürfte das Ermüdendste sein, was auf diesem Planeten möglich ist: Man sitzt zuhause und wartet, dass es endlich klingelt. Mit irgendwelchen Arbeiten traut man sich nicht zu beginnen, denn es könnte ja jederzeit soweit sein und dann will man das Paket natürlich sofort in Empfang nehmen, auspacken und dem Inhalt seine volle Aufmerksamkeit widmen. Es ist wieder wie früher in der Zeit zwischen Hausaufgaben fertig haben und drei Uhr, wenn die Freunde endlich zum Spielen kommen; wie der Nachmittag des 24. Dezember, nur ohne Michael Schanze. Irgendwann traut man sich nicht mehr auf die Toilette und steht dafür sofort am Fenster, wenn man ein Auto anhalten hört. Auf dem Parkplatz unseres Wohnheims halten sehr viele Autos an.
Nicht besser wird das alles, wenn man im Internet nachverfolgen kann, wo das Paket gerade ist. So weiß man, dass es geschlagene 76 Stunden irgendwo in Köln gelagert hat. So lange Köln – das wünscht man kaum seinem ärgsten Feind, außerdem hätte man selbst in dieser Zeit mit einem Auto nach Köln fahren und vermutlich sogar wieder herausfinden können. Und dann ist es in der Nacht nach Apeldoorn in die Niederlande gebracht worden, was etwa drei Mal so weit weg von Köln ist wie der Zielort Bochum – aber immerhin in einer ähnlichen Himmelsrichtung. Man lernt, dass „Unterwegs“ auch in einem abstrakten, eher philosophischen Sinn gemeint sein kann: in einem Schwebezustand zwischen den Orten, auf einem Weg, der das Ziel ist.
In der Zwischenzeit liest man von den Schicksalsschlägen anderer Menschen, deren Sendungen im australischen Versandwesen einfach so … Entschuldigung: versanden. Das hebt nicht gerade die Hoffnung, in den nächsten Tagen noch was zu Essen zu bekommen, denn zum Supermarkt wegtrauen kann man sich auf keinen Fall, da der Zusteller ja nur auf diesen Moment wartet. Bleibt man aber zuhause, bleibt er natürlich einfach weg.
Das Warten auf eine Lieferung ist für Männer das, was das Warten auf einen Rückruf für (heranwachsende) Frauen ist. Vermutlich hat die Natur diese Institution als Generalprobe geplant: um zu überprüfen, ob der Mann den seelischen Belastungen einer herannahenden Geburt gewachsen wäre. Man stellt fest, dass man es nicht wäre und verwirft alle Pläne aufs Kinderkriegen – zeugen könnte man sie eh nicht, weil man sich ja auf die Türklingel konzentrieren muss. Man versucht zu lesen, aber jede Bewegung des Fahrstuhls lenkt einen wieder ab: Hält er in meiner Etage? Entsteigt ihm der Bote des Glücks?
So verbringt man ganze Tage mit Warten. Der Hass auf das Transportunternehmen droht auch auf das verschickte Objekt abzufärben. Man erwischt sich dabei, wie man auf dem Boden liegt und die Zeiger der Wanduhr anstarrt, als seien sie vom Aussterben bedrohte Tiere, die im heimischen Garten den Arterhalt versuchen. Jetzt bloß nicht stören, sonst ist alles kaputt.
Irgendwann steht auf der Website nicht mehr „Unterwegs“, sondern „Ausnahme: Interne Aktion“, was für einen Moment den Anschein des Besonderen, Auserwählten hat. Dann begreift man, dass man wieder mal Pech gehabt hat mit einem dieser Unternehmen und dass die Auswahl jetzt immer geringer wird und man bald Ein-Euro-Kräfte mit der Abholung erwünschter Dinge an ihrem Produktionsort beauftragen muss. Oder warum nicht gleich selbst nach China reisen? Da reisen doch jetzt alle hin und es soll so spannend sein. Andererseits sind da natürlich Tibet, die Menschenrechte und die Pressefreiheit, die es einem schwer machen, in das Land zu reisen, in dem die sehnsüchtig erwarteten Waren produziert werden.
Tage kommen und gehen und irgendwann kommt man auf dumme Gedanken:
Was ich eigentlich nur sagen wollte: seit gestern Abend ist mein MacBook da!
Zum dritten Mal in der Geschichte der „Daily Show“ gab es gestern einen Musikgast: Coldplay, „the number one in this country and most likely every country“.
Und wenn man Coldplay schon mal da hat, lässt man sie natürlich gleich zwei Mal spielen.
„42“:
„Lost“:
Das Ganze gibt mir übrigens Gelegenheit, endlich mal auf den „Full Episode Player“ hinzuweisen, den thedailyshow.com seit einigen Wochen anbietet. Wer braucht da noch Fernsehen? In Deutschland?
Normalerweise ist Herr Niggemeier ja für Symbolfotos zuständig. Der ist aber gerade in Urlaub. Weil die Symbolfoto-Bestücker der großen Onlinemedien aber keinerlei Rücksicht auf sowas nehmen (und auch auf sonst nichts), hauen sie weiter fleißig Symbolfotos raus.
So wie dieses:
Bitte achten Sie genau auf die Bildunterschrift und auf die Aussage des bebilderten Artikels!
[eingesandt von Sascha Lobo]
Es tut mir leid, dass dieses Blog gerade etwas zur Abladehalde lustiger Fundstücke wird.
Aber:

Ob das wohl eine feststehende Option in den Post-Computern ist?