Vor ein paar Tagen feierte das Video zur neuen Single von Avril Lavigne Premiere. Wenn „What The Hell“ im Musikfernsehen läuft, müssten die Sender vermutlich den Schriftzug „Dauerwerbesendung“ einblenden:
(Sony ist der Unterhaltungskonzern, bei dem auch Avril Lavignes neues Album erscheint, „Avril Lavigne“ und „Abbey Dawn“ sind die Parfüm- bzw. Modelinie von Avril Lavigne.)
Gerade so bei GoTV reingezappt und die Schlusseinblendung und die letzten vier Takte eines Songs mitbekommen. Die klangen so vielversprechend, dass ich den Song gleich mal bei YouTube gesucht und – Oh Wunder des Urheberrechts – auch gefunden habe:
Der erste Refrain kann nicht ganz das Versprechen einhalten, das der Song bis dahin aufgebaut hat. Bei der dritten Wiederholung (er ist ja eine einzige Wiederholung) entfaltet er allerdings durchaus seinen Charme. Nichts Weltbewegendes, aber zumindest mal wieder ein bisschen neues Leben in der extrem öde gewordenen Schublade mit der Aufschrift „Indie Rock“.
Trippin In London kommen – man kann es sich bei diesem leider etwas doofen Namen denken – nicht aus England. Stattdessen kommen sie – das kann man sich beim GoTV-Einsatz denken – aus Österreich, genauer: Salzburg. Kämen sie aus Dinslaken, würden deutsche Musikjournalisten sicher steil gehen.
Auf einer obskuren Seite namens MySpace gibt es weitere Songs zu hören, bei iTunes gibt’s noch nix.
Weil wir gerade überlegen, wie wir inhaltlich wieder mehr Musik in dieses Blog kriegen, ohne Monate nach einer Veröffentlichung hilflose Kurzrezensionen in die Tasten zu hauen (bzw. wieder das Wichtigste zu vergessen), habe ich mich mal über die Podcast-Konditionen bei der GEMA informiert.
Die Lizenz sieht unter anderem vor, dass einzelne Episoden des Podcasts nicht länger als 30 Minuten sein dürfen und die Musik pro Podcast nicht mehr als 75% der Gesamtlänge der einzelnen Episode einnehmen darf.
Außerdem gilt:
Als Song wird jedes verwendete Musikwerk gezählt, das weder Intro noch Outro ist. Dabei darf jedes Lied nur zur Hälfte ausgespielt werden, und es muss am Anfang und am Ende in das laufende Lied hineinmoderiert werden (sog. „talk over“).
Das ist lustig, weil die GEMA gleichzeitig auf folgenden Sachverhalt hinweist:
Nicht umfasst ist zudem das Urheberpersönlichkeitsrecht (§ 14 UrhG). Es muss unabhängig von einer Podcasting-Lizenz beachtet werden. Das bedeutet, dass die genutzten Musikwerke ohne gesonderte Einwilligung der Berechtigten nicht bearbeitet bzw. umgestaltet werden dürfen (§ 23 UrhG). Eine Verletzung des Urheberpersönlichkeitsrechtes kann insbesondere vorliegen bei Entstellung eines Musikwerkes, eine unerlaubte Bearbeitung kann vorliegen bei Neutextierung oder sonstigen Veränderung eines Musikwerkes.
Was, bitte, soll ein halber und zugequatschter Song sein, wenn keine „Entstellung“?!
In Jahresendzeitstimmung schaut man ja gerne zurück auf das endende Jahr, resümiert und fertigt – wenn man derlei Neurosen pflegt – obskure Listen an. Auf eine Leserwahl haben wir nach dem Muse-Debakel im Vorjahr einfach mal verzichtet und Unheilig per Akklamation zu Ihrer Lieblingsband 2010 ernannt.
Doch die letzten Dezembertage ließen mich auch persönlich nachdenklich zurück: Was hatte ich eigentlich gehört und gut gefunden?
Meine last.fm-Charts waren einigermaßen wertlos: Aus verschiedenen Gründen tauchten Songs wie „Fireflies“ (Owl City), „Baby“ (Justin Bieber) oder „Catch Me I’m Falling“ (Real Life, hätten Sie’s gewusst?) in meinen Jahres-Top-25 auf, was ich in erster Linie besorgniserregend fand. Außerdem waren alle Songs des Albums von The National dabei, was immerhin schon mal einen deutlichen Hinweis auf das Album des Jahres gibt, denn so unfassbar groß wie „High Violet“ war 2010 tatsächlich nichts mehr.
Es ist nicht auszuschließen, dass ich das Beste wie üblich übersehen habe: Arcade Fire, Get Cape. Wear Cape. Fly, Eels, Sufjan Stevens – alles nicht oft genug gehört, weil mir der Sinn grad nach etwas Anderem stand. So habe ich ja auch „Only Revolutions“ von Biffy Clyro erst im Oktober 2010 für mich entdeckt, es ist also denkbar, dass es auch im letzten Jahr wenigstens ein gutes Gitarrenrock-Album gab – wahrscheinlich ist es allerdings nicht, zu wenig ist in den vergangenen Jahren im Rocksegment passiert. Die Manic Street Preachers etwa haben mit „Postcards From A Young Man“ ein durchaus sehr gutes Spätwerk rausgebracht, aber geknallt hat das jetzt auch nicht richtig. Und falls es spannende Neulinge gab, muss ich sie allesamt übersehen haben: The Hold Steady haben souverän gerockt, Jason Lytle hat mit seiner Post-Grandaddy-Band Admiral Radley schön verschrobenen Indierock gemacht, The Gaslight Anthem waren okay, Ende des Jahres kam mit „All Soul’s Day“ ein ordentliches Lebenszeichen von The Ataris – aber, Entschuldigung: Wir sprechen vom Jahr 2010! Völlig okay, dass Ben Folds mit lyrischer Unterstützung von Nick Hornby endlich mal wieder ein richtig gutes Album gemacht hat, aber der Mann ist jetzt auch schon seit 17 Jahren dabei.
Immerhin haben nicht alle Bands so enttäuscht wie Wir Sind Helden, Shout Out Louds, Stereophonics oder – richtig schlecht – Jimmy Eat World und Danko Jones. Weezer haben angeblich schon wieder mindestens ein Album veröffentlicht. Die meisten meiner Lieblingsbands hatten sich eh eine Auszeit genommen und ihre Sänger solo vorgeschickt: Alles überragte dabei Jónsi von Sigur Rós, dessen „Go“ zu den besten Alben des Jahres gehört. Jakob Dylan war schon zum zweiten Mal ohne Wallflowers unterwegs, hat die Band aber immer noch nicht aufgelöst. Dabei ist das düster-folkige „Women & Country“ eigentlich besser als alles, was er vorher gemacht hat. Fran Healy (Travis) und Brandon Flowers (The Killers) ließen erst Therapiesitzungen erwarten, klangen dann aber gar nicht mehr so anders als ihre Bands – eben gut, aber auch nicht mehr so richtig spannend. Carl Barât gehört auch irgendwie in diese Aufzählung, obwohl er die Dirty Pretty Things ja längst aufgelöst hat und es die Libertines wieder gibt. Kele (Bloc Party) und Paul Smith (Maxïmo Park) hab ich verpasst. Und dieses Jahr veröffentlicht dann Thees Uhlmann (Tomte) sein Solo-Debüt …
In Sachen Hip-Hop ging auch nicht mehr so richtig viel: Kid Cudi blieb mit seinem Zweitwerk hinter den Erwartungen zurück, Kanye West hat ein irres Gesamtkunstwerk rausgebracht, das mit dem Album eines Einzelinterpreten wenig gemein hat und sich mir womöglich erst in ein, zwei Jahrhunderten erschließen wird. Eminem war durchaus kraftvoll wieder da, kriegte den meisten Airplay aber für ein Duett mit der langsam unvermeidlichen Rihanna. Aus Großbritannien kam immerhin Professor Green mit einem dreckig-bunten Grime-Strauß.
Im Pop gab es (neben Lady Gaga) vor allem zwei Themen: Das große Comeback von Take That als Quintett und Lena. Mit Hilfe von Stuart Price (s.a. Scissor Sisters) nahm die einstige Vorzeige-Boygroup (Huch, aus welchem Paralleluniversum kam denn diese Klischee-Formulierung?) ein erstaunlich elektronisches Album auf – „reif“ hatte die Band seit ihrem Comeback 2006 ja die ganze Zeit geklungen. Die zu „Progress“ gehörende Dokumentation „Look Back, Don’t Stare“ zeigt die Fünf dann auch als weise ältere Herren, die ihre Dämonen langsam aber sicher alle bekämpft haben und jedem Mann Mitte/Ende Zwanzig Mut machen, in zehn bis fünfzehn Jahren so gut auszusehen wie nie zuvor. Oder man zeugt wenigstens eine Tochter wie Lena Meyer-Landrut, die exakt fünf Takte brauchte, bis sich erst alle Zuschauer von „Unser Star für Oslo“ und dann 85% der deutschen Bevölkerung in sie verliebten. Natürlich war der Triumph beim Eurovision Song Contest eine mittelschwere Sensation und auch für mich persönlich ein Erlebnis, aber das Album „My Cassette Player“ war leider trotzdem eine ziemliche Enttäuschung. Textlich schwer rührend, aber auch völlig seelenlos produziert, ragt das von Ellie Goulding geschriebene „Not Following“ hervor, der Rest ist nett, aber belanglos.
Was kam sonst aus Deutschland? Tocotronic, die mich etwas ratlos zurückließen, Erdmöbel mit dem besten deutschsprachigen Album seit Jahren, Die Fantastischen Vier, die sich irgendwo zwischen „Bild“-Interview (in Morgenmänteln im Bett!) und Werbedeals vollends der Bedeutungslosigkeit hingaben, während Fettes Brot ihr vorläufiges Ende verkündeten. Und dann halt so Leute, die man persönlich kennt wie Tommy Finke, Enno Bunger oder die phantasischen Polyana Felbel.
Auf vier bis acht großartige Alben folgt eine ganze Menge Mittelmaß und die Gewissheit, dass ich vieles sicher noch überhört habe. Dafür haben mich die Alben, die ich dann tatsächlich gehört habe, zu sehr aufgehalten: The National, Erdmöbel, Delphic, Jónsi, Jakob Dylan und die Vorjahresübersehungen Biffy Clyro und Mumford & Sons. Die Liste meiner Lieblingssongs wird irgendwo hinter Platz 8 recht schnell beliebig, hat aber immerhin einen richtigen Kracher auf der Eins: „Tokyo“ von The Wombats, mit denen ich ehrlich gesagt am allerwenigsten gerechnet hätte.
In den Charts dominierten erst die Fußballhymnen (das vom Kommerz zerstörte „Wavin‘ Flag“ von K’naan und das nur nervige „Waka Waka“ von Shakira), ehe sich das Land zum Jahresende zwei wahnsinnig unwahrscheinliche Nummer-Eins-Hits gönnte: Eine 17 Jahre alte Kreuzung zweier Evergreens auf der Ukulele, gesungen vom schwergewichtigen und zwischenzeitlich verstorbenen Israel Kamakawiwo’ole und ein aus dem Werbefernsehen bekannter, ursprünglich nicht als Single angedachter Song von Empire Of The Sun, die anderthalb Jahre zuvor erfolglos versucht hatten, mit einem sehr viel eingängigeren Song über das Werbefernsehen erfolgreich zu sein. In den Albumcharts durfte sowieso jeder mal ran und wenn gerade kein großer Name (Peter Maffay, AC/DC, Iron Maiden, Joe Cocker, Depeche Mode, Bruce Springsteen) sein neues Album rausgehauen hatte, schossen wie selbstverständlich Unheilig wieder an die Spitze der Hitparade.
Sie werden es vermutlich nicht mitbekommen haben und auch die speziellsten Special-Interest-Webseiten schweigen sich zu dem Thema aus, aber heute ist ein ganz besonderer Tag: Der erste öffentliche Auftritt der Band Zuchtschau jährt sich zum zehnten Mal.
Sie werden über diese Band nichts finden, denn damals war das Internet durchaus noch vergesslich, aber es ist ein guter Moment, aus dem Schatten der Anonymität heraus zu treten und zu sagen: Ich war Teil von Zuchtschau.
Die recht kurze und in weiten Teilen ereignislose Geschichte dieser Band begann im Januar 2000 auf dem Schulhof eines Dinslakener Gymnasiums. Matthias, ein langjähriger Schulfreund von mir, plante mit zwei Schülern aus der Stufe über uns, gemeinsam eine Band zu gründen. Nur ein Schlagzeuger fehlte ihnen noch. Da ich von meinem siebten bis zum dreizehnten Lebensjahr Schlagzeugunterricht bekommen hatte und man sowas ja bestimmt nicht verlernt, bot ich mich an. Am darauf folgenden Freitag fand die erste Probe im Keller des legendären ND-Jugendzentrums statt.
Ich wollte gerne eine Band gründen, die nach Ben Folds Five klang, aber danach sah es nicht aus: Wir hatten nicht nur keinen Pianisten, sondern auch keinen Basser. Matthias und Thomas würden Gitarre spielen, Sebastian singen. Unser Saxophonist (!) war nur bei wenigen Proben dabei. Auch vom Genre her musste ich Kompromisse eingehen, denn Thomas und Sebastian wollten eine Punkband gründen. Meine eigenen Erfahrungen mit dem Thema beschränkten sich damals noch auf einige Songs der Toten Hosen und der Ärzte, die ich im Musikfernsehen gesehen hatte, aber das war mir egal: Hauptsache Musik machen, berühmt werden und Mädchen abgreifen.
Beim Bandnamen hatte ich ebenso wenig zu sagen: Er stand fest, seit Thomas und Sebastian im Vorjahr bei einer Teckel-Zuchtschau auf unserem Schulhof ein Hinweisschild mit dem Schriftzug „Zuchtschau“ entwendet hatten, das seitdem Thomas‘ Jugendzimmer schmückte.
Thomas brachte damals zu jeder Probe einen neuen Song mit, die wir alle recht schnell drauf hatten. Ich spielte immer den gleichen Beat, er spielte vier Akkorde, Matthias gniedelte irgendwas dazu und von Sebastian verstand man kaum was, weil er über einen schwachen kleinen Gitarrenverstärker sang. Was sich von der Herangehensweise schwer nach Punk anhört, klang im Ergebnis aber wie vier brave Söhne aus der Mittelschicht, die versuchen, Punk zu spielen.
Nach wenigen Wochen wechselten wir vom Jugendzentrum in den Keller meines Elternhauses, wo ich mich jetzt an meinem eigenen Schlagzeug verausgaben konnte. Stilecht wurden zu jeder Probe Doppelkekse und Eistee gereicht.
Zur Geburtstagsfeier meines Vaters kam es zum ersten Auftritt vor Publikum, den man wohlwollend als „avantgardistisch“ bezeichnen könnte, musikwissenschaftlich präzise als „schlecht“. Alles dröhnte und schepperte, von Sebastians Stimme war so gut wie nichts zu hören. Unterdessen begann sich der drohende Abstieg der Band abzuzeichnen: Der Schlagzeuger (also ich) hatte sich selbst das Gitarrenspiel beigebracht und wollte nun eigene Songs beisteuern – das todsichere Ende jeder Band.
Von Dingen wie MySpace konnte man damals nur träumen: Mit einem einzigen Mikrofon nahmen wir das Geschepper im Proberaum am PC auf und überspielten es anschließend auf eine Musikkassette, die Thomas und Sebastian beim Besuch eines Wohlstandskinder-Konzerts der Band mitgeben wollten.
Einem Auftritt beim Nachbarschaftsfest sollte im August endlich der erste offizielle Auftritt folgen: Wir waren im Nachwuchsprogramm des traditionsreichen Stadtfests „DIN-Tage“ vorgesehen. Das Konzert stand unter keinem guten Stern, denn zunächst mussten wir (um des Familienfriedens willen – sehr punk) auf unseren selbstgebastelten Backdrop verzichten, den unser Bandlogo zierte:
Mein Großvater hatte das Banner zufälligerweise zu Gesicht bekommen und fühlte sich beim Anblick unseres Dackels offenbar an eine Organisation erinnert, die nach seinen Aussagen „Tausend hinterrücks erschossen und in die Luft gesprengt“ habe. Auf gar keinen Fall dürften wir damit in die Öffentlichkeit, sagte er, und wir müssten auch mal an die Karrieren unserer Eltern denken. Wir hätten aber gar kein weiteres Bettlaken bemalen müssen, da das Konzert wegen einer Unwetterwarnung sowieso abgesagt wurde. Das angekündigte Gewitter sollte Dinslaken freilich nie erreichen.
Im Dezember 2000 sollte dann aber wirklich der erste Auftritt stattfinden – beim traditionsreichen „School’s Out“, bei dem nun wirklich jede Dinslakener Band, die länger als ein paar Wochen existierte, irgendwann mal gespielt hat. Für das Konzert hatte sich das Kulturamt der Stadt etwas ganz besonderes einfallen lassen: Es sollte einen Sampler mit Songs von allen auftretenden Bands drauf geben. Die Bands, die – wie wir – keine ordentlichen Aufnahmen vorweisen konnten, bekamen einen halben Tag im Tonstudio spendiert. In Zeiten, wo angesichts leerer Kassen als erstes bei Kultur- und Jugendarbeit gespart wird, klingt diese Anekdote wie eine Geschichte aus einer längst vergangenen sozialdemokratischen Epoche, aber sie ist wirklich erst zehn Jahre her.
Mit einem Demo unseres Songs „Held im Traumland“ fuhren wir in ein kleines Duisburger Studio und versuchten, das Lied irgendwie auf Band zu bannen. Schlagzeug und Rhythmusgitarre wurden gleichzeitig eingespielt (ohne Klickspur natürlich, das hätten wir nie hinbekommen), der Rest später drübergelegt. „Ihr wisst schon, dass Ihr im Refrain schneller werdet?“, fragte unser Produzent (kräftig gebaut, Kette rauchend und schnauzbärtig) besorgt und wir antworteten – leider wahrheitsgemäß – damit, dass das Absicht sei. Am Ende des Tages hatten wir tatsächlich einen fertigen Song, auf dem sogar ein Bass zu hören war – Matthias hatte noch eben eine sehr schlichte Bassspur eingespielt.
Das „School’s Out“ kam und in Sachen Größenwahn konnte uns kaum jemand etwas vormachen: Wie die großen Rockbands, die wir aus dem Fernsehen kannten, hatten auch wir Computergeschriebene Setlisten, eigene Timetables („Dinslaken, GER: Soundcheck 4pm, Doors 4.30pm, Dinner 5pm, Zuchtschau 5.45pm“) und eine schriftliche Drehgenehmigung für unseren Freund mitgebracht, der das Konzert auf Video 8 bannen sollte. Tatsächlich verfolgten einige Leute unseren Auftritt, sogar einige „Fans“ waren angereist: dicke, picklige Jungen aus der Nachbarstadt, die noch uncooler waren als wir.
Wir bretterten durch unser Set, wobei ich im Rückblick annehmen muss, dass wir nicht für fünf Cent Pfennig gerockt haben. Bei unserem Song „Winke, Winke“ (eine von Rammstein inspirierte Hymne auf die Teletubbies – I kid you not) zerschmetterte Sebastian das Kinderkeyboard, auf dem er das Intro gespielt hatte, vor den Augen verwirrter Security-Angestellter auf der Bühne. Am Ende waren wir so schnell gewesen, dass wir noch Zeit hatten, eine (weder geplante noch geprobte) Zugabe nachzuschießen.
Headliner (auch für so etwas gab es im Dinslaken des Jahres 2000 noch Geld) des School’s Out war die Magdeburger Band Scycs, deren Single „Radiostar“ weiland ein kleiner Hit war. Die Musiker gingen auf unseren Vorschlag ein, gemeinsam mit allen Bands des Abends ein Weihnachtslied zu intonieren, doch der Versuch endete in einem riesigen Chaos, dessen Ausmaße ich womöglich noch irgendwo auf Video habe.
Im Jahr 2001 spielten wir bei einem Bandwettbewerb in Moers unseren einzigen Auftritt außerhalb Dinslakens, außerdem bei einem Aktionstag gegen Rechts, beim einzigen Dinslakener Entenrennen, beim hundertsten Geburtstag unserer Schule und tatsächlich (ganz ohne Backdrop) bei den DIN-Tagen.
An einem Freitag im November verließen Matthias und ich die Band. Sebastian hatte sich wenige Stunden zuvor einen Bass gekauft.
Doch wie klang diese Band, der es so ergangen ist wie Tausenden Nachwuchs-Spinal-Taps vor und nach ihnen? Ungefähr so:
Leserin Katharina S. aus K. fragt: „Unheilig. Was ist das für Musik, wer hört das?“
Lukas Heinser antwortet: Viele Menschen, die sich sonst nicht für Musik interessieren
Und: Elmar Theveßen, Stellvertretender Chefredakteur und Terrorismusexperte des ZDF:
Was hat ihn am meisten beschäftigt, beeindruckt, betroffen gemacht?
„Zwischen all dem Leid in diesem Jahr haben die Bilder von der Rettung der Bergleute in Chile so unendlich gut getan. Dazu noch der Song ‚Geboren, um zu leben‘. Genau darum geht es doch eigentlich bei allem, auch wenn wir das manchmal vergessen“, so Theveßen.
Nachdem ich in den vergangenen Jahren die besten Alben (Bon Iver, The Gaslight Anthem; Mumford & Sons, Emmy The Great, Biffy Clyro) jeweils erst nach Silvester entdeckt habe, dachte ich mir, dass es dieses Jahr anders werden muss: Ich bitte also jetzt schon um Hinweise, was ich eventuell übersehen haben könnte.
Bisher ganz oben auf meiner Shortlist für die besten Alben 2010 stehen:
Vor vielen Jahren schrieb ich in einer der Rezensionen, die ich damals in Fließbandarbeit für ein Online-Musikmagazin anfertigte, über das völlig okaye Debütalbum von Jona Steinbach den folgenden, weder klugen noch schönen Satz:
Vielleicht schafft man es irgendwann, eine CD mal nicht als Manifest einer gescheiterten Generation, sondern einfach nur als Tonträger zu begreifen.
Als ein gutes Jahr später das Zweitwerk des Kölners erschien, stand auf der dazugehörigen Presseinfo das folgende, angebliche Zitat:
Das Manifest einer gescheiterten Generation.
Spätestens da wusste ich: Diese, auch „Waschzettel“ genannten, Presseinfos sind das Schlimmste, was das Musikbusiness zu bieten hat. (Und das Musikbusiness hat immerhin Prof. Dieter Gorny zu bieten.)
Selbst Sätze, die einem unter normalen Umständen nicht weiter auffallen würden, wirken in Presseinfos dumm und gestelzt. Und dann gibt es ja noch die ganze Klischee-Grütze von wegen „in keine Schublade passen“, „reifer geworden“ und „ihr bisher bestes Album“. Wenn man Glück hat (ja, wirklich: Glück) steht da wenigstens noch eine Latte von Künstlern, die angeblich so ähnlich klingen, und man kann schon vor dem Hören abschätzen, ob man sich das jetzt wirklich antun will.
Wenn ich selbst Pressetexte verfassen sollte (zum Beispiel, damit Dinslakener Lokalredaktionen ausführliche Ankündigungen von Konzerten abdrucken konnten, in die sie keine Sekunde eigener Arbeit investieren mussten), dann ging das nur mit sehr viel Überwindung und unter Selbsthass und Schmerzen.
Dennoch überwinde ich mich etwa einmal im Jahr und hacke eine Presseinfo in die Tasten – wenn man anschließend eine halbe Stunde heiß duscht, geht’s meistens wieder. Die zu lobpreisenden Künstler müssen aber a) Freunde von mir sein und b) Musik machen, die mir wirklich, wirklich gefällt. Beides war im Fall von Polyana Felbel gegeben und so schrieb ich die Presseinfo, um alle Presseinfos zu beenden.
Polyana Felbel, das sind Polyana Felbel und Taka Chanaiwa aus Köln („einer Stadt, die man nicht gerade mit den Weiten des nordamerikanischen Kontinents oder den Wäldern Skandinaviens verbindet“, wie es in der Presseinfo faktisch einigermaßen korrekt heißt) und gestern haben sie dort ihr erstes offizielles Konzert gespielt. Rund 50 Menschen hatten sich im Theater der „Wohngemeinschaft“ (ein etwas bemüht im urbanen Retro-Chic gehaltenes Etwas mit Kneipe, Hostel und Bühne) versammelt und den Raum damit auf muckelige 30° Celsius aufgeheizt. Einige kamen gar verkleidet, was sich allerdings mit der Rheinländern offenbar innewohnenden, ansonsten aber völlig unverständlichen Affinität zu Schnapszahl-Daten erklären lässt.
Das Vorprogramm bestritt ein aufstrebender Singer/Songwriter und Zollbeamten-Bespaßer aus Bochum, dann ging es richtig los: Polli und Taka eröffneten mit einem Cover von Coldplays „Green Eyes“ und es dauerte ungefähr zehn Sekunden, bis sich Gänsehaut und Sprachlosigkeit Raum brachen. Mit jedem weiteren Stück – neben einigen Eigenen auch Neuinterpretationen von „The Blower’s Daughter“ (Damien Rice), „Use Somebody“ (Kings Of Leon) und „Kids“ (MGMT) – wuchs die Begeisterung und am Ende des Abends war ein Jeder, ob Männlein oder Weiblein, ein bisschen in Polli verliebt.
Das ist aber auch tolle Musik, dieser Folk, den die beiden da machen: Einerseits filigran wie ein letztes, vertrocknetes Blatt im Herbstwind, andererseits mit einer ungeheuren Kraft und Stimmgewalt vorgetragen. Vergleiche mit Kathleen Edwards, Lori McKenna oder Hem klopfen an und müssen nicht gescheut werden (um eine in der Presseinfo unbenutzte Phrase doch noch zu verbraten). Es ist einfach toll zu sehen, wie zwei junge Menschen mit Spaß und Ernsthaftigkeit Musik machen und damit einen voll gepackten Raum zum Schweigen und Schwelgen bringen.
Für die nun dräuenden dunklen Abende seien Ihnen Polyana Felbel daher schwerstens ans Herz gelegt. Hörproben gibt es auf einer obskuren kleinen Internetseite namens MySpace und hier:
Best Coast – Crazy For You
Stellen Sie sich vor, Blondie hätten ein Beach-Boys-Tribute-Album aufgenommen. Vergessen Sie wieder, was Sie sich gerade vorgestellt haben, und hören Sie sich „Crazy For You“ an, das Debütalbum von Best Coast. Auf dem Cover sieht man eine Katze, deren Hintern die Umrisse Kaliforniens hat. Da frage ich Sie: Was will man mehr?
Anspieltipps: „Boyfriend“, „The End“, „Summer Mood“, „Each And Everyday“. (LH)
The Black Angels – Phosphene Dream
Da wollte ich gerade mit einer Empfehlung angeben, die ich mir in London im renommierten Rough-Trade-Plattenladen geholt habe, und stelle fest, dass das natürlich das neue Hype/Konsens-Thema ist: The Black Angels aus Austin, Texas, wahlweise einsortiert unter „Psychedelic Rock“, „Stoner Rock“ oder auch „Blues Rock“. Die Musik klingt jedenfalls, als stamme sie aus dem vergangenen Jahrhundert – „Sunday Afternoon“ könnte gar von den späten Beatles stammen, „River Of Blood“ von den Doors und so manches erinnert an The Velvet Underground, die auch für den Bandnamen Pate standen. Dröhnende Gitarren, scheppernedes Schlagwerk – herrlich!
Anspieltipps: „Bad Vibrations“, „Sunday Afternoon“, „Telephone“. (LH)
Erdmöbel – Krokus
Ich würde nie behaupten, wirklich zu verstehen, wovon Markus Berges hier singt. Die Worte sind deutsch (zumindest die meisten), aber die Sätze, die daraus entstehen, tragen sieben Siegel. Doch es ist eine verspielte PeterLicht-Rätselhaftigkeit, kein „Oh mein Gott, ich bin zu dumm!“-Gefühl wie bei Tocotronic. Wie bei den frühen R.E.M.-Alben ist es aber auf eine gewisse Weise auch ganz egal, wovon die Texte handeln (obwohl die musikalische Verarbeitung eines witterungsbedingten Nothalts in der niederrheinischen Provinz längst überfällig war und jetzt endlich in „Emma“ nachgeholt wurde), weil der Gesang auch als zusätzliches Instrument funktioniert. Musikalisch ist das Album mit seinen vielen Samba- und Jazz-Anleihen eh top und wenn es am Ende heißt „Das Leben ist schön“, dann versteht man das auch beim ersten Hören. Ich bin zu faul, das zu verifizieren, aber es könnte sich um das beste deutschsprachige Album des Jahres handeln.
Anspieltipps: „77ste Liebe“, „Fremdes“, „Wort ist das falsche Wort“, „Emma“, „Krokusse“, „Das Leben ist schön“. (LH)
Ben Folds – Lonely Avenue
Da ist es also endlich, das Album, auf dem Ben Folds Texte von Nick Hornby vertont hat. Alle Zweifel, ob die Texte eines Schriftstellers nicht etwas zu sperrig für Popsongs sein könnten, zerschlagen sich spätestens mit dem zweiten Track des Albums: „Picture Window“ ist der beste Folds-Songs seit mindestens fünf Jahren. Und Geschichten über verschiedene Charaktere hat Folds ja immer schon erzählt, war also insofern selbst schon immer schwer literarisch tätig. Nach dem etwas speziellen „Way To Normal“ ist „Lonely Avenue“ musikalisch wieder deutlich entspannter und melancholischer geworden
Anspieltipps: „Picture Window“, „Doc Pomus“, „From Above“, „Saskia Hamilton“, „Belinda“. (LH)
I Blame Coco – The Preparty
Ich wusste ja von nichts, also nicht wie Sting mit bürgerlichem Namen heißt (Gordon Sumner). Weder, dass er eine modelnde und singende Tochter hat (Coco Sumner alias Eliot Pauline Sumner). Geschweige denn, dass die gute Dame entgegengesetzt aller Klischees, die man dann sofort abspult wenn der Herr Papa ein erfolgreicher und von mir wertgeschätzer Musiker ist, erfüllt.
Ganz und gar nicht, Coco Sumner fetzt! So richtig, eine taffe junge Künstlerin, die sich hinter ihrem Vater nicht verstecken braucht. Die Stimme rauchig, die Songs erfrischend und passend für gediegende Abende mit Freunden, zum herrlich tanzen oder, oder, oder!
Der Opener auf Preparty heißt „Bohemian Love“ und so relaxed und gemütlich klingen auch viele der anderen Songs. „Voice In My Head“ erinnert dann schon an den Herrn Vater, was aber wunderbar stimmig ist. Ein bisschen Reggae ein wenig Folk, aber vor allem eine angenehm würzige Stimme und eine gefühlte Relaxtheit die sich bei mir einschleicht. Was nicht heißt das die Platte einschläfert, nein, vielmehr gibt es diese Momente, in denen man sich entspannt zurück lehnen kann und genießt.
Die neue Platte „The Constant“ ist auch schon draußen und ist auch äußerst hörenswert!
Anspiel-genießer-tipps: „Bohemian Love“, „How Did All These People Get In My Room“, „Voice In My Head“. (AK)
Manic Street Preachers – Postcards From A Young Man
Die Soloalben, die James Dean Bradfield und Nicky Wire 2006 veröffentlicht haben, waren das beste, was den Manic Street Preachers passieren konnte, denn seitdem erlebt die Band ihren zweiten Frühling: „Send Away The Tigers“ war groß, „Journal For Plague Lovers“ rau – und mit ihrem zehnten Album zielen die Manics noch mal ganz präzise in Richtung Stadion. Streicher, Chöre, eingängigste Melodien – alles ist dabei und Bradfields Stimme klingt sogar noch ein bisschen besser als früher. „Postcards From A Young Man“ ist als Alterswerk gewollt, in den Texten klingt einiges an Resignation und Melancholie mit, aber alt klingt die Band kein bisschen. Und wenn es jetzt Tradition wird, dass Nicky Wire auf jedem Album einen Song singen darf, dann dürfen die Manics von mir aus gerne bis zum Rentenalter weitermachen. „The Future Has Been Here 4 Ever“ klingt jedenfalls schon mal arg nach den Rolling Stones.
Anspieltipps: „(It’s Not War) Just The End Of Love“, „Some Kind Of Nothingness“, „Hazelton Avenue“. (LH, Rezensionsexemplar)
Lasse Matthiessen – Stray Dog
Manche Dinge sind etwas ganz besonderes. Manche Musiker sind etwas ganz besonderes. Manche Musiker können alleine auf einer Bühne stehen und manche haben noch ein paar mehr Musiker dabei.
Lasse Matthiessen, ursprünglich aus Dänemark und jetzt Parttime-Berliner, ist so ein Besonderer, der alleine und manchmal mit seiner Band im Quartett sein Publikum verzaubert.
Immer mit den leisen Tönen, dem gekonnten Spielen mit Laut und Leise, auch dem Laut und Leise in seiner Stimme. Mit unerwarteten Brüchen, Gefühl und Witz. Mit seiner Gitarre, einer Mundharmonika und seiner Band, bestehend aus Violine (Søren Stensby), Kontrabass (Niels Knudsen) und Schlagzeug (Terkel Nørgaard), hat Lasse Matthiessen etwas ganz besonderes geschaffen. Zwischen Singer/ Songwriter, Folk, Indie und Jazz verwandeln sich die Akkorde zu wunderbaren Melodien.
Ich hatte das große, große Glück ihn in einer meiner kleinen Lieblingsorte (der Popo Bar in Neukölln) in Berlin bei einem Live-Konzert zu sehen. Was mich immer besonders glücklich macht, wenn innerhalb einer Band alle Musiker Raum haben für ihr Instrument und sich zusammen so wunderbar ergänzen.
Am Ende bleibt ein kollektiv zufriedenes Publikum.
Habe mir gleich die CD geschnappt und freu mich, hier CD und Konzert Review in einem Abzuliefern.
Anspieltipps: „Before We Dissappear“, „Soon The Spring“, „Borrowed Time“, „Where Are You“. (AK)
Professor Green – Alive Till I’m Dead
Beschreibungen wie „der englische Eminem“ sind natürlich nie wirklich aussagekräftig, helfen einem aber enorm bei der groben Einordnung. „Die männliche Lady Sovereign“ würde es schon besser treffen, aber allein die Samples („Just Be Good To Me“ von The SOS Band, gesungen von Lily Allen, und „Need You Tonight“ von INXS) sprechen für sich. „Alive Till I’m Dead“ ist eine clevere, höchst vergnügliche Rap-Platte für Leute, die Mike Skinners Akzent nicht ertragen.
Anspieltipps: „Just Be Good To Green“, „I Need You Tonight“, „Do For You“, „Monster“, „Closing The Door“. (LH)
Philip Selway – Familial
Ganz bedächtig klingt der erste Song „By Some Miracle“, auf Sanftpfoten tragen sich die Töne ins Ohr. Mit „Familial“ beginnt das Soloalbum des Drummers DER Band (Radiohead) wirklich mit leisen Tönen. Ein bisschen mysteriös. Ein wenig wunderlich, aber Radiohead war schon immer wunderlich und mysteriös.
Leise Kanten und anschmiegsame Ecken zeichnen dieses Album aus. Die Melodien sind nicht aufdringlich, die Texte stehen für die Zwischentöne im Leben. Und doch bleibt die Spannung der Platte fast durchgehend aufrecht erhalten.
Und mehr will ich zu dieser Spätsommer/Herbst- und bestimmt wieder entdeckbaren Frühjahrsplatte gar nicht sagen. Selber lauschen, ist eh besser!
Anspieltipp: „Beyond Reason“, „The Ties That Bind Us“. (AK)
Wir Sind Helden – Bring mich nach Hause
Ich will ehrlich sein: Nach unserer enervierenden Listening-Session hatte ich kein Bedürfnis mehr, das Album noch einmal aufzulegen. Das mag der Band gegenüber ungerecht sein, aber da war einfach so viel andere Musik, die mich mehr interessiert hat.
Anspieltipps: „Alles“, „Bring mich nach Hause“. (LH, Rezensionsexemplar)
Mitarbeit an dieser Ausgabe:
AK: Annika Krüger
LH: Lukas Heinser
Meine data-epi-spacing Verbundenheit data-epi-spacing mit data-epi-spacing der data-epi-spacing Münchener data-epi-spacing Freiheit data-epi-spacing hatte data-epi-spacing ich data-epi-spacing ja data-epi-spacing schon data-epi-spacing mehrfach data-epi-spacing thematisiert. data-epi-spacing Nachdem data-epi-spacing die data-epi-spacing Band data-epi-spacing ca. data-epi-spacing 15 data-epi-spacing Jahre data-epi-spacing völlig data-epi-spacing von data-epi-spacing meinem data-epi-spacing Schirm data-epi-spacing verschwunden, data-epi-spacing aber data-epi-spacing selbstverständlich data-epi-spacing nie data-epi-spacing „weg“ data-epi-spacing war, data-epi-spacing gibt data-epi-spacing es data-epi-spacing nun data-epi-spacing … data-epi-spacing äh data-epi-spacing … data-epi-spacing Nachrichten: data-epi-spacing Am data-epi-spacing 1. data-epi-spacing Oktober data-epi-spacing erscheint data-epi-spacing das data-epi-spacing neue data-epi-spacing Album, data-epi-spacing das data-epi-spacing „Ohne data-epi-spacing Limit“ data-epi-spacing heißen data-epi-spacing wird.
Während data-epi-spacing die data-epi-spacing Band data-epi-spacing in data-epi-spacing den data-epi-spacing 1980er data-epi-spacing Jahren data-epi-spacing ja data-epi-spacing immer data-epi-spacing etwas data-epi-spacing zu data-epi-spacing Unrecht data-epi-spacing in data-epi-spacing die data-epi-spacing Schlager-Ecke data-epi-spacing geschoben data-epi-spacing wurde data-epi-spacing (eine data-epi-spacing Erfahrung, data-epi-spacing die data-epi-spacing Silbermond data-epi-spacing oder data-epi-spacing Philipp data-epi-spacing Poisel data-epi-spacing irritierenderweise data-epi-spacing nicht data-epi-spacing machen data-epi-spacing müssen), data-epi-spacing scheint data-epi-spacing sie data-epi-spacing sich data-epi-spacing jetzt data-epi-spacing ihrem data-epi-spacing Schicksal data-epi-spacing ergeben data-epi-spacing und data-epi-spacing die data-epi-spacing Rolle data-epi-spacing der data-epi-spacing alternden data-epi-spacing Schlagerfuzzies data-epi-spacing angenommen data-epi-spacing zu data-epi-spacing haben. data-epi-spacing Die data-epi-spacing TV-Premiere data-epi-spacing zur data-epi-spacing neuen data-epi-spacing Single data-epi-spacing „Seit data-epi-spacing der data-epi-spacing Nacht“ data-epi-spacing war data-epi-spacing jedenfalls data-epi-spacing vorletzte data-epi-spacing Woche data-epi-spacing im data-epi-spacing MDR-Fernsehen data-epi-spacing bei data-epi-spacing „Musik data-epi-spacing für data-epi-spacing Sie“.
Diese data-epi-spacing Single data-epi-spacing hat data-epi-spacing es data-epi-spacing dann data-epi-spacing auch data-epi-spacing gleich data-epi-spacing in data-epi-spacing sich, data-epi-spacing denn data-epi-spacing sie data-epi-spacing ist data-epi-spacing gleichzeitig data-epi-spacing ein data-epi-spacing Angriff data-epi-spacing auf data-epi-spacing den data-epi-spacing König data-epi-spacing des data-epi-spacing Popschlagers data-epi-spacing und data-epi-spacing den data-epi-spacing guten data-epi-spacing Geschmack data-epi-spacing Bands data-epi-spacing wie data-epi-spacing The data-epi-spacing Killers data-epi-spacing und data-epi-spacing Scissor data-epi-spacing Sisters, data-epi-spacing die data-epi-spacing meinten, data-epi-spacing ungestraft data-epi-spacing im data-epi-spacing Discofox data-epi-spacing wildern data-epi-spacing zu data-epi-spacing dürfen.
Strecken data-epi-spacing Sie data-epi-spacing Ihre data-epi-spacing Beine data-epi-spacing durch, data-epi-spacing drehen data-epi-spacing Sie data-epi-spacing ihre data-epi-spacing PC-Lautsprecher data-epi-spacing ganz data-epi-spacing auf data-epi-spacing und data-epi-spacing legen data-epi-spacing Sie data-epi-spacing eine data-epi-spacing flotte data-epi-spacing Sohle data-epi-spacing aufs data-epi-spacing Parkett data-epi-spacing – data-epi-spacing das data-epi-spacing Parkett, data-epi-spacing in data-epi-spacing dem data-epi-spacing ich data-epi-spacing mich data-epi-spacing kurz data-epi-spacing verbissen data-epi-spacing hatte, data-epi-spacing als data-epi-spacing ich data-epi-spacing den data-epi-spacing Song data-epi-spacing das data-epi-spacing erste data-epi-spacing Mal data-epi-spacing gehört data-epi-spacing habe:
(Bitte data-epi-spacing beachten data-epi-spacing Sie data-epi-spacing auch data-epi-spacing die data-epi-spacing „Human“-Keyboardmelodie data-epi-spacing bei data-epi-spacing 0:38, data-epi-spacing falls data-epi-spacing Sie data-epi-spacing es data-epi-spacing so data-epi-spacing weit data-epi-spacing geschafft data-epi-spacing haben.)
Wenn data-epi-spacing Ihnen data-epi-spacing danach data-epi-spacing ist, data-epi-spacing können data-epi-spacing Sie data-epi-spacing auf data-epi-spacing der data-epi-spacing Website data-epi-spacing der data-epi-spacing Band data-epi-spacing Ausschnitte data-epi-spacing aus data-epi-spacing allen data-epi-spacing 16 data-epi-spacing neuen data-epi-spacing Songs data-epi-spacing hören. data-epi-spacing Im data-epi-spacing Herbst data-epi-spacing und data-epi-spacing im data-epi-spacing kommenden data-epi-spacing Frühjahr data-epi-spacing ist data-epi-spacing die data-epi-spacing Münchener data-epi-spacing Freiheit data-epi-spacing auf data-epi-spacing großer data-epi-spacing „30 data-epi-spacing Jahre“-Jubiläumstour.
Wir Sind Helden haben ein Album veröffentlicht, das unsere Autoren spaltet: Katharina Schliebs ist begeistert von seiner Tiefe, Lukas Heinser wollte es nach zwei Durchgängen eigentlich nie wieder auflegen. Gemeinsam haben sie sich noch einmal durch „Bring mich nach Hause“ gehört und ihre Eindrücke in ein Chatfenster geschrieben.
Herausgekommen ist so etwas ähnliches wie ein Text:
Katharina: „In den Bibliotheken städtischer Ballungen / stapeln sich Bücher über läppische Wallungen / neben Bänden voller Lieder über Beulen und Schräglagen / und die Wände hallen wieder vom Heulen und Wehklagen.“ – Was für ein großer Text über die Kleinigkeiten, die zur Soap des Lebens aufgeblasen werden. Lukas: Den Song würde ich glaub ich skippen, wenn ich das Album hören würde. Katharina: Der ist unglaublich schön in seiner zarten Subtilität. Gänzlich undramatisch fließt es so dahin, und diese Trompete ist wunderbar. (Ist es eine Trompete?) Ich hab den gestern im Zug immer wieder auf repeat gehört. Dieses Album ist eben etwas schwerer zugänglich. Lukas: Ich find dieses „Drama-Dramatiker“ im Refrain so unfassbar nervtötend. Katharina: Ja, aber da haben wir eine Überschneidung von Text/Musik/Aussage. Das ist so fein aufgebaut: Die Mädchen regen sich über die Jungs auf, die Jungs über die Mädchen, und die Renter stehen für die Zuschauer, die dann auch noch einen guten Rat parat haben – Frühvergreisung der Besserwisser Anfang 20… ach! Und alles ist immer so dramatisch, dabei pupst das Leben einfach unspektakulär vor sich hin. Und Judith Holofernes sagt im Interview: Es ist Zeit, mal weniger zu wollen und die Dinge einfach mal geschehen zu lassen. Lukas: Das sagt sich natürlich leicht, wenn man gerade ein Album aufgenommen hat, auf dem man definitiv zu viel gewollt hat. Katharina: Hat man? Ich find nicht! Lukas: Das dritte Album war ja schon ein bisschen überambitioniert, aber das neue lässt mich noch ratloser zurück als Tocotronic. Vielleicht bin ich auch einfach nicht gebaut für Intellektuellen-Pop. Katharina: Ja, das ist schade, dass es vielleicht zu „intellektuell“ und damit schwerer zugänglich ist… andererseits müssen WsH auch keine Ansprüche erfüllen. Judith hat auch gesagt, sie hätte schon beim 3. Album etwas dämonisch gedacht: „Mal gucken, wer da jetzt noch mitkommt.“ Lukas: Was natürlich eine schöne Weiterentwicklung vom Slogan-Pop des ersten Albums ist. Wobei die Slogans ja nur verschachtelter geworden sind. Katharina: Das ganze Album ist im Prinzip das erste und das zweite Album nur in besser! Die Themen sind die gleichen, immer! Lukas: Na, die Themen sind bei ungefähr jeder Band immer dieselben. Katharina: „Dramatiker“ wäre zum Beispiel „Geht auseinander“. Lukas: Dieser Sprachwitz, der bei „Die Zeit heilt alle Wunder“ noch charmant und unverbraucht war (obwohl das im Rückblick auch näherungsweise albern ist), ermüdet mich auf die Dauer. Das wird so Christian-Morgenstern-mäßig, Heinz-Erhardt-esk. Katharina: Ja, aber irgendwie find ich das immer noch lustig: Dramatiker, Batiker, Statiker, Talarsticker, Starkicker. „Wer zu viel frisst aus Frust verlässt danach oft die Bar dicker“ – ich muss immer grinsen. Und das ist ja nur das eine Lied! Warte mal die anderen ab!
Da passt es natürlich schön ins Bild, dass WDR 2 heute eine Version von „Little Lion Man“ gespielt hat, in der allen Ernstes sämtliche Refrains bei „I really fucked it up this time / Didn’t I, my dear“ ohne das „fucked“ auskommen mussten.
Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Services erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. VerstandenMehr erfahren
Privacy & Cookies Policy
Privacy Overview
This website uses cookies to improve your experience while you navigate through the website. Out of these, the cookies that are categorized as necessary are stored on your browser as they are essential for the working of basic functionalities of the website. We also use third-party cookies that help us analyze and understand how you use this website. These cookies will be stored in your browser only with your consent. You also have the option to opt-out of these cookies. But opting out of some of these cookies may affect your browsing experience.
Necessary cookies are absolutely essential for the website to function properly. This category only includes cookies that ensures basic functionalities and security features of the website. These cookies do not store any personal information.
Any cookies that may not be particularly necessary for the website to function and is used specifically to collect user personal data via analytics, ads, other embedded contents are termed as non-necessary cookies. It is mandatory to procure user consent prior to running these cookies on your website.